The luck of the earth…

Samstag, 04.11.2017

Mit dem Pferd am Strand entlang

An diesem Tag genoss ich das Letzte mal Ausschlafen (für die nächsten 5 Monate) und wir gingen erst kurz vor Schluss zum Frühstücken.
Der Samstag stand im Zeichen der Entspannung und das Auto blieb vorerst stehen. Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zur Shoppingmeile von Cala Millor. Papa musste da durch, aber Shoppen musste sein. Von einem Laden gings in den nächsten und ich brauchte unbedingt Schuhe. Wenn man da genaue Vorstellungen (bzw. Vorgaben) hat, findet man natürlich nichts.
Es war wieder ein super schöner Tag mit Sonne und Wärme und auch am Strand war was los. Wir bummelten entlang vom schönen Strand und gönnten uns ein Eis.


Mittags stand mein absolutes Highlight auf dem Plan. Wir fuhren nach Cala Ratjada auf die „Rancho Bonanza“ (http://www.ranchobonanza.com). Im Internet hatte ich mich die ganze Woche schlau gemacht wo man hier artgerechte Pferdehaltung findet, weil ich unbedingt reiten wollte. Am Vortag waren wir schon hier und hatten und die Anlage angeschaut. Die Deutsche Betreiberin Elke Glomm steckt wirklich ihr ganzes Herzblut in die Anlage und die Pferde. Mir war es sehr wichtig ein Ort zu finden an dem es den Pferden gut geht und nicht nur Geld mit ihnen gemacht wird. Die Pferde stehen tagsüber auf Paddocks und die ganze Nacht auf Koppeln, haben Heu zur freien Verfügung und sehen alle top aus.

Ich hatte mir ein schnelles Pferd gewünscht und Elke sagte mir, dass das 5 jährige Pony „Mia“ die Schnellste im Stall sei. So machte ich die Kleine fertig und die pinke Satteldecke war ganz nach meinem Geschmack. Ich hatte Glück und mit dabei waren nur eine Mitarbeiterin mit einem Privatpferd und zwei Einsteller mit ihren Pferden. Also keine ängstlichen Reitgäste die nicht galoppieren wollen oder Ähnliches. Wir überquerten die Straße und waren direkt im Wald. Es war super schön dort und es ist beeindruckend wie trittsicher Mia mit ihren 5 Jahren schon ist. Wir trabten ein bisschen und ich merkte, dass Mia gerne läuft. Danach wollte sie nicht mehr Schritt gehen. Die anderen fragten, ob ich bereit wäre und dann ging es los. Wir galoppierten durch den Wald und so schnell bin ich davor noch nie unterwegs gewesen. Mia könnte auch als Rennpony durch gehen und Elke hatte nicht zu viel versprochen. Es machte total viel Spaß im Renngalopp im zick zack durch den Wald zu reiten. Ich hoffte Mia wusste wo es lang ging, denn vor lauter Ästen, Steinen und Sand im Gesicht sah ich nicht mehr wo es hin ging. Man muss bei diesem links-rechts echt sattelfest sein. Dann kamen wir an den Strand. Mein persönliches Highlight. Es war schon immer mein Traum einmal am Strand entlang zu galoppieren und ich freute mich total. Leider waren zu viele Touristen unterwegs und da das Reiten am Strand nur erlaubt ist, wenn niemand da ist, konnten wir da nicht hin. Dafür fanden wir ein paar Meter weit weg vom Meer einen Sandabschnitt wo niemand war und galoppierten nochmal im rasanten Galopp durch den tiefen Sand, was die Pferde nicht bremste. Es machte total viel Spaß und ich hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Es ging nochmal durch den zick zack Wald und die anderen beiden verabschiedeten sich. So waren wir nur noch zu zweit und hatten tolle Gespräche über das Reisen und Reiten und konnten auch nochmal galoppieren.

Als wir nach zwei Stunden zur Ranch zurück kamen, warteten Oma und Papa schon. Wir sattelten die Pferde ab und Mia durfte sich auf dem Sandplatz wälzen. Ich bekam ein zweites Pferd in die Hand gedrückt und wir liefen mit mehreren Leuten zur Koppel. Diese ist riesig und in der Nebensaison stehen die Pferde hier die ganze Zeit. Oma freute sich auch, dass es den Tieren hier so gut geht und Mia sah glücklich aus, als ich sie zu den anderen ließ.


So konnten wir beruhigt zurück zum Hotel fahren als es schon dunkel wurde.
Das war definitiv ein gigantisches Erlebnis an das ich noch lange zurück denke und ich kann die Rancho Bonanza echt jedem empfehlen.
Abends saßen wir noch gemütlich zusammen und ließen den letzten Abend in aller Ruhe ausklingen. So schnell geht der Urlaub zu Ende. Da ich wie immer im Chaos versank, half mir Oma beim Packen und brachte Struktur in mein Gepäck. Das ist nun der letzte Abend „in Freiheit“. Und das letzte Mal so viel Platz.

Liebe Grüße das letzte Mal von Mallorca
Nadine

The beautiful East Coast of Mallorca

Nach einigen Monaten hier noch ein nicht veröffentlichter Blogeintrag über Mallorca.

