A little bit philosophy

Das Leben ist nicht immer leicht. Auch nicht in Australien. Vor allem hier auf der Farm 😉 Da ich nicht mit einer rosa-roten Brille herum laufe, wusste ich das aber vorher schon. Da bin ich realistisch.Viele Leute bemitleiden mich, wenn ich sage, dass ich mal einen schlechten Tag hatte oder hier sehr hart arbeiten muss. Ich persönlich finde, dass man das alles unter „Erfahrungswerte“ abstempeln kann. Schlechte Erfahrungen gehören genau so dazu wie Gute auch. Man hat genau so mal einen schlechten Tag auf einer Weltreise wie zu Hause auch. Es gab noch keinen Punkt, an dem ich mich nach Hause gewünscht hätte oder dachte: „Mann, warum bist du hier und hast das angefangen?“
Viele Leute die ich getroffen habe die allein reisen waren schon oft an einem Tiefpunkt, weil sie sich einsam gefühlt haben. Außer in den paar Tagen nachdem Papa und Oma gegangen sind und ich ganz allein auf der Farm war hatte ich das noch gar nicht. Ich bin einfach so dankbar, dass ich diese Reise machen kann, jeden Tag an neuen Erfahrungen gewinne und ich genieße jede einzelne Sekunde mit Leib und Seele. Es kann nie alles im Leben perfekt laufen. Auch auf Reisen nicht. Aber das macht einen stärker. Selbstbewusster. Man lernt schöne Momente mehr zu genießen. Von jeder negativen Erfahrung nimmt man was Positives mit.
„Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, frag nach Salz und Tequila“
Ganz nach diesem Motto lebe ich und freue mich außerdem auch, über die wirklich wichtigen Dinge. Dass ich gesund bin, dass ich jeden Tag etwas zu Essen habe, dass ich so viele tolle Menschen kenne und dass ich einfach mein Leben leben kann so wie es mir gefällt. Wenn man dankbar für die selbstverständlichen Dinge ist und sich nicht an Kleinigkeiten aufhängt, macht das Leben viel mehr Spaß.
Außerdem bewundern viele Leute meinen Mut meinen Job gekündigt zu haben und allein in so ein großes Abenteuer gestartet zu sein. Mir kam das irgendwie immer so „selbstverständlich“ vor. Jedenfalls bin ich überglücklich hier zu sein und eine Rückkehr in naher Zukunft ist nicht geplant 🙂

Das Leben genießende Grüße
Nadine

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In the city again

Montag, 19.10.2015

Wir hatten unseren freien Tag und machten wie immer einen Ausflug in die Stadt.
Auf dem Weg nach Windsor fuhr ich mit der richtigen Geschwindigkeit und wurde von einem Polizeiauto überholt. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, aber die wollten wohl einfach nur schneller fahren (waren aber nicht im Einsatz). Vor Kurven steht hier immer eine Geschwindigkeit. Ich weiß nie, ob man die auch einhalten muss und fürs zu schnell fahren auch eine Strafe bekommt. Bei vielen Kurven steht z.B. 35 km/h dran, aber da kann man ganz ohne Probleme locker mit 60 durch fahren.
In der Stadt liefen wir erst zu Aylins Reiseorganisation und holten ihre Briefe ab.
Wir fanden einen sehr coolen, unordentlichen 1$-Laden und verbrachten dort viel Zeit mit Stöbern.
Dann waren wir in 2 Reisebüros und ich informierte mich über Inlandsflüge im Februar wenn meine Tante kommt. Diese wollten statt den von mir ausgerechneten 400$, ganze 700$, also buchte ich die Flüge selbst. Da bin ich ja mittlerweile Vollprofi drin und machte total gute Schnäppchen.
Lange suchten wir was zu Essen und landeten in einem guten Sandwich Restaurant, wo Aylin schon mal war.
Ein bisschen waren wir noch shoppen und ich zahlte mein Geld bei der Bank ein.
Der obligatorische MC Donalds Ausflug fand gleich danach statt. Wir beiden Vegetarier gönnten uns nur einen Nachtisch. Leider gibt es hier keine Veggieburger.
Aylin kaufte in einer deutschen Bäckerei ein gutes Brot für 6$ das wir in der kommenden Woche essen können.
Im Supermarkt in Windsor hatten wir total viel Spaß, tanzten, sangen laut zu den Liedern mit und hatten viel Spaß. Ich gehe sehr gerne einkaufen und freue mich immer auf den nächsten Besuch im Woolworth.

Grüße aus dem wunderschönen Sydney
Nadine

 

Weihnachtszeug im Supermarkt

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Show 2nd

16.-18.10.2015

Freitags um 4 Uhr morgens klingelte der Wecker und um 5 standen wir vor dem ersten Paddock. Die Pferde schliefen noch und da es kein Licht gibt, mussten wir sie in den großen Paddocks mit der Taschenlampe suchen. Alle 9 Vierbeiner wurden nacheinander von uns „eingesammelt“ und zum Anbindeplatz gebracht. Morgens kommen alle Decken runter, die Halfter werden gegen pinke Knotenhalfter ausgetauscht und dann werden alle Sportler in den großen LKW verladen. Dort gehen sie von allein rein. Es ging gerade schon langsam die Sonne auf, als wir die Farm verließen. Aylin blieb da um sich um die restlichen Pferde zu kümmern. Wir hatten ein Pony von Kunden dabei und dessen Sattelzeug war in deren Anhänger. So musste ich diesen mit dem Ute (Auto) ins 1 Stunden entfernte Richmond ziehen. Das war schon das erste Hindernis. Ich bin seit Ewigkeiten kein Schaltauto gefahren, dann muss man noch mit der linken Hand schalten und der Hänger ist so groß, dass man in Deutschland dafür bestimmt einen Lastwagen-Führerschein bräuchte. In Australien muss man keinen Hängerführerschein machen. Die Straßen sind sehr schmal und kurvig und obwohl mein Chef gesagt hat er fährt langsam (er fuhr ja den großen LKW) war er ziemlich zügig unterwegs. Ich fand nie den dummen 3. und 4. Gang und man musste in den Serpentinen total oft schalten. Das Auto muss man außerdem sehr hoch drehen lassen, dass er den schweren Hänger ziehen kann. Wenigstens war eine PINK!-CD drin und da ich totaler PINK!-Fan bin, konnte ich jedes Lied lauthals mitgrölen und meine Laune wurde aufgehellt.

