Lost Walkie-Talkie

Montag, 24.09.2018

Neue Woche, neue Herausforderungen

Leider ist es nun schon Ende Oktober was auch heißt, dass meine Zeit hier bald vorbei ist. Das finde ich sehr schade und ich will gar nicht dran denken, dass ich diese schöne Farm bald wieder verlassen muss. Das ist wirklich ein Traum was ich zur Zeit mache und ich kann mich wirklich nicht beschweren.

Der Montag Morgen fing wieder früh um 7 Uhr an und mit den drei Damen mit denen ich schon geritten bin hatte ich einen zweieinhalb Stunden Ritt. Es war sehr entspannt und Stute Pewa macht ihre Sache als Führpferd immer besser. Ich bin die Einzige die sie reitet und so fühlt es sich fast an wie mein Pferd. Die Stute ist einfach toll und super fein zu reiten. Wir ritten zum Wasserloch wo wir leider nur ein paar Impalas sahen. Auf dem Rückweg trafen wir auf die gleiche Gruppe Giraffen wie am Vortag. Da waren die Damen natürlich wieder super begeistert und ich auch. Als wir schon fast wieder zurück waren, trafen wir einen Giraffen Bullen der immer allein unterwegs ist. Dieser ist schon älter und lässt sich durch uns nie stören. Die Damen machten viele Fotos und die eine gab ihm den Namen Balthasar.

Nachmittags hatten Laura und ich beide wieder einen Sonnenuntergangsritt. Die Schwierigkeit bestand diesmal daraus, dass wir zum Safari-Camp reiten sollten, wo wir beide noch nie waren. Wir waren beide ein bisschen nervös und hofften, dass wir es finden würden. Da unsere Gäste alle cool waren, erzählten wir ihnen davon und sagten zum Spaß, dass wir jetzt eine Challenge daraus machen wer das Camp zuerst findet. Wir hatten beide jeweils drei Reiter dabei und ich hatte Stute Twinky. Wir sollten lieber zu früh als zu spät da sein, so die Aussage. Wir machten aus wer welchen Weg reiten sollte um uns nicht in die Quere zu kommen. An diesem Nachmittag war es abartig heiß und ich schwitzte schon, bevor wir los geritten waren. Twinky war wie immer total faul und ich musste sie fast tragen. So ritten wir fast nur Schritt, was den Gästen auch nicht unrecht war. Leider stellte ich mitten im Ritt fest, dass ich mein Funkgerät verloren hatte. Das ist sehr schlecht, denn wenn was passiert kann man niemanden erreichen. An einer Stelle war ich abgestiegen und hatte der einen Frau mit ihren Steigbügeln geholfen. So war ich mir fast sicher, dass es dabei runter gefallen sein musste. Leider sieht hier alles gleich aus und so hundertprozentig genau würde ich die Stelle nicht mehr finden und es war viel zu weit um nochmal umzukehren. Ich hoffte darauf, dass ich es am nächsten Tag finden würde. Das Gerät ist nur an die Reithose geklemmt und dort absolut nicht stabil. Die Chance es zu verlieren ist also sehr hoch. Das Funkgerät ist nicht nur teuer, aber auch ziemlich schwer in Namibia zu beschaffen und es hat auch keine Ersatzgeräte übrig.
Die Route die mir erklärt worden war fand ich auch problemlos, nur befand ich mich eine Stunde zu früh in der Nähe des Camps. So ritt ich nochmal einen weiteren Bogen und wir bauten eine Fotosession im Sonnenuntergang ein.

Zum Glück sah man das Camp rechtzeitig und ich freute mich total es gefunden zu haben. Die Gäste lachten als ich sagte, dass das ja ganz einfach war. Ganz genau gleichzeitig mit Laura die aus der anderen Richtung kam, erreichten wir das Ziel und das in der Zeit. Alles perfekt gelaufen also. Wenn wir es nicht rechtzeitig gefunden hätten, wäre das sehr schlecht gewesen, denn erstens wird es dunkel und zweitens fährt man eine Weile zurück zur Farm und die Gäste müssen zum Abendessen zurück sein. Wir sattelten die Pferde ab und ließen sie nach Hause laufen.
Dann gab es für uns einen Gin-Tonic im wunderschönen Camp am Lagerfeuer und die Truppe war total cool. Das Camp ist sehr luxuriös und die Zelte sehen mehr aus wie kleine Hütten. Es gibt sogar eine richtige Küche mit Kühlschrank und das beste WLAN auf der ganzen Farm. Unser Azubi war gekommen um uns alle abzuholen. Drei Gäste blieben über Nacht da und der Rest von uns fuhr im Auto zurück. Die Mutter von einem Reitgast die schon 83 ist, war auch dabei und hatte Spaß bei der Jeep-Safari im Sonnenuntergang.

Nach 40 Min. waren wir zurück und räumten alles auf.

Nach dem Abendessen wollte ich nicht mehr viel wissen und ging zeitig ins Bett.

Liebe Grüße
Nadine

 

A little special trail ride

Mittwoch, 19.09.2018 bis Sonntag, 23.09.2018

Durchgehende Pferde im Busch

Mittwoch morgens hatte ich keinen Ritt und konnte endlich mal auf den Reitplatz. Ich ritt die Ponystute Eni die sehr schön zu reiten ist. Das machte echt Spaß und ich hatte glaube ich nichts verlernt. Wenn man nur im Gelände ist, achtet man ja nicht so sehr auf einen guten Sitz. Eni war echt super motiviert und total bei der Sache. Danach ritt ich den Wallach Sorris im Schritt, der wegen einer Verletzung lange Zeit ausgefallen war. Er soll nun langsam wieder antrainiert werden. Auch er war brav und man merkte nicht, dass er so lange nichts getan hatte.

