Thunderstorm Flight home

Freitag, 09.06.2017

Hilfe! Ich will aus diesem Flieger raus!

Schon die ganze Zeit war ich ein nervliches Wrack, als ich an den Flug dachte. Die ganze Woche hatten Leute im Hostel darüber geredet, was sie für schreckliche Flüge hatten, dass sie stundenlang nicht starten oder landen konnten usw. Ein Mann erzählte, dass er sein Leben lang (er ist 70) geflogen ist, aber so einen Flug wie an diesem Tag noch nie davor erlebt hatte. Das machte mir natürlich super viel Mut. In der Hurricane Saison zu fliegen ist eben nicht ideal.
Zum Glück konnte ich mich den ganzen Tag mit Arbeit ablenken und der Tag verging schnell. Trotzdem taten mir die Leute um mich rum leid, weil ich so Angst hatte.
Mittags liefen Benny und ich kurz in die Stadt um Burger zu essen. So langsam kann ich das ungesunde Fast Food hier nicht mehr sehen.

Trotzdem gönnten wir uns zum Nachtisch eine Kalorienbombe in einem französischen Café und zwar Crêpes mit Nutella und Erdbeeren. Mann, war das lecker!

Wir wollten los, als es mal wieder schüttete, was der Himmel her gab. Man kann sich nicht vorstellen, wie es hier gießen kann und das Wasser kam wieder aus den Abflüssen auf der Straße raus. Wir warteten kurz, bis es ein bisschen weniger wurde und eilten dann zum Hostel.
Bis zur Abreise konnte ich wieder arbeiten und ich fand zwei deutsche Jungs, die ca. um die gleiche Zeit wie ich flogen. Zum Glück hörte der Regen genau in den 5 Min. kurz auf, als wir an der Bushaltestelle neben dem Hostel auf unseren Bus warteten. Die Fahrt war lange und zum Glück wussten wir das und planten genug Zeit ein. Nach über einer Stunde Fahrt, in der wir uns super unterhielten standen wir am riesigen Flughafen von Miami und liefen in getrennte Richtungen.
Ich fragte den netten Mann bei der Kofferabgabe, ob ich tauschen und einen Fensterplatz bekommen könnte. Er sagte, das sei gar kein Problem und buchte mich am Fenster ein. Und dass, obwohl ich ja eigentlich bereits Online eingecheckt hatte. Ich fragte, ob ich meinen Koffer in Berlin abholen könnte. Eigentlich hätte ich anschließend noch von Berlin nach Stuttgart fliegen sollen, aber zwei Flüge an einem Tag sind zu viel für meine Nerven. So wollte ich mein Rail&Fly ausnutzen und mit dem Zug von Berlin nach Stuttgart fahren. Leider ging das nicht, aber ich könnte in Berlin nochmal nachfragen, so der Mann. Er war super freundlich und erklärte mir ganz genau wo ich hin musste.


Bei der Sicherheitskontrolle wartete ich schon drauf, dass ich raus gezogen werde. Keine Ahnung warum, aber mir passiert das immer.. Da der Scanner bei mir piepste, tastete mich die Frau ab. Der Security Mann fragte, wem der Rucksack gehöre. Als ich mich meldete, schüttelte er mit dem Kopf. Ich Depp hatte vergessen, meine Wasserflasche auszuleeren. Der Security war mega witzig und machte Späße. Es gäbe zwei Möglichkeiten: Flasche weg schmeißen, oder nochmal raus, Wasser ausleeren und Kontrolle nochmal von vorn. Da das meine geliebte, pinke Flasche war, entschied ich mich für Möglichkeit 2. So wurde ich vom Beamten unter den verwirrten Blicken anderer Passagiere höchstpersönlich wieder raus eskortiert. Er leerte das Wasser in den Mülleimer und dann schob er mich ganz an den Anfang der Schlange. Der Security ging sogar mit mir erneut durch die Kontrolle und dann konnte ich gehen. Mann, war das peinlich. Ich entschuldigte mich bei allen tausend Mal und sagte, dass ich meine Flasche nicht mehr vergessen werde auszuleeren. Der Security war so witzig und lachte nur und wies seine Kollegin diskret auf ihren offenen Hosenladen hin. Dann fiel mir auch noch unbemerkt mein Reisepass unter das Gepäckband und ein anderer Security rief meinen Namen auf. Was ist denn jetzt noch ? Meine Bordkarte hatte ich wohl auch verloren und der Mann wedelte mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht damit. Schnell schnappte ich die Bordkarte und machte mich aus dem Staub. Mann, bin ich verplant ! Heute war sowieso nicht mein Tag.
Der Flug hatte eine Stunde Verspätung und ich konnte noch ein bisschen arbeiten. Außerdem gönnte ich mir eine Mini-Pizza für 7$.


