Thunderstorm Flight home

Freitag, 09.06.2017

Hilfe! Ich will aus diesem Flieger raus!

Schon die ganze Zeit war ich ein nervliches Wrack, als ich an den Flug dachte. Die ganze Woche hatten Leute im Hostel darüber geredet, was sie für schreckliche Flüge hatten, dass sie stundenlang nicht starten oder landen konnten usw. Ein Mann erzählte, dass er sein Leben lang (er ist 70) geflogen ist, aber so einen Flug wie an diesem Tag noch nie davor erlebt hatte. Das machte mir natürlich super viel Mut. In der Hurricane Saison zu fliegen ist eben nicht ideal.
Zum Glück konnte ich mich den ganzen Tag mit Arbeit ablenken und der Tag verging schnell. Trotzdem taten mir die Leute um mich rum leid, weil ich so Angst hatte.
Mittags liefen Benny und ich kurz in die Stadt um Burger zu essen. So langsam kann ich das ungesunde Fast Food hier nicht mehr sehen.

Trotzdem gönnten wir uns zum Nachtisch eine Kalorienbombe in einem französischen Café und zwar Crêpes mit Nutella und Erdbeeren. Mann, war das lecker!

Wir wollten los, als es mal wieder schüttete, was der Himmel her gab. Man kann sich nicht vorstellen, wie es hier gießen kann und das Wasser kam wieder aus den Abflüssen auf der Straße raus. Wir warteten kurz, bis es ein bisschen weniger wurde und eilten dann zum Hostel.
Bis zur Abreise konnte ich wieder arbeiten und ich fand zwei deutsche Jungs, die ca. um die gleiche Zeit wie ich flogen. Zum Glück hörte der Regen genau in den 5 Min. kurz auf, als wir an der Bushaltestelle neben dem Hostel auf unseren Bus warteten. Die Fahrt war lange und zum Glück wussten wir das und planten genug Zeit ein. Nach über einer Stunde Fahrt, in der wir uns super unterhielten standen wir am riesigen Flughafen von Miami und liefen in getrennte Richtungen.
Ich fragte den netten Mann bei der Kofferabgabe, ob ich tauschen und einen Fensterplatz bekommen könnte. Er sagte, das sei gar kein Problem und buchte mich am Fenster ein. Und dass, obwohl ich ja eigentlich bereits Online eingecheckt hatte. Ich fragte, ob ich meinen Koffer in Berlin abholen könnte. Eigentlich hätte ich anschließend noch von Berlin nach Stuttgart fliegen sollen, aber zwei Flüge an einem Tag sind zu viel für meine Nerven. So wollte ich mein Rail&Fly ausnutzen und mit dem Zug von Berlin nach Stuttgart fahren. Leider ging das nicht, aber ich könnte in Berlin nochmal nachfragen, so der Mann. Er war super freundlich und erklärte mir ganz genau wo ich hin musste.


Bei der Sicherheitskontrolle wartete ich schon drauf, dass ich raus gezogen werde. Keine Ahnung warum, aber mir passiert das immer.. Da der Scanner bei mir piepste, tastete mich die Frau ab. Der Security Mann fragte, wem der Rucksack gehöre. Als ich mich meldete, schüttelte er mit dem Kopf. Ich Depp hatte vergessen, meine Wasserflasche auszuleeren. Der Security war mega witzig und machte Späße. Es gäbe zwei Möglichkeiten: Flasche weg schmeißen, oder nochmal raus, Wasser ausleeren und Kontrolle nochmal von vorn. Da das meine geliebte, pinke Flasche war, entschied ich mich für Möglichkeit 2. So wurde ich vom Beamten unter den verwirrten Blicken anderer Passagiere höchstpersönlich wieder raus eskortiert. Er leerte das Wasser in den Mülleimer und dann schob er mich ganz an den Anfang der Schlange. Der Security ging sogar mit mir erneut durch die Kontrolle und dann konnte ich gehen. Mann, war das peinlich. Ich entschuldigte mich bei allen tausend Mal und sagte, dass ich meine Flasche nicht mehr vergessen werde auszuleeren. Der Security war so witzig und lachte nur und wies seine Kollegin diskret auf ihren offenen Hosenladen hin. Dann fiel mir auch noch unbemerkt mein Reisepass unter das Gepäckband und ein anderer Security rief meinen Namen auf. Was ist denn jetzt noch ? Meine Bordkarte hatte ich wohl auch verloren und der Mann wedelte mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht damit. Schnell schnappte ich die Bordkarte und machte mich aus dem Staub. Mann, bin ich verplant ! Heute war sowieso nicht mein Tag.
Der Flug hatte eine Stunde Verspätung und ich konnte noch ein bisschen arbeiten. Außerdem gönnte ich mir eine Mini-Pizza für 7$.


Hatte ich gesagt, dass der Flug nach Savannah schlimm war? Da wusste ich auch noch nicht, dass ich beim Heimflug mitten in einem Gewitter stecken würde.

Bei einem Horror-Gewitterflug hat das mit meiner Flugangst nämlich angefangen. Da kamen schreckliche Erinnerungen hoch. Davor bin ich immer gern geflogen. Jedenfalls hab ich mir schon vor dem Start eine meiner Knock-out-Wunderpillen die ich vom Arzt verschrieben bekomme, eingeworfen. Leider wirkte diese diesmal nicht wie erhofft. Äußerlich war ich zwar irgendwie ruhiger und bekam keine Schnappatmung, aber innerlich hatte ich trotzdem noch Angst. Schon beim Start gab es heftige Turbulenzen und alles wackelte wie verrückt. Diesmal versuchte ich es mit einer neuen Taktik: Ich bin gar nicht da! Also Kopfhörer rein, Musik an, Schlafmaske (die man von AirBerlin bekam) auf und in die Decke eingekuschelt. Mein Sitznachbar wechselte noch vor dem Start zu seinem Kumpel und so hatte ich glücklicherweise zwei Sitze für mich. Leider funktionierte diese Taktik nicht. Ich muss immer sehen, was draußen vor sich geht und mit den Ohren und Augen im Flugzeug sein. Jedenfalls waren wir dann wie gesagt mitten im Gewitter. Eigentlich dachte ich, dass man Gewitter umfliegen kann, aber dem war wohl in dem Fall nicht so. Links und rechts von uns blitzte es wie verrückt und das Flugzeug wurde ständig taghell erleuchtet. Ich dachte ich bin im falschen Film und hatte total Angst. Natürlich waren somit auch die Turbulenzen total stark und der Flieger sackte immer wieder stark ab. Das wurde gar nicht besser und das Ende des Gewitters war nicht in Sicht. Die ganze Zeit überlegte ich, was es für Folgen haben könnte, wenn ich noch eine meiner tollen Tabletten nehmen würde. Plötzlich kam wieder ein Schlag und der Flieger kippte zur Seite und sackte ab. Viele Leute stießen Schreie aus und anscheinend war ich an diesem Tag nicht die Einzige die Angst hatte. Mir egal, dachte ich und warf mir nochmal eine blaue Pille ein. Der Flugbegleiter sah das, kam her und fragte, ob ich jetzt schon die zweite Tablette genommen hätte. Als ich das bestätigte, guckte er mich mit großen Augen an. Der nette Mann meinte dann, dass sie bestimmt große Schwierigkeiten haben würden mich in Berlin wieder wach zu bekommen. Der kennt die Tabletten bestimmt schon. Das kann gut sein, sagte ich. Dabei dachte ich mir, dass er sich bloß schnell wieder hin setzen sollte, denn da wackelte das Flugzeug erneut und er musste sich festhalten, um nicht umzufallen. Was man aber sagen muss: Ich bin total zufrieden mit AirBerlin. Alle meine Sorgen waren unberechtigt und der Service war sehr gut und das Personal super freundlich. Eine Stewardess und der Flugbegleiter kamen ständig her und fragten, wie es mir geht und ob ich es noch aushalte. Die sahen wahrscheinlich die Panik in meinen Augen und kümmerten sich super um mich. Sie fragten, ob ich noch eine Decke oder ein Kissen will und ob sie was für mich tun könnten.

Ich bekam noch mit, dass Essen kam, das ich in meinem Rucksack hortete. Dann schlief ich ein und wachte nur ein paar Mal kurz auf. Ein Hoch auf die Tabletten. Als ich zum Frühstück aufwachte, schien die Sonne. Die Turbulenzen hatten aber nicht aufgehört und die Anschnallzeichen waren anscheinend während des gesamten 8 stündigen Flugs an.
Als wir landeten war ich echt froh, den vorerst letzten Flug überstanden zu haben. Meine Nerven! Endlich raus aus diesem blöden Flugzeug.


Ich ging zum Schalter und fragte, ob ich mein Gepäck bekommen könnte. Insgesamt wurde ich zu vier verschiedenen Schaltern geschickt und keiner konnte mir helfen.
So ein Mist, dachte ich und musste mich damit abfinden nochmal einen Flug anzutreten. Vier Stunden hatte ich noch Zeit und bei Sonnenschein kaufte ich mir ein Ticket für die Dachterrasse. Dort traf ich zwei Fotografen die regelmäßig her kommen um Flugzeuge zu fotografieren. Sie fotografieren sogar für Zeitungen. Die beiden Mittfünfziger wussten viel und erklärten mir einiges über Flugzeuge und das Fliegen. Sie wussten genau welcher Flieger wann kommt, wie er landet und warteten auf Flieger mit einer speziellen Lackierung. Außerdem hatte der Eine ein Funkgerät und wir hörten alles, was der Tower und die Piloten redeten. Das war richtig cool und super spannend. Ein Flieger startete kurz vor dem Aufsetzen nochmal durch und flog eine extra Runde und ich war schockiert. Die Männer meinten das sei normal und komme öfter vor. Manchmal würden die Piloten die Landebahn nicht exakt treffen. Wie beunruhigend.


Als es Zeit war verabschiedete ich mich und ging zum boarding. Diesmal hatte ich ein besseres Gefühl und da ich so fertig war und die Tabletten noch wirkten, schlief ich im Flieger gleich ein.
In Stuttgart holte ich mein Gepäck wurde von meinem Papa abgeholt.
Das war eine geniale, lohnenswerte Reise die unbedingt Wiederholungsbedarf hat. Zum Glück hab ich auch die beiden Flüge überlebt und bin froh, dass ich so schnell nicht wieder fliege.

Liebe Grüße aus Deutschland
Nadine

Cologne here we are

Krass, vor einer Woche waren wir noch genau da wo gestern die Anschläge in London statt gefunden haben. So schrecklich was da wieder passiert ist. Das tut mir so leid!

Samstag, 11.03.2017

Als um 3:30 Uhr der Wecker klingelte dachte ich, ich stehe im Wald. Natürlich hatte keiner von uns beiden Lust so früh aufzustehen. Im Dunkeln packte ich meine Sachen und wir versuchten niemanden zu wecken. Ich hoffte im Dunkeln alles eingepackt zu haben.

Wir buchten übers Internet einen Bus (Citylink) zum Flughafen Stansted auf 5 Uhr für 10 Pound. Es war kurz nach 4 als wir an der Rezeption standen und ich nochmal nach meiner Kameratasche fragte. Der Typ meinte, dass er mir keine großen Hoffnungen machte und fragte, warum ich es nochmal versuchte. Der Typ vom Housekeeping kam und sagte er würde die Tasche suchen. Anna wurde sehr ungeduldig und sagte, wir hätten dafür keine Zeit mehr. Die Tasche wär nicht wichtig und ich solle sie vergessen. Das sah ich anders und wollte warten, bis der Typ gesucht hatte. Ich wusste, dass wir am Vortag nur 10 Min. bis zum Busbahnhof gebraucht hatten und das locker reichen würde. Als der Typ die Treppe hochkam mit meiner Kameratasche hätte ich ihn umarmen können. Ein bisschen sauer war ich schon, dass der andere die Tasche am Vortag nicht gefunden hatte, aber wenigstens hatte ich sie wieder.

So liefen wir los zum Kings Cross von dem wir nicht mal mehr wussten in welche Richtung es lag. Anna fragte einen Security und nach wenigen Minuten waren wir am Bahnhof. Und siehe da: es reichte uns sogar noch auf den Bus um halb 5 den wir dann auch nehmen konnten.

Die Fahrt dauerte nicht mal eine Stunde und wir hatten noch viel Zeit am Flughafen. Wir gingen zum Sicherheitscheck und sollten unsere Boardkarten auf den Scanner legen. Vorbereitet wie ich war, hatte ich diese schon Zuhause ausgedruckt und uns eingecheckt. Leider gab es da ein Problem: die Boardingpässe waren nicht mehr aufzufinden. Ich suchte überall und die Tickets waren einfach weg. Anna und ich zickten uns nur noch an, was uns leider auch nicht weiter brachte. Ich ging zu einem Monitor und wollte die Tickets nochmal drucken lassen. Leider zahlt man bei Ryanair für alles und so stand da, dass das Ausdrucken der Tickets 14 Pound pro Ticket betragen würde. Ich dachte das kann ja wohl nicht wahr sein. Nächster Versuch war der Mann am Schalter den ich mit Bambi-Augen anschaute. Leider ließ er sich nicht darauf ein und wollte ebenfalls insgesamt 28 Pound fürs Ausdrucken. Er meinte, wenn ich die Tickets auf dem Handy habe dann würde es auch funktionieren. Überall stand, dass man die Tickets auf Papier braucht und es nicht möglich ist, sie digital zu haben. Wir probierten es einfach und siehe da: es funktionierte. Doofe geldgierige Fluggesellschaft!

Am Sicherheitscheck wollte zwar keiner was wegen meinem Überdimensionalen Rucksack, aber dafür mussten Anna und ich wieder als Einzige zur Extrakontrolle. Schuhe aus und ab in den Nacktscanner. Danach tastete uns eine Frau ab und wie sie das machte konnte man schon als pervers bezeichnen. Überall grabschte sie hin und zimperlich behandelt wurden wir auch nicht.

Zum Glück hatten wir nach dem Ticket Theater immer noch Zeit, denn wir mussten mit dem Zug bis in den anderen Teil des Flughafens fahren. Im MC Donalds gönnten wir uns noch ein Frühstück bevor es zum boarden ging.

Der Flug war diesmal zum Glück sehr angenehm und alles ging gut. Es waren einige Plätze leer und wir setzten uns an einen Fensterplatz. Irgendwie unverschämt, dass die Fluggesellschaften lieber Fensterplätze leer lassen, anstatt da noch Leute hinzusetzen.

Am Flughafen in Köln angekommen, nahmen wir den Zug und anschließend die U-Bahn Richtung Hostel. Der Flug nach Köln war wesentlich günstiger als der nach Stuttgart und Köln wollte ich sowieso immer schon mal sehen. An einer U-Bahnstation sagte Anna, dass wir aussteigen müssten. Ohne zu gucken folgte ich ihr. Bis wir an einem ganz einsamen Bahnhof standen, wo wahrscheinlich nie irgendjemand einsteigt. Es war total gruselig und wie im Horror Film. Irgendwie sind wir eine zu früh ausgestiegen und hofften, dass die nächste U-Bahn dort halten würde. Zum Glück kam 10 Min später wieder eine und es ging weiter. Zu Fuß war es nicht mehr weit und wir fanden das Hostel Weltentdecker schnell. Nach kurzer Wartezeit checkten wir ein und liefen los um uns was zu essen zu kaufen. Mittlerweile war die Stimmung wieder besser, die Sonne schien und es war warm. Wir fanden ein gutes Restaurant wo wir draußen sitzen konnten und ich aß einen Crêpe mit Gemüse der super war.

Wir liefen durch das Viertel wo unser Hostel war, schauten hier und da in ein paar Läden rein und genossen das super Wetter. Eigentlich wollten wir in die Stadt laufen, aber als wir in GoogleMaps guckten stellten wir fest, dass wir in die falsche Richtung unterwegs waren. So waren wir eine Stunde in die falsche Richtung gelaufen. So nahmen wir die U-Bahn und stiegen am Dom aus.

In einem Café fanden wir „fasten-freundlichen“ Nachtisch. Naturjoghurt ohne Zucker den ich mit Mangos und Beerensoße aß und Anna wählte die Zuckervariante die sehr gut aussah.

