Lost in the outback

Donnerstag, 05.11.2015

Irgendwie vergaß ich den Wecker zu stellen und wurde um 15 vor 10 von einem Junge geweckt, von dem ich mir abends das Ladekabel ausgeliehen hatte. Zum Glück. Um 10 war checkout und ich musste noch packen. Hier sind die damit aber zum Glück nicht streng.
Beim letzten Frühstück in Gesellschaft unterhielt ich mich noch mit einigen vom Hostel. Eigentlich wollte ich dann los fahren, aber mein neuer Chef schrieb mir eine Mail, dass er nicht vor 5 auf der Farm ist wegen einem Pferderennen.
So chillte ich im Hostel und verließ dieses pünktlich um 1.
Die eigentlich 4 stündige Fahrt zog sich wie Kaugummi und allein war es echt langweilig. Irgendwie lud mein Handy nicht und zwei Mal musste ich anhalten um es neu zu laden und Google Maps nochmal an machen. Außerdem verfuhr ich mich noch zwei mal. Dann ging es die letzten eineinhalb Stunden nur gerade aus auf einer Art Landstraße und es kam mir nicht mal ein Auto entgegen. Da hatte ich schon eine Vorahnung, wo mein neues Zuhause sein würde. Plötzlich hörte sogar die Straße auf und ich fuhr auf Sand. Zum Glück hab ich einen Jeep. Eine halbe Stunde vor dem Ziel verlor mein Google Maps auch noch ein paar Mal das Signal und ich verfuhr mich erneut. Auf einem engen Schotterweg ging es an einer Pferderennbahn vorbei und mein Navi sagte mir, dass ich das Ziel erreicht hätte.
Ich stand also in der Dämmerung auf einem fremden, kleinen Hof und fragte mich wo die Pferde sind. Ein Mann um die 70 stand nur mit einem Unterleib bedeckenden Handtuch da und schaute mich fragend an. Er würde gerade aus der Dusche kommen, so seine Aussage. Sein Hund bellte mich wild an und war zu meinem Glück angeleint. Vorsichtig fragte ich nach, ob er James sei. Nein, er kenne den Rennstall nicht und hier wäre ich falsch. Leichte Panik stieg in mir auf, zumal es schon dunkel wurde. Nach kurzem Nachdenken fiel dem Mann ein, dass er meinen Chef doch kennt.
Er suchte vergeblich dessen Nummer die ich leider auch nicht hatte. Ich schrieb meinem neuen Chef eine Mail, dass ich mich verfahren hatte und der nette Farmer erklärte mir drei mal ganz ausführlich den richtigen Weg. Es seien noch 10 km, so die Aussage.
Die Beschreibung war tatsächlich super, aber ich musste auf dem einsamen Highway an jeder Farm anhalten und nach der Hausnummer gucken.
Es war stockdunkel als ich endlich am richtigen Ziel ankam. Mein Chef und seine Frau Kate misteten gerade Boxen. Der andere Farmer hatte die Nummer gefunden, angerufen und gesagt, dass ich mich verfahren hatte.
James und seine Frau stellen mich ihren drei süßen Grundschulkindern vor. Außerdem empfing mich der Hund Wombat freundlich. Diese heißt so, weil sie laut den Kindern aussieht wie ein Wombat.
Ich durfte gleich mein „Donga“ beziehen. Das ist so ein Container wie auf meiner zweiten Farm. Sehr gemütlich, mit einem Bett, Bad und TV drin. Leider gehen die meisten Steckdosen nicht und im Bad funktioniert das Licht nicht, aber sie versprachen mir einen Elektriker zu holen. Sie meinten sie wussten nicht mal in welchem der Container Zustand sei, weil sie seit Ewigkeiten dort nicht mehr reingeschaut hätten. Die versprochene Küche war auch noch nicht eingebaut und ich solle mir überlegen, ob ich in Zukunft mit der Familie essen will, oder sie noch eine Küche einbauen sollen.
Zum Abendessen wollten sie mich überraschen und machten Lasagne. Als ich sagte, dass ich Vegetarier bin, fanden sie aber noch Nudeln mit Kohl für mich. Die Familie ist super nett und auch die Kinder total cool. Das Haus von ihnen ist sehr groß und es hat viel Platz.
James fragte mich ob es ok wäre, wenn wir um 5 morgens anfangen, dass es noch nicht so heiß ist.
Eine Weile aßen wir und redeten und dann ging ich ins Bett meines neuen Zuhauses. Hier werde ich mich glaube ich wohl fühlen. Die Hündin Wombat durfte bei mir schlafen.

Liebe Grüße vom neuen Zuhause
Nadine

So sah es da aus
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