Christmas Concert, BBQ and work again

Donnerstag, 03.12. – Donnerstag, 10.12.2015

Ich machte drei Kreuze im Kalender als ich am Donnerstag endlich wieder arbeiten konnte. Zwar ganz langsam und immer noch lahm, aber immerhin. Einen Tag länger eingesperrt und ich wäre verrückt geworden. Irgendwie hatte ich die Hoffnung, dass ich nicht viel machen müsse, aber diese hielt nicht lange. Das Gefühl, dass mein Chef ein bisschen angepisst war, wurde ich auch nicht los. Vielleicht bildete ich mir das ein, aber ich musste an diesem Tag besonders viel laufen. Zumal wir noch eine Stute decken lassen mussten die nicht still stand. Mit meinem schmerzenden Fuß war es sehr schwer sie zu halten. Die anderen Pferde kamen eine Salzdrainage und davon wollte auch keins hin stehen. Außerdem traf mich der Schlag als ich die Futterkammer sah: Ich passe immer auf, dass ich nichts verschütte und immer fege. An diesem Tag sah es aber aus, als wäre der Inhalt mehrerer Säcke auf dem Boden. James fragte mich, ob ich die Kammer fege. Das sah ich nicht ein und verschob es auf den nächsten Tag. Es ist ja nun mal in jeder Hinsicht doof, dass es so aussieht. Das Futter kostet einen Haufen Geld. Die ganze Farm war unordentlich und es wurde eindeutig Zeit, dass ich wieder arbeitete. Als der Tag vorbei war, atmete ich auf.
Dafür war der Freitag ruhiger und ich konnte wieder normal laufen. Das Loch in der Führmaschine sollte ich weiter zu schaufeln, aber das war mit meinem Fuß noch nicht drin. Das kann warten.
Die Kinder hatten Abends ein Christmas-Concert von der Schule aus in der Stadthalle vom Dorf. Ich ließ mir nicht nehmen da zu zu gucken. Es war anders als in Deutschland. Kleine Kinder rennen überall rum, es ist nicht ruhig in der Halle wenn jemand eine Moderation macht, aber die Kinder sind selbstständiger. Selbst die Kindergartenkinder standen ganz selbstständig da und performten ihre Songs. Die Grundschulkinder brachten ohne Lehrer auf der Bühne tolle Gesänge und Tänze zu Stande und die drei Kinder von meinem Chef haben es richtig toll gemacht. Anstatt der klassik-Version von „Jingle Bells“, sangen die Grundschulkinder von einem rostigen Ute, grillen am Pool bei über 30 Grad und T-Shirts und Shorts an Weihnachten. Tja, Australien halt. Der Saal lachte, als der Santa-Claus auf dem Steckenpferd kam. Jedes Kind bekam eine ganze Tüte voller Süßigkeiten (bei uns ist der Nikolaus da knausiger). In dieser fanden sich Chips, Tim-Tams und mehr.
Beim anschließenden Pub-Besuch war es wieder total familiär. Ich wurde allen Leuten die ich noch nicht kannte nett vorgestellt. Viele Kinder rannten rum und spielten. Was auch total lustig war: Der Schuldirektor, der Dorfpolizist und der Rennpferde-Trainer saßen zusammen am Tisch, tranken Bier und hatten Spaß. Der Rektor und der Polizist haben sich Anteile an einem Rennpferd von James gekauft und sind total aufgeregt und stolz drauf. Total witzig die Australier. Lange saßen wir im Pub, tranken Bier und redeten.
Leider durfte ich nicht mit zum Rennen am Samstag aber das Pferd von James Bruder gewann wieder und das andere wurde 4. das ist sehr gut. Zur Feier kam Lori, James Bruder dann und brachte Bier mit. Wir grillten alle zusammen und hatten einen total tollen Abend.
