Bushbreakfast with obstacles

Sonntag, 16.09.2018

Da es jetzt morgens früher hell wird, fangen wir ab sofort um 7 Uhr mit den Ritten an. Das heißt eine halbe Stunde früher aufstehen. So klingelt der Wecker jetzt immer um halb 6 und um 6 Uhr stehen wir im Stall zum Füttern. Das ist wirklich früh, aber hier hält der Sommer Einzug und es wird morgens schon ganz schnell sehr warm. Da ist man froh, wenn es so früh noch auszuhalten ist mit der Hitze.

Mit den beiden Österreicherinnen und dem Ehepaar hatte ich mal wieder einen Frühstücksritt. Der erste Teil vom Ritt lief super und wir ließen es gemütlich angehen, aber obwohl ich die Route schon so oft geritten bin, nahm ich vor lauter Reden die falsche Abzweigung und merkte ziemlich schnell, dass das ein viel weiterer Weg werden würde als geplant. Zwar wusste ich immer ganz genau in welche Himmelsrichtung ich musste, aber es kam einfach kein Weg. Irgendwann bekam ich echt Panik, dass wir völlig zu spät zum Frühstück kommen würden und fing an durch den Busch zu reiten. Der erste Teil war auch noch ok, aber dann wurden die Dornenbüsche so dicht, dass wir umdrehen mussten. Und das mit 5 Pferden. Ich versuchte cool zu tun und war froh, dass ich die Einzige mit einer Uhr war. So startete ich einen zweiten Versuch und wir kamen gut durch den Buschwald. Die eine Frau fragte, ob ich mir denn sicher sei, dass die Richtung stimme. „Ja natürlich“, so meine Antwort. Da fängt das Herz dann schon an zu klopfen, wenn man weiß wo man sich befindet und weiß, dass man eigentlich schon beim Frühstück sein sollte. Immer wieder sagte ich: „Bald sind wir da“, „wir haben uns unser Frühstück verdient“ (zu dem Mann:) „bald haben die Schmerzen ein Ende“. Eigentlich machte ich das mehr um mir selbst das schlechte Gewissen auszureden, weil wir zu spät waren.

Zum Glück kamen wir wieder auf den richtigen Weg und alles war gut. Leider hatte der Mann immer noch Schmerzen und wollte nur noch Schritt reiten. So waren wir dann über eine halbe Stunde verspätet am Frühstücksplatz. Das macht eigentlich auch nichts aus, weil keiner wartet, aber dann sollte man halt auch eine halbe Stunde länger bleiben und für den der das alles wieder abbauen muss, verzögert es sich dann und irgendwann gibt’s ja auch Mittagessen zu dem man da sein will.

Jedenfalls fiel die Verspätung keinem der Gäste auf bis eine fragte: „Wir sind schon länger geritten als 2,5 Stunden, oder? Mir kam das länger vor.“ Da sagte ich nur: „Ja ein bisschen länger war es schon“. Keiner beschwerte sich und wir genossen unser Frühstück in aller Ruhe. Mit vollem Magen schwangen wir uns nach einer Stunde auf unsere Rösser, ritten zurück zur Lodge und ich funkte Emily an, dass sie zum abbauen kommen kann. Hinterher entschuldigte ich mich bei ihr, dass es so spät wurde.

Nachmittags hätte ich eigentlich einen eineinhalb Stunden Ritt gehabt. Da Laura aber den Weg zum Bushcamp nicht wusste, sollten wir tauschen und ich ritt mit Riley und einer Frau zum Camp. Ich wollte gerade die Pferde füttern und machte die Stalltür auf, als plötzlich ein großes Warzenschwein vor mir stand. Im ersten Moment erschrak ich, aber fand es total süß. Es ging da gar nicht weg und guckte mich nur schief an. Mit Futter in der Hand versuchte ich es zu locken und es kam tatsächlich her. Als ich mich umdrehte, marschierte es an den Eimer und fraß wie selbstverständlich dem Pferd sein Futter weg. Auch nachdem das Futter leer war, streunerte das Schweinchen noch zwischen den jungen Pferden auf der Koppel rum. Auch Laura die dann dazu kam, fand das Schwein süß und sie gab ihm dem Namen „Fridolin“. Ich finde das passt sehr gut und nun haben wir ein „Hausschwein“.

An diesem Tag war es so heiß, dass man es überhaupt nicht aushielt. Ich überlegte, wo ich am besten reiten kann, aber hier ist überall Sonne. Schon nach kurzer Zeit war mein halber Liter Wasser aufgebraucht und ich hatte Kopfweh. Wir hatten fast keine Gesprächsthemen außer die Hitze, denn man konnte sich auch gar nicht konzentrieren. Ich wusste gleich, dass die Runde an diesem Tag sehr kurz ausfallen würde und wo ich normalerweise in zweieinhalb Stunden diese Strecke hin- und auch wieder zurück reite, sind wir nur die Strecke hin geritten. Wir bewegten uns nur sehr langsam und die Stute von der Frau war richtig faul. Obwohl wir fast nur Schritt ritten, waren die Pferde nass geschwitzt. Riley mit seinem schwarzen Fell tat mir leid. Wir trafen auf Wasserböcke die schnell zum Wasser kommen wollten. Wir trabten nur zweimal kurz und ritten sonst Schritt.

Zehn Minuten vor dem Treffpunkt am Buschcamp trafen wir auf Viva, die mit ein paar Gästen mit dem Auto zum Camp wollte. Sie hatte die Idee, dass wir die Pferde einfach schon laufen lassen könnten und sie uns mit zum Camp nimmt. Da waren wir beide (und die Pferde) nicht böse und wir sattelten ab und setzten uns in den überdachten Jeep. Die beiden Pferde waren schnell weg und wir gönnten uns im Bushcamp einen Gin-Tonic. Die Frau blieb da und ihr Mann der im Jeep her gebracht wurde, auch. Guide Jimmy leitete das Camp und wir anderen fuhren mit Viva zurück. Leider hatte ich keine Jacke und wenn die Sonne weg ist, ist es echt kalt. So schnatterte ich auf den ca. 8km Rückweg total.

Zum Glück hatten wir nur zwei Pferde dabei, denn so waren Sattelzeug und Trense zurück am Stall schnell verstaut und ich konnte Abend essen.

Mit einem ordentlich brummenden Kopf von der Hitze schlief ich ein.

Liebe Grüße
Nadine

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