Hatte ich gesagt, dass der Flug nach Savannah schlimm war? Da wusste ich auch noch nicht, dass ich beim Heimflug mitten in einem Gewitter stecken würde.

Bei einem Horror-Gewitterflug hat das mit meiner Flugangst nämlich angefangen. Da kamen schreckliche Erinnerungen hoch. Davor bin ich immer gern geflogen. Jedenfalls hab ich mir schon vor dem Start eine meiner Knock-out-Wunderpillen die ich vom Arzt verschrieben bekomme, eingeworfen. Leider wirkte diese diesmal nicht wie erhofft. Äußerlich war ich zwar irgendwie ruhiger und bekam keine Schnappatmung, aber innerlich hatte ich trotzdem noch Angst. Schon beim Start gab es heftige Turbulenzen und alles wackelte wie verrückt. Diesmal versuchte ich es mit einer neuen Taktik: Ich bin gar nicht da! Also Kopfhörer rein, Musik an, Schlafmaske (die man von AirBerlin bekam) auf und in die Decke eingekuschelt. Mein Sitznachbar wechselte noch vor dem Start zu seinem Kumpel und so hatte ich glücklicherweise zwei Sitze für mich. Leider funktionierte diese Taktik nicht. Ich muss immer sehen, was draußen vor sich geht und mit den Ohren und Augen im Flugzeug sein. Jedenfalls waren wir dann wie gesagt mitten im Gewitter. Eigentlich dachte ich, dass man Gewitter umfliegen kann, aber dem war wohl in dem Fall nicht so. Links und rechts von uns blitzte es wie verrückt und das Flugzeug wurde ständig taghell erleuchtet. Ich dachte ich bin im falschen Film und hatte total Angst. Natürlich waren somit auch die Turbulenzen total stark und der Flieger sackte immer wieder stark ab. Das wurde gar nicht besser und das Ende des Gewitters war nicht in Sicht. Die ganze Zeit überlegte ich, was es für Folgen haben könnte, wenn ich noch eine meiner tollen Tabletten nehmen würde. Plötzlich kam wieder ein Schlag und der Flieger kippte zur Seite und sackte ab. Viele Leute stießen Schreie aus und anscheinend war ich an diesem Tag nicht die Einzige die Angst hatte. Mir egal, dachte ich und warf mir nochmal eine blaue Pille ein. Der Flugbegleiter sah das, kam her und fragte, ob ich jetzt schon die zweite Tablette genommen hätte. Als ich das bestätigte, guckte er mich mit großen Augen an. Der nette Mann meinte dann, dass sie bestimmt große Schwierigkeiten haben würden mich in Berlin wieder wach zu bekommen. Der kennt die Tabletten bestimmt schon. Das kann gut sein, sagte ich. Dabei dachte ich mir, dass er sich bloß schnell wieder hin setzen sollte, denn da wackelte das Flugzeug erneut und er musste sich festhalten, um nicht umzufallen. Was man aber sagen muss: Ich bin total zufrieden mit AirBerlin. Alle meine Sorgen waren unberechtigt und der Service war sehr gut und das Personal super freundlich. Eine Stewardess und der Flugbegleiter kamen ständig her und fragten, wie es mir geht und ob ich es noch aushalte. Die sahen wahrscheinlich die Panik in meinen Augen und kümmerten sich super um mich. Sie fragten, ob ich noch eine Decke oder ein Kissen will und ob sie was für mich tun könnten.

Ich bekam noch mit, dass Essen kam, das ich in meinem Rucksack hortete. Dann schlief ich ein und wachte nur ein paar Mal kurz auf. Ein Hoch auf die Tabletten. Als ich zum Frühstück aufwachte, schien die Sonne. Die Turbulenzen hatten aber nicht aufgehört und die Anschnallzeichen waren anscheinend während des gesamten 8 stündigen Flugs an.
Als wir landeten war ich echt froh, den vorerst letzten Flug überstanden zu haben. Meine Nerven! Endlich raus aus diesem blöden Flugzeug.


