Just beautiful

Dienstag, 07.08.2018

Ein weiterer Tag im Busch

Morgens in aller Frühe hatten unser Azubi und ich zusammen einen Ritt mit einer Familie. Alle davon waren Anfänger und so ritten wir eineinhalb Stunden im Schritt durch die Wanderwege. Die Kinder hatten wir am Führstrick und so ging es gemütlich zu. Morgens ist es noch so kalt, dass ich mit drei Jacken los geritten bin. Es war mein erster Anfängerritt den ich geguidet habe und ich war froh, dass es so gut klappte und wir auf die Minute genau zurück kamen. Direkt vor uns auf dem Weg stand ein Gnu das gar nicht weg wollte. Es schaute uns sehr neugierig an und war nur wenige Meter von uns weg. Der Familie gefiel unser Ritt und alle stiegen glücklich von den Pferden.

Nachmittags war ich zweieinhalb Stunden mit Stute Sterni und dem einen Mädel unterwegs mit der ich schon ein paar Mal geritten bin. Bei zwei pferdebegeisterten Mädels steht das Gesprächsthema natürlich schon fest: Pferde! Die Tiere wollten sich an dem Tag irgendwie nicht richtig zeigen, aber wir hatten einen super schönen und entspannten Ausritt.


Mittags wird es dann hier richtig warm und hat auch bis zu 30 Grad. Die Temperaturunterschiede sind echt der Wahnsinn und da muss man sich wirklich dran gewöhnen. Auch die Pferde haben noch ihr dickes Winterfell.

Das war wieder ein sehr schöner Tag im beeindruckenden Namibia.
Hier lebe ich:

Liebe Grüße
Nadine

A ride in the bush

Montag, 06.08.2018

Hilfe wo bin ich?

Morgens hatte ich um 7.30 Uhr wieder einen Ritt mit den total netten Italienern. Die beiden sind so super herzlich und wir unterhielten uns den ganzen Ritt über super, trotz der Sprachbarriere. Ich hatte die Stute Waldfee und es war ein zweieinhalb Stunden Ritt. Vorher schaute ich mir den Weg wieder genau auf der Karte an und war gut vorbereitet. So in der Theorie.

Der Ritt lief anfangs auch super, aber ich verpasste irgendwie eine Abzweigung, sodass ich wieder unbeabsichtigt den ersten Teil der Route weg ließ. Das hieß, dass mir eineinhalb Stunden fehlten und ich zu früh dran war. Somit ritt ich noch eine Ehrenrunde die ich nicht kannte um nicht zu früh zurück zu kommen. Ewig lang kam keine Abzweigung und als dann eine kam, nahm ich diese, obwohl sie nicht mal in der Karte war. Die Berge kamen immer näher und näher was sehr schlecht ist, denn das heißt, dass man von der Farm weg reitet. Gefühlt wollte der Weg nie mehr enden und ich hatte absolut keine Ahnung wo ich mich befand. Es ging nicht links und nicht rechts und mein Herz rutschte mir in die Hose. Wir hätten nach links gemusst, aber es ging einfach nur gerade aus. Ich bekam Panik und mein Herz schlug so laut, dass man es bestimmt hören konnte. Natürlich darf man sich dann nichts anmerken lassen und obwohl ich versuchte mich darauf zu konzentrieren wo ich hin muss, redete ich weiter, sodass die beiden Gäste keinen Verdacht schöpften. Eigentlich kann man sich an manchen Punkten orientieren, aber die Bäume waren so hoch, dass man überhaupt nichts sehen konnte. Ich hatte total Angst, dass ich nie mehr zurück komme, als nach einer Ewigkeit endlich ein Punkt auftauchte der mir bekannt vor kam. Am liebsten hätte ich einen Freudenschrei ausgestoßen und ein Felsbrocken fiel mir vom Herzen. Meine Handschuhe waren vor lauter Aufregung schon nass geschwitzt und ich hatte Magenschmerzen. Leider braucht man von diesem Punkt eigentlich noch eine Stunde nach Hause und wir waren bereits über der Zeit. Wir hätten noch viel Zeit mit Trab und Galopp gut machen können, nur tat der Frau der Rücken weh und somit konnten wir nur Schritt reiten. Mir blieb nichts anderes übrig als die Farm per Walkie-Talkie anzufunken und zu erklären, dass wir zu spät kommen würden. Zum Glück war das nicht schlimm. Insgesamt hatten wir dann eine Verspätung von 40 Min. Den Gästen machte das gar nichts aus, obwohl wir somit über 3 Stunden auf dem Pferd saßen. Die Beiden bedankten sich ganz herzlich für den tollen Ritt und sagten ihnen hätte es viel Spaß gemacht. Na wenigstens etwas. Zum Glück hatten sie nichts bemerkt. Ich musste mich erst mal wieder sammeln und den Schock verdauen. Nach dem Füttern war wie immer Pause und ich hatte Zeit mich von dem Schrecken zu erholen. Der eine Italiener hat eine Pulsuhr die ihm verriet, dass wir bei jedem Ritt durchschnittlich 20 km weit reiten. Da ist die Gefahr schon groß, dass man sich verreitet.

