What a Drama

Samstag, 20.02.2016

3:00 Uhr morgens. Der Wecker klingelt fröhlich, aber wir sind alles andere als fit. Im Halbschlaf packen wir die restlichen Sachen zusammen und schleichen uns aus dem Zimmer um die anderen Mädels nicht zu wecken.
Wenn man um 3:30 morgens vor dem Hostel auf den Shuttlebus wartet und die betrunkenen, feiernden Partygäste sieht, ist das kein toller Anblick. Vor allem wenn nach einer Schlägerei ein junger Mann direkt vor unseren Augen in den Krankenwagen verladen wird und die weinende Freundin daneben steht. Halleluja waren wir froh diesem Horrorszenario zu entkommen und der Bus erlöste uns zum Glück. Für 10$ pro Person brachte er uns im Dunkeln zum 15 min. entfernten domestic Flughafen von Cairns.
Wir hatten schon online eingecheckt und waren erst eine Stunde vor Abflug da. Wie immer gingen wir zur Kofferaufgabe und die nette Dame fragte uns, ob wir nicht von der Verspätung gehört hätten. Hä? Was? Da erfuhren wir, dass unser Flug 4 Stunden Verspätung hatte. Weil wir über booking.com gebucht hatten, wurde uns die Verspätung nicht mitgeteilt.
Leider gab es in diesem Flughafen weder Teppichboden, noch Bänke noch sonst was. Sandra legte sich auf zwei unbequeme Massagesessel und ich versuchte auf dem Boden zu schlafen. Das war so unkomfortabel, dass an Tiefschlaf natürlich nicht zu denken war.

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Irgendwo darunter bin ich

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Ich wachte von einer Durchsage auf, dass es Essengutscheine für unseren verspäteten Flug gäbe. Leider hatte Virgin Airlines nicht so weit gedacht und ich musste nochmal zum Schalter vor. Das hieß erneut durch die Sicherheitskontrolle. Da die Schlange so lang war, drängelte ich mich unauffällig vor. Wir bekamen jeweils zwei Gutscheine für je 8$. Da die Preise aber auf dem Flughafen horrend sind, kommt man damit auch nicht sehr weit. Somit ging ich zum Hungry Jacks (Burger King in Deutschland) und bestellte das günstige Frühstück. Sandra musste auf ihr Essen in einem Cafè sogar noch drauf zahlen.
Das Warten zog sich ewig und zum Glück fand Sandra einen kleinen Außenbereich wo man zwar aucht nicht schlafen konnte, aber drinnen wurde es wegen der Klima irgendwann echt zu kalt. Dort waren zwei sehr komische Aboriginies die sich total daneben benahmen. Der eine wurde von einem Flughafenangestellten geweckt, weil er das boarding verpasst hatte. Kurz machte er die Augen auf, aber schlief weiter.
Als dann endlich boarding-time war, waren wir die Einzigen am Gate. Das war komisch. Nach 10 min. warten, waren immer noch keine anderen Passagiere da. Wir fragten uns schon, ob der Flug nun komplett abgesagt wurde, oder nochmal Verspätung hätte. Ich musste durch den ganzen Flughafen laufen um eine Anzeigetafel zu finden. Das Gate hatte sich geändert und wieder mal hatte uns keiner bescheid gesagt. Wir rannten zum richtigen Gate, wo eine lange Schlange war. Unser Flugzeug war noch nicht mal da. Es dauerte nochmal 20 min. bis wir endlich rein konnten und somit gab es nochmal eine halbe Stunde Verspätung.
Der Flug war ganz ok, aber jedes Geschaukel bringt mich aus der Ruhe. Ich hasse fliegen! Dafür waren nicht viele Passagiere an Board und ich konnte mich wieder über zwei Sitze legen.

