Horrible flight

Donnerstag, 25.05.2017

Die eine heult, die andere fragt nach einer Kotztüte

Carol stand extra schon früh auf um uns zum Flughafen fahren zu können. Nachts hatte ich nicht gut geschlafen, weil ein schwerer Sturm herrschte und es draußen tobte.


Im strömenden Regen lud Carol sogar alle unsere Backpacks ins Auto. Diesmal kamen wir mal sehr pünktlich los und waren gut in der Zeit. Die ganze Zeit war ich nervös, weil sich das Wetter nicht besserte und ich wusste, dass wir fliegen mussten. Auch Melli ging es nicht so gut.
Carol redete auch während der Fahrt über alles mögliche mit uns und sie ist eine tolle Person. Im Verkehr ging`s wegen dem Regen nicht vorwärts, aber wir hatten genug Zeit eingeplant.
Zum Abschied umarmte Carol uns total herzlich und wir gaben ihr 20$ Trinkgeld fürs Fahren, die sie gar nicht annehmen wollte.
Nachdem wir unser Gepäck bei Allegiant abgegeben hatten, saßen wir da, packten unser Essen aus und frühstückten in aller Ruhe. Irgendwann schaute Berni auf die Uhr und stellte fest, dass es nur noch 5 min. bis zum Boarding waren. Da waren wir aber noch nicht durch die Sicherheitskontrolle. Melli befand sich auch noch irgend wo anders und war nicht in Sicht. Als sie wieder da war, rannten wir durch den Flughafen. An der Sicherheitskontrolle zogen sie auch noch Bernis Rucksack raus und durchsuchten ihn. Den Sicherheitsmann hatte die Wurst irritiert, aber dann war alles gut. Er fragte Berni, mit wem er reist und Berni verstand nicht, dass es sich um den Spruch auf seinem T-Shirt handelte, auf dem „Take me with“, steht. Dieser Spaß vom Sicherheitsmann brachte Berni kurzzeitig durcheinander.
Ich wusste nicht, dass die Gänge vom Flughafen so lang sein könnten, aber dann rannten wir und es wollte kein Ende nehmen. Am Gate stellten wir fest, dass unsere Maschine gerade erst angekommen war und wir somit noch Zeit hatten.
Vor dem Flug war ich richtig nervös, aber die nette Dame am Gepäckschalter hatte uns wenigstens Plätze nebeneinander beschafft und ich hatte meinen Fensterplatz. Kann ja nichts mehr schief gehen, oder? Zum Glück sagte keiner was wegen unserem Handgepäck, für das wir eigentlich zahlen hätten sollen.

Wir saßen schon gemütlich, als ein älteres Ehepaar kam und fragte, ob wir auf dessen Plätzen sitzen würden. Als wir auf unser Ticket schauten, sahen wir, dass wir auf der falschen Seite saßen. Also das ganze Gepäck umgezogen und wieder hin gesessen. Keine 5 Min. später kam nochmal jemand und diesmal stellten wir fest, dass wir eine Reihe zu weit vorne saßen. Also bei allen entschuldigt und mit vielen „sorrys“ nochmal das ganze Zeug umgepackt. Wir lachten uns kaputt über unsere Dummheit. Dann konnte es endlich los gehen.


Bis wir durch die Wolken durch waren, ruckelte es ein bisschen und die Anschnallzeichen waren eine halbe Stunde an, aber der Flug war ruhig und ich konnte mich entspannen und mich sogar das erste mal auf einem Flug aufs Blog schreiben konzentrieren.
Leider änderte sich das im Landeanflug. Der Pilot kündigte den Landeanflug an und dann ging es los. Das Flugzeug wackelte bis zum es geht nicht mehr. Es sackte immer wieder weit ab und kippte nach links und rechts. Es wurde immer schlimmer und ich war nervlich am Ende. Die Turbulenzen waren dann so heftig, dass wir uns fest halten mussten. Vroni versuchte mir gut zu zu reden, aber das brachte nichts mehr. Ich war fix und fertig und bekam Schnappatmung. Auch meine Tränen ließen sich nicht kontrollieren und ich hatte totale Schweißausbrüche und richtige Angst und Panikattacken. Es hörte nicht mehr auf und ich hatte das Gefühl vor lauter hyperventilieren, keine Luft mehr zu bekommen. Als das Flugzeug wieder meterweit absackte, stieß Melli einen lauten Schrei aus und fragte die vor uns nach einer Kotztüte. So saß die arme Vroni zwischen einer Heulenden und einer mit Kotztüte. Berni auf der anderen Seite hörte Musik. Es war absolut schrecklich! Irgendwie schien es, dass es kein Ende mehr nehmen würde und wir waren immer noch sehr weit oben. Ich fragte mich, wann mein Herz aus der Brust springen würde, oder wann ich kollabieren würde. Immer wieder fühlte es sich an, als würde der Flieger einen starken Seitenhieb bekommen und wackelte sehr heftig. Das waren Turbulenzen wie man sie sich nicht vorstellen kann. Ich fühlte mich wie in einem Alptraum. Bis zum Aufsetzen hielten die schweren Turbulenzen an. Das war ein totaler Horrorflug.
Melli die auch angefangen hatte zu heulen und ich waren am Ende und bekamen mitleidige Blicke von den anderen Passagieren und von der Besatzung inkl. Pilot. Ich hasse fliegen ! Eigentlich dachte ich, ich wäre auf dem Weg meine Flugangst in den Griff zu bekommen, aber das hat sich jetzt erledigt. Kann man von Miami nach Deutschland mit dem Zug fahren ?
Im Flughafen setzen wir uns erst mal hin und atmeten ganz tief durch. Das war der blanke Horror! Sogar Vroni, die jede Woche mit einer Propellermaschine fliegt sagte, dass sie sowas noch nie erlebt hat und es für sie auch schlimm war. Auch die Stewardessen hatten darüber geredet, dass sowas sehr selten vor kommt. Warum dann immer bei mir ?
Nachdem wir unser Gepäck geholt hatten, stand aber der freudige Teil an. Am Schalter von Alamo holten wir unseren Mietwagen ab. Der Nissan Versa wartete im Parkhaus und ist perfekt für uns. Wir bekommen alle Backpacks rein und haben Platz.

Die aller erste Fahrt auf unserem Roadtrip durfte ich machen. Das war ein totales Gefühl von Freiheit. Das Fahren hier ist einfach und schnell fanden wir dank der Offline-Karten von GoogleMaps unsere Unterkunft.
Alle hatten Hunger und wir fuhren zu Dominos Pizza, wo Vroni das erste mal ihre Fahrkünste unter Beweis stellte, die das sehr gut machte. Was wir gleich feststellten war, dass die Leute in Savannah total unfreundlich waren. Keiner hatte Lust auf uns Touristen. Die Pizzen wollten wir auf einer Bank verspeisen, bis ein unfreundlicher Mitarbeiter einer Eisdiele kam und fragte ob wir wissen würde, dass das hier privat sei. Es war kein Schild da, also gingen wir davon aus, dass wir da sitzen dürften.

Als wir dann im Kofferraum unseres Autos saßen, kam er nochmal (er ist ca. in unserem Alter) und fragte, was das soll. Er war richtig sauer und sagte, das sei verboten. Es war weit und breit weder ein anderes Auto, noch ein Mensch zu sehen und wir verstanden das Problem nicht. Wir entschuldigten uns, obwohl wir sauer waren und fuhren zurück zu unserem Hotel. Dort saßen wir auf dem Boden und konnten endlich in Ruhe die Pizza essen, die wirklich ungesund gut schmeckte.
Savannah ist eine Stadt im Chatham County im US-Bundesstaat Georgia. Viele Touristen besuchen die Altstadt, die mit ihren begrünten Plätzen und vielen restaurierten Häusern als eine der schönsten der USA gilt.
Mit dem Auto gings dann nach Savannah Old Town, wo ich ewig keinen Parkplatz fand. Wir fuhren zur Touristen-Info, wo es einen kostenlosen Stadtplan und eine Beschreibung gab. Die anderen sagten, ich solle nach rechts abbiegen, was ich tat. Leider befand ich mich dann als Geisterfahrer in einer Einbahnstraße. Die Bauarbeiter neben uns, schimpften gleich, aber mehr aus Spaß. Der Fahrer der mir entgegen kam, lachte nur. Ich rief aus dem Fenster, dass ich Tourist bin und alle lachten. In zwei Zügen wendete ich schnell und fuhr davon. Wir schauten nochmal, aber ein Schild welches auf eine Einbahnstraße hinwies, war von der Straße aus nicht erkennbar. Hundert mal verfuhren wir uns, aber fanden endlich einen Parkplatz.
Auch das Erkunden von Savannah war ein bisschen chaotisch. Wir hatten zwar den Stadtplan, aber haben uns immer missverstanden, sodass wir ein paar Mal ratlos da standen. Das erste mal konnte ich mit Hilfe der Karte meine Navigationsfähigkeiten unter Beweis stellen. Leider sind diese mehr schlecht als recht und die anderen hatten ordentlich was zu lachen. Wer benutzt in der heutigen Zeit noch Papierkarten? Trotzdem liefen wir ein Mal durch das schöne, alte Savannah, vorbei an schönen Gebäuden und unzähligen kleinen Parks.