Ich ging zum Schalter und fragte, ob ich mein Gepäck bekommen könnte. Insgesamt wurde ich zu vier verschiedenen Schaltern geschickt und keiner konnte mir helfen.
So ein Mist, dachte ich und musste mich damit abfinden nochmal einen Flug anzutreten. Vier Stunden hatte ich noch Zeit und bei Sonnenschein kaufte ich mir ein Ticket für die Dachterrasse. Dort traf ich zwei Fotografen die regelmäßig her kommen um Flugzeuge zu fotografieren. Sie fotografieren sogar für Zeitungen. Die beiden Mittfünfziger wussten viel und erklärten mir einiges über Flugzeuge und das Fliegen. Sie wussten genau welcher Flieger wann kommt, wie er landet und warteten auf Flieger mit einer speziellen Lackierung. Außerdem hatte der Eine ein Funkgerät und wir hörten alles, was der Tower und die Piloten redeten. Das war richtig cool und super spannend. Ein Flieger startete kurz vor dem Aufsetzen nochmal durch und flog eine extra Runde und ich war schockiert. Die Männer meinten das sei normal und komme öfter vor. Manchmal würden die Piloten die Landebahn nicht exakt treffen. Wie beunruhigend.


Als es Zeit war verabschiedete ich mich und ging zum boarding. Diesmal hatte ich ein besseres Gefühl und da ich so fertig war und die Tabletten noch wirkten, schlief ich im Flieger gleich ein.
In Stuttgart holte ich mein Gepäck wurde von meinem Papa abgeholt.
Das war eine geniale, lohnenswerte Reise die unbedingt Wiederholungsbedarf hat. Zum Glück hab ich auch die beiden Flüge überlebt und bin froh, dass ich so schnell nicht wieder fliege.

Liebe Grüße aus Deutschland
Nadine

Working in Miami

Dienstag, 06.06. – Donnerstag 08.06.2017

Work, work, work

Zum Glück gibt es für mich in meiner Arbeit die Möglichkeit von Zuhause aus zu arbeiten. Da die restliche Woche von Meli und mir sprichwörtlich ins Wasser gefallen ist, entschied ich mich dafür einfach vom Hostel in Miami aus zu arbeiten. Meinen Laptop hatte ich sowieso dabei und das Internet funktionierte hier auch. Ich stornierte schweren Herzens unseren gebuchten Ford Mustang und alle Hotels. Meli hatte einen neuen Heimflug gebucht und war am Vortag zurück nach Deutschland geflogen. Ich hatte nach Flügen nach Kuba oder andere Teile der USA geschaut, aber leider war überall Gewitter und Unwetter vorausgesagt und so hatte das auch keinen Wert. Auch die Vorhersage für Miami war mehr als schlecht.
In diesem Partyhostel zu arbeiten war sehr schwer. Selbst bei Tag herrschte eine abartige Geräuschkulisse und die Musik war auch viel zu laut. Das nervte mich total. Leider konnte ich nicht vom Zimmer aus arbeiten, weil es dort kein WLAN gab. Trotzdem lief es gut und mit Kopfhörern in den Ohren ließ es sich arbeiten.
Benny der auch allein war, kam pünktlich zur Mittagspause immer in die Lobby und wir gingen was Essen. An einem Tag waren wir in der schönen alten Post um unsere Karten weg zu schicken.


Das Wetter besserte sich leider kein bisschen. Jeden Tag goss es aus Kübeln und es sah aus als würde die Welt untergehen. Die Gewitter hier sind total heftig und es blitzt und donnert wie verrückt. Wenn es einmal anfängt, regnet es was runter kommen kann und die Straßen stehen nach wenigen Minuten komplett unter Wasser. Das ist super krass und sowas habe ich bisher auch noch nicht erlebt.


Irgendwie ist South Beach ein komischer Ort. Überall stehen Läden leer, es riecht nach Fäkalien und in einigen Geschäften sind Scheiben eingeschlagen und es sieht chaotisch aus. Es gibt viele Obdachlose und überall liegt Müll herum. So habe ich mir das hier nicht vorgestellt.