An einer Ampel dachte ich Andrew vor mir bleibt stehen und obwohl er noch locker bremsen hätte können, fuhr er bei dunkelrot drüber. Ich machte das natürlich nicht nach, zumal auch schon aus der Gegenrichtung Autos kamen. Als ich grün hatte, war von Andrew nichts mehr zu sehen. Es gab viele Stellen an denen er problemlos warten hätte können, aber er tat es nicht. Ich hielt an einer Tankstelle und rief meine Chefin Jenny an. Diese war mit einem anderen Anhänger mit 2 Pferden später los gefahren. Sie sagte mir wo sie vorbei fährt und ein paar Minuten später reihte ich mich hinter ihr ein. Kurz vor dem Turnier verfuhr sich Jenny und wir landeten mitten im Wald. Die Straße war so schmal, dass gerade so der ein Hänger drauf passte. Irgendwann fanden wir zum Glück den Turnierplatz.

Obwohl es noch früh morgens war, herrschte auf dem Parkplatz der Show schon reger Trubel. Einige sind von weit her angereist und waren schon über Nacht da. Wir fanden einen geschickten großen Parkplatz für uns alle und luden die Pferde aus.

Erst wurden alle Vierbeiner an Strohschnüren am LKW festgebunden, dann gabs Wasser, Heu und Futter für alle. Wie beim letzten Mal auch schon, waren die Sportler alle sehr entspannt und ich glaube für die ist das Turnier was schönes. Es herrschten schon morgens schweißtreibende Temperaturen und das Wasser schleppen fiel mir sehr schwer. Den Pferden hängte ich ab und zu nasse Handtücher in den Nacken um sie ein wenig abzukühlen.

Den ganzen Tag sattelte ich Pferde, sattelte sie ab, duschte sie und shampoonierte sie ein. Es war unerträglich heiß (38 Grad) und mir taten die Pferde leid. Zwar suchten wir Schattenplätze für sie und jedes hatte seinen eigenen Trinkeimer den ich immer gefüllt hielt, aber nach jedem Start kamen sie klatschnass zurück. Auch ich war fix und fertig, hatte Kopfweh und es war krass den ganzen Tag in der brütenden Sonne zu stehen und 100% zu geben. Zeit fürs Klo blieb auch nicht und so musste ich schnell hinter den LKW. Irgendwann war meine 1,5 Liter Flasche Wasser leer und es sorgte auch niemand dafür, dass ich Wasser bekam. Ich entdeckte zufällig einen Kühlschrank im LKW der bis oben hin mit kalten Wasserflaschen gefüllt war. Natürlich „klaute“ ich mir da heimlich Wasser. Die Verkaufsstände waren zu weit weg und ich hätte auch keine Zeit gefunden dort hin zu gehen. Hunger hatte ich auch und zum Glück hatte eine sehr nette Pferdebesitzerin deren Pferd bei uns im Stall steht Mitleid mit mir. Sie freut sich immer, dass ich mich so toll um ihr Pferd kümmere, ist auch Vegetarierin und kaufte mir deswegen einen sehr leckeren Reissalat. Diesen konnte ich aber nicht essen, weil einfach keine Zeit blieb. Wenn Jenny vom Reiten zurück kam, fiel ihr immer wieder was Neues ein, sodass ich nicht mal eine Minute zum Durchatmen hatte. Eine andere total nette Frau die ihr Pferd bei Andrew in Beritt hat, kaufte mir ein Waldbeereis. Das fand ich total nett von den beiden und freute mich richtig, dass ich ihnen so viel Wert bin. Das sind die Dinge die einen Tag schön machen können.

Trotz eincremen und Käppi auf dem Kopf bekam ich einen Sonnenbrand und immer mehr Kopfweh. Meine Chefs ritten jeweils 3 Pferde und die anderen Pferde sattelte ich für die Einsteller. Als der Tag schon fast vorbei war, holte Andrew einen Schlauch aus dem Kofferraum und machte ihn am Wasserhahn am LKW fest. Mit diesem sollte ich die restlichen Pferde abspritzen. Meine Chefin verbot mir ausdrücklich das Wasser der Pferde damit nachzufüllen, weil sonst die LKW-Batterie leer gehen würde. Da kam ich mir echt verarscht vor. Den ganzen Tag schleppte ich die schweren Wassereimer über den großen Parkplatz, für dass das ich das viel einfacher haben könnte. Die Pferde kann man viel besser am Abspritzplatz abduschen, dachte ich mir. Von dort an füllte ich alle Wassereimer mit dem Schlauch vom LKW wenn es keiner sah. Manchmal komme ich mir vor, als würde sie so etwas extra machen, dass ich immer etwas zu tun habe. Eigentlich gabs keinen Grund, aber sie scheuchte mich den ganzen Tag im Kreis rum. Sie kann es nicht sehen, wenn man eine kurze Pause hat. Mein Reissalat war schon warm, als ich ihn zwischendurch aß. Alle Pferde werden zum Transport an allen vier Beinen einbandagiert und so musste ich 38 Bandagen und 38 Bandagierunterlagen aufwickeln. Am Ende vom Tag muss ich auch alle Schweife einsprühen und einflechten.

