Arriving in Namibia

Dienstag, 24.07.2018

Um halb 10 landeten wir endlich in Windhoek. Hallo Afrika ! Namibia begrüßte mich mit frischen 8 Grad. Bin ich hier wirklich in Afrika ?

Leider musste ich noch geschlagene eineinhalb Stunden an der Schlange fürs Visum anstehen. Man muss wissen, dass ich der Ungeduldigste Mensch der Welt bin und bei sowas die Krise kriege. Endlich hatte ich das Visum und mein roter Koffer stand bereits einsam und verlassen da. Am Ausgang wartete schon Johannes, der Sohn des Farmbesitzers, auf mich der ein Schild mit meinem Namen hoch hielt. Er begrüßte mich freundlich und mit dem Jeep gings Richtung Farm. Die Fahrt von Windhoek zog sich ewig und die endlose Weite Afrikas beeindruckte mich sofort. Johannes und ich unterhielten uns super und ich freute mich über die Warzenschweine überall am Straßenrand. 

Im Ort Ojiwarombo sammelten wir noch zwei Mitarbeiter auf, bevor es weiter ging. 

Nach viereinhalb Stunden auf einer schnurgeraden Straße durchs Niemandsland, bogen wir endlich Richtung Farm ab. Es ging 17 km über Holperpisten und dann standen wir endlich an der Lodge. Diese ist wunderschön und ich freue mich jetzt schon hier leben zu können. Meine neue Kollegin Marie, eine Französin zeigte mir alles und endlich sah ich mal wieder Pferde. Ich lernte die Kolleginnen Lisa und Laura (beide in meinem Alter) kennen und dann konnte ich meine Unterkunft beziehen. Klein, aber fein und mit eigenem Bad. Ich wohne als einzige Weiße in einer afrikanischen Siedlung, was total cool ist. Alle sind total freundlich und hießen mich willkommen. Die Menschen leben hier richtig, teilweise über viele viele Jahre und haben hier auch ihre Kinder. 

Mir knurrte der Magen, weil es bei Eurowings ja nichts zu essen gibt und ich seit dem Vorabend nichts gegessen hatte. Leider gab es erst zweieinhalb Stunden später, um halb 8 Abendessen, aber Marie besorgte mir ein Stück Kuchen über das ich sehr froh war.

Bis zum Abendessen hatte ich Zeit mir alles in Ruhe anzuschauen und meine Sachen auszupacken. 

Um halb 8 war es schon dunkel und der Weg zum Abendessen über viele Steine gestaltete sich als nicht ganz leicht. Die Mädels und ich saßen auf Bänken an einem Tisch und genossen unser Brot mit Käse. 

Da ich noch total müde von der Anreise war ging ich nach dem Essen und kurzer Wlan-Pause (Wlan gibts nur da wo es Essen gibt) schon früh ins Bett. Abends wird es hier sehr kalt, weshalb ich froh um meine Wärmflasche bin die ich mit kochendem Wasser auffüllte. So lag ich mit Winterjacke und Schal im Bett, denn Heizungen gibt es hier nicht und isoliert ist hier auch nichts. Zum Glück war ich darauf schon vorbereitet und so machte es mir nichts aus.

So schlief ich das erste mal in Afrika ein und freute mich schon auf den ersten Tag.

Liebe Grüße aus Namibia 

Nadine 

Namibia here I come

Montag, 23.07.2018

Organisation ist alles! Vor allem auf Reisen. Gut, dass das Wort Organisation so gut zu mir passt wie Regen zur Sonne. Wenigstens gepackt hatte ich am Sonntag schon (mit Hilfe von Oma, weil das sonst in Drama ausartet). Weil ja immer irgendwie alles geht, dachte ich, dass sich bestimmt jemand findet der mich zur S-Bahn fährt. Leider war dem nicht so und 3 Stunden bevor ich an der Flix-Bus-Haltestelle am Stuttgarter Flughafen sein musste tat sich immer noch keine Möglichkeit auf. Zum Glück durfte ich Papas Auto nehmen und am S-Bahn Parkplatz stehen lassen. Davor wollte ich aber noch zu unserem alle 2 Jahre statt finden Dorffest, dem Schäferlauf. Obwohl ich dort (dachte ich zumindest) rechtzeitig los gefahren bin, war ich total spät dran. Dann bin ich Zuhause auch noch mit samt 23kg schwerem Koffer die Treppe runter gefallen und tat mir ordentlich weh.

Für ein Parkticket reichte die Zeit nicht mehr und ein Bahnticket löste ich noch in letzter Minute. Es war ein abartig heißer Tag und ich musste den Koffer die vielen Treppen an der S-Bahn allein hoch wuchten. Nass geschwitzt saß ich in der S-Bahn. Ich musste noch umsteigen und merkte schnell, dass es eine sehr knappe Sache werden würde pünktlich am FlixBus zu sein. Leider wusste ich auch noch nicht, dass ich durch den ganzen endlos scheinenden Flughafen rennen musste. Trotz meiner Schreie wollte niemand Platz machen und da sich der Griff von meinem Koffer nicht ausziehen ließ, fiel mir dieser zwei mal während dem Rennen um. Der Fahrer machte gerade die Tür zu, als ich um 15:31 Uhr keuchend zum Bus kam. Er ließ mich noch rein und ich merkte wie viel Glück ich hatte. Ich sah bestimmt aus wie geduscht und wollte nur noch umfallen. 

Wenigstens die Fahrt lief gut und der Bus hielt direkt am Flughafen München. Mit mir stieg nur ein anderer Fahrgast aus und sonst war der FlixBus komplett leer. 

Am Flughafen konnte ich erst mal durchatmen, denn ich hatte noch super viel Zeit, da es keinen späteren FlixBus gegeben hatte. Zum Glück konnte ich schon Einchecken. Dann der Schock: mein Koffer hatte 26,6 kg. Komisch. Zuhause hatte er noch 21 kg. Also stand ich da und räumte alle schweren Sachen ins Handgepäck. Die nette Dame am Schalter gab mir Anweisungen wie es besser geht. Zwar hatte der Koffer immer noch über ein Kilo zu viel, aber die Dame drückte ein Auge zu. So kam ich um die 50€ Übergepäck rum. Zudem bekam ich den letzten Fensterplatz. 

Die Zeit vertrieb ich mir beim Schaufensterbummel mit meinem viel zu schweren Handgepäcksrucksack. Die Preise am “einzigen 5 Sterne Flughafen Europas” sind mehr als gesalzen. 5,80€ die ein kleines Getränk ? Nicht mit mir ! Da fülle ich lieber meine Wasserflasche auf. 

Ein Blick auf die Anzeigetafel verriet mir, dass der Flug 45 min Verspätung hatte. 

Ich suchte mir einen Platz in einer chillout-Lounge mit Sofa und langweilte mich.

Ganz pünktlich deutsch stand ich am Boarding und es ging nichts vorwärts. Ewig standen wir da und bewegten uns nicht. 

Geplant war, dass wir um halb 11 los fliegen und es war schon nach 12 als sich der Eurowings-Flieger endlich in die Lüfte erhob. Es gab Probleme mit dem Check in-system am Flughafen und technische Probleme, so der Pilot. Da wollte ich als Flugangstgeplagte glatt wieder aussteigen. Der Start war ruhig und die erste Stunde auch, aber ab dann waren die Anschnallzeichen konstant an und es wackelte gewaltig. Wieso erwische immer ich diese Flüge? Mit Schlafen war dann also nicht viel, aber zum Glück wurde ich nicht so nervös wie sonst. Vielleicht bessert sich die Flugangst ja doch. Anscheinend sind Turbulenzen bei Flügen so nah am Äquator normal. Bald bin ich in Windhoek und die Vorfreude stieg mit jeder Meile mehr.

 

Liebe Grüße 

Nadine