Bushbreakfast with obstacles

Sonntag, 16.09.2018

Da es jetzt morgens früher hell wird, fangen wir ab sofort um 7 Uhr mit den Ritten an. Das heißt eine halbe Stunde früher aufstehen. So klingelt der Wecker jetzt immer um halb 6 und um 6 Uhr stehen wir im Stall zum Füttern. Das ist wirklich früh, aber hier hält der Sommer Einzug und es wird morgens schon ganz schnell sehr warm. Da ist man froh, wenn es so früh noch auszuhalten ist mit der Hitze.

Mit den beiden Österreicherinnen und dem Ehepaar hatte ich mal wieder einen Frühstücksritt. Der erste Teil vom Ritt lief super und wir ließen es gemütlich angehen, aber obwohl ich die Route schon so oft geritten bin, nahm ich vor lauter Reden die falsche Abzweigung und merkte ziemlich schnell, dass das ein viel weiterer Weg werden würde als geplant. Zwar wusste ich immer ganz genau in welche Himmelsrichtung ich musste, aber es kam einfach kein Weg. Irgendwann bekam ich echt Panik, dass wir völlig zu spät zum Frühstück kommen würden und fing an durch den Busch zu reiten. Der erste Teil war auch noch ok, aber dann wurden die Dornenbüsche so dicht, dass wir umdrehen mussten. Und das mit 5 Pferden. Ich versuchte cool zu tun und war froh, dass ich die Einzige mit einer Uhr war. So startete ich einen zweiten Versuch und wir kamen gut durch den Buschwald. Die eine Frau fragte, ob ich mir denn sicher sei, dass die Richtung stimme. „Ja natürlich“, so meine Antwort. Da fängt das Herz dann schon an zu klopfen, wenn man weiß wo man sich befindet und weiß, dass man eigentlich schon beim Frühstück sein sollte. Immer wieder sagte ich: „Bald sind wir da“, „wir haben uns unser Frühstück verdient“ (zu dem Mann:) „bald haben die Schmerzen ein Ende“. Eigentlich machte ich das mehr um mir selbst das schlechte Gewissen auszureden, weil wir zu spät waren.

Zum Glück kamen wir wieder auf den richtigen Weg und alles war gut. Leider hatte der Mann immer noch Schmerzen und wollte nur noch Schritt reiten. So waren wir dann über eine halbe Stunde verspätet am Frühstücksplatz. Das macht eigentlich auch nichts aus, weil keiner wartet, aber dann sollte man halt auch eine halbe Stunde länger bleiben und für den der das alles wieder abbauen muss, verzögert es sich dann und irgendwann gibt’s ja auch Mittagessen zu dem man da sein will.

Jedenfalls fiel die Verspätung keinem der Gäste auf bis eine fragte: „Wir sind schon länger geritten als 2,5 Stunden, oder? Mir kam das länger vor.“ Da sagte ich nur: „Ja ein bisschen länger war es schon“. Keiner beschwerte sich und wir genossen unser Frühstück in aller Ruhe. Mit vollem Magen schwangen wir uns nach einer Stunde auf unsere Rösser, ritten zurück zur Lodge und ich funkte Emily an, dass sie zum abbauen kommen kann. Hinterher entschuldigte ich mich bei ihr, dass es so spät wurde.

Nachmittags hätte ich eigentlich einen eineinhalb Stunden Ritt gehabt. Da Laura aber den Weg zum Bushcamp nicht wusste, sollten wir tauschen und ich ritt mit Riley und einer Frau zum Camp. Ich wollte gerade die Pferde füttern und machte die Stalltür auf, als plötzlich ein großes Warzenschwein vor mir stand. Im ersten Moment erschrak ich, aber fand es total süß. Es ging da gar nicht weg und guckte mich nur schief an. Mit Futter in der Hand versuchte ich es zu locken und es kam tatsächlich her. Als ich mich umdrehte, marschierte es an den Eimer und fraß wie selbstverständlich dem Pferd sein Futter weg. Auch nachdem das Futter leer war, streunerte das Schweinchen noch zwischen den jungen Pferden auf der Koppel rum. Auch Laura die dann dazu kam, fand das Schwein süß und sie gab ihm dem Namen „Fridolin“. Ich finde das passt sehr gut und nun haben wir ein „Hausschwein“.

An diesem Tag war es so heiß, dass man es überhaupt nicht aushielt. Ich überlegte, wo ich am besten reiten kann, aber hier ist überall Sonne. Schon nach kurzer Zeit war mein halber Liter Wasser aufgebraucht und ich hatte Kopfweh. Wir hatten fast keine Gesprächsthemen außer die Hitze, denn man konnte sich auch gar nicht konzentrieren. Ich wusste gleich, dass die Runde an diesem Tag sehr kurz ausfallen würde und wo ich normalerweise in zweieinhalb Stunden diese Strecke hin- und auch wieder zurück reite, sind wir nur die Strecke hin geritten. Wir bewegten uns nur sehr langsam und die Stute von der Frau war richtig faul. Obwohl wir fast nur Schritt ritten, waren die Pferde nass geschwitzt. Riley mit seinem schwarzen Fell tat mir leid. Wir trafen auf Wasserböcke die schnell zum Wasser kommen wollten. Wir trabten nur zweimal kurz und ritten sonst Schritt.

Zehn Minuten vor dem Treffpunkt am Buschcamp trafen wir auf Viva, die mit ein paar Gästen mit dem Auto zum Camp wollte. Sie hatte die Idee, dass wir die Pferde einfach schon laufen lassen könnten und sie uns mit zum Camp nimmt. Da waren wir beide (und die Pferde) nicht böse und wir sattelten ab und setzten uns in den überdachten Jeep. Die beiden Pferde waren schnell weg und wir gönnten uns im Bushcamp einen Gin-Tonic. Die Frau blieb da und ihr Mann der im Jeep her gebracht wurde, auch. Guide Jimmy leitete das Camp und wir anderen fuhren mit Viva zurück. Leider hatte ich keine Jacke und wenn die Sonne weg ist, ist es echt kalt. So schnatterte ich auf den ca. 8km Rückweg total.

Zum Glück hatten wir nur zwei Pferde dabei, denn so waren Sattelzeug und Trense zurück am Stall schnell verstaut und ich konnte Abend essen.

Mit einem ordentlich brummenden Kopf von der Hitze schlief ich ein.

Liebe Grüße
Nadine

Sundowner with horses

Samstag, 15.09.2018

Ein weiterer, gigantischer Sonnenuntergang vor Traumkulisse

Morgens hatte ich auf Oshali wieder einen Ritt mit dem netten Mädel. Uns gehen die Gesprächsthemen auf jeden Fall nie aus und wir verstehen uns als ob wir uns schon ewig kennen.

Mittags dürfen die Pferde immer frei rum laufen zum grasen

Nachmittags hatte ich keinen Ritt und sollte zum ersten Mal den Sundowner aufbauen. Ich sollte drei Männer und eine Frau von der Lodge mit nehmen. Wir hatten sehr viel Zeit und saßen noch auf der Terrasse, wo mir der leckere Kuchen ins Auge stach. Einer der netten Männer fragte, ob wir den auch bekommen würden und als ich sagte der sei nur für die Gäste, packte er mir ein Stück in eine Serviette und nahm ihn mit. Am Vortag hatten wir keinen Platz im Auto gehabt und deshalb Tische und Stühle am Sundowner-Platz stehen lassen. Da wir an diesem Tag an einem anderen Platz waren, sammelte ich mit tatkräftiger Unterstützung der Männer alles ein und wir fuhren zum Platz. Alle waren total lieb und schnell war alles aufgebaut. Wir hatten noch ewig Zeit bis die Reiter kamen und genehmigten uns schon den ersten Gin-Tonic. An dem Platz war ich davor noch nie gewesen, aber fand ihn sehr schnell. Ein Schwede war dabei und er wohnt in dem Ort wo ich mit dem Schiff schon war. Die Truppe war super witzig und es wurde nicht langweilig. Als die Reiter kamen, ging gerade langsam die Sonne unter und die Kulisse war traumhaft.

Alles klappte super und zwar fehlten ein Handtuch und die Tischdecke, was die Küche uns vergessen hatte mitzugeben, aber das fiel niemandem auf. So klappte mein erster selbst aufgebauter Sundowner auch gut und alle unterhielten sich super.

Bei der Heimfahrt im Jeep hatte Laura als Beifahrer Angst, obwohl ich vorsichtig fuhr. Es gibt eine Stelle wo der Sand super tief ist und da muss man sehr gleichmäßig fahren um nicht stecken zu bleiben. Die Gäste meinten, dass man nicht merkt, dass ich sonst nie Schaltautos fahre. Laura sagte die ganze Zeit was zu mir und ich lachte nur.

Wir waren um halb 8 zurück und verstauten alle Sättel und Trensen, bevor wir uns in Stallklamotten auf zum Abendessen machten. Da freuen sich die Nicht-Reiter bestimmt immer besonders.

Abends waren wir bei einem der hier wohnt zum Spieleabend eingeladen. Wir spielten ein Spiel bei dem man was zeichnen muss und die anderen müssen erraten was es ist. Wir sind alle gleich schlecht im Zeichnen und es gab sehr viel zu lachen. Es war ein richtig schöner Abend mit Wein und Bier und als unser Gastgeber Pommes machte, waren wir im siebten Himmel. Sowas gibt’s hier nämlich nicht. Auch Kürbis gab es, der sehr gut schmeckte. Wir waren erst lange nach Mitternacht im Bett und wussten wir müssen um halb 6 wieder aufstehen.


Kürbis

Brot auf dem Feuer gemacht

Liebe Grüße
Nadine

Young horses

Montag, 10.09.2018 bis Freitag, 14.09.2018

Eine weitere tolle Woche

Ich war ganz froh, dass ich an diesem Montag Tag frei hatte, denn die letzten Tage waren anstrengend, zumal ich im Camp ja nicht viel Schlaf abbekommen hatte. Den ganzen Tag erledigte ich einige Dinge im Internet und saß eigentlich nur im Büro, das ich ja freundlicherweise mit benutzen darf, wenn es frei ist.

Am Dienstag Morgen war ich mit zwei Österreicherinnen und einem deutschen Ehepaar unterwegs. Wir ritten zum Wasserloch und hatten einen schönen Ritt. Wie so oft bekam ich wieder meine Pewa die sich mittlerweile echt vorbildlich verhält und ein super Guidepferd ist. Wir hatten Glück und sahen Giraffen und Zebras und die Mädels waren begeistert.

Nachmittags hatte ich einen Anfängerritt mit einem Ehepaar und ritt Twinky. Ich wählte meine Standardroute durch den Wald und wir konnten uns gut unterhalten.

Abends stand wieder das Highlight der Woche an, denn ich durfte mit den Gästen essen. Das ist immer was ganz besonderes und das Essen ist der Hammer. Zum Nachtisch gab es Kaiserschmarrn was nicht nur den Österreicherinnen gut schmeckte. Da hätte ich mich reinlegen können.

Mittwochs morgens stand ein Ritt mit einem Mädel auf dem Plan die nur 2 Jahre jünger als ich ist. Sie bleibt eine Woche hier und wir verstanden uns auf Anhieb super. Mit ihr gingen die Gesprächsthemen nicht aus und wir hatten einen total witzigen Ritt. Ich hatte die Stute Pockl und diese machte ihre Sache gut.

Nachmittags war ich wieder mit dem Ehepaar unterwegs und hatte Pewa. Wir sahen einige Tiere und da die Frau pensionierte Chirurgin ist, erfuhr ich viele interessante Dinge.

Donnerstags morgens war ich wieder mit dem Mädel unterwegs und hatte Twinky. Ich ritt eine schöne Route durch den Wald und wir hatten genau so viel Spaß wie am Vortag. Das Gute ist, dass der Ritt erst um 8 Uhr los geht und so davor noch Zeit zum frühstücken bleibt.

An diesem Nachmittag hatten Laura und ich keinen Ritt. Somit schnappten wir uns ein junges Pferd und eins mit wenig Erfahrung und ritten mit diesen eine Runde raus. Larissa kam auch mit uns mit und wir hatten eine coole Mädelstruppe. Ich hatte die 5 jährige Stute Gava die noch nicht so oft draußen war. Sie verhielt sich vorbildlich und war super brav. Im Galopp wollte sie ein paar Mal den Hintern hoch werfen, ließ es dann aber schnell wieder. Wir wechselten ein paar Mal durch und so ritt ich auch vorne. Selbst das ging mit dem jungen Pferd gut und ich machte Abhärtungstraining, indem ich die Bügel schwingen ließ, Äste in Bewegung versetzte und mit Absicht daran hängen blieb, mich hinten aufs Pferd legte usw. Das war alles einwandfrei und schon bald kann dieses Pferd mit Gästen eingesetzt werden. Als wir zurück waren longierten Laura und ich noch ein Pferd und wir waren gerade fertig als es dunkel wurde.