Freitag, 03.11.2017

Auf den Spuren von Wölfen und Schlangen

Bald wird es ernst… bis dahin erkunden wir noch weiter die schöne Insel Mallorca. Diesmal stand ein Trip gen Osten an. Der erste Weg führte uns zum „Castell de Capdepera“, einer schönen Burganlage. Wir konnten uns beim bergauf Laufen gleich am frühen Morgen sportlich betätigen. Die Mauern des Castells sind noch erhalten und man hat eine gigantische Aussicht. Dieses Wehrdorf aus dem 14. Jahrhundert beheimatet noch eine gemütliche kleine Kapelle und ein Museum.


Auf dem Weg zurück zum Auto fanden wir in den kleinen Gässchen ganz versteckt ein kleines Restaurant. Auf der Terrasse mit Blick auf die Stadt genossen wir unser Getränk bevor es weiter ging.


Papa hatte von seinem Arbeitskollegen den ultimativen Tipp für einen Nationalpark bekommen. Er war ganz aufgeregt uns was Schönes präsentieren zu können und freute sich total. Der Weg zum „Parc natural de la península de Llevant“ war sehr holprig und versprach viel Natur. Am Wegesrand hatte es viele Obstbäume, wo Papa Orangen klauen wollte. Ich riet davon ab. Man weiß ja nie wer da so kommt und schimpft… Im Nationalpark angekommen suchte Papa das Highlight. Wie ein Nationalpark halt eben so ist, gab es viel Natur und mehrere Kilometer Wanderwege. Wir entschieden uns für eine 5 Kilometer kurze Wanderung, aber leider hatte von uns keiner das passende Schuhwerk an. Die Steine waren mehr Felsbrocken und außer Schafen und sehr kargen Landschaften sahen wir leider nichts. Wir liefen und liefen, aber es wurde nicht viel abwechslungsreicher. So beschlossen wir einstimmig unsere Wanderung abzubrechen und zurück zum Auto zu staksen. Papa versuchte sich die Enttäuschung nicht anmerken zu lassen, aber dafür kennen Oma und ich ihn zu gut. So musste er sich den ganzen Tag unsere Witze über die Wölfe und Schlangen anhören, die er im Park erwartet hatte. Wenigstens weiß Papa jetzt auch, was ein Nationalpark ist.


Da wir schon die ganze Zeit ein Schild mit „Betlem“ gesehen hatte, was beim schnellen Lesen aussieht wie „Betlehem“ (der Name stammt auch davon) und Oma und ich gleichermaßen neugierig sind, fuhren wir dort hin. Die Straße ist so schmal, dass kaum zwei Autos aneinander vorbei passen und wir waren uns sicher hier am Ende der Welt angekommen zu sein. Direkt am Parkplatz, wo wir natürlich die Einzigen waren, befindet sich die „Ermita de Betlem“, eine sehr gut erhaltene Kapelle. Früher war es ein Kloster, jetzt wohnt nur noch ein Mönch dort. Hinter der Kapelle befindet man sich auf 295 Metern Höhe über Colònia de Sant Pere und hat eine tolle Aussicht auf die Bucht von Alcudia.

Beim Rausfahren aus dem Parkplatz saßen wir gleich ordentlich mit dem Auto auf und Papa fuhr sich fest. Es ging nicht mehr vorwärts und nicht mehr rückwärts und das Auto kippte nach vorne und nach hinten. Zum Glück kam da gerade ein junges, deutsches Pärchen angefahren das uns half das Auto zu befreien und die Fahrt konnte weiter gehen. Das Auto blieb dabei heil.
Auf diesen Straßen muss man echt schwindelfrei sein und die Serpentinen waren endlos. Unterwegs machte ich Bekanntschaft mit Eseln, die ich am liebsten gleich mitgenommen hätte.


Weiter ging es in die malerische Stadt Artà. Die schmalen Gässchen sind die perfekte Fotokulisse und das Wetter war traumhaft. Kaum zu glauben, dass schon Ende Oktober ist. Wir gönnten uns ein Eis in einem süßen kleinen Cafè und schlenderten durch das gemütliche Artà.


„Mitten in einer gebirgigen, unbebauten Landschaft liegt der traumhafte Sandstrand Cala Torta.“ Durch diesen Satz im Reiseführer ließ ich mich locken und hatte somit unser nächstes Ziel ausgesucht. Wir wurden zwar bereits vor „Holperpisten“ gewarnt, aber dass man dort so durchgeschüttelt wird, hatte wohl keiner von uns erwartet. Es war eine Tortur dort hinzukommen und irgendwann hörte die Straße auf und wir fuhren wörtlich über Stock (Sand) und Stein. Bis wir da waren, war uns allen schlecht und Papa verfluchte meinen Vorschlag. Die Cala Torta wird auch als eine der schönsten Badebuchten im Norden Mallorcas angepriesen und so waren die Erwartungen hoch. Wir stellten das Auto unter einen Baum und liefen eine Weile. Tatsächlich ist die Bucht sehr schön, aber unsere Erwartungen erfüllte sie jetzt nicht unbedingt. Wir genossen den schönen Blick aufs Meer und es ging dieselbe Holperpiste zurück. Wir lachten uns kaputt, weil das Auto schwankte wie beim Seegang und alles vibrierte. Bestimmt sah das ständige nicken unserer Köpfe witzig aus. Unterwegs trafen wir Ziegen die auf der Straße standen und hatten beim Sonnenuntergang perfekte Sicht aufs Meer.


Nach einem kurzen Abstecher im Supermarkt ging es wieder zurück zum Hotel „Hipocampo Playa“, wo bereits das gute Abendessen auf uns wartete.


