As a Guide in the Bushcamp

Samstag, 08.09.2018 

Warum eine Vegetarierin im Busch Fleisch kocht

Zum Glück war ich wieder fit, denn es stand an diesem Morgen ein Buschfrühstück auf dem Programm. Meine beiden Gäste waren zwei Franzosen und das Mädel und ihre Mutter vom Bushcamp. Die Mutter fuhr mit dem Fahrrad zum Frühstücksplatz und wir hatten davor einen zweieinhalb Stunden Ritt. Die beiden Franzosen haben dieses Jahr geheiratet und sind hier in ihren Flitterwochen. Sie sind nur 3 Jahre älter als ich und sprechen richtig gutes Englisch und auch gutes Deutsch, da sie ein paar Jahre in Deutschland gelebt haben. Er arbeitet bei der Marine und da er immer auf See unterwegs ist, hatten wir natürlich viele Gesprächsthemen. Seefrau und Seemann. Da kann man natürlich die ganze Zeit über Schiffe und Arbeiten auf dem Schiff reden. Natürlich sind Marineschiffe und Kreuzfahrtschiffe was ganz anderes, aber es war super interessant zu hören wie es dort abläuft. Wir drei waren uns gleich super sympathisch und ich freute mich darauf die beiden im Bushcamp zu beherbergen. Das war ein gelungenes Buschfrühstück. Auch der Ritt war super, denn wir ritten zum Wasserloch und sahen einige Tiere, zum Beispiel eine riesige Herde Gnus. Ich hatte Stute Bonti die ordentlich Gas gab und ich musste sie echt halten.

Zum Glück musste ich das Bushcamp nicht aufbauen, denn so hatte ich nach dem Ritt noch Zeit meine Sachen für die Nacht im Camp zu packen. Ein wenig aufgeregt war ich schon, denn man muss viel wissen und beachten und ich wollte den beiden ihre Flitterwochen nicht zerstören. Am Vortag hatte ich mir von einem Kollegen noch zeigen lassen wie man am besten Feuer macht. Es ist schon peinlich, dass man mit fast 26 Jahren nicht weiß wie man ein Feuer macht.

Um 16 Uhr saßen wir auf den Pferden und ritten los. Wir hatten die drei schnellsten Pferde und die beiden sind echt gute Reiter. Das eine Pferd das er ritt hat Angst vor Giraffen und wir sahen eine riesige Herde davon. Er blieb ganz ruhig als das Pferd immer rückwärts rannte und sich um die eigene Achse drehte. Pewa benimmt sich da echt vorbildlich und geht ganz nah ran ohne mit der Wimper zu zucken. Die beiden freuten sich mega, dass wir die Giraffen sahen. An einer langen geraden Strecke ohne Löcher ließ ich Pewa dann erste Mal ein bisschen laufen und sie hat so viel Kondition und Kraft, dass sie gar nicht langsamer werden wollte. Das fühlte sich wie fliegen an und auch die Franzosen waren super begeistert von diesem Galopp. Wir hatten danach alle ein fettes Grinsen im Gesicht.

Pünktlich um halb 7 erreichten wir das Camp. Das eine Pferd von den Dreien rennt immer gleich nach Hause und so taten es ihm die anderen leider nach und waren sofort weg. Wir luden das Sattelzeug in den Jeep der bereit stand und dann kam der große Moment: Ich sollte Feuer machen. Zum Glück gab es Paraffin und so kippte ich einiges davon drüber und bekam es sofort zum brennen. Da war ich wirklich froh, denn das war eines meiner größten Sorgen gewesen. Ohne Feuer geht es hier nicht, zumal es Tiere abhält, zur Wärme da ist und man da kochen muss. Es windete ziemlich stark und das Feuer brannte. Gleich fing ich an die Steaks auszupacken und suchte erst vergeblich nach dem Rost um diese drauf zu legen. Irgendwann war ich aber erfolgreich. Dann kamen die Würstchen die ich in die Pfanne legte die an der Feuerstelle befestigt ist. Die Beiden sagten mir sie mögen das Fleisch schwarz und für mich sah es zu dunkel aus. Als ich die Würstchen, den Speck, das Steak und die Salate servierte fragten sie mich, wer das alles essen solle. Mir schmeckte der Kartoffelsalat und alle waren glücklich. Bei Wein und Gin-Tonic hatten wir wieder die ganze Zeit tolle Unterhaltungen und sie lobten mich, dass ich das mit dem Fleisch so gut hinbekommen hatte. Leider konnte ich ihnen nicht sagen, um was für Fleisch es sich handelte. Marie hatte die beiden davor gefragt, ob sie das Fleisch grillen könnten, falls ich es nicht könne. Ein bisschen stolz war ich schon, dass ich als Vegetarierin das erste Mal erfolgreich Fleisch gegrillt habe.
Meine zweite Sorge waren die Gaslampen gewesen. Als ich das letzte Mal im Camp war brannten diese schon und ich wusste nicht, wie man die anmachen musste. Zuvor ließ ich es mir nochmal in der Theorie erklären. Zum Glück war auch das einfacher als gedacht und wenn man den Hebel hoch drückt, an einem Rädchen dreht und ein Streichholz dran hebt, dann brennt es. Wegen dem Wind verbrauchte ich fast die ganze Packung Streichhölzer und es hat unzählige Lampen im Camp die den Weg leuchten.
Auf das Feuer warf ich noch ein bisschen Holz und hoffte es würde bis zum nächsten Morgen brennen. Da die beiden auch so viel reisen wie ich und schon fast überall auf der Welt waren, konnten wir uns austauschen. Die beiden haben sich eine neue Kamera angeschafft, aber haben nicht viel Ahnung. So erklärte ich ihnen alles zur Technik und zum Fotografieren und beiden waren glücklich. Sie konnten gleich alles ausprobieren. Es war schon 12 als wir in die Zelte kletterten. Den Abwasch verschob ich auf den nächsten Morgen.

Der Wind pfiff total durch die Bäume und das Zelt wackelte ordentlich. Leider hatte der der das Camp vorbereitet hatte nur zwei Wärmflaschen eingepackt und diese gab ich natürlich meinen Gästen. So war es wieder richtig kalt und trotz Mütze, Schal und Handschuhen schnatterte ich nur so vor mich hin. Nachts wachte ich ein paar Mal auf, weil ich Tiere grasen hörte. Erst war es Pewa die wohl ihre Herde verloren hatte und allein zurück zum Camp gekommen war und dann waren es Tiere von denen ich zwar die Augen sah, als ich mit der Taschenlampe aus dem Zelt leuchtete, sie aber nicht erkennen konnte.

Das wird eine unruhige und kalte Nacht dachte ich mir.

Liebe Grüße aus dem Busch
Nadine

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