Nachmittags hatte ich einen Ritt mit einem Stammgast die bereits 11 Mal hier war. Ich durfte wieder meine Pewa reiten und suchte einen schönen Weg durch den Wald den die Frau auch tatsächlich noch nie geritten war. Es war richtig schön und wir hatten einen coolen Ritt mit tollen Gesprächen.

Am Donnerstag Morgen sollte ich wieder mit unserem Azubi mit reiten, um zu sehen, dass alles klappt. Ich hatte die sehr sensible Sterni die sich schnell erschrickt und ritt hinten. Wir waren mit zwei Mädels unterwegs von denen eine Zuhause Rennpferde reitet und die andere ein wenig ängstlich ist. Wir ritten Richtung Wasserloch und hatten einen schönen Ritt. An diesem Tag war es sehr stürmisch und die Pferde alle ziemlich heiß und schreckhaft. Unser Azubi legte eine sehr lange Galoppeinheit ein und alle waren zufrieden. Dann ritt er zum Frühstücksplatz und hielt an einem Unterstand, wo die Tische und Stühle fürs Frühstück drunter sind. Zum Schutz ist da eine große, schwere Plastikplane mit einem Klettverschluss befestigt. Noch bevor ich überhaupt kapierte was er vor hat, stieg er ab und schwang mit einer schnellen Bewegung die große Plane auf. Der Reißverschluss machte ein lautes Geräusch und jeder der weiß, dass Pferde Fluchttiere sind, kann sich denken, was dann passierte. Unsere Pferde waren so schnell im Renngalopp wie keiner von uns gucken konnte. Die Tiere waren so voller Panik, dass wir sie gar nicht mehr durchpariert bekamen. Irgendwann fand ich einen Baum und steuerte dort hin, sodass die Pferde stehen bleiben mussten. Zum Glück war keiner runter gefallen, denn darauf war ja keiner vorbereitet. Dummerweise hatte sich auch das Pferd von dem Azubi los gerissen und rannte panisch durch die Büsche. Dabei stieg die Stute in den Zügel und die Trense riss. Auch unsere Pferde beruhigten sich nicht mehr und tänzelten auf der Stelle, jederzeit bereit nochmal zu explodieren. Das eine Mädchen blieb ruhig, aber die andere geriet in Panik, was die Pferde natürlich merken. Da ich ausgerechnet an dem Tag das Sensibelchen ritt, hatte ich alle Mühe sie zu kontrollieren. Sie biss sich immer auf dem Gebiss fest, nahm ihren Kopf hoch und rannte unkontrollierbar los. Wir standen im hohen Gras und die Pferde wurden immer nervöser. Dann rannte der Azubi zu allem Übel auch noch seinem Pferd hinterher und unsere Pferde erschreckten sich und rannten erneut los. Wir versuchten aus dem hohen Gras raus zu kommen, was nicht so einfach war. Außerdem hatte es dort überall Dornenbüsche. Zum Glück fing er sein Pferd wieder ein, aber musste erst mal notdürftig die Trense flicken. Diese hatte dann kein Gebiss mehr, aber es musste so gehen. Auch aufsteigen lassen wollte die Stute ihn nicht mehr. Leider wurde der Wind immer stärker und keins der Pferde wollte sich wieder einkriegen. Wir hatten eigentlich vor, nur im Schritt nach Hause zu reiten, aber Sterni ging ständig durch und die Anderen mit. Dann stellte ich auch noch fest, dass ich mein Funkgerät verloren hatte, aber das würden wir mit den aufgedrehten Pferden sowieso nicht finden. Der Azubi versprach, es am Nachmittag zu suchen. Der Heimweg war nicht sehr lustig und das eine Mädel erzählte, dass ihr Herz wie wild klopfte. Ich hoffte einfach, dass wir ohne weitere Zwischenfälle heil zurück kommen würden. Es blieb spannend und bis zum Ende ging ständig ein Pferd durch und alle mit.
Wir waren wirklich alle froh, als wir sicher die Lodge erreichten und nichts passiert war. Da sieht man mal, dass selbst unsere entspannten Pferde Angst haben können. Das ging nochmal gut! Eigentlich weiß man als Pferdemensch, dass Pferde Angst vor Plastikplanen haben, wenn sie das nicht kennen und auch vor Geräuschen wie vor Klettverschlüssen. Nun weiß unser Azubi das auch und ich glaube auf so eine Idee kommt er nicht mehr. Das war ihm eine Lehre genug. Als ich ihn fragte, was er eigentlich vor hatte, meinte er, dass er uns ein Spinnennest zeigen wollte, das da drunter ist. Die Mädels waren zum Glück auch nicht böse.

So sah die Trense aus

An diesem Nachmittag ritt ich wieder mit unserem Stammgast und hatte das Pony Eni. Diese war super drauf und wir hatten einen schönen Ritt.

Freitag morgens freute ich mich richtig darauf, endlich mal auf dem Reitplatz reiten zu können, denn ich hatte keinen Ritt. Leider wurde ausgerechnet an dem Tag der Platz neu gemacht. So ritten der Bewerber und ich eine Runde raus und wir sahen Gnus die direkt unseren Weg kreuzten.

Nachmittags hatte ich wieder einen entspannten Ritt mit unserem Stammgast. Larissa schloss sich uns mit dem jungen Pferd an, das ich vor einigen Tagen geritten bin. Ich hatte Riley der an dem Tag alles gefährlich fand und ständig Sätze zur Seite machte. Larissa zeigte mir einen neuen Weg den ich noch nicht kannte und der total schön war. Wir ritten eineinhalb Stunden bis wir auf Lauras Gruppe trafen und dann alle zusammen zum Sonnenuntergangsplatz ritten. Somit war ich an der Tete von einer Gruppe mit 7 Leuten und auch der Gruppentrab klappte gut. Am Platz wartete schon Marie auf uns und schenkte Gin-Tonic aus. Das war wie immer ein toller Sundowner und ich hielt Riley lange fest, weil er immer als Erster nach Hause rennt.

Am frühen Morgen hatte ich mal keinen Ritt und sollte das Buschfrühstück aufbauen. Nachdem wir also alles im Stall fertig hatten und Lauras Ritt weg war, fuhren unser neuer Azubi und ich mit dem Gator (siehe Bild) los in den Busch.

Vorher luden wir die ganzen Dinge ein und man muss schon gut packen um alles rein zu bekommen. Gut, dass Marie dabei half, denn packen ist absolut nicht meine Stärke. Es geht über viele große Steine und ich musste sehr aufpassen, dass das Geschirr und der Kuchen nicht kaputt gingen.
Der Platz vom Buschfrühstück ist perfekt und hinter einem kleinen Trampelpfad sind unter einem Unterstand die Tische und Stühle versteckt. Es ist zwar viel Aufwand das Frühstück aufzubauen und es war für 7 Leute, aber zu zweit waren wir nach einer Stunde fertig und ich hatte Spaß beim Dekorieren vom Tisch. Zufrieden fuhren wir zurück und ich zeigte unserem Azubi wie man mit dem Gator fährt und er hatte viel Spaß dabei.

Wir holten zwei Pferde von der Koppel und machten eine kleine Schrittrunde, da der Wallach den ich ritt nach einer Verletzungspause gerade erst wieder antrainiert wird. Danach hatten wir gerade noch Zeit zu füttern, bis Laura uns übers Funkgerät anfunkte und uns mitteilte, dass sie fertig ist.
Also ging es wieder die gleiche Strecke zum Frühstücksplatz und wir bauten alles ab. Natürlich naschte ich hier und da ein bisschen (aber nicht vom Kuchen der ist ein Geburtstagsgeschenk) und das Abbauen dauerte nochmal eine Stunde. Es gilt wieder das Geschirr so gut in Geschirrtücher einzupacken, dass nichts auf der holprigen Fahrt bricht. Alles kam heil zurück und wir konnten Mittagspause machen.

Danach fand das erste Stallmeeting statt. Jetzt gibt es eine Wochenliste und jeder hat verschiedene Aufgaben die er erledigen muss, z.B. Putzzeug sauber machen, Gästehelme putzen, Futterboxen auskehren usw. Außerdem gibt es eine Liste wer welches Pferd auf dem Platz reiten kann, wenn diese nicht auf Ritten sind. zurück und die Damen waren mehr als begeistert.
Nun ist die Struktur im Stall ein bisschen „Deutscher“. Jetzt sind wir im Stall drei Mädels und drei Jungs und somit super aufgestellt.

Nachmittags stand der zweite Sundowner in Folge an. Mit dem Geburstagskind, Stute Pewa und drei anderen Damen ging es der Sonne entgegen. An diesem Tag war das Glück auf unserer Seite: erst sahen wir die seltenen Wasserböcke, dann Steinböckchen, eine riesige Herde Impalas, Gnus und dann das Highlight hier. Ich war wieder auf eine Herde Giraffen gestoßen. Mit dabei waren die zwei Babys und es ist total schön diese wachsen zu sehen. Die Damen waren alle total begeistert und wunderten sich total wie nah man diesen tollen Tieren kommen kann. So nah, dass ich ihnen gut was über die bis zu 45cm lange, blaue Zunge erklären konnte die man sah. Die Giraffen waren neugierig wie immer und wichen nicht aus. Die Giraffen standen perfekt zum Sonnenuntergang und dieses Bild war Leinwand-reif. Am Sundowner-Platz warteten bereits Marie und außerdem weitere Gäste. So hatten wir einen riesigen Sundowner mit 14 Leuten.
Der Sundowner war wie immer schön, nur durch den vielen Staub und Sand am Himmel war die Sonne sehr schnell und unspektakulär verschwunden. Wie immer ließen wir die Pferde frei laufen und fuhren mit dem Auto zurück. Jetzt braucht man selbst Abends beim heim fahren keine Jacke mehr.

Sonntags morgens war ich mit Pewa und drei Damen unterwegs im Sonnenaufgang. Da kann man sich einfach nicht dran gewöhnen und es ist jeden Tag super schön.
Der Ritt war toll und ich ritt eine Strecke die ich kannte, aber nahm eine Abzweigung später um die Route zu verlängern. Wir trabten und galoppierten einige Male und kamen wie geplant am großen Wasserloch raus. Dort sahen wir Impalas und Wasserböcke. Die Damen sind total witzig und wir hatten viel Spaß. Beim Rückweg stellte ich fest, dass ich ein bisschen Gas geben muss um rechtzeitig zurück zu sein und so legten wir einen Zahn zu, ohne dass die Reiterinnen es merkten. Kurz vor dem Borloch sahen wir erst die Babys und dann die Eltern dazu. Wir waren auf die gleiche Gruppe Giraffen wie am Vortag gestoßen. Der Anblick dieser riesigen Tiere ist auch noch nach genau zwei Monaten immer noch total faszinierend und ich wundere mich jedes Mal wie nah man den Giraffen kommen kann. Außerdem liefen uns eine Herde Kudus und noch eine weitere einzelne Giraffe über den Weg und machten den schönen Ritt perfekt. Auch die Temperaturen waren perfekt und der leichte Wind wehte uns um die Ohren. Mit nur ein paar Minuten Verspätung kamen wir

Nachmittags durfte ich mit Emily von der Rezeption raus gehen. Ich hatte den riesigen Wallach Arandis und sollte ihn ein bisschen vorwärts reiten, weil er zur Zeit manchmal bockt. Emily hatte das genaue Gegenteil: Ein kleines, schnelles Pony. Der Größenunterschied war echt gewaltig und es sah bestimmt witzig aus. Wir ritten eineinhalb Stunden durch die Wanderwege und hatten viel Spaß. Ich ritt Arandis zum ersten Mal und er lässt sich zwar echt bitten, ist aber schön zu reiten. Da musste das Pony schon Gas geben um da hinterher zu kommen. Auf dem Weg lag ein mini-Baumstamm wo wir drüber galoppierten, was sich zumindest ein bisschen nach Springen anfühlte. Der Ausritt war echt entspannt und wir kamen glücklich zurück.

Abends durfte ich wieder mit den Gästen essen. Sonntags gibt es immer Braai, was grillen bedeutet. Das ist als Vegetarier natürlich nicht das beste, aber es gab Salate und Maiskolben was auch lecker war. Ich saß an einem Tisch mit sehr netten Gästen und es war sehr gemütlich. Zum Nachtisch gab es eine Eisbombe die bestimmt nicht wenige Kalorien hatte 😉 Die Gäste bewiesen Sitzfleisch und saßen noch bis Mitternacht da. Wir sollen immer warten, bis der Letzte am Tisch geht und so wurde es ein langer Abend und mit fielen fast die Augen zu.
Als ich im Bett lag, hatte ich nur noch 5 Stunden zu schlafen.

Liebe Grüße
Nadine

Crocodiles

Montag, 17.09.2018 & Dienstag, 18.09.2018

Babykrokodil zum anfassen

An diesem Montag morgen hatte ich wieder erst um 8 Uhr einen Ritt und es reichte davor zum frühstücken. Unsere Stallmanagerin ist noch im Urlaub und wenn man viele Pferde zum fertig machen hat, merkt man deutlich, dass eine Person fehlt. In den vergangenen Tagen waren einige Bewerber aus Namibia da, die Probe arbeiteten, da sie die Ausbildung zum Reitguide machen wollen. Um die muss man sich dann kümmern und ihnen alles zeigen und das ist manchmal echt stressig, wenn eh viel los ist.

Wieder war ich mit dem Mädel und einem Stammgast unterwegs. Dieser war schon ein paar Mal da und bleibt diesmal drei Wochen. Ich durfte Ponyreiten und hatte den kleinen Linyanti. Es war ein schöner Ritt und ich werde das Mädel echt vermissen.

Frühstück für die Gäste (Foto: Facebook)

Nachmittags stand kein Ritt an und ich durfte mal was ganz anderes machen: Es ging für mich an die Rezeption. Alle die dort arbeiten hatten frei und so sollte ich einspringen. Zwar hatte ich davon keine Ahnung, aber sollte eigentlich nur da sein, falls jemand dort hin kommt. Von Emily bekam ich eine Einweisung und sie sagte, dass Mittags sowieso wenig los ist. Den ganzen Nachmittag kam kein Gast zu mir und es rief auch keiner an und so durfte ich mich im Internet bewegen das hier verhältnismäßig gut ist und wieder ein paar liegen gebliebene Dinge aufholen. Das kam mir echt entgegen. Zumal es an diesem Nachmittag wieder so heiß war, dass man es fast nicht aushielt. Selbst an der Rezeption lief mir der Schweiß runter. Endlich konnte ich mal Bilder von der Lodge machen:

Abends durfte ich wieder mit den Gästen essen und hatte eine richtig coole Truppe am Tisch. Die Gespräche sind total interessant und man lernt die Gäste nochmal besser kennen. Wenn ich nicht in Stallklamotten unterwegs bin, erkennt mich immer keiner und jeder guckt erstaunt, wenn ich komme. Man muss immer warten, bis der letzte Gast am Tisch aufgestanden ist und es wird da teilweise echt spät. So war es schon fast 12 Uhr, als wir gingen. Ich ließ mich überreden noch mit zur Feuerstelle zu gehen und bereute es nicht: Dort waren 10 Giraffen versammelt und tranken am Wasserloch. Das war so cool und die von der Lodge meinten, dass die da nicht oft her kommen. Wir alle standen da noch ewig und beobachteten die Tiere. Leider hatte ich meine Kamera nicht da und die Handyfotos sind echt schlecht.

Zum Glück hatte ich am Dienstag frei, denn an diesem Tag fuhr eine Chefin von der Farm in die Stadt um ihre Tochter dort in den Kindergarten zu bringen und ich konnte mit. Schon um 7 Uhr stand ich bereit zur Abfahrt und es ist morgens noch ziemlich frisch. Die eineinhalb Stunden Fahrt vergingen schnell und als wir die Kleine in den Kindergarten gebracht hatten, gingen wir los zum Einkaufen. Es fällt immer viel an, wenn jemand in der Stadt ist und so waren wir vom Elektroladen, über das Uhrengeschäft bis zur Bank überall. Auch im Supermarkt waren wir und ich konnte wieder einige Dinge  kaufen, die es auf der Farm nicht gibt. Wir setzten uns in ein total schönes Büchercafè, tranken Kaffee und unterhielten uns gut. Zur Mittagszeit holten wir die Kleine wieder ab und dann kam das Tageshighlight: Zum Mittagessen fuhren wir auf die Krokodilfarm. Dort bestellte ich Pizza und ging dann mit der Kleinen los um die Kois zu füttern, die bis zu 60 Jahre alt werden können. Man bekommt Fischfutter von dort und die Fische haben sich sichtlich gefreut und wir konnten sie sogar anfassen. Danach zahlte ich 5 Euro Eintritt und bekam mit einem deutschen Ehepaar zusammen eine kleine Führung. Der Guide erklärte uns alles über die Krokodile und zeigte uns die großen Tiere die faul in der Sonne lagen. Das Highlight war, dass wir ein 9 Monate altes Babykrokodil auf die Hand nehmen durften. Dieses ist noch so klein, dass man sich überhaupt nicht vorstellen kann, dass daraus mal so ein Riese wird. 

Die Pizza mit getrockneten Tomaten und Schafskäse schmeckte richtig gut und somit hatte ich endlich mal wieder schön ungesundes Essen.
Auf dem Rückweg sammelten wir ein Mädel von der Farm am Spar-Parkplatz ein und außerdem einen weiteren Bewerber zum Reitguide.

Wir waren schon um 16 Uhr wieder zurück und ich konnte mich noch meinem Blog widmen. Das war ein genialer, abwechslungsreicher freier Tag und es tat gut mal raus zu kommen.

Liebe Grüße von den Krokos
Nadine

Bushbreakfast with obstacles

Sonntag, 16.09.2018

Da es jetzt morgens früher hell wird, fangen wir ab sofort um 7 Uhr mit den Ritten an. Das heißt eine halbe Stunde früher aufstehen. So klingelt der Wecker jetzt immer um halb 6 und um 6 Uhr stehen wir im Stall zum Füttern. Das ist wirklich früh, aber hier hält der Sommer Einzug und es wird morgens schon ganz schnell sehr warm. Da ist man froh, wenn es so früh noch auszuhalten ist mit der Hitze.

Mit den beiden Österreicherinnen und dem Ehepaar hatte ich mal wieder einen Frühstücksritt. Der erste Teil vom Ritt lief super und wir ließen es gemütlich angehen, aber obwohl ich die Route schon so oft geritten bin, nahm ich vor lauter Reden die falsche Abzweigung und merkte ziemlich schnell, dass das ein viel weiterer Weg werden würde als geplant. Zwar wusste ich immer ganz genau in welche Himmelsrichtung ich musste, aber es kam einfach kein Weg. Irgendwann bekam ich echt Panik, dass wir völlig zu spät zum Frühstück kommen würden und fing an durch den Busch zu reiten. Der erste Teil war auch noch ok, aber dann wurden die Dornenbüsche so dicht, dass wir umdrehen mussten. Und das mit 5 Pferden. Ich versuchte cool zu tun und war froh, dass ich die Einzige mit einer Uhr war. So startete ich einen zweiten Versuch und wir kamen gut durch den Buschwald. Die eine Frau fragte, ob ich mir denn sicher sei, dass die Richtung stimme. „Ja natürlich“, so meine Antwort. Da fängt das Herz dann schon an zu klopfen, wenn man weiß wo man sich befindet und weiß, dass man eigentlich schon beim Frühstück sein sollte. Immer wieder sagte ich: „Bald sind wir da“, „wir haben uns unser Frühstück verdient“ (zu dem Mann:) „bald haben die Schmerzen ein Ende“. Eigentlich machte ich das mehr um mir selbst das schlechte Gewissen auszureden, weil wir zu spät waren.

Zum Glück kamen wir wieder auf den richtigen Weg und alles war gut. Leider hatte der Mann immer noch Schmerzen und wollte nur noch Schritt reiten. So waren wir dann über eine halbe Stunde verspätet am Frühstücksplatz. Das macht eigentlich auch nichts aus, weil keiner wartet, aber dann sollte man halt auch eine halbe Stunde länger bleiben und für den der das alles wieder abbauen muss, verzögert es sich dann und irgendwann gibt’s ja auch Mittagessen zu dem man da sein will.

Jedenfalls fiel die Verspätung keinem der Gäste auf bis eine fragte: „Wir sind schon länger geritten als 2,5 Stunden, oder? Mir kam das länger vor.“ Da sagte ich nur: „Ja ein bisschen länger war es schon“. Keiner beschwerte sich und wir genossen unser Frühstück in aller Ruhe. Mit vollem Magen schwangen wir uns nach einer Stunde auf unsere Rösser, ritten zurück zur Lodge und ich funkte Emily an, dass sie zum abbauen kommen kann. Hinterher entschuldigte ich mich bei ihr, dass es so spät wurde.

Nachmittags hätte ich eigentlich einen eineinhalb Stunden Ritt gehabt. Da Laura aber den Weg zum Bushcamp nicht wusste, sollten wir tauschen und ich ritt mit Riley und einer Frau zum Camp. Ich wollte gerade die Pferde füttern und machte die Stalltür auf, als plötzlich ein großes Warzenschwein vor mir stand. Im ersten Moment erschrak ich, aber fand es total süß. Es ging da gar nicht weg und guckte mich nur schief an. Mit Futter in der Hand versuchte ich es zu locken und es kam tatsächlich her. Als ich mich umdrehte, marschierte es an den Eimer und fraß wie selbstverständlich dem Pferd sein Futter weg. Auch nachdem das Futter leer war, streunerte das Schweinchen noch zwischen den jungen Pferden auf der Koppel rum. Auch Laura die dann dazu kam, fand das Schwein süß und sie gab ihm dem Namen „Fridolin“. Ich finde das passt sehr gut und nun haben wir ein „Hausschwein“.

An diesem Tag war es so heiß, dass man es überhaupt nicht aushielt. Ich überlegte, wo ich am besten reiten kann, aber hier ist überall Sonne. Schon nach kurzer Zeit war mein halber Liter Wasser aufgebraucht und ich hatte Kopfweh. Wir hatten fast keine Gesprächsthemen außer die Hitze, denn man konnte sich auch gar nicht konzentrieren. Ich wusste gleich, dass die Runde an diesem Tag sehr kurz ausfallen würde und wo ich normalerweise in zweieinhalb Stunden diese Strecke hin- und auch wieder zurück reite, sind wir nur die Strecke hin geritten. Wir bewegten uns nur sehr langsam und die Stute von der Frau war richtig faul. Obwohl wir fast nur Schritt ritten, waren die Pferde nass geschwitzt. Riley mit seinem schwarzen Fell tat mir leid. Wir trafen auf Wasserböcke die schnell zum Wasser kommen wollten. Wir trabten nur zweimal kurz und ritten sonst Schritt.

Zehn Minuten vor dem Treffpunkt am Buschcamp trafen wir auf Viva, die mit ein paar Gästen mit dem Auto zum Camp wollte. Sie hatte die Idee, dass wir die Pferde einfach schon laufen lassen könnten und sie uns mit zum Camp nimmt. Da waren wir beide (und die Pferde) nicht böse und wir sattelten ab und setzten uns in den überdachten Jeep. Die beiden Pferde waren schnell weg und wir gönnten uns im Bushcamp einen Gin-Tonic. Die Frau blieb da und ihr Mann der im Jeep her gebracht wurde, auch. Guide Jimmy leitete das Camp und wir anderen fuhren mit Viva zurück. Leider hatte ich keine Jacke und wenn die Sonne weg ist, ist es echt kalt. So schnatterte ich auf den ca. 8km Rückweg total.

Zum Glück hatten wir nur zwei Pferde dabei, denn so waren Sattelzeug und Trense zurück am Stall schnell verstaut und ich konnte Abend essen.

Mit einem ordentlich brummenden Kopf von der Hitze schlief ich ein.

Liebe Grüße
Nadine

Sundowner with horses

Samstag, 15.09.2018

Ein weiterer, gigantischer Sonnenuntergang vor Traumkulisse

Morgens hatte ich auf Oshali wieder einen Ritt mit dem netten Mädel. Uns gehen die Gesprächsthemen auf jeden Fall nie aus und wir verstehen uns als ob wir uns schon ewig kennen.

Mittags dürfen die Pferde immer frei rum laufen zum grasen

Nachmittags hatte ich keinen Ritt und sollte zum ersten Mal den Sundowner aufbauen. Ich sollte drei Männer und eine Frau von der Lodge mit nehmen. Wir hatten sehr viel Zeit und saßen noch auf der Terrasse, wo mir der leckere Kuchen ins Auge stach. Einer der netten Männer fragte, ob wir den auch bekommen würden und als ich sagte der sei nur für die Gäste, packte er mir ein Stück in eine Serviette und nahm ihn mit. Am Vortag hatten wir keinen Platz im Auto gehabt und deshalb Tische und Stühle am Sundowner-Platz stehen lassen. Da wir an diesem Tag an einem anderen Platz waren, sammelte ich mit tatkräftiger Unterstützung der Männer alles ein und wir fuhren zum Platz. Alle waren total lieb und schnell war alles aufgebaut. Wir hatten noch ewig Zeit bis die Reiter kamen und genehmigten uns schon den ersten Gin-Tonic. An dem Platz war ich davor noch nie gewesen, aber fand ihn sehr schnell. Ein Schwede war dabei und er wohnt in dem Ort wo ich mit dem Schiff schon war. Die Truppe war super witzig und es wurde nicht langweilig. Als die Reiter kamen, ging gerade langsam die Sonne unter und die Kulisse war traumhaft.

Alles klappte super und zwar fehlten ein Handtuch und die Tischdecke, was die Küche uns vergessen hatte mitzugeben, aber das fiel niemandem auf. So klappte mein erster selbst aufgebauter Sundowner auch gut und alle unterhielten sich super.

Bei der Heimfahrt im Jeep hatte Laura als Beifahrer Angst, obwohl ich vorsichtig fuhr. Es gibt eine Stelle wo der Sand super tief ist und da muss man sehr gleichmäßig fahren um nicht stecken zu bleiben. Die Gäste meinten, dass man nicht merkt, dass ich sonst nie Schaltautos fahre. Laura sagte die ganze Zeit was zu mir und ich lachte nur.

Wir waren um halb 8 zurück und verstauten alle Sättel und Trensen, bevor wir uns in Stallklamotten auf zum Abendessen machten. Da freuen sich die Nicht-Reiter bestimmt immer besonders.

Abends waren wir bei einem der hier wohnt zum Spieleabend eingeladen. Wir spielten ein Spiel bei dem man was zeichnen muss und die anderen müssen erraten was es ist. Wir sind alle gleich schlecht im Zeichnen und es gab sehr viel zu lachen. Es war ein richtig schöner Abend mit Wein und Bier und als unser Gastgeber Pommes machte, waren wir im siebten Himmel. Sowas gibt’s hier nämlich nicht. Auch Kürbis gab es, der sehr gut schmeckte. Wir waren erst lange nach Mitternacht im Bett und wussten wir müssen um halb 6 wieder aufstehen.


Kürbis

Brot auf dem Feuer gemacht

Liebe Grüße
Nadine

Young horses

Montag, 10.09.2018 bis Freitag, 14.09.2018

Eine weitere tolle Woche

Ich war ganz froh, dass ich an diesem Montag Tag frei hatte, denn die letzten Tage waren anstrengend, zumal ich im Camp ja nicht viel Schlaf abbekommen hatte. Den ganzen Tag erledigte ich einige Dinge im Internet und saß eigentlich nur im Büro, das ich ja freundlicherweise mit benutzen darf, wenn es frei ist.

