Human Horse, gay Parrot, confused Rooster and caught horses

Dienstag, 17.11. – Dienstag 24.11.2015

Die Woche fing gut an. James musste ein Pferd zum Besitzer zurück bringen. Mein Chef hatte mir gesagt ich solle nicht zu viel machen und nicht zu lange arbeiten. Fleißig wie ich bin räumte ich dann aber die Farm ein bisschen auf, reparierte Zäune und machte was mir sonst noch einfiel.
Es ist einfach so schön hier und wenn ich mit meinem Chef, seiner Frau und den drei Kindern Tea (Abendessen) esse, fühle ich mich als würde ich mit meiner Familie zusammen sein. Die Kinder zeigen mir auch immer wenn sie was in der Schule gemacht haben oder fragen mich wie mein Tag war. Ich mag die Familie einfach total gerne.
Wombat hat sich zu hundert Prozent zu meinem persönlichen Bodyguard erklärt. Sie wacht über mich mit Adleraugen und ist immer an meiner Seite. Wenn ich nur „hey“ zu einem Pferd sage, scheucht sie es weg und bellt es an bis es mich in Ruhe lässt. Manchmal wenn ich Angst habe, dass sie getreten wird, schicke ich sie weg und sie guckt mich mit großen, traurigen Augen an, aber folgt mir aufs Wort.
Der Kakadu Patrick ist auch mein Freund geworden. Laut James ist er schwul und ein bisschen schüchtern mir gegenüber. Ich versuche ihn zum reden zu bringen und er sagt immer nur „hello“, wenn ich ein paar Meter weg bin. Natürlich war ich super glücklich, dass er nun was sagt. An einem Tag bin ich wie immer am Käfig vorbei gelaufen und hab „hello Patrick“ gesagt. Seine Antwort war „Get up!“ und ich lag vor lachen fast am Boden. Das sage ich nämlich immer zu den Pferden, wenn sie verschwinden sollen und das hat er wohl mal aufgeschnappt.
Was auch immer echt total schön ist, sind die Sonnenunter-, und aufgänge. Diese sehe ich täglich und hier sieht man die Sonne besonders gut.
In der Woche hat mir die Hitze sehr zu schaffen gemacht. Es hatte immer über 30 Grad. Das hört sich zwar nicht so viel an, aber wenn man den ganzen Tag in der prallen Sonne arbeitet, geht das an die Substanz. Leider bekam ich dann sowas wie einen Sonnenstich. Den ganzen Tag Kopfweh und Müdigkeit und Antriebslosigkeit waren die Symptome und James meinte das ist Dehydration. Liegt bestimmt daran, dass ich immer vergesse zu trinken. Mein Chef fragte mich dann immer wie es mir geht und an einem Tag an dem es besonders schlimm war, ließ er mich nur das nötigste machen und schickte mich dann in den Feierabend. Ein echt toller Chef !
Irgendwie konnte ich auch nachts nie durch schlafen. In den ersten Nächten war es viel zu kalt in meinem Container und ich fror und dann hatte ich so viele Stiche, dass ich die ganze Nacht gekratzt hab. James meinte, dass es bestimmt am Vollmond liegt, dass ich nicht schlafen kann. Eigentlich glaube ich daran nicht, aber das wäre vielleicht doch eine Möglichkeit. Der Vollmond ist aber wunderschön und man sagt in Australien sieht der Mond am schönsten aus.
James Frau Kate war ein paar Tage geschäftlich weg und an einem Tag sollte James erst sehr spät vom Rennen heim kommen. So wollte ich für alle kochen. Der Kühlschrank gab nicht viel her und ich grübelte mit Mama über Whatsapp was ich kochen kann. Ich schnibbelte Gemüse und Käse und wollte ein paar Dosentomaten dazu schmeißen, aber fand keinen Dosenöffner. Das erste Mal ging ich dann zu James` Eltern die auch auf der Farm wohnen. Diese sagten, dass sie gekocht hätten und ich gerne mit essen dürfe. Leider gab es Fleisch, aber James` Papa siebte mir ein bisschen Soße ab. Eigentlich esse ich das nicht. Da bin ich als Vegetarier sehr eigen. Irgendwie wollte ich die beiden aber auch nicht enttäuschen und würgte die Soße mit Nudeln runter. Zum Nachtisch gab es „Waver“. Dazu nahmen wir zwei Waffeln und machten Eis dazwischen. Das schmeckte sehr gut.
Die Großeltern der Kinder sind super nett und noch jung. Wir hatten einen sehr sehr schönen Abend und spielten Spiele. Zuerst ein „Bug“ Spiel. Da muss man würfeln und je nachdem welche Zahl man hat einen Körperteil von einem Käfer zeichnen. Der mittlere Sohn Percy gewann und ich wurde zweite. Unsere Käfer sahen sehr kreativ aus 😉 Das nächste Spiel war Stadt, Land, Fluss (natürlich auf englisch) und ich gewann beide Male. Die anderen waren sehr beeindruckt wie ich das in einer fremden Sprache so schnell hin bekam. Danach zeigte sie mir Bilder von der Farm wie sie davor war. Die beiden boten früher einen „Farmstay“ an. Es kamen Kinder und Erwachsene, halfen auf der Farm, machten Ausritte und schliefen auch dort. Das hörte sich super an und sah auch spaßig aus. Bis vor 5 Jahren machten sie das, bis James in das Rennbusiness einstieg. Dieser kam an diesem Abend sehr spät und wunderte sich, dass ich bei seinen Eltern war. Unnötigerweise fragte er seine Mutter: „Und hast du Nadine kennen gelernt?“ Und die Mutter dann so: „Nur ganz eventuell“
Donnerstags kam James Frau wieder und zur Feier des Tages ging es in den Pub. Da war „Fleischnacht“ aber ich bekam einen guten Teller voll Gemüse. Ich wurde wieder sehr vielen Leuten vorgestellt, unter anderem vielen richtigen Cowboys. Ein junger Cowboy lud mich ein auf seine Farm zu kommen und er würde mir zeigen wie er Rinder mit den Pferden treibt. Er präsentierte mir stolz ein Video und das sieht sehr beeindruckend aus.
An einem Morgen habe ich gerade wie immer Heu gefüttert, als sich der Hahn in den Quad-Anhänger gesetzt hat. Er wollte einfach nicht weg gehen. Als ich ihn streichelte, machte er komische Geräusche und drehte seinen Kopf zu mir. Ich hatte Angst, dass er mich beißt. Dann verkroch er sich im Stroh und kam nicht mehr raus. Meine Hoffnung er hüpft freiwillig aus dem Hänger wenn ich los fahre, war umsonst. Er blieb da wie selbstverständlich sitzen. Da ich ihn nicht aus versehen mit der Mistgabel aufspießen wollte, scheuchte ich ihn weg. Bestimmt eine halbe Stunde lang danach machte er sehr seltsame Geräusche und rannte komisch rum.
Außerdem fand ich einen toten Hahn neben einer Scheune der da laut meinem Chef schon eine Weile liegt. Guten Appetit !
Ein bekanntes Pärchen meines Chefs kam an einem Abend zu Besuch und es gab selbst gemachte Pizza. Die beiden waren sehr nett und wir saßen ewig da und redeten.
In der Woche ist nur James geritten. Es gibt immer nur noch einen Sattel und so fiel für mich das Reiten flach, aber das war ok. Wir haben Barrier-Training gemacht. Da die Rennpferde beim Rennen immer aus Barrieren raus starten müssen, muss man das vorher sehr gut trainieren. Pferde die da beim Rennen nicht rein laufen, werden disqualifiziert. Ich führte ein Pferd und James ritt eins. Ich sollte ein paar Mal durch laufen, weil das Pferd das noch nie gemacht hat. Der Wallach war brav und machte alles lieb. Die Stute die mein Chef ritt, hat das Bodentraining schon ein paar Mal mit gemacht und war auch unter dem Sattel total lieb. Das Problem war nur, dass ich die Barriere immer auf-, und zu machen musste. Das geht leider nicht so gut, wenn man ein Pferd am anderen Ende des Strickes hat. Um die Tore auf zu machen muss man einen Hebel nach unten ziehen und das geht total schwer. Ich war ein bisschen überfordert zumal der Wallach nicht ruhig hin stand, aber irgendwann bekamen wir es hin. James lässt die Pferde immer ca. 5 Min. dort drin stehen, da es beim Rennen auch mal zu Wartezeiten kommen kann und die sie lernen sollen, dass die Barrieren nicht schlimm sind. Dann reitet er im Schritt ruhig raus. Wenn das gut klappt, galoppiert er raus, weil die Vierbeiner beim Rennen schnell raus springen sollen. Das erfordert einige Übungseinheiten.
Beim Rückweg haben wir gesehen, dass eine Trinktraufe kaputt ist und drum rum war ein ganzer See. Ich musste es dann reparieren, aber das war einfach.
Das Decken geht mittlerweile wie Zähne putzen. Wir machen das so oft. Es gibt einen alten Hengst der sehr langsam läuft. Dieser beschnuppert die Stuten immer erst ewig und lässt sich viel Zeit. Dann gibt es aber einen sehr jungen Hengst und dieser macht nicht viel Tam-Tam. Er springt direkt auf die Stuten und ist sehr wild. Eine Stute wurde noch nie gedeckt und wollte nicht still stehen. James versuchte den Hengst zurück zu halten. Dieser stieg wie verrückt und drehte durch. Ich hatte alle Mühe die verschüchterte Stute zu halten, die auch erst weg rennen wollte, bockte und stieg. Mein Herz klopfte, als der Hengst ein paar Mal neben mir senkrecht in der Luft stand und mir auch sonst oft nah kam. Nach vielen Anläufen klappte es zum Glück.
