Rain in Namibia

Donnerstag, 06.09.2018

Krankentag

Zum Glück war an dem Morgen kein Ritt und Marie sagte, der Azubi und ich könnten um 8 Uhr anfangen. Leider war der Azubi sehr motiviert und wollte schon nach 7 Uhr anfangen. Von einem lauten Geräusch wachte ich auf. Da mein Vordach aus Wellblech ist, hörte es sich lauter an als es war, aber es regnete. Jawohl, Regen in Namibia und das vor der eigentlichen Regenzeit. Seit März hat es hier nicht geregnet. Wie ein kleines Kind beim ersten Schnee saß ich vor dem Fenster. Leider war der Regen nach nicht mal zwei Minuten wieder vorbei und die Erde wurde noch nicht mal richtig nass.

Wir fütterten, frühstückten und dann war der Moment gekommen: Endlich konnte ich das erste Mal seit ich hier bin auf dem Reitplatz reiten. Sonst hat das nie geklappt. Ich freute mich total darauf „meine“ Pewa zu reiten und war echt gespannt. Leider hatte ich irgend was falsches gegessen und mir ging es total schlecht. Ich hatte richtig starke Magenkrämpfe und konnte mich kaum auf dem Pferd halten. Leider wurde Pewa schon mehrere Monate nicht mehr auf dem Platz geritten und war sehr guckig. Alles war gefährlich und sie hatte vor allem Angst und machte Sätze zur Seite. Links angaloppieren klappte auch nicht und ich musste echt geduldig sein. Dann kam die Besitzerin von der Lodge vorbei die auch reitet und gab mir ein bisschen Unterricht. Nach einer Stunde stieg ich klatsch nass vom Pferd ab und war alles andere als zufrieden. Danach wurden die Magenkrämpfe so schlimm, dass ich noch nicht mal mein Pferd absatteln konnte und mich im Stall auf den Boden legte. Laura die an dem Tag frei hatte kam und brachte mir eine Decke. Ich konnte vor Schmerzen fast nicht mehr aufstehen. Sie versorgte Pewa und half mir dann zurück in meine Wohnung zu laufen. Vor lauter Schmerzen lief mir der Schweiß runter. Laura war super lieb, brachte mir Tee und besorgte Medikamente. Marie kam und sagte ich solle im Bett bleiben. Das war wirklich ein sehr schlechtes Timing. Da hätte ich einmal ein paar Pferde auf dem Platz reiten können und dann sowas. An Schlafen war auch nicht zu denken und es wurde gar nicht besser.

Zum Glück übernahm meinen Nachmittagsritt Marie und ich konnte im Bett bleiben. Die Schmerzen ließen nicht nach und ich freute mich über meine Wärmflasche. Auch an Essen war an diesem Tag nicht mehr zu denken.

Schmerzerfüllte Grüße
Nadine

Bushbreakfast, Galopp with Zebras and more

Mittwoch, 29.08.2018 bis Montag, 03.09.2018

Spannende Woche

Da der Tagesablauf ja eigentlich immer ähnlich ist, nun mal ein Wochenbericht.

Mittwochs war mein freier Tag und ich machte nicht viel. Zum Glück kann ich mich hier ab und zu ins Büro setzten, wo das WLAN besser ist und ein paar Sachen erledigen. So gab es wieder einige Blogeinträqe aufzuholen.

Am Donnerstag ritt ich wieder mit der Engländerin und wir hatten viel Spaß beim Ritt.

Freitags fand das erste vegetarische Buschfrühstück in der Geschichte der Lodge statt. Normalerweise hat man das nicht, aber die Engländerin und ich hatten ein „Breakfast for two“ und durften das Frühstück im Busch zu zweit genießen. Sie ist wie ich auch Vegetarierin und so bekamen wir viel Käse serviert. Wie schon erwähnt, fährt immer derjenige zum Aufbauen des Frühstücks der keinen Ritt hat und so wartet ein gedeckter Tisch, wenn man nach dem zweieinhalb Stunden Ritt dort ankommt. Auch beim Frühstück hatten wir richtig tolle Gespräche und wussten uns viel zu erzählen. Das war bisher das entspannteste Frühstück für mich.

Nachmittags hatte ich keinen Ritt und musste ein paar Sachen sauber machen und aufräumen.

Samstag durfte ich morgens wieder mit den zwei Damen raus die gut reiten können. Ich hatte wieder Pewa und somit hatten wir alle schnelle und fitte Pferde. Ich entschied mich also eine Runde zu reiten die sehr weit ist. Da geht es einmal zum Grenzzaun und wieder zurück und bisher bin ich diese Runde noch nie geritten. Dafür ist die Strecke aber sehr einfach, da es immer gerade aus geht, dann einmal rechts und dann wieder zurück. Man muss schon viel traben und galoppieren um mit der Zeit hin zu kommen und zum Glück war es nicht so warm. Es machte viel Spaß und die beiden Frauen genossen die Galoppeinheiten auch total. Auf diesem Weg kann man überall galoppieren und es ist schwer die Zeit einzuschätzen. Als wir gerade kurz vor dem Grenzzaun waren, sahen wir eine riesige Herde Zebras. Ich sagte einfach nur „schnell Galopp!“ und wir galoppierten an. Endlich erfüllte sich der Wunsch der beiden und die Zebras galoppierten eine ganze Weile direkt neben uns her. Das war so faszinierend und ein richtig magischer Moment, den man so gar nicht beschreiben kann. Die beiden Damen war gleichermaßen geflashed. So hatten wir auf dem Weg nach Hause noch ein tolles Gesprächsthema. Ich war total froh den beiden diesen Traum erfüllen zu können. Ein paar Minuten waren wir zu spät, aber das machte nichts.

Nachts wird es sehr kalt

Nachmittags hatte ich dann wieder einen Anfängerritt im Schritt auf Stute Twinky. Man merkt, dass zur Zeit Ferien sind, denn so sind viele Familien da und viele davon wollen hier auch mal das Reiten ausprobieren.

Am Sonntag durfte unser Azubi den zweieinhalb Stunden Ritt guiden und ich sollte mit um zu schauen, dass alles klappt und als Backup falls was ist. Wir hatten ein Ehepaar dabei die im Safaricamp übernachten und wo der Mann erst kürzlich das Reiten angefangen hat. Ich hatte Stute Sterni und unser Azubi ritt quer durch den Busch. Der eine Mann hatte so ein großes Pferd, dass er ständig im Dornenbusch hängen blieb. Er konnte die Lenkung noch nicht so genau beeinflussen und tat mir echt leid. Das Gestrüpp wurde immer dichter und wir ritten die erste Stunde da durch. Da wir nicht viel trabten und gar nicht galoppierten, blieben wir nur in den Wanderwegen, was ein bisschen langweilig war. Tiere sahen wir leider auch keine. Als ich meine Reithose auszog sah ich erst mal, dass ich überall voller Kratzer war, die teilweise auch geblutet hatten. Auch meine Arme waren voller Schrammen.

Montags hatte ich wieder frei, was ich doof fand, da ich ja erst einen freien Tag hatte. Man kann ja auch hier ohne WLAN, TV und wenn alle anderen arbeiten nichts machen. So machte ich an diesem Tag nicht viel.

Liebe Grüße
Nadine

The Wind is blowing

Dienstag, 28.08.2018

Stürmischer Tag

An diesem Morgen hatte ich einen Anfängerritt mit einem Mädchen das immer zur Ponyzeit in den Stall kommt. Sie ist täglich mehrere Stunden im Stall und lernt alles rund ums Pferd. Ich hatte Stute Bonti und wir ritten nur Schritt. Da das Mädchen Angst hat, nahm ich sie an den Führstrick. Es war super kalt und total windig. Ich saß mit mehreren Jacken und Schal auf dem Pferd und fror total. Man dachte der Wind bläst einen vom Pferd. Außerdem gibt es dann immer Sandstürme und man bekommt ganze Ladungen Sand ins Gesicht, was nicht so angenehm ist.

Nachmittags war ich dann mit der Engländerin vom Vortag allein unterwegs. Wir unterhielten uns so gut, dass wir fast nur Schritt ritten und hatten einen total schönen Ritt. Sie ist eine richtige Lady und total süß. Sie machte mir Komplimente zu meinem guten Englisch, was mich natürlich super freute. Ich hatte zum ersten Mal Stute Kim, die eigentlich Springpferd ist und noch nicht lang hier ist. Die machte ein paar Mal einen Satz zur Seite, aber ist fein zu reiten. Tiere sahen wir wegen dem Wind leider keine, aber hatten trotzdem Spaß.

Liebe Grüße
Nadine

 

Nice ride

Montag, 27.08.2018

Nochmal Giraffen 

Morgens stand für mich ein Anfängerritt mit einer Familie auf dem Plan. Das ist immer eine Herausforderung weil niemand reiten kann, die Pferde immer fressen wollen und man die Gruppe sehr gut zusammen halten muss, dass nichts passiert. Die Familie war cool drauf und wir hatten einige Gesprächsthemen. Das kleine der Kinder hatte ich am Führstrick und ich ritt Stute Bonti. Die Familie war begeistert und wir hatten einen entspannten Ritt.

Nachmittags durfte ich wie am Vortag wieder mit Mutter und Tochter los. Diesmal war außerdem eine 73 jährige Engländerin dabei, die neu angereist war. Sie hatte ein spezielles Sitzkissen für den Sattel dabei und ich bewunderte sie, dass sie in dem Alter noch zwei Mal am Tag zweieinhalb Stunden reiten will. Sie war super fit und ich beeindruckt. Die Dame hatte Glück, denn auf diesem Ritt sahen wir wieder Giraffen. Ich hatte meine Lieblingsstute Pewa, die absolut keine Angst vor Giraffen hat. Wir machten viele Fotos und alle waren happy.

So ging ein weiterer, schöner Tag zu Ende und ich genieße wirklich jede Minute hier. Besser könnte es nicht sein.

Liebe Grüße aus dem Busch
Nadine

Bush-Guiding

Sonntag, 26.08.2018

Giraffe am Wasserloch

Obwohl es am Vortag so anstrengend war, mussten wir wie immer um 6.30 Uhr im Stall stehen. Mein Ritt ging aber erst um 8.30 Uhr los und so konnte ich nach dem Füttern noch frühstücken. Wieder war ich mit einer Teenagerin unterwegs und diesmal hatte ich den Riesen Max. Es war ein eineinhalb Stunden Ritt und ich wählte meine Lieblingsroute durch den Wald. Der Ritt war super und als wir gerade galoppierten, löste sich mein Walkie-Talkie und fiel runter. Ich parierte gleich durch, aber fand die Stelle nicht mehr wieder, wo ich es verloren hatte. Die Büsche sind dort ziemlich hoch und das schwarze Funkgerät fällt nicht unbedingt auf. Zum Glück funkte genau in dem Moment jemand was durch, sodass ich es anhand des Geräusches fand. Normalerweise funkt da nicht oft jemand, aber das war wirklich Glück. Ich sammelte es auf und wollte wieder aufsteigen, aber leider ist Max so riesig, dass ich nicht mehr hoch kam #peinlich. Da wir aber im Wald waren fand ich einen Baumstamm und kletterte auf das große Ross.

Nachmittags war ich mit der Mutter und Tochter unterwegs mit denen ich im Etosha war. Zum ersten Mal hatte ich den Endmaßponywallach Oshali. Ich war echt positiv überrascht von diesem und er war super zu reiten. Es ging zweieinhalb Stunden durch schöne Landschaften und wir ritten zum Wasserloch. Wenn man Glück hat, trifft man da Tiere und wir hatten besonders Glück. Am Wasserloch stand nämlich ein einsamer Giraffenbulle und trank. Da waren wir natürlich alle gleichermaßen fasziniert, denn hier hatte ich noch nie eine Giraffe gesehen. Das war wirklich beeindruckend und wir konnten in Ruhe Fotos schießen, ohne dass er sich davon machte. So ein Glück muss man erst mal haben.

Das war wieder ein genialer Tag und mir macht es super viel Spaß hier.

Liebe Grüße
Nadine

Etosha-Nationalpark

Samstag, 25.08.2018

Ein unvergesslicher Tag mit den wilden Tieren Namibias

Auf diesen Tag freute ich mich schon die ganze Woche, denn ein großes Highlight stand an. Ich durfte auf einer Tour in den berühmten Etosha-Nationalpark mit fahren. Dazu auch noch mit der Mutter und Tochter mit denen ich schon geritten war und so gut verstand.

Der Etosha-Nationalpark ist ein Naturschutzgebiet im Norden Namibias und zählt zu den bedeutendsten Wildreservaten Afrikas. In Namibia ist er mit Abstand der wichtigste und bekannteste Nationalpark.  Im Etosha Nationalpark findet man mehr als 110 Säugetierarten und 340 verschiedene Vogelarten.

Quelle: https://www.info-namibia.com

Mein Wecker klingelte schon um 5 Uhr und ich stellte schnell fest, dass es eine sehr schlechte Idee ist hier morgens zu duschen. Alles funktioniert über Solar und so früh ist das Wasser noch eiskalt. Wenigstens war ich danach gleich richtig wach.

Um 5.45 Uhr trafen wir uns mit unserem Guide Jimmy vor der Rezeption und dann konnte die Fahrt beginnen. Schon allein bis zur Straße fährt man von hier aus 20 Minuten und bis man am Park ist, vergehen zweieinhalb Stunden. Mit Jimmy den ich schon kenne unterhielt ich mich während der Fahrt gut und es wurde nicht langweilig. Am Straßenrand trafen wir einen Affen der ganz neugierig schaute und außerdem viele Steinböckchen. Der Sonnenaufgang hinter den Bergen war wunderschön und ich genoss diesen einmaligen Anblick. Auch am Waterberg fuhren wir vorbei. Sonst geht es fast immer nur gerade aus durch karge Landschaften.

Um halb 9 standen wir vor dem Eingangstor des 22.300 km² großen Parks.

Wir hielten an und Jimmy deckte den Tisch, sodass wir unser Frühstück dort genießen konnten. Sogar Kaffee hatte er dabei und frisch gestärkt machten wir uns auf um die ersten Tiere zu sehen.
Wir fuhren langsam von einem Wasserloch zum nächsten und waren total erstaunt wie viele Tiere es hier auf einem Haufen hat. An einem Wasserloch standen wir über eine Stunde und beobachteten wie immer mehr Elefanten dazu kamen. Diese riesigen Tiere so nah zu sehen und beobachten zu können ist so was Schönes das man es gar nicht beschreiben kann. Vor allem die Elefantenbabys die mit dem Wasser spielten, waren eine Attraktion. Als Fotografin konnte ich mich auf jeden Fall austoben und ich denke ich lasse die Bilder für sich sprechen.

Zur Mittagszeit hielten wir an einem Restaurant, wo es leider nichts Vegetarisches zu Essen gab. So bestellte ich Pommes, die auch eine gute Abwechslung waren. Jimmy zeigte uns einen schönen Aussichtspunkt von dem aus man einen Teil des Parks überblicken konnte.

Nach dem Mittagessen ging es genau so erfolgreich weiter wie davor. Wir sahen viele Zebras, Giraffen, Elefanten, Kudus, Impalas, Gnus und Oryx. Sogar Eland bekamen wir zu sehen von denen Jimmy sagte er habe hier noch nie einen gesehen und dass, obwohl er seit 8 Jahren jede Woche hier her kommt. Außerdem entdeckten wir einen Strauß, Schakale und eine Riesentrappe.

Um 5 Uhr verließen wir dann das Gelände wieder und fuhren zurück zur Farm. Der Sonnenuntergang war genau so schön wie der Sonnenaufgang. Da wir noch kurz einen Einkaufsstopp einlegten (Einkaufen – yeah) war es schon kurz vor 8 als wir zurück an der Lodge waren.

Der Tag ging viel zu schnell rum und ich kann es noch gar nicht in Worte fassen. Es ist richtig faszinierend wie nah die Tiere ans Auto kommen und sich überhaupt nicht stören lassen. Das war definitiv ein „Once in a lifetime“ Erlebnis das mir noch sehr lange in Erinnerung bleibt.
So ein Tagestrip in den Etosha ist echt anstrengend, zumal man den ganzen Tag im Auto sitzt und es total heiß war. Trotzdem war es das auf jeden Fall Wert.

Beeindruckte Grüße aus dem Etosha-Nationalpark
Nadine

Bushlife

Freitag, 24.08.2017

Termiten

Morgens hatte ich einen eineinhalb Stunden Ritt mit einer Teenagerin. Sie hatte ein Pony und ich den großen Max. Ich ritt meine Lieblingsrunde durch den Wald und beim ersten Galopp merkte ich sofort, dass das Pony dem Großen in nichts nach steht. Sie hing mir die ganze Zeit auf dem Popo drauf. Der Ritt war super und das Mädchen strahlte wie ein Honigkuchenpferd als wir zurück waren.

Nachmittags war ich mit Mutter und Tochter vom Vortag unterwegs. Nach langer Zeit hatte ich Stute Bonti die sehr gut zu reiten war. Bisher gab es wirklich noch kein Pferd das nicht gut zu reiten ist. Da merkt man, dass die Pferde alle gut geritten sind und eine ordentliche Grundausbildung genossen haben. Bonti war sehr flott und machte total viel Spaß. Auch der Ritt war super und die beiden waren zufrieden. Um 18 Uhr trafen wir uns am Sundowner-Platz wo wir unseren Gin-Tonic genossen und die Pferde grasten. Wenn Riley beim Sonnenuntergangsritt dabei ist, sind die Pferde ganz schnell weg und rennen nach Hause. Obwohl ich jetzt schon viele Sundowner hatte, finde ich sie immer wieder schön und die Sonnenuntergänge hier sind einmalig.

Gecko

Termitenhügel

Liebe Grüße
Nadine