Das war wieder ein sonniger, warmer und schöner Tag auf der Insel.
Liebe Grüße
Nadine

Missed Bus and golden Tequila

Dienstag, 23.05.2017

Bestelle niemals den besten Tequila

Nachts hatten wir mit einem Angestellten vom Hostel gesprochen, ob es ok wäre, später als 10 Uhr auszuchecken. Kein Problem, hieß es da. Wir schliefen bis halb 11 und Vroni ging vorsichtshalber nochmal zur Rezeption um zu fragen, ob das mit dem später auschecken wirklich ok war. Die junge Dame sagte, dass eigentlich um 10 Uhr checkout gewesen wäre, wir uns aber nicht stressen sollten.

Wir saßen eine Stunde später gepackt und gerichtet auf dem Sofa im Gemeinschaftsraum und chillten, weil unser Bus um 13 Uhr erst kommen sollte. Diesmal stand die Weiterreise nach Washington D.C. an. Irgendwer schaute nochmal, wann wir dann am Bahnhof sein hätten sollten. Schock: Wir hatten die Ankunftszeit mit der Abfahrtszeit verwechselt. So ist unser Bus eine Stunde zuvor ohne uns gefahren. Verdammt! Panik! Ticket schon bezahlt. Ich rief beim Busunternehmen an, die mir sagten, dass wir für 5$ extra den Bus noch vor Ort umbuchen könnten. Zum Glück kam um 18 Uhr noch ein Bus.

Das hieß, dass wir bis dahin noch viel Zeit hatten, was dem armen Berni wieder zu Verhängnis wurde. Eigentlich wollten wir ja nur was zu Essen kaufen. Da es die letzten Tage kalt und regnerisch war, gingen mir die warmen Sachen aus. So wollte ich in einem Laden nur kurz Socken kaufen. Dieser Laden war aber ein absoluter Glücksgriff (nicht für Berni), weil es das absolute Paradies war. Die Burlington Coat Factory (1027 -1035 Market Street, Philadelphia http://www.burlingtoncoatfactory.com) ist riesig und es gibt so viele Klamotten, dass man gar nicht weiß, wo man hinschauen soll. Es war einfach nur verrückt. Es gibt so viele verschiedene Markensachen die so günstig sind, dass es unglaublich ist. Wir hielten uns stundenlang in diesem Laden auf und kauften was das Zeug hielt. Vroni und Berni machten sich irgendwann auf in den Supermarkt um Vesper zu kaufen (und zu flüchten).

Nach dem Shoppingmarathon nahmen wir ein Taxi zum Hostel, welches wartete, bis wir unser Gepäck geholt hatten. Wir fuhren zur Bushaltestelle, wo wir 45 min. zu früh waren. Zum Glück regnete es nicht.

Beim Mega Bus wollte keiner mehr was von den 5$ extra wissen und wir bekamen sogar noch Plätze nebeneinander.

Um 20 Uhr erreichten wir den riesigen Bahnhof in Washington D.C. Dieser ist total faszinierend und architektonisch richtig schön und auffällig.

Das Taxi brachte uns ins Hostel Duo Housing, welches genau so genial war, wie das zuvor. Der Afro-Amerikanische Besitzer machte gleich Späße und nach dem Einchecken saßen wir mit anderen, netten Leuten zusammen.

Nebenan war ein Mexikaner, in dem wir uns niederließen und das gute Abendessen genossen. Ein junger Mann vom Hostel setzte sich dazu und wir hatten gute Gespräche. Zum Abschluss bestellten wir noch einen Tequila. Merke: Bestelle niemals den besten Tequila! Als wir nämlich die Rechnung sahen, dachten wir uns trifft der Schlag. Die Dame wollte doch tatsächlich 12$ für einen Tequila! War der vergoldet? Sie hätte uns ja wenigstens darauf hinweisen müssen, dass der so teuer ist. So war der Tequila teurer als unser Abendessen. So eine Frechheit, aber wir konnten leider nichts mehr machen.

Es war schon spät und wir waren alle müde und deshalb fielen wir nach dem Abendessen in unsere Betten.

Liebe Grüße aus Washington D.C.

Nadine

Party in Philadelphia

Montag, 22.05.2017

Berni, du tust uns leid!

Zum Glück hatten wir diesmal ausnahmsweise alles im Griff und kamen zeitig los. Die weiterreise nach Philadelphia stand an. Philadelphia (liebevoll Philly gennant) ist eine Stadt im US-Bundesstaat Pennsylvania. Mit 1.560.297 Einwohnern ist sie die fünftgrößte Stadt der Vereinigten Staaten und die größte des Bundesstaates Pennsylvania. An der Ostküste ist Philadelphia nach New York City die zweitgrößte Stadt. In der Geschichte der USA ist Philadelphia eine der bedeutendsten Städte. Nach New York und vor Washington war sie 1790 bis 1800 Nationalhauptstadt und damals die größte Stadt der USA sowie nach London die zweitgrößte englischsprachige Stadt der Welt. In Philadelphia tagte der erste und teilweise auch der zweite Kontinentalkongresssowie der Verfassungskonvent von 1787, die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung wurde hier verkündet und die Verfassung beschlossen.

New York: Es war so schön mit dir. Ich hatte es mir anders vorgestellt: Viel lauter, chaotischer, gefährlicher und irgendwie krasser. Dabei fand ich es gar nicht so richtig hektisch und laut. Auch die Wolkenkratzer hatte ich mir irgendwie noch höher vorgestellt (ja ich weiß, dass sich das komisch anhört). Auf jeden Fall wurde ich positiv von dieser geilen Stadt überrascht und bin total verliebt. Das wäre definitiv ein Ort an den ich wieder kommen würde.

