Why?

Samstag, 28.05.2016

Es soll nicht so sein. Es soll ganz und gar nicht so sein. Irgendwas will mir sagen, dass ich diese ganze Aktion abblasen soll und mein Motorrad verkaufen.
Alles fing so schön an. Welshy aus Wales und ich trafen uns um 7 Uhr um gemeinsam zum Mechaniker zu gehen. Mein Reifen sah nicht mehr gut aus und ich wollte ihn wechseln. Bei Welshy hatte der Öltank ein Loch. Der Mechaniker sagte es solle 80.000 Dong kosten. Am Ende waren es 300.000 also umgerechnet ca. 18 Euro die ich hinblättern musste. Mann das Motorrad kostet mich was.
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Welshy wollte dann irgendwie doch nicht mehr wie ausgemacht mit uns mitfahren und wir ließen uns extra Zeit um auf ihn zu warten. Nach dem Frühstücken, Packen und auschecken, war es dann schon nach 10. Das kann ich gar nicht leiden. Wenn ich plane ich will um 8 los, will ich auch dann starten, zumal ich wusste dass das ein langer Tag wird.
Berni fuhr vor und normalerweise bin ich schneller, aber er hatte einen ordentlichen Zacken drauf. Wir mussten wieder über diese doofe Straße im Wald von vorgestern. Es standen so viele LKW und Walzen rum, dass ich dachte wir werden gleich überfahren. Außerdem mussten wir wieder in den Matsch ausweichen. Ich flog ein paar Mal fast um, weil es so rutschig ist und meine Beine dort nicht auf den Boden reichten. Meine Knie zitterten und ich war froh, da draußen zu sein. Das ist so gefährlich!
Die ganze Zeit fuhren wir über den sogenannten Ho Chi Minh Highway in Richtung Khe San. Die Straße war sehr gut, aber in Deutschland wäre diese Straße eine schlechtere Landstraße und keine Autobahn. Es kamen uns weder Menschen noch Fahrzeuge entgegen. Nur Rinder, Ziegen, Hunde und andere Tiere kreuzten die Straße. Wir müssen immer lachen, wenn die Kühe sich keinen Meter bewegen und wir hinter ihnen rum fahren müssen. Die Landschaft war wunderschön. Es ging über Berge, der Himmel war strahlend blau und die Sonne knallte vom Himmel. Und nein wir beschweren uns nicht über die abartige Hitze (vor allem im Regenwald). Wir genossen die Fahrt total, ließen uns den Fahrtwind durch die Haare wehen und hatten Zeit diese beeindruckende satt grüne Landschaft zu bestaunen.
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Die ganze Zeit hatte man weder Handyempfang noch Internet. Ich wusste das wird eine lange Etappe und hoffte bei jedem Kilometer mehr, dass Emma das ohne Zicken durchhalten würde. Im Kopf hatte ich schon den Blogeintrag. Ich wollte schreiben, dass ich stolz auf sie bin, dass sie unseren ersten langen Trip durchgehalten hat und ich immer mehr Vertrauen in sie bekomme. WOLLTE!
Die Straße ist sehr kurvig und es gibt kein langes gerades Stück. So brauchten wir für 100 Kilometer fast 5 Stunden. Das gibt es auch nur in Vietnam. Außerdem lag teilweise Rollsplit auf der Straße und man musste vor allem in Kuren sehr aufpassen. Auf der ganzen Strecke gibt es weder richtige Dörfer, noch Restaurants oder eine Tankstelle. Man ist hier auf sich allein gestellt. Wir hielten kurz an für eine Verschnaufpause und wollten weiter fahren. Plötzlich machte Emma total komische Geräusche und wollte nicht mehr weiter. Gleich sah ich, dass die Kette unten war. Keine Ahnung wie man die wieder draufbekommen sollte. Zufällig genau dann sahen wir das erste Auto und zwar ein Kleinbus mit Vietnamesen drin. Diese wollten erst nicht helfen, aber guckten es sich an. Ein Junge drehe ein paar Mal am Hinterrad und dann war die Kette wieder drauf. Da fährt man stundenlang und sieht keinen und dann zufällig das. Ein Mädchen gab mir Tempos, denn ich sah nach dem Versuch die Kette drauf zu machen aus wie ein Schwein. Es ging weiter und wir sahen einen Backpacker am Straßenrand und hielten an. Seinem Kumpel ist der Rucksack vom Motorrad gefallen und er sucht ihn. Die Geschichte kenne ich doch. Wir standen da, als 10 andere Backpacker mit ihren Motorrädern hergefahren kamen. Zwei Mädels fuhren hintereinander und die eine hielt an. Die andere sah das nicht und rauschte mit voller Geschwindigkeit rein. Es sah aus wie im Comic. Teile flogen durch die Gegend, die Mädels überschlugen sich und die Bikes schlitterten zu Boden. Wir rannten sofort hin und zum Glück passierte den Mädels nichts. Sie hatten beide lange Hosen und Pullover an und waren aufgeschürft. Die Motorräder sahen total zerlegt aus und eins ging nicht wieder an. Einer der Gruppe kümmerte sich darum und brachte das Bike wieder zum laufen. Nicht ungefährlich in einer großen Gruppe zu fahren.
Wir fuhren weiter, denn die anderen waren aus der Richtung gekommen wo wir hin wollten und waren bereits 4h unterwegs. Das kann ja noch lang werden. Die Fahrt war gut bis auf eine andere Nahtoderfahrung. Die LKW fahren immer mitten auf der Straße und machen auch keinen Platz für Zweiräder. Wir sahen erst spät, dass er mit Vollspeed auf unserer Fahrahn entgegen kam und schafften es gerade so, auf die Seite auszuweichen. Schon wieder Glück im Unglück. Uns kamen noch ein paar Fahrzeuge auf unserer Fahrahn entgegegen. Wenn man um die Kurve fährt, hupt man auch immer laut. Am Anfang fragte ich mich warum ich das mache, wenn sowieso keiner unterwegs ist, aber am Ende hin hat sich das ein paar Mal ausgezahlt. Ich hoffte die ganze Zeit die Kette würde drauf bleiben, aber sie sprang erneut mit einem lauten Ruck runter. Zum Glük waren da junge Leute die anhielten und uns halfen.
Keine 50 km später dasselbe. Nun sahen wir auch noch, dass die Kette einen Riss hatte. Ich sah aus wie ein Kaminfeger als ich die Kette wieder drauf hatte. Berni und ich hofften und beteten aber nach ein paar Metern tat es wieder einen Schlag und die Kette war nun endgültig in 2 Teile zerteilt. Zum Glück ging es diesmal (nicht wie die ganze Zeit) bergab. Berni musste ein paar Mal von hinten anschieben und ich bekam Krämpfe vom Kupplung halten. Ins nächste kleine Dorf waren es 12 km und wir wussten das würden wir so nicht schaffen Wir kamen an einem Haus vorbei und zeigten den Leuten die Kette. Diese riefen jemand an und nah 10 Min. kam ein Mechaniker. Fast wie beim ADAC in Deutschland also. Dieser schaute es sich an und meinte ich bräuchte ein komplett neues Kettenrad. So fuhr ich bei ihm auf dem Roller hinten drauf mit zu seiner Werkstatt um dieses zu holen. Ein anderer Typ signalisierte mir, dass ich mich an dem Typ während dem Fahren festhalten sollte, weil er das mag. Das war unangenehm und ich hatte ein sehr mulmiges Gefühl allein mit dem Typ mitzugehen. Die Fahrt zur Werkstatt dauerte ewig und zum Glück fuhr er anständig. Dort wurde ich von seiner Frau begrüßt die mir Spülmittel gab um mich zu waschen und mich in Zeichensprache ermahnte, dass ich lange Sachen wegen der Sonne anziehen sollte. Ich sah verheerend aus und hatte trotz mehrmaligem eincremen einen fetten Sonnenbrand. Wir fuhren zurück und der Typ tauschte Kettenrad und Kette aus. Hoffentlich ist jetzt nah dem 12. Mal in der Werkstatt mal eine Weile Ruhe. Sage und schreibe 43 Euro kostete mich der Unsinn schon wieder. Außerdem wollte der andere Typ mich heiraten. Zum Glück schaltete Berni schnell und sagte wir wären verheiratet.
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Leider ging schon langsam die Sonne unter und für die verbleibenden 70 km sollten wir noch über 3 Stunden brauchen. Da es aber nirgendwo anders ein Hotel gab mussten wir da hin. Uns taten unsere Hintern abartig weh (die Honda ist mehr wie eine Holzbank), ich hatte Kopfweh und keine Lust mehr. Die 300km am Tag in Australien fühlten sich schon viel an aber über 200 km am Tag hier ist fast nicht machbar.
Hilft ja nix, also Zähne zusammen beißen und weiter. Im Dunkeln fahren ist hier sehr gefährlich vor allem in den Bergen, wo Kinder, Kühe, Hunde und alles mögliche unvermittelt die Straße kreuzen. Mein Rücklicht funktionierte nicht und Bernis Abblendlicht auch nicht. Er setzte sich seine Stirnlampe auf. Ich sah überhaupt nicht wo ich hin fuhr und musste langsam fahren. Mein Licht ist alles andere als gut. Außerdem sieht man die Schlaglöcher so auch nicht. Die Fahrt war also eine einzige Tortur und die Kilometerzahl auf den Schildern wollte nicht weniger werden. Außerdem waren die Moskitos ein sehr großes Problem. Diese fliegen in die Scheinwerfer und laden einem direkt im Auge. Ohne Übertreibung sieht das im Scheinwerfer aus wie Schnee und wenn man durchfährt fühlt es sich wie Hagel auf der Haut an. Absolut unangenehm und ich sah nichts mehr vor lauter Fliegen im Auge. Wir sahen 2 Männer am Straßenrand die uns signalisierten anzuhalten. Das war mitten im Wald wo es sowieso schon unheimlich war. Eine erneute Panne wäre fatal gewesen. Die Männer kamen auf uns zu und Berni schrie ich solle weiter fahren. Wir beide gaben Vollgas und erst da sahen wir, dass die Männer eine Kettensäge in der Hand hatten. Hört sich an wie im Film, ist leider die Wahrheit.
Über booking.com buchten wir ein Hotel, als wir nach 8 Stunden endlich wieder Empfang hatten. Ein sehr netter Vietnamese fuhr vorne weg und brachte uns dort hin. Man kann sich nicht vorstellen was für ein geniales Gefühl es war als wir ankamen. Ich hatte Kopfweh und bestimmt trotz viel Trinken einen leichten Sonnenstich und Berni hatte Fieber, aber wir hatten es geschafft !
Die Zimmer waren sehr groß und wir zahlten 8 Euro pro Person was für Vietnam viel ist.
Ich lief nach der Dusche los um was zu Essen zu suchen und Berni ruhte sich aus. Es war schon 8 und wenn man bedenkt, dass wir um 10 los gefahren waren und außer der Panne keine große Pause hatten, ist das schon lange. Leider fand ich in ganz Kha San nichts zu essen, obwohl wir seit dem Frühstück keinen Bissen mehr hatten. Ich traf nette Backpacker die auch mit dem Motorrad da waren. Da sie vom Süden kamen, konnten wir uns austauschen
Mit dem Wissen am nächsten Tag eine fast genau so lange Strecke zu haben und mit hungrigem Magen schlief ich fix und fertig ein.

Angestrengte Grüße
Nadine

Pool day

Freitag, 27.05.2016

Den Tag an dem Berni noch unterwegs war, nutzte ich zum entspannen. Gut, dass das Hostel einen Pool hat. Die Reifen waren ideal zum liegen und relaxen und einfach mal nichts machen.
Adam war auch abgereist, aber es hatte genug andere Leute. Mit dem Wetter haben wir hier sehr viel Glück *aufHolzklopf*, denn die Sonne schien und der Himmel war wolkenlos.
Abends saß ich mit den gleichen Leuten wie am Vortag zusammen. Wir hatten wieder viel Spaß und ich probierte das erste Mal das Essen vom Hostel das sehr gut schmeckt.
Der Abend war schön und ich ging erst spät ins Bett, obwohl wir am nächsten Tag früh aufstehen müssen. Berni war auch wieder zurück und hatte sehr viel von seiner spannenden Tour durch diese große Höhle zu erzählen.
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Liebe Grüße aus dem Pool
Nadine

Botanical Gardens

Donnerstag, 26.05.2016

Berni war früh morgens mit einer Tour in die drittgrößte Höhle der Welt gegangen, wo er auch übernachtet.
So frühstückte ich allein in einem richtig guten Restaurant das einem Australier gehört. Dort hatte ich endlich mal wieder Käse und einen Nutellashake – wie verwöhnt !
Adam fuhr wieder mit mir mit und es ging zu den Botanical Gardens. Wieder fuhren wir die gleiche Strecke wie am Vortag durch den Nationalpark durch.
Für ein paar Cent kamen wir in den botanischen Garten. Dieser ist nicht, wie man sich einen solchen vielleicht vorstellt, sondern mehr ein Regenwald. Es war krass abartig schwül, aber ich beschwerte mich nicht. Wir entschieden uns für die 3 stündige Wanderung, die gerade mal zweieinhalb Kilometer lang ist. Es ging viel bergauf, wir mussten steile Hänge im Wald hochklettern und es war super lustig. Der erste Stopp war ein See in dem wir baden konnten. Wir waren die Einzigen was mich sehr verwunderte. Das Wasser war total angenehm und es war sehr schön dort. Wir trafen junge Vietnamesen die uns Bier schenkten. Diese wanderten mit einem ganzen Karton davon rum.
Es gab einen total beeindruckenden Wasserfall in dem wir auch baden konnten. Es kamen kleine Fische her und knibbelten an unseren Füßen. Das war lustig und kitzelte und andere Leute zahlen im Spa Geld dafür. Das Wasser das von oben runter kam war eine gute Massage und wir badeten lange. Der Weg war sehr rutschig und Adam fiel hin, tat sich aber zum Glück nicht weh.
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Unterwegs trafen wir eine Schulklasse Vietnamesen die uns total cool fanden. Wiedermal stritt sich jeder um ein Selfie mit uns.
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Auf dem Rückweg hielten wir in dem berühmten Bamboo Cafe das das beste Restaurant im Umkreis sein soll. Dort gibt’s total gutes Essen und ich bekam Tofu mit Käse überbacken und einen guten Bananenshake mit Rum. Das Ambiente ist gemütlich und alles sieht urig aus.

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Im Hostel war wieder einiges los und die Stimmung war gut.

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Am Abend traf ich total viele Leute aus der ganzen Welt. Wir saßen zusammen, spielten Kartenspiele, nutzten die Happy Hour aus und hatten super viel zu lachen.

Athena und ich relaxten im Pool in Gummireifen. Ein paar Jungs spielten Ball und wir machten mit. Das ist gar nicht so einfach im Sitzen. Die Jungs waren richtig wild und ich bekam zwei Mal den Ball an den Kopf. Wir hatten super viel Spaß und es war genial.

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Ausnahmsweise war ich die einzige Deutsche, was auch mal schön war. Ich verstand kein Spiel so richtig, aber gewann fast alle. Auch Poker spielten wir und die anderen lachten, weil ich so oft gewann und gar nicht wusste was ich tat.
Nachdem die Bar vom Hostel zu hatte, gingen wir über die Straße wo eine Art Club ist. Da war aber fast nichts los. Trotzdem saßen wir noch alle lange zusammen und hatten einen schönen Abend.

Liebe Grüße vom Botanical Garden
Nadine

Dark Cave without rain

Mittwoch, 25.05.2016

Ich bin mit fetten Kopfschmerzen aufgewacht, aber wenigstens bin ich aufgewacht. Der Fahrer war nämlich echt total verrückt.
Wir stiegen um 5 morgens aus und mussten noch 45. Min bis nah Phong Nha fahren, wo wir hin wollten. Die Fahrt war total schön, es war schon hell und die Sonne schien. Ja, richtig gelesen. Die Sonne zeigte sich und es war kein Regen in Sicht. Da kann der Tag ja nur gut anfangen.
Im Hostel konnten wir noch nicht einchecken, aber frühstücken. Dabei lernten wir den netten Australier Adam kennen. Dieser wollte mit uns mit auf Tour gehen. Er traute sich sogar bei mir hinten auf dem Motorrad mitzufahren. Erst fuhr ich zur Werkstatt um meinen Kupplungshebel richten zu lassen der gerissen war. Der Mechaniker mochte mich und gab mir einen sehr günstigen Preis.
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Um 9 gab es ein Gespräch vom Hostel aus in dem erklärt wurde, was man hier machen kann, was sehr hilfreich war.
Es ging insgesamt 65 Kilometer mit den Motorrädern durch den Nha-Ke Bang Nationalpark. Die Landschaft war wunderschön und es war so grün, dass man dachte man fährt durch einen grünen Farbtopf. Die Farben waren total leuchtend und es war toll zu fahren. Die Karstformation des Nationalparks ist die älteste bedeutende Karstregion in Asien und außerdem ist er Weltkulturerbe.
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Ich dachte Adam hinten drauf macht was komisches, weil ich nicht mehr schalten konnte. Leider war das kein Problem von Adam, sondern von Emma. Diese hatte mal wieder keine Lust. Zufällig standen wir ganz genau neben einem Mechaniker. Dieser machte eine Weile was rum und sagte ich könne wieder gehen. Als ich nach dem Preis fragte, sagte er das passe schon. So nette Vietnamesen habe ich selten kennen gelernt. Das war übrigends Emmas 10. Juiläum in der Werkstatt.
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Unser erster Stopp war die „Dark Cave“. Dort mussten wir erst ewig warten, bis die Gruppe voll war. Dann bekamen wir einen halbstündigen Film zu sehen, wo alles gezeigt wurde was wir machen. Das war super unnötig und echt langweilig. Endlich konnte es los gehen und wir hatten Gurte, Schwimmwesten und Helme mit Taschenlampen bekommen. Wir erklommen zuerst Treppen zu einem Turm und dann wurden wir nacheinander an eine Zipline gehängt. Mit 400m ist diese die längste Seilbahn in Vietnam. Es machte super viel Spaß und ich kam mit einer ziemlich hohen Geschwindigkeit ans Ende. Dabei krachte ich gleich mit den Füßen in den Boden.
Danach schwammen wir im eiskalten Wasser ca. 20 Meter bis zur Höhle. Alles war super schön und das Wasser total klar. In der Höhle war es, wie der Name schon sagt, stockdunkel. Nur die Taschenlampen zeigten uns den Weg. Unser Guide war nicht besonders hilfreich und Berni musste vorausgehen. Wir sahen Fossilien und die Höhle ist riesig und sehr beeindruckend. Alle wateten durch Wasser und dann wurde es sehr eng. Damit kam der beste Teil. Es ging nämlich ewig lang durch Matsch. Dort war es total rutschig und ein paar fielen hin. Alle sahen nach kurzer Zeit aus wie Schweine. Am Ende der Höhle versank man fast bis zum Kopf im Matschtümpel. Wir ließen uns ganz reinfallen und das war ein totaler Spaß. Irgendwie gab der Matsch viel Auftrieb, denn man konnte gar nicht untertauchen. Berni fing an einen Matschball zu formen und mir an den Kopf zu werfen. Dann ging es los. Alle auf Berni. Es entstand eine große Matschschlacht und alle machten bei der Gaudi mit. Erst ermahnte uns unser Guide und als Berni nicht guckte, warf der Guide Berni ab. So war er auch in die Matschschlacht integriert. Als wir fertig waren, sahen wir alle aus wie die größten Ferkel. Zum Glück konnten wir uns in einem See in der Höhle sauber machen.
Aus der Höhle draußen, konnten wir zu zweit in Kajaks steigen und ans andere Ende des Sees rudern. Dort gab es eine zweite Seilbahn. Diese war ca. 10 Meter über dem Wasser und man musste sich festhalten. Am anderen Ende musste man sich loslassen und fiel dann ins Wasser. Viele machten Backflips und landeten auf dem Rücken. Das war ein großer Spaß und ich war froh, dass ich mich auch traute. Ein Mädchen ließ gleich am Anfang los und fiel mit dem Rücken voraus ins Wasser. Sie weinte und sagte ihr täte alles weh. Berni und ich hatten Seilbahnen nebeneinander und fielen gemeinsam ins Wasser. Die Schwimmweste mussten wir da immer noch tragen. Die Dark Cave ist also definitiv einen Ausflug wert und der Spaßfaktor ist garantiert.
Wir fuhren weiter durch den Nationalpark um zur „Paradise Cave“ zu kommen. Diese Tropfsteinhöhle ist ohne Wasser, aber wohl auch lohnenswert. Unterwegs trafen wir andere Backpacker die uns den Weg zeigten, denn wir wussten nicht, dass wir schon zu weit waren. Es war bereits 3 Uhr und um 4 sollte die Höhle schließen. Da der Weg darauf lang und beschwerlich sei, hätte sich das nicht mehr gelohnt. Berni wollte trotzdem hin fahren. Er beschloss noch rein zu gehen, aber Adam und ich hatten total Hunger und wollten den Weg nicht mehr rauf laufen.
So fuhren wir beide zurück und Berni sollte nachkommen.
Die Straße zurück war sehr abenteuerlich und es war gar keine richtige Straße. Diese wurde nämlich gerade erst gebaut und es waren viele LKWs und Walzen unterwegs. Teilweise musste ich im Matsch fahren und Adam musste absteigen.
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Zurück am Hostel suchten wir uns ein nettes Einheimischen-Restaurant, wo wir sehr gut aßen.
Am Abend war einiges los im Hostel, es spielte eine super Liveband und es gab eine Happy-Hour. Ich war so müde von dem tollen Tag, dass ich schon früh ins Bett ging.

Liebe Grüße und gute Laune
Nadine

It can’t get any worse (dangerous day)

Dienstag 24.05.2016

Der Tag fing schon doof an. Leider musste ich mich nun entscheiden mit wem ich mit will. Da die Route von Berni mir eher zusagte, beschloss ich nach viel hin und her, dass ich mit ihm mit will. Natürlich fanden das Yvonne und Alex schade und ich auch. So war der Moment des Abschieds nach dem Frühstück gekommen.
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Berni und ich wollten aufbrechen. Leider mal wieder nur „wollten“. Emma sprang nicht an und gab keinen Mux von sich. Zum Glück waren die im Hotel so nett um uns zu Fuß zur Werkstatt zu begleiten. Mein Motorrad wurde sogar geschoben. Eine Weile machte der Mann von der Werkstatt rum, dann startete Emma und er wollte umgerechnet 2 Euro dafür.
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Endlich können wir los! Fehl gedacht. Denn nun hatte Bernis Motorraddl dasselbe Problem. In einer anderen Werkstatt ließ er es richten und dann ging es wirklich los.
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Der Stadtverkehr in Hanoi ist immer aufs neue nervenaufreibend. Von allen Seiten kommen Autos, Motorräder und Fahrräder und der Querverkehr hat immer Vorfahrt. Gerade ist sowieso einiges los in Hanoi, weil Obama ja derzeit hier ist. Es ist sehr gefährlich zumal Busse und Autos keine Rücksicht auf Zweiräder nehmen. Man kann sich nicht groß erlauben in den Spiegel zu schauen (hab ich sowieso keine mehr), weil in dem Moment jemand in einen rein fährt. Berni: „Nadine wie schnell darf man hier fahren?“ Ich: „Berni das ist völlig egal wir haben sowieso keinen Tacho. Fahr so schnell wie du willst!“
Wir waren nach einer Stunde fast aus der Stadt draußen, als es sehr heftig anfing zu regnen. Ich wollte in ein Restaurant, aber Berni wollte noch weiter fahren. Schon nach einigen Sekunden war der Regen so heftig, dass man überhaupt nichts mehr sah. So stellten wir uns unter und landeten am Tisch von Vietnamesen die Kaffeekränzchen hielten. Diese luden uns auf eine Tasse Tee ein und rauchten aus dem Holzrohr aus dem jeder hier raucht. Berni probierte den Tee und merkte schon nach einem Schluck, dass das nichts Normales war. Es roch eher wie etwas anderes als Tee. So ließen wir beide den Tee stehen und ich war froh, dass ich es nicht probiert hatte.
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Als der Regen nachließ, fuhren wir weiter. Leider nicht mal 5 Min. denn dann fing es genau so heftig wieder an. Ein Dach gab uns Schutz. Wir waren total verzweifelt. Als Berni dann in seinem fetten österreichischen Akzent anfing zu fluchen, konnte ich mich nicht zusammen reißen. Ich musste so laut los lachen und konnte nicht mehr aufhören. Zitat: „Foah noch Vietnam homs gsogt . Kaf da a Motorradl homs gsogt . Leiwand (cool) wird’s homs gsogt.“ Ja diese Idee war eindeutig nicht die Beste und vor allem nicht in der Regenzeit. Die Straßen waren mittlerweile überflutet und Bernis Lieblingaussage die sehr gut passte: „bist du närrisch?“; bekam eine komplett neue Bedeutung. Es war echt zum Speien und wir waren total ratlos. In dem Regen macht es definitiv keinen Sinn noch weiter zu fahren, aber wohin wollen wir sonst? Es regnet überall in Vietnam. Wir standen da im Regen wie begossene Pudel und waren planlos. Der Flug nach Hong Kong wurde immer wahrscheinlicher. Überall fuhren Vietnamesen mit Regenponchos herum.
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So drehten wir wieder um in den Verkehr von Hanoi. Das Spritzwasser hinten von den anderen Zweirädern machte die Situation nicht besser. Als der Regen wieder zu stark wurde um was zu sehen, setzten wir uns in ein Café wo es deutsche Schokolade, Nutella und viel mehr gab. Wir tranken Kaffee und berieten wie es weiter gehen sollte.
IMG_0094 (FILEminimizer)Mittlerweile war mir nicht mehr zu lachen zu Mute und ich hatte die Nase total voll. Keine Lust mehr auf dieses Land, dieses Wetter und mein Motorrad. Trotzdem fuhren wir zum Bahnhof und fragten nach einem Nachtzug in den Süden, wo es wenigstens nicht von morgens bis abends regnen sollte. Dieser sollte 1 Mio. Dong kosten (40 Euro). Außerdem könnten wir die Motorräder nicht mitnehmen. Auch das Busunternehmen vom Nachtbus konnte keine 2 Bikes mitnehmen. Berni lief in ein anderes Reisebüro und dieses gab uns eine Adresse von einem Nicht-Touri Busunternehmen. Ohne Akku in den Handys fuhren wir im Regen dort hin. Für 30 Euro könnten wir diese Nacht noch fahren und unsere Bikes mitnehmen. Irgendwas muss auch mal gut gehen. Wir buchten das Ticket und hatten noch fast eineinhalb Stunden bis zur Abfahrt.
So liefen wir mit nassen Klamotten los, um uns was zu essen zu suchen, denn es war bereits dunkel und wir hatten seit dem Frühstück nichts mehr gegessen. Leider war das hier unmöglich und es gab keine Restaurants. In eines das wir fanden, setzten wir uns und die Speisekarte hörte sich gut an. Bevor wir die Bestellung aufgaben, wollte ich schon meinen Laptop zum Laden einstecken. Ich steckte den Stecker rein und plötzlich machte es einen lauten Schlag, es gab einen riesigen Funken (fast schon eine Flamme) und das Restaurant war stockdunkel. Ich hatte einen sehr starken Elektroschock bekommen der durch meinen ganzen Körper floss. Mir tat die Hand weh, diese war total schwarz und mir war sehr komisch. Ich musste mich hinsetzen und erstmal wieder sortieren. Die Leute im Restaurant kümmerten sich nur um ihren Strom und schauten mich böse an. Die Sicherung ging nicht wieder rein und sie probieren ewig herum. Berni hatte erst gelacht, aber sah dann, dass es mir nicht gut ging. Ich sagte zum Spaß, dass ich bestimmt die ganze Straße lahm gelegt hätte. Zum Glück nicht. 10 Minuten später war es immer noch dunkel und wir flüchteten schnell. Berni entschuldigte sich bei den Leuten, aber ich sah da keinen Grund. Diese Geschichte kann ich noch lange erzählen.
Leider gab es auch kein anderes Restaurant, aber wir fanden ein sogenanntes „Playhouse“. Erst dachten wir an was anderes, aber es handelte sich um einen Indoor-Spielplatz für Kinder. Dort gab es nichts Vegetarisches, aber ich aß Knoblauchbrot und Pommes. Berni hatte eine Pizza die nicht sehr gut aussah. Davon meinen Laptop nochmal einzustecken sah ich ab, aber mein Handy steckte Berni ein. Dabei hielt ich den Atem an. Alles ging gut. Die Musik im Kinderparadies war schrecklich und es kam unter anderem Rudolf das Rentier. Die Musik strapazierte meine Laune zusätzlich. Das kommt nicht oft vor, aber ich war an einem Punkt, an dem mir alles zu viel war und ich absolut keine Lust mehr auf Vietnam hatte. Es waren kaum Kinder da und die Leute dachten bestimmt wir spinnen, weil wir ins Kinderparadies zum Essen kommen.
Pünktlich waren wir wieder am Bus. Wir waren die ersten die rein sind und ich freute mich darauf, ein Bett/Sitz aussuchen zu dürfen. Der Schlafbus war derselbe den ich das letzte Mal schon hatte. Leider waren die Sitze diesmal fest zugeteilt. Als aber keiner mehr kam, nahm ich mir den besten Platz unten am Fenster. Da kann man sich wenigstens anlehnen. Wir kontrollierten, ob sie unsere Motorräder tatsächlich eingeladen hatten, denn hier weiß man ja nie.. Diesmal bekam jeder eine Flasche Wasser und ich hatte einen TV vor mir. Im Bus waren sonst nur Vietnamesen. Die Filme waren auf vietnamesisch mit vietnamesischen Untertiteln. Um 8 fuhren wir los in Richtung Phong Nha. Ich war gerade am Abschalten, da war ich plötzlich wieder hellwach. Der Busfahrer bremste aus unerklärlichen Gründen sehr stark, der Bus kam ins Schlingern und geriet völlig außer Kontrolle. Er kippte nach links und rechts und Berni und ich waren uns sicher, dass er jetzt umkippt. Berni sah aus dem Fenster heraus, dass der Bus fast auf die Leitplanke drauf gekippt wäre. Mein Herz rutschte in die Hose und dann gab es einen Schlag. Keine Ahnung wie, aber der Bus fing sich wieder. Selbst die Vietnamesen im Bus waren schockiert und alle redeten wild durcheinander. Das war sehr knapp ! Genug Adrenalin für diesen Tag. Der Fahrer fuhr danach unter aller Sau. Er hupte ständig (die Hupe hört sich an wie von einem Zug) bremste sehr stark und abrupt, fuhr wie eine gesenkte Sau und überholte haarscharf andere Busse. Ich war so müde, dass ich einschlief, aber Berni war das überhaupt nicht geheuer und er konnte nicht schlafen. Berni war sich sicher, dass der Fahrer irgendwas genommen hatte, denn er konnte nicht mal ruhig dasitzen und zappelte rum. Am liebsten wäre ich ausgestiegen.
Ich fragte mich, ob das Restaurant immer noch ohne Strom sein würde und ob wir heil ankommen würden und Berni und ich machten Witze darüber. Erst ein ganzes Restaurant lahmlegen und dann abhauen ohne was zu bestellen. Wir sind nette Touristen. Die Regentropfen auf die Fenster hatten was beruhigendes.
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Liebe Grüße vom gefährlichen Tag
Nadine

Long Trainride and lost Actioncam

Montag, 23.05.2016

Natürlich war wie zu erwarten das Wetter nicht besser. Es schüttete was das Zeug hält und uns war klar, dass das so keinen Sinn macht.
Schon auf dem Weg zum Bahnhof wurden wir nass.

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Sind meine Handschuhe nicht schick?

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Wir waren sehr rechtzeitig dran und wussten schon warum. Gleiches Problem wie immer: sprachliche Barrieren. Bis wir unsere Tickets hatten, mussten wir ein paar Mal die guten Dienste des Google Übersetzters in Anspruch nehmen und wieder viel Geduld aufbringen um alles zu organisieren. Die Mühlen mahlen langsam, vorallem in Lao Cai. Bis wir endlich unsere Tickets hatten, der Sprit aus unseren Motorrädern gelassen wurde und wir diese „eingecheckt“ hatten, war es zu spät fürs Frühstück. Hungrig wollte keiner von uns die 9 stündige Zugfahrt antreten. Ich flitzte los um mir an einem Kiosk Kekse zu kaufen. Die anderen wollten gerade auch los, als ein Angestellter des Bahnhofs hektisch und nervös auf uns zugerannt kam. Wir dachten irgendwas stimmt mit den Motorrädern nicht und bekamen einen Schrecken. Er wollte mir nur meine Plastiktüte geben die ich während der Fahrt nicht am Lenker lassen durfte. Dafür so einen Stress machen… Die anderen liefen los und ich bewachte das Gepäck als eine andere Angestellte kam und sagte wir sollten schnell in den Zug, weil dieser gleich los fahren würde. Ich versuchte die anderen zu erreichen, aber es ging keiner an sein Handy. Die Frau stresste immer mehr und von den anderen war nichts zu sehen. Als sie zurück kamen, sprangen wir schnell in den Zug. Für was? Dafür. dass wir noch 20 Min. warten mussten, bis dieser Lao Cai verließ.
Die Fahrt zog sich sehr lange und der Zug ist total alt. Immer wieder hüpften die Wagons und schlugen wieder auf den Schienen auf. Wir fragten uns, wie viele Zugunglücke es hier wohl gibt. Der Regen ließ nicht nach und wir waren froh den Weg nicht fortgesetzt zu haben. Es zogen viele grüne Felder, Wasserbüffel und Feldarbeiter an uns vorbei. Wir beschäftigten uns mit unseren elektronischen Geräten und mit Reden. Wie schon gesagt haben wir viel Spaß und auch Yvonne und Alex die 35 und 39 sind, benahmen sich mit uns wie kleine Kinder. Im Zug waren sonst nur Einheimische die bestimmt dachten: dumme Touristen !
Wir wussten nicht, wo wir aussteigen müssen, weil Hanoi viele Bahnhöfe hat, aber mit Händen und Füßen erklärte uns eine Frau wo wir hin müssen.
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Als wir nach geschlagenen 9 Stunden um 7 abends Hanoi erreichten (für mich bereits das 4. Mal), regnete es zum Glück nicht. Wir hatten schon Angst, dass unsere Motorräder in Lao Cai vergessen wurden, denn beim Ausladen waren sie nicht dabei. Zum Glück bekamen wir sie unbeschadet wieder.

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Diesmal sprangen alle Bikes an, aber wir mussten trotzdem eine Tankstelle suchen. Das mit dem Sprit rauslassen ist zwar verständlich, aber echt nervig. Das ist jetzt nun schon das zweite Mal, dass ich einen vollen Tank verschenken muss. Die Vietnamesen wissen wie man Geschäfte macht, denn vor dem Bahnhof standen Frauen, die Sprit in 1 L Flaschen verkauften. Da wir nicht wussten, ob wir gleich nochmal einen anderen Zug nehmen würden, reichte uns vorerst der eine Liter und wir kauften was.
Der nächste Stopp war was zu Essen. Es ist ja schon lange her, dass wir was gegessen hatten, denn im Zug gab’s nix. Der Verkehr war so krass wie immer und schon nach ein paar Metern verloren wir uns. Sich wieder zu finden ist unmöglich, vorallem wenns dunkel ist. Berni und ich fanden auch kein Restaurant und meine Laune ging immer mehr in den Keller. Über das Internet hatte ich ein Hotel gebucht und dort fuhren wir hin. Es war ein riesen Drama bis wir es fanden. Das Golden Time Hotel 3 ist echt zu empfehlen. Die Mitarbeiter sprechen Englisch und sind super nett. Gleich bekamen wir einen kostenlosen Kaffee und konnten durchatmen. Die anderen beiden hatten sich immer noch nicht gemeldet. Glücklicherweise bekamen wir ein Upgrade und hatten für 4 Euro ein total großes Luxuszimmer mit 2 großen Betten. Es war sehr sauber und sah genial aus.

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Berni und ich liefen dann los um Essen zu suchen und setzten uns endlich in ein vietnamesisches Restaurant. An meinem Tofu waren Reste vom Chicken dran und ich als Vegetarier habe dann schon genug. So ließ ich das Essen stehen und gab auf. Bernis Essen war wohl ungenießbar und auch er aß es nicht.
Wir liefen durch die Straßen von Hanoi und alles war super toll beleuchtet. Wir schlenderten über einen Markt und hatten einen schönen Abend. Irgendwann wollte ich was kaufen und stellte beim Blick in meine Tasche sehr erschrocken fest, dass meine Actioncam fehlte. Ich durchsuchte meine Taschen, aber: nichts ! Das ist jetzt das zweite Mal, dass ich sie verliere (einmal in Australien mit meinem gesamten Rucksack). Ich wusste, dass ich nicht nochmal Glück haben werde und sie wieder finde, zumal die Vietnamesen bestimmt nicht so ehrlich sind wie die Australier. In weiser Voraussicht hatte ich im Zug alle Videos gesichert. Wir liefen zurück zum Markt, fragten an dem Stand wo ich sie das letzte Mal hatte und suchten alles ab. Natürlich erfolglos. Ich war super genervt und sauer auf mich selbst. Das versaute endgültig meine Laune. Wir liefen gerade zurück, als Berni sich bückte und wie selbstverständlich was aufhob. Ich dachte er hätte was fallen gelassen. Nun das Unglaubliche: Unter einem Roller im Dunkeln sah er meine Actioncam und hob sie auf. Das ist doch unfassbar, oder ? Absolut überhaupt nicht kann ich verstehen, warum ich so ein Glück habe. Es war schon jemand über die Kamera drüber gefahren, denn sie sah mitgenommen aus und die Linse war sehr stark verkratzt. Trotzdem habe ich sie wieder. Wie eine Gestörte fiel ich Bernie um den Hals und freute mich abartig. Ich kanns immer noch nicht glauben, dass er die Kamera dort fand und sie noch niemand mitgenommen hatte. Es gibt Dinge die gibt’s gar nicht !
Berni hatte noch Hunger und bestellte was im Burger King. Totaler Kulturbruch, aber wenn man hier nichts gutes findet..

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Im Hotel trafen wir dann Yvonne und Alex an, die 3 Stunden später auch den Weg hierher gefunden hatten. Wir unterhielten uns ewig, wie es weiter gehen sollte. Nun wurden schon so viele Pläne gemacht, über den Haufen geworfen, Wetterberichte und Flüge gecheckt und endlose Diskussionen geführt.
Berni sagte er wolle nicht mehr zu Viert reisen, weil das mit der Zeit zu anstrengend wird, weil wir uns dauernd verlieren und immer jeder eine andere Meinung hat.
Die Pläne von Yvonne und Alex, sowie der von Berni hörten sich gut an und ich war hin und hergerissen mit wem ich nun reisen sollte. Ich komme ja mit allen gut aus. Da ich mich noch nicht entscheiden konnte und wollte, gab ich mir bis zum nächsten Morgen Zeit.
Es war schon fast 3 als ich einschlief. So viele Gedanken in meinem Kopf.

Liebe Grüße (wiedermal) von Hanoi
Nadine

Let’s go to China

Sonntag, 22.05.2016

Endlich habe ich mal wieder was spannendes zu berichten – yuhu ! Schon um halb 6 wurde ich von lauten Lautsprechergesängen und Musik geweckt. Das war der beste Wecker und sehr ohrenbetäubend. Heute finden nämlich die Wahlen in Vietnam statt. Eine Ehre dafür hier sein zu dürfen, denn diese ist nur alle 5 Jahre. Lautstarkt wurde diese dann verkündet und gefeiert. Außerdem kommt Obama morgen nach Hanoi. Doppelter Grund zur Freude also für die Vietnamesen.
Um 8 wollten wir los, aber das Wetter sah so aus wie gestern – bäh ! Regen, Regen und noch mehr Regen. Um halb 11 trafen wir uns in einer regenfreien Minute und fuhren los. Vielleicht keine so gute Idee, denn die Sicht war nicht vorhanden. Durch den dichten Nebel mit einer Sichtweite unter 10 Metern sahen wir uns gegenseitig nicht mehr. Es ging Berg runter, regnete in Strömen und war kalt. Trotz meiner Motorradjacke die eigentlich regendicht sein soll, war ich in Kürze pudelnass. Die anderen hatten Regenponchos, was eine gute Idee war. Das Wasser kam sogar unten aus meinen Schuhen wieder raus und ich hatte Angst, dass meine Schutzhülle für meinen Rucksack nicht dicht ist. Nun wusste ich, warum ich diese Hülle schon 14 Monate unnötig mit mir herum schleppe, genauso wie meine Motorradjacke. Das Wasser lief überall rein und es war sehr unangenehm. Dann kam auch noch ein eisiger Sturm, der uns den Regen ins Gesicht peitschte. Das fühlte sich an wie 100 Nadelstiche. Das Visier musste ich offen lassen, weil ich sonst nichts mehr gesehen hätte. Meinen Mund presste ich die ganze Zeit zu, weil das abgasverseuchte Regenwasser bestimmt nicht so gesund ist. Meine Augen brannten schon total. Kurzum: Ein Motorradtrip wie ihn sich keiner von uns vorgestellt hatte. Bis zum nächsten Ort Lao Cai ging es über Serpentinen für 30 km. Bei jedem Kilometer weniger freute ich mich total. Es ist enttäuschend, wenn man so eine schöne Strecke fährt und nicht mal die eigene Hand vor Augen sieht.
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Eigentlich wollten wir nicht aufgeben und weiter bis ins 50 Kilometer entfernte Muo Kong fahren. Da Lao Cai aber an der chinesischen Grenze ist, beschlossen wir kurz nach China zu fahren. Ja richtig gehört! China ! Wir freuten uns wie kleine Kinder, machten Scherze, wollten Bilder vom Länderschild China’s machen und lachten total über unsere Euphorie nach China zu fahren. Wir waren bereits kurz vor der Grenze, als das zu erwartende passierte: Emma ruckelte und starb. Natürlich dachte ich, ich bin im falschen Film. Nicht schon wieder ! Wenigstens war ich diesmal nicht allein.
Bei einer Werkstatt wollte uns keiner helfen und alle ignorierten uns unfreundlich. Dann fuhren wir zu der Werkstatt bei der Yvonne bereits vor ein paar Tagen mit ihrem Motorrad war. Zum Glück hatte ich das Problem mit dem Bike noch in vietnamesisch übersetzt, denn natürlich konnte auch hier keiner ein Wort englisch. Der Mann machte ewig rum, fuhr ein paar Mal Probe, aber das Problem bestand. Wir hatten Hunger und wollten keine Zeit verlieren und gingen was Essen. Die anderen fuhren und ich lief wie ein begossener Pudel im Regen hinterher. Ich muss gestehen, dass wir wieder Essen aus dem Westen aßen. Nun habe ich schon ein bisschen Angst um meinen Magen.
Der Mechaniker hatte Emma fertig als wir zurück kamen. Die Zündspule war kaputt. Das musste er nicht erklären, das sah sogar ich als Laie. Hoffentlich ist jetzt eeeendlich mal alles gut und Emma erledigt zuverlässig ihren Dienst. Für 12 Euro war das jetzt auch wieder keine große Ausgabe aber ärgerlich und zeitaufwendig.
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Leider war es nun schon zu spät um weiter zu fahren, denn für 50 Kilometer hier braucht man wegen den schlechten Straßen über 2 Stunden. Außerdem regnete es immer noch aus Kübeln. Nach langen hin und her und vielen Diskussionen fanden wir ein sehr schickes Hotel über booking.com für 7 Euro. Es war eine wahre Befreiung aus den triefnassen Klamotten raus zu kommen und zu trocknen. Leider spricht auch im Hotel keiner englisch und mit Händen und Füßen mussten wir einchecken.
Berni und ich liefen los um nach einer Regenhose zu suchen. Ich kaufte mir einen Poncho, Überzieher für die Schuhe und Putzhandschuhe. Nun bin ich auch ausgestattet, aber hoffentlich werde ich das nicht brauchen.
Stundenlang ließen wir die Laptops qualmen, checkten Wetterberichte für ganz Vietnam und Süd-Ost-Asien, überlegten und suchten nach Alternativen. Überall sah der Wetterbericht für die kommenden 14 Tagen gleich aus: Regen, Gewitter, Stürme. Selbst Schuld: Man kommt auch nicht in der Regenzeit nach Vietnam. Hätte ich wissen sollen…
Jedenfalls guckten wir als Plan B schon nach Flügen nach China, weil da das Wetter besser ist. China ist nun in unseren Köpfen und will da nicht mehr raus. Wie gesagt ist das Wetter sonst ist ganz Süd-Ost-Asien doof.
Da der ATM (Geldautomat) meine Karte wieder ausspuckte ohne mir Geld zu geben, rief ich bei der Bank an, aber diese meinten es sei alles ok. Zum Glück ! Hier ohne Geld zu stehen wäre sehr ungeschickt.
Wir trafen uns mit Yvonne und Alex um zu besprechen, was wir machen sollen. Am nächsten Tag wollten wir das Wetter entschieden lassen, ob wir unsere Route fortsetzen werden. Da aber nur Regen voraus gesagt war, hatten wir einen Plan B und fuhren zum Bahnhof. Wir wollten nicht mit den Bikes dort hin fahren und suchten nach einem Taxi. Hier spricht kein Mensch Englisch und wir wurden immer genervter. Nicht mal nach dem Preis konnten wir bei den Taxis richtig fragen. Jeder sagte einen total unterschiedlichen Preis und ins 5. Taxi stiegen wir ein.
Wir brachten in Erfahrung, dass am nächsten Tag um 10 morgens ein Zug nach Hanoi fährt und von dort können wir weiter in den Süden, wo es zumindest ein bisschen besser aussieht. Der Taxifahrer wartete und brachte uns zurück zum Hotel.
Dort fragten wir nach einer Wäscherei, um unsere Sachen zu trocknen. Keiner der vielen Angestellten konnte auch nur ein Wort englisch. So langsam wird das hier sehr anstrengend. Natürlich verständlich, dass hier nicht jeder fließend englisch sprechen kann. Wenn ich in einer Touristengegend leben würde, würde ich die Sprache jetzt vielleicht auch nicht extra lernen. Trotzdem finde ich sollte man bereit sein zu helfen. Ein Wörterbuch kann jeder auf sein Handy laden und wenn man in einer Touristenbranche arbeitet, kann man ja wenigstens die Grundbegriffe lernen. Nicht mal Zeichensprache wird hier verstanden und das macht es echt anstrengend und nervenaufreibend.
Auch die Suche nach Essen gestaltete sich nach 9 Abends in einer nicht-Touristengegend schwierig. Mit dem Google Übersetzer bestellten die anderen Essen, aber mir war vor lauter Stress der Hunger vergangen. Die Restaurantbesitzer waren nett, obwohl wir uns nicht verstanden und machten Fotos mit uns.
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Im Regen rannten wir zurück zum Hotel und gingen wieder in die gemütlichen Zimmer. Wir hatten an diesem Tag viel zu lachen, obwohl es eigentlich nichts zu lachen gab. Es war super witzig und wir sind eine coole Reisetruppe. Hoffentlich wird das Wetter besser, denn dann können wir unseren Trip erst alle genießen.

Regnerische Grüße
Nadine