Gnus

Heulieferung

Nachmittags hätte ich eigentlich einen eineinhalb Stunden Ritt, mit der Mutter und Tochter mit denen ich schon mal geritten bin, gehabt. Und eigentlich hätte ich am Tag darauf frei gehabt. Ich wurde gefragt, ob ich den freien Tag verschieben kann, weil so viel los ist. Da man hier sowieso nichts machen kann, stimmte ich zu und durfte als „Belohnung“ den Ritt mit dem Italiener haben. Die Frau ging diesmal wegen ihrem Rücken nicht mit. Diesmal waren wir nur eineinhalb Stunden unterwegs und ich bin einen Weg geritten bei dem ich mir sicher war, dass ich ihn gut kenne. Einmal so eine Aufregung am Tag reicht. Es war richtig cool und wir sind auch einige Male galoppiert. Nur hatten es der Italiener und sein Pferd ein bisschen eilig und überholten uns im Galopp. Er wollte ein Rennen machen, aber das wollte ich nicht. Das war ihm egal und er gab ordentlich Gas und meine Sterni galoppierte hinterher. Ich sagte ihm, dass wir durchparieren müssen, weil ich weiter vorne Lauras Gruppe mit lauter puren Anfängern sah. Irgendwie hörte er nicht und obwohl ich schon im Schritt war, galoppierte er weiter. Zum Glück konnte er noch rechtzeitig stoppen und ich war nicht so begeistert.
Als wir schon fast zurück waren, sahen wir eine riesige Herde Gnus die ganz nah war. Und plötzlich im Busch trafen wir auf Giraffen. Dabei waren auch zwei Babys die wirklich süß sind. Das war das erste Mal, dass ich Giraffen sah als ich allein geguidet habe. Wir sind zwischen den riesigen Tieren durch geritten und diese ließen sich wie immer nicht stören. So nah bin ich noch nie an Giraffen dran gekommen. Giraffen zum Anfassen vom Pferd aus – ein Traum wird wahr ! Das war total schön.

Der Ritt war nochmal ein krönender Abschluss für den Italiener der am nächsten Tag abreist. Er bedankte sich bei uns allen im Stall mit einem Trinkgeld und auch seine Frau kam nach dem Ritt um sich mit einer Umarmung zu verabschieden.

Babygiraffen

Man merkt, dass es langsam wärmer wird. Nachts brauche ich keine Wärmflasche mehr und es hat auch keine Minusgrade mehr. Morgens ist es schon noch ordentlich frisch und ich brauche drei Jacken, aber man merkt, dass der Sommer kommt.

So war das also wieder ein Tag wie im Bilderbuch und ich freue mich total, dass ich so meine Träume verwirklichen kann.

Liebe Grüße
Nadine

Sundowner in the Savanna

Sonntag, 05.08.2018

Sonnenuntergangsritt mit Turbo

Morgens hatte ich wieder einen eineinhalb Stunden Anfängerritt. Ein Ehepaar war dabei und eine Frau die Geburtstag hatte. Wir ritten gemütlich im Schritt und die Gäste konnten sich die schöne Landschaft genau anschauen. Irgendwie kam die Abzweigung nicht, nach der ich suchte und so waren wir ein bisschen zu weit. Zum Glück merkte keiner der Gäste was. Ich hatte die Stute Kim die noch nicht lange hier ist und ihre Position vorne nicht so gerne mochte. Sie war sehr schreckhaft und schaute jeden Ast komisch an. Wir ritten gerade aus, als ich plötzlich einen lauten Schrei hinter mir hörte. Ich drehte mich um und sah wie der Mann auf dem Hals hing. Er meinte sein Pferd hätte auf einmal los gebockt. Das wunderte mich sehr, denn das Pferd bockt nie und ist immer total brav. Er konnte sich wieder normal in den Sattel setzen und nichts passierte. Seine Frau fiel vor Lachen fast vom Pferd und bekam sich gar nicht mehr ein. Selbst als wir am Stall waren, lachte sie noch. Nach einem kurzen Schockmoment stimmte der Mann ins Gelächter mit ein. Mein kleines Verreiten kostete mich 10 Min., aber es war nicht schlimm, dass wir zu spät kamen.

Kurz vor der Mittagspause ritt meine Kollegin ein junges Pferd auf dem Platz, das plötzlich durch ging. Der Wallach rannte über den Platz und meine Kollegin fiel runter. Wir eilten alle hin und waren froh, dass ihr nichts schlimmes passiert war. Das sah auf jeden Fall total schmerzhaft aus und sie landete ausgerechnet in den Dornen. Der eine Gast der es zufällig gesehen hatte, war Arzt und nach einem kurzen Checkup sagte er, dass nichts ernsthaft verletzt sei. Da konnten wir alle aufatmen. Sie setzte sich danach auch nochmal auf das Pferd.

Nachmittags stand wieder eine große Challenge für mich an. Mein zweiter zweieinhalb Stunden Ritt. Diesmal war der Druck noch größer als am Vortag, denn ich hatte ein italienisches Ehepaar dabei, das kaum englisch sprach und der Weg den ich reiten sollte war richtig kompliziert. Außerdem war es ein Sonnenuntergangsritt und es galt den richtigen Platz zu finden, wo die anderen warteten. In der Pause hatte ich mir wieder die Route angeschaut und bin sogar mit einem Fahrrad den ersten kleinen Teil der Route abgefahren um mir sicher zu sein. Ich war total nervös, hatte nasse Hände und herzklopfen. Gerade bei dem Sonnenuntergangsritt wenn jeder auf einen wartet ist es wichtig, dass man pünktlich kommt. Auch diese Route bin ich noch nie davor geritten. Viva malte mir auf ein Blatt Papier auf wie es da aussieht wo ich hin muss und nach welchem Busch ich abbiegen muss. Die Zeichnung sah einleuchtend aus und ich hoffte, dass das auch in real so aussehen würde. So ritten die Italiener, das eine Mädchen vom Vortag und ich also los. Ich hatte die Stute Pewa die anscheinend als Guidepferd öfter Mal einen Satz zur Seite macht und auch mal schneller werden kann. Das war die nächste Herausforderung, denn ich bin sie davor erst einmal geritten und auch nur im Trab. Schon am Anfang fand ich den Weg nicht den ich eigentlich wollte und war viel zu schnell an der ersten Abbiegung. Leider wusste ich nicht, wie ich auf den Weg kommen sollte und ließ also den ersten Teil der Strecke komplett weg. An einem langen Feldweg galoppierten wir gemütlich, bis das Pferd der Italienerin plötzlich los schoss. Er zog an mir vorbei und sie hatte keinerlei Kontrolle mehr. Ich rief ihr zu sie solle die Zügel kürzer nehmen und sich hinsetzen, aber das verstand sie nicht. Natürlich rasten auch unsere Pferde im gestreckten Galopp hinterher. Ich hatte Sicherheitssteigbügel dran von denen der Verschluss fehlte. So waren die Steigbügel an einer Seite offen und ich verlor den Bügel. Dann machte Pewa auch noch im vollen Tempo unerwartet einen Sprung, als ob da ein Hindernis stehen würde. Danach sprang sie noch ständig zur Seite.  Zum Glück blieb ich sitzen. Leider wurde keins der Pferde langsamer und das Pferd das das Mädchen ritt, war schon fast nicht mehr zu sehen, weil der Abstand so groß wurde. Erst als der Weg zu Ende war, stoppte das Pferd und auch die anderen wurden langsamer. Ich war so froh, dass nichts passierte und in so einem gestreckten Galopp bin ich davor auch noch nie galoppiert. Und das, obwohl ich schon Rennpferde geritten bin. Die Italiener fingen nach einem kurzen Schockmoment an mit Lachen und bekamen sich gar nicht mehr ein.

Den Rest der Strecke fand ich schnell und auch die Zeichnung war gut, denn den Weg hatte ich auch entdeckt. Wir kamen am großen Wasserloch raus und es war total schön dort. Auch meinen Gästen gefiel es dort richtig gut. Wir ritten wieder Richtung Wanderwege und ich merkte schnell, dass wir viel zu früh waren. Dadurch, dass ich den ersten Teil der Strecke weg gelassen hatte und quasi die Abkürzung genommen hatte, wären wir viel zu früh am Sonnenuntergangsplatz gewesen. So ritt ich Kreuz und quer durch die Wanderwege. Als ich dachte das passt nun mit der Zeit, ritt ich zum Sonnenuntergangsplatz. Mein Kollege der es aufbauen sollte, fuhr gerade erst her und war nicht so begeistert, dass wir 20 Min. zu früh waren. Ich half ihm mit aufbauen und wir sattelten und trensten die Pferde ab. Diese durften dann allein nach Hause laufen und waren schneller weg, als wir gucken konnten. Danach kam auch schon Laura mit ihrer Familie her geritten und wir genossen alle unseren wohlverdienten Gin Tonic. Alle waren in rege Gespräche vertieft, als die Sonne langsam unterging und wir den Pferden die noch da waren, beim Fressen im Sonnenuntergang zu schauten. Das war ein super genialer Sundowner und die Gäste waren alle begeistert.

 

Als es dunkel wurde, fuhr Viva alle mit dem Auto zurück zur Lodge. Da mussten wir das Auto ausladen, die Sättel und Trensen aufräumen und dann gab es auch schon Abendessen.

Das war wieder ein Tag zu schön um wahr zu sein und mir macht es so viel Spaß als Guide die Ritte anzuführen und den ganzen Tag bei den Pferden zu sein. Schöner geht es wirklich nicht!

Liebe Grüße aus Namibia
Nadine

Gnus, Zebras, Antelopes and more

Samstag, 04.08.2018

Erster großer Ritt allein

Der Tag begann wie die Meisten um 6.30 Uhr, also im Dunkeln. An diesem Tag durfte ich Kinderbespaßung machen. Ein 6 jähriges Mädchen kam, wir putzten zusammen ein Pony, sattelten es und ich führte die Kleine auf dem Pony 40 Min. zu Fuß durch die Savanne. Sie war sehr redselig und erzählte mir total viel. Langweilig wurde es also dabei nicht. Da das Mädchen unbedingt traben wollte, joggte ich fleißig nebenher. Da ihre Eltern noch beim Tontaubenschießen waren, passte ich noch eine Weile danach auf sie auf.
Wir fütterten die Pferde zusammen und versorgten alle.

Nach der Mittagspause stand mein erster großer Ritt an. Nervös war ich natürlich schon, weil es nicht so einfach ist sich die Wege zu merken. Außerhalb der Wanderwege gibt es keine Buchstaben mehr die den Weg markieren und so muss man total aufpassen. Die ganze Pause über ging ich die Route im Kopf durch und versuchte sie auswendig zu lernen. Was die Sache aber ein bisschen entspannter machte, ist, dass es sich bei meinen Gästen um zwei Mädels (12 und 14) handelte. Denen macht es nichts aus, wenn ich ein bisschen suche und die Karte raus hole. Außerdem kannten wir uns schon und sie wussten, dass es mein erster großer Ritt war. Viva erklärte mir davor mehrmals die Route um auch sicher zu gehen, dass ich richtig reite. Bei einem Ritt von zweieinhalb Stunden kommt man schon richtig weit und wenn man eine Abzweigung verpasst, oder sich verreitet, kann man ganz schnell komplett die Orientierung verlieren. Es gibt nur wenige Punkte an denen man sich orientieren kann und die Route die ich reiten sollte, bin ich davor so noch nie geritten. So musste ich also auf meine Orientierung und die Karte vertrauen. Der andere Punkt dabei ist das Zeitmanagement. Wenn schon zwei Stunden um sind und man sich noch am anderen Ende der Farm befindet ist das schlecht. Zumal es abends auch schnell dunkel wird. So muss man sich gut überlegen wie viel man traben und galoppieren will, um nicht zu früh oder zu spät zurück zu kommen. Hier gibt es keine festen Galoppstrecken, was auch gut ist, denn so galoppieren die Pferde nicht schon automatisch an einem bestimmten Punkt an.

Der Ritt mit den beiden Mädels war richtig witzig und total entspannt. Wir redeten viel und ich guckte genau auf den Weg um keine Abzweigung zu verpassen. An jeder Kreuzung holte ich zur Sicherheit die Karte raus und guckte darauf. Das Glück war auf unserer Seite: Auf einmal überquerte genau vor uns eine große Herde Gnus den Weg. An einer anderen Stelle trafen wir wieder auf Gnus, die sich diesmal unter eine Herde Zebras mischten. Die Mädels und ich waren gleichermaßen begeistert. Außerdem sahen wir Oryx-Antylopen und Impalas. An diesem Tag war auch der Himmel gigantisch: Eine Wolke schob sich vor die Sonne und zauberte ein tolles Licht. Wir trabten und galoppierten einige Male und meine Stute Sterni die ich jetzt schon öfter hatte, war total entspannt. Es war ein sehr gelungener Ritt und obwohl ich das nicht gedacht hätte, standen wir um Punkt 18 Uhr wieder am Stall, also genau in der Zeit. Das war ein total geniales Gefühl den ersten großen Ritt als Guidin gemeistert zu haben und ich bin ein bisschen stolz. Den Mädels hat es ebenso gut gefallen und ich freue mich, dass ich jetzt offiziell vollwertiger Guide bin.
Mit diesen Glücksgefühlen ging ich nach dem Abendessen ins Bett.

Liebe Grüße aus Namibia
Nadine

Stunning Sunset on the horse

Freitag, 03.08.2018

Wo ist der Buchstabe?

An diesem Morgen hatte ich meinen dritten Ritt allein. Diesmal mit Mama und Tochter und das erste Mal auch mit Galopp. Ich ließ mir von den anderen eine einfache Route erklären und hoffte, dass ich es problemlos finden würde. Erst reitet man ein ewig langes, steiniges Stück gerade aus und muss dann links. Leider fand ich die Abzweigung nicht und war irgendwann am Grenzzaun, was definitiv falsch war. So entschuldigte ich mich und wir kehrten um. Warum ich die Abzweigung nicht gefunden hatte, wusste ich dann genau: Eigentlich hat es an jeder Abzweigung in den Wanderwegen Buchstaben, nur hier gab es keinen. Dann war der Buchstabe der nach einigen Metern kam, auch noch ein anderer als in der Karte. Ich fand erst später heraus, dass die Karte falsch war. Nachdem ich aber dann den richtigen Buchstaben gefunden hatte, war es sehr einfach. Es ging in Schlangenlinien durch den Wald und wir trabten und galoppierten durch schöne Landschaften. Mutter und Tochter gefiel es total gut und alle hatten Spaß. Durch mein Verreiten am Anfang kamen wir 10 Min. zu spät zurück, aber dadurch, dass ich die Verspätung durchs Walkie-Talkie angekündigt hatte, machte sich keiner Sorgen. Die Tochter fand die Verspätung natürlich super, denn so konnte sie länger reiten. Mama und Tochter machten sich den ganzen Tag darüber lustig und sagten wir suchen den vermissten Buchstaben. Alles in allem war es ein sehr gelungener Ritt der wieder super schön war. Mit jeder Tour die (fast) ohne Probleme verläuft, gewinnt man mehr an Selbstbewusstsein. Mal sehen, ob das auch noch so ist, wenn ich außerhalb der Wanderwege reiten soll, wo es keine Buchstaben mehr zur Orientierung gibt.

Als wir zurück waren, longierte ich noch ein Pferd, bevor es in die wohlverdiente Pause ging.

Nachmittags war ich wieder mit der selben Mutter wie Vormittags und ihrer jüngeren Tochter unterwegs. Wir ritten einen anderen Weg als morgens und hatten wieder viel Spaß. Ich hatte die Ponystute Twinky und wir ritten Schritt und trabten nur kurz. Es war wieder ein schöner Ritt und ich schaffte es den richtigen Weg zu finden.

Als wir zurück waren, stieg ich auf Stute Bonti um. Larissa wollte wieder mit dem jungen Pferd eine kleine Runde raus und brauchte Begleitung. So ritten wir um die Farm und sahen der Sonne zu, wie sie den Himmel in ein leuchtendes Orange tauchte. Im Sonnenuntergang zu reiten ist nochmal etwas ganz besonderes. Das war ein total gelungener Abschluss von diesem schönen Tag.

Liebe Grüße
Nadine

Galopp with Zebras

Donnerstag, 02.08.2018

Einmal neben Zebras durch die Savanne galoppieren

An diesem Tag hatte ich Unterstützung beim Ritt von meiner Kollegin Laura. Wir hatten eine Familie dabei die alle noch nie geritten sind. Der Junge der Familie der Down-Syndrom hat, war auch dabei und ich hatte ihn mit seinem Pony am Führstrick. Der Junge machte das die erste halbe Stunde echt gut, aber dann hatte er irgendwie keine Lust mehr zu reiten. Erst ließ er den Deckel von seiner Trinkflasche fallen den wir nicht mehr fanden, dann leerte er das Wasser von oben übers Pony und den Sattel und dann wollte er das Pony auch noch hauen. Ich versuchte dann von meinem Pferd aus die volle Flasche auszuleeren, aber das fand mein Pony nicht so witzig. Als es sich erschrak, verlor ich den Führstrick mit dem anderen Pony dran. Zum Glück blieben alle ruhig stehen, ich stieg ab, leerte die Flasche aus und nahm den Strick wieder in die Hand. Dann fing der Junge an laut zu schreien und hörte nicht mehr auf. Ich war froh, dass das keines unserer Pferde groß beeindruckte. Die Eltern waren auch machtlos und ich versuchte den Jungen immer abzulenken und ihm Tiere und Pflanzen zu zeigen. Irgendwie klappte das nicht so richtig und als ich gerade nach hinten schaute, war der Junge schon dabei im Schritt vom Pferd zu springen. Da waren wir aber noch nicht in der Nähe der Farm. Ich konnte ihn wieder hoch schieben und es passierte nichts. Wir kürzten dann die Runde ab und die Eltern versuchten ihn zu überreden nicht mehr abzusteigen. Zum Glück ging noch alles gut und wir erreichten ohne Unfall die Farm. Da atmeten wir alle erleichtert auf und das zeigt wieder, wie lieb und geduldig die Pferde hier sind.

Nachmittags durfte ich dann endlich mal wieder zweieinhalb Stunden mit den Fortgeschrittenen mit und auch wieder galoppieren. Es waren die Guidin Marie und zwei Italiener dabei. Damit ich die Wege hier lerne, durfte ich mit Stute Sterni vorne reiten. Marie konnte mir also den Weg ansagen, was super war. Der Ritt war mit viel Galopp und wir unterhielten uns alle gut. Als wir gerade einen richtig schönen, geraden Weg entlang galoppierten, tauchte plötzlich eine riesige Herde Zebras neben uns auf. Ich dachte ich traue meinen Augen nicht, als die Zebras direkt neben uns her galoppierten. Das war so ein atemberaubendes Erlebnis. Ich hätte nie damit gerechnet, dass sowas möglich ist. Wer kann schon sagen er ist schon mit Zebras gaoppiert? Auch die Anderen waren super geflashed von diesem einmaligen Erlebnis. Auf diesem Ritt hatten wir generell super viel Glück. Wir sahen nämlich außerdem noch Impalas, Gnus, Adler, und Warzenschweine. Noch ein Highlight folgte, als Marie plötzlich in den Busch abbog. Dort trafen wir auf ein Giraffenpaar, das ihr Baby dabei hatte. Sie ließen uns super nah ran kommen und hatten absolut keine Angst. Die Giraffen fraßen gemütlich von den Bäumen und laut Marie ist das Kleine erst ca. 2 Wochen alt. Es war unglaublich wie neugierig die Babygiraffe war und zu uns her kam. Das war ein Ritt der mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird. Kurz vor Sonnenuntergang kehrten wir zurück und waren alle begeistert von diesen Erlebnissen.

Liebe Grüße aus der Wildnis
Nadine

Like a dream

Mittwoch, 01.08.2018

In der Savanne

Morgens hatte ich keinen Ritt, aber dafür waren viele Reitstunden. Die Gäste können hier auch Unterricht nehmen und es gibt einen Reitplatz dafür. So machte ich die Pferde für die Stunden fertig und schaute ein wenig dabei zu.

Der Morgen ging schnell vorbei und schon war Mittagspause.

Nachmittags hatte ich dann meinen zweiten Ritt allein. Diesmal mit zwei Geschwistern von denen das Mädchen Zuhause auch reitet. Ich hatte die 17 jährige Stute Twinky, die ein absolutes Verlasspferd ist. So ritten wir gemütlich im Schritt durch den Wald und mit Hilfe der Karte fand ich meinen Weg auch auf Anhieb. Pünktlich waren wir zurück und die Mutter war froh, dass ich ihre Kinder heil und glücklich wieder zurück brachte. Da hat man schon viel Verantwortung, wenn man mit zwei Kindern und drei fremden Pferden in einem anderen Land unterwegs ist. Zum Glück sind die Pferde hier an alles gewöhnt und erschrecken sich fast nie, auch wenn plötzlich ein Tier neben uns auftaucht.

So ging der Tag auch schon zuende und wie immer wartete nach dem Abendessen schon das Bett. Abends und morgens ist es hier immer noch sehr kalt und da geht man lieber schnell rein.

Liebe Grüße aus der Savanne
Nadine