Benny der in der Berufsfeuerwehr ist, wollte an einem Nachmittag unbedingt die Feuerwehr sehen. Wir hatten Glück und ein Feuerwehrmann zeigte uns die komplette Wache inkl. Küche, Schlafräumen, Geräteraum usw. Plötzlich ging ein ohrenbetäubender Lärm los und alle rannten los. Der Feuerwehrmann und Benny rutschten an der Stange runter ins Erdgeschoss, aber ich traute mich nicht. Leider fand ich den Ausgang aus nicht und alle mussten auf mich warten. Zum Glück schaffte ich es noch aus dem Labyrinth raus und die Feuerwehr konnte zum Einsatz fahren.


An einem Tag passierte das Unglaubliche: die Sonne kam raus. Wenn auch nur für ein paar Minuten, aber ich sah Miami tatsächlich noch bei Sonne.

Dieses Jahr hatte ja die Hurricane-Saison ungewöhnlich früh angefangen. So machte ich einen kurzen Ausflug an den Strand. Der Sand war kalt und immer noch nass und so machte ich nur ein paar Fotos und ging wieder. Da hat man einen Strand direkt vor der Haustür und kann nicht einmal baden. Endlich konnte ich aber mal die berühmten Miami Strandhäuschen aus Baywatch live sehen.


Sonst war die Woche nicht gerade spannend und ich widmete mich der Arbeit.

Carsten und Christian und die anderen Jungs waren nun auch abgereist und außer Benny kannte ich dann niemanden mehr. Das war aber ok, denn so hat man nicht so viel Ablenkung von der Arbeit.

Ins Zimmer kam aber keiner mehr rein und so war ich allein im Viererzimmer. Wie gesagt ist der Raum total doof. Es hat kein Fenster, man hat kein WLAN und es ist selbst allein sehr klein. Das Schlimmste war aber, dass ich schon nach der ersten Nacht krank war. Trotz Schal, Socken, zwei Pullis und 5! Decken (naja Decken kann man diese Spannbettlaken nicht nennen), fror ich total und die Klimaanlage war vieeeel zu kalt eingestellt und machte einen ohrenbetäubenden Lärm. Jeden Tag fragte ich an der Rezeption, aber keiner wollte die Klima ausstellen, oder wärmer machen. Aus lauter Verzweiflung und weil es wirklich unbeschreiblich kalt war, stellte ich ein Stockbett um, klemmte eine Matratze oder den Klimaanlagenschacht und packte noch ein paar Kissen drauf. Das kostete viel Zeit und Kraft und half auch nicht wirklich. Leider machten die Putzfrauen jeden Tag aufs neue mein Konstrukt kaputt und ich musste täglich erneut umbauen.

Eines Abends vor dem Hostel

Fleißige Grüße
Nadine

Miami by rain

Montag, 05.06.2017

I will miss you!

Der Tag der Tage war gekommen. Die Abreise von Vroni und Berni und somit auch das Ende einer gemeinsamen Reise. Da die beiden nicht so viel Urlaub hatten, flogen sie schon früher als ich zurück nach Deutschland.

Um nochmal was von Miami zu sehen (unser Hostel ist ja in South Beach), fuhren wir mit dem Bus und mit gepackten Backpacks der beiden in die Stadt. Wie es auch anders sein kann, war es total bewölkt und nieselte ab und zu. Bisher hatte mich Miami nicht sonderlich beeindruckt und das änderte sich auch nach diesem Tag nicht. Außer vielen Wolkenkratzern bot uns die Stadt nicht viel Sehenswertes. So schlenderten wir gemütlich durch eine Shoppingmall und setzten uns ans Ufer um die Boote zu beobachten.


Mit dem supermodernen und kostenlosen Skytrain ging es Richtung Flughafen. Das ist eine super Möglichkeit ein kleines bisschen von der Stadt zu sehen und entlastet den Verkehr von Miami. Wir hatten noch ein bisschen Zeit und aßen Pizza und Pasta am Flughafen.

Leider war dann die Zeit des Abschieds gekommen. Es war wirklich ein Roadtrip der besser nicht sein hätte können. Wir haben viel gesehen, viel erlebt, haben viel gelacht und waren uns immer einig. Vroni und Berni sind sehr gute Travelmates und ich werde es wirklich vermissen! Nach einer Herzlichen Umarmung ging es für uns dann in unterschiedliche Richtungen.

Ich nahm den kostenlosen Shuttlebus zurück zum Hostel und Vroni und Berni checkten ein. Es ist unglaublich wie schnell zweieinhalb Wochen vergehen können. Das mit dem Bus klappte super und nach nur ein paar Minuten war ich wieder am Hostel. Dort musste ich das Zimmer wechseln. Das neue Zimmer war hässlich, klein, hatte keine Fenster und die Klimaanlage war vieeeel zu kalt eingestellt. Das Gute war aber: Carsten und Christian (die Jungs die wir vor 2 Tagen getroffen hatten) wohnten auch in diesem Zimmer. So saßen wir zusammen in der Hostelbar und nutzten mal wieder die Happy Hour aus. An diesem Abend wollte ich nicht mit feiern gehen, aber leider kommt man da in einem Partyhostel nicht drum rum. Zumal ein anderer Deutscher (Benny) der neu angereist war, mich zusätzlich überredete. Wieder ging`s mit dem Partybus los und ich traf drei weitere deutsche Jungs.

Wir waren eine witzige Gruppe und das erste Ziel war eine coole Bar. Einer der Jungs sah, dass eine Whiskyflasche zum Greifen nah war und langte zu. Ich hatte damit überhaupt nichts zu tun, aber schon kam ein Security, der unsere ganze Gruppe unsanft nach draußen beförderte. Ich fragte, was ich damit zu tun hätte und da der Security dann böse war, ließ ich es sein. Wir sollen ganz schnell verschwinden, sonst rufe ich die Polizei, so der stämmige Mann.

Wir bogen schnell um die Ecke und warteten auf die anderen vom Hostel. Als der Partybus wieder kam um uns zur nächsten Location zu bringen waren wir froh. Diese Location war ein „Speakeasy“. Als Speakeasy (auch als Flüsterkneipe, Flüsterstube oder Mondscheinkneipe übersetzt) bzw. Blind pig wurden während der Alkoholprohibition in den USA von 1919 bis 1933 illegale Kneipen oder Clubs bezeichnet, in denen insbesondere hochprozentige Getränke, aber auch Bier, ausgeschenkt wurden.

Hier musste man den Eingang suchen, bzw. ein Codewort nennen. Der Eingang hier war ein in die Wand eingelassenes Dixiklo, durch das man in einen Club kam. Total abgefahren und wir hätten den versteckten Eingang nie gefunden. Man öffnet die Tür und steht mitten im feiernden Volk. Hier gab es Karaoke und die Stimmung war ausgelassen. Hier blieben wir, feierten bis spät in die Nacht und hatten Spaß.

Zurück gings mit dem Taxi, wo wir uns zu 6. rein quetschten.

Liebe Grüße von der verlassenen
Nadine

Crocodiles in the Everglades

Sonntag, 04.06.2017

The largest subtropical wilderness in the United States

An diesem Sonntag schliefen wir einigermaßen lange und gingen zusammen mit der Schweizerin Sira in unser Lieblingsrestaurant „Big Pink“. Das Frühstück war der hammer und wir hauten alle ordentlich rein.

Leider bekamen wir von der Miamianischen Sonne immer noch nichts zu sehen, denn bei Regen wurden wir von einem Minivan abgeholt. Bei Regen fuhren wir also eine Stunde lang in die Everglades.

Die Everglades sind ein tropisches Marschland im Süden des US-Bundesstaates Florida. Ein Teil der Everglades ist als Everglades-Nationalpark geschützt und UNESCO-Welterbe. Seit 2010 steht der Park auf der roten Liste des gefährdeten Welterbes, da die zunehmende Umweltverschmutzung und Eingriffe in den Wasserhaushalt den Park bedrohten. Der Park stand aus nahezu denselben Gründen bereits in der Zeit von 1993 bis 2007 auf der roten Liste.
Wikipedia

Die Everglades bestehen aus 1,5 Millionen Hektar Feuchtgebiet und beiheimaten Krokodile, Seekühe, Delfine, Florida Panther, Schwarzbären, Schlangen und viele mehr.

