Ballermann – is there anyone?

Donnerstag, 02.11.2017

Keine Party am Ballermann

Dass das mit dem Ausschlafen im Urlaub nichts wird, damit haben Papa und ich uns gleich abgefunden. So saßen wir schon wieder früh im Auto und fuhren zum S`amarador Beach.
Das Navi kannte die schmalen Straßen nicht und wir irrten ständig im Kreis herum. Irgendwann schlug ich vor, einfach mal den Straßenschildern zu folgen, was auch klappte und wir standen auf einem Parkplatz. Bei bestem Wetter liefen wir durch schöne Pinienwälder und standen an einer Holztreppe im Sand. Der Blick der sich dann bot war einfach nur gigantisch. Das Meer leuchtet in unzählig vielen Blautönen und der Sand ist total weich. In dieser wunderschönen Bucht war es total windstill und so stelle ich mir die Karibik vor. Nebensaison sei dank war der Strand nicht komplett überfüllt und wir konnten in aller Ruhe dieses schöne Panorama genießen. Es führt ein kleiner Sandweg am Meer entlang und man sieht Segelboote und das offene Meer. Wir beobachteten, wie der „ADAC“, alias Mann mit Schlauchboot kam und an einem anderen Boot die Batterie austauschte. Das ging einfach und unkompliziert und das kleine Boot lief wieder.
Zum Glück hatte ein Cafè am Strand offen und so setzten wir uns und genossen bei einem Kaffee die Sicht aufs Meer. Das hier ist definitiv die Karibik von Europa.

Wir machten einen kurzen Abstecher nach Santanyí bevor es weiter nach Palma ging.

Da wir Mallorca nicht verlassen wollten, ohne den Ballermann gesehen zu haben, fuhren wir dort hin.
Es gab einen Platz direkt neben dem Bierkönig für unsere Knutschkugel und wir setzten uns erst mal in ein Restaurant um einen Kaffee zu trinken. Auch hier merkt man sehr deutlich, dass jetzt Wintersaison und einfach nichts mehr los ist. Beim „Mega-Park“ räumten gerade Mitarbeiter alles aus, denn dieser hat über den Winter komplett geschlossen.
Wir liefen entlang der Strandpromenade am 8km langen Sandstrand, also dem Ballermann. Auch hier musste man die Menschen suchen. Um diese Jahreszeit verirrt sich wohl keiner auf die sonst so belebte Partymeile. Oma und ich waren mal wieder nicht zu halten und wanderten von Laden zu Laden. Papa machte alles geduldig mit und beschwerte sich nicht. Sehr viele Restaurants, Bars und Läden an der Platja de Palma (Playa de Palma) waren geschlossen und auch viele Hotels hatten die Scheiben abgeklebt. Irgendwie erinnerte uns das alles an eine Geisterstadt. So habe ich mir „Malle“ nicht unbedingt vorgestellt. Obwohl ich wusste, dass das Closing ja schon vor zwei Wochen war.


Um unser kulturelles Erlebnis zu erweitern, schauten wir noch beim berühmten „Bierkönig“ vorbei. Der Bierkönig ist eine Mischung aus Biergarten und Freiluft-Großraum-Disko und befindet sich in der „Schinkenstraße“. Hier feiern normalerweise bis zu 4.000 Menschen, aber an diesem Tag waren die Besucherzahlen eher spärlich. Trotzdem gönnten wir uns einen „Fruchtzwerg“ (Likör) und ein Bier und lauschten der deutschen Schlagermusik. Apropos Deutsch: Ich wusste ja, dass Mallorca sehr deutsch ist. Es heißt ja nicht umsonst „17. Bundesland“. Dass es aber so deutsch ist, hätte ich nicht erwartet. Jeder spricht deutsch, es hat einfach überall Deutsche, fast jeder Laden hier ist Deutsch, die Musik hier ist Deutsch, alles steht überall auf Deutsch und überhaupt ist hier einfach alles Deutsch. Irgendwie ein bisschen schade, dass man hier mit Deutsch besser voran kommt als mit Spanisch. So eine richtige Spanische Kultur scheint es (zumindest an der Platja) wohl nicht (mehr) zu geben.



Da S`Arenal sonst nicht wirklich nicht viel zu bieten hatte und ja sowieso alle im Winterschlaf waren, traten wir wieder den Heimweg an. Irgendwie waren wir alle ein bisschen enttäuscht. Hatte ich mir doch den Ballermann viel größer und schöner vorgestellt. Vielleicht sieht das mit ein paar Bier intus und mehr Leuten auch genau so groß aus wie im TV. Wer weiß, vielleicht komme ich auch mal zum Feiern hier her und kann berichten.
Unterwegs stoppten wir noch beim „Müller“ den es hier auch gibt und Papa musste wieder lange auf seine Mädels warten.