Manche Stuten haben noch ihre Fohlen. Eins davon lässt sich trotz viel Training immer noch nicht führen. Wir banden es am Baum an, während der Hengst da war. Das klappte gut.
Das Fohlen der anderen Stute ist noch so jung, dass es neben der Mama her läuft. Dieses warte dann geduldig neben der Mama bis der Hengst seine Taten vollbracht hatte. Irgendwie Schizophren, dass das Kind der Mama dabei zuguckt, wie ein Geschwisterchen entsteht.
Bei einer anderen Stute musste James` Papa helfen, den ich dort zum ersten Mal kennen lernte. James Papa hielt das Fohlen fest, ich die Stute und James den Hengst.
Mein Chef wollte dann eine junge Stute verladen um diese zum Einreiten zu bringen. Diese wollte nicht so wie wir und streikte. Ich sollte sie mit einer Peitsche am Hintern antippen, sodass sie rein läuft. Darauf reagierte sie nicht. Beim zweiten Mal antippen, rannte sie zurück und stieg. Das Einzige was ich dann sah, waren Hufe über mir. Dann fiel die Stute rückwärts über. Meine Geräusche die ich machte waren keine Schreie, aber total undefinierbar. Ich dachte in diesem Moment einfach: So das wars jetzt ! Du wirst jetzt gleich von einem 500 kg Tier umgebracht. Ich schaffte es irgendwie in letzter Sekunde zurück zu hüpfen und die Stute verfehlte mich um Zentimeter. Meiner Reaktion hab ich zu verdanken, dass nichts passiert ist. Eine halbe Stunde später zitterte ich immer noch. Noch nie in meinem Leben hatte ich so viel Angst und vor allem nicht vor einem Pferd. Mein Chef sagte noch sehr oft, dass das richtig knapp war und ich echt ein richtiges Glück hatte. Die Stute musste trotzdem in den LKW und diesmal sollte ich ein Seil holen, das wir um ihren Hintern machen wollten. Ich atmete auf, als ich zurück kam und das Pferd im LKW stand. Dieses Erlebnis werde ich definitiv so schnell nicht mehr vergessen.
Als ob das nicht Schock genug war, brachte ich am nächsten Tag den Hengst der letzte Woche kastriert wurde zum Paddock. Er fing an zu spinnen, stieg, schlug mir den Strick aus der Hand und rannte bockend davon. James half mir ihn wieder einzufangen. Die Pferde haben so ca. 10 Besitzer und die wären alle nicht so begeistert gewesen, wenn was passiert wäre. Zur Strafe band James den Hengst an einen Baum und ließ ihn da eine Weile in Ruhe nachdenken. Auch eine sehr interessante Methode. Diese bringt wohl leider nicht viel. Am nächsten Tag war ich noch nicht mal aus der Box draußen als das selbe Pferd am Strick bockte, rückwärts rannte und total spann. Irgend konnte ich den Strick nicht mehr halten und der Idiot ging wieder Gassi. James war sauer auf den Hengst, als wir ihn wieder einfingen und er kam wieder an den „stillen Baum“. Sowas wie die stille Treppe bei der Super Nanny. Manche Pferde sind einfach undankbar. Erst halte ich ihm Händchen, bzw. Hufe bei der Kastration, kümmere mich um ihn und dann rennt er mir weg.
Was ich total gut finde ist, wie sich James um das Wohl seiner Pferde sorgt. Als wir an einem Morgen zum Track gefahren sind und ein Pferd nicht auf den LKW wollte, sagte er, dass er schon die Vermutung hatte, dass die Stute eine Pause braucht. Somit ließ er sie an Ort und Stelle frei und sie darf nun in der großen Herde eine Pause haben bis sie wieder motiviert ist. So läuft sie jetzt auch frei auf der Farm rum.
Ein anderes Pferd das frei ist, mag das irgendwie nicht so. Er kommt ständig her, stellt sich in offene Boxen und will nicht mehr gehen. Erst ist er einfach so auf den LKW gelaufen und hat sich quasi selbst verladen (der war offen) (da sagt noch jemand Pferde fahren nicht gern LKW), dann lag er in einer Box und wollte nicht mehr aufstehen (James setzte sich drauf, das störte ihn nicht) und dann fragte ich mich welches Pferd ich in der Führanlage vergessen hatte, als er mitten drin stand. Keine Ahnung wie er da rein gekommen ist. Ich schaltete diese ein und er trabte fröhlich da drin rum. Er blieb die ganze Zeit drin, obwohl die Türe offen war. Komisches Pferd. Da er keine pferdischen Freunde hat, hängt er immer mit den Kühen ab. Wenn er könnte, würde er bestimmt im Haus schlafen.
In der Führanlage gibt es ein großes, tiefes Loch. James meinte, dass man das mal zuschütten muss. Fleißig wie ich bin, nahm ich bei über 30 Grad die Schaufel in die Hand und versuchte den Dreck von der Seite in die Mitte zu schaufeln. Das war alles so fest, dass es fast unmöglich war. Irgendwann sah es zumindest zu aus, als meine Kraftreserven aufgebraucht waren. Man muss keine Leuchte in Physik sein um zu verstehen, dass sich alles setzt und ich dann noch einige Male Dreck drauf schaufeln muss.
Mitten in der Woche machten James, die drei Kinder und ich einen Ausflug nach Kingaroy. Erst erledigten wir einige Besorgungen, dann brachten wir die Kleinste in den Schlagzeug-Unterricht und dann sollten wir Pferde abholen. Diese standen auf einer riesengroßen Wiese. Der Besitzer ist umgezogen und hat keine Zeit mehr für die vier Stuten. James und seine Frau hatten bereits ein Mal versucht die Pferde zu verladen, aber hatten keinen Erfolg. Eingefangen hatten wir die drei Zuchtstuten und die Jährlingsstute schnell. Das Schwierige war nur, dass die Jüngste partout nicht auf den LKW ging. Wir waren sehr geduldig, setzten ihre Hufe auf die Ladefläche, redeten ihr gut zu, aber nichts half. Sie rannte immer rückwärts und ich musste aufpassen nicht überrannt zu werden. Als James Frau kam, standen wir jeweils links und rechts vom LKW aber das Pferd stieg ein paar Mal, machte noch das Halfter kaputt und rannte davon. Mit dem Auto versuchten James und Kate abwechselnd die Stute wieder zum LKW zu treiben um sie einzufangen. Mittlerweile dämmerte es und James` Bruder war auch gekommen. Sage und Schreibe ein und halb Stunden später hatten wir die Stute wieder eingefangen. Ein paar Mal hatten wir auch ihre Mutter wieder freigelassen, die sie her bringen sollte – erfolglos ! An einer Kuhrampe parkten wir den LKW und scheuchten das Pferd über diese rein. Da war es dann gerade dunkel. Wir atmeten alle auf, als das geschafft war und wir endlich nach Hause konnten.
Ende der Woche fragte mich James morgens, ob ich nach Kingaroy fahren wolle. Ja, raus kommen ist immer gut ! Kurz schneite ich beim MC vorbei und updatete meinen Blog. Dann machte ich im Pferdeladen halt, wo ich Futter mit bringen sollte. Irgendwie war der Typ ein Azubi und sagte mir er hätte das gewünschte Futter nicht mehr. Nach ewigem Hin und Her schickte mich dann die Chefin zur Laderampe. Ein junger, gutaussehender, gut bemuskelter Mann lud mir dann die 30 Futtersäcke auf die Laderampe vom Ute.
Als ich gerade im Woolworths war, klingelte mein Handy und mein Chef fragte mich, wo ich sei. Seine Frau bräuchte den Gutschein und die Geburtstagskarte die ich mitbringen sollte, um die Kinder zum Geburtstag fahren zu können. Wie ein Eichhörnchen auf Speed, fegte ich durch die Regale im Supermarkt, kaufte alles ein und tat das gleiche im K-Mart. Das Aussuchen der Karte war am Schwierigsten. Ich kannte das Geburtstagskind ja gar nicht…
In Rekordgeschwindigkeit düste ich zur Farm und entschuldigte mich für die Verspätung. Mein Chef bedankte sich ganz nett fürs Beeilen nach dem Anruf und freute sich total, dass ich alles eingekauft hatte was ich sollte, obwohl er vergessen hatte mir das Geld dafür zu geben. Dieses überwies er direkt an dem Tag noch. Das war eine gute Abwechslung zum Tag auf der Farm und zählte als Arbeitszeit. James fragte, ob ich müde sei, aber ich hatte ja noch so gut wie nichts gearbeitet.
Freitags war ein sehr gechillter Tag und mein Chef war nicht da. Ich machte alles was ich sollte, aber war trotzdem total früh fertig. An diesem Tag muss ich auch im Haus immer saugen und den Boden putzen, aber das macht Spaß und ist schnell erledigt. Dafür war es am Sonntag sehr stressig und wir hatten viel zu tun.
Wie ihr hört gefällts mir hier immer noch super und ich bin auch noch nicht vereinsamt 😉