Freitag morgens wäre ich eigentlich wieder mit dem Ehepaar unterwegs gewesen, aber der Mann hatte eine kleine Verletzung und konnte nicht mit. So ritten wir Frauen allein los und hatten wieder einen schönen Ritt.

Nachmittags stand mal wieder ein Sundowner auf dem Programm. Diese finden zur Zeit echt oft statt und wenn man so viele Pferde dabei hat, ist es echt stressig. Insgesamt waren es 9 Pferde und wir waren nur zu zweit zum fertig machen. Ich hatte 5 Gäste dabei, was hier schon viel ist. Die zwei Österreicherinnen, das Ehepaar und eine Frau allein. Ich hatte den alten, aber super schnellen Wallach Riley dabei. Er war sehr guckig und machte ständig Sätze zur Seite. Die eine Frau fragte mich, wie ich da noch sitzen bleiben könne. Auch im Galopp wollte er immer los und erschreckte sich oft. Ich ritt eine Runde die ich noch nicht oft geritten war und es klappte super und wir waren rechtzeitig am Sonnenuntergangsplatz. Dort machte ich Riley nicht gleich los, denn er rennt immer als Erster zurück und die Anderen dann mit. Ich wartete, bis alle genüsslich Gras fraßen, machte mein Pferd dann los und die Anderen bekamen nicht mal mit als Riley davon galoppierte.

Das war wieder eine schöne Woche und ich freue mich auf die noch kommenden Wochen hier im Paradies.

Liebe Grüße
Nadine

As a Guide in the Bushcamp

Samstag, 08.09.2018 

Warum eine Vegetarierin im Busch Fleisch kocht

Zum Glück war ich wieder fit, denn es stand an diesem Morgen ein Buschfrühstück auf dem Programm. Meine beiden Gäste waren zwei Franzosen und das Mädel und ihre Mutter vom Bushcamp. Die Mutter fuhr mit dem Fahrrad zum Frühstücksplatz und wir hatten davor einen zweieinhalb Stunden Ritt. Die beiden Franzosen haben dieses Jahr geheiratet und sind hier in ihren Flitterwochen. Sie sind nur 3 Jahre älter als ich und sprechen richtig gutes Englisch und auch gutes Deutsch, da sie ein paar Jahre in Deutschland gelebt haben. Er arbeitet bei der Marine und da er immer auf See unterwegs ist, hatten wir natürlich viele Gesprächsthemen. Seefrau und Seemann. Da kann man natürlich die ganze Zeit über Schiffe und Arbeiten auf dem Schiff reden. Natürlich sind Marineschiffe und Kreuzfahrtschiffe was ganz anderes, aber es war super interessant zu hören wie es dort abläuft. Wir drei waren uns gleich super sympathisch und ich freute mich darauf die beiden im Bushcamp zu beherbergen. Das war ein gelungenes Buschfrühstück. Auch der Ritt war super, denn wir ritten zum Wasserloch und sahen einige Tiere, zum Beispiel eine riesige Herde Gnus. Ich hatte Stute Bonti die ordentlich Gas gab und ich musste sie echt halten.

Zum Glück musste ich das Bushcamp nicht aufbauen, denn so hatte ich nach dem Ritt noch Zeit meine Sachen für die Nacht im Camp zu packen. Ein wenig aufgeregt war ich schon, denn man muss viel wissen und beachten und ich wollte den beiden ihre Flitterwochen nicht zerstören. Am Vortag hatte ich mir von einem Kollegen noch zeigen lassen wie man am besten Feuer macht. Es ist schon peinlich, dass man mit fast 26 Jahren nicht weiß wie man ein Feuer macht.

Um 16 Uhr saßen wir auf den Pferden und ritten los. Wir hatten die drei schnellsten Pferde und die beiden sind echt gute Reiter. Das eine Pferd das er ritt hat Angst vor Giraffen und wir sahen eine riesige Herde davon. Er blieb ganz ruhig als das Pferd immer rückwärts rannte und sich um die eigene Achse drehte. Pewa benimmt sich da echt vorbildlich und geht ganz nah ran ohne mit der Wimper zu zucken. Die beiden freuten sich mega, dass wir die Giraffen sahen. An einer langen geraden Strecke ohne Löcher ließ ich Pewa dann erste Mal ein bisschen laufen und sie hat so viel Kondition und Kraft, dass sie gar nicht langsamer werden wollte. Das fühlte sich wie fliegen an und auch die Franzosen waren super begeistert von diesem Galopp. Wir hatten danach alle ein fettes Grinsen im Gesicht.

Pünktlich um halb 7 erreichten wir das Camp. Das eine Pferd von den Dreien rennt immer gleich nach Hause und so taten es ihm die anderen leider nach und waren sofort weg. Wir luden das Sattelzeug in den Jeep der bereit stand und dann kam der große Moment: Ich sollte Feuer machen. Zum Glück gab es Paraffin und so kippte ich einiges davon drüber und bekam es sofort zum brennen. Da war ich wirklich froh, denn das war eines meiner größten Sorgen gewesen. Ohne Feuer geht es hier nicht, zumal es Tiere abhält, zur Wärme da ist und man da kochen muss. Es windete ziemlich stark und das Feuer brannte. Gleich fing ich an die Steaks auszupacken und suchte erst vergeblich nach dem Rost um diese drauf zu legen. Irgendwann war ich aber erfolgreich. Dann kamen die Würstchen die ich in die Pfanne legte die an der Feuerstelle befestigt ist. Die Beiden sagten mir sie mögen das Fleisch schwarz und für mich sah es zu dunkel aus. Als ich die Würstchen, den Speck, das Steak und die Salate servierte fragten sie mich, wer das alles essen solle. Mir schmeckte der Kartoffelsalat und alle waren glücklich. Bei Wein und Gin-Tonic hatten wir wieder die ganze Zeit tolle Unterhaltungen und sie lobten mich, dass ich das mit dem Fleisch so gut hinbekommen hatte. Leider konnte ich ihnen nicht sagen, um was für Fleisch es sich handelte. Marie hatte die beiden davor gefragt, ob sie das Fleisch grillen könnten, falls ich es nicht könne. Ein bisschen stolz war ich schon, dass ich als Vegetarierin das erste Mal erfolgreich Fleisch gegrillt habe.
Meine zweite Sorge waren die Gaslampen gewesen. Als ich das letzte Mal im Camp war brannten diese schon und ich wusste nicht, wie man die anmachen musste. Zuvor ließ ich es mir nochmal in der Theorie erklären. Zum Glück war auch das einfacher als gedacht und wenn man den Hebel hoch drückt, an einem Rädchen dreht und ein Streichholz dran hebt, dann brennt es. Wegen dem Wind verbrauchte ich fast die ganze Packung Streichhölzer und es hat unzählige Lampen im Camp die den Weg leuchten.
Auf das Feuer warf ich noch ein bisschen Holz und hoffte es würde bis zum nächsten Morgen brennen. Da die beiden auch so viel reisen wie ich und schon fast überall auf der Welt waren, konnten wir uns austauschen. Die beiden haben sich eine neue Kamera angeschafft, aber haben nicht viel Ahnung. So erklärte ich ihnen alles zur Technik und zum Fotografieren und beiden waren glücklich. Sie konnten gleich alles ausprobieren. Es war schon 12 als wir in die Zelte kletterten. Den Abwasch verschob ich auf den nächsten Morgen.

Der Wind pfiff total durch die Bäume und das Zelt wackelte ordentlich. Leider hatte der der das Camp vorbereitet hatte nur zwei Wärmflaschen eingepackt und diese gab ich natürlich meinen Gästen. So war es wieder richtig kalt und trotz Mütze, Schal und Handschuhen schnatterte ich nur so vor mich hin. Nachts wachte ich ein paar Mal auf, weil ich Tiere grasen hörte. Erst war es Pewa die wohl ihre Herde verloren hatte und allein zurück zum Camp gekommen war und dann waren es Tiere von denen ich zwar die Augen sah, als ich mit der Taschenlampe aus dem Zelt leuchtete, sie aber nicht erkennen konnte.

Das wird eine unruhige und kalte Nacht dachte ich mir.

Liebe Grüße aus dem Busch
Nadine

A night in the Bush

Dienstag, 04.09.2018 & Mittwoch, 05.09.2018

Einmal im Busch schlafen

Eigentlich nur zum Spaß hatte ich mal gesagt, dass ich gerne mal im Bushcamp übernachten würde. Umso mehr habe ich mich gefreut als es hieß ich darf das Bushcamp selbst durchführen. Da es einige Dinge zu beachten gilt, durfte ich eine „Einführnacht“ haben.

Mit einem Mädel die so alt ist wie ich, ritt ich dann zweieinhalb Stunden ins Camp. Wir hatten super viel Glück und sahen die Giraffen mit den Jungen. Da wir nur zu zweit waren, beobachteten wir die Tiere lang. Wie zwei Mädels halt so sind, quatschten wir die ganze Zeit und hatten viel Spaß. Es fühlte sich mehr so an als würde ich mit einer Freundin ausreiten. Ich fand den Weg nicht mehr den ich eigentlich reiten wollte und ritt statt dessen quer durch den Busch. Ich sagte dem Mädel den Punkt an dem ich raus kommen wollte und nachdem wir dort nach einer halben Stunde waren, staunte sie nicht schlecht. Ihr machte der Ausflug in den Busch total viel Spaß und sie fragte wie ich das gemacht hätte ohne die Orientierung zu verlieren. Ich bin wirklich ein bisschen stolz, dass ich das mittlerweile so gut hin bekomme.

Im Sonnenuntergang galoppierten wir die letzte Strecke zum Camp und die Abendstimmung war der Wahnsinn. Im Camp warteten schon Guide Jimmy und die Mutter des Mädels mit Gin-Tonic auf uns. Die Stimmung war gleich super und wir sattelten die Pferde ab und ließen sie nach Hause laufen. Ewig standen Pewa und Kimi noch da und grasten. Es kam am Feuer gleich Lagerfeuerromantik auf und es war total schön. Die Sonne ging langsam unter und der Blick auf den Sternenhimmel war unglaublich. Bei einem guten Wein schauten wir Jimmy zu wie er das Fleisch grillte und genossen unser Abendessen. Für mich als Vegetarier gab es Salat und Brot und die anderen freuten sich über Steak und Impala-Würstchen. Ich finde die Vorstellung witzig hier als Vegetarier bald Fleisch zu grillen.

Bis zum späten Abend saßen wir am Feuer und hatten tolle Gespräche. Erst spät kletterten wir in unsere Zelte die auf Stelzen stehen. Der Schlafsack ist zum Glück warm, denn bei Temperaturen um die Null Grad, wird es schnell frisch. Die Nacht war nicht wirklich erholsam. Es war trotz Mütze, Schal und Handschuhen, zwei Decken und Schlafsack so kalt, dass meine Nase tropfte und total kalt war. Ich wachte so oft auf und fror total.

Um 7 Uhr war ich froh als es hell wurde und ich aufstehen konnte. Jimmy wartete schon mit frisch gebrühtem Kaffee auf uns. Er hatte schon selbst gemachte Brötchen auf dem Feuer und es gab Eier alla Nadine. Das mit dem Feuer ist wirklich praktisch. So genossen wir in Ruhe das super Frühstück (sogar Nutella gab es) und machten uns langsam fertig.

Als alles zusammen gepackt war, machten wir uns auf zu einer kleinen Buschwanderung. Wir liefen zum großen Wasserloch und erfuhren viel über Pflanzen und Spuren. Anschließend stiegen wir in den Jeep und es gab eine Safari für uns. Wir hatten auch hier total viel Glück und sahen so viele verschiedene Tiere, von Zebras, über Antilopen bis zu den Giraffen war alles dabei. Das konnten wir alle nochmal total genießen. Um 11.30 Uhr waren wir zurück an der Lodge und ich war so froh, dass ich das erleben durfte.

 

Als es wie immer um 12.30 Uhr Mittagessen gab, hatte ich noch keinen Hunger, aber setzte mich zu den anderen zum quatschen.