Mit der letzten Subway-Fahrt auf unserer Prepaid-Karte, fuhren wir Richtung Bushaltestelle. Es goss was der Himmel her gab und hört gar nicht mehr auf.

Leider stiegen wir aus versehen eine Station zu früh aus und zum Laufen wäre es bei dem Regen und mit dem Gepäck zu weit gewesen. Ratlos standen wir vor dem Bahnhof und hatten Angst den Bus zu verpassen. Wir fragten viele Leute, aber keiner konnte uns Auskunft geben.

So nahmen wir uns mal wieder ein Taxi (wir sind ja nicht verwöhnt) und ließen uns direkt vor die Haltestelle kutschieren.

Diesmal wurde unsere deutsche Pünktlichkeit bestraft. Eine halbe Stunde mussten wir im Regen warten. Ohne Dach und ohne Unterstand und nass. Wir hatten in New York ja echt Glück mit dem Wetter. Jetzt wo wir gehen, regnet es.

Der Mega Bus ist ein Doppeldecker und wir hatten uns übers Internet die vorderen Plätze oben reserviert. Die Aussicht wäre ohne den Regen bestimmt super gewesen. Es gibt WLAN, man hat Platz und es sind Steckdosen an jedem Sitz. So lässt sich die Fahrt aushalten. Nach zweieinhalb Stunden kamen wir im genau so verregneten Philadelphia an. Nach der Mega City New York hat diese Stadt schon fast was von Dorf; trotz einiger Wolkenkratzer. Wieder mit dem Taxi ging`s zum Hostel.

Die junge Empfangsdame vom Hostel Old City Philly öffnete uns bereits freundlich die Türe. Das Hostel ist wirklich ein „Home away from home“ (Zuhause weg von Zuhause). Man läuft sockig, bzw. barfuß und die Zimmer und die Unterkunft sind super gemütlich. Alle waren total freundlich und herzlich. Das ist eine Unterkunft die man auf jeden Fall total weiter empfehlen kann.

Um uns von der anstrengenden (Achtung Ironie!) Busfahrt zu erholen und dem Regen zu entkommen, chillten wir eine Weile.

Zu Fuß erkundeten wir dann Philadelphia. Um ein wenig Geschichte mit zu nehmen, schauten wir uns die Liberty Bell an. Liberty Bell (englisch für Freiheitsglocke) ist der Name der Glocke, die geläutet wurde, als die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung in Philadelphia am 8. Juli 1776 zum ersten Mal auf dem Independence Square (Unabhängigkeitsplatz) in der Öffentlichkeit verlesen wurde. Da konnte Melli mit dem Foto vor der Glocke endlich einen Punkt auf ihrer Bucketlist abhaken. Check.

Liberty Bell gegenüber der Independence Hall

Der arme Berni! Wir Mädels waren schneller im Shoppingfieber als er gucken konnte. Von einem Laden in den anderen rannten wir und er musste leider mit. Sehr ehrlich stand er beratend zur Seite. Nirgendwo gab es ein Kinderparadies wo wir ihn abgeben hätten können. So musste er diesen Shoppingwahn ertragen. Sorry Berni! Auch im H&M waren wir nicht mehr zu halten und hatten einige Taschen voll. Wie sollen wir das alles nach Hause bringen?

In einer Mall fanden wir was zu Essen und konnten uns vom Shoppingmarathon erholen. Hier ist aber auch alles so billig…

Leider kamen wir dann ein bisschen in Stress, weil Abends Programm im Hostel angesagt war und wir rechtzeitig da sein wollten. Wir haben uns schon so an die Faulheit der Amis gewöhnt, dass wir ein Taxi zurück zum Hostel nahmen, anstatt die halbe Stunde zu laufen. Da rennt man beim Shoppen durch die halbe Stadt, aber zurück laufen kann man nicht (wir sind schlimm).

Im Hostel saßen schon viele Afro-Amerikaner zusammen, die uns super freundlich empfingen. Gleich fanden wir uns mitten im Trinkspiel „Ring of Fire“, bzw. „Kings Cup“ wieder. Das schöne, kühle Bier mussten wir noch nicht mal zahlen. Es kamen noch ein paar andere Leute dazu und wir hatten viel Spaß.

Mit der ganzen Gruppe liefen wir ins Partnerhostel von unserem und da waren noch mehr Leute versammelt. Nach dem kurzen Abstecher in ein paar kleine Bars, kam die Hauptlocation für diesen Abend. Eine Karaoke-Bar! Nachdem die zwei Franzosen zu New York, New York performten, gaben wir als Gruppe zu „Drops of Jupiter“ von Train alles. Der Abend war so genial, alle hatten viel Spaß und so feierten wir das erste Mal auf unserem Trip.

Erst spät in der Nacht traten wir den Rückweg zum Hostel an und fielen müde in unsere Betten.

Liebe Grüße aus Philly

Nadine

New York – City of Dreams

Samstag, 20.05.2017

Berni und ich waren wieder früh wach und Vroni und Berni waren zum Supermarkt gelaufen und hatten Cornflakes gekauft. Es gab im Zimmer doch eine Klimaanlage die jetzt wieder funktonierte.

In der Hostelküche saßen wir dann zusammen und frühstückten, bevor wir uns auf zum zweiten Tag der New York Erkundung machten.