Noch lebende Grüße
Nadine

Pferd verlädt sich allein

 

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Loch in der Führanlage

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Ich hab ein Haus, ein Äffchen (Wombat) und ein Pferd

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pink ❤

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Weg zum Track

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Barriere

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mein Fohlen

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Wombat und mein Fohlen

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überlaufende Tränke

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Brand von Apfel

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So wache ich morgens auf

pferd

Mc Donalds Session

Montag, 16.10.2015

Wenn mein Chef es nicht festgestellt hätte, wäre mir gar nicht aufgefallen, dass ich bereits 10 Tage am Stück arbeite. So gab er mir einen Tag frei.
Da es hier im Niemandsland nicht viel gibt, fiel die Auswahl auf Unternehmungen nicht schwer. Der nächste Ort in die eine Richtung ist 90 km und der in die Andere 30 km weg. Da ist also nichts mit „mal kurz“ einkaufen fahren. Kann man sich bei uns gar nicht vorstellen.
Ganz selbstbewusst fuhr ich ohne Google Maps los. Da kann man ja nicht viel falsch machen, dachte ich. Auf der halbstündigen Fahrt kam mir kein Auto entgegen und ich sah nichts außer Felder und Bäume. Alles ist derzeit schön grün. Da mir die Fahrt schon ziemlich lange vorkam, hielt ich an und machte doch mein Navi an. Ok, gut ! Es sagte mir es ist 1:20 min bis nach Kingaroy wo ich hin wollte. Ich war doch tatsächlich in die falsche Richtung gefahren. Schilder gibt es aber keine und es sieht eh alles gleich aus. Also dann wirklich wieder alles zurück gefahren und geärgert. Auch mein Sprit war leer und natürlich gabs nirgendwo eine Tankstelle. Da ich aber nirgends eine Polizei vermutete, wollte ich mein Auto mal austesten und gab ordentlich Gas. Die Strecke war schnurgerade und so war das kein Problem.
Ich war froh als ich endlich in Kingaroy war. Den ganzen Tag hab ich eigentlich nichts gemacht außer im MC Donalds WLAN geschnorrt und mal wieder den Blog upgedatet.
Abends war ich ein paar Kleinigkeiten einkaufen und hab eine Pizza im Dominos geholt.
Als ich ohne Verfahren im Dunkeln zurück auf die Farm kam, war mein Hund nicht mehr da. Mein Chef meinte, dass sie immer zu seinem Bruder auf die Farm rennt, wenn sie denkt jemand ist gegangen. Ich machte mir echte Sorgen, zumal man um auf die Farm zu kommen über den Highway muss.
Unruhig schlief ich ein in der Hoffnung am nächsten Tag Wombat wieder zu sehen.

Grüße vom freien Tag
Nadine

Das gabs
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Cheese
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Dominos Pizza
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No water, failing hairstyle and found pony

Samstag 07.11 – Sonntag 15.11.2015

In meiner ersten Woche auf der nun vierten Farm habe ich mich super eingelebt. Hier gibt es wie schon erwähnt ca. 35 Rennpferde, von denen ca. 15 gearbeitet werden. Das heißt für mich, dass ich auch ein paar Pferde reite.
An meinem zweiten Tag haben wir gleich einen Ausflug ins 60 km entfernte Wondai gemacht. Dort gibt es eine Übungsrennbahn (Track) mit Sand. Der älteste Sohn Sidney war auch dabei und außerdem 6 Pferde. Für mich war es sehr spannend das zu sehen und die Pferde sind abartig schnell. Bisher hatte ich Pferderennen nur im TV verfolgt und nun war es an der Zeit die Rennpferde live in Action zu sehen. Das sieht sehr spektakulär aus und die beiden Jockeys Hannah und Jason sind echte Profis. Meine Aufgabe war, die Pferde abzuduschen und mit dem Handtuch trocken zu reiben.
An diesem Tag bekam ich einen Industrie-Ventialtor für mein Zuhause der mich fast weg pustet. Der andere in meinem Container funktioniert nicht mehr und bald soll es richtig warm werden.
Die Kinder sind faszinierend. Der Sohn Percy setzte sich ein paar Minuten an den kaputten Ventilator, schraubte ein bisschen und siehe da: Er funktionierte wieder ! Was sein Papa nicht hin bekommen hatte, schaffte der intelligente Grundschuljunge.
Die Hündin Wombat ist meine beste Freundin geworden und folgt mir überall hin. Sie schläft in meinem Container und lässt mich keine Sekunde aus den Augen. Wenn ein Pferd mir zu Nahe kommt, bellt sie es an, rennt hinterher und verscheucht es. Mein Chef James findet es total faszinierend, wie der Hund so auf mich fixiert ist, obwohl er mich erst ein paar Tage kennt und ich ihn nicht mal füttere oder sonst was.
Da James auch Rennpferde züchtet, durfte ich dabei auch schon helfen. Nicht wie bei den meisten Warmblütern (meistens Spring-, oder Dressurpferde) müssen die Vollblüter (Rennpferde) per Natursprung gedeckt werden. In Deutschland läuft das also oft über eine Spritze mit dem Samen des Hengstes die die Stute bekommt. Hier mussten wir zu James Bruder fahren der seinen Stall nur 1 km weit weg hat und die Stute zum Hengst lassen. Erst wird geschaut, ob die Stute „on“ (rossig) ist, also bereit zur Paarung. Ich hab mich ein bisschen gewundert, dass James und ich nur zu zweit waren, obwohl ich das noch nie gemacht habe. Ganz unkompliziert stand ich dann mit der Stute mitten auf der Koppel im Matsch in einer kleinen Senke, machte eine Nasenbremse drauf und sie bekam ein Seil um einen Hinterfuß sodass sie nicht ausschlagen konnte. James kam mit dem Hengst. Dieser beschnupperte die Stute erst, dann biss er ihr ein paar Mal in den Schenkel und dann wollte er drauf springen. Da die Stute das noch nie erlebt hat, wollte sie ständig los laufen und ich hatte alle Mühe sie zu halten, zumal es total matschig war. Irgendwann klappte es aber und wir hoffen nun, dass ein Fohlen entsteht.
Meine täglichen Aufgaben sind immer unterschiedlich und ich lerne hier sehr viel. Das Anfangen um 5 fällt mir auch nicht mehr schwer, zumal es da schon hell wird und auch schon warm ist. Erst bringe ich die Pferde die nachts in den Boxen sind auf die Paddocks, dann bekommen alle Heu das ich mit dem Quad ausfahre und anschließend miste ich alle 8 Boxen aus. Davor hatte ich bevor ich her gekommen bin am meisten „Angst“, weil ich ja auf der zweiten Farm bis zu 60 Boxen pro Tag gemistet habe und das echt anstrengend und schlecht für den Rücken ist. Hier ist das aber total schnell erledigt, weil die Pferde ja nur nachts in den Boxen sind, das Sägemehl so leicht ist und es nur so wenige Boxen sind.
An einem Tag war mein Chef auf einem so genannten „Trial“. Das ist quasi eine Art Proberennen, wo man sehen kann wie die Pferde auf einem echten Rennen abschneiden würden. Leider konnte ich nicht mit, weil man eine Lizenz braucht und meine noch nicht da ist, aber die beiden Pferde waren sehr erfolgreich.
Da es zu matschig zum Reiten war, kamen die meisten Pferde oft nur in die Führanlage.
Als es Ende der Woche trockener war, sollte ich mit einem Pferd ins Roundpen, dieses ein bisschen im Kreis laufen lassen und dann reiten. Leicht verwundert war ich schon, als es sich seltsam mit dem Sattel verhielt und komisch bockte. Als ich aufsteigen wollte, machte die Stute erst mal einen Satz zur Seite. James kam gerade und meinte: „Ach ja, die wurde noch nicht so oft geritten, die kennt das nicht.“ Aha, dachte ich mir, gut zu wissen, dass ich ein noch nicht ganz fertig eingerittenes Pferd reiten soll. Ganz langsam stieg ich in den Sattel und sollte mich erst mal quer über den Rücken legen. Dann ließ die Stute mich aufsteigen. Gleich am Anfang sollte ich viele kleine Kreise reiten, falls die Stute los rennen und bocken sollte. Die Kreise wurden größer und dann trabte ich auch ein bisschen. Mein Ross verhielt sich vorbildlich und nach einer halben Stunde stieg ich glücklich ab. Das zweite Pferd war schon schwieriger. Dieses war auch noch nicht lange unter dem Sattel und machte beim frei laufen lassen gleich Rodeo vom Feinsten. Ich fragte mich, ob sie das auch so toll kann, wenn ich drauf sitze. James kam und fragte mich, ob ich mir trotzdem zutraue sie zu reiten. Ganz nach dem Motto: „Wer nichts wagt, …“ schwang ich mich auf das Tier und machte das Gleiche wie mit dem Vorherigen. Ich war super happy als sie ebenfalls brav war und freute mich, mich getraut zu haben.
Am nächsten Tag gings wieder zum Üben auf die Rennbahn und das eine junge Pferd das ich am Vortag geritten bin, schmiss gleich mal den weiblichen Jockey runter. Zum Glück passierte nichts und alles war gut. Nach dem Track gehen wir immer zum Bäcker. Dort gibt es ganz andere Sachen als in Deutschland und neben „Sausage-Rolls“, „Meat-Pies“, „Bacon“ und „Tuna-Sandwich“ muss ich immer eine Weile suchen, bis ich was vegetarisches finde.
Die Arbeit hier ist viel gechillter als auf der letzten Farm und James ist ein total guter Chef. Er sagt nie, dass ich was machen soll, sondern fragt immer, ob ich das machen will. „Do you want to feed the horses?“ Und so weiter. Er schaut auch immer, dass ich nicht zu lange arbeite und verschiebt Sachen somit auch mal auf den anderen Tag, wenn ich schon genug gemacht hab. Wir fangen meistens um 5 an, dann frühstücke ich so um 9, mache Mittag von ca. 12 bis 4 und dann geht’s nochmal bis ca. 6. Das sind gute Arbeitszeiten und das passt auch wegen der Sonne gut, weil die ist mittags am Stärksten.
In der Nacht von Sonntag auf Montag kam ein Fohlen zur Welt. Ganz allein und ohne menschliche Hilfe. James sah es am nächsten Morgen nur im vorbei laufen und sagte es mir. Dann hatte ich einen „Magic-Moment“: Das Fohlen lag und ich konnte es streicheln. Normalerweise stehen sie sofort auf oder die Mama geht dazwischen. Ich konnte mich sogar dazu legen und es blieb liegen und genoss die Streicheleinheiten. Leider hatte ich mein Handy nicht dabei um Bilder zu machen. Ich schob die Zutrauliche Art aber auf die ermüdende Geburt. Mein Chef konnte es gar nicht glauben, weil er sowas auch noch nie gesehen hatte. Am nächsten Tag wollte ich es nochmal versuchen. Wieder genau so lieb blieb das Kleine liegen und ließ sich überall streicheln. In Ruhe konnte ich meine Kamera auf dem Zaun positionieren und lag dann eine halbe Stunde im Matsch und kuschelte mit dem Fohlen und der Mama. Dieses Erlebnis wird mir für immer in Erinnerung bleiben und seither nehme ich mir jeden Tag Zeit für Fohlen und Mama. Es kommt nun sogar immer schon freudig von der großen Koppel aus auf mich zugetrabt und empfängt mich.
Eine Aufgabe von James war, dass ich die Futterkammer aufräumen sollte. Da sah es aus wie im Schweinestall und hatte es bitter nötig. Überall lag Futter auf dem Boden. In stundenlanger Arbeit räumte ich auf und fegte alles gründlich. Mein Chef und ich waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis und es machte mir sogar Spaß.
An einem anderen Tag sollte ich das selbe mit dem Waschplatz machen. Dieser war genau so chaotisch und die Sättel hingen genau neben dem Schlauch, sodass sie jedes mal nass wurden. Ich sortierte und alles bekam seinen Platz. Sogar der kleinen Penny fiel auf, dass es nun viel besser aussieht.
Der nächste Punkt auf der „Aufräum-Liste“ war der Quad-Anhänger. Man muss immer mit Eimern Wasser zu einem Pferd transportieren und wenn das Wasser auf das Heu im Anhänger schwappt, gibt das eine riesige Sauerei. Mit einer Metallstange musste ich die ganze festgeklebte zentimeterdicke Schicht vom Hängerboden lösen. Das brauchte viel Zeit und Kraft. Ich sah danach aus wie ein Schwein und roch auch so. Es sah aus wie Kuhscheiße und nicht mal nach dem Duschen bekam ich den Geruch weg.
Es hat viel geregnet, aber die Temperaturen waren mit um die 30 Grad gut. Auch heftige Stürme und Gewitter waren dabei. Da meine Fenster im Container immer offen sind (Schiebefenster) hab ich leider nicht daran gedacht diese zu schließen. Somit war alles nass, inklusive Klamotten, TV, Ladekabel, Essen und Steckdosen. Zum Glück gabs keinen Kurzschluss und ich konnte alles (außer dem Essen) retten.
Als ich an einem Tag gerade Stroh ausfuhr, entdeckte ich ein Minishetty dessen Hufe grausam aussahen. Es konnte schon gar nicht mehr laufen. Ich wusste nicht wo es her kam, aber ich fing es ein und band es an. Ich fragte ganz viele Leute über Whatsapp wie man Hufe ausschneidet, aber natürlich ist das nicht einfach erklärt. Zum Glück kam mein Chef nach einer Weile wieder und bearbeitete die Hufe des armen Ponys. Danach entließ ich es wieder in die Freiheit.
Die Pferde hier haben alle so lange Mähnen und Schweife und ich konnte das nicht mehr mit ansehen. So suchte ich in Google nach Bilder von Rennpferden und schaute mir an, wie kurz die Mähnen sind. Einigen Pferden verpasste ich dann einen coolen Look und war super zufrieden. Zuhause habe ich das immer meiner Freundin überlassen. Die Pferde hier waren also meine Versuchskaninchen und die Mähnen wurden echt sehr gerade. Ich war hoch zufrieden. Als mein Chef dann kam, versuchte er mir ganz dezent zu erklären, dass man Mähen von Rennpferden eigentlich nie schneidet, sondern immer nur mit einem Messer verzieht, also die langen Haare raus reißt. Mir war das sehr unangenehm und ich hoffe, dass die Haare schnell wieder wachsen, bevor mein Chef sich bei anderen Leuten mit den Frisuren blamiert. Zumal die meisten gar nicht seine Pferde sind. Ich wollte am liebsten im Boden versinken.
Donnerstags essen Kinder im Pub kostenlos und somit machten wir einen Ausflug dort hin. Für mich gabs vegetarische Pizza und Cider (alkoholisches Getränk). Wir waren die Einzigen dort und hatten einen total schönen Abend mit viel zu lachen. Die Pubs sind hier nicht wie in Deutschland und so gehen dort auch oft Familien zum Essen hin.
Am Freitag wollte ich die vier Pferde die am Samstag aufs Rennen gingen einshampoonieren. Ein Pferd war schon fertig, als das Wasser aus ging. Es kam einfach nichts mehr aus dem Schlauch. Hier gibt es kein fließend Wasser und alles kommt aus dem Tank. Deswegen trinken wir auch Regenwasser. Ich wusste leider nicht, wie man Wasser in den Tank bekommt. Mein Chef war nicht da und ich erreichte ihn auch nicht. Somit mussten die Duschen auf den nächsten Morgen verlegt werden.
Samstags morgens war ich aber schnell und machte die 3 restlichen Pferde hübsch fürs Rennen. Auf der anderen Farm habe ich das gehasst und keinen Sinn drin gesehen und hier wasche ich oft einfach so freiwillig die dreckigen Pferde und mache dann dünne Decken drauf, dass sie sauber bleiben. Mein Chef und seine Frau gingen dann aufs Rennen und dafür kamen die Eltern von meinem Chef seiner Frau. Diese wohnen nicht weit von hier weg und sind total nett. Wir hatten den ganzen Samstag über viel Spaß und einiges zu lachen. Außerdem schauten wir Filme zusammen. Die junge Oma der Kinder kochte ein leckeres Essen und ihr war es peinlich, dass ihr niemand gesagt hatte, dass ich Vegetariern bin. Dann gabs halt Gemüse ohne was, aber das war ok für mich.
So ging die Woche schön zu Ende und ich fühle mich hier sehr wohl.