Man beachte die Brille vom Hund

In einem schönen Restaurant saßen wir auf der Terrasse und gönnten uns ein kühles Bier


Beim Chippewa Square in der Bull Street, wo die berühmten Bank Szenen in Forrest Gump gedreht wurden, verpassten wir leider vorbei zu schauen.
Unsere Route endete am Savannah River an der Riverfront Plaza und dem Factor`s Walk, der richtig idyllisch und schön ist. Die Bay Street führt entlang an unzähligen Bars und kleinen Läden und alles ist toll dekoriert und liebevoll gemacht.


Im Joe’s Crab Shack genossen wir direkt am Fluss unser Abendessen, wo Vroni und Berni das erste mal Seafood (Shrimps) probierten, was laut den genießerischen Lauten der beiden gut zu schmecken schien. Beim gigantischen Sonnenuntergang und Drinks ließen wir einen weiteren, sehr ereignisreichen Tag gemütlich ausklingen. Ständig fuhren riesige Dampfer vorbei, die echt Eindruck schindeten.


Unser Auto fanden wir schnell, aber leider gingen unsere Offline-Karten in Google Maps nicht, sodass wir nicht wussten, wie wir ins Hotel kommen sollten. An einer Tankstelle hielten wir und fragten, aber wo wir die ganzen Gangster sahen, die bestimmt alle irgendwas genommen hatten, suchten wir schnell das Weite. Dank der logischen Denkweise der anderen, fanden wir die Econo Lodge wieder.

Da das Internet nicht ging und wir dringend den nächsten Tag planen wollten, liefen wir um Mitternacht zum 1 km entfernten MC Donalds, der schon zu hatte. Zum Glück funktionierte das Internet trotzdem.


Als wir zurück waren, schliefen wir sofort ein.

Liebe Grüße aus Savannah
Nadine

Back home (emotional day)

Dienstag, 12.07.2016

Der letzte Tag. Das war mir sogar bewusst, als ich mich nach 4 Stunden Schlaf das letzte Mal aus meinem Stockbett quälte und wie immer fast die Leiter runter fiel, weil Lena unsere Handtücher dort hingehängt hatte. Lena und die anderen im Zimmer schliefen noch tief und fest und ich war neidisch. Es ist schwierig möglichst leise im dunklen Zimmer zu packen, dabei am besten nichts zu vergessen und so effizient zu packen, dass man den Rucksack noch zu bekommt. Diese Zeiten sind nun auch vorbei und bald habe ich wieder einen Kleiderschrank. Nach dem Duschen lag ich perfekt in der Zeit und hatte es tatsächlich geschafft niemanden zu wecken.
Vor dem Hostel bestellte ich mir ein Uber (privates Taxi) und beim Warten traf ich einen netten jungen Mann. Jobe ist aus Australien und da er auch zum Flughafen musste, teilten wir uns das Taxi. Die Fahrt ging eine Stunde und wir hatten viel Zeit uns zu unterhalten. Zufällig fliegt der Australier auch mit demselben Flieger wie ich. So konnten wir am Flughafen gemeinsam einchecken, aber bekamen leider keine Sitze mehr nebeneinander. Zum Glück war ich wie immer über 3 Stunden vorher da, denn Eurowings ist die reinste Chaos-Fluggesellschaft. Laut meinem Ticket bekomme ich ein Rail&Fly Ticket dazu, welches ich schon vorher im Internet erfolglos versuchte zu buchen. Am Flughafen wusste keiner Bescheid und niemand konnte mir helfen. Ich durfte vom Flughafentelefon bei Eurowings anrufen und auch dort wusste keiner wie ich an ein Ticket komme. Im Internet war der Button zur Buchung ausgegraut. Sage und schreibe eine Stunde machte ich deswegen rum und keiner konnte mir helfen. Jobe tat mir leid, aber er wollte auf mich warten. Da dies der günstigste Flug war, musste ich nach Köln fliegen und muss von da aus den ICE nach Stuttgart nehmen.
Da die Sicherheitskontrolle so lange dauerte (diese war mit Nackscanner für jeden und sehr genau), konnten wir uns im vorbei rennen ein Brötchen kaufen und joggten dann ans Gate am anderen Ende vom riesigen Flughafen. Ich hasse es mit so viel Gepäck rum zu laufen und selbst mein Handgepäck hat statt der erlaubten 7 sage und schreibe 12 kg. So bin ich also mit über 30 kg, einer Decke, einem Kissen, einem Motorradhelm, 2 Jacken und einer Kameratasche unterwegs. Jobe nahm mir netterweise was ab. Der Flieger hatte ein bisschen Verspätung und wir mussten noch warten.

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Im Flugzeug fragten Jobe und ich unsere Nachbarn, ob wir die Sitze tauschen könnten, aber leider ohne Erfolg. Er saß ganz vorne und ich in der Mitte vom Flieger. Der Anfang vom Flug war noch ok und das Wetter war schön als wir in Bangkok abhoben. Der nette Pilot Andreas Claudius gab mir gleich ein gutes Gefühl und erklärte viel. Besonders wenn man von dieser dummen Flugangst geplagt ist, fühlt man sich sicherer, wenn der Pilot viel erklärt und sich gleich freundlich durchs Mikrofon vorstellt. Leider ist der Service bei Eurowings sehr abenteuerlich. Keiner der Stewardessen wusste was sie tut und sie hatten nicht mal Wechselgeld. Was ich sehr unhöflich fand: Sie sprachen alle Leute einfach auf Deutsch an, obwohl auf dem Flug von Bangkok nach Köln natürlich auch viele Leute aus anderen Ländern dabei waren. Meiner Sitznachbarin aus England musste ich so alles übersetzen und obwohl sie die Stewardessen mehrmals darauf aufmerksam machte, redeten diese auf Deutsch weiter. Manchmal konnten sie zwischendrin auch Englisch, aber vergaßen das beim nächsten Rundgang wieder. Als das Essen kam, hatte ich Nudeln mit Bolognese vor mir. Als Vegetarier kann man das natürlich nicht essen und ich wollte nach einer Alternative fragen. Ich klingelte und musste fast 20 Min. warten, bis eine sehr unfreundliche Stewardess kam. Sie sagte sie hätte nichts anderes da und ich müsse das essen. Nach einigem hin und her fiel ihr ein, dass die Bolognese vegetarisch sei. Auf der Rückseite vom Essen stand tatsächlich in den Zutaten, dass es sich um Tofu handelte. Da muss man auch erst mal drauf kommen und nicht mal meine Sitznachbarin hat den Unterschied geschmeckt. Mein Essen war mittlerweile kalt und es war so wenig, dass ich nicht mal annähernd satt wurde. So einen großen Hunger habe ich ja nun auch nicht, aber wenn es schon mich nicht sättigt, wie soll ein großer Mann dann von diesem Essen satt werden?