Den ganzen Tag arbeitete ich hart und musste schnell sein um das jeweilige nächste Pferd fertig zu haben. Dann bekommen noch manche Pferde Ohrenstöpsel gegen den Lärm rein und viele lassen es sich nicht machen. So muss ich sie mit der Nasenbremse ablenken und mit einer Hand die Stöpsel rein machen. Das erfordert viel Geschick, die Pferde sind sehr groß und ich bin auch nicht die größte Person.

Zum Glück konnten wir den Anhänger auf dem Turnier lassen und ich musste nicht selbst zurück fahren.

Es war schon 10 als wir endlich alle Pferde aufgeräumt hatten und ich war fertig wie Schnitzel. Nach einem 17 Stunden Tag mit nicht wirklich Pause in der Hitze auch kein Wunder. Trotzdem konnte ich nicht schlafen, weil mein Sonnenbrand weh tat und ich mich fühlte als brannte ich innerlich.

Dummerweise gings am nächsten Tag sogar noch ein bisschen früher los und das Aufstehen war für mich fast unmöglich. Ich dachte, dass ich auf der Fahrt noch ein wenig dösen könnte aber immer wenn mir die Augen zufielen, fing Andrew an zu reden. Normalerweise redet er nie während der Fahrt. Man hat richtig gemerkt, dass er nicht wollte, dass ich schlafe.

Es war zwar wieder sehr heiß, aber angenehmer als am Freitag. Ich wusste nun wie alles abläuft und es war ein bisschen weniger stressig als am Vortag. Trotzdem hatte ich viel zu tun und wieder absolut keine Zeit was zu Essen zu kaufen. Diesmal war es eine andere nette Einstellerin die mir Reissalat kaufte. Ich finde es irgendwie schade, dass sich Einsteller um das Wohl der Pfleger kümmern müssen und meine Chefs mich nicht mal was kaufen lassen. Diesmal hatten sie wenigstens eine Kühltruhe und Wasser dabei und ich hatte was zu trinken. Zwei Pferde musste ich an den Springplatz bringen und ein anderes mitnehmen und so sah ich wenigstens das erste mal den Turnierplatz. Dieser ist sehr groß und wunderschön gestaltet. Es gab sogar eine VIP-Area. Wie auf dem letzten Turnier gab es 3 Ringe (Plätze), wo verschiedenen Prüfungen ausgetragen wurden.

An diesem Samstag kamen die Kinder von einer Einstellerin die auch ritt mit. Die 5 und 8 jährigen Mädels sind total goldig und ich war Babysitter. Sie wollten mir helfen und ich ließ sie einiges machen. Die Familie hatte eine ganze Lunchbox mit Eistee, Crackern, Käse und Trauben dabei, wo ich mich netterweise auch bedienen durfte. Das war wie Weihnachten.

Nur weil ich wusste, dass sowieso nichts mehr zu tun war und weil ich kurz „entkommen“ wollte, fragte ich ganz zum Schluss als Jenny alles putzte, ob ich mir endlich was zu Essen kaufe dürfe. Sie log und sagte die Verkaufsstände sind schon zu. Ich wusste, dass das nicht stimmt. Irgendwann rief sie meinen Chef an der noch dort war und fragte, ob er mir was mit bringen konnte. Eine halbe Stunde später kam er mit einen Reissalat (haha). Ich müsse jedes Reiskorn aufessen, so mein Chef. Warum? „Weil die 10$ total übertrieben für einen „fucking“ Salat sind und wenn ich das immer für die Pfleger zahlen muss, bin ich bald arm“, sagte er mir. Naja, dachte ich. Wenn dein guter Pfleger der sich das ganze Wochenende den Hintern aufreißt dir keine 10$ Wert sind und den Einstellern schon, dann tust du mir leid. Außerdem hatte er total viel gewonnen und somit auch ordentlich Preisgeld abgestaubt.

Ich musste wieder den Hänger mit dem Auto zurück auf den Hof ziehen. Jenny machte mir große Hoffnung, als sie meinte, dass ich evtl. schon früher fahren kann, da ich eh nichts mehr helfen könne. Leider war das nicht so und ich musste doch warten, bis sie mit allem fertig war. Das dauert immer eeewig. Sie putzt noch an Ort und Stelle das Sattelzeug und die Gamaschen für alle 9 Pferde, bandagiert alle sorgfältig ein, räumt alles perfekt auf und lässt sich viel Zeit. Auch mein Chef drängelt immer und findet das ebenfalls nicht so gut.

Dieses Mal ging es mit dem Hänger schon viel besser und ohne Probleme. Ein Känguru hüpfte direkt vor mir über die Straße.

Wir waren zum Glück ein bisschen früher zurück als am Vortrag und nach dem Essen war ich wieder fix und fertig.

Genau so früh wie am Samstag mussten wir auch am Sonntag raus und ich hatte überhaupt keine Lust oder Energie für den letzten Turniertag. Aylin wollte eigentlich mit, aber sie hat keinen Hängerführerschein und Jenny meinte, dass ich ja schon alles weiß und sie mit Aylin somit „nicht viel anfangen könne“. Ein Pony das wieder zurück zu seinen Besitzern geht die auch auf dem Turnier waren, musste ich aufs Turnier fahren und das klappte sehr gut. An einer Ampel in Windsor fuhr Andrew bei dunkel-orange drüber. Jenny dahinter bei rot. Gut, dass wenigstens ich wartete, weil es blitzte und diese Aktion Jenny somit 400$ Strafe kostete. Sie war wenigstens so nett und wartete auf mich ein paar Meter weiter.

