Dead Kangaroo, rain, pub-evenings, blackout and missing horse

Freitag, 11.12. – Mittwoch, 16.12.2015

James fuhr seine Frau zum Flughafen, die für eine Woche weg fliegt und seine Kinder für diese Zeit zur Tante. Diese haben gerade Ferien. So war die Woche ruhig. Mir fehlte das Kinderlachen auf der Farm.
Meinem Chef seinem Bruder Lori half ich eine Stute zu decken und außerdem beim Beschlagen eines kleinen Hengstes. Der kannte das nicht und kickte ständig und machte gefährliche Sachen. Als alle vier Eisen drauf waren, war ich froh. An diesem Tag ließen wir 3 Stuten decken und das ist total anstrengend. Ich muss gleichzeitig die Nasenbremse und die Stuten halten und wenn die weg laufen wollen, muss ich mich mit meinem ganzen Gewicht gegen die Pferde stemmen. Bei über 30 Grad kein Spaß und ich bekomme immer mehr Muskeln.
Am Samstag regnete es wie aus Kübeln. Ich hatte zwar meine Regenjacke und Gummistiefel an, aber als ich Heu fütterte, wurde es so heftig, dass ich aufhören musste. Davor fragte ich, ob ich die Pferde trotzdem auf die Paddocks bringen soll. Ich sollte Decken drauf machen und sie dann raus stellen. Das bringt meiner Meinung nach zwar nicht viel, weil es nur dünne Wolldecken sind und es darunter bestimmt kalt ist, wenn diese nass werden, aber na gut.
James hatte auch Mitleid mit mir weil ich begossen war. Wenigstens war es alles andere als kalt. Er sagte dann, dass ich nur noch Heu in die Boxen schmeißen soll, ausmisten, die Pferde rein bringen und einen ruhigen Tag haben kann. Irgendwie lustig, dass er erst sagt die Pferde können draußen bleiben, aber sie dann doch wieder rein müssen. Natürlich fand ich es super lieb, dass er mich vor dem Regen erlöst hat, aber bei dem Matsch hätte man die Pferde auch nicht mal in die Führanlage stellen können. Er meinte wir machen dafür am Nachmittag mehr. So fuhr ich dann schon um 10 Uhr morgens nach Kingaroy, verbrachte den ganzen Tag im Mc Donalds und erledigte einige Sachen. Dort ist es richtig kalt und die Klimaanlage ist grundsätzlich auf Stufe 10 eingestellt. Ich muss immer eine dicke Jacke anziehen, oder mich raus setzen.
Eigentlich müsste man ja meinen, dass man was lernt wenn man ein Mal eine leere Auto-Batterie hat. Nicht so ich. Mein Radio summte kurz auf und dann verstummte mein Auto. Ich hatte vergessen das Licht aus zu schalten. Zum Glück gibt’s in meinem Auto ein Starterkabel. Im Regen bat ich einen sehr netten, jungen Mann um Hilfe. Dieser war durchaus hilfsbereit und nach wenigen Minuten erwachte meine Batterie wieder zum Leben.
Als ich dann um 4 wieder da war und fragte, was ich machen soll, meinte mein Chef, dass ich füttern soll und dann fertig bin. Ich dachte der hat jetzt was weiß ich geplant, aber füttern muss ich ja sowieso jeden Tag. Das war also ein sehr entspannter Tag. Es könnte ruhig öfter regnen 😉 Pünktlich als ich mit dem Quad los fuhr, wurde der Regen heftiger und peitschte mir bei der Fahrt ordentlich ins Gesicht. Ich bekam seit langem sehr schlechte Laune, war total genervt, dann nervten noch die Pferde und schoben außerdem ihre Futtertröge so weit weg, dass ich im Matsch mit den schweren Futtereimern über die ganzen Paddocks laufen musste. Gut, dass ich nach 45 min. fertig war.
Dann gab es ein sehr heftiges Gewitter. Hier donnert es fast nie, sondern blitzt nur, aber an diesem Tag gab es alles auf einmal. Gerade als das Gewitter und der Sturm vorbei waren, fiel der Strom aus. Ich hatte nicht mal eine Kerze und mein Handyakku war leer, sodass es sogar ohne Taschenlampe gehen musste. James war zum Glück gerade fertig mit Kochen. So saßen wir im dunkeln auf der Terrasse und aßen. Mir war es danach richtig langweilig. Ich konnte weder TV schauen, noch lesen und nicht mal duschen, weil die Wasserpumpe elektrisch funktioniert. Zu trinken hatten wir also auch nichts, weil wir sonst das Regenwasser aus dem Hahn trinken. Matt den ich aus dem Pub kenne fragte mich, ob ich da hin komme, aber ungeduscht wollte ich das auch nicht. So ging ich sehr früh schlafen und der Strom kam erst nachts zurück.
Dummerweise hatte ich (wie immer) meine Klamotten auf der Wäscheleine vergessen und musste mühsam was zu Anziehen suchen, weil die Wäsche seit dem Regen nicht getrocknet war.
An einem Abend ging ich zu James` Eltern rüber und fragte diese, ob ich ihr WLAN benutzen kann. Ich hatte einen sehr guten Flug gefunden, aber konnte diesen nicht buchen, weil das Internet zu langsam war. Die beiden sind so nett und hatten natürlich nichts dagegen.
James und ich wurden von seinen Eltern zum Abendessen eingeladen. Es gab Wein und wir unterhielten uns bei Spagetti super. Peter ist sehr gebildet und weiß einiges über Vögel. So beobachteten wir Einige von diesen vom Wintergarten aus und guckten im Buch nach, ob es stimmte, was Peter sagte. Alles war richtig und er konnte uns einige Geschichten erzählen.
Normalerweise meckern die Kinder immer, wenn es mal kein Fleisch gibt, aber weil diese ja nicht da waren, kochte James jeden Tag was vegetarisches. So gab es Bohneneintopf, Quiche, Salat, Fried Rice und vieles leckeres mehr.
Unter der Woche hatte James ein Weihnachtsessen im Pub und ich durfte auch mit. Ich fuhr mit meinem Auto und blieb länger. Mit Yvette, der englischen Backpackerin die im Pub arbeitet, Matt dem Cowboy und einigen anderen hatte ich einen sehr genialen Abend. Wir spielten Dart und ich war sehr schlecht, aber es machte Spaß. Wir blieben sehr lange und ich war Taxi, weil die anderen einiges getrunken hatten. In Deutschland gehe ich sonst nicht unter der Woche feiern, aber hier stehe ich dann halt nach 4 Stunden Schlaf wieder im Stall. Den ganzen Tag war ich müde, aber der gute Abend war es Wert.
Am Dienstag ging es dann schon um halb 5 los zum Track. Diesmal ging es nach Nanango und dort ist es viel schöner als da wo wir sonst immer waren. Bei der einstündigen Fahrt ging es über Holperpisten und Waldwege, aber die Landschaft war wunderschön. Wir hatten nur 4 Pferde dabei und waren sehr schnell fertig. Die beiden Jockeys die beide Hannah heißen, waren zufrieden mit den Pferden. Das Wetter war perfekt. Als ich gerade das letzte Pferd abduschte, rannte dieses rückwärts und riss den Schlauch ab. Ich hatte die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen und sagte James, dass ich das zahle. Der sagte ich soll nicht spinnen und dass er das richtet. Nun hatte aber leider niemand mehr auf dieser Rennbahn einen Schlauch um sein Pferd zu duschen und mein Chef muss das Teil erst kaufen. Aber ich war definitiv die Einzige die da ein Drama draus gemacht hat – no worries mate !
Beim Rückweg redeten James und ich gerade, als er sagte er müsse umdrehen. Er hatte ein verletztes Känguru gesehen und sich erst überlegt weiter zu fahren, dann aber nach 3 km wieder umgedreht. Es hatte sich das Bein gebrochen und blutete. Ich konnte nicht hin gucken und fragte gefühlte 100 Mal, ob man das nicht verarzten konnte. James meinte das Bein sei komplett durchtrennt und es würde nie heilen. Da muss man dann auch genug Tierfreund sein um einzusehen, dass es besser ist das arme, kleine Tier nicht in der Hitze vor sich hin leiden zu lassen. Mein Chef suchte einen großen Stock im Wald und sagte ich soll im Truck warten. Ich schloss meine Augen, hob meine Ohren zu und James erschlug das Känguru. Ich fand es sehr gut von James, dass er das Kleine von seinem Leiden erlöst hat. Obwohl es besser für das Tier war – ich hätte es bestimmt nicht gekonnt. Den ganzen Tag musste ich an das arme Känguru denken und wurde ganz traurig.
Diese Woche bekam ich außerdem ein „Upgrade“ und durfte neben meinem Faultier noch zwei andere Pferde reiten. Der eine ist sehr flott und richtig toll zu reiten. Aus dem könnte man glatt ein Dressurpferd machen. Er wird noch nicht lang wieder geritten, weil er eine Operation hatte und lange in der Klinik war. Der andere hatte eine 4 monatige Pause und ich sollte die erste sein, die ihn wieder reitet. Beim laufen lassen im Roundpen, um zu gucken, ob alles ok ist, drehte er ordentlich ab und bockte. James sagte ich soll gleich drauf sitzen. Der schwarze Wallach war ganz gelassen und lief schön seine Runden. Auch er machte Spaß zu Reiten. Beim raus Reiten aus dem Reitplatz müssen wir vom Pferd aus das Tor auf machen. Da bin ich immer noch nicht geschickt drin. So verfing sich die Trense meines Pferdes am Tor, dieses geriet in Panik und rannte rückwärts. Zum Glück löste sich die Trense schnell wieder und nichts passierte. Das hätte anders ausgehen können.
An einem Morgen fragte mich James wo das eine Pferd sei. Ich wusste es nicht, aber das Paddock war leer. Als wir es suchten, sahen wir es mit ausgestreckten Vieren auf einer Wiese liegen. Mein Herz blieb stehen und wir dachten beide es sei tot. Ich sagte nur: „Oh my god!“. Zum Glück bekam James das Pferd zum Aufstehen. Es hatte nur ein Schläfchen gehalten und war top munter. Mein Chef sagte zu mir, dass ich nie wieder „Oh my god“ sagen soll, weil er dachte das Pferd hätte sich das Bein gebrochen oder sowas. Ich war sehr froh, dass alles gut war. Das war ein schrecklicher Anblick. Und warum schläft der dumme Esel nicht einfach in seinem Paddock?
Yvette überredete mich ein zweites Mal in den Pub zu kommen und der Abend war wieder sehr lustig. Wir tranken Weihnachtsschnaps und spielten nochmal Dart. Es waren einige Leute da und es gab viel zu lachen. Der Abend war also wieder total genial und ich fühle mich hier echt total wohl. Zumal ich nun echt sehr viele Leute im 250 Personen Dorf Kumbia kenne.
Yvette wollte mit mir Weihnachtsgeschenke kaufen und fragte mich, ob ich einen Tag frei bekomme. Eigentlich hatte ich aber ausgemacht, Matt am Donnerstag bei der Arbeit mit den Kühen und Pferden zu zugucken und bekam aber keine zwei Tage frei. So fragte ich meinen Chef ob es ok sei, einen halben Tag am Mittwoch und einen Halben am Donnerstag frei zu nehmen. So lieb wie er ist, stimmte er zu.
Am Mittwoch Morgen fuhr ich dann also mit Yvette nach Kingaroy und sie kaufte einige Weihnachtsgeschenke. Im Mc Donalds genossen wir unser Frühstück und waren den ganzen Morgen unterwegs. Wir hatten viel Spaß und einiges zu Lachen.
Als ich um 12 zurück auf der Farm war, musste ich nur die Boxen misten, die Pferde rein bringen und Abends alle füttern. Es schüttete wieder den ganzen Tag aus Kübeln und natürlich war ich patsch nass, als ich fertig war.
Das war eine neue, sehr schöne Woche auf der Farm.

Regnerische Grüße
Nadine

Regen

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Ponyexpress

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Hahn

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Katze Smoky

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So wird eine Stute fürs Decken vorbereitet

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Selfie

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Roxy und ich (Foxi)

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Tiger, Yvette, Matt und ich im Pub

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Cowgirl

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Dart

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Welpe vom Pub

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nervige Vögel

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Regen

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Hahn und Pferd

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viele Papageien

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Milchreis mit Obstsalat zum Frühstück

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MC Donalds (zweites Zuhause)

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Matt, Yvette und ich im Pub

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Yvette und ich

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mehr Regen

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verletztes Känguru (hin geschaut hab ich nicht – aber ein Bild gemacht)

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schöner Track

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schnelle Pferde

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Heimweg vom Track

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Roxy und Tiger beim Spielen

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Welpe schläft im Pub

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vor dem Putzen und danach

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Boxen

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nasse Wäsche nach dem Regen

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Christmas Concert, BBQ and work again

Donnerstag, 03.12. – Donnerstag, 10.12.2015

Ich machte drei Kreuze im Kalender als ich am Donnerstag endlich wieder arbeiten konnte. Zwar ganz langsam und immer noch lahm, aber immerhin. Einen Tag länger eingesperrt und ich wäre verrückt geworden. Irgendwie hatte ich die Hoffnung, dass ich nicht viel machen müsse, aber diese hielt nicht lange. Das Gefühl, dass mein Chef ein bisschen angepisst war, wurde ich auch nicht los. Vielleicht bildete ich mir das ein, aber ich musste an diesem Tag besonders viel laufen. Zumal wir noch eine Stute decken lassen mussten die nicht still stand. Mit meinem schmerzenden Fuß war es sehr schwer sie zu halten. Die anderen Pferde kamen eine Salzdrainage und davon wollte auch keins hin stehen. Außerdem traf mich der Schlag als ich die Futterkammer sah: Ich passe immer auf, dass ich nichts verschütte und immer fege. An diesem Tag sah es aber aus, als wäre der Inhalt mehrerer Säcke auf dem Boden. James fragte mich, ob ich die Kammer fege. Das sah ich nicht ein und verschob es auf den nächsten Tag. Es ist ja nun mal in jeder Hinsicht doof, dass es so aussieht. Das Futter kostet einen Haufen Geld. Die ganze Farm war unordentlich und es wurde eindeutig Zeit, dass ich wieder arbeitete. Als der Tag vorbei war, atmete ich auf.
Dafür war der Freitag ruhiger und ich konnte wieder normal laufen. Das Loch in der Führmaschine sollte ich weiter zu schaufeln, aber das war mit meinem Fuß noch nicht drin. Das kann warten.
Die Kinder hatten Abends ein Christmas-Concert von der Schule aus in der Stadthalle vom Dorf. Ich ließ mir nicht nehmen da zu zu gucken. Es war anders als in Deutschland. Kleine Kinder rennen überall rum, es ist nicht ruhig in der Halle wenn jemand eine Moderation macht, aber die Kinder sind selbstständiger. Selbst die Kindergartenkinder standen ganz selbstständig da und performten ihre Songs. Die Grundschulkinder brachten ohne Lehrer auf der Bühne tolle Gesänge und Tänze zu Stande und die drei Kinder von meinem Chef haben es richtig toll gemacht. Anstatt der klassik-Version von „Jingle Bells“, sangen die Grundschulkinder von einem rostigen Ute, grillen am Pool bei über 30 Grad und T-Shirts und Shorts an Weihnachten. Tja, Australien halt. Der Saal lachte, als der Santa-Claus auf dem Steckenpferd kam. Jedes Kind bekam eine ganze Tüte voller Süßigkeiten (bei uns ist der Nikolaus da knausiger). In dieser fanden sich Chips, Tim-Tams und mehr.
Beim anschließenden Pub-Besuch war es wieder total familiär. Ich wurde allen Leuten die ich noch nicht kannte nett vorgestellt. Viele Kinder rannten rum und spielten. Was auch total lustig war: Der Schuldirektor, der Dorfpolizist und der Rennpferde-Trainer saßen zusammen am Tisch, tranken Bier und hatten Spaß. Der Rektor und der Polizist haben sich Anteile an einem Rennpferd von James gekauft und sind total aufgeregt und stolz drauf. Total witzig die Australier. Lange saßen wir im Pub, tranken Bier und redeten.
Leider durfte ich nicht mit zum Rennen am Samstag aber das Pferd von James Bruder gewann wieder und das andere wurde 4. das ist sehr gut. Zur Feier kam Lori, James Bruder dann und brachte Bier mit. Wir grillten alle zusammen und hatten einen total tollen Abend.
Am Montag mussten wir wieder eine Stute decken lassen und die ist total doof. Genau so wie ihr Fohlen. Wir bekamen das Fohlen schon gar nicht vom Paddock zum LKW geführt, geschweige denn verladen um zu James` Bruder zu fahren wo der Hengst steht. Ich sollte an der Seite der Laderampe stehen. Genau gleich wie letzte Woche mit der anderen Stute stieg der kleine Hengst dann, fiel rückwärts über und verfehlte mich nur knapp. Zum Glück ist er kleiner als die Stute von letzter Woche. Als wir endlich Beide auf dem LKW hatten, auf der anderen Farm dann das nächste Problem: Trotz Beruhigungsmittel und Nasenbremse kickte die Stute James zwei Mal als er den Schweifschoner drauf machen wollte. Dann rannte sie noch rückwärts und zog mir den Strick durch die Hand, sodass es brannte. Bis wir die zweite Beruhigungsspritze drin hatten, dauerte es ewig. Selbst im schlafenden Zustand kickte sie noch. Es ging fast eine halbe Stunde rum, bis wir endlich den Hengst holen konnten. Die Stute stand dann da mit den Medikamenten intus, Fußfesseln (Hobbels) an beiden Hinterbeinen, Gebiss (Bit) im Maul und Nasenbremse (Twitch). Es war sehr gefährlich für alle, weil das Tier dann wie sein Fohlen stieg und uns fast traf. Das wäre Dauerhaft nichts für mich. Das Decken würde ich nicht selbst machen, wenn ich einen Hof hätte – viel zu gefährlich ! James meinte er ist froh, dass nichts passiert ist und wir wussten wir müssen dies in zwei Tagen wiederholen. Na toll ! James sagt auch immer: „Die hätte uns umbringen können.“ Ich verstehe sowieso nicht, warum die Besitzer mit so gestörten Pferden züchten müssen. Wenn die Mutter schon so ist, ist ja klar woher das Fohlen das hat. Aber wenn die Besitzer das unbedingt wollen, kann James es ja nicht verweigern…
Die Mutter von „meinem“ Fohlen zum Beispiel ist super lieb, kommt immer her und schmust und deswegen ist die Kleine genau so. Jeden Tag übe ich mit ihr, weil um so früher man anfängt die Pferde an Menschen zu gewöhnen, desto einfacher ist es später. Sie macht immer lieb mit und kommt schon auf mich zu getrabt, wenn ich auf die Koppel komme.
Als ich mal wieder viel zu früh mit allem fertig war fragte mein Chef mich, ob ich schon mal Rasen gemäht hätte. Es war mir leicht peinlich, dass ich diese Frage verneinen musste. Da reise ich um die Welt und mache alle möglichen Sachen, aber habe noch nie so ein Ding bedient – und das mit 23 ! Er gab mir eine Einweisung, sagte ich solle auf Steine und den Wasserschlauch aufpassen und dann durfte ich ran. Ich blieb öfter mal im Matsch stecken, aber sonst ist das ja ganz easy. Ich musste den Mäher nur immer aus machen, um den Grasbeutel auszuleeren. Leider ging er nicht wieder an, aber James war zur Stelle und half. Beim zweiten Mal bekam ich ihn mit der Ziehleine dann selbst an und beim dritten Mal passierte es: Die Schnur riss ! Das mähe ich doch ernsthaft das erste Mal den Rasen und dann zerstöre ich den Rasenmäher. Gut, dass James meinte das Ding sei eh alt und ich könne nichts dafür. Der Chef auf der alten Farm wäre aus der Haut gefahren. Ich bin so froh, einen so immer gelassenen, tollen, fairen Boss zu haben. Nach 3 Idioten davor wurde das auch mal Zeit 😉 Er fragt mich sogar immer, ob ich eine Pause brauche, oder noch weiter arbeiten will.
Abends waren die Eltern von James da und es gab Dominos-Pizza und Wein. Wir hatten wieder einen sehr lustigen Abend und unterhielten uns alle sehr nett.
An einem Morgen fragte mich James, ob ich ausgeschlafen hätte. Ich wunderte mich über die Frage, aber sagte ja. Dann meinte er, er wäre schon eine Stunde hier und was wir denn für eine Uhrzeit ausgemacht hätten. Ich dachte halb 8 und er dachte halb 7. Uuuups. Ich bin mir aber fast sicher, dass ich es richtig verstanden hab. Naja, er hat nur gelacht.
Ich freute mich als James sagte, ich darf mal wieder aufs Pferd. Dieses mal war es der liebe Wallach, von den beiden die wir kastriert hatten. James wollte eigentlich zuerst drauf, aber vergaß es dann wieder. Das Tier war sehr sehr faul und ich hatte Mühe es überhaupt zum laufen zu bringen. Erst sollte ich im Roundpen ein paar Runden reiten und dann in die große, runde Arena. James sagte ich soll mich drauf gefasst machen, dass er sich oft erschrickt und mich gut festhalten. Leider tat das Pferd das nicht und ich musste alle Kraft aufwenden, ihn überhaupt zu motivieren. Ein paar Runden trabte ich in der Arena. Der Wallach war sehr stur. Mit einem kleinen Trick wurde es besser. Mein Chef trainiert die Pferde auf Stimme. Wenn man schnalzt, traben sie und wenn man „Küsschen“ gibt, galoppieren sie. Nachdem er auf das Schnalzen nicht reagierte, gab ich ein paar Mal Küsschen. Er wollte zwar angaloppieren, aber war dafür im Trab flotter. Die Rennpferde sind ja nicht darauf trainiert, auf Schenkeldruck zu reagieren, deswegen fiel dieses Kommando aus. Gut, dass James das nicht gesehen hat, weil so hab ich das Pferd bestimmt verwirrt. Es war warm und wir haben beide viel geschwitzt und nach 20 min. hab ich aufgehört.
Mittwochs Abends waren wir wieder zum Essen im Pub. Ich habe Ivette kennen gelernt. Sie ist auch Backpackerin, von England und arbeitet seit ein paar Tagen im Pub. Wir haben Nummern ausgetauscht und so können wir an unseren freien Tagen was gemeinsam unternehmen. Lange habe ich mich mit der total herzlichen Besitzerin vom Pub (Michelle) und mit Ivette unterhalten. James lobt mich immer bei allen Leuten im Pub. Das ist mir manchmal ganz schön peinlich. Er sagt, dass ich so gut arbeite und so verlässlich bin und so.
Am nächsten Tag wollte mein Chef eigentlich, dass wir zwei Pferde im Roundpen arbeiten, aber dann sollte ich den Wallach von gestern satteln. Er saß auf der anderen sehr jungen Stute als er bemerkte, dass sein Steigbügel kaputt war. So sollte ich das Training mit beiden Pferden übernehmen. Da schwierige Pferde beim Rennen von einem Reiter mit Pferd geführt werden, mussten wir das üben. James gab mir den Strick um das andere Pferd zu führen, während ich auf dem Wallach saß. Das ist gar nicht so einfach wie es sich anhört und man muss das Pferd mit dem Gewicht lenken (soll man eigentlich sowieso immer machen), weil man ja die Hand zum Führen braucht. James meinte wenn ich es nicht hin, bekomme, solle ich den Strick einfach los lassen. Natürlich wollte ich beweisen, dass ich das kann. Die ersten paar Meter klappte es auch, aber dann erschrak sich mein Wallach und galoppierte los. Eisern hielt ich den Strick fest und bevor ich beide Pferde wieder unter Kontrolle hatte, rief mir mein Chef zu, dass ich los lassen solle. Ein paar Mal versuchten wir es noch, aber mein Pferd hatte zu viel Angst. Er hat das vorher auch noch nie gemacht. Dann sollte ich ohne Strick versuchen, das andere Pferd neben mir her laufen zu lassen. Das war gut und so trabten wir eine Weile. Die Stute folgte einfach brav neben mir. Danach trabte ich den Wallach eine Weile allein in der Arena und er war leider nicht motivierter als am Vortag.
Diese Woche sollte ich Unkraut sprühen. Davon gibt’s auf der Farm so viel und mit einer Flasche laufe ich rum und sprühe alles mit Gift an, in der Hoffnung es stirbt ca. 2 Wochen.
An einem Morgen traf mich der Schock: 2 Pferde waren in die Futterkammer eingedrungen und hatten alles verwüstet. Futtersäcke lagen überall rum, Futter lag quer über dem Boden verstreut, die Pferdeäpfel waren überall, das Futter das ich vorbereitet hatte war aufgefressen und einige Futtersäcke aufgebissen. Ich bekam fast die Krise und brauchte lange um alles wieder aufzuräumen.
Ein Pferd das ich nicht mag, sollte ich auf die große Stutenkoppel bringen. Sie bekommt eine Pause und darüber bin ich total froh. Das Pferd kann man nicht mal führen, weil es immer auf der linken Seite laufen will, mir von hinten auf die Beine tritt und mich ständig rum schubst. Sie ist nicht böse, aber einfach nur total tollpatschig und stur.
Nachdem es letzte Woche ein paar Mal geregnet hat und endlich mal abkühlte, wurde es zum Ende der Woche wieder heißer. Mir ist es eindeutig lieber es regnet, dann ist es nicht so drückend.
Alles in Allem hatte ich eine entspannte Woche und musste nicht viel machen.

Gesunde Grüße
Nadine

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Country-Music, my first race, Flachswickel and journey to the hospital

Mittwoch, 25.11. – Mittwoch, 02.12.2015

Mit der Familie guckte ich an einem Abend eine TV-Dokumentation an. In dieser ging es um Tom, einen der fünf Brüder meines Chefs. Der reitet Pferde ein, kümmert sich um Problempferde und ist damit sehr erfolgreich. Er hatte seine Farm immer neben James` Farm, aber ist dann nach Westernaustralien gezogen. Die Reportage war total gut und es war absolut faszinierend, wie er mit den Problempferden arbeitet und diese nach kurzer Zeit wieder in den Griff bekommt. James erzählte mir, dass das auch tatsächlich so ist und nicht vom TV-Sender beschönigt wird. Die ganze Zeit über hatte ich Gänsehaut. James sagte ich kann seinen Bruder gerne fragen, ob ich irgendwann für ihn arbeiten darf. Er hat wohl immer viele Backpacker bei sich auf der Farm.
An einem anderen Abend guckten wir youtube-Videos von dem gleichen Bruder. Er ist auch Country-Sänger und hat eigene Musikvideos. Die Musik ist richtig gut und mittlerweile bin ich ein kleiner Countryfan geworden (aber psst 😉 ). Die Kinder können alle Texte in- und auswendig mit trällern. Hier ein paar Videos:

Da sitzt er auf nem Pferd

Das Video ist auf der Farm vor 8 Jahren entstanden:

 

Meinen Chef hab ich das erste Mal ein wenig arg angenervt kennen gelernt. Als ich eine Stute aus der Box holte, blieb diese mit ihrem Bein am Schlauch hängen, geriet in Panik und riss fast den Wasserhahn mit ab. Mich stört es sowieso, dass der Schlauch immer vor den Boxen rum liegt und obwohl ich ja nix dafür konnte, dass der da im Weg ist, machte er mich ein wenig dumm an. Gut nur, dass er nie laut wird und auch nicht gemein. So war das schnell wieder vergessen.
Ich schob es schon lange vor mir, aber diese Woche hatte ich endlich Zeit zu backen. Dazu hatte ich in der Woche davor schon einen Versuch gestartet, aber kein Rührgerät gefunden und laut Rezept sollte ich die Butter schaumig schlagen. Diesmal wusste ich, wo dieses ist, aber es hatte nur einen Rührstab. So wurde das nix mit der Butter. Niedergeschlagen gab ich auf. Als ich nach ein paar Stunden wieder ins Haus kam, hatte sich mein Problem von selbst erledigt. Es war so warm, dass die Butter schwamm. Da die Aussis keinen Hagelzucker haben, musste es mit normalem Zucker gehen. Mein Teig war irgendwie doof und beim Rollen fielen die Dinger immer auseinander. Aus ein paar Rollen machte ich richtige Zöpfe und die anderen wurden einfach nur längliche Teile, weil ich keine Lust und Zeit mehr hatte es wie richtige Flachswickel aussehen zu lassen. Der Familie haben sie trotzdem sehr gut geschmeckt.
An einem Tag musste ich sehr früh aufstehen, weil wir früher als sonst zum Track sind. Da die weibliche Jockey nicht da war, ist James selbst ein paar Pferde geritten. Das war sehr interessant zu sehen. Da James Frau nicht da war, mussten die Kinder mit. Die drei verhielten sich sehr vorbildlich und spielten die ganze Zeit lieb miteinander. Danach brachten wir sie noch mit dem Pferde-LKW in die Schule und alle Kinder kamen um den Truck zu sehen. Auch der Direktor ließ es sich nicht nehmen zu kommen und mit uns zu reden.
Am Mittwoch fuhr James mit seinem besten Pferd zum Rennen. Ich wollte wetten und meldete mich im Internet an. Leider ist das nicht so einfach. Bei Begriffen wie: „Trifecta“ „Quinella“ „Exacta“ usw. blickte ich nicht durch. Das Einzige was ich wollte, ist zu wetten, dass unser Apfel gewinnt. Ein paar Leute fragte ich und benutzte google, aber stieg trotzdem nicht durch. Zum Glück. Ich saß ganz aufgeregt vor dem Fernseher als das Rennen begann. Leider war Apfel irgendwie nicht in Topform und wurde nur Drittletzter.
Ein paar Tage vor den Rennen muss James den Pferden immer eine Salzlösung einflößen. Dazu schiebt er einen langen Schlauch durch die Nase und füllt mit einem Trichter die Flüssigkeit in den Magen. Das sieht sehr ekelig aus und ist bestimmt nicht angenehm. Die Pferde lassen es sich aber immer normalerweise lieb machen. Der Sinn ist, dass die Sportler viel trinken und genug Wasser im Körper haben. Außerdem bekommen sie ein paar Tage vor dem Rennen kein Heu, sodass sie leichter sind und bleiben in den Boxen um genug Ruhe zu haben. Beim Rennen kommt es also auf das kleinste Detail an.
Der spannendste Tag war für mich definitiv der Samstag. Mein Chef fragte mich, ob ich mit seinem Bruder aufs Rennen will. Er ist mit einem Pferd auf ein anderes Rennen gefahren und sein Bruder Lori sollte mit seinem Pferd und mit einem von James nach Gympie fahren. Natürlich fand ich die Idee perfekt und war sofort dabei. Meine Rennlizenz kam gerade noch pünktlich am Freitag.
Ich hatte einen total lustigen und spannenden Tag und Lori ist super cool drauf. Er versuchte während der insgesamt 4 stündigen Fahrt Deutsch zu lernen, kaufte mir was zu Essen und zu Trinken auf dem Rennen und wir verstanden uns super. Weil mich einige Leute darum gebeten haben, habe ich exklusiv für euch ein Video von dem Tag gemacht. Sobald es fertig ist, stelle ich hier den Link ein. Abends machte ich mir noch Pfannkuchen.
Dann hatte ich viel Pech. Als wir vom Rennen kamen war noch alles ok, aber im Laufe des Sonntags wo James nicht da war, fing es an: Mein linker Fuß tat weh. Eigentlich habe ich nichts gemacht, ihn nicht überbelastet oder sonstiges. Als ich am Montag aufwachte, dachte ich er fällt ab. Die linke Außenseite war angeschwollen und hämmerte wie verrückt. Ans Laufen war nicht zu denken. Dumm auch: Mein Chef musste den ganzen Tag in der Schulkantine helfen und hatte eigentlich keine Zeit auf der Farm alles allein zu machen. Hilft ja nix. So schickte er mich ins Krankenhaus.
Was tut man nicht alles für seine Leser: Erst habe ich ein Krankenhaus in Thailand, dann eins in Malaysia, danach eins auf Bali und jetzt eins in Australien für euch getestet. Mein Körper hat sich nun auch seit Juli nichts mehr einfallen lassen und nun wurde es halt mal wieder Zeit. Langweilig kann jeder, aber mein Körper braucht Abwechslung.
Als ich im Krankenhaus von Kingaroy um halb 6 morgens ankam, fand ich es leer vor. Die Dame an der Rezeption gab mir einen Wisch zum Ausfüllen und ich war noch nicht mal fertig als sie mich fragte, ob ich eine „Medical-Card“ hätte. Nein, ich bin von Deutschland, meine Antwort. Sie hätte schlechte Nachrichten. Ich müsse 560$ im Voraus zahlen, bevor ich überhaupt den Doc sehen kann. Nein, das wollte (und konnte) ich definitiv nicht aufwenden. Zumal ich mir ja nicht mal sicher war, ob ich das von meiner Versicherung wieder bekommen würde.
Nächster Versuch dann in einer Arztpraxis. Die 2 und halb Stunden bis diese aufmachte, verbrachte ich im MC. Leider würden diese keine Patienten annehmen, so die Aussage. Eine weitere halbe Stunde später machte die andere Praxis auf, wo ich direkt vorbei fuhr. Ich saß 15 Min. vor dem Ärztehaus, aber niemand war anzutreffen. Als ein Mann kam, fragte ich nach einem Termin. Dieser fragte was ich denn hätte und meinte dann, dass ich bei ihm mit meinem Problem falsch wäre. Die Arztpraxis sei umgezogen. Ich wollte gar nicht wissen, für was ich dort einen Termin bekommen hätte. An der Türe hingen jedenfalls haufenweise Poster mit Hilfe zu Drogenproblemen. Netterweise leitete der Mann mich mit seinem Auto voran zur richtigen Adresse. Trotz Schmerzmitteln hatte ich krasse Schmerzen und humpelte zum dritten Versuch. Die nette Empfangsdame die Dressursiegerin in Queensland ist, arbeitet nebenher auch auf einer Pferdefarm und erzählte mir von der deutschen Backpackerin dort. Glücklicherweise gab sie mir für 11 Uhr einen Termin. Endlich. Die 2 Stunden verbrachte ich im Einkaufszentrum und ging (humpelte) einkaufen, wobei ich viele mitleidige Blicke erntete.
Um 15 nach 11 kam ich schon dran und durfte zu einer indischen Ärztin ins Zimmer. Sie guckte nur kurz drauf, tastete meinen Fuß nicht mal ab und meinte es sei eine große Entzündung und mein Fuß ist geschwollen. Aha, das bringt mich zwar nicht weiter, aber sie verschrieb mir Entzündungshemmer. Für 12$ entstand ich diese in der Apotheke. Die Ärztin gab mir eine Krankmeldung für 2 Tage und ich musste 88$ in Bar zahlen. Außerdem solle ich die nächsten Tage auf Krücken laufen, viel kühlen und den Fuß hoch lagern.
Mit Schmerzen fuhr ich zurück zur Farm (zum Glück ist es der linke Fuß und mein Auto ist Automatik). Mein Chef war froh, dass ich noch einen Termin bekommen habe. Den ganzen Tag lag ich im Bett mit hoch gelagertem Fuß und hoffte auf die Wirkung der Schmerzmittel.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte war klar: Arbeiten ist nicht ! Die Schmerzen waren selbst im Liegen fast nicht auszuhalten, der Fuß pochte wie verrückt und dazu fühlte es sich an als brenne ein Feuer in meinem Magen, weil ich vergessen hatte die Tablette am Vortrag mit Essen einzunehmen. So litt ich den ganzen Tag vor mich hin. Außerdem habe ich nicht mal Empfang oder Internet im Container und es war langweilig. Als ich abends zum Essen ins Haus der Familie kam, eröffneten diese mir, dass sie in den Pub gehen wollen. Na super, dachte ich: Jetzt muss ich auch noch mit diesen Schmerzen was kochen. Schlechtes Timing. Ich fühlte mich hilflos. Da mir sowieso nicht nach Essen war, ließ ich dieses aus. Mit dem Auto fuhr ich wieder zurück zum Container. Eigentlich laufe ich, weil es nur ein paar Meter sind, aber auf einem Bein hüpfend, würde es mir endlos vorkommen. Es hatte die letzten beiden Tage unaufhörlich geregnet und alles war matschig. Mein Auto und ich drifteten ungewollt auf der Koppel rum. Ich hatte nur einen Flip-Flop an und wollte auf einem Bein die eine Stufe vor meinen Container hoch hüpfen. Dummerweise steckte ich mit dem Flip Flop im Matsch und als ich hoch sprang, blieb dieser stecken. Schade (oder zum Glück), dass die Szene niemand gefilmt hat. So landete ich nämlich im Matsch und sah aus wie ein Schwein. Noch nie hab ich mich so hilflos gefühlt. Wie ein Marienkäfer auf dem Rücken saß ich so im Matsch und fluchte. Das Aufstehen war eine Kunst, weil ich den einen Fuß vor Schmerzen nicht mal abstellen konnte. Einbeinig stand ich nach dem Dilemma in der Dusche und versuchte die Sauerei weg zu waschen. Ohne Duschkopf brauchte ich eine Weile um den resistenten Matsch weg zu bekommen. Alles war voll: Das Bad, mein Schuh, der Boden und meine Hose.
Am nächsten Morgen war zumindest mein Magen wieder gut und die Frau von James war so nett und hatte mir Krücken organisiert. Eine Mama vom Dorf gab diese ihrem Kind in den Bus mit und das schmiss diese einfach an unserem Haus raus. Sehr praktisch und sowas geht auch nur auf dem Dorf. Zummindest brauchte ich dann mein Auto nicht mehr um zum Abendessen im Haus zu fahren. Obwohl die Krücken zu groß waren und ich im Matsch Probleme hatte.
Ja, jeder hat mal ne schlechte Woche und diese war meine.

Schmerzliche Grüße
Nadine

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Kingaroy Krankenhaus

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Arzt alias Suchtstelle

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Arztpraxis

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MC Donalds Frühstück

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