Liebe Grüße
Nadine

Abendessen von meinem Chef seiner Frau
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Futterkammer aufräumen

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Vorher

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Nachher

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Mist im Anhänger

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Mein kleines Fohlen

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das freche, große Fohlen

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Ein paar Stunden nach der Geburt

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frei laufendes Pferd

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Nach der Arbeit

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Hufe vom Pony

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Wombat ist müde

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„Magic Moment“ mit dem Fohlen

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Berry-Pie

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Skypen mit Mama, Bruder und meinem Hund Lucky

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erstes mal Halfter

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Travel makes the best memories

Nachdenklich

Gerade habe ich mir Bilder angeschaut. Von Zuhause. Von der bisherigen Reise. Von den Farmen. Von meiner Familie.

Wenn ich die Fotos von meinem Abschied auf der Arbeit sehe, kommt es mir vor als wäre es letzte Woche gewesen. Mein Abschiedsgeschenk, die Rede meines Chefs der sagte: „Er lässt ein Kind gehen“, die lieben Worte der Kollegen.
Wenn ich die Fotos von Thailand sehe, kann ich mir ganz genau vorstellen wie ich mit Vroni und Saskia die Nacht durch tanze als wäre es gestern gewesen.
Wenn ich die Fotos von Koh-Tao sehe, kann ich mich genau erinnern, wie mir mulmig vor meinem ersten Tauchgang wurde und wie viel Spaß ich mit Chrissy, Jan, Chris, Rylan und Jaela hatte.
Wenn ich die Fotos von der ersten Farm sehe, höre ich wie unsere Biergläser zusammen klingen als würde ich mit Yara und Sophia im Pub sitzen.
Wenn ich die Fotos von Bali sehe, weiß ich ganz genau wie Saskia und ich uns vor und während dem Tattoo stechen gefühlt haben.
Dazu kommt passend das Lied „Freeze“ von Jordin Sparks aus meinen Lautsprechern.

„Freeze the moment, it`s never been better“

„It won`t last forever“

singt sie und hat recht. Auf dieser Reise habe ich gelernt noch bewusster zu leben und jeden Moment zu genießen, aber man kann den Moment leider nicht einfrieren. Nur intensiver erleben. Die Zeit steht nicht still. Deswegen muss man was daraus machen. Keine Sekunde vergeuden.
Was bleibt sind Erinnerungen. Sehr schöne.
Gerade bei uns im Schwäbenländle gilt: Schaffe schaffe, Häusle baue. Darüber hinweg vergessen viele Menschen ihr Leben zu leben. Raus zu gehen, Spaß zu haben, tun was ihnen gefällt.
Dazu gibt es ein schönes Zitat:

„People wait all week for friday, all year for summer, all life for happiness. I travel.“

Man muss nicht immer eine Weltreise starten um glücklich zu sein. Es ist einfach wichtig bewusst zu leben und das beste aus jeder Situation zu machen. Zeit ist was endliches und dessen sind sich viele nicht bewusst,
Mich hätte die „Schwaben-Mentalität“ fast daran gehindert meinen Traum zu verwirklichen. Man wird schief angeschaut wenn man sagt man hat seinen sicheren Job gekündigt um zu reisen. Ich bin froh, dass ich auf mein Herz gehört habe und diese Entscheidung traf. Viele verstehen den Sinn dahinter nicht und wollen es einem ausreden. „Und was machst du danach?“ Die meist gefragte Frage. Wie ich sie hasse. Erstens alles kommt anders. Und Zweitens als man denkt. Und genau deswegen mache ich mir jetzt keine Gedanken darüber was ich mache, wenn ich zurückkomme. Falls ich zurück komme. Vielleicht gewinne ich ja im Lotto, verliebe mich in einen Australier oder werde Jockey. Ok, das war jetzt vielleicht ein kleines bisschen übertrieben 😉
Ich will einfach die Menschen dazu motivieren das zu tun was ihnen Spaß macht und sich nicht von anderen beeinflussen zu lassen.

Leute: Lebt euer Leben, genießt es, lebt jeden Tag als wäre es der Letzte!
Das war das Wort zum Sonntag, Amen.
Wer jetzt bis zum Schluss gelesen hat, verdient sich einen Keks, oder eine Tafel Schokolade, oder ein Eis, …..

Eure Nadine

 

„Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.“ – MOMO, ZWEITER TEIL: DIE GRAUEN HERREN,

Thailand (Koh Phangan) Jan, Jaela, Chrissy und ich
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First day as a jockey

Freitag, 06.11.2015

Natürlich war ich top fit als ich um 5 meinen schnuckeligen Container verließ – nicht ! Ich freute mich aber wahnsinnig auf den ersten Tag und es ging gerade die Sonne auf. Eine etwas frische Brise schlug mir entgegen, aber mit zwei Jacken war ich gut ausgestattet. Die brauchte ich aber ein paar Minuten später nicht mehr. Die Kinder spielten vor der Schule noch auf der Farm. Ich war gleichermaßen überrascht und gerührt als die jüngste Penny mir ein selbst gemaltes Bild schenkte, wo sogar mein Name drauf stand. Darüber freute ich mich wahnsinnig.

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James zeigte mir alles und ich fragte mich (mal wieder) wie ich mir jemals alle Pferdenamen merken sollte. Neben dem Hund Wombat gibt es den Kakadu „Patrick“, die Katze „Smoky“, einen Wellensittich, einige Hühner, einen Hahn und ganz viele Pferde und Kühe. Auf die Nachfrage hin wie viele Pferde es denn seien, bekam ich als Antwort: „Gute Frage, zwischen 30 und 40 vielleicht.“ Das fand ich sehr lustig.

Was ich auch erst nicht glauben konnte: Die Pferde leben hier frei. Ja, richtig gelesen. Die Vierbeiner dürfen sich überall komplett frei bewegen. So kann es passieren, dass ein Pferd zu meinem Fenster rein schaut, ich gerade Heu hole und mir auf einmal jemand über die Schulter schaut oder ich morgens aufwache, weil eine Herde wild gewordener Pferde neben meinem Schlafzimmer galoppiert. Irgendwie erinnert mich das an Pippi Langstrumpf, auch wenn der Affe fehlt 😉 Sowas hätte ich als Kind gerne gehabt und die drei Kleinen haben hier echt einen schönes Zuhause um aufzuwachsen. Auch total lustig: Wombat (der Hund) jagt immer die Pferde und die preschen dann bockend übers Gelände und der Hund im Vollspeed hinterher. Das sieht zum schießen aus und die Pferde spielen richtig mit Wombat.
Die derzeit 11 Rennpferde die gearbeitet werden stehen in offenen Boxen mit Dach über Nacht und kommen Tagsüber in Paddocks. Meine erste Aufgabe bestand darin Heu zu füttern. Wie schon auf der letzten Farm mache ich das auch hier mit einem Quad und Anhänger, weil die Farm sehr groß ist und überall versteckt Pferde stehen. Die Zuchtstuten haben sehr große Paddocks und diese bekommen auch Heu. James war sehr beeindruckt wie gut ich mit dem Quad rückwärts fahren kann, aber ich habe ja auch schon viel Übung. Er meinte das spart unheimlich viel Zeit, wenn er mir das nicht mehr erklären muss.
Spannend wurde es dann, als ich mein erstes Pferd reiten durfte. Wofür ich auf der letzten Farm ewig kämpfen musste, ist hier Teil meiner Arbeit. Der Wallach „Apfel“ war sehr brav beim fertig machen und er ist eins der besten Rennpferde hier. Irgendwie hatten wir aber Probleme einen Sattel mit den richtigen Bügeln für mich zu finden und mussten einiges rumprobieren. Apfel war sehr geduldig und ließ sich vier verschiedene Sättel aufprobieren. Die erste Schwierigkeit bestand darin, dass ich vom Boden aus aufsteigen muss und das möglichst schnell, weil so ein junges Rennpferd nicht geduldig wartet bis man seinen Hintern in den Sattel geschwungen hat. Es sah nicht ganz galant aus und ich will nicht wissen, was mein Chef dachte. Das muss ich noch üben. Erst ritt ich Schritt und Trab in einem kleinen Roundpen und dann ließ mich James in die große Arena. Diese ist groß und rund. Er gab mir die Anzahl der Laps (Runden) vor und weg war er. Da saß ich nun also auf dieser Rennsemmel und hatte ganz schön viel Geld unter dem Hintern. Ich sollte mich mit einem Finger am Martingal festhalten, so James, falls Apfel bockt. So ein Vollblut ist schon noch mal was ganz anderes als ein Warmblut (das ist die Pferderasse).

Ein paar Runden ließ ich das Pferdchen am anstehenden Zügel traben und er war total gelassen. Im Galopp wollte er vorwärts, aber er ist ja nicht umsonst Rennpferd. Trotzdem ließ er sich super kontrollieren. Hier auf der Farm machen wir nur die „Slow-work“ also arbeiten die Pferde im ruhigen Tempo, damit sie Kondition bekommen. Rennen dürfen sie nur, wenn sie auf die Übungsrennbahn den „Track“ gehen. Als die Rennsemmel und ich gleichermaßen nass geschwitzt waren, hörte ich sehr zufrieden auf.
Das kleine Örtchen Kumbia hat eine Rennbahn und dort fuhren wir hin um Zäune zu reparieren. Ich war Handlanger und ein paar Leute waren dort um zu helfen. Mein Chef stellte mich einigen Leuten aus dem Dorf vor und diese empfingen mich sehr freundlich.