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Während dem Flug hatte ich viel Zeit nachzudenken. Ich wollte keine Filme schauen und hörte nur Musik und spielte Spiele auf dem TV. Irgendwie total krass, wie schnell 498 Tage vergehen. Mir kommt es vor als wäre ich gestern in Frankfurt los geflogen. Nun verlasse ich Bangkok, wo vor fast eineinhalb Jahren meine große Reise begonnen hat. Die Erinnerungen und die Lebenserfahrung wird mir keiner nehmen können. Natürlich freue ich mich auf Zuhause und bin total aufgeregt meine Familie, Freunde und Tiere wieder zu sehen. Die Aufregung wuchs mit jedem Kilometer dem ich Köln näher kam.
Der Flug zog sich ewig und vor allem wenn man etwas entgegen fiebert, geht die Zeit nicht rum. Des Öfteren lief ich zur Verärgerung meiner Sitznachbarin zu Jobe vor. Wir wollten uns unterhalten, aber es war nicht so einfach einen Platz im Flieger zu finden, wo wir keine anderen Passagiere oder Stewardessen behinderten. Ständig wurden wir weg gescheucht und bekamen Ärger. Jobe ist richtig nett und er fliegt weiter nach London und bleibt dort ein paar Monate. Wir machten aus, uns auf dem Stuttgarter Wasen zu treffen, denn dort will er auch hin. Ewig redeten wir über Australien, das Reisen und verschiedene Kulturen. Ganz schnell kam ich aus der Ruhe, als das Flugzeug wackelte und umklammerte fest den Notsitz. Als es kurz aufhörte, verabschiedete ich mich von Jobe und rannte schnell zu meinem Platz zurück. Leider fingen die Turbulenzen da erst richtig an und die Anschnallzeichen leuchteten konstant. Meine Hände waren wieder total nass, aber ich wollte stark sein und es ohne Beruhigungsmittel überleben.
Nach 12 Stunden hatte ich es endlich geschafft und Jobe sagte ich hätte ihm leid getan und bei jedem Ruckeln hätte er an mich denken müssen. Leider wollte Deutschland mich nicht herzlich willkommen heißen und es war stark bewölkt und saukalt. Nur 20 Min. hatte ich dann Zeit bis mein ICE kommen sollte. Bis der Bus zum Flughafengebäude kam, verging Zeit und dann musste ich mich kurioser Weise an der Schlange zur Passkontrolle anstellen wo auch die Ausländer standen, anstatt einfach zum Reisepasslesegerät gehen zu können, wie es für Deutsche normal ist. Die Schlange war endlos und ich dachte das darf nicht wahr sein. Ein Mann bekam mit, dass ich es eilig hatte und sagte ganz laut ich sollte mich vordrängeln. Als ich das nicht machen wollte, schob er mich einfach an den Anfang der Schlange. Der Engländer war einfach sehr nett. Leider brachte mir das keinen Vorteil, denn die Koffer waren noch nicht da. Als mein Backpack endlich als einer der letzten kam, fuhr gerade der ICE. Das hieß für mich noch eine Stunde länger warten und eine Stunde später nach Hause kommen. Eigentlich wäre mein Flieger nämlich schon mittags um halb 3 gelandet, aber dann hatte sich ein paar Wochen nach meiner Buchung die Ankunft auf halb 7 geändert. Das war sehr stressig für mich, denn von meiner Familie wusste keiner, dass ich komme und ich wollte niemanden nachts aufwecken.
Am Fahrkartenautomat traf mich fast der Schlag, als diese dumme Zugicket von Köln nach Stuttgart 100€ kosten sollte. Meine Wut auf Eurowings wuchs. Der zweite Schock kam, als ich feststellte, dass meine Kreditkarte weg war. Diese habe ich wohl in Bangkok verloren. Keine Ahnung wie das geht, aber meine EC-Karte war auch weg. Natürlich hatte ich auch noch kein Euro und so wusste ich nicht, wie ich das Ticket bezahlen sollte. Ich verfluchte alles und hatte schon keine Lust mehr auf Deutschland. Die Rettung war meine zweite Kreditkarte mit der ich das vergoldete Ticket erstand. Keiner konnte mir helfen auf welches Gleis ich musste und eine verständliche Anzeige suchte ich vergeblich. Außerdem war das Gleis am ganz anderen Ende vom Flughafen und ich war fix und fertig bis ich da war.
Mein Zug zum Hauptbahnhof Köln war zu meiner Verwunderung pünktlich. Es regnete, ich wusste nicht, ob meine Familie noch wach sein würde bis ich zu Hause ankomme und ich war genervt. Meinen Onkel hatte ich als Einzigen eingeweiht und wollte ihm schreiben, wann ich ankomme, weil er mich vom Stuttgarter Bahnhof abholen sollte. Zum Glück hatte ich das noch im WLAN vom Flughafen getan, denn meine deutsche SIM-Karte passte nicht in mein Handy. Als ich Deutschland vor fast eineinhalb Jahren verlassen hatte, besaß ich nämlich noch mein IPhone 4 und mittlerweile hab ich das 5er und die Karte muss jetzt kleiner sein. Mit meiner Nagelschere versuchte ich verzweifelt die Karte auf die richtige Größe zu bringen, aber scheiterte. Warum muss alles schief gehen? Ich konnte es nicht verhindern und Tränen rollten meine Wange runter. Eine Frau neben mir schaute mich mitleidig an, weil die Tränen nicht mehr aufhören wollten. Beim Ausstieg am Kölner Hauptbahnhof sagte sie zu mir, dass alles wieder gut wird und ich nicht traurig sein sollte. Da musste ich nur noch mehr heulen. Ich kam mir vor wie ein kleines Kind. Unter Tränen versuchte ich mein schweres Gepäck die vielen Stufen im Bahnhof hoch zu schleppen und fiel fast rückwärts wieder die Treppe runter. Alle Leute starrten mich an und keiner half mir. Warum verdammt nochmal sind die Deutschen so unfreundlich? Im Ausland würde sofort jemand Hilfe anbieten. Keuchend kam ich an meinem Gleis an und saß auf dem Boden und heulte vor mich hin.
Die Stufen vom ICE sind so hoch, dass mir mein Gepäck aus der Hand fiel, aber das interessierte natürlich auch keine Sau. Die Anzeige verriet nicht, ob der Zug nach Stuttgart fuhr und die anderen Zuggäste hatten dasselbe Problem. Es dauerte lange bis wir alle raus fanden, dass es der richtige Zug war.
Die Fahrt dauerte zweieinhalb Stunden und ich war so fertig, dass ich einschlief. Zum Glück stellte ich mir den Wecker und wachte somit rechtzeitig auf. Als ich meinen Onkel Oli am Bahnsteig sah, war der ganze Ärger vergessen. Vor 498 Tagen hat er mich genau an diesem Gleis verabschiedet. Natürlich war die Freude total groß und ich war glücklich, dass er mich geholt hatte. Meiner Familie hatte er gesagt er habe eine Schulung von der Arbeit aus und müsse gehen. Weil ihm niemand so recht glauben wollte, fuhr er extra an seinem Büro vorbei und machte ein Foto, dass er gleich an alle verschickte. Er sagte er würde wieder kommen und so schaffte er es die Geburtstagsgesellschaft von meiner Oma zusammen zu halten. Das Datum am Geburtstag meiner Oma hatte ich mir nämlich bewusst raus gesucht. Die Fahrt vom Bahnhof ging schnell und dann standen wir wieder vor unserem Haus. Ein komisches Gefühl, richtig unwirklich.
Weil meine Familie irgendwas ahnte, ging mein Onkel allein ins Haus und ich versteckte mich im Dunkeln davor. Leider war es eiskalt und regnete in Strömen und ich fror total, weil ich gleich patschnass war. Nach 10 Min. wollte ich mit meiner Familie skypen, weil ich ihnen erzählt hatte, dass eine Doku im TV über mich kommen würde ich es quasi „live“ mit verfolgen wollte. Leider habe ich ja wie gesagt ein neues Handy und kann das WLAN Passwort von Zuhause nicht auswendig. So lief ich einfach zu unserer Tür rein und stand mitten im Wohnzimmer. Alle guckten mich an, als ob sie einen Geist gesehen hätten. Es war ein Wiedersehen mit viel Geheule, herzlichen Umarmungen und natürlich freuten sich alle total. Meine Oma hat für sowas einen siebten Sinn und wusste irgendwie, dass ich komme, obwohl mein Onkel dicht gehalten hatte. Auf meine Nachfragen vor einigen Tagen sagte ich ihr immer wieder ich würde 2 Wochen später kommen. So hatte meine Familie mittags schon geschaut, wann Flieger von Bangkok an diesem Tag landen würden. Das Gelächter war groß, als ich gefragt wurde was ich trinken will und nach einem Wasser fragte. Natürlich hatten wir uns viel zu erzählen und ich genoss es total nach so langer Zeit mal wieder mit der Familie zusammen zu sitzen. Mit einem Sektchen stießen wir auf meine Rückkehr an und saßen bis spät in die Nacht zusammen. Alle mussten am nächsten Tag arbeiten, aber mein Bruder ließ es sich nicht nehmen, mit mir mein Zimmer zu erkunden. Ich fühlte mich, als ob ich mein Zimmer noch nie gesehen hätte und alles war neu. Woher kommt das ganze Zeug? Gehört das alles mir? Als ich meinen Kleiderschrank sah konnte ich nicht glauben wie viele Klamotten ein Mensch besitzen kann. Und wie viele Schuhe da waren… Wann soll ich das alles anziehen? Eine Stunde entdeckte ich immer neue Sachen und fühlte mich als ob es Weihnachten und Geburtstag gleichzeitig wären.
Mit vielen Emotionen und neuen/alten Eindrücken legte ich mich ins Bett. Mein eigenes Bett, ohne 30 andere Leute im Raum. Kein Stockbett. Alles war so ruhig und ich vermisste es schon jetzt nicht mehr einfach so mit jemandem reden zu können, wenn ich nicht schlafen konnte.
Vor lauter Aufregung war ich noch lange wach. Nun bin ich also wieder in Deutschland und bin sehr gespannt wie es weiter geht.
Deutschland hat mich wieder
Nadine

Off to Bangkok

Samstag, 09.07.2016

Um 5 war die Nacht dann vorbei, weil jemand total laut Musik hörte und zwei Burmesen sich in unangebrachter Lautstärke unterhielten.
Bin ich froh, wenn die letzte Busfahrt auf dieser Reise vorbei ist. Auf der Straße war schon einiges los und der Verkehr war abartig. Um 8 erreichten wir endlich den Busbahnhof von Yangon. Von dort aus wollten wir ein Taxi zum Flughafen nehmen. Die beiden die mit mir das letzte Mal im Taxi waren, mussten auch zum Flughafen und wollten sich ein Taxi mit uns teilen. Leider stressten sie wieder total rum, weil wir verhandelten. Sie regten sich total über uns auf und sagten, dass das ein unmögliches Verhalten sei und fragten, ob wir kein Gewissen hätten und sagten wir sollen doch einfach zahlen, was von uns verlangt wird. Wir guckten uns alle geschockt an und wussten gar nicht was wir sagen sollten. Jeder weiß, dass man überall in Süd-Ost-Asien und vor allem beim Transport verhandeln muss. Als wir ein Taxi hatten und dann auch wegen den beiden keine weiteren Verhandlungen mehr durchführten, sagten sie es sei nicht genug Platz, liefen davon und ließen uns stehen. Es war wohl genug Platz und dieses Verhalten von den beiden machte uns sprachlos.
Unterwegs kamen wir an den „Slums“ von Yangon vorbei. Man sah sehr viel Armut, alles war überflutet vom Regen und die Leute laufen quasi in Seen. Alles war zugemüllt, richtige Häuser gibt es nicht und das war sehr schockierend zu sehen. Der Fahrer kannte alle Abkürzungen und nach einer halben Stunde waren wir am Flughafen von Yangon. Dort hatten wir fast 5 Stunden bis unser Flug ging.
Erst setzten wir uns in ein Café um zu frühstücken, wo ich ein ekeliges Brot mit Käse und Honig und zwei laufende Eier bekam. Dann machten wir uns im Hungry Jacks breit und vertrieben uns die Zeit. Zum Glück waren wir rechtzeitig dran, denn bei AirAsia herrschte das absolute Chaos. Was dort vorging, war unbeschreiblich. Seit 1. Juli wurde am Flughafen nämlich ein neues Terminal eröffnet und anstatt 15$ beträgt die Flughafensteuer damit nun 20$. Als wir am checkin standen, wurden wir zu einer anderen Schlange geschickt um die fehlenden 5$ nach zu bezahlen. Danach hätten wir uns wieder an der Schlange vom checkin anstellen sollen. Den anderen Reisenden ging es natürlich genau so und so entstand ein heilloses Durcheinander. Organisation gab es nicht und das Personal könnte auch gleich sagen, dass man sich in der anderen Schlange anstellen sollte. Ein Mädel und ihre Mutter sollten 75$ für ihr Gepäck zahlen, weil AirAsia einen Fehler gemacht hatte. Kurzerhand öffneten sie ihren Koffer, kleideten sich ein wie im Winter und zogen an was ging. Zwei andere Jungs aus Amerika wollten dasselbe machen. Nach einer halben Stunde ging es in der Schlange immer noch nicht vorwärts, weil keiner von AirAsia wusste was zu tun war. Dann verschwand auch noch angeblicherweise die Internetverbindung und wir wurden immer ungeduldiger. Dass wir rumstressten beschleunigte den Prozess leider nicht. Als wir nach fast einer Stunde endlich einchecken konnten, waren wir froh.
Im neuen Terminal 1 war nichts los. Kein Wunder, wenn hier auch nur 4 Flüge am Tag gehen. Die Arbeitsaufteilung ist deshalb umso abenteuerlicher und wir lachten uns kaputt. Auf dem Klo stehen 2 Leute und putzen den ganzen Tag. Es gibt mindestens 5 weitere Leute die ständig mit dem Wischmopp hin und her wischen, 2 Leute saugen den lieben langen Tag den neuen Teppich, einer hält das Kabel vom Staubsauger und neben der Sicherheitskontrolle hielten gerade 10 Angestellte aus Langweile ein Kaffeekränzchen an einem Tisch. Trotzdem geht hier nichts voran und bis hier mehrere Flüge an einem Tag gehen können, muss noch viel geübt werden.
Im Burger King wurde noch das Personal eingewiesen und viele Läden hatten noch gar nicht eröffnet. Wenn wir hier in ein paar Jahren wieder her kommen, bin ich gespannt wie sich das entwickelt hat.
Unser Flieger hatte Verspätung und als ich die dunklen Wolken am Himmel sah, bekam ich schon wieder mittelmäßige Panikattacken. Zum Glück habe ich Lena dabei die mir mit meiner Flugangst seelischen und moralischen Beistand leistet.
Pünktlich zum Start fing es an zu regnen was der Himmel her gab und die Startbahn stand nach kurzer Zeit unter Wasser. Als der Regen kurz schwächer wurde, hoben wir ab. Zum Glück war der Flug nur eine gute Stunde lang und erstaunlicherweise war er ganz ok. Ein paar Mal ruckelte es und ich war froh als wir landeten. Bangkok erwartete uns mit fast klarem Himmel und es waren nur weiße Wolken zu sehen.
Vom Flughafen nahmen wir ein Uber (privates Taxi) zu unserem Hostel Bodega. Die Fahrt durch die Rush-Hour dauerte nochmal eine geschlagene Stunde und als wir endlich im Hostel ankamen war 5 Uhr und das hieß, dass wir nun schon 24 h unterwegs waren.
Im Hostel traf ich Welshy wieder mit dem ich mit dem Motorrad durch Vietnam gefahren bin. Wir hatten uns viel zu erzählen und es war schön ihn wieder zu sehen.
Lena, Jonas und ich liefen los um nach was essbarem zu suchen. Ein italienisches Restaurant sah gut aus und die Karte sagte, dass es nicht zu teuer ist. Als wir saßen, stellten wir aber fest, dass die Preise höher als erwartet waren, aber gehen konnten wir auch nicht mehr. Zusammen bestellten wir guten, hausgemachten Sangria. Lena und ich hatten Gnocci und ohne Übertreibung musste man diese auf dem Teller suchen. Nach dem Essen hatten wir beide noch mehr Hunger als davor und mussten mit knurrenden Mägen das Restaurant verlassen. Jonas wurde auch nicht richtig satt und diese Erfahrung war enttäuschend.
Jonas war bei seinem letzten Bangkok-Besuch schon in diesem Viertel und wusste eine gute Bar. Dort war die Hölle los und am Samstagabend viele Leute unterwegs. Wir hatten Glück noch einen Platz in der Bar zu bekommen und tranken noch gemütlich ein Bier.
Zurück ging es durch die Rotlichtstraße und das war sehr schockierend. So viele junge, hübsche Mädels (oder Ladyboys) die halbnackt dort rum stehen und sich verkaufen müssen. Es hat unzählig viele Bars und noch mehr Touristen. Wir waren froh als wir da wieder weg waren.
Natürlich waren wir alle müde und es war auch schon 11 als wir zurück waren. In dieser Nacht werden wir alle gut schlafen können und wir haben sehr bequeme Betten.

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CIP – Lounge?

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Welshy und ich

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Liebe Grüße von Bangkok
Nadine