Neben unserem Hostel war gerade die „Pflanzparty“ in vollem Gange. Die ganze Straße war auf den Beinen und jeder pflanzte Blumen neben die Bäume auf der Straße. Das machte alles viel freundlicher und die Anwohner waren total nett.

Es war um einiges kühler als am Vortag und hatte nur 20 Grad. Außerdem war es stark bewölkt, aber regnete zum Glück nicht.

Eigentlich wollten wir gerne mit dem Hop on Hop off Sighseeing Bus fahren, aber nach einer halben Stunde warten, kam er immer noch nicht. Es sei eine Parade und deswegen würde er an dieser Haltestelle nicht abfahren. Das erfuhren wir von anderen Deutschen die dort anriefen. Außerdem lernten wir einen Österreicher kennen der in den USA wohnt. Berni freute sich über männliche Verstärkung und redete ewig mit dem netten 19 jährigen.

Die Subway brachte uns an den Times Square. Wiedermal kamen wir aus dem Staunen nicht heraus. Alles blinkt, funkelt, überall gibt es Leuchtreklame und es sieht wirklich aus wie man es immer im TV sieht. Am Times Square war die Hölle los und Menschenmassen tummelten sich. Es gibt einen dreistöckigen H&M Store mit riesiger Außenwerbung, was jedes Frauenherz höher schlagen lässt. Der Verkehr ist chaotisch und überall hupt es. Die Reizüberflutung bei so viel Werbung und vielen Geräuschen war groß. Überall gibt es was zu entdecken und es hat sehr viel Läden, Restaurants, Bars, Kinos, Theather und vieles mehr.

Am Times Square entdeckten wir eine Haltestelle und so fanden wir uns mit dem Big Bus im regen Verkehr von New York wieder. Dieser ist ein Doppeldecker-Cabrio-Bus von welchem man eine eine gute Aussicht hat. Teilweise steht man mehr, als dass man fährt, aber man sieht Einiges auf dem Weg. Wir hatten die Downtown Tour gebucht, die uns vorbei am World Trade Center und an der Brooklyn Bridge bis nach China-Town brachte.

Als wir lustige Wägen sahen, stiegen wir aus. In New York fand an diesem Tag nämlich die jährliche Dance Parade statt. Menschen fahren wie beim Karneval mit vielen bunten Wägen und LKW durch die Straßen und es ist jedes mögliche Land vertreten. Die unterschiedlichsten Kulturen, Kostüme und Tänze treffen aufeinander. Es wurden extra für diese Parade Wägen angemietet, Leute kamen mit Trucks und die Stimmung war total ausgelassen. Es waren richtig viele Zuschauer am Straßenrand und eine große Polizeistaffel überall verteilt. Jeder tanzte, sang und man sah viele Tänze die man bisher nicht kannte. Von Littauen, über Bangladesch bis hin zu Indien war alles vertreten. Wir tanzten wie viele andere zu YMCA und hatten richtig viel Spaß. Außerdem waren viele TV Sender und hunderte Fotografen vertreten, Das scheint hier ein riesiges Ding zu sein. Alles war total bunt und die Energie und Lebensfreude die vermittelt wurde, übertrug sich auf die Zuschauer. Wir hatten viel Spaß beim Zuschauen und mit tanzen.



Da die Parade bis 18 Uhr gehen sollte, beschlossen wir früher zu gehen und zogen weiter.

Wir kamen an einen Markt, der mich stark an den Camden Market in London erinnerte. Es gab Speisen aus allen Herren Ländern und es roch gut. Ich konnte nicht widerstehen, einen Crêpes zu probieren. Leider erfuhr ich erst hinterher, dass der Nutella-Crêpes mich 7,25$ kosten sollte. Die spinnen, die Amis! Sonst sind wir hier bisher aber sehr sparsam unterwegs. Wir essen nur zwei Mal am Tag und an der Straßenständen gibts gutes und günstiges Essen.

Weiter ging`s mit dem Big Bus durch die Stadt. Wir verpassten die Haltestelle an der Brooklyn Bridge und mussten uns deswegen ein paar Straßen weiter eine U-Bahn suchen. Diese fanden wir leider nicht, aber dafür liefen wir durch China-Town. Dieses war nicht besonders, aber jetzt haben wir das auch mal gesehen.

Mit einer anderen U-Bahn schafften wir es zum richtigen Stopp.

Die Brooklyn Bridge (ursprünglich New York and Brooklyn Bridge) in New York City ist eine der ältesten Hängebrücken in den USA. Sie überspannt den East River und verbindet die Stadtteile Manhattan und Brooklyn miteinander. Die Brücke hat heute sechs Fahrspuren sowie in der Ebene darüber einen breiten Fuß- und Radweg. Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung 1883 war die Brooklyn Bridge mit 1833,68 m die längste Hängebrücke der Welt; sie übertraf alle zuvor errichteten in ihrer Länge um mehr als 50 Prozent. Für die Stadt New York wurde die Brooklyn Bridge schnell zu einem neuen Wahrzeichen. Als „Sehnsuchtsbrücke“ in das Herz von Manhattan symbolisiert sie den Traum von einem besseren Leben.

Über die Brooklyn-Bridge zu laufen hat was richtig geniales. Leider hatten diese Idee noch hunderte anderer Touris und so war es ein Gedränge und Gequetsche. Von dieser riesigen, beeindruckenden Brücke hat man eine super Aussicht über den Hudson-River. Es gibt drei Schichten. Eine Ebene für die U-Bahn, eine für die Autos und eine für Fußgänger und Radfahrer. Viele Zweiradfahrer beschwerten sich über die Fußgänger die auf dem Radweg liefen – immer diese Touris…  Bis zur Hälfte der Brücke liefen wir und dann drehten wir wieder um.

 

Da wir unbedingt den Times Square (Zentrum des Broadways) bei Nacht sehen wollten, nahmen wir wieder die Subay und fuhren dort hin. Hier ist es übrigens so, dass einem auf dem Bahnticket immer der selbe Preis abgebucht wird. Egal, ob man nur eine Station fährt, oder quer durch New York. Jedes Mal, wenn man die Karte am Drehkreuz rein schiebt, wird eine Fahrt abgebucht. Z.B. in Australien ist es so, dass man die Karte nochmals beim raus gehen in die Schranke steckt und dann den jeweiligen Streckenpreis abgezogen bekommt.

Der Times Square bei Nacht ist absolut unbeschreiblich. Ich weiß langsam gar nicht mehr, wie ich das beschreiben soll. Da reichen Superlative nicht mehr aus. Die Menschenmassen waren größer als am Mittag und die Leuchtreklame noch bunter und verrückter. Da ich ja schon in Las Vegas war, hab ich den Vergleich und finde eindeutig den Times Square beeindruckender. Die Lichter und der rege Verkehr, die leuchtende Außenwerbung und die Atmosphäre sind total faszinierend und ich finde, dass sollte man mal gehen haben.

 

 

      

Wir knipsten Fotos was das Zeug hielt und suchten uns dann einen Platz um die hungrigen Mägen zu füllen. Ein Pub sollte es sein und es herrschte reger Betrieb. Das Essen schmeckte super und war typisch ungesund amerikanisch.

Vom vielen Laufen waren wir super müde und fuhren mit der Subway zurück zum Hostel. Berni ist allein in eine Bar gezogen, aber wir zogen lieber ins Bett.

Liebe Grüße aus der hammer Stadt New York

Nadine

History of 9/11 and amazing New York

Freitag, 19.05.2017

Hello Big Apple – The world is a village

Nachts war es so heiß und stickig im Zimmer, dass keiner von uns durchschlafen konnte. Alle paar Stunden wachte ich auf und um halb 8 konnte ich gar nicht mehr schlafen. Auch Vroni und Berni waren schon auf den Beinen. Es hatte keine Klimaanlage und selbst draußen war es zu warm, sodass lüften nichts brachte.

Um 10 machten wir uns also auf um endlich den Big Apple zu erkunden. Wir waren alle aufgeregt, was uns wohl erwarten würde.

Das Wetter war total auf unserer Seite, es strahlte die Sonne, der Himmel war blau und es hatte 33 Grad. Schon schnell floss uns der Schweiß runter und es ist extrem stickig.

Unterwegs setzten wir uns in einen Imbiss, frühstückten was und dann ging`s zur Tram. Man muss schon sagen, dass hier alles ziemlich runter geratzt ist. Die Tram-Haltestelle erinnert mehr an einen Horrorfilm. Es ist sehr dunkel, dreckig, stinkt und Bettler lungern herum. Für 20$ kauften wir eine Prepaid-Bahnkarte. Das System für was man welche Karte braucht, verstanden wir nicht und das ziemlich unersichtlich und kompliziert.

Es gibt keine Anzeigen an den Gleisen und man muss sich überraschen lassen, wann die Bahn kommt. Es gibt zwei Richtungen: Uptown und Downtown. Die Züge sind ebenfalls sehr alt, runter gekommen und machen einen ohrenbetäubenden Lärm. Irgendwie ist das aber Retro und auch cool.

Trotzdem brachte uns das uralte Ding an unser Ziel. Zum Glück war in der Subway fast nichts los.

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, das erste Mal vor der Skyline von New York zu stehen. Irgendwie fühlte sich das alles so surreal an. Der Blick auf diese gigantischen Wolkenkratzer und das erste Bild vom One World Trade Center (neues World Trade Center). Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus und waren total geflashed vom „ersten Eindruck“ von der Weltstadt New York.

Hier wo der Brunnen ist, stand das World Trade Center

Shoppingmall

Das erste angesteuerte Ziel war das 9/11 Memorial Museum. Für 25$ und nach kurzer Wartezeit, sollten wir den 11. September 2001 sehr authentisch nachverfolgen können. Was man da sah, kann man eigentlich gar nicht in Worte fassen. Die Grundmauern standen noch und wenn man sich überlegt, dass hier erst vor 16 Jahren Menschen um ihr Leben rannten und fast 3.000 Menschen umkamen, wird einem schlecht. Selbst die verbogenen Pfeiler und die kaputte Spitze eines Twintowers, waren ausgestellt. Es ist wirklich sehr berührend und einige Leute weinten. Wer weiß, welcher Besucher nicht Bekannte oder Verwandte hat, die damals betroffen waren. Beim Anhören der Aussagen von Überlebenden, bekamen wir einen richtigen Kloß im Hals. Außerdem hörte man die Aufzeichnungen von Mailboxen auf denen Menschen ihren Liebsten sagten, dass sie sie lieben, bevor sie starben. Das ging so nahe. Auch Aussagen von den Stewardessen kurz vor ihrem Tod waren zu hören. Es gab viele Bilder, Videos und Aufzeichnungen, Überbleibsel und persönliche Gegenstände zu sehen. So auch verschiedene handgeschriebene Nachrichten von Leuten die kurz danach aus dem Fenster sprangen. Man sah Fotos von springenden Menschen und von jedem Opfer war ein Bild aufgehängt. Außerdem die Aufzeichnungen der Piloten, bevor sie das Flugzeug in die Türme steuerten. Was wir in diesem Museum sahen, werden wir so schnell nicht vergessen können.