Um 16:11 Uhr, hatten wir uns für eine kostenlose Stadtführung am Stadttor eingefunden (https://freewalkcologne.com/de/free-walking-touren-koeln/). Wir waren eine große Gruppe und sollten uns erstmal alle vorstellen. Jeder musste sagen was er für einen großen Traum hat. Auch die Eltern vom jungen Stadtführer waren dabei um zu sehen was ihr Sohn so macht. Die Tour ist absolut empfehlenswert. Man wird nicht mit trockener Geschichte und langweiligen Zahlen beworfen, sondern bekommt viele lustige Anekdoten über Köln und die Kölner erzählt. Natürlich gab es auch einige witzige Storys zum Kölscher Karneval und vielem mehr. Anna war nicht so begeistert, dass die Tour auf Englisch war, aber der Kölner Guide war gut zu verstehen. Es war super witzig und unterhaltsam und wir hatten eine coole Gruppe. Auf jeden Fall haben wir gelernt, dass die Kölner sehr kreativ sind und in allem was sie machen zweit beste. Anna taten die Füße weh und bei jeder Gelegenheit setzte sie sich hin, weshalb der Guide irgendwann fragte, ob sie schlecht drauf ist. Nach zweieinhalb Stunden endete unsere Tour in einem traditionellen Brauhaus in dem wir alle ein echtes Kölsch probierten. Weil dieses so wenig Kohlensäure hat, bekommt man es in 0,25 ml Gläsern, dass es nicht so schnell absteht. So lange bis man den Bierdeckel auf sein Glas legt, wird einem unaufgefordert nachgeschenkt. Leider wollte ich es mir nicht entgehen lassen das Bier zu probieren und das hieß für mich schon das zweite Mal das Fasten brechen.

Eigeltor:

Zweit schmalstes Haus der Welt. Es hat nicht mal Wände:

Unsere große Gruppe aus der ganzen Welt:

Dom:

Die Kölner bauen gerne um denkmalgeschützte Mauern drum rum. Hier ein Parkhaus:

Voll motiviert bei der Führung: 

Dom von innen:

Trankstelle:

Tünnes und Schäl. Wenn man bei Tünnes (links) auf die Füße steht und und seine Nase packt, heißt dass, das man wieder nach Köln kommt und die ewige Liebe erfährt. Wenn man Schäls Hand hält heißt es, dass man reich wird.

Eigentlich wollten wir noch Feiern, aber Anna war so müde, dass mit ihr nicht mehr viel anzufangen war. Sie wollte nur noch was essen und dann ins Bett. Wir fanden kein Restaurant mit angemessenen Preisen und so fuhren wir mit der U-Bahn zurück zum Hostel. In unserer Straße hatten wir auch Pech, denn entweder gab es keinen Platz mehr oder nichts zu Essen.

Ich gönnte mir noch einen Salat im Hostel, während Anna nur noch ihr Bett sehen wollte.

So ging ein weiterer Tag mit vielen zurückgelegten Kilometern (13,42) zu Ende. Im Zimmer war wieder ein Australier mit dem ich mich noch lange über mein Lieblingsland unterhielt.

Liebe Grüße von Kölle

Nadine

 

Back home (emotional day)

Dienstag, 12.07.2016

Der letzte Tag. Das war mir sogar bewusst, als ich mich nach 4 Stunden Schlaf das letzte Mal aus meinem Stockbett quälte und wie immer fast die Leiter runter fiel, weil Lena unsere Handtücher dort hingehängt hatte. Lena und die anderen im Zimmer schliefen noch tief und fest und ich war neidisch. Es ist schwierig möglichst leise im dunklen Zimmer zu packen, dabei am besten nichts zu vergessen und so effizient zu packen, dass man den Rucksack noch zu bekommt. Diese Zeiten sind nun auch vorbei und bald habe ich wieder einen Kleiderschrank. Nach dem Duschen lag ich perfekt in der Zeit und hatte es tatsächlich geschafft niemanden zu wecken.
Vor dem Hostel bestellte ich mir ein Uber (privates Taxi) und beim Warten traf ich einen netten jungen Mann. Jobe ist aus Australien und da er auch zum Flughafen musste, teilten wir uns das Taxi. Die Fahrt ging eine Stunde und wir hatten viel Zeit uns zu unterhalten. Zufällig fliegt der Australier auch mit demselben Flieger wie ich. So konnten wir am Flughafen gemeinsam einchecken, aber bekamen leider keine Sitze mehr nebeneinander. Zum Glück war ich wie immer über 3 Stunden vorher da, denn Eurowings ist die reinste Chaos-Fluggesellschaft. Laut meinem Ticket bekomme ich ein Rail&Fly Ticket dazu, welches ich schon vorher im Internet erfolglos versuchte zu buchen. Am Flughafen wusste keiner Bescheid und niemand konnte mir helfen. Ich durfte vom Flughafentelefon bei Eurowings anrufen und auch dort wusste keiner wie ich an ein Ticket komme. Im Internet war der Button zur Buchung ausgegraut. Sage und schreibe eine Stunde machte ich deswegen rum und keiner konnte mir helfen. Jobe tat mir leid, aber er wollte auf mich warten. Da dies der günstigste Flug war, musste ich nach Köln fliegen und muss von da aus den ICE nach Stuttgart nehmen.
Da die Sicherheitskontrolle so lange dauerte (diese war mit Nackscanner für jeden und sehr genau), konnten wir uns im vorbei rennen ein Brötchen kaufen und joggten dann ans Gate am anderen Ende vom riesigen Flughafen. Ich hasse es mit so viel Gepäck rum zu laufen und selbst mein Handgepäck hat statt der erlaubten 7 sage und schreibe 12 kg. So bin ich also mit über 30 kg, einer Decke, einem Kissen, einem Motorradhelm, 2 Jacken und einer Kameratasche unterwegs. Jobe nahm mir netterweise was ab. Der Flieger hatte ein bisschen Verspätung und wir mussten noch warten.

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Im Flugzeug fragten Jobe und ich unsere Nachbarn, ob wir die Sitze tauschen könnten, aber leider ohne Erfolg. Er saß ganz vorne und ich in der Mitte vom Flieger. Der Anfang vom Flug war noch ok und das Wetter war schön als wir in Bangkok abhoben. Der nette Pilot Andreas Claudius gab mir gleich ein gutes Gefühl und erklärte viel. Besonders wenn man von dieser dummen Flugangst geplagt ist, fühlt man sich sicherer, wenn der Pilot viel erklärt und sich gleich freundlich durchs Mikrofon vorstellt. Leider ist der Service bei Eurowings sehr abenteuerlich. Keiner der Stewardessen wusste was sie tut und sie hatten nicht mal Wechselgeld. Was ich sehr unhöflich fand: Sie sprachen alle Leute einfach auf Deutsch an, obwohl auf dem Flug von Bangkok nach Köln natürlich auch viele Leute aus anderen Ländern dabei waren. Meiner Sitznachbarin aus England musste ich so alles übersetzen und obwohl sie die Stewardessen mehrmals darauf aufmerksam machte, redeten diese auf Deutsch weiter. Manchmal konnten sie zwischendrin auch Englisch, aber vergaßen das beim nächsten Rundgang wieder. Als das Essen kam, hatte ich Nudeln mit Bolognese vor mir. Als Vegetarier kann man das natürlich nicht essen und ich wollte nach einer Alternative fragen. Ich klingelte und musste fast 20 Min. warten, bis eine sehr unfreundliche Stewardess kam. Sie sagte sie hätte nichts anderes da und ich müsse das essen. Nach einigem hin und her fiel ihr ein, dass die Bolognese vegetarisch sei. Auf der Rückseite vom Essen stand tatsächlich in den Zutaten, dass es sich um Tofu handelte. Da muss man auch erst mal drauf kommen und nicht mal meine Sitznachbarin hat den Unterschied geschmeckt. Mein Essen war mittlerweile kalt und es war so wenig, dass ich nicht mal annähernd satt wurde. So einen großen Hunger habe ich ja nun auch nicht, aber wenn es schon mich nicht sättigt, wie soll ein großer Mann dann von diesem Essen satt werden?