Nachmittags hatte ich dann einen Sundowner auf Max. Wieder mit dem Mädel vom Bushcamp, aber diesmal überredete sie auch noch ihre Mama die sich das erste Mal auf den Pferderücken schwang. Sie bekam das größte Pferd und war ein bisschen nervös. Wir ritten gemütlich im Schritt und sie konnte sich entspannen. Der Ritt war schön und da ich ein bisschen zu früh war, ritt ich nochmal durch den Busch. Leider gab es dort viele Dornen und ich schnitt mir die Hände und Arme auf. Trotzdem war es ein schöner Ritt und auch der Sonnenuntergang wieder sehr faszinierend. So hatte ich zwei Sundowner hintereinander.

 

Als wir zurück an der Lodge waren, war ich total fertig und wollte nur noch ins Bett.

Liebe Grüße aus dem Busch
Nadine

Bush-Guiding

Sonntag, 26.08.2018

Giraffe am Wasserloch

Obwohl es am Vortag so anstrengend war, mussten wir wie immer um 6.30 Uhr im Stall stehen. Mein Ritt ging aber erst um 8.30 Uhr los und so konnte ich nach dem Füttern noch frühstücken. Wieder war ich mit einer Teenagerin unterwegs und diesmal hatte ich den Riesen Max. Es war ein eineinhalb Stunden Ritt und ich wählte meine Lieblingsroute durch den Wald. Der Ritt war super und als wir gerade galoppierten, löste sich mein Walkie-Talkie und fiel runter. Ich parierte gleich durch, aber fand die Stelle nicht mehr wieder, wo ich es verloren hatte. Die Büsche sind dort ziemlich hoch und das schwarze Funkgerät fällt nicht unbedingt auf. Zum Glück funkte genau in dem Moment jemand was durch, sodass ich es anhand des Geräusches fand. Normalerweise funkt da nicht oft jemand, aber das war wirklich Glück. Ich sammelte es auf und wollte wieder aufsteigen, aber leider ist Max so riesig, dass ich nicht mehr hoch kam #peinlich. Da wir aber im Wald waren fand ich einen Baumstamm und kletterte auf das große Ross.

Nachmittags war ich mit der Mutter und Tochter unterwegs mit denen ich im Etosha war. Zum ersten Mal hatte ich den Endmaßponywallach Oshali. Ich war echt positiv überrascht von diesem und er war super zu reiten. Es ging zweieinhalb Stunden durch schöne Landschaften und wir ritten zum Wasserloch. Wenn man Glück hat, trifft man da Tiere und wir hatten besonders Glück. Am Wasserloch stand nämlich ein einsamer Giraffenbulle und trank. Da waren wir natürlich alle gleichermaßen fasziniert, denn hier hatte ich noch nie eine Giraffe gesehen. Das war wirklich beeindruckend und wir konnten in Ruhe Fotos schießen, ohne dass er sich davon machte. So ein Glück muss man erst mal haben.

Das war wieder ein genialer Tag und mir macht es super viel Spaß hier.

Liebe Grüße
Nadine

Bushlife

Freitag, 24.08.2017

Termiten

Morgens hatte ich einen eineinhalb Stunden Ritt mit einer Teenagerin. Sie hatte ein Pony und ich den großen Max. Ich ritt meine Lieblingsrunde durch den Wald und beim ersten Galopp merkte ich sofort, dass das Pony dem Großen in nichts nach steht. Sie hing mir die ganze Zeit auf dem Popo drauf. Der Ritt war super und das Mädchen strahlte wie ein Honigkuchenpferd als wir zurück waren.

Nachmittags war ich mit Mutter und Tochter vom Vortag unterwegs. Nach langer Zeit hatte ich Stute Bonti die sehr gut zu reiten war. Bisher gab es wirklich noch kein Pferd das nicht gut zu reiten ist. Da merkt man, dass die Pferde alle gut geritten sind und eine ordentliche Grundausbildung genossen haben. Bonti war sehr flott und machte total viel Spaß. Auch der Ritt war super und die beiden waren zufrieden. Um 18 Uhr trafen wir uns am Sundowner-Platz wo wir unseren Gin-Tonic genossen und die Pferde grasten. Wenn Riley beim Sonnenuntergangsritt dabei ist, sind die Pferde ganz schnell weg und rennen nach Hause. Obwohl ich jetzt schon viele Sundowner hatte, finde ich sie immer wieder schön und die Sonnenuntergänge hier sind einmalig.

Gecko

Termitenhügel

Liebe Grüße
Nadine