Wir hatten eine Airboat Tour gebucht und es ging auch direkt los. Mit dem Sumpfboot (ein propellergetriebenes Wasserfahrzeug) schossen wir in einer Affengeschwindigkeit durch die Sumpfgebiete der Everglades. Wir fühlten uns wie in der Achterbahn und drifteten um die Kurven, wo das Wasser ordentlich spritzte. Leider nicht nur das Wasser von unten. Es regnete immer noch in Strömen und das Wasser fühlte sich auf der Haut an wie tausende Nadelstiche. Wir sahen überhaupt nichts und mussten unsere Sonnenbrillen aufziehen, sodass das Wasser nicht so weh tat. Es war total unangenehm und ich hoffte, dass die Fahrt nicht so lange gehen würde. Auf einmal bremste der Fahrer stark und wir wussten gleich warum. Ein riesiges Kroko schwamm im Schilf herum. Das war sehr beeindruckend und das Tier ließ sich nicht stören. Das Boot flog übers Wasser und durch den Sumpfgebiete. Mein Zeitgefühl war nicht vorhanden, aber mir kam die Fahrt nicht lange vor.

Als wir wieder am Startpunkt waren, sahen wir einen riesigen Alligator am Ufer chillen. Dieser bewegte sich nicht und ich dachte es sei aus Plastik.

Anschließend besuchten wir den Miccosukee Tribe (http://www.miccosukee.com/indian-village-c/alligator-demonstrations/). Dieser Indianerstamm sind eine der drei von der US-Regierung auf Bundesebene anerkannten Stämme (federally recognized tribes) der amerikanischen Ureinwohner, die in Florida leben. Der Stamm betreibt ein luxuriöses Hotel-Casino und einen Golf-Club in Miami und unterhält eine eigene Polizei. Das Miccosukee Indian Village wurde 1983 gegründet und zeigt eine Anzahl künstlerischer Arbeiten, wie Gemälde, Handarbeiten und Patchwork der Frauen, Kostümpuppen aus Palmfasern und alte Fotografien. Außerdem werden Gebrauchsgegenstände aus dem Leben in den Sümpfen gezeigt.

Wir schauten uns die ganzen Handarbeiten an, die die Stammmitglieder vorführten und waren beeindruckt, dass der Stamm im 21. Jahrhundert immer noch seiner Tradition treu geblieben ist.

Ein weiterer Punkt unserer Touri-Tour war das „Alligator Wrestling“ das in diesem Dorf statt fand. Ich wollte nicht hin, weil ich dachte, dass das abläuft wie Hahnenkämpfe. Zum Glück stellte sich heraus, dass es eine Art „Krokodilflüsterei“ der Mikasuki ist. Wir waren total beeindruckt, wie ein Stammmitglied irgendeinen Alligator anlockte und lebensgefährliche „Kunststücke“ zeigte. Ohne Gewalt und ohne fesseln, o.ä. hob er den Kopf des Alligators nur mit seinem Kinn fest, steckte seine Hand ins offene Maul und saß dabei auf dem Rücken des Tieres. Wir hatten jede Sekunde Angst, dass der Alligator zubeißen würde. Das war wirklich sehr beeindruckend und man merkt, wie gut die Mikasuki diese gefährlichen Tiere kennen.

Anschließend hatten wir weiterhin Zeit die Heimat des Stamms zu erkunden. Ein kleiner Junge zeigte uns, wie man mit Pfeil und Bogen schießt und wo bei mir der Pfeil Anfangs noch ständig zu Boden fiel, traf ich am Ende auf eine Zielscheibe und ein Plastik-Reh (zum Glück bin ich Vegetarier). Auch Vroni und Berni waren gut und wir wollten gar nicht aufhören.

Der kleine Junge spritzte mit dem Gartenschlauch einige Alligatoren ab, denen das sichtlich zu gefallen schien.

Im Museum schauten wir uns zwei Filme über die Traditionen und Entstehung des Stammes an und begutachteten den größten Alligator der Welt.

Die Alligatoren die herum lagen, waren wirklich faul und bewegten sich kaum. Schwer vorzustellen, wie diese attackieren können. Die Höchstlänge dieser Tiere beträgt 6m und sie können sage und schreibe 100 Jahre alt werden. Die bis zu 454 kg schweren Tiere sind aber nur so faul um sich ihre Energie aufzusparen, falls sie angegriffen werden. Sie attackieren nicht grundlos Menschen, sondern nur, wenn sie sich bedroht fühlen.