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Während dem Flug hatte ich viel Zeit nachzudenken. Ich wollte keine Filme schauen und hörte nur Musik und spielte Spiele auf dem TV. Irgendwie total krass, wie schnell 498 Tage vergehen. Mir kommt es vor als wäre ich gestern in Frankfurt los geflogen. Nun verlasse ich Bangkok, wo vor fast eineinhalb Jahren meine große Reise begonnen hat. Die Erinnerungen und die Lebenserfahrung wird mir keiner nehmen können. Natürlich freue ich mich auf Zuhause und bin total aufgeregt meine Familie, Freunde und Tiere wieder zu sehen. Die Aufregung wuchs mit jedem Kilometer dem ich Köln näher kam.
Der Flug zog sich ewig und vor allem wenn man etwas entgegen fiebert, geht die Zeit nicht rum. Des Öfteren lief ich zur Verärgerung meiner Sitznachbarin zu Jobe vor. Wir wollten uns unterhalten, aber es war nicht so einfach einen Platz im Flieger zu finden, wo wir keine anderen Passagiere oder Stewardessen behinderten. Ständig wurden wir weg gescheucht und bekamen Ärger. Jobe ist richtig nett und er fliegt weiter nach London und bleibt dort ein paar Monate. Wir machten aus, uns auf dem Stuttgarter Wasen zu treffen, denn dort will er auch hin. Ewig redeten wir über Australien, das Reisen und verschiedene Kulturen. Ganz schnell kam ich aus der Ruhe, als das Flugzeug wackelte und umklammerte fest den Notsitz. Als es kurz aufhörte, verabschiedete ich mich von Jobe und rannte schnell zu meinem Platz zurück. Leider fingen die Turbulenzen da erst richtig an und die Anschnallzeichen leuchteten konstant. Meine Hände waren wieder total nass, aber ich wollte stark sein und es ohne Beruhigungsmittel überleben.
Nach 12 Stunden hatte ich es endlich geschafft und Jobe sagte ich hätte ihm leid getan und bei jedem Ruckeln hätte er an mich denken müssen. Leider wollte Deutschland mich nicht herzlich willkommen heißen und es war stark bewölkt und saukalt. Nur 20 Min. hatte ich dann Zeit bis mein ICE kommen sollte. Bis der Bus zum Flughafengebäude kam, verging Zeit und dann musste ich mich kurioser Weise an der Schlange zur Passkontrolle anstellen wo auch die Ausländer standen, anstatt einfach zum Reisepasslesegerät gehen zu können, wie es für Deutsche normal ist. Die Schlange war endlos und ich dachte das darf nicht wahr sein. Ein Mann bekam mit, dass ich es eilig hatte und sagte ganz laut ich sollte mich vordrängeln. Als ich das nicht machen wollte, schob er mich einfach an den Anfang der Schlange. Der Engländer war einfach sehr nett. Leider brachte mir das keinen Vorteil, denn die Koffer waren noch nicht da. Als mein Backpack endlich als einer der letzten kam, fuhr gerade der ICE. Das hieß für mich noch eine Stunde länger warten und eine Stunde später nach Hause kommen. Eigentlich wäre mein Flieger nämlich schon mittags um halb 3 gelandet, aber dann hatte sich ein paar Wochen nach meiner Buchung die Ankunft auf halb 7 geändert. Das war sehr stressig für mich, denn von meiner Familie wusste keiner, dass ich komme und ich wollte niemanden nachts aufwecken.
Am Fahrkartenautomat traf mich fast der Schlag, als diese dumme Zugicket von Köln nach Stuttgart 100€ kosten sollte. Meine Wut auf Eurowings wuchs. Der zweite Schock kam, als ich feststellte, dass meine Kreditkarte weg war. Diese habe ich wohl in Bangkok verloren. Keine Ahnung wie das geht, aber meine EC-Karte war auch weg. Natürlich hatte ich auch noch kein Euro und so wusste ich nicht, wie ich das Ticket bezahlen sollte. Ich verfluchte alles und hatte schon keine Lust mehr auf Deutschland. Die Rettung war meine zweite Kreditkarte mit der ich das vergoldete Ticket erstand. Keiner konnte mir helfen auf welches Gleis ich musste und eine verständliche Anzeige suchte ich vergeblich. Außerdem war das Gleis am ganz anderen Ende vom Flughafen und ich war fix und fertig bis ich da war.
Mein Zug zum Hauptbahnhof Köln war zu meiner Verwunderung pünktlich. Es regnete, ich wusste nicht, ob meine Familie noch wach sein würde bis ich zu Hause ankomme und ich war genervt. Meinen Onkel hatte ich als Einzigen eingeweiht und wollte ihm schreiben, wann ich ankomme, weil er mich vom Stuttgarter Bahnhof abholen sollte. Zum Glück hatte ich das noch im WLAN vom Flughafen getan, denn meine deutsche SIM-Karte passte nicht in mein Handy. Als ich Deutschland vor fast eineinhalb Jahren verlassen hatte, besaß ich nämlich noch mein IPhone 4 und mittlerweile hab ich das 5er und die Karte muss jetzt kleiner sein. Mit meiner Nagelschere versuchte ich verzweifelt die Karte auf die richtige Größe zu bringen, aber scheiterte. Warum muss alles schief gehen? Ich konnte es nicht verhindern und Tränen rollten meine Wange runter. Eine Frau neben mir schaute mich mitleidig an, weil die Tränen nicht mehr aufhören wollten. Beim Ausstieg am Kölner Hauptbahnhof sagte sie zu mir, dass alles wieder gut wird und ich nicht traurig sein sollte. Da musste ich nur noch mehr heulen. Ich kam mir vor wie ein kleines Kind. Unter Tränen versuchte ich mein schweres Gepäck die vielen Stufen im Bahnhof hoch zu schleppen und fiel fast rückwärts wieder die Treppe runter. Alle Leute starrten mich an und keiner half mir. Warum verdammt nochmal sind die Deutschen so unfreundlich? Im Ausland würde sofort jemand Hilfe anbieten. Keuchend kam ich an meinem Gleis an und saß auf dem Boden und heulte vor mich hin.
Die Stufen vom ICE sind so hoch, dass mir mein Gepäck aus der Hand fiel, aber das interessierte natürlich auch keine Sau. Die Anzeige verriet nicht, ob der Zug nach Stuttgart fuhr und die anderen Zuggäste hatten dasselbe Problem. Es dauerte lange bis wir alle raus fanden, dass es der richtige Zug war.
Die Fahrt dauerte zweieinhalb Stunden und ich war so fertig, dass ich einschlief. Zum Glück stellte ich mir den Wecker und wachte somit rechtzeitig auf. Als ich meinen Onkel Oli am Bahnsteig sah, war der ganze Ärger vergessen. Vor 498 Tagen hat er mich genau an diesem Gleis verabschiedet. Natürlich war die Freude total groß und ich war glücklich, dass er mich geholt hatte. Meiner Familie hatte er gesagt er habe eine Schulung von der Arbeit aus und müsse gehen. Weil ihm niemand so recht glauben wollte, fuhr er extra an seinem Büro vorbei und machte ein Foto, dass er gleich an alle verschickte. Er sagte er würde wieder kommen und so schaffte er es die Geburtstagsgesellschaft von meiner Oma zusammen zu halten. Das Datum am Geburtstag meiner Oma hatte ich mir nämlich bewusst raus gesucht. Die Fahrt vom Bahnhof ging schnell und dann standen wir wieder vor unserem Haus. Ein komisches Gefühl, richtig unwirklich.
Weil meine Familie irgendwas ahnte, ging mein Onkel allein ins Haus und ich versteckte mich im Dunkeln davor. Leider war es eiskalt und regnete in Strömen und ich fror total, weil ich gleich patschnass war. Nach 10 Min. wollte ich mit meiner Familie skypen, weil ich ihnen erzählt hatte, dass eine Doku im TV über mich kommen würde ich es quasi „live“ mit verfolgen wollte. Leider habe ich ja wie gesagt ein neues Handy und kann das WLAN Passwort von Zuhause nicht auswendig. So lief ich einfach zu unserer Tür rein und stand mitten im Wohnzimmer. Alle guckten mich an, als ob sie einen Geist gesehen hätten. Es war ein Wiedersehen mit viel Geheule, herzlichen Umarmungen und natürlich freuten sich alle total. Meine Oma hat für sowas einen siebten Sinn und wusste irgendwie, dass ich komme, obwohl mein Onkel dicht gehalten hatte. Auf meine Nachfragen vor einigen Tagen sagte ich ihr immer wieder ich würde 2 Wochen später kommen. So hatte meine Familie mittags schon geschaut, wann Flieger von Bangkok an diesem Tag landen würden. Das Gelächter war groß, als ich gefragt wurde was ich trinken will und nach einem Wasser fragte. Natürlich hatten wir uns viel zu erzählen und ich genoss es total nach so langer Zeit mal wieder mit der Familie zusammen zu sitzen. Mit einem Sektchen stießen wir auf meine Rückkehr an und saßen bis spät in die Nacht zusammen. Alle mussten am nächsten Tag arbeiten, aber mein Bruder ließ es sich nicht nehmen, mit mir mein Zimmer zu erkunden. Ich fühlte mich, als ob ich mein Zimmer noch nie gesehen hätte und alles war neu. Woher kommt das ganze Zeug? Gehört das alles mir? Als ich meinen Kleiderschrank sah konnte ich nicht glauben wie viele Klamotten ein Mensch besitzen kann. Und wie viele Schuhe da waren… Wann soll ich das alles anziehen? Eine Stunde entdeckte ich immer neue Sachen und fühlte mich als ob es Weihnachten und Geburtstag gleichzeitig wären.
Mit vielen Emotionen und neuen/alten Eindrücken legte ich mich ins Bett. Mein eigenes Bett, ohne 30 andere Leute im Raum. Kein Stockbett. Alles war so ruhig und ich vermisste es schon jetzt nicht mehr einfach so mit jemandem reden zu können, wenn ich nicht schlafen konnte.
Vor lauter Aufregung war ich noch lange wach. Nun bin ich also wieder in Deutschland und bin sehr gespannt wie es weiter geht.
Deutschland hat mich wieder
Nadine