Mit einem komischen Gefühl im Bauch wegen dem Gesehenen, erkundeten wir anschließend den berühmten Finanzdistrikt „Wall-Street“. Auch hier reihen sich riesige Gebäude aneinander und es gab schöne Architektur zu sehen.

Auch in`s Tiffanys & Co. machten wir einen kurzen Abstecher, auch wenn wir uns den Schmuck wahrscheinlich niemals leisten können.

Überall an der Straßenseite waren kleine Wägen mit Smoothies, Hot-Dogs, Eis und allem was das Herz begehrt. Vroni und ich gönnten uns einen Protein-Smoothie der wirklich lecker war.

Wir wollten gerade Richtung Wasser laufen, als wir eine kleine Gasse entdeckten. Dort waren Biertische aufgestellt und es war viel los. Total urig befindet sich mittendrin ein bayrisches Lokal. Der irische Besitzer zeigte uns stolz die Inneneinrichtung aus Deutschland. Natürlich wollten sich das die waschechten Bayern Vroni und Berni nicht entgehen lassen und wir setzten uns. Bei einem schönen, kühlen, bayrischen Bier genossen wir die kurze Pause. Es wurde immer voller und neben uns hatte eine Firma ein Meeting. Was hier alles möglich ist….

Als wir das erste Mal den Hudson River sahen, staunten wir nicht schlecht. Mit Blick auf die Skyline standen wir da und ließen diesen Eindruck auf uns wirken.

Von New York aus gibt es eine kostenlose Fähre nach Staten Island, von welcher aus man einen Blick auf die berühmte Statue of Liberty hat. Das ließen wir uns nicht ergehen und enterten das riesige, alte Schiff. In der 15-minütigen Fahrt hat man den besten Blick auf die Freiheitsstatue. Uns gingen die Superlative aus und an diesem Tag jagte ein Highlight das nächste. Das erste Mal die berühmte Statue zu sehen und sich zu fühlen wie auf der Titanic, ist definitiv ein unvergessliches Erlebnis! Die Statue ist nicht so groß wie im TV immer dargestellt, aber trotzdem sehr beeindruckend. An der Reling hatten wir bei bestem Wetter eine top Aussicht auf die Lady Liberty.

Auf der Insel Staten Island, suchten wir uns was zu Essen und setzen uns in einen schönen Park. Schon lange hatte ich mich auf meine Mac&Cheese (Maccaroni mit unendlich viel Käse) gefreut. Ich wurde von dieser mega Kalorienbombe nicht enttäuscht und ließ es mir schmecken.

Weil Vroni und Melli noch kurz die „Restrooms“ aufsuchten, fuhren wir mit zwei getrennten Fähren zurück aufs Festland. Irgendwie dachten die Mädels, dass Berni und ich schon auf der Fähre seien und sind damit los gefahren. Als wir telefonierten, stellten sie fest, dass Berni und ich noch am Terminal saßen.

Zum Glück erwischten wir die perfekte Zeit. Es ging gerade die Sonne unter. Dann nochmal an der Statue of Liberty vorbei zu fahren, wenn gerade langsam der orangene Ball hinterm Horizont verschwindet, ist gigantisch. Berni und ich kamen aus dem Staunen nicht mehr raus und waren total geflashed. An der Reling hatte man außerdem eine gigantische Sicht auf die Skyline von New York. Wir knipsten die Speicherkarten voll und konnten es nicht glauben, wie schön das alles war.

Tipp: Fähre um 20 Uhr (Monat Mai) nehmen, dann hat man den Sonnenuntergang auf den Fotos.

Am Terminal trafen wir die Mädels wieder und da diese angeschlagen und müde waren, nahmen wir die nächste Subway zurück Richtung Hostel.

New York ist ein Dorf. Nachdem ich am Pier ein Pärchen, welches mit uns von Düsseldorf aus geflogen ist (und im gleichen Bus saß), wieder gesehen habe, passierte uns nochmal was. Man muss dazu sagen, dass der Big Apple mit seinen über 8 Mio. Einwohnern, nicht gerade ein Dorf ist. Wir liefen also gerade wieder zum Hostel zurück, als uns das selbe, ältere Paar begegnete, welches wir morgens am World Trade Center um ein Foto von uns baten. Diese erkannten uns auch gleich wieder und die Deutschen die auf den Bahamas leben, waren super nett. Das gibt’s doch nicht, dachten wir.

Im Hostel schliefen die anderen dann ziemlich schnell ein und ich blieb noch eine ganze Weile wach und hielt mich im Gemeinschaftsraum auf.

Nach den 14.981 Schritten und 9,44km, schliefen wir alle wie die Steine.

Liebe Grüße aus der hammer Stadt New York

Nadine

Camden Market and creepy people

Freitag, 10.03.2017

Leider schon der letzte Tag in London, dachten wir als wir aufstanden. Diesmal ließen wir das Frühstück sausen und liefen gleich los.

Nachdem der Vortag so perfekt war, hatten wir diesmal wieder London-Wetter erwischt. Nieselregen und Kälte. Obwohl wir immer noch erkältet waren ließen wir uns die Laune nicht verderben und liefen los.

Unsere Füße taten nach dem Marathon die letzten Tage ordentlich weh und wir wollten einen Faulen machen. Außerdem hatten wir schon alles gesehen was wir sehen wollten. Eigentlich ist das Ticket für den Hop on Hop off Bus nur einen Tag gültig. Da aber bisher niemand unser Ticket abgestempelt hatte, fuhren wir nochmal mit dem Bus. Es war kalt, windig und regnerisch und mir ging es nicht so gut. Wieder ging es keinen Meter voran und wirklich genießen konnten wir die Tour nicht. Irgendwann stiegen wir aus um uns bei einem Kaffee wieder aufzuwärmen.  Ich hatte ein gutes Englisches Frühstück/Mittagessen mit Toast, Bohnen, Spiegelei, Pilzen usw.

Frisch gestärkt ging`s mit dem nächsten Bus nochmal zum Tower of London. Dort sind nämlich die Kronjuwelen die wir unbedingt noch sehen wollten. Der Tower ist sehr beeindruckend und innen ist alles wie ein Museum aufgebaut. Man erfährt viel über die Kriegsgeschichte und die Geschichte der Monarchie. Es ist total schön aufgebaut und man kann nach ganz oben im Tower laufen. Die Kronjuwelen sind sehr beeindruckend und alles schillert und funkelt. Da liegt ordentlich Geld rum, dachten wir uns.

Als wir genug hatten, nahmen wir den nächsten Bus und ließen uns wieder faul durch die Gegend schaukeln. Wir wollten unbedingt noch auf den Camden Market gehen, den mir auch meine Kollegin Lisa empfohlen hatte. Der Busfahrer meinte das sei viel zu weit zum Laufen, aber wir dachten wir bekommen das schon hin. Erstmal liefen wir in die falsche Richtung und fragten einen netten alten Mann wo es hin geht. Auch er sagte es sei viel zu weit zum Laufen. Dieser hatte in Hannover gewohnt und war total gesprächig. Auf dem Weg zum Camden Market kamen wir durch ein sehr armes Viertel von London. Es gab sehr viele Ausländer, Obdachlose und komische Gestalten die von irgendwas zu viel genommen hatten. In diesem Viertel war es sehr komisch und wir waren so wie es aussah die Einzigen Touristen. Als ein Bus an uns vorbei fuhr sahen wir den alten Mann wieder der geradeaus zeigte und freundlich winkte.

Nach einigen Abstechern in verschiedene Läden hatten wir es nach einer Stunde zum Camden Market geschafft. Dort ist sehr viel los und es gibt eine Straße in der ein Krämermarkt ist. Links und rechts hat es viele schön gestaltete Läden, von denen fast alle Souvenirläden sind. Es war die Hölle los und es waren alle möglichen Leute unterwegs: Punker, Rocker, Hippies, Drogenabhängige usw. Auf der offenen Straße wurde hier gedealt. Zum Glück hatte Lisa uns gesagt, dass wir bis zum Ende durchlaufen sollten. Dort kam nämlich der schönste Teil des Markts. Neben dem Kanal ist alles im Quadrat aufgebaut und man kann einmal im Kreis laufen. Auf der obersten Ebene gibt es viele kleine Läden mit selbstgebastelten Sachen und viel Deko. Alles ist mit Lichterketten dekoriert und liebevoll gestaltet. Wenn man die Treppe runter läuft, sieht man so viel Essen, dass man überfordert ist. Es gibt kleine Buden wie auf dem Weihnachtsmarkt und Essen aus allen Ländern die man sich vorstellen kann. Von Griechisch, bis Peruanisch über Indisch und Japanisch ist alles dabei. Die Auswahl ist riesig und wir mussten zwei Mal rum laufen bis ich mich entscheiden konnte. Ich entschied mich für Mac and Cheese (amerikanisch; Makkaroni mit viel Käse) was genial schmeckte. Anna traute sich nicht was von den Ständen zu probieren, aber ein Crêpes ging auch.

Auf dem Rückweg wollten wir eigentlich in einen Pub, aber entweder waren sie zu voll oder wir wurden nicht bedient. Der Rückweg zum Hostel dauerte nicht mal eine halbe Stunde und wir fanden unseren Weg zum Generator Hostel gleich. Unterwegs kaufte Anna sich eine Pizza beim Italiener die sie auf dem Hostelbett verspeiste. Anna schlief schon um 7 ein und mir fiel auf, dass ich beim Umzug ins andere Zimmer meine Kameratasche verloren hatte. Ich fragte an der Rezeption und wir guckten im alten Zimmer. Da war leider nix. Das Fundbüro vom Hostel ist eine kleine Rumpelkammer in die alles rein geschmissen wird. Dann wird schnell die Tür zu gemacht, sodass nichts rausfallen kann. Dort die Tasche zu finden war ein Ding der Unmöglichkeit. Wir suchten eine Stunde lang überall, aber wurden nicht fündig. Die Tasche ist so teuer, dass ich sie auch nicht zurück lassen wollte.

Ich nahm mir vor am nächsten Morgen nochmal zur Rezeption zu gehen, nachdem Schichtwechsel war.

So musste ich mit einem sehr unguten Gefühl ins Bett gehen.

Trotz des vielen Bus Fahrens, sind wir an diesem Tag trotzdem 12,52 km gelaufen.

Liebe Grüße aus London

Nadine