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Der Pilot war super nett und total witzig und machte dauernd Späße. Sogar die Sicherheitsunterweisung nahm er selbst vor. Auch die nette männliche Stewardess war super drauf. Ich fragte ihn, ob ich im vorderen Bereich des Flugzeuges aufs Klo dürfe. Er meinte, dass heute die Business-Class leer wäre und das ginge. Auf dem Rückweg lachten mich die leeren, bequemen, großen Ledersessel der Business-Class so an, dass ich mich dort niederließ. So hatte ich einen super Platz und konnte mich ein bisschen in die reichen Leute einfühlen 😉
Sandra gab in der Zwischenzeit schon fast eine Vermisstenanzeige auf.
Nach dem knapp dreistündigen Flug landeten wir im bewölkten Sydney. Vom Flugzeug aus hatte man einen guten Blick auf die Oper und die Harbour Bridge. Zum Glück gab es nicht so starke Turbulenzen durch die Wolken durch.

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Wer erkennt die Harbour-Bridge und die Oper?IMG_5993 (FILEminimizer)  IMG_5999 (FILEminimizer) IMG_6001 (FILEminimizer)
Wir suchten uns einen Bus und fuhren Richtung Bondi. Eigentlich wollten wir einen MC Donalds mit WLAN, aber den fanden wir nicht. Statt dessen nahmen wir den Bus zum Strand. Dort ließen wir uns im MC nieder und suchten per App Wiki-Camps einen kostenlosen Parkplatz für die Nacht. Sarah, bei der mein Auto stand, war nicht da und sagte sie lege den Autoschlüssel in den Briefkasten. Wir hatten sie gefragt, ob wir bei ihr schlafen könnten, aber sie antwortete einfach nicht.
Wir kauften noch was zu Abendessen im Supermarkt, wo mich zwei lustige Griechen ansprachen, weil ich mit dem ganzen Gepäck auf Sandra wartete.

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An der Bushaltestelle warteten wir ewig, aber es kam immer nur der falsche Bus. Zufällig kamen die Griechen vorbei und stellten sich auch Sandra vor. Der eine hatte einen Job für mich als Flyerzustellerin. Nach einer Stunde fragte ich mal einen anderen Busfahrer. Weil Samstag ist, gäbe es keinen Bus mehr um die Zeit nach Watsons Bay. Da mischte sich ein total netter Australier ein. Er lud uns das schwere Gepäck in den Bus und erklärte uns genau, welche anderen Busse wir noch nehmen sollten. So mussten wir ein Stück mit einem Bus fahren, einen steilen Berg mit dem ganzen Gepäck hoch laufen und dann ein kleines Stück mit einem anderen Bus fahren. Danach mussten wir zu Fuß nochmal eine ganze Weile zu Sarahs Haus laufen. Dieses fanden wir wider erwarten auf Anhieb und waren sehr froh. Ich hatte nämlich weder eine Adresse, noch wusste ich, wie Sarah mit Nachnamen hieß und erreicht hatte ich sie auch nicht. Der nette Australier half uns mit Allem bis er einen anderen Bus nehmen musste und wir bedankten uns 1000 Mal bei ihm. Dieser Mann war wirklich außerordentlich hilfsbereit und auch der Busfahrer der extra ausstieg um auf den Busfahrplan zu schauen und dabei Ärger kassierte half uns lieb.

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In Sarahs Briefkasten dann: Kein Schlüssel ! So ein Mist, dachten wir. Sie sendete mir per SMS eine Nummer bei der ich anrufen sollte. Nach der langen Tortur hatte ich echt darauf keine Lust mehr. Zum Glück handelte es sich dabei um die Nachbarin die mir meinen Schlüssel übergab.
Endlich hatte ich meine Brissie wieder und das Gepäckschleppen war vorbei. Sofort machten wir uns auf zu unserem Schlafplatz. Dieser war an einem Park direkt an einer Straße. Erlaubt war es wieder mal nicht dort zu schlafen, aber das ist es in Sydney nirgends. So saßen wir im Park bei Regen auf nassen Bänken, aßen Brötchen mit Käse und Gurken und waren froh endlich dort zu sein.
Wir sortierten noch ein bisschen um, sodass wir im Auto Platz zum Schlafen hatten und gingen früh ins Bett.
Der Regen an den Scheiben hatte ein beruhigendes Gefühl und bald schliefen wir ein.