Off to Bangkok

Samstag, 09.07.2016

Um 5 war die Nacht dann vorbei, weil jemand total laut Musik hörte und zwei Burmesen sich in unangebrachter Lautstärke unterhielten.
Bin ich froh, wenn die letzte Busfahrt auf dieser Reise vorbei ist. Auf der Straße war schon einiges los und der Verkehr war abartig. Um 8 erreichten wir endlich den Busbahnhof von Yangon. Von dort aus wollten wir ein Taxi zum Flughafen nehmen. Die beiden die mit mir das letzte Mal im Taxi waren, mussten auch zum Flughafen und wollten sich ein Taxi mit uns teilen. Leider stressten sie wieder total rum, weil wir verhandelten. Sie regten sich total über uns auf und sagten, dass das ein unmögliches Verhalten sei und fragten, ob wir kein Gewissen hätten und sagten wir sollen doch einfach zahlen, was von uns verlangt wird. Wir guckten uns alle geschockt an und wussten gar nicht was wir sagen sollten. Jeder weiß, dass man überall in Süd-Ost-Asien und vor allem beim Transport verhandeln muss. Als wir ein Taxi hatten und dann auch wegen den beiden keine weiteren Verhandlungen mehr durchführten, sagten sie es sei nicht genug Platz, liefen davon und ließen uns stehen. Es war wohl genug Platz und dieses Verhalten von den beiden machte uns sprachlos.
Unterwegs kamen wir an den „Slums“ von Yangon vorbei. Man sah sehr viel Armut, alles war überflutet vom Regen und die Leute laufen quasi in Seen. Alles war zugemüllt, richtige Häuser gibt es nicht und das war sehr schockierend zu sehen. Der Fahrer kannte alle Abkürzungen und nach einer halben Stunde waren wir am Flughafen von Yangon. Dort hatten wir fast 5 Stunden bis unser Flug ging.
Erst setzten wir uns in ein Café um zu frühstücken, wo ich ein ekeliges Brot mit Käse und Honig und zwei laufende Eier bekam. Dann machten wir uns im Hungry Jacks breit und vertrieben uns die Zeit. Zum Glück waren wir rechtzeitig dran, denn bei AirAsia herrschte das absolute Chaos. Was dort vorging, war unbeschreiblich. Seit 1. Juli wurde am Flughafen nämlich ein neues Terminal eröffnet und anstatt 15$ beträgt die Flughafensteuer damit nun 20$. Als wir am checkin standen, wurden wir zu einer anderen Schlange geschickt um die fehlenden 5$ nach zu bezahlen. Danach hätten wir uns wieder an der Schlange vom checkin anstellen sollen. Den anderen Reisenden ging es natürlich genau so und so entstand ein heilloses Durcheinander. Organisation gab es nicht und das Personal könnte auch gleich sagen, dass man sich in der anderen Schlange anstellen sollte. Ein Mädel und ihre Mutter sollten 75$ für ihr Gepäck zahlen, weil AirAsia einen Fehler gemacht hatte. Kurzerhand öffneten sie ihren Koffer, kleideten sich ein wie im Winter und zogen an was ging. Zwei andere Jungs aus Amerika wollten dasselbe machen. Nach einer halben Stunde ging es in der Schlange immer noch nicht vorwärts, weil keiner von AirAsia wusste was zu tun war. Dann verschwand auch noch angeblicherweise die Internetverbindung und wir wurden immer ungeduldiger. Dass wir rumstressten beschleunigte den Prozess leider nicht. Als wir nach fast einer Stunde endlich einchecken konnten, waren wir froh.
Im neuen Terminal 1 war nichts los. Kein Wunder, wenn hier auch nur 4 Flüge am Tag gehen. Die Arbeitsaufteilung ist deshalb umso abenteuerlicher und wir lachten uns kaputt. Auf dem Klo stehen 2 Leute und putzen den ganzen Tag. Es gibt mindestens 5 weitere Leute die ständig mit dem Wischmopp hin und her wischen, 2 Leute saugen den lieben langen Tag den neuen Teppich, einer hält das Kabel vom Staubsauger und neben der Sicherheitskontrolle hielten gerade 10 Angestellte aus Langweile ein Kaffeekränzchen an einem Tisch. Trotzdem geht hier nichts voran und bis hier mehrere Flüge an einem Tag gehen können, muss noch viel geübt werden.
Im Burger King wurde noch das Personal eingewiesen und viele Läden hatten noch gar nicht eröffnet. Wenn wir hier in ein paar Jahren wieder her kommen, bin ich gespannt wie sich das entwickelt hat.
Unser Flieger hatte Verspätung und als ich die dunklen Wolken am Himmel sah, bekam ich schon wieder mittelmäßige Panikattacken. Zum Glück habe ich Lena dabei die mir mit meiner Flugangst seelischen und moralischen Beistand leistet.
Pünktlich zum Start fing es an zu regnen was der Himmel her gab und die Startbahn stand nach kurzer Zeit unter Wasser. Als der Regen kurz schwächer wurde, hoben wir ab. Zum Glück war der Flug nur eine gute Stunde lang und erstaunlicherweise war er ganz ok. Ein paar Mal ruckelte es und ich war froh als wir landeten. Bangkok erwartete uns mit fast klarem Himmel und es waren nur weiße Wolken zu sehen.
Vom Flughafen nahmen wir ein Uber (privates Taxi) zu unserem Hostel Bodega. Die Fahrt durch die Rush-Hour dauerte nochmal eine geschlagene Stunde und als wir endlich im Hostel ankamen war 5 Uhr und das hieß, dass wir nun schon 24 h unterwegs waren.
Im Hostel traf ich Welshy wieder mit dem ich mit dem Motorrad durch Vietnam gefahren bin. Wir hatten uns viel zu erzählen und es war schön ihn wieder zu sehen.
Lena, Jonas und ich liefen los um nach was essbarem zu suchen. Ein italienisches Restaurant sah gut aus und die Karte sagte, dass es nicht zu teuer ist. Als wir saßen, stellten wir aber fest, dass die Preise höher als erwartet waren, aber gehen konnten wir auch nicht mehr. Zusammen bestellten wir guten, hausgemachten Sangria. Lena und ich hatten Gnocci und ohne Übertreibung musste man diese auf dem Teller suchen. Nach dem Essen hatten wir beide noch mehr Hunger als davor und mussten mit knurrenden Mägen das Restaurant verlassen. Jonas wurde auch nicht richtig satt und diese Erfahrung war enttäuschend.
Jonas war bei seinem letzten Bangkok-Besuch schon in diesem Viertel und wusste eine gute Bar. Dort war die Hölle los und am Samstagabend viele Leute unterwegs. Wir hatten Glück noch einen Platz in der Bar zu bekommen und tranken noch gemütlich ein Bier.
Zurück ging es durch die Rotlichtstraße und das war sehr schockierend. So viele junge, hübsche Mädels (oder Ladyboys) die halbnackt dort rum stehen und sich verkaufen müssen. Es hat unzählig viele Bars und noch mehr Touristen. Wir waren froh als wir da wieder weg waren.
Natürlich waren wir alle müde und es war auch schon 11 als wir zurück waren. In dieser Nacht werden wir alle gut schlafen können und wir haben sehr bequeme Betten.

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CIP – Lounge?

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Welshy und ich

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Liebe Grüße von Bangkok
Nadine

Hello Myanmar

Donnerstag, 23.06.2016

Mein Magen war immer noch nicht besser und um 7 klingelte schon der Wecker. Wir packten (ruhig) unsere Sachen, aber ich legte mich nochmal hin und ließ Lena allein zum Frühstück gehen.
Um 9 sollte unser Tuk Tuk Fahrer da sein mit dem wir am Vortag ausmachten, dass er uns fährt. Nach dem Checkout war von ihm leider immer noch nichts zu sehen und wir hatten die Vermutung, dass er uns versetzt hatte, weil er eine bessere Tour bekommen hatte. Gut, dass sich vor dem Hostel viele andere Tuk Tuk Fahrer um Kunden streiten und so stiegen wir woanders ein. Ich fragte den Fahrer, ob er mir mein Gepäck einlädt, denn mir ging es sehr schlecht. Die „frische“ Luft beim Fahren tat gut. Als ich nach einem Briefkasten fragte, zeigte der Fahrer mir mit voller Überzeugung einen Stromkasten und ich musste lachen.
Die Fahrt zum Flughafen dauerte fast eine halbe Stunde und ich war froh als das Geschaukel vorbei war. Der Flughafen von Siem Reap ist zum Glück sehr klein und wir fanden gleich den Schalter. Ganz Deutsche waren wir wieder überpünktlich und der Schalter hatte noch nicht mal offen. So legte ich mich auf den Boden und relaxte noch.
Als wir das Gepäck los hatten war ich froh und wir hatten immer noch ewig Zeit. DSC_0275 (FILEminimizer)
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Zum Glück war der Flieger nach Bangkok pünktlich. Ich war froh, dass ich nicht allein fliegen musste, denn als ich die Gewitterwolken am Himmel anschaute, bekam ich schon wieder Panikzustände. Fliegen mit Flugangst ist eben nicht ideal. Als ich mein schweres Gepäck verstauen wollte, half mir ein ganz netter Mann. Er saß neben uns und wir kamen ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass Michael (Name von der Redaktion geändert) aus LA (Amerika) kommt und unsere Reiseleidenschaft teilt. Wir hatten super nette Gespräche und der 62 jährige Mann der Autor, Lehrer und Philosoph ist, ist super intelligent und konnte uns einiges erzählen. Er war sehr beeindruckt wie perfekt unser Englisch ist und er war schon an sehr vielen Orten auf der ganzen Welt. Auch Deutschland liebt er. Eine Stunde Flug war zu kurz um sich zu unterhalten, aber wir hatten noch die dreieinhalb Stunden Aufenthalt in Bangkok um zu reden. Der Flug war ganz ok, obwohl es beim durch die Wolken fliegen ruckelte und ich mich am Sitz festhalten musste. Zum Glück waren Michael und Lena da um mich abzulenken. Unterwegs sahen wir sogar was ganz utopisches: blauer Himmel !
Michael hatte uns einen Platz am Gate freigehalten, weil er denselben Flug nach Yangon hatte. Mir ging es immer noch nicht so gut und ich legte mich mitten auf den Boden und schlief.
Lena und Michael wunderten sich wie ich schlafen konnte, wenn die Leute alle so knapp an mir vorbeilaufen, aber ich schlief echt gut.
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Beim nächsten Flug saßen wir nicht neben Michael (der saß zufälligerweise nur eine Reihe hinter uns), aber dafür neben dem Schweizer Jonas. Wir unterhielten uns die ganze Zeit und stellten fest, dass wir im gleichen Hostel sind. Der Flug war nicht gut, oft waren die Anschnallzeichen an und es gab Turbulenzen. Keine schweren, aber es reichte schon wieder mich aus dem Konzept zu bringen. Ich war froh, als es nach 45. Min vorbei war und wir in Yangon in Myanmar gelandet sind. Somit also ein neues Land und ein neues Abenteuer.
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Die Einreise ging einfach, ich hatte mein eVisa (elektronisches Visa) schon vorher beantragt und ausgedruckt dabei. Das Gepäck musste nochmal durch eine Sicherheitskontrolle und dann hieß es „hallo Myanmar!“.
Wir verabschiedeten uns nett von Michael und tauschten Kontaktdaten aus. Jonas, Lena und ich fuhren mit dem Taxi eine Stunde durch den Verkehr von Yangon. Was uns allen gleich positiv auffiel: Die Stadt ist groß, sehr gepflegt und alles ist zivilisiert. Es gibt nur Autos (keine Zweiräder), alle scheinen sich an Verkehrsregeln zu halten und auf den ersten Blick könnte Yangon glatt als eine europäische Großstadt durchgehen. Wir sahen viele tadellose, grüne Parkanlagen und große Gebäude. So hätten wir das ganz und gar nicht erwartet und waren sehr überrascht. Die meisten Männer tragen hier bodenlange Röcke und alle Leute haben die Schultern und die Knie bedeckt.
Positiv überrascht waren wir ebenfalls vom Hostel das sauber und nett ist. Wir trafen gleich einige Leute und zogen zu 6. los um was zu Essen zu suchen. Zwei schwedische Mädels hatten ein Restaurant rausgesucht und da liefen wir hin. Es sah sehr teuer aus und zwischen den schick angezogenen Leuten fielen wir mit unserem Backpacker-Schlabberlook richtig auf. Die Preise waren auch nicht in unserem Budget, aber einfach gehen konnten wir auch nicht mehr. Aus Sparmaßnahmen bestellte ich nur eine Vorspeise und mein Magen war immer noch nicht gut. Es war lecker und alle wurden satt. Der Rückweg zum Hostel war gut um die Kalorien wieder loszuwerden.
Die anderen saßen noch eine Weile im Hostel zusammen, aber ich ging früh ins Bett um Schlaf nachzuholen und mich auszukurieren.

Liebe Grüße aus Myanmar
Nadine

Puppetshow, Rooftopbar and welcome of a Rat

Sonntag, 08.05.2016

Liebe Mütter (vor allem natürlich meine): Ich wünsche euch alles Liebe zum Muttertag, lasst euch verwöhnen und es euch gut gehen!
Judy musste zur Arbeit gehen. Sie arbeitet trotz Frührente als Englischlehrerin. Ich wollte eigentlich bei den heißen Temperaturen in den Pool springen. Leider ging die Türe zum Außenbereich nicht auf und so war das Schwimmen gestrichen. Bei Judy gibt es im 10. Stock nämlich einen Rooftop-Pool von dem aus man eine geniale Aussicht hat.
Ich nutzte die Waschmaschine bei Judy aus, machte Wäsche und erledigte einige Sachen bis Judy um 12 wieder kam.
Wir fuhren mit Judys Roller in ein sehr gutes Restaurant, das zu der Kette gehört bei der wir am Vorabend schon waren. Für mich gabs Gemüselasagne und ich fand es ein bisschen schade, dass ich schon wieder Essen aus dem Westen hatte. Zum Glück werde ich noch Zeit haben, viel vietnamesisch zu probieren.