Gerade auf dem Turnierplatz angekommen, wurde ich noch vor allen Kunden ordentlich zusammen geschrien. Aylin und ich hatten die Pferde in den Anhänger geladen und wussten nicht, dass man dort die Fenster aufmachen muss. In Deutschland sind die Hänger nämlich komplett anders und man muss kein Fenster aufmachen. Ein Pferd hatte deswegen geschwitzt. Mein Chef brüllte los, ob ich denn zu doof wäre die Fenster auf zu machen und nicht sehen würde wie nass das Pferd ist. Ich erklärte, dass wir Zuhause komplett andere Anhänger haben und man bei uns die Fenster nicht auf macht. Das stimme nicht, er wäre auch schon sehr oft in Europa gewesen. Ich solle mein Gehirn einschalten, usw. Die Kunden meinte ich solle das nicht persönlich nehmen. Bereits bevor das Turnier begann, hatte ich deswegen sehr schlechte Laune. Ernsthaft überlegte ich mir ein Taxi zur Farm zu nehmen. Das Geld hätte ich gern investiert um die allein dastehen zu lassen.

Hinzu kam auch noch, dass es regnete und sehr kalt war. Erst beide Tage weit über 30 Grad und dann sowas ! Es war nicht schön und ich konnte nicht mal vor dem Regen flüchten. Zum Glück war Sonntag der ruhigste Tag und es blieb sogar Zeit kurz heimlich abzuhauen und mir was zu Essen zu kaufen. Zwar nur ein Eis, aber immerhin Essen. Zwar musste ich mich an diesem Sonntag um 10 Pferde allein kümmern, aber jedes hatte nur eine Prüfung und diese waren alle relativ weit auseinander.

Die nette Einstellerin die mir am Freitag schon das Eis gekauft hatte, brachte mir extra vegetarische Brötchen von Zuhause mit und ich fand das total nett und hab mich wahnsinnig gefreut.

Direkt nebenan war ein sehr großes Poloturnier und viele Pferde standen auf den Koppeln neben unserem LKW. Ich wollte dort mal rüber schauen, als meine Chefs gerade mit einem Pferd zum Abreiteplatz gingen. Ich kam auf dem Weg mit einer Kundin von meinen Chefs ins Gespräch. Diese hat einen deutschen Mann und ihn beim ihrer Backpacking-Reise durch Deutschland kennen gelernt. Sie ist super nett und 2 ihrer Kinder reiten und haben Pferde bei uns auf der Farm. Wir quatschten über alles mögliche, bis mein Chef hinter mir stand. Ich solle ihnen das Pferd abnehmen, mit dem sie zurück kamen. Leider wurde das mit dem Polo dann den ganzen Tag nichts mehr und ich fand es total schade. Ich hatte überhaupt nichts gesehen und auch vom Reitturnier nicht viel mitbekommen, weil ich ja immer nur auf dem Parkplatz war.

Zum Glück haben mir aber die nette Einstellerin Sarah und ihre 2 Mädels Käsepommes vom Polo mitgebracht und ich hatte wieder Essen.

Als wir nach dem Turnier alles zusammen packten, waren meine Chefs auf einmal sehr nett, redeten mit mir und machten Späße. Die Kunden hatten ihre beiden Ponys und den Anhänger mit genommen und so musste ich nur mit dem Auto zurück fahren. Andrew meinte ich solle warten mit los fahren, weil ich mich sonst verfahre. Zuvor war Jenny schon eine ganze Stunde weg gewesen, weil sie offizielle Turnierfotografin ist und noch Bilder machen musste. In der Zeit hatte ich alles sauber geputzt und eingefettet. Ich wollte als sie zurück waren nicht mehr warten und alles war erledigt. Auch die Pferde standen schon im LKW. So fuhr ich als beide wieder irgendwo hin gingen los und dank GoogleMaps fand ich auch meinen Weg. Ohne das, wäre ich verloren gewesen, weil der Weg selbst nach dem 3. Tag immer noch total kompliziert ist. Durch Wohngebiete und über Felder und ohne Beschilderung.

Beide Chefs hatten nach diesem erfolgreichen Turnier aller beste Laune. Bis wir wieder am Hof waren. Sie beschwerten sich, dass die Pferde zu wenig Heu hätten (Aylin hatte ja gefüttert) und Andrew fuhr wild mit dem Quad rum und verteilte an alle Extraheu.

Zum Schluss war aber wieder alles gut und Jenny bedankte sich das erste Mal überhaupt bei mir, sagte, dass das ja alles super geklappt hätte auf dem Turnier und dass wir morgen den Tag frei hätten, anstelle vom Sonntag. Da waren wir beide froh.

Wieder schlief ich ganz schnell und schnitzelfertig ein.