Strapazierte Grüße
Nadine

Fail-day

Sorry, einen Blogeintrag ausgelassen…

Samstag, 10.10.2015

Als ich morgens aufwachte, ging es mir sehr schlecht. Ich war verwirrt, zitterte und hatte Migräne.
Vom letzten Abend wusste ich seit der Ankunft in der World-Bar nichts mehr. Wir unterhielten uns mit Sarahs Mitbewohnern und alle waren sich einig, dass ich „gespiked“ worden war. Also sowas wie k.o. Tropfen. Wie sonst kann man sich nach einem Bier und einem Tequila an nichts mehr erinnern, hat Schüttelfrost, Magenprobleme und ist verwirrt. Ich konnte es mir nur so erklären, dass mir jemand was ins Glas getan hatte. Eigentlich passe ich darauf immer sehr gut auf, weil ich auch viele Leute kenne, denen das in Deutschland schon passiert ist. Aber man weiß ja nie wie sowas passiert…
Um was in den Magen zu bekommen, gingen Aylin und ich in ein schönes Café frühstücken. Das Menü hörte sich vielversprechend an und wir bestellten ein vegetarisches Frühstück und einen Crêpe zusammen. Leider waren wir enttäuscht und die Portion war Mini. Geschmeckt hat es aber gut und so zogen wir ein bisschen gestärkter los.
Es gab viel zu erledigen und als erstes stand ein Besuch im Telstra Store an. Ich hatte Aylin eine Handykarte mitgebracht, weil ihre auf der Farm nicht funktioniert, aber leider ging das Internet nicht. Im Store nahm ein Mitarbeiter das Handy in die Hand, drückte ein paar Sachen, gab es Aylin zurück, aber es funktionierte immer noch nicht. Eine andere Frau erkannte das Problem. Aylin ist zwar nicht blond, aber bemerkte trotzdem nicht, dass sie einfach nur kein Guthaben auf der Karte hatte. Das sorgte für Lacher und wir machten uns über uns selbst lustig. Natürlich funktionierte es nach dem Aufladen.
Dann wollte ich in den Apple Store um mir ein Ladekabel zu kaufen. Mein neu gekauftes (gebrauchtes) IPhone 5 erkennt leider nur Original-Ladekabel (Danke Apple!). Ich dachte ich spinne, als die 29$! für ein einziges dummes Ladekabel wollten. Da verging es mir und ich verfluchte Apple. Natürlich verließ ich den Saft-, äh Apfelladen ohne Kabel wieder. Das dürfen sie ruhig behalten.
Endlich wollte ich mein Problem mit meinem Rückflug klären. Ich hatte nur noch 3 Tage Zeit, bis mein Rückflug nach Deutschland gehen würde. Mein GoogleMaps brachte uns zu einem Emirates Büro. Dummerweise standen wir vor verschlossenen Türen (samstags zu). Also zum Flughafen gefahren. Dort sagte man uns, dass der nächste Emirates Flug um 7 abends gehen würde und der Schalter erst 3 Stunden vorher auf machen würde. Es hätte sich nicht gelohnt nochmal wo anders hin zu fahren. Wir kauften uns was leckeres beim Mexikaner, setzen uns ans Fenster an der Landebahn und beobachteten die Flugzeuge. Die 2 Stunden Wartezeit vergingen relativ schnell und ich war ein bisschen nervös, als ich zum Emirates-Schalter ging. Es hing sehr viel von diesem Gespräch ab und wenn es dumm laufen würde, müsste ich einen neuen Rückflug buchen und diesen somit doppelt zahlen.