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Plötzlich fing es aus heiterem Himmel wieder an zu regnen und goss 15 Min. aus Kübeln. Danach war es wieder umso heißer.
Anschließend zeigte mir Judy ihr Viertel. Hier wohnen viele Reiche, es hat sehr schicke Restaurants, gute Unis, internationale Schulen wie die australische, britische, deutsche,.. und sehr teure Villen. Irgendwie finde ich es schade, dass auch hier große Ketten und Hotels Einzug finden. Überall gibt es Fastfoodketten wie KFC, Mc Donalds usw. Das zerstört die vietnamesische Kultur und verdrängt all die kleinen Restaurants die ums Überleben kämpfen. Außerdem passen die großen Luxushotels und edlen Gebäude gar nicht hier her ! Leider gibt es dieses Phänomen überall.
Die Tour war echt schön, ich sah viel, ich genoss den Fahrtwind auf dem Roller hintendrauf und ich sah vieles was ich sonst nicht gesehen hätte. Wir kamen an den „Slums“ vorbei, wo auch viele arme Leute wohnen, aber diese scheinen glücklich zu sein. Generell finde ich Vietnam für ein Land in Süd-Ost-Asien sehr „kultiviert“. Es gibt nicht viele Obdachlose, es liegt nicht übermäßig viel Müll rum, es gibt nicht viele Straßenhunde und die Frauen werden hier nicht unterdrückt. Die Frauen dürfen anziehen was sie wollen und man sieht oft Frauen Roller fahren und die Männer sitzen hinten drauf.
Zum Glück wohnt Judy hier, denn sie bot mir an die Sachen die ich nicht brauche bei ihr zu lassen. Da ich ja mit dem Motorrad reisen will, ließ ich einiges bei ihr. Der Securityguard von Judys Wohnung bestellte mir ein Taxi und ich verabschiedete mich nett von Judy. Es war richtig nett, dass sie eine Fremde bei sich aufgenommen hat und so herzlich zu mir war.
Die Taxifahrt in die Stadt dauerte ewig und ich muss immer noch die Luft anhalten, wenn ich denke wie knapp die Motorräder immer vorbeirauschen. Daran kann man sich einfach nicht gewöhnen. Genau so wenig wie an die drückende, schwüle Hitze. Unterwegs sahen wir ein schreckliches Bild das mich lange beschäftige: Ein Motorrad lag auf dem Boden mitten auf der Fahrbahn, die Handtasche und der Helm noch dran. Nebenan eine riesige Blutlache und davor ein Van. Die komplette Rückscheibe des Vans fehlte und die Rückseite war sehr beschädigt. Hoffentlich hat die Person auf dem Roller diesen Unfall überlebt. Die Fahrt kostete mich gerade mal 4 Euro und ich stieg am Puppentheater aus.

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Mit Nina und Rebecca traf ich mich vor dem Theater. Die beiden waren davor schon was essen, aber mir hat es leider nicht gereicht. Echt schade, dass wir nicht zusammen reisen können… Für ca. 7 Euro Eintritt hatten wir am Vortag die Karten für das Waterpuppetheater erstanden. Das Golden Dragon Water Puppet Theater ist auf vietnamesisch und wir alle verstanden überhaupt nicht worum es ging. Es gab viele verschiedene Puppen die alle schön gemacht waren. Alle konnten sich schnell bewegen. Eine 6 köpfige Band spielte dazu und lieh Puppen ihre Stimmen. Das hörte sich interessant an und war so witzig, dass wir dauernd lachen mussten. Nach 50 Min. war das witzige Spiel vorbei und die Puppenspieler kamen um sich zu verbeugen. Insgesamt war es auf jeden Fall lustig und interessant das Mal gesehen zu haben, auch wenn wir nichts verstanden haben.

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Zu Fuß ging es 20 Min. durch die Stadt, wo wir im Backpackerviertel landeten. Mit meinem Gepäck die Straße zu überqueren war nicht ohne und mir fiel einmal mein Backpack auf der vielbefahrenen Straße um. Wir setzten uns in eine tolle Skybar die Nina rausgesucht hatte. Das Ambiente war toll und im 9. Stock konnte man einiges der Stadt sehen. Es reichte noch für ein Bier und einen Crepe und dann bestellte ich mir ein Uber-Taxi zum Flughafen. Das klappte super und die Securitys von der Skybar halfen mir. Schade, dass ich mich von den Mädels verabschieden musste und es hätte bestimmt gut geklappt, wenn wir zusammen gereist wären…

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Die Fahrt dauerte eine halbe Stunde und ich musste nur 4 Euro trotz 1.3 fachem Nachtzuschlag zahlen. Am Flughafen herrschte das absolute Chaos. Sowas hab ich noch nie gesehen. An meiner Airline VietJet war eine Schlange bis nach Timbukdu zum Einchecken. Ständig kam eine Angestellte, erzählte was in vietnamesisch und dann kamen Leute von ganz hinten und übersprangen die Schlange. So musste ich noch länger warten und es dauerte 45 Min. bis ich dran war. Es hatte ausschließlich asiatische Leute und ich war die Einzige Weiße. Der Mann am Schalter war sehr unfreundlich und konnte fast kein Englisch. Die Bestätigungsmail hatte ich auch auf vietnamesisch bekommen. In der Wartehalle war unbeschreiblich viel los und auch hier fand man nur Asiaten. Diesen Flug vom Süden Vietnams in den Norden buchte ich, weil ich mich im Juni mit Lena in Kambodscha treffe und Kambodscha an den Süden Vietnams grenzt. So reise ich vom Norden in den Süden, was mehr Sinn macht. Mein Flug wäre um 11 gegangen, aber auf einem Schild wurde diese Zeit durchgestrichen und der Flug alle paar Minuten später angekündigt. Ich war total müde und schlief in der Wartehalle ein. Der Flug war der Letzte des Tages und hatte insgesamt eineinhalb Stunden Verspätung. Der Flieger war fast leer und ausgerechnet ich saß neben 2 Leuten und konnte mich nicht hinlegen. Mich hat es sehr gewundert, aber ich war so müde, dass ich ohne meine Wunderpillen sofort einschlief und erst kurz vor der Landung in Hanoi wieder aufwachte.

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Der Flug ging nur 2 Stunden und ich war super müde. Gut, dass das Gepäck schnell da war und ich bestellte wieder ein Uber Taxi zum Hotel das schnell kam. Schon gleich habe ich gemerkt, dass in Hanoi nicht so viel los ist wie in Ho Chi Minh. Der Taxifahrer fand mein Hostel nicht und ließ mich irgendwo raus. So stand ich da mit meinem Gepäck in einer verlassenen, dunklen Seitenstraße. Freundlich wurde ich gleich von einer riesigen Ratte begrüßt die mir fast über die Füße rannte. Zum Glück fand ich das Hostel irgendwann. Der Mann von der Rezeption wusste nichts von meiner Buchung. Ich zeigte ihm die Mail, aber er suchte und suchte. Ich wurde böse, weil ich nur noch ins Bett wollte und sogar am selbem Tag reserviert hatte. Er konnte auch fast kein englisch. Irgendwann hatte er es und ich fuhr mit dem Aufzug in den 6. Stock. Natürlich schliefen die anderen 7 im Zimmer schon und ich weckte sie, obwohl ich leise war. Am Eingang stolperte ich gleich über ein Paar Schuhe. Es war schon nach 4 als ich endlich im Bett war und ich schlief schnell ein.