Turniergrüße

Nadine

Die Pferde chillen

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Springplatz

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ausversehen Selfie

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Sonnenaufgang

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früh gehts los

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Fail-day

Sorry, einen Blogeintrag ausgelassen…

Samstag, 10.10.2015

Als ich morgens aufwachte, ging es mir sehr schlecht. Ich war verwirrt, zitterte und hatte Migräne.
Vom letzten Abend wusste ich seit der Ankunft in der World-Bar nichts mehr. Wir unterhielten uns mit Sarahs Mitbewohnern und alle waren sich einig, dass ich „gespiked“ worden war. Also sowas wie k.o. Tropfen. Wie sonst kann man sich nach einem Bier und einem Tequila an nichts mehr erinnern, hat Schüttelfrost, Magenprobleme und ist verwirrt. Ich konnte es mir nur so erklären, dass mir jemand was ins Glas getan hatte. Eigentlich passe ich darauf immer sehr gut auf, weil ich auch viele Leute kenne, denen das in Deutschland schon passiert ist. Aber man weiß ja nie wie sowas passiert…
Um was in den Magen zu bekommen, gingen Aylin und ich in ein schönes Café frühstücken. Das Menü hörte sich vielversprechend an und wir bestellten ein vegetarisches Frühstück und einen Crêpe zusammen. Leider waren wir enttäuscht und die Portion war Mini. Geschmeckt hat es aber gut und so zogen wir ein bisschen gestärkter los.
Es gab viel zu erledigen und als erstes stand ein Besuch im Telstra Store an. Ich hatte Aylin eine Handykarte mitgebracht, weil ihre auf der Farm nicht funktioniert, aber leider ging das Internet nicht. Im Store nahm ein Mitarbeiter das Handy in die Hand, drückte ein paar Sachen, gab es Aylin zurück, aber es funktionierte immer noch nicht. Eine andere Frau erkannte das Problem. Aylin ist zwar nicht blond, aber bemerkte trotzdem nicht, dass sie einfach nur kein Guthaben auf der Karte hatte. Das sorgte für Lacher und wir machten uns über uns selbst lustig. Natürlich funktionierte es nach dem Aufladen.
Dann wollte ich in den Apple Store um mir ein Ladekabel zu kaufen. Mein neu gekauftes (gebrauchtes) IPhone 5 erkennt leider nur Original-Ladekabel (Danke Apple!). Ich dachte ich spinne, als die 29$! für ein einziges dummes Ladekabel wollten. Da verging es mir und ich verfluchte Apple. Natürlich verließ ich den Saft-, äh Apfelladen ohne Kabel wieder. Das dürfen sie ruhig behalten.
Endlich wollte ich mein Problem mit meinem Rückflug klären. Ich hatte nur noch 3 Tage Zeit, bis mein Rückflug nach Deutschland gehen würde. Mein GoogleMaps brachte uns zu einem Emirates Büro. Dummerweise standen wir vor verschlossenen Türen (samstags zu). Also zum Flughafen gefahren. Dort sagte man uns, dass der nächste Emirates Flug um 7 abends gehen würde und der Schalter erst 3 Stunden vorher auf machen würde. Es hätte sich nicht gelohnt nochmal wo anders hin zu fahren. Wir kauften uns was leckeres beim Mexikaner, setzen uns ans Fenster an der Landebahn und beobachteten die Flugzeuge. Die 2 Stunden Wartezeit vergingen relativ schnell und ich war ein bisschen nervös, als ich zum Emirates-Schalter ging. Es hing sehr viel von diesem Gespräch ab und wenn es dumm laufen würde, müsste ich einen neuen Rückflug buchen und diesen somit doppelt zahlen.
Ich ließ meine Verärgerung über diese unmögliche Fluggesellschaft am Schalter aus und erklärte mein Problem. Ich müsse bei Emirates direkt anrufen, so die Antwort. Hier könne mir niemand helfen. Ich dachte ich falle vom Glauben ab. Hat das was mit Kundenservice zu tun? Wenn man sein Anliegen nicht direkt am Flughafen klären kann wo dann ? Ich erzählte, dass ich schon 4 Mails geschrieben habe und 3 Anrufe getätigt, aber die Mitarbeiter nicht fähig waren in Englisch zu kommunizieren. Sie könnten mir nicht helfen, so die unfreundliche Antwort. Ich sprach meine Enttäuschung über Emirates aus und auch, dass ich 3 mal ! ein vegetarisches Menü bestellt hatte und auf allen Flügen nichts ! zu Essen bekommen hatte, weil es vergessen wurde. Obwohl ich davor sogar eine Bestätigung per Mail bekam.
Nun hatte ich an diesem Tag überhaupt nichts erreicht und musste wütend den Flughafen verlassen.
Aylin und ich stellten auch noch zu unserem großen Entsetzen fest, dass uns der Ausflug zum Airport mit der Bahn sage und schreibe 15$ ! für einen Weg gekostet hatte und das gerade mal 3 Stationen waren. Wir fahren von Windsor über eine Stunde in die Stadt und zahlen 3$ mit der gleichen Bahn. Das ist unverschämt !
Leider war es bereits viel zu spät um was zu unternehmen und so traten wir den Rückweg an.
Es war gut, dass mein Handyakku leer war. So fällt einem mal auf wie schön die Umgebung ist und ich beobachtete Kängurus, sah einen traumhaften Sonnenuntergang und unendliche Weiten zogen an dem Zugfenster vorbei. Das machte mich wieder glücklich und ließ mich den Ärger mit Emirates vergessen.
Am Auto angekommen wollten wir los fahren. Leider nur wir. Brissie streikte. Eine Frau kam vorbei und meinte sie würde das nicht wundern, wenn doch das Licht die ganze Zeit an gewesen sei. Auch das noch !
Sie war so nett und wohnte glücklicherweise direkt neben dem Bahnhof. Wie die Aussies sind, klingelte sie bei allen Nachbarn und fragte nach einem Überbrückungskabel. Nach 20 min. kam sie und brachte 2 total besoffene Männer mit Bierbauch und oben ohne mit. Diese schlossen das Kabel an ihr Auto und Brissie an. Natürlich nur mit einer Hand. Die andere brauchten sie für das Bier und die Zigarette. Die Szene war filmreif als sie im Vollsuff versuchten die Kabel dran zu bekommen. Als beide Autos liefen dann seht viel Qualm und Funken. Äh Leute ich glaube ihr habt rot und schwarz verwechselt ?! Ich hatte ein bisschen Angst um mein heiligs Blechle. Zum Glück bekamen Dick und Doof es noch hin und die beiden waren sehr nett und echt witzig. Die Australier sind so hilfsbereit und luden uns auf ein Getränk ein, dass wir dankend ablehnten.
Nach einem Besuch im Supermarkt machten wir einen Abstecher in den MC Donalds, wo wir einen Papa mit 3 Kindern trafen. Er war traurig, weil seine Frau sich getrennt hatte und er seine Kinder nur alle 2 Wochen sieht. Eine Weile unterhielten wir uns mit ihm und fuhren dann endlich heim.
Dann auch noch das: Der Vogel um den wir uns so gut gekümmert hatten war Tot ! Er hatte noch sein Wasser, seine Körner und das Handtuch lag an einem kühlen, nicht zu kalten Platz. Wir hatten keine Ahnung warum er gestorben ist, aber waren beide sehr traurig darüber. Das Handtuch mit dem Kleinen drauf, brachten wir vor die Tür und nahmen uns vor, bald ein Loch für ihn zu graben.
Nach diesem enttäuschenden Tag war ich froh ins Bett zu kommen.

Failerische Grüße
Nadine

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Horse spoiling

Sonntag, 11.10. – Donnerstag, 15.10.2015
Eines morgens war alles wie immer und Aylin und ich hatten gute Laune. Bis zu folgender Situation: Die Pflanzen hier werden mit einem Rasensprenkler mit Zeitschaltuhr täglich bewässert. Irgendwie war es an diesem Tag viel Wasser und es lief schon den Weg entlang. Jenny war draußen und ich dachte ich sage nichts. Das letzte Mal als ich Andrew nett darauf hinwies, dass das Wasser in einer Tränke überläuft, sagte er: „Ach was?“ Und war total sauer. Somit beschloss ich diesmal ruhig zu sein. Auf ein mal schrie Jenny wie verrückt los. Was denn hier mit dem Wasser passiert wäre, ihre Frage. Ja was weiß denn ich ? Ich stelle das doch nicht ein! Sie brüllte mich lauthals an warum ich nichts gesagt hätte, das Wasser würde ein Vermögen kosten usw. Ich erklärte ihr, dass ich beim letzten Mal so eine unverschämte Antwort bekommen hatte und diesmal nichts sagen wollte. Außerdem stand sie auch schon eine Stunde im Garten, telefonierte und merkte nix. Dann kam Andrew und meine Chefin schrie ihn an, dass er Schuld sei. Daraufhin eskalierte es völlig und er war so sauer auf mich, dass ich glaubte er würde mir gleich an die Gurgel gehen. Ob ich wüsste was das kosten würde und dass ich wenn ich Pech hab nun nicht mehr duschen kann, weil das Wasser aus einem Tank kommt, usw. Ich wusste nicht, dass ich in Englisch so gut fluchen kann, aber ich kam ebenfalls sehr in Rage und schrie zurück. Andrew meinte dass er letztes Mal nur so eine patzige Antwort mit dem überlaufenden Wasser gegeben hätte, weil ich genau gesehen hätte, dass er es nachgefüllt habe und auch selbst gesehen hätte, dass es überläuft. Diese Logik verstand ich nicht. Anscheinend hatte er es ja nicht gesehen, sonst hätte er es ja rechtzeitig ausgemacht.
Irgendwann hatten sich alle wieder beruhigt, aber ich war echt sauer ! So muss ich mich garantiert nicht anschreien lassen wegen was wofür ich nix kann. Ich argumentierte auch, dass ich täglich bis zu 12 Stunden teilweise ohne richtige Pause arbeite, mir den Hintern aufreiße und mich jeden Tag anschreien lassen muss. Andrew hatte mich auch noch als „dumm“ beschimpft und zu Aylin und mir „fucking Girls“ gesagt. Jenny der das sichtlich unangenehm war sagte, dass es nur wegen dem bevorstehenden Turnier so lange Tage wären, ich das wüsste und wir auch oft genug kurze Tage hätten. Ich wies sie darauf hin, dass „kurze Tage“ mindestens 9 Stunden lang sind und wir arbeiten bis zum umfallen. Das stimmte sie ein wenig nachdenklich und den ganzen Tag waren beide ungewöhnlich freundlich.
Ich ritt wieder jeden Tag mein Pony, aber leider sonst kein anderes Pferd.
Das Wetter war nicht gut und es regnete fast jeden Tag. An einem Abend gewitterte es und schüttete aus Kübeln. Im Regen mussten wir die Pferde eindecken. Dann standen wir mit unserer Chefin in der Futterkammer und beobachteten die Wassermassen die an uns vorbei flossen. Mit dem Füttern mussten wir warten bis der Regen vorbei war. Ich zeigte Jenny die Springbilder die wir letztens vom Pony gemacht hatten.
Am nächsten Morgen fragte sie mich, wann wir die Bilder vom Springen gemacht hätten. Ich erklärte wann es war und mein Chef war an diesem Tag auf der Farm. Sie rastete komplett aus, schrie mich an was mir einfiele ohne sie zu springen, ob ich wüsste wie gefährlich das sei und hielt mir schreiender Weise eine Rede was alles passieren hätte können. Sie hatte selbst gesagt, dass ich immer springen könnte sobald einer der beiden auf der Farm ist. Ich verstand die Welt nicht mehr und als sie dann noch anfing Aylin dafür verantwortlich zu machen, wurde es doof. Ich sagte nur, dass sie mir es erlaubt hätte und sie sagte, dass jemand auf dem Reitplatz stehen müsse, wenn ich springe, weil ich das allein nicht könne. Ungeschickt ist auch, dass die Besitzer alle nicht wissen, dass ich ihre Pferde reite. Klar wäre das Ausmaß nicht anzunehmen was los wäre, wenn irgendwas passieren würde. Das kann ich auch gut verstehen.
Donnerstags gab sie mir dann eine Springstunde mit dem Pony und es war sehr gut. Leider darf ich irgendwie nur andere Pferde reiten, wenn nur mein Chef da ist (und meine Chefin es nicht mitbekommt).
An einem anderen Tag bekam ich eine Dressurstunde auf dem Verkaufspferd das ich schon geritten bin und es war richtig genial. Er lief locker und toll. Jenny lobte mich zur Abwechslung richtig viel.
Andrew sagte zu mir, dass ich nächste Woche einige Pferde reiten solle und meine Chefin funkte gleich dazwischen. Nur, wenn sie mit meiner Arbeit zufrieden wäre, dürfe ich reiten und das wäre sie zur Zeit nicht, so ihre Aussage. Mein Chef sagte gleich, dass er es wäre und ich ihm eine große Hilfe bin, wenn ich die Pferde reite. Das tat sie ab und meinte „das sehen wir ja dann“. Aylin fragte sie im gleichen Atemzug, ob sie reiten wolle. Diese sagte aber gleich nein, weil sie eigentlich lieber voltigiert. Bestimmt hätte Jenny als Strafe für mich dann nur Aylin reiten lassen und mich gar nicht mehr. Es gibt aber sowieso keine Pferde die wir reiten können, also wäre das schwierig gewesen.

Hinzu kam, dass es an 2 Tagen 38 Grad hatte ! Es war einfach unaushaltbar heiß. Das ist der heißeste Frühling seit Aufzeichnung des Wetters, sagen sie im Radio. Erst erlebe ich hier den kältesten Winter und dann den heißesten Frühling. Jenny und Andrew sagten, dass wir in den Pool gehen können. Wir haben aber so viel gearbeitet, dass dafür keine Zeit blieb. Zwei Mal konnten wir aber zur Abkühlung rein.

Das andere große Problem bei der Hitze sind die Fliegen. Mir kommt es hier so vor als würde eine Fliegenplage herrschen. (Mein Korrekturprogramm kennt das Wort „Fliegenplage“ 😀 ). Die Biester sind richtig aggressiv. Sie fliegen uns mit Turbogeschwindigkeit ins Gesicht, setzten sich in Ohren, Nase und Augen und bleiben dort auch gern sitzen. Solch krasse Fliegen habe ich wirklich noch nirgendwo gesehen.

Am Mittwoch haben wir wie immer abends alle Decken drauf gemacht. Ich war gerade dabei das letzte Pferd einzudecken, als es passierte: Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie fiel das Pferd einfach um und auf mich drauf. Es kickte vorher nicht, bockte nicht und sah auch nicht so aus als würde es sich wälzen wollen. Ein bisschen Panik machte sich schon in mir breit, weil ich nicht wusste, wann das große Tier wieder aufstehen wird. Mit aller Kraft versuchte ich hoch zu kommen, aber schaffte es nicht. Zum Glück stand das Pferd wieder auf und ich schleppte mich ganz schnell aus dem Paddock. Mir tat die Schulter abartig weh und der rechte Fuß. Ich spürte auch sofort, wie dieser anschwellte. Aufstehen war nicht möglich und so versuchte ich mit meinem restlichen Handyakku Aylin, Jenny und Andrew anzurufen, aber niemand antwortete. Irgendwann rief Jenny zurück und sie und Andrew kamen mit dem Quad um mich zu holen. Ich bekam gleich viele Schmerzmittel und es tat noch richtig weh. Jenny meinte ich soll das Quad fahren und Aylin füttern. Meinen Fuß legte ich aufs Lenkrad, weil er immer dicker wurde. Ich konnte gar nicht laufen und vor dem ins Bett gehen warf ich mir noch mal eine ordentliche Dosis Schmerzmittel ein.

Den ganzen nächsten Tag musste ich humpeln und hinzu kam auch noch, dass das der härteste Tag war. Alle Turnierpferde bekamen ein „Show-Shampoo“. Also alle 9 Pferde ca. 30 Minuten lang pampern. Die müssen sich fühlen wie im Schönheitssalon und ich hätte gerne mal so eine ausführliche Maniküre wie diese Vierbeiner hier. Mit Spülmittel waschen wir Mähne und Schweif, mit Teppichreiniger die weißen Stellen an den Beinen, mit Haargel wird die Mähne glatt gezogen und mit Teppichpolitur der Schweif eingesprüht. Nachdem der Schweif eingeflochten ist, kommt ein Schweifschoner dran, der an der Decke befestigt wird. Um die 4 Beine kommen Bandagen, dass die Pferde nicht dreckig werden. Auch die Decken werden alle frisch gewaschen, damit die Pferde ganz sauber bleiben. Natürlich mussten wir auch Sattelzeug putzen und alles im LKW und Anhänger verstauen. Ich war schon fix und fertig bevor das Turnier überhaupt los ging und meine Schulter bekam ich gar nicht mehr hoch, trotz Schmerzmittel.

Turniervorbereitungsgrüße

Nadine

 

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Get the Party started

Freitag, 09.10.2015

Irgendwie hatten wir totales Glück und mein Chef hat sich wieder zum Motorradrennen verabschiedet. Das ist für uns wie Urlaub, obwohl wir trotzdem arbeiten.
Zuerst haben wir pünktlich gefüttert, dann Paddocks abgemistet und dann die anderen aufs Laufband gestellt.
Heute habe ich beschlossen nicht zu springen und nur das Pony und das Indianerpferd Dressur zu reiten, so wie mein Chef es mir gesagt hatte. Das war gut und es war abnormal heiß.
Sehr früh waren wir mit allem fertig und riefen meinen Chef an. Diesen Part durfte Aylin übernehmen, weil Andrew sie viel lieber mag und ihr immer Antworten auf Fragen gibt, während er mich oft ignoriert. Er fragte gleich, ob das mit unserer Chefin abgesprochen sei und Aylin sagte, dass sie es erlaube wenn er es auch würde. Da unsere Chefin mit mir geschrieben hat, wusste Aylin nicht, dass Jenny davon nicht so begeistert war, aber Andrew erlaubte es zum Glück trotzdem.
Am Wegrand sah ich einen kleinen Vogel sitzen. Ich ließ ihn da, weil ich dachte, dass seine Mutter ihn vielleicht finden würde. Nach einer Stunde saß er immer noch da und mit Handschuhen hob ich ihn vorsichtig hoch und setzte ihn auf ein Handtuch. In unserem Küchen-Container suchten wir ein schattiges Plätzchen. Ich gab dem Kleinen mit einer Spritze Wasser in den Schnabel, stellte eine Wasserschüssel hin und holte Haferkörner von den Pferden. Nun hatten wir einen kleinen Schützling. Er versuchte immer zu fliegen und erst dachte ich, dass sein Flügel gebrochen sei. Dann merkte ich aber, dass er einfach noch nicht fliegen kann. Ich ließ ihn von meiner Hand aus starten, aber er stürzte immer wieder ab und ich fing ihn vorsichtig auf. Die nächsten Tage wollten wir das noch ein paar Mal versuchen aber wir ließen ihn sich ausruhen.
Wir fütterten früh und machten uns mit dem Zug auf den Weg nach Sydney.
An der Station trafen wir uns mit der Dänin Sarah. Diese kenne ich von meiner letzten Farm und unter anderem mit ihr habe ich den Roadtrip von Melbourne nach Sydney gemacht. Sie lebt nun in einer WG im CBD (Central Business District) direkt in der Stadt. Wir kauften uns Billigwein und stießen in der WG damit an. Das Gebäude ist riesig, sieht aus wie ein Hotel und hat sogar einen Empfangsmensch. Es gibt 50 Stockwerke und der Aufzug brachte uns in den 9. Das Wohnzimmer ist sehr groß und die Küche ebenfalls. Die Zimmer sind dafür sehr klein, es stehen Stockbetten drin und es schlafen in jedem der 3 Zimmer jeweils 4 Leute.
Sarahs Kollegen waren bereits in der Star Bar die wir nach 3 min. zu Fuß erreichten. Es gibt 3 Stockwerke, die Bar ist gigantisch groß und es steppte der Bär. Sarahs Kollegen schleppten uns gleich auf die Tanzfläche und die sind alle sehr nett. Auch die Musik war richtig genial und wir hatten viel Spaß. 3 Jungs liefen uns die ganze Zeit hinterher und nervten uns. Wenigstens zahlten sie uns ein Bier.
So beschlossen wir zu flüchten und mit dem Taxi in unsere geliebte World-Bar zu fahren. Obwohl ich nur 1 Bier und 1 Tequila hatte, wurde mir plötzlich sehr schlecht und der Abend war für mich gelaufen.
Mit dem Taxi ging’s um 3 zurück zu Sarahs WG.
Mitten in der Nacht wachte ich auf dem Boden auf und wanderte aufs Sofa im Wohnzimmer.
So endete der Abend an dem ich eigentlich meinen Geburtstag feiern wollte nicht so gut.

Verwirrte Grüße
Nadine

 

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Little sins

Donnerstag, 08.10.2015

Andrew war wieder mal auf dem Motorradrennen und wir den ganzen Tag allein.
So mussten wir heute auch morgens die Pferde füttern.
Unser Chef hatte mir aufgetragen 2 Pferde zu reiten. Er meinte ich soll nicht springen, wenn er nicht da ist. Mir juckte es aber total in den Fingern und wenn da so viele tolle Sprünge auf dem Platz stehen ist das sehr einladend. Aylin wollte Fotos machen und so beschlossen wir ein kleines bisschen zu springen. Der Sprung war nur sehr klein und die ersten Male klappte es super. Leider machte das Pferd einen sehr großen Satz über den Sprung, ich verlor meinen Steigbügel, der Wallach bockte noch ein bisschen und ich fiel runter. Man kann sehr von Glück reden, dass ich weich gefallen bin und nichts passiert ist. Mein Chef hätte mich umgebracht ! Gut auch, dass das Pferd brav neben mir stehen blieb. Um das Missgeschick gleich wieder zu vergessen und dem Pferd und mir was positives im Kopf zu lassen wiederholte ich den Sprung noch 2 Mal und hörte mit einem Erfolgserlebnis auf. Zum Glück bekomme ich nach Stürzen keine Angst, sondern fühle mich sogar noch sicherer wenn nichts passiert ist.
Danach bin ich den Wallach geritten, den ich schon 2 mal geritten bin und Aylin durfte auch drauf. Das klappte prima und er war wieder lieb.
Als nächstes kam mein Pony dran, das wie immer super war. Man merkt einfach, dass er super schnell Vertrauen fasst und immer sicherer wird. Am Anfang war es ziemlich schwierig mit ihm aber ich lobe ihn viel und hab Geduld mit dem schreckhaften Kleinen. Dadurch wurde alles schon viel besser.
Das letzte Pferd war das Indianerpferd. Es war erst sein 4. mal unter dem Sattel nach seiner Verletzung und er war total brav. Er war super drauf und ich hörte nach 20 min auf.
Einige Pferde stellten wir noch auf das Laufband und misteten die Paddocks ab.
Obwohl wir alles gemacht hatten was wir aufgetragen bekommen haben, waren wir früh fertig. So konnten wir bis zum Füttern noch chillen und den ruhigen Tag bei sehr angenehmen Temperaturen genießen.

Gestürzte Grüße
Nadine

 

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