Am Dienstag Morgen war ich mit zwei Österreicherinnen und einem deutschen Ehepaar unterwegs. Wir ritten zum Wasserloch und hatten einen schönen Ritt. Wie so oft bekam ich wieder meine Pewa die sich mittlerweile echt vorbildlich verhält und ein super Guidepferd ist. Wir hatten Glück und sahen Giraffen und Zebras und die Mädels waren begeistert.

Nachmittags hatte ich einen Anfängerritt mit einem Ehepaar und ritt Twinky. Ich wählte meine Standardroute durch den Wald und wir konnten uns gut unterhalten.

Abends stand wieder das Highlight der Woche an, denn ich durfte mit den Gästen essen. Das ist immer was ganz besonderes und das Essen ist der Hammer. Zum Nachtisch gab es Kaiserschmarrn was nicht nur den Österreicherinnen gut schmeckte. Da hätte ich mich reinlegen können.

Mittwochs morgens stand ein Ritt mit einem Mädel auf dem Plan die nur 2 Jahre jünger als ich ist. Sie bleibt eine Woche hier und wir verstanden uns auf Anhieb super. Mit ihr gingen die Gesprächsthemen nicht aus und wir hatten einen total witzigen Ritt. Ich hatte die Stute Pockl und diese machte ihre Sache gut.

Nachmittags war ich wieder mit dem Ehepaar unterwegs und hatte Pewa. Wir sahen einige Tiere und da die Frau pensionierte Chirurgin ist, erfuhr ich viele interessante Dinge.

Donnerstags morgens war ich wieder mit dem Mädel unterwegs und hatte Twinky. Ich ritt eine schöne Route durch den Wald und wir hatten genau so viel Spaß wie am Vortag. Das Gute ist, dass der Ritt erst um 8 Uhr los geht und so davor noch Zeit zum frühstücken bleibt.

An diesem Nachmittag hatten Laura und ich keinen Ritt. Somit schnappten wir uns ein junges Pferd und eins mit wenig Erfahrung und ritten mit diesen eine Runde raus. Larissa kam auch mit uns mit und wir hatten eine coole Mädelstruppe. Ich hatte die 5 jährige Stute Gava die noch nicht so oft draußen war. Sie verhielt sich vorbildlich und war super brav. Im Galopp wollte sie ein paar Mal den Hintern hoch werfen, ließ es dann aber schnell wieder. Wir wechselten ein paar Mal durch und so ritt ich auch vorne. Selbst das ging mit dem jungen Pferd gut und ich machte Abhärtungstraining, indem ich die Bügel schwingen ließ, Äste in Bewegung versetzte und mit Absicht daran hängen blieb, mich hinten aufs Pferd legte usw. Das war alles einwandfrei und schon bald kann dieses Pferd mit Gästen eingesetzt werden. Als wir zurück waren longierten Laura und ich noch ein Pferd und wir waren gerade fertig als es dunkel wurde.

Freitag morgens wäre ich eigentlich wieder mit dem Ehepaar unterwegs gewesen, aber der Mann hatte eine kleine Verletzung und konnte nicht mit. So ritten wir Frauen allein los und hatten wieder einen schönen Ritt.

Nachmittags stand mal wieder ein Sundowner auf dem Programm. Diese finden zur Zeit echt oft statt und wenn man so viele Pferde dabei hat, ist es echt stressig. Insgesamt waren es 9 Pferde und wir waren nur zu zweit zum fertig machen. Ich hatte 5 Gäste dabei, was hier schon viel ist. Die zwei Österreicherinnen, das Ehepaar und eine Frau allein. Ich hatte den alten, aber super schnellen Wallach Riley dabei. Er war sehr guckig und machte ständig Sätze zur Seite. Die eine Frau fragte mich, wie ich da noch sitzen bleiben könne. Auch im Galopp wollte er immer los und erschreckte sich oft. Ich ritt eine Runde die ich noch nicht oft geritten war und es klappte super und wir waren rechtzeitig am Sonnenuntergangsplatz. Dort machte ich Riley nicht gleich los, denn er rennt immer als Erster zurück und die Anderen dann mit. Ich wartete, bis alle genüsslich Gras fraßen, machte mein Pferd dann los und die Anderen bekamen nicht mal mit als Riley davon galoppierte.

Das war wieder eine schöne Woche und ich freue mich auf die noch kommenden Wochen hier im Paradies.

Liebe Grüße
Nadine

As a Guide in the Bushcamp

Samstag, 08.09.2018 

Warum eine Vegetarierin im Busch Fleisch kocht

Zum Glück war ich wieder fit, denn es stand an diesem Morgen ein Buschfrühstück auf dem Programm. Meine beiden Gäste waren zwei Franzosen und das Mädel und ihre Mutter vom Bushcamp. Die Mutter fuhr mit dem Fahrrad zum Frühstücksplatz und wir hatten davor einen zweieinhalb Stunden Ritt. Die beiden Franzosen haben dieses Jahr geheiratet und sind hier in ihren Flitterwochen. Sie sind nur 3 Jahre älter als ich und sprechen richtig gutes Englisch und auch gutes Deutsch, da sie ein paar Jahre in Deutschland gelebt haben. Er arbeitet bei der Marine und da er immer auf See unterwegs ist, hatten wir natürlich viele Gesprächsthemen. Seefrau und Seemann. Da kann man natürlich die ganze Zeit über Schiffe und Arbeiten auf dem Schiff reden. Natürlich sind Marineschiffe und Kreuzfahrtschiffe was ganz anderes, aber es war super interessant zu hören wie es dort abläuft. Wir drei waren uns gleich super sympathisch und ich freute mich darauf die beiden im Bushcamp zu beherbergen. Das war ein gelungenes Buschfrühstück. Auch der Ritt war super, denn wir ritten zum Wasserloch und sahen einige Tiere, zum Beispiel eine riesige Herde Gnus. Ich hatte Stute Bonti die ordentlich Gas gab und ich musste sie echt halten.