Am Montag mussten wir wieder eine Stute decken lassen und die ist total doof. Genau so wie ihr Fohlen. Wir bekamen das Fohlen schon gar nicht vom Paddock zum LKW geführt, geschweige denn verladen um zu James` Bruder zu fahren wo der Hengst steht. Ich sollte an der Seite der Laderampe stehen. Genau gleich wie letzte Woche mit der anderen Stute stieg der kleine Hengst dann, fiel rückwärts über und verfehlte mich nur knapp. Zum Glück ist er kleiner als die Stute von letzter Woche. Als wir endlich Beide auf dem LKW hatten, auf der anderen Farm dann das nächste Problem: Trotz Beruhigungsmittel und Nasenbremse kickte die Stute James zwei Mal als er den Schweifschoner drauf machen wollte. Dann rannte sie noch rückwärts und zog mir den Strick durch die Hand, sodass es brannte. Bis wir die zweite Beruhigungsspritze drin hatten, dauerte es ewig. Selbst im schlafenden Zustand kickte sie noch. Es ging fast eine halbe Stunde rum, bis wir endlich den Hengst holen konnten. Die Stute stand dann da mit den Medikamenten intus, Fußfesseln (Hobbels) an beiden Hinterbeinen, Gebiss (Bit) im Maul und Nasenbremse (Twitch). Es war sehr gefährlich für alle, weil das Tier dann wie sein Fohlen stieg und uns fast traf. Das wäre Dauerhaft nichts für mich. Das Decken würde ich nicht selbst machen, wenn ich einen Hof hätte – viel zu gefährlich ! James meinte er ist froh, dass nichts passiert ist und wir wussten wir müssen dies in zwei Tagen wiederholen. Na toll ! James sagt auch immer: „Die hätte uns umbringen können.“ Ich verstehe sowieso nicht, warum die Besitzer mit so gestörten Pferden züchten müssen. Wenn die Mutter schon so ist, ist ja klar woher das Fohlen das hat. Aber wenn die Besitzer das unbedingt wollen, kann James es ja nicht verweigern…
Die Mutter von „meinem“ Fohlen zum Beispiel ist super lieb, kommt immer her und schmust und deswegen ist die Kleine genau so. Jeden Tag übe ich mit ihr, weil um so früher man anfängt die Pferde an Menschen zu gewöhnen, desto einfacher ist es später. Sie macht immer lieb mit und kommt schon auf mich zu getrabt, wenn ich auf die Koppel komme.
Als ich mal wieder viel zu früh mit allem fertig war fragte mein Chef mich, ob ich schon mal Rasen gemäht hätte. Es war mir leicht peinlich, dass ich diese Frage verneinen musste. Da reise ich um die Welt und mache alle möglichen Sachen, aber habe noch nie so ein Ding bedient – und das mit 23 ! Er gab mir eine Einweisung, sagte ich solle auf Steine und den Wasserschlauch aufpassen und dann durfte ich ran. Ich blieb öfter mal im Matsch stecken, aber sonst ist das ja ganz easy. Ich musste den Mäher nur immer aus machen, um den Grasbeutel auszuleeren. Leider ging er nicht wieder an, aber James war zur Stelle und half. Beim zweiten Mal bekam ich ihn mit der Ziehleine dann selbst an und beim dritten Mal passierte es: Die Schnur riss ! Das mähe ich doch ernsthaft das erste Mal den Rasen und dann zerstöre ich den Rasenmäher. Gut, dass James meinte das Ding sei eh alt und ich könne nichts dafür. Der Chef auf der alten Farm wäre aus der Haut gefahren. Ich bin so froh, einen so immer gelassenen, tollen, fairen Boss zu haben. Nach 3 Idioten davor wurde das auch mal Zeit 😉 Er fragt mich sogar immer, ob ich eine Pause brauche, oder noch weiter arbeiten will.
Abends waren die Eltern von James da und es gab Dominos-Pizza und Wein. Wir hatten wieder einen sehr lustigen Abend und unterhielten uns alle sehr nett.
An einem Morgen fragte mich James, ob ich ausgeschlafen hätte. Ich wunderte mich über die Frage, aber sagte ja. Dann meinte er, er wäre schon eine Stunde hier und was wir denn für eine Uhrzeit ausgemacht hätten. Ich dachte halb 8 und er dachte halb 7. Uuuups. Ich bin mir aber fast sicher, dass ich es richtig verstanden hab. Naja, er hat nur gelacht.
Ich freute mich als James sagte, ich darf mal wieder aufs Pferd. Dieses mal war es der liebe Wallach, von den beiden die wir kastriert hatten. James wollte eigentlich zuerst drauf, aber vergaß es dann wieder. Das Tier war sehr sehr faul und ich hatte Mühe es überhaupt zum laufen zu bringen. Erst sollte ich im Roundpen ein paar Runden reiten und dann in die große, runde Arena. James sagte ich soll mich drauf gefasst machen, dass er sich oft erschrickt und mich gut festhalten. Leider tat das Pferd das nicht und ich musste alle Kraft aufwenden, ihn überhaupt zu motivieren. Ein paar Runden trabte ich in der Arena. Der Wallach war sehr stur. Mit einem kleinen Trick wurde es besser. Mein Chef trainiert die Pferde auf Stimme. Wenn man schnalzt, traben sie und wenn man „Küsschen“ gibt, galoppieren sie. Nachdem er auf das Schnalzen nicht reagierte, gab ich ein paar Mal Küsschen. Er wollte zwar angaloppieren, aber war dafür im Trab flotter. Die Rennpferde sind ja nicht darauf trainiert, auf Schenkeldruck zu reagieren, deswegen fiel dieses Kommando aus. Gut, dass James das nicht gesehen hat, weil so hab ich das Pferd bestimmt verwirrt. Es war warm und wir haben beide viel geschwitzt und nach 20 min. hab ich aufgehört.
Mittwochs Abends waren wir wieder zum Essen im Pub. Ich habe Ivette kennen gelernt. Sie ist auch Backpackerin, von England und arbeitet seit ein paar Tagen im Pub. Wir haben Nummern ausgetauscht und so können wir an unseren freien Tagen was gemeinsam unternehmen. Lange habe ich mich mit der total herzlichen Besitzerin vom Pub (Michelle) und mit Ivette unterhalten. James lobt mich immer bei allen Leuten im Pub. Das ist mir manchmal ganz schön peinlich. Er sagt, dass ich so gut arbeite und so verlässlich bin und so.
Am nächsten Tag wollte mein Chef eigentlich, dass wir zwei Pferde im Roundpen arbeiten, aber dann sollte ich den Wallach von gestern satteln. Er saß auf der anderen sehr jungen Stute als er bemerkte, dass sein Steigbügel kaputt war. So sollte ich das Training mit beiden Pferden übernehmen. Da schwierige Pferde beim Rennen von einem Reiter mit Pferd geführt werden, mussten wir das üben. James gab mir den Strick um das andere Pferd zu führen, während ich auf dem Wallach saß. Das ist gar nicht so einfach wie es sich anhört und man muss das Pferd mit dem Gewicht lenken (soll man eigentlich sowieso immer machen), weil man ja die Hand zum Führen braucht. James meinte wenn ich es nicht hin, bekomme, solle ich den Strick einfach los lassen. Natürlich wollte ich beweisen, dass ich das kann. Die ersten paar Meter klappte es auch, aber dann erschrak sich mein Wallach und galoppierte los. Eisern hielt ich den Strick fest und bevor ich beide Pferde wieder unter Kontrolle hatte, rief mir mein Chef zu, dass ich los lassen solle. Ein paar Mal versuchten wir es noch, aber mein Pferd hatte zu viel Angst. Er hat das vorher auch noch nie gemacht. Dann sollte ich ohne Strick versuchen, das andere Pferd neben mir her laufen zu lassen. Das war gut und so trabten wir eine Weile. Die Stute folgte einfach brav neben mir. Danach trabte ich den Wallach eine Weile allein in der Arena und er war leider nicht motivierter als am Vortag.
Diese Woche sollte ich Unkraut sprühen. Davon gibt’s auf der Farm so viel und mit einer Flasche laufe ich rum und sprühe alles mit Gift an, in der Hoffnung es stirbt ca. 2 Wochen.
An einem Morgen traf mich der Schock: 2 Pferde waren in die Futterkammer eingedrungen und hatten alles verwüstet. Futtersäcke lagen überall rum, Futter lag quer über dem Boden verstreut, die Pferdeäpfel waren überall, das Futter das ich vorbereitet hatte war aufgefressen und einige Futtersäcke aufgebissen. Ich bekam fast die Krise und brauchte lange um alles wieder aufzuräumen.
Ein Pferd das ich nicht mag, sollte ich auf die große Stutenkoppel bringen. Sie bekommt eine Pause und darüber bin ich total froh. Das Pferd kann man nicht mal führen, weil es immer auf der linken Seite laufen will, mir von hinten auf die Beine tritt und mich ständig rum schubst. Sie ist nicht böse, aber einfach nur total tollpatschig und stur.
Nachdem es letzte Woche ein paar Mal geregnet hat und endlich mal abkühlte, wurde es zum Ende der Woche wieder heißer. Mir ist es eindeutig lieber es regnet, dann ist es nicht so drückend.
Alles in Allem hatte ich eine entspannte Woche und musste nicht viel machen.

Gesunde Grüße
Nadine

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