Ich ließ meine Verärgerung über diese unmögliche Fluggesellschaft am Schalter aus und erklärte mein Problem. Ich müsse bei Emirates direkt anrufen, so die Antwort. Hier könne mir niemand helfen. Ich dachte ich falle vom Glauben ab. Hat das was mit Kundenservice zu tun? Wenn man sein Anliegen nicht direkt am Flughafen klären kann wo dann ? Ich erzählte, dass ich schon 4 Mails geschrieben habe und 3 Anrufe getätigt, aber die Mitarbeiter nicht fähig waren in Englisch zu kommunizieren. Sie könnten mir nicht helfen, so die unfreundliche Antwort. Ich sprach meine Enttäuschung über Emirates aus und auch, dass ich 3 mal ! ein vegetarisches Menü bestellt hatte und auf allen Flügen nichts ! zu Essen bekommen hatte, weil es vergessen wurde. Obwohl ich davor sogar eine Bestätigung per Mail bekam.
Nun hatte ich an diesem Tag überhaupt nichts erreicht und musste wütend den Flughafen verlassen.
Aylin und ich stellten auch noch zu unserem großen Entsetzen fest, dass uns der Ausflug zum Airport mit der Bahn sage und schreibe 15$ ! für einen Weg gekostet hatte und das gerade mal 3 Stationen waren. Wir fahren von Windsor über eine Stunde in die Stadt und zahlen 3$ mit der gleichen Bahn. Das ist unverschämt !
Leider war es bereits viel zu spät um was zu unternehmen und so traten wir den Rückweg an.
Es war gut, dass mein Handyakku leer war. So fällt einem mal auf wie schön die Umgebung ist und ich beobachtete Kängurus, sah einen traumhaften Sonnenuntergang und unendliche Weiten zogen an dem Zugfenster vorbei. Das machte mich wieder glücklich und ließ mich den Ärger mit Emirates vergessen.
Am Auto angekommen wollten wir los fahren. Leider nur wir. Brissie streikte. Eine Frau kam vorbei und meinte sie würde das nicht wundern, wenn doch das Licht die ganze Zeit an gewesen sei. Auch das noch !
Sie war so nett und wohnte glücklicherweise direkt neben dem Bahnhof. Wie die Aussies sind, klingelte sie bei allen Nachbarn und fragte nach einem Überbrückungskabel. Nach 20 min. kam sie und brachte zwei total besoffene Männer mit Bierbauch und oben ohne mit. Diese schlossen das Kabel an ihr Auto und Brissie an. Natürlich nur mit einer Hand. Die andere brauchten sie für das Bier und die Zigarette. Die Szene war filmreif als sie im Vollsuff versuchten die Kabel dran zu bekommen. Als beide Autos liefen war da plötzlich sehr viel Qualm und Funken. Äh Leute ich glaube ihr habt rot und schwarz verwechselt ?! Ich hatte ein bisschen Angst um mein heiligs Blechle. Zum Glück bekamen Dick und Doof es noch hin und die beiden waren sehr nett und echt witzig. Die Australier sind so hilfsbereit und luden uns auf ein Getränk ein, dass wir dankend ablehnten.
Nach einem Besuch im Supermarkt machten wir einen Abstecher in den MC Donalds, wo wir einen Papa mit drei Kindern trafen. Er war traurig, weil seine Frau sich getrennt hatte und er seine Kinder nur alle 2 Wochen sieht. Eine Weile unterhielten wir uns mit ihm und fuhren dann endlich heim.
Dann auch noch das: Der Vogel um den wir uns so gut gekümmert hatten war tot ! Er hatte noch sein Wasser und seine Körner und das Handtuch lag an einem kühlen, nicht zu kalten Platz. Wir hatten keine Ahnung warum er gestorben ist, aber waren beide sehr traurig darüber. Das Handtuch mit dem Kleinen drauf, brachten wir vor die Tür und nahmen uns vor, bald ein Loch für ihn zu graben.
Nach diesem enttäuschenden Tag war ich froh ins Bett zu kommen.

Failerische Grüße
Nadine

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