Zum Glück musste ich das Bushcamp nicht aufbauen, denn so hatte ich nach dem Ritt noch Zeit meine Sachen für die Nacht im Camp zu packen. Ein wenig aufgeregt war ich schon, denn man muss viel wissen und beachten und ich wollte den beiden ihre Flitterwochen nicht zerstören. Am Vortag hatte ich mir von einem Kollegen noch zeigen lassen wie man am besten Feuer macht. Es ist schon peinlich, dass man mit fast 26 Jahren nicht weiß wie man ein Feuer macht.

Um 16 Uhr saßen wir auf den Pferden und ritten los. Wir hatten die drei schnellsten Pferde und die beiden sind echt gute Reiter. Das eine Pferd das er ritt hat Angst vor Giraffen und wir sahen eine riesige Herde davon. Er blieb ganz ruhig als das Pferd immer rückwärts rannte und sich um die eigene Achse drehte. Pewa benimmt sich da echt vorbildlich und geht ganz nah ran ohne mit der Wimper zu zucken. Die beiden freuten sich mega, dass wir die Giraffen sahen. An einer langen geraden Strecke ohne Löcher ließ ich Pewa dann erste Mal ein bisschen laufen und sie hat so viel Kondition und Kraft, dass sie gar nicht langsamer werden wollte. Das fühlte sich wie fliegen an und auch die Franzosen waren super begeistert von diesem Galopp. Wir hatten danach alle ein fettes Grinsen im Gesicht.

Pünktlich um halb 7 erreichten wir das Camp. Das eine Pferd von den Dreien rennt immer gleich nach Hause und so taten es ihm die anderen leider nach und waren sofort weg. Wir luden das Sattelzeug in den Jeep der bereit stand und dann kam der große Moment: Ich sollte Feuer machen. Zum Glück gab es Paraffin und so kippte ich einiges davon drüber und bekam es sofort zum brennen. Da war ich wirklich froh, denn das war eines meiner größten Sorgen gewesen. Ohne Feuer geht es hier nicht, zumal es Tiere abhält, zur Wärme da ist und man da kochen muss. Es windete ziemlich stark und das Feuer brannte. Gleich fing ich an die Steaks auszupacken und suchte erst vergeblich nach dem Rost um diese drauf zu legen. Irgendwann war ich aber erfolgreich. Dann kamen die Würstchen die ich in die Pfanne legte die an der Feuerstelle befestigt ist. Die Beiden sagten mir sie mögen das Fleisch schwarz und für mich sah es zu dunkel aus. Als ich die Würstchen, den Speck, das Steak und die Salate servierte fragten sie mich, wer das alles essen solle. Mir schmeckte der Kartoffelsalat und alle waren glücklich. Bei Wein und Gin-Tonic hatten wir wieder die ganze Zeit tolle Unterhaltungen und sie lobten mich, dass ich das mit dem Fleisch so gut hinbekommen hatte. Leider konnte ich ihnen nicht sagen, um was für Fleisch es sich handelte. Marie hatte die beiden davor gefragt, ob sie das Fleisch grillen könnten, falls ich es nicht könne. Ein bisschen stolz war ich schon, dass ich als Vegetarierin das erste Mal erfolgreich Fleisch gegrillt habe.
Meine zweite Sorge waren die Gaslampen gewesen. Als ich das letzte Mal im Camp war brannten diese schon und ich wusste nicht, wie man die anmachen musste. Zuvor ließ ich es mir nochmal in der Theorie erklären. Zum Glück war auch das einfacher als gedacht und wenn man den Hebel hoch drückt, an einem Rädchen dreht und ein Streichholz dran hebt, dann brennt es. Wegen dem Wind verbrauchte ich fast die ganze Packung Streichhölzer und es hat unzählige Lampen im Camp die den Weg leuchten.
Auf das Feuer warf ich noch ein bisschen Holz und hoffte es würde bis zum nächsten Morgen brennen. Da die beiden auch so viel reisen wie ich und schon fast überall auf der Welt waren, konnten wir uns austauschen. Die beiden haben sich eine neue Kamera angeschafft, aber haben nicht viel Ahnung. So erklärte ich ihnen alles zur Technik und zum Fotografieren und beiden waren glücklich. Sie konnten gleich alles ausprobieren. Es war schon 12 als wir in die Zelte kletterten. Den Abwasch verschob ich auf den nächsten Morgen.

Der Wind pfiff total durch die Bäume und das Zelt wackelte ordentlich. Leider hatte der der das Camp vorbereitet hatte nur zwei Wärmflaschen eingepackt und diese gab ich natürlich meinen Gästen. So war es wieder richtig kalt und trotz Mütze, Schal und Handschuhen schnatterte ich nur so vor mich hin. Nachts wachte ich ein paar Mal auf, weil ich Tiere grasen hörte. Erst war es Pewa die wohl ihre Herde verloren hatte und allein zurück zum Camp gekommen war und dann waren es Tiere von denen ich zwar die Augen sah, als ich mit der Taschenlampe aus dem Zelt leuchtete, sie aber nicht erkennen konnte.

Das wird eine unruhige und kalte Nacht dachte ich mir.

Liebe Grüße aus dem Busch
Nadine