Müde Grüße von Hanoi
Nadine

Loud, smelly, chaotic, big and busy: Ho Chi Minh City

Donnerstag, 05.05.2016

Der 05.05.2015. Der Tag an dem ich nach Australien kam. Nach genau einem Jahr musste ich dieses atemberaubende Land nun verlassen. Es ist sehr traurig. Trotzdem freue ich mich auf das neue Abenteuer.
Die Tabletten haben wie immer ganz ihren Zweck erfüllt, mich total ausgeknockt und ich bin erst wieder „zum Leben erwacht“, als das Flugzeug bereits am Boden aufsetzte.
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Mein Aufenthalt in Kuala Lumpur sollte 3 Stunden sein. Also genug Zeit um einen Drucker zu suchen. Es war 4 in der Nacht und trotzdem einiges los auf dem riesigen Flughafen. Mit den beiden Deutschen Jungs die ich getroffen hatte, ging ich auf die lange Suche. In einem Hotel konnte ich für umgerechnet 2$ mein Visum ausdrucken. Leider wurden nur Malaysische Ringgit akzeptiert. Umtauschen hätte zu viel extra gekostet. So beließ ich es und hoffte, dass ich nicht die erste ohne ausgedrucktes Visa bin. Mein Magen knurrte, aber als ich mir was zu Essen kaufen wollte hatte ich wieder das Geld-Wechselproblem. Also musste ich mit leerem Magen durch diese endlos langen Gänge mit drei Jacken, einer großen Kamera und einem Rucksack laufen. Mein Gate war ganz am Ende und ich legte einige Kilometer zurück. Bis ich das fand, musste ich mich ein paar Mal durchfragen.
Pünktlich konnten wir boarden und ich saß wieder am Fenster. Neben mir zwei nette Mädels aus Malaysia. Der zweistündige Flug verlief ohne Probleme und war ruhig.
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Als wir im Landeanflug waren, freute ich mich total auf Vietnam. In Ho Chi Minh (ehemals Saigon), lief ich erst mal gegen eine Wand, als ich aus dem Flieger stieg. Wir mussten eine Sicherheitskontrolle (die 5. auf dieser Reise) passieren und dann an der Passkontrolle anstehen. Die Schlange war abartig lang und ich musste ewig warten. Ich lernte einen anderen Deutschen kennen, der nur 4 Tage hier ist. Wir machten aus uns ein Taxi zu teilen. Als ich an der Reihe war, wollte der Mann mein Rückflugticket sehen. Da ich mit dem Bus nach Kambodscha fahre, habe ich keins. Er meinte, dass ich keine 4 Wochen hier bleiben kann und mir rutschte mein Herz in die Hose. Er sagte, ich bräuchte ein Visa. Zum Glück war das nur ein Missverständnis, weil ich ja ein Visa hab und ich wurde zum Visa-Office geschickt.
Die Leute da waren sehr unfreundlich, aber keiner sagte was, dass ich das Visa nicht ausgedruckt hatte. Ich musste ein Formular ausfüllen, ein Passfoto abgeben und warten. Dann bekam ich einen Stempel und musste mich nochmal in der langen Passkontroll-Schlange anstellen. Dort traf ich einen jungen Mann aus Kalifornien der hier arbeitet und mir einiges erklärte und einen Deutschen der auf Geschäftsreise ist. Beide waren sehr nett. Ich atmete auf, als das mit dem Visa erledigt war. Mein Koffer stand bereits mutterseelenallein neben dem Gepäckband. Schnell holte ich Geld am Automaten und diese Währung ist lustig. Die vietnamesischen Dong haben ganz viele Nullen und man muss viel rechnen. Gut, dass ich eine nützliche App habe. Was haben die Leute nur ohne Smartphones gemacht?
Die Australierin vom Flieger schrieb mir 2 Taxiunternehmen auf, die gut sind und nichts am Taxameter tricksen. Als ich aus dem Flughafen raus kam, wurde ich erschlagen. Die Menschenmassen waren wie bei einem Konzert und hunderte Leute warteten auf Sitzen auf Leute die raus kamen. Leider fand ich den Deutschen nicht mehr mit dem ich mir ein Taxi teilen wollte. Ein Taxifahrer kam auf mich zu und zeigte mir seinen Ausweis. Da das das empfohlene Taxiunternehmen der Australierin war, sagte ich zu und wir liefen zu seinem Auto. Dort war keine Beschriftung, was mich verwirrte. Auf dem Weg sahen wir viele Taxis vom gleichen Unternehmen, die alle beschriftet waren. Die Fahrt dauerte über eine halbe Stunde. Mir wurde bereits viel vom Verkehr in Vietnam berichtet. In Wirklichkeit ist das nochmal krasser. Es gibt unendlich viele Roller und Motorräder und Verkehrsregeln kennt niemand. Nur an roten Ampeln wird angehalten. Die Leute fahren in die falsche Richtung, auf dem Gehweg und Spuren kennen die Vietnamesen nicht. Ein heilloses Durcheinander und alles erinnerte mich an Bangkok nur schlimmer. Hupen muss man um durchzukommen und wenn man einfädeln will, gestikuliert man einfach wild mit den Händen. Zu meiner Verwunderung trugen aber alle Erwachsenen einen Helm. Teilweise sitzen die Leute hier zu 4. auf dem Roller und haben ihre Kinder dabei und davon trägt keines einen Helm.
Am Hostel angekommen, wollte der Fahrer einen horrenden Preis von mir. Ich hatte gelesen, dass die Fahrt ca. 7 Euro kostet und ich zahlte 4 Euro mehr, was hier total viel ist. Ok, für Europäer ist das nix. Davon kann der Fahrer bestimmt eine Woche leben und deswegen regte ich mich nicht groß auf. Er hatte nicht mal einen Taxameter und sein Ausweis war bestimmt gefälscht.
Das Hostel ist im dritten Stock und es geht eine sehr enge Treppe hoch. Mit meinen letzten Energiereserven schleppte ich mein Gepäck hoch und checkte ein. Eigentlich wäre erst um 2 Checkin gewesen, aber ich durfte schon um 11 ins Zimmer. Dieses ist zum Glück gut klimatisiert. Es hat ein vegetarisches Restaurant im Erdgeschoss, wo ich sofort hin ging, weil ich es vor Hunger nicht mehr aushielt. Ich probierte ein sehr scharfes, mir unbekanntes Gemüse was sehr lecker war und einen Fruchtshake.
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Da ich total fertig vom Reisen war, schlief ich in meinem gemütlichen Bett ein. Es war ziemlich bewölkt, aber fast 40 Grad heiß und die Luftfeuchtigkeit liegt gefühlt bei 100%. Da im Hostel fast keine Leute sind und ich niemanden fand, zog ich allein los. Meine Tasche steckte ich unter mein T-Shirt, weil überall vor Rollerfahrern gewarnt wird, die im vorbeifahren klauen. Man soll auch während dem Laufen nie sein Handy in der Hand haben. Die geschäftigen Straßen von der Großstadt Ho Chi Minh sind echt überwältigend. Es ist laut, stinkt, ist dreckig, chaotisch und hektisch. Mir gefällt es hier trotzdem irgendwie. Schon nach einigen Sekunden hatte ich eine Reizüberflutung. So viele Leute, Gerüche, Verkehr und Geräusche. Das Überqueren der Straße grenzt mehr an Selbstmord und Fußgängerampeln sind ein Fremdwort. Schon bald hatte ich den Clue raus. Einfach laufen und nicht auf die Roller schauen. Obwohl es nicht so aussieht, passen die Fahrer auf einen auf. Man muss nur sehr selbstbewusst über die Straße laufen und ein Tempo beibehalten. Die Australierin sagte, man solle ja nicht rennen, da sonst keiner einschätzen kann wo man hin will. Teilweise hängte ich mich beim Überqueren einfach dicht an die Vietnamesen, die wissen wies geht.
Ich setzte mich in ein Restaurant und wollte was Vegetarisches bestellen. Das Einzige was es gab war Spaghetti mit Tomatensoße. Also gleich am ersten Tag westliches Essen (Schande über mich). Zum Nachtisch gab es frozen Joghurt, was mich zusammen nur 2,50 Euro kostete.
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Ich wollte auf die berühmte Backpackerstraße Bui Vien. Meine Orientierung ist richtig schlecht und ich verlief mich total. Eine nette Amerikanerin und eine Malaysierin mussten dort sowieso hin und zeigten mir den Weg. Wir unterhielten uns super und da die beiden hier arbeiten, bekam ich noch mehr nützliche Insidertipps. Auf der Bui Vien ist alles noch überwältigender als ohnehin schon. Es gibt unzählige Massagestudios, Restaurants, Bars, Friseure, Supermärkte, Shoppingläden und vieles mehr. Es war gut andere Backpacker zu sehen, obwohl ich mit niemandem in Kontakt kam. Vielleicht muss ich morgen das Hostel wechseln um Anschluss zu finden. Da ich sowieso schon lange zum Friseur wollte, erledigte ich dies. Ich bekam eine Kopfmassage mit Shampoo, Hand- und Armmassage und mir wurden die Spitzen geschnitten. Das ging eine Stunde, war total super und kostete mich insgesamt nicht mal 8 Euro. Also super fürs Backpackerbudget.
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Ich bummelte noch eine ganze Weile herum und es war bereits dunkel. Die Lichter bei Nacht sehen sehr cool aus und es war viel los. Für ein paar Cent erstand ich einen Adapter für die Steckdose und eine Simkarte fürs Handy.
Eigentlich wusste ich es vorher, aber leider hatte ich keinen Plan wo ich hin musste. Da hier nicht viele Leute englisch sprechen, war es sehr schwer sich durchzufragen. Wie bekloppt irrte ich in der Millionenstadt herum. Wie sicher es hier in den Nebenstraßen im Dunkeln ist, wusste ich auch nicht. In einem Hotel konnte man mir erklären wo ich hin muss ich war froh nach fast einer Stunde rumirren wieder im Hostel zu sein und atmete auf.
An diesem Abend machte ich nicht mehr viel und chillte nur um mich zu erholen.

Liebe Grüße vom chaotischen Ho Chi Minh
Nadine