Der Abstecher im Metzger war für mich als Vegetarierin weniger angenehm, aber ich atmete einfach nur den Mund um das Fleisch nicht riechen zu müssen. Auch der Metzger war gleich sehr nett zu mir und die Rentner da drin ebenfalls. Als James einfiel, dass ich Vegetarierin bin, tat es ihm total leid und er entschuldigte sich. Mir machte es nichts aus.
Ohne irgendwelche Übertreibung kam ich mir vor wie im Westernfilm. Die Stadt Kumbia hatte bis vor kurzem einige Geschäfte, die aber alle pleite sind und nun leer stehen. Das ist jetzt wie in einer Geisterstadt. Man könnte sich auf die Hauptstraße setzten und warten bis ein Auto kommt. Bei 400 Einwohnern ist es kein Wunder, dass es nur 4 Kinder im Kindergarten gibt. James` drei Kinder gehen hier zur Schule. Die Läden sehen aus wie Saloons nur ohne Schwingtüren. Die Menschen tragen Cowboyhüte und Cowboystiefel und mit wenig Fantasie kann man sich vorstellen, hier Kutschen vorbei rollen zu sehen. Wenigstens die Straße ist geteert. Ich sagte James, dass das die perfekte Filmkulisse für einen Wild-Westenfilm sei und er lachte. Auch wie überall in Australien sitzen die Hunde hier auf den Ladeflächen der Autos.
Ich hatte eine sehr lange Mittagspause und James fuhr weg.
Für den Tierarzt der kommen sollte, wollten wir ein Fohlen einfangen. Mit diesem wurde aber bisher nichts gemacht und somit war es total scheu. Man konnte nicht mal dran denken ein Halfter drauf zu machen. Für die Kühe gibt es eine Art Gasse. Dort trieben wir das Kleine hinein und schafften es gemeinsam es aufzuhalftern. Führen wollte es sich auch nicht richtig lassen und es flossen viele Schweißperlen bis wir am Anbindeplatz waren. Ständig fiel das Kleine vor lauter Panik hin und wollte weg rennen.
Der Tierarzt sieht aus wie Dr. Bob vom Dschungelcamp und hat so einen Ganzkörperanzug an. Er ist super nett und ich hab mich gut mit ihm unterhalten. Mit dem Ultraschall guckte er bei vier Stuten, ob diese trächtig sind und tatsächlich waren alle es. Der liebe Tierarzt bezog mich total in die Untersuchung ein und zeigte mir alles ganz genau auf dem Ultraschall. Das war sehr interessant und ich konnte all die kleinen Herzchen schlagen sehen. Total beeindruckend und goldig. Da war mein Chef natürlich happy, dass alle trächtig waren.
Hat von euch schon mal jemand bei einer Kastration zu geschaut? Also ich bisher auch nicht. Der Plan von dem Tierarzt ich solle ihm assistieren, war deshalb nicht gerade erwartungsgemäß für mich. Der Hengst bekam zwei Spritzen und dann fiel er auf der Wiese um. In Deutschland würde man das in einer Klinik machen, aber hey: „No worries, mate!“. Ich musste den Kopf von diesem 500kg Tier halten und dann vorsichtig auf den Boden legen, als der Rest schon lag. Halleluja war das schwer, aber ich bekam ein großes Lob vom Doktor. Dieser fing gleich an unten rum zu schnibbeln. Nach 2 Minuten schmiss er einfach so einen großen Hoden auf die Wiese. Ich befahl mir stark zu bleiben. Tiiiiiief durchatmen, 1, 2, bald geschafft. Als ich mich gerade wieder gesammelt hatte, kam der Hund, schnappte sich das Ei und weg war er. Iiiiiiiiiiiiiiiih gitt !

Das Schwierige war das Aufstehen. Bereits 10 min. nach den Spritzen, stand das jetzt Wallach gewordene Pferd auf. Meine Aufgabe war, als er stand, seinen Kopf mittig zwischen den Vorderbeinen zu halten (wegen der Balance). Das wankende Schiff war nicht einfach zu kontrollieren und ich musste meine ganze Kraft aufwenden um ihn „in Spur“ zu halten. Das war Schwerstarbeit, aber bald schon durfte ich ihn zurück in eine Box bringen. Das war geschafft.
Mein Chef war Zwischenzeitlich ein anderes Pferd mit dem Motorrad holen gegangen. Das Grundstück ist so riesig, dass man die Pferde erst suchen muss und dann laufen die am Halfter und Strick neben dem Motorrad her. Alles komplett verrückt!

Bei der Kastration des zweiten Hengstes gabs Komplikationen und das zweite Ei war in den Bauch gerutscht. Das konnte der Doktor nicht raus holen und somit muss der „Halbhengst“ nun in die Klinik.
Nachdem ich die zweite Kastration auch überlebte, sollte ich füttern. Ich muss das Futter selbst zusammen mixen und nach meinen ratlosen Blicken, schrieb mir James zum Glück alles auf. Das hätte ich mir nicht merken können. 10 verschiedene Pferdefutter und Pülverchen. Das geht auch mit dem Quad und es dauert eine ganze Weile bis 20 Pferde ihr Futter haben (der Rest, quasi die „Wildpferde“ ernähren sich nur vom Gras auf der Wiese).
Es war schon dunkel als ich fertig war und zum Essen ins Haus ging. Da ich keine eigene Küche habe, esse ich mit der Familie. Es gab einen guten Salat und Nudeln mit Soße. Zum Nachtisch bekamen wir Eis.
Ich finde es sehr gut, dass ich nicht allein essen muss und die Kinder sind total süß. Über die Sprüche von ihnen könnte ich mich tot lachen. James gab mir einen USB-Stick mit Filmen, dass es mir abends nicht langweilig wird. Leider bekomme ich hier den Sender nicht rein, auf dem X-Faktor und „home and away“ kommen und das finde ich sehr doof.
Ich hatte einen tollen ersten Tag und habe schon viel gelernt.

Grüße vom neuen Jockey
Nadine

Wombat

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einer der Hengste

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Apfel

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Der Hahn

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Lost in the outback

Donnerstag, 05.11.2015

Irgendwie vergaß ich den Wecker zu stellen und wurde um 15 vor 10 von einem Junge geweckt, von dem ich mir abends das Ladekabel ausgeliehen hatte. Zum Glück. Um 10 war checkout und ich musste noch packen. Hier sind die damit aber zum Glück nicht streng.
Beim letzten Frühstück in Gesellschaft unterhielt ich mich noch mit einigen vom Hostel. Eigentlich wollte ich dann los fahren, aber mein neuer Chef schrieb mir eine Mail, dass er nicht vor 5 auf der Farm ist wegen einem Pferderennen.
So chillte ich im Hostel und verließ dieses pünktlich um 1.
Die eigentlich 4 stündige Fahrt zog sich wie Kaugummi und allein war es echt langweilig. Irgendwie lud mein Handy nicht und zwei Mal musste ich anhalten um es neu zu laden und Google Maps nochmal an machen. Außerdem verfuhr ich mich noch zwei mal. Dann ging es die letzten ein und halb Stunden nur gerade aus auf einer Art Landstraße und es kam mir nicht mal ein Auto entgegen. Da hatte ich schon eine Vorahnung, wo mein neues Zuhause sein würde. Plötzlich hörte sogar die Straße auf und ich fuhr auf Sand. Zum Glück hab ich einen Jeep. Eine halbe Stunde vor dem Ziel verlor mein Google Maps auch noch ein paar Mal das Signal und ich verfuhr mich erneut. Auf einem engen Schotterweg ging es an einer Pferderennbahn vorbei und mein Navi sagte mir, dass ich das Ziel erreicht hätte.
Ich stand also in der Dämmerung auf einem fremden, kleinen Hof und fragte mich wo die Pferde sind. Ein Mann um die 70 stand nur mit einem Unterleib bedeckenden Handtuch da und schaute mich fragend an. Er würde gerade aus der Dusche kommen. Sein Hund bellte mich wild an und war zu meinem Glück angeleint. Vorsichtig fragte ich nach, ob er James sei. Nein, er kenne den Rennstall nicht und hier wäre ich falsch. Leichte Panik stieg in mir auf, zumal es schon dunkel wurde. Nach kurzem Nachdenken fiel dem Mann ein, dass er meinen Chef doch kennt.
Er suchte vergeblich dessen Nummer die ich leider auch nicht hatte. Ich schrieb eine Mail, dass ich mich verfahren hatte und der nette Farmer erklärte mir drei mal ganz ausführlich den richtigen Weg. Es seien noch 10 km, so die Aussage.
Die Beschreibung war tatsächlich super, aber ich musste auf dem einsamen Highway an jeder Farm anhalten und nach der Hausnummer gucken.
Es war stockdunkel als ich endlich am richtigen Ziel ankam. Mein Chef und seine Frau Kate misteten gerade Boxen. Der andere Farmer hatte die Nummer gefunden, angerufen und gesagt, dass ich mich verfahren hatte.
James und seine Frau stellen mich ihren drei süßen Grundschulkindern vor. Außerdem empfing mich der Hund Wombat freundlich. Diese heißt so, weil sie laut den Kindern aussieht wie ein Wombat.
Ich durfte gleich mein „Donga“ beziehen. Das ist so ein Container wie auf meiner zweiten Farm. Sehr gemütlich, mit einem Bett, Bad und TV drin. Leider gehen die meisten Steckdosen nicht und im Bad funktioniert das Licht nicht, aber sie versprachen mir einen Elektriker zu holen. Sie meinten sie wussten nicht mal in welchem der Container Zustand sei, weil sie seit Ewigkeiten dort nicht mehr reingeschaut hätten. Die versprochene Küche war auch noch nicht eingebaut und ich solle mir überlegen, ob ich in Zukunft mit der Familie essen will, oder sie noch eine Küche einbauen sollen.
Zum Abendessen wollten sie mich überraschen und machten Lasagne. Als ich sagte, dass ich Vegetarier bin, fanden sie aber noch Nudeln mit Kohl für mich. Die Familie ist super nett und auch die Kinder total cool. Das Haus von ihnen ist sehr groß und es hat viel Platz.
James fragte mich ob es ok wäre, wenn wir um 5 morgens anfangen, dass es noch nicht so heiß ist.
Eine Weile aßen wir und redeten und dann ging ich ins Bett meines neuen Zuhauses. Hier werde ich mich glaube ich wohl fühlen. Die Hündin Wombat durfte bei mir schlafen.

Liebe Grüße vom neuen Zuhause
Nadine

So sah es da aus
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Try to surf 2nd

Mittwoch, 04.11.2015

Der Tag war gekommen: Mit gemischten Gefühlen wachte ich auf. Meine Vorfreude auf meine Surfstunde war unglaublich, aber gleichzeitig brach der letzte gemeinsame Tag von Aylin und mir an (wie romantisch 😉 ).
Um halb 10 wurde ich pünktlich von meinem jungen Surflehrer am Hostel abgeholt. In der 10 minütigen Fahrt gings an den „Spit Beach“. Dort bekamen wir unsere Shirts und die Surfboards. Diese waren viel größer als die bei unserem letzten Versuch und zu zweit mussten wir die sperrigen Dinger an den Strand schleppen. Zuerst gabs eine kurze Theorie die schon mal komplett von der von Nils abwich. Nils hatte uns gesagt wir sollen auf das Brett springen und unsere beiden Lehrer erklärten uns vier Schritte, wie wir leicht auf das Brett kommen sollten. Das hörte sich ja eigentlich ganz einfach an. Theoretisch.
Ein bisschen mulmig wurde mir ja schon, als wir dann mit den großen Brettern ins Wasser marschierten. Die letzte Surflesson hatte seine Spuren in meinem Kopf hinterlassen. Zum Glück waren die Wellen hier nicht so hoch und man konnte auch problemlos stehen. Zumindest war also die Ertrinkgefahr diesmal gleich gebannt und ich fühlte mich an der Seite der Surflehrer sicher. Nacheinander liefen wir zu diesen hin. Das hieß gleichzeitig, dass diesmal das Paddeln auch weg fiel. Das liegt mir eh nicht so 😛 Der junge, gut aussehende (ganz klischeehafte) Lehrer befahl mir mich aufs Board zu legen. Als die perfekte Welle kam, schob er mich an und ganz schnell war ich auf der Welle drauf. Was beim letzten Mal gar nicht geklappt hatte, war heute ein Kinderspiel. Irgendwie hatte ich vor lauter lauter meine vier Schritte vergessen und zappelte wie ein Fisch auf dem Brett herum. Der Surflehrer lachte und ich versuchte es erneut. Bei den nächsten Anläufen war es um einiges besser aber ich ließ das Board immer zu früh los und schaffte es nicht das Gleichgewicht zu halten. Somit machte ich immer gleich wieder einen Abgang ins Wasser. Mein Ehrgeiz war geweckt. Die anderen 7 hatten die selben Probleme aber ich wollte es schaffen. Neuer Versuch: Aufs Brett legen, hochziehen, Knie aufstellen, in die Hocke gehen und drehen und am Brett festhalten, langsam aufstehen. Und: Ich stand !! Das war ein wahnsinniges Gefühl auf einmal auf so einem Brett zu stehen. Bis zurück zum Strand schaffte ich es stehen zu bleiben und die Surflehrer klatschten beide in die Hände. Die Surfschule „Get Wet“ verspricht sogar Geld zurück, wenn man es nicht schafft aufzustehen. Ein paar Mal konnte ich danach noch auf dem Surfboard stehen und freute mich total. Dann waren die 2 Stunden auch schon vorbei.
Im Auto war ein Laptop mit einer Diashow mit allen gemachten Bildern. 15$ waren mir zum Kaufen zu viel und deswegen fotografierte ich die Fotos auf der Rückfahrt heimlich ab.
Fazit: Die 45$ für zwei Stunden surfen waren ok. Jedoch haben die Surflehrer am Anfang Hilfestellung geleistet und sind danach einfach aus dem Wasser. Sie haben nichts mehr gesagt oder gemacht, hatten also einen relativ faulen Job. Man merkt auch einfach, dass es eine totale Massenabfertigung ist und man nur einer von mehreren hundert Schülern pro Tag ist. Der Spaßfaktor ist aber definitiv groß und das war nicht mein letztes Mal auf einem Surfbrett. Die beiden Lehrer waren zwar nett, aber nicht wirklich freundlich oder interessiert. Auf meine Frage hin, ob es am Strand eine Dusche gäbe, bekam ich eine schroffe Antwort zurück ich hätte im Hostel eine Dusche. Ich wollte ihm erklären, dass ich nur meine Ohren ausspülen muss um keine Entzündung zu bekommen, aber da hörte er gar nicht zu. Es gab aber zum Glück eine Dusche vor Ort.
Im Hostel entspannten wir uns noch eine Weile am Pool und dann fuhr ich Aylin in ihr neues Hostel für eine Nacht in „Coolangatta“. Es ist sehr schade, dass sich unsere Wege trennen. Wir hatten auf jeden Fall 6 richtig geniale Wochen zusammen, haben uns zusammen auf der Farm aufgeregt, zusammen bei allen Liedern im Auto mitgesungen, einen genialen (wenn auch kurzen) Roadtrip gehabt und einige Nächte durchgetanzt. Aylinchen (Kind) ich werde dich vermissen ! Pass auf dich auf und ganz viel Spaß auf der neuen Farm ! Wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt 🙂
Ich war gerade zurück im Hostel als es anfing zu regnen. Es hörte auch nicht mehr auf. Der Regen wurde stärker und stärker und man dachte die Welt geht unter. Mit den gleichen Leuten wie am Vorabend saß ich auf der Terrasse und wir guckten der untergehenden Welt zu. Das hatte was entspannendes 😛 Sie wollten mich überreden mit ihnen feiern zu gehen, aber ich zog mein Bett vor. Viel zu früh schlief ich an meinem letzten Abend im Hostel, in Freiheit, an der Goldcoast und in Gesellschaft ein.

Grüße vom Surfprofi (Spaß)
Nadine

 

Hostel

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Sorry für die schlechte Qualität. Wie gesagt, ist nur abfotografiert

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