Die Schildkröten fühlen sich wohl auf dem Rücken der Krokos

Der Minivan brachte uns nach diesem Ereignis zurück ins Hostel, wo wir mit den anderen zusammen saßen und endlich unsere Finanzen klärten. Wir hatten uns oft abgewechselt mit Zahlen und so kostete es Berni viel Nerven um alles getrennt auszurechnen.

Um den letzten Abend von Vroni und Berni hier nochmal zu feiern, ging es für uns ein letztes Mal zusammen auf die Partymeile von Miami. Da das ein „Must-do“ hier ist, suchten wir uns auf dem berühmten Ocean Drive eine coole Bar, um den Superdrink zu probieren. Die „Fishbowl“ (Fischglas) hat nichts mit Fisch zu tun, sondern ist ein Getränk im 1L Glas mit vielen verschiedenen Spirituosen und in unserem Fall zwei Flaschen Corona drin. Ich war zu geizig, die bis zu 50$ für einen Drink auszugeben, aber die anderen probierten von dem Getränk, das ziemlich schnell zu Kopfe steigt. Irgendwann war ich zu müde um meine Augen offen zu halten und ging am Strand entlang zurück zum Hostel. Die anderen zogen noch ein bisschen weiter.

Liebe Grüße vom letzten Tag zu dritt
Nadine

Bye bye our beloved car

Samstag, 03.06.2017

Everything has to come to an end….

Das Wetter im Sunshine State Florida war auch an diesem Samstag nicht gerade vielversprechend. Der traurige Tag war gekommen: wir mussten uns von unserem geliebten Nissan verabschieden und somit auch unseren Roadtrip abschließen. Wir holten den Nissan aus der Tiefgarage, parkten ihn vor dem Hostel um das Zeug auszuladen und fuhren dann zur Tiefgarage der Autovermietungen neben dem Miami Airport. Hier parkt man das Auto zwischen unendlich vielen anderen Autos, jemand kommt und schaut es nicht mal richtig an, man gibt den Schlüssel ab und bekommt dann eine Bestätigung und kann gehen. Ganz schnell und unbürokratisch also. Wir sind echt zufrieden mit der Autovermietung Alamo.

Es fahren kostenlose Busse zum Terminal und von dort aus wäre ein kostenloser Shuttle zurück zum Hostel gefahren. Leider verliefen wir uns ständig und sprinteten durch den ganzen Flughafen, aber verpassten den Bus um 5 Minuten.

So suchten wir uns fix und fertig einen Bus, der zu unserer Verwunderung sehr günstig war. Als wir zurück im Hostel waren, nahmen wir gleich den nächsten Bus zu einer Mall. Da es regnete wollten wir einen Shoppingtag einlegen. Leider handelte es sich nicht um eine Mall, sondern eine Shoppingstraße und wir gingen erst mal zum Italiener um Mittag zu essen. Berni konnte dort Fußball schauen und war glücklich.

Der arme Berni musste nun schon das dritte Mal den Shoppingmarathon von uns Mädels mit machen. Er beschwere sich aber nicht und wir verbrachten den ganzen Tag in irgend welchen Läden.

Zurück im Hostel meldeten wir uns wieder für die Partytour an und hatten diesmal mehr Zeit uns fertig zu machen. Wir lernten in der Hostelbar die deutschen Brüder Carsten und Christian kennen und die Schweizerin Sira. Wieder nutzten wir die Happy Hour und diesmal konnten wir zum Club laufen. Da noch Leute vom anderen Hostel kamen, waren wir eine riesige Schar an Backpackern und kamen trotzdem schnell in den „Liv Nightclub“. Auch hier wäre der Eintritt eigentlich viel zu teuer gewesen. Die Getränke waren günstiger als am Vortag und auch die Stimmung besser. Obwohl immer Securitys kamen und uns überall weg scheuchten, sodass wir auf die Tanzfläche mussten. Es hatte viele Afro-Amerikaner und wir fielen ein bisschen auf. Ein Gast hatte Geburstag und viele leicht bekleidete Mädels liefen mit einem riesigen Pappgesicht des Geburtstagskindes herum. Außerdem wurden auch hier alle paar Minuten Wodkaflaschen mit einem großen Tam Tam herum getragen. Wir hatten viel Spaß und einen schönen Abend.

Nachts kehrten wir noch in eine Pizzeria zum Mitternachtssnack ein und fielen dann müde in unsere Hostelbetten.

Liebe Grüße aus Miami
Nadine