Loud, smelly, chaotic, big and busy: Ho Chi Minh City

Donnerstag, 05.05.2016

Der 05.05.2015. Der Tag an dem ich nach Australien kam. Nach genau einem Jahr musste ich dieses atemberaubende Land nun verlassen. Es ist sehr traurig. Trotzdem freue ich mich auf das neue Abenteuer.
Die Tabletten haben wie immer ganz ihren Zweck erfüllt, mich total ausgeknockt und ich bin erst wieder „zum Leben erwacht“, als das Flugzeug bereits am Boden aufsetzte.
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Mein Aufenthalt in Kuala Lumpur sollte 3 Stunden sein. Also genug Zeit um einen Drucker zu suchen. Es war 4 in der Nacht und trotzdem einiges los auf dem riesigen Flughafen. Mit den beiden Deutschen Jungs die ich getroffen hatte, ging ich auf die lange Suche. In einem Hotel konnte ich für umgerechnet 2$ mein Visum ausdrucken. Leider wurden nur Malaysische Ringgit akzeptiert. Umtauschen hätte zu viel extra gekostet. So beließ ich es und hoffte, dass ich nicht die erste ohne ausgedrucktes Visa bin. Mein Magen knurrte, aber als ich mir was zu Essen kaufen wollte hatte ich wieder das Geld-Wechselproblem. Also musste ich mit leerem Magen durch diese endlos langen Gänge mit drei Jacken, einer großen Kamera und einem Rucksack laufen. Mein Gate war ganz am Ende und ich legte einige Kilometer zurück. Bis ich das fand, musste ich mich ein paar Mal durchfragen.
Pünktlich konnten wir boarden und ich saß wieder am Fenster. Neben mir zwei nette Mädels aus Malaysia. Der zweistündige Flug verlief ohne Probleme und war ruhig.
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Als wir im Landeanflug waren, freute ich mich total auf Vietnam. In Ho Chi Minh (ehemals Saigon), lief ich erst mal gegen eine Wand, als ich aus dem Flieger stieg. Wir mussten eine Sicherheitskontrolle (die 5. auf dieser Reise) passieren und dann an der Passkontrolle anstehen. Die Schlange war abartig lang und ich musste ewig warten. Ich lernte einen anderen Deutschen kennen, der nur 4 Tage hier ist. Wir machten aus uns ein Taxi zu teilen. Als ich an der Reihe war, wollte der Mann mein Rückflugticket sehen. Da ich mit dem Bus nach Kambodscha fahre, habe ich keins. Er meinte, dass ich keine 4 Wochen hier bleiben kann und mir rutschte mein Herz in die Hose. Er sagte, ich bräuchte ein Visa. Zum Glück war das nur ein Missverständnis, weil ich ja ein Visa hab und ich wurde zum Visa-Office geschickt.
Die Leute da waren sehr unfreundlich, aber keiner sagte was, dass ich das Visa nicht ausgedruckt hatte. Ich musste ein Formular ausfüllen, ein Passfoto abgeben und warten. Dann bekam ich einen Stempel und musste mich nochmal in der langen Passkontroll-Schlange anstellen. Dort traf ich einen jungen Mann aus Kalifornien der hier arbeitet und mir einiges erklärte und einen Deutschen der auf Geschäftsreise ist. Beide waren sehr nett. Ich atmete auf, als das mit dem Visa erledigt war. Mein Koffer stand bereits mutterseelenallein neben dem Gepäckband. Schnell holte ich Geld am Automaten und diese Währung ist lustig. Die vietnamesischen Dong haben ganz viele Nullen und man muss viel rechnen. Gut, dass ich eine nützliche App habe. Was haben die Leute nur ohne Smartphones gemacht?
Die Australierin vom Flieger schrieb mir 2 Taxiunternehmen auf, die gut sind und nichts am Taxameter tricksen. Als ich aus dem Flughafen raus kam, wurde ich erschlagen. Die Menschenmassen waren wie bei einem Konzert und hunderte Leute warteten auf Sitzen auf Leute die raus kamen. Leider fand ich den Deutschen nicht mehr mit dem ich mir ein Taxi teilen wollte. Ein Taxifahrer kam auf mich zu und zeigte mir seinen Ausweis. Da das das empfohlene Taxiunternehmen der Australierin war, sagte ich zu und wir liefen zu seinem Auto. Dort war keine Beschriftung, was mich verwirrte. Auf dem Weg sahen wir viele Taxis vom gleichen Unternehmen, die alle beschriftet waren. Die Fahrt dauerte über eine halbe Stunde. Mir wurde bereits viel vom Verkehr in Vietnam berichtet. In Wirklichkeit ist das nochmal krasser. Es gibt unendlich viele Roller und Motorräder und Verkehrsregeln kennt niemand. Nur an roten Ampeln wird angehalten. Die Leute fahren in die falsche Richtung, auf dem Gehweg und Spuren kennen die Vietnamesen nicht. Ein heilloses Durcheinander und alles erinnerte mich an Bangkok nur schlimmer. Hupen muss man um durchzukommen und wenn man einfädeln will, gestikuliert man einfach wild mit den Händen. Zu meiner Verwunderung trugen aber alle Erwachsenen einen Helm. Teilweise sitzen die Leute hier zu 4. auf dem Roller und haben ihre Kinder dabei und davon trägt keines einen Helm.
Am Hostel angekommen, wollte der Fahrer einen horrenden Preis von mir. Ich hatte gelesen, dass die Fahrt ca. 7 Euro kostet und ich zahlte 4 Euro mehr, was hier total viel ist. Ok, für Europäer ist das nix. Davon kann der Fahrer bestimmt eine Woche leben und deswegen regte ich mich nicht groß auf. Er hatte nicht mal einen Taxameter und sein Ausweis war bestimmt gefälscht.
Das Hostel ist im dritten Stock und es geht eine sehr enge Treppe hoch. Mit meinen letzten Energiereserven schleppte ich mein Gepäck hoch und checkte ein. Eigentlich wäre erst um 2 Checkin gewesen, aber ich durfte schon um 11 ins Zimmer. Dieses ist zum Glück gut klimatisiert. Es hat ein vegetarisches Restaurant im Erdgeschoss, wo ich sofort hin ging, weil ich es vor Hunger nicht mehr aushielt. Ich probierte ein sehr scharfes, mir unbekanntes Gemüse was sehr lecker war und einen Fruchtshake.
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Da ich total fertig vom Reisen war, schlief ich in meinem gemütlichen Bett ein. Es war ziemlich bewölkt, aber fast 40 Grad heiß und die Luftfeuchtigkeit liegt gefühlt bei 100%. Da im Hostel fast keine Leute sind und ich niemanden fand, zog ich allein los. Meine Tasche steckte ich unter mein T-Shirt, weil überall vor Rollerfahrern gewarnt wird, die im vorbeifahren klauen. Man soll auch während dem Laufen nie sein Handy in der Hand haben. Die geschäftigen Straßen von der Großstadt Ho Chi Minh sind echt überwältigend. Es ist laut, stinkt, ist dreckig, chaotisch und hektisch. Mir gefällt es hier trotzdem irgendwie. Schon nach einigen Sekunden hatte ich eine Reizüberflutung. So viele Leute, Gerüche, Verkehr und Geräusche. Das Überqueren der Straße grenzt mehr an Selbstmord und Fußgängerampeln sind ein Fremdwort. Schon bald hatte ich den Clue raus. Einfach laufen und nicht auf die Roller schauen. Obwohl es nicht so aussieht, passen die Fahrer auf einen auf. Man muss nur sehr selbstbewusst über die Straße laufen und ein Tempo beibehalten. Die Australierin sagte, man solle ja nicht rennen, da sonst keiner einschätzen kann wo man hin will. Teilweise hängte ich mich beim Überqueren einfach dicht an die Vietnamesen, die wissen wies geht.
Ich setzte mich in ein Restaurant und wollte was Vegetarisches bestellen. Das Einzige was es gab war Spaghetti mit Tomatensoße. Also gleich am ersten Tag westliches Essen (Schande über mich). Zum Nachtisch gab es frozen Joghurt, was mich zusammen nur 2,50 Euro kostete.
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Ich wollte auf die berühmte Backpackerstraße Bui Vien. Meine Orientierung ist richtig schlecht und ich verlief mich total. Eine nette Amerikanerin und eine Malaysierin mussten dort sowieso hin und zeigten mir den Weg. Wir unterhielten uns super und da die beiden hier arbeiten, bekam ich noch mehr nützliche Insidertipps. Auf der Bui Vien ist alles noch überwältigender als ohnehin schon. Es gibt unzählige Massagestudios, Restaurants, Bars, Friseure, Supermärkte, Shoppingläden und vieles mehr. Es war gut andere Backpacker zu sehen, obwohl ich mit niemandem in Kontakt kam. Vielleicht muss ich morgen das Hostel wechseln um Anschluss zu finden. Da ich sowieso schon lange zum Friseur wollte, erledigte ich dies. Ich bekam eine Kopfmassage mit Shampoo, Hand- und Armmassage und mir wurden die Spitzen geschnitten. Das ging eine Stunde, war total super und kostete mich insgesamt nicht mal 8 Euro. Also super fürs Backpackerbudget.
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Ich bummelte noch eine ganze Weile herum und es war bereits dunkel. Die Lichter bei Nacht sehen sehr cool aus und es war viel los. Für ein paar Cent erstand ich einen Adapter für die Steckdose und eine Simkarte fürs Handy.
Eigentlich wusste ich es vorher, aber leider hatte ich keinen Plan wo ich hin musste. Da hier nicht viele Leute englisch sprechen, war es sehr schwer sich durchzufragen. Wie bekloppt irrte ich in der Millionenstadt herum. Wie sicher es hier in den Nebenstraßen im Dunkeln ist, wusste ich auch nicht. In einem Hotel konnte man mir erklären wo ich hin muss ich war froh nach fast einer Stunde rumirren wieder im Hostel zu sein und atmete auf.
An diesem Abend machte ich nicht mehr viel und chillte nur um mich zu erholen.

Liebe Grüße vom chaotischen Ho Chi Minh
Nadine

Disaster

Donnerstag, 17.03.2016

Der Tag war eine einzige Katastrophe und ein totaler Albtraum. Ich wartete auf die versteckte Kamera. Diese kam leider nicht.
Ich stand schon um 7 auf, weil ich noch ins deutsche Konsulat wollte. Dieses fand ich erst ewig nicht, genau so wenig wie einen Parkplatz. Der Mann dort erklärte mir dann, dass ich zur vietnamesischen Botschaft und zu der von Myanmar muss, um meine Visas zu beantragen. Hört sich logisch an.
Ich fuhr direkt zum Haus, wo die Käufer von Brissie nächtigten. In einer Straße daneben räumte ich Brissie aus, sortierte ein letztes Mal meine 7 Sachen und war zum Glück immer noch rechtzeitig dran. Als ich gerade wieder zum Haus zurück fahren wollte, um Brissie zu übergeben und meinen Rucksack in den Kofferraum packen wollte, der Schock: Der Kofferraum ging nicht auf. Ich schloss 100 Mal auf und zu, rüttelte und versuchte es mit Gewalt und ohne, aber es war nichts zu machen. Leichte Panik stieg in mir auf. Ein Mann mit einem Hund kam vorbei und ich bat ihn um Hilfe. Er sagte, er hätte dasselbe Auto und ich müsse nur reinkrabbeln und einen Hebel auf die Seite schieben. Leider war das Holzgestell vom Bett im Weg und ich konnte den Hebel nicht schieben.
Ganz schnell fuhr ich in die nächste Werkstatt und landete total in der Rush-Hour. Unterwegs flog mir noch ein Kissen aus dem Fenster, weshalb viele Leute hupten. Mitten auf der Straße drehte ich um und sammelte es wieder ein. Die Leute guckten doof. Warum nur?
In der Werkstatt sagte man mir, ich bräuchte für den morgigen Tag einen Termin. Ich flehte und bettelte, sagte ich habe Käufer und einen Flug zu erreichen, aber nichts half. Außerdem rief ich Manny an, weil dieser Automechaniker ist, aber er wollte nicht von seiner anderen Arbeit weg.
Da es nun schon 11 Uhr war und ich mich mit den Käufern verabredete, fuhr ich dort hin zurück. Das französische Pärchen (auch Backpacker) die ein bisschen älter als ich sind, waren natürlich überhaupt nicht begeistert.
Ein anderer Mann der nebenan wohnte, kam raus und wollte uns auch helfen. Er brachte einen Werkzeugkasten und probierte ewig herum, aber konnte nichts bewirken. Trotzdem freute es mich wieder mal, dass die Australier so unglaublich hilfsbereit sind. Er gab sich erst nach 15. Min. geschlagen.
Während die Franzosen Brissie ganz genau unter die Lupe nahmen und alles untersuchten, versuchte ich weitere Werkstätten anzurufen. Ein Mann meinte wir sollen vorbeikommen, aber er könne nichts versprechen. Das Mädel hatte dann gleich ihre erste Probefahrt mit Brissie und ich hatte Angst. Sie ist noch nie ein automatik-Auto gefahren und mir wurde es ganz anderes, zumal meine Nerven sowieso schon am Ende waren. In den 10 Monaten gab es nicht ansatzweise Probleme mit dem Kofferraum und nun ausgerechnet heute..
Der Mann in der Werkstatt war ein Engel. Er ist ca. Mitte 30 und kam sofort zu uns. Mit einer Zange öffnete er den Kofferraum von außen und meinte, dass wir ihn übergangsweise von innen öffnen können. Wir erklärten das Problem mit dem Bettgestell und daraufhin nahm er eine Säge und sägte ein Loch rein. Für das Ganze verlangte er nicht einen Cent und meinte dass er weiß, dass Backpacker überall abgezockt werden und wir sowieso kein Geld hätten. Er gab uns Nummern von Schrottplätzen, schreib uns auf wie das Teil heißt das wir benötigen und meinte die beiden sollen mit dem Teil wieder kommen. Sie sollen in der Straße parken, er kommt und zeigt ihnen genau wie es funktioniert das Teil einzubauen. Er würde wieder nichts verlangen, aber freue sich über eine gute Bewertung auf google. So ein unglaublich netter und hilfsbereiter Mechaniker. Da waren wir an die richtige Stelle geraten und ich war froh ein Problem weniger zu haben.
Leider rannte die Zeit und ich bekam Panik. Wir fuhren zu Vic Roads um das Formular zu holen das man für den Transfer benötigt. Dieses füllten wir an Ort und Stelle aus, aber mussten es woanders abgeben. Dafür war absolut keine Zeit mehr. Die Beiden erzählten mir dann auch noch, dass sie erst noch Geld abheben müssten. Da fragte ich mich echt, warum man das nicht vorher machen kann. Dann fingen sie, während er nun eine Probefahrt hatte auch noch an über den Preis zu verhandeln. Dieser war aber von Anfang an festgesetzt. Sie fragten mich, wann der Keilriemen erneuert wurde. Ich sagte ich hätte keine Ahnung, weil ich es nicht wusste. Sie gingen alle Rechnungen durch, aber fanden nichts darüber. Daraufhin rief ich Brian an und fragte, ob er den Keilriemen erneuert hätte. Er sprach mit den Käufern. Ich sagte natürlich nicht, dass Brian gleichzeitig mein Chef war. Keine Ahnung was er ihnen erzählte, aber mit seiner Antwort gaben sie sich erst mal zufrieden. Ich ließ ihnen 100$ wegen dem Kofferraum nach und dann war es gut. Wir standen gerade an einer Ampel, als Brissie total laute, sehr komische Geräusche von sich gab. Außerdem leuchteten sämtliche Warnleuchten. Ich bekam Schweißausbrüche und mein Herz schlug schneller. Das hab ich noch nie gesehen oder gehört. Wir hielten an, machten das Auto aus und dann hörte man nichts mehr. Nur eine Warnleuchte flackerte noch ab und zu und das Mädel guckte im Handbuch nach, wurde aber nicht schlauer. Ich wartete auf die versteckte Kamera. Noch nie hatte ich Probleme.
Leider hatten die beiden auch nicht daran gedacht gleich alle ihre Sachen mitzunehmen. So mussten wir wieder zu ihrer Bleibe zurück. Ich wusste ich muss meinen Flug kriegen und wurde immer nervöser und ungeduldiger. Sie hätten schon alles gepackt, keine Panik. Sage und schreibe 15! Min. verbrachten die beiden damit das Gepäck aus dem Haus zu holen. Ich startete schon mal den Motor, was die beiden nicht aus der Ruhe brachte. Das Mädel überlegte ständig was sie mit dem „Schrott“ im Auto machen sollte. Ich wurde ein bisschen sauer, weil ich ihnen alles überlassen wollte. Alles was im Auto war brauchte ich und nichts war zu viel. Sie beschwerte sich, dass sie extra Kosten für den Schrottplatz zahlen müsse.
Es war ausgemacht, dass sie mich zum Flughafen fahren, als Probefahrt. Ich solle fahren, so die beiden. Das machte ich natürlich gerne. Die letzte Fahrt in Brissie. Die Warnleuchten flackerten wieder und ich war besorgt. Unauffällig drehte ich das Radio auf und verwickelte die beiden in Gespräche, sodass sie das Geräusch nicht hörten. Das ist zwar gemein, aber ich weiß ja, dass mit dem Auto nie was falsch war.
Viel zu spät kamen wir am Flughafen an und fanden mein Terminal nicht. Dann kostete es auch noch 5$ um zum Terminal zu fahren. An einer Ampel war das Geräusch wieder unüberhörbar. Ein Taxifahrer neben uns sagte, dass es der Riemen für die Klimaanlage sei. Ich sagte gar nichts und die Franzosen zum Glück auch nicht.
In aller Hektik und viel zu spät verabschiedete ich mich von den beiden und sie organisierten mir noch einen Kofferwagen. Ich war so in Eile, dass ich nicht mal drüber nachdenken konnte, dass Brissie nun ohne mich davon fährt.
Nach 12.534 gemeinsamen Kilometern fällt es mir echt schwer tschüss zu sagen. Für mich war Brissie nicht „nur ein Auto“. So viele Erinnerungen hängen daran, so viele Leute die mitgefahren sind. So viele tolle Orte an denen ich war.. Außerdem ist es echt schwer zu ein zuverlässiges, tolles Auto zu finden das nie Probleme macht.
Ich rannte in das Gebäude und man musste seinen Koffer selbst aufgeben. Statt 20, hatte mein Koffer 21kg und die Maschine wollte ihn nicht durch lassen, aber verriet mir nicht wieso. Ich nahm meinen großen Kulturbeutel raus und dann waren es genau 20kg. Mein Koffer ging aber immer noch nicht durch. Ich fragte eine Mitarbeiterin, aber die hatte keine Zeit für mich. Selbst nach dreimaligem Ansprechen nicht. Ich probierte alles, aber mein Backpack ging nicht durch. Nach ca. 20 Minuten war er dann endlich weg und ich erleichtert.
Auf dem Weg zum Gate kaufte ich mir noch schnell eine Cola. Meine Nerven waren am Ende, ich hatte weder gegessen noch getrunken und fühlte mich schlecht. Nach Essen war mir aber nicht zu Mute. Vor lauter Stress vergaß ich völlig, dass in meiner Kulturtasche sämtliche Flüssigkeiten über 100ml, meine Nagelschere, Nagelfeile, usw. drin waren. In meinem Rucksack den ich dabei hatte, hatte ich außerdem ein Taschenmesser, eine Schere und eine volle Wasserflasche. Normalerweise sind die Kontrollen total streng und man braucht einen Plastikbeutel für die Flüssigkeiten, usw. Irgendwie hatte ich totales Dummenglück und ich kam mit allem durch. Nur bei meiner Tasche fragten sie mich, ob ich eine Schere drin hätte, aber da war keine drin. Der Scanner wo man durchläuft piepste und ich hatte vergessen meinen Hut abzuziehen. Beim zweiten Mal war es das Handy in meiner Tasche. Mir war das so peinlich und ist mir auch noch nie passiert. Ich hielt alle anderen auf.
Sie machten einen Sprengstofftest mit meiner Tasche und dann durfte ich gehen. Ich war total verwundert wie das ging mit den ganzen verbotenen Gegenständen die ich hatte. Letztes Mal wurde schon ein Aufstand wegen meinem Deo gemacht das ich dann wegschmeißen musste.
Als ich in der Schlange zum boarding stand, sah ich auch noch, dass das Handgepäck gewogen wurde. Jetzt bin ich schon so oft geflogen, hatte immer ein leichtes Handgepäckstück dabei und dieses Mal, wenn ich zwei Gepäckstücke habe die jeweils 8kg wiegen, sowas ! Ich fragte einen netten jungen Mann, ob er meine Tasche nehmen würde, denn er hatte nichts. Er machte das, aber leider erfuhr ich, dass er nach Sydney flog und so wäre es aufgefallen. Dann kam ein Aufruf, dass alle Leute die nach Hobart fliegen, nochmal warten sollten. Verzweifelt suchte ich nach irgend jemanden mit wenig Gepäck, der meine Tasche trägt. Die Leute waren sehr unfreundlich und keiner wollte mir den Gefallen tun. Ich hätte es ja verstanden, wenn es drum ginge es durch die Sicherheitskontrolle zu bringen. Da hätte ich ja jeden Drogen schmuggeln lassen können, aber so….
Eine Mutter mit vier Kindern wollte mir auch nicht helfen, was ich unfreundlich fand. Jedes der Kinder hätte ein freies Gepäckstück gehabt und es ging ja lediglich ums Wiegen.
So wurde ich nach dem Wiegen in eine andere Schlange verwiesen, wo ich nachzahlen sollte. Da stand ich dann und stand und stand. Ein Angestellter der jünger als ich war stand nur da und guckte doof. Ich sagte ganz freundlich: Excuse me! Als keine Antwort kam, wiederholte ich mich. Da rastete der aus, brüllte mich an, dass ich ihn nicht anschreien sollte und war total außer sich. Die Gäste hinter mir schimpften mit mir mit, denn sie wussten alle, dass ich nichts gemacht hatte und wir alle einen Flug zu erwischen hatten.
Endlich kam ein zuständiger Mitarbeiter. Ich fragte, was es kostete und ich sollte 36$ für 14kg, statt 7kg zahlen. Doofe Tigerair. Ich packte alles Schwere in meine Handtasche und ging zurück zum Wiegen. Mein Rucksack hatte 7kg, aber die Tasche war zu schwer. So stand ich wieder hinter in der Schlange und hatte noch 5 min. bis der Flieger abheben sollte. Die anderen vor mir mussten zahlen und als der Typ fragte wer nach Hobart muss und ich die Hand hob, winkte er mich durch. Ich war verwirrt, aber wenigstens kam ich ums Zahlen herum.
Die Türen vom Flugzeug gingen gerade zu, als ich davor stand. Eine Frau gab das Kommando um sie wieder aufzumachen. Alle Leute saßen schon und guckten mich an. Dann hatte ich auch noch einen Fensterplatz, musste mit dem ganzen Gepäck an allen Leuten vorbei einmal durchs Flugzeug und es gab keinen Platz mehr in den Gepäckfächern, sodass ich das ganze Zeug auf meinen Füßen hatte. Ich konnte nicht mal meine Beine ausstrecken. Der junge Mann neben mir stank so bestialisch, dass ich dachte ich muss spucken. Ich konnte nur durch den Mund atmen. Gut, dass es nur ein kurzer Flug war.
Es windete total stark und beim Start wurde das Flugzeug ordentlich hin und her gewedelt. Der Pilot sagte, dass der Wind 30km/h schnell wäre und es deswegen ein unruhiger Flug ist. Die ganze Zeit neigte sich der Flieger von der einen zur anderen Seite und vibrierte stark. Auch das noch ! Natürlich war mein Puls wie den ganzen Tag schon auf 180, ich hatte schwitzige Hände und Angstzustände. Diesmal wollte ich stark bleiben und keine meiner Wundertabletten nehmen. Ich hatte echt das Gefühl das ist alles zu viel für mich und ich kollabiere bald. Das ist zu viel Aufregung an einem Tag.
Nach einer Stunde war das Drama vorbei und ich war endlich in Hobart auf der Insel Tasmanien angekommen. Ich atmete tief auf.
Das Gepäck kam ewig nicht und dann gab es einen Drogenhund der auf dem Band rum lief und alle Koffer beschnupperte. Als er fündig wurde, setzte er sich neben die Koffer und bekam ein Leckerli.
Draußen wartete schon John auf mich der mich abholte. John ist der Freund von Chris und Chris ist der Mann von Birgit, der Freundin meiner Tante in Perth bei der wir letztens waren. Ich kannte John nicht, aber er war sehr nett. Wir fuhren zu einem abgelegenen Strand der wunderschön war. Das Wetter war perfekt und es hatte 30 Grad. Mit dem Auto gings quer durch Hobart und John erzählte mir sehr viel. Das hob meine Stimmung gewaltig.
Er lebt mit seiner Familie auch in Hobart, hat eine sehr gute Firma und einige leerstehende Häuser. So brachte er mich in eines davon. Er warnte mich davor, dass es weder Bad noch Dusche hätte, aber mir würde schon was einfallen, dachte ich. Nur wusste ich nicht, dass das Haus auch keine Möbel hatte. Da ich nicht mal einen richtigen Schlafsack hatte, wusste ich, dass die Nacht unbequem werden würde.
John verabschiedete sich und ich war froh, dass der Tag endlich vorbei war. Direkt daneben gab es einen Supermarkt wo ich mir einen guten Salat holte. Leider dachte ich auch nicht daran, dass ich weder Teller, noch Besteck noch sonst was hatte und fragte mich, wie ich mein Müsli zum Frühstück essen sollte.
Ich machte es mir so bequem es ging und konnte ewig nicht einschlafen.

Gestresste Grüße ohne Brissie 😦
Nadine

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Early Bird

Dienstag, 16.02.2016

Um 3 Uhr mitten in der Nacht fuhr uns Birgits Mann Chris netterweise zum Flughafen. Birgit musste an diesem Tag schon wieder arbeiten und wir verabschiedeten uns schon Zuhause von ihr. Die Zeit hier war sooo toll. Wir haben alles gesehen, was in so einer kurzen Zeit möglich ist, Birgit hat unseren Aufenthalt perfekt gestaltet und wir hatten so viel Spaß zusammen. Es war richtig genial hier zu sein. Birgit: Vielen vielen Dank für alles !
Am Flughafen gab es eine automatische Gepäckaufgabe. Da scannt man den Boardingpass und stellt den Koffer selbst aufs Band. Das geht schnell und ist super geschickt.
Der Flieger war pünktlich und was wir nicht wussten: Wir bekamen sogar Essen. Das war echt gut. Der vierstündige Flug war für mich nicht so angenehm. Obwohl das Wetter gut war, ruckelte es ständig. Bei der Landung in Sydney nach fast vier Stunden flogen wir durch einige große, dunkle Wolken durch und dabei gab es natürlich Turbulenzen. Da war es für mich schon wieder vorbei, ich bekam Schweißausbrüche und meine Nerven lagen blank. Leider wusste ich, dass wir noch einen Flug vor uns hatten.
Nach einem kurzen Zwischenstopp in Sydney gings also gleich wieder weiter Richtung Cairns. Von Perth nach Cairns gibt es leider keine guten Direktflüge. Eigentlich dachten wir beide, der Flug wäre nur kurz, aber der Pilot kündigte drei Stunden Flugzeit an. Als ich die dicken Wolken am Himmel sah und es Turblenzen beim Start gab, schmiss ich mir meine starken Tabletten gegen die Flugangst ein. Ich schlief sofort ein und wachte erst kurz vor dem Aufsetzen wieder auf. Die Tabletten machten mich ein bisschen dusselig und ich war ein bisschen „neben der Kapp“, aber wenigstens hatte ich den Flug überstanden. Sandra meinte, dass dieser sehr ruhig gewesen wäre.
In Cairns liefen wir dann gegen eine Wand. Es hatte fast 40 Grad und es herrschten krass tropische Temperaturen. Man konnte fast nicht atmen und nach einigen Sekunden waren wir schweiß gebadet.

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Ein kostenloses Shuttle brachte uns in der kurzen Fahrt zum „Gilligans Backpackers“. Das ist ein riesiges Backpacker-Hostel mit einigen hundert Betten. Wir hatten ein Sechser-Mädchenzimmer, was klimatisiert und groß war.

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Sofort zogen wir uns um und sprangen in die Lagune. Diese ist groß und gehört zum Hostel. Außerdem gibt es zwei große Discos, eine Bar, ein Reisebüro und vieles mehr. Das Hostel ist richtig genial, total sauber und es ist sehr viel los. Alles ist ausgebucht. Das Wasser in der Lagune war zwar warm, aber es war wenigstens eine kleine Abkühlung.

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Wenn man ein Getränk für 6$ erwirbt, bekommt man täglich ein Abendessen kostenlos. Das nutzen wir gleich aus Für Sandra gab`s eine Portion Nudeln mit Bolognese und für mich mit Tomatensoße. Die Portionen waren nicht groß und das Essen kaum gewürzt, aber einem geschenkten Gaul, guckt man bekanntlich nicht ins Maul. Unser Bier und Rotwein schmeckte dafür um so besser und das konnten wir richtig genießen.
Weil wir noch fürs Frühstück einkaufen mussten, tigerten wir gleich los in die Stadt. Cairns ist nicht groß und es ist nicht viel los, aber wir schafften es trotzdem irgendwie uns zu verlaufen. Selbst nach dem die Sonne schon lange untergegangen war, herrschte noch tropische Hitze und der Schweiß lief nur so. In Perth kühlt es nachts so arg ab und hier ist es genau das Gegenteil. Wir landeten zufällig in einem Nachtmarkt. In der Markthalle war es wie in der in Perth. Es gab Fressbuden, Massagestände, Schmuck, Klamotten und vieles mehr. Für 15$ konnte man sich 40 min massieren lassen, was wir gleich ausnutzen. 15 min. durfte man erst mal seine Füße in ein Wasserbad hängen, wo der Chinese gleich mal eine Schüssel umschmiss und den Raum flutete. Die chinesische Massage ist sehr sehr stark. Die Leute stehen auf dem Rücken, drücken überall rum und rauben einem richtig den Atem. Das tat ordentlich weh und sogar noch mehr als die thailändische Massage. Danach fühlten wir uns aber beide wie neu geboren.

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Im Woolworths dachten wir wir stehen in Shanghai. Überall waren Chinesen und es war, als gäbe es was um sonst. Noch nie in meinem ganzen Leben habe ich so viele Leute in einem Supermarkt gesehen. Man konnte nicht mal mehr laufen. Wir waren echt froh, als wir da draußen waren.

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Der Heimweg war auch eine Tortur, weil unser Orientierungssinn gleich Null ist.
Im Hostel gingen wir sofort in die Heia und schliefen auch schnell in unseren bequemen, extra breiten Stockbett ein.

Grüße aus den Tropen
Nadine

Nearly missed the flight (thought so)

Dienstag, 09.02.2016

Zum Glück schlief Sandra mal aus und wir standen später als sonst auf. Den Tag ließen wir sehr ruhig angehen. Nach dem Frühstück verließen wir unseren wunderschönen, naturbelassenen Campingplatz um halb 11. Sogar die Duschen sind dort richtig sauber und mit schönen Glastüren. Uns hat der Platz echt super gefallen.
Wir fuhren zum Bondi Beach, weil dort der nächste Mc Donald war. Irgendwie hatte ich mich auf mein Glück verlassen und gedacht ich bekomme unter der Woche kurz vor Mittag einen Parkplatz in Sydney. Meine Fluche wurden lauter und die Hoffnung kleiner nach einer ca. halbstündigen Suche. In einer Straße sah es vielversprechend aus. Ich fuhr rein und wunderte mich, warum die Autos falsch herum parkten. Gerade als ich einen Polizist sah stellte ich fest, dass ich in einer Einbahnstraße gelandet war. Das Schild war sehr versteckt. Sandra stieg aus und mit einer Panikattacke versuchte ich mich in Wenden auf drei Zügen. Meine Nerven lagen blank, als ich die Straße endlich verlassen konnte.
An einem Parkplatz am Strand ließ ich Brissie für 7,50$/Stunde stehen. Wir schnorrten ein wenig WLAN im Mc Donalds, Sandra guckte den Bondi Beach an und dann fuhren wir weiter.
Unterwegs in einem Wohngebiet hielten wir an der Straße an und sortierten unser Gepäck. So saßen wir direkt neben der Straße auf einer Wiese und breiteten unsere Wäsche aus. Die Leute die vorbei fuhren, guckten doof. Dumme Touris eben 😛
Als ich vor einigen Monaten auf der Pferdefarm bei Sydney arbeitete, lernte ich die Einstellerin Sarah kennen. Diese bot mir an mein Auto in ihre Straße zu stellen, wenn wir nicht da sind.
Obwohl alles ausgemacht war, erreichte ich sie den ganzen Tag nicht. Mein Plan B war nicht vorhanden.
Zum mindest wollte ich in ihre Wohngegend fahren, auch wenn ich ihre Adresse nicht kannte. Unterwegs kamen wir am Christinson Park vorbei, wo ich letzte Woche übernachtet hatte. Sandra wollte den Leuchtturm dort auch sehen und bei strahlendem Sonnenschein sah es noch besser aus.

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Wir liefen gerade so herum, als Sarah neben uns anhielt. Das war Zufall ! Sie würde die Kinder von der Schule holen und sich dann melden. So lange saßen wir an der Straße im Park und erhitzten mit dem Gaskocher unser Essen vom Vortag. Mal wieder guckten die Leute sehr amüsiert. Tja die verrückten Deutschen.

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Wir stiegen gerade ins Auto, als Sarah wieder vorbei fuhr. Nochmal so ein Zufall.
Bei ihr zu Hause tranken wir gerade etwas, als wir feststellten, dass es schon sehr spät ist. Sie hat ein wunderschönes, großes Haus mit Meerblick und drei süße Beagle.

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Sarah rief eine Freundin an um zu fragen was der schnellste Weg zum Flughafen ist. Ganz schnell machten wir uns auf den Weg, aber verpassten den Bus um ein paar Sekunden. Mit einem anderen Busfahrer unterhielt ich mich und er fuhr zu einer anderen Bushaltestelle von wo aus wir den Zug nehmen könnten. Leider wusste ich nicht, dass die Fahrt Ewigkeiten dauerte.
Im Bus musste ich entscheiden, ob wir den Zug für 20$ pro Person, ein Uber-Taxi oder ein normales Taxi nehmen wollten. Es herrschte Rush-Hour, aber ein Taxifahrer meinte für ca. 30$ bringe er uns zum Flughafen. Ich handelte aus, dass es nicht mehr als 30$ sind. Ich wurde auf der Fahrt ein bisschen nervös, weil ich es hasse zu spät zu kommen und erst recht beim Fliegen. Der Verkehr war schrecklich und ich fragte mich, ob wir es schaffen würden. Das Taxameter zeigte nach 30 Minuten 39$, aber der nette Fahrer hielt Wort.
Die Schlange am Gepäckschalter hatten wir bereits hinter uns gelassen. Es war sogar noch über eine Stunde Zeit bis zum Boarding. Gemütlich aßen wir eine Kleinigkeit.
Das Flugzeug hatte ein bisschen Verspätung und leider waren wir zum schönen Sonnenuntergang immer noch nicht in der Luft.
Meine Hände waren nass bevor der Flieger startete, aber ich war lange nicht so nervös wie beim Fliegen vor dem Skydive und es hilft auch, wenn man nicht allein fliegen muss.
Der 4 einhalb stündige Flug war wie am Schnürchen gezogen und super ruhig. Viele Leute schliefen und sogar mir gelang es ohne Beruhigungsmittel ein bisschen zu dösen. Der Flug beim Skydive war definitiv hilfreich auf dem Weg die Flugangst zu besiegen. Glücklich stieg ich aus dem Flieger.

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Um 8 sind wir in Sydney gestartet und um 10 in Perth gelandet. Wie geht das ? Drei Stunden Zeitverschiebung.
Wir waren gerade aus dem Flugzeug draußen, als Birgit plötzlich neben uns stand. Es gab nicht mal eine Zollkontrolle. Die Freude war groß, weil Sandra und Birgit sich lange nicht gesehen hatten. Die beiden kennen sich vom Reithof in Deutschland und Birgit lebt mit ihrem Mann und Sohn seit über 10 Jahren in Perth. Netterweise lässt sie uns eine Woche bei ihr übernachten und hat sogar extra Urlaub genommen.
Auf der Fahrt hatten sie sich viel zu erzählen und Birgit die ich nicht kannte ist super nett und herzlich.
Ihr amerikanischer Mann Chris empfing uns auch sehr freundlich. Wir saßen eine Weile im Garten am wunderschönen Haus und redeten viel.
Nach dem netten Abend gingen wir sehr spät ins Bett und jeder von uns bekam ein eigenes, tolles Gästezimmer. Das wird eine schöne Woche hier in Perth in Western Australia.

Grüße aus dem Westen
Nadine