Da wir keinen Tag früh zurück kommen, war es wieder spät und wir waren eine der Letzten am Buffet beim Abendessen.
Weil man hier erst mal die vielen Eindrücke eines Tages verarbeiten muss, gingen wir alle Schnitzelfertig ins Bett.

Liebe Grüße vom Ballermann
Nadine

On the track of the stars

Mittwoch, 01.11.2017

Wo ist denn jetzt der Peter Maffay?

Wir haben uns eine sehr gute Woche für Mallorca ausgesucht. Als ich um 7 aufwachte, sah ich wieder einen tollen Sonnenaufgang und die Temperaturen waren total angenehm. Das Frühstück war noch abwechslungsreicher als am Vortag und es gab viele gute Sachen.


An diesem Tag stand ein Trip in den Norden Mallorcas an. Ich hatte als Ziel den Cap Formentor ausgesucht. Schon um 10 Uhr saßen wir im Auto und plötzlich fuhr Papa rechts ran. Uns erwartete ein total schöner Strand, an dem selbst um diese Uhrzeit schon viel los war.

Nach nur eineinhalb Stunden waren wir am nördlichsten Punkt der Insel angekommen. Es waren unglaublich viele Radfahrer und auch andere Autofahrer unterwegs. Vom Örtchen Pollenca aus, geht es zum Aussichtspunkt Mirador de Sa Creuta über die MA-2210, wo einem bei den Serpentinen schon mal schlecht werden kann.
Auf 232m Höhe hat man eine gigantische Aussicht: Die Berge im Rücken und das Meer rundherum. Der Blick an den Steilwänden herunter ist definitiv nur etwas für Schwindelfreie.



Wir wussten noch nicht, dass die Serpentinen und schmalen Straßen noch krasser werden können. Der Weg zum Leuchtturm Far de Formentor ist nichts für schwache Nerven. Richtige Leitplanken sucht man vergeblich und teilweise ist es sehr problematisch an den anderen Autos und unendlich vielen Radfahrern vorbei zu kommen. Die Straßen sind sehr schmal und links und rechts geht es mehrere Meter in die Tiefe. Die Kehren sind so eng, dass es einem schnell den Magen umdrehen kann. Vor dem Far de Formentor war so eine lange Autoschlange, dass wir erst mal warten mussten. Die Parkzustände sind chaotisch und ich bin froh, dass wir so ein kleines Auto haben. Man muss sich an den stehenden Autos vorbei schlängeln und dann noch irgendwo eine heiß begehrte Parklücke finden. Man braucht gute Nerven und viel Geduld.
Dafür belohnt die Aussicht für den Stress. Die Sicht war sehr gut und wir sahen bis auf das 40km entfernte Menorca hinüber. Es bietet sich eine absolute Traumkulisse und ist für Fotoliebhaber wie mich das Paradies. Es betteln Bergziegen um Futter und man sieht wie tiefblau das Meer ist. Bei einem guten Kaffee mit Kuchen konnten wir noch eine Weile diese atemberaubende Landschaft genießen und traten dann den gleichen schwierigen Weg zurück an.

Dabei kommt man am Platja de Formentor vorbei. Für 0,04ct in der Minute, kann man dort parken und läuft dann durch einen schönen Pinienwald zum Strand. Es war einiges los und andere Leute wollten wohl auch den weichen Sand, die schöne Natur und das azurblaue Meer bei diesen angenehmen Temperaturen genießen. Wir ließen diesen schönen Strand auf uns wirken und fuhren weiter.


In Pollenca gingen wir dann auf „Promispurensuche“. Das Ziel war die Biofinca Ca`n Sureda (daneben noch die Can Llompart) von Peter Maffay. Hier gibt es einen Hofladen, eine Bar und eine große Farm mit Tieren. Außerdem ist hier die Tabaluga-Stiftung untergebracht. Leider standen wir vor verschlossenen Toren und auf der Internetseite ist zu lesen, dass zum 31.10.17 Ende war. Tja, einen Tag zu spät dran. Wirklich schade und dann war wohl scheinbar doch was an den Gerüchten dran.

Leider fanden wir sonst kein anderes Promidomizil und machten uns auf nach Alcúdia. Die als eine der ältesten Städte Mallorcas geltende, kann mit ihren schmalen Gässchen punkten. Es sieht ein bisschen aus wie in einer Filmkulisse. Entlang der gut erhaltenen Stadtmauer findet man viele süße Lädchen in den engen Gassen. Man kann sich tatsächlich vorstellen, wie hier einmal die Römer gelebt haben. Wir gönnten uns einen Kaffee in einem tollen Restaurant und setzten unseren Streifzug durch die historische Stadt fort.


Zum Sonnenuntergang fuhren wir an den schönen Strand von Alcúdia. Dieser könnte genau so gut ein Karibikstrand sein und es sieht traumhaft aus. Wir sahen die Sonne langsam hinterm Horizont verschwinden und traten dann die Heimfahrt nach Cala Millor an.



Irgendwie ist das Hotel einen Tag zu spät dran und so gab es an diesem Abend ein Halloween-Buffett und Halloween Dekoration. Das war total schön gemacht und das Essen schmeckte wieder super.
Oma wollte Abends nochmal die Umgebung von unserem Hotel erkunden. Leider haben hier viele Geschäfte schon Winterpause und wir waren die Einzigen die hier noch unterwegs waren. Ein Laden hatte noch offen, aber warf uns um Punkt 20 Uhr raus.
In einer tollen Bar am Strand schnappten wir uns Decken und machten es uns gemütlich. Zufällig spielte eine Liveband die sehr gut war. So ging ein weiterer, schöner Tag langsam zu Ende.

Liebe Grüße
Nadine

Cuevas del Drach

Dienstag, 31.10.2017

Massentourismus und ruhige Fischerdörfchen

07:30 Uhr: Das sanfte Meeresrauschen weckte mich und als ich die Augen aufmachte, sah ich wie die Sonne das Meer glitzern ließ. Es war gerade Sonnenaufgang und es versprach ein schöner Tag zu werden. Auf dem Balkon ließ es sich schon im T-Shirt aushalten. So kann ein Tag ja nur gut werden.

Da Oma absolut nichts von Ausschlafen hält, standen wir (ganz Deutsch) um Punkt 8 Uhr im Frühstücksrestaurant.
Auch mit dem Frühstück hatten Oma und Papa (die ja einen Tag vor mir angereist waren) nicht zu viel versprochen. Hier findet wirklich jeder was und die Auswahl ist gigantisch. Von Eiern jeder Art, über Crêpes und Kuchen, bis hin zu den verschiedensten Käsesorten, Gebäcken und vielem mehr ist hier wirklich alles dabei. So frisch gestärkt und mit vollem Magen lässt es sich super in den Tag starten und zum Leid von Papa begannen Oma und ich erst mal einen Shoppingmarathon. Da sich die Läden direkt neben unserem Hotel befinden, ist das das Paradies (bzw. für Papa die Hölle) auf Erden. Wir shoppen uns von einem Laden in den Nächsten, obwohl schon viele Läden Winterpause hatten. Nur für einen Kaffee unterbrachen wir die Shoppingtour. Als wir genug vom Einkaufen hatten, ging es mit der VW-Knutschkugel der Sonne entgegen. Der erste Tagesstopp hieß Porto Cristo. Mit bestem Blick aufs Meer gönnten wir uns einen Kaffee und freuten uns über das perfekte Wetter.


Um ein bisschen Massentourismus zu erleben, buchten wir eine Tour durch die Coves del Drac
oder auch Cuevas del Drach, „Drachenhöhlen“ die sich in Manacor befinden. Es ist unglaublich wie viele Leute hier für 15€ pro Person in eine Gruppe gepackt werden. Der Tourguide läuft munter voraus und redet in sämtlichen Sprachen drauf los. Bei dieser gigantischen Gruppengröße und in der 1700m langen Höhle, versteht da natürlich keiner was. Trotzdem ist diese Jahrhunderte alte Tropfsteinhöhle absolut einen Besuch wert. Mit Temperaturen von ca. 21 °C im Inneren und einer Luftfeuchtigkeit von ca. 80% lässt es sich hier um jede Jahreszeit gut aushalten. Wenn man bedenkt, dass die Stalaktiten und Stalagmiten nur 1cm pro 100 Jahre wachsen, kann man sich vorstellen, wie alt diese Höhle sein muss. Es dauerte ewig, bis der Guide alle Touris ins Innere der Höhle geschleust hatte und wir warteten lange, bis alle auf den Holzbänken saßen. Begleitet von viel Kindergeschrei und unruhigen Zappelphilipps fand ein klassisches Konzert in der Höhle statt. Dabei ist es komplett dunkel und die Musiker fahren mit einem beleuchteten Boot durch den See in der Höhle und spielen auf klassischen Instrumenten. Das sieht sehr faszinierend aus und ist auch für „nicht-klassik-Fans“ was.


Trotzdem waren wir froh, nach dieser einen Stunde dem Massentourismus wieder entkommen zu können und fuhren weiter ins Fischerdörfchen Porto Colom. Es wird behauptet, dass in diesem Ort der Seefahrer Christoph Columbus geboren wurde, worauf auch der Name hin deutet. Dieses beschauliche Örtchen mit den schönen kleinen Häuschen am Ufer, strahlt viel Ruhe aus und wir hatten mal wieder einen guten Blick aufs Meer und den Leuchtturm bei einem Kaffee.
Der Sonnenuntergang am Hafen war faszinierend und wir merkten wieder, wie viel Glück wir mit dem Wetter haben.


Im Dunkeln traten wir den Rückweg zum Hotel an, wo wieder ein reichliches Buffet auf uns wartete.


Hier in Cala Millor merkt man auch deutlich, dass nun die Winterpause beginnt und somit war hier selbst an Halloween nicht viel geboten.
Deswegen saß ich nach dem Abendessen gemütlich auf meinem Hotelbalkon und schaute auf die Weiten des Mittelmeeres hinaus.
So ging ein schöner Tag zu Ende und ich freue mich auf weitere Erkundungen dieser schönen Insel.

Liebe Grüße
Nadine

….and it starts again

Warum ich (mal wieder) meine Zelte in Deutschland abgebrochen habe und was ich in nächster Zeit mache, davon werde ich bald berichten. Nun steht aber erst mal eine Woche Urlaub auf Mallorca mit meiner Oma und meinem Papa an. Meine Oma hatte die Reise zu ihrem 70. Geburtstag bekommen und ich habe mich angeschlossen.

Montag, 30.10.2017

Unexpected Meeting at the Airport

7:55 Uhr. Abfahrt und Nadine rennt wild hin und her und überlegt, ob sie nun wirklich alles hat. Zum Glück habe ich eine gute Packliste. Es hatte -2 Grad und pünktlich zum ersten Frost und beim ersten Scheibenkratzen verlasse ich Deutschland. Das nenne ich timing.
Meine Tante Sandra war so nett und fuhr mich zur S-Bahn. Voll gepackt und mit einem großen, einem kleinen Rucksack und einem Trolley ging es mit der Bahn zum Flughafen Stuttgart. Ich war sehr pünktlich dran, hatte am Freitag bereits online eingecheckt und musste nur noch am Drop off mein Gepäck abgeben. Ohne Schlange und ganz einfach zum selbst Koffer aufgeben. An der Sicherheitskontrolle erwartete ich schon, dass wieder irgendwas ist. Bei mir funktioniert es nie, dass ich einfach so durchlaufen kann. Diesmal hatte ich auch noch zwei große Handgepäckstücke die ich beide komplett ausräumen musste. In einem war nichts drin und im Anderen hatte ich mein neues Deo vergessen, das ich voll weg schmeißen musste. Zum Glück stand ich an der Seite und somit niemandem im Weg, aber ich beschäftige drei Sicherheitsbeamte. Das war peinlich und ich entschuldigte mich. Wann lerne ich es endlich mal ? Die anderen Flüssigkeiten hatte ich aber natürlich schön brav im Plastikbeutel.
Noch ein ausgiebiges Frühstück mit Blick auf die Landebahn (Wucherpreise inklusive) und dann ging es langsam zum Gate.

Mann, war ich rechtzeitig dran und bekam sogar noch kostenlos die Haare gemacht. Dann kam mir noch der (Ex) Personalchef von meiner Firma entgegen, der mit seiner Familie Urlaub machte und mir alles Gute wünschte.
Man stelle sich folgende Szene vor: Da läuft eine junge Frau mit Einhorn-T-Shirt am Flughafen auf PUR Sänger Hartmut Engler zu, steht schüchtern da wie am ersten Schultag und fragt nach einem Selfie mit ihm 🤳. Wenn ich diese Szene beobachtet hätte, wäre ich in Gelächter ausgebrochen. Nur war ich diese junge Frau. Naja macht ja nix. Ich hab den Anfang gemacht und mich getraut und viele andere Leute sind nach gezogen. So eine Chance bekommt man halt nur einmal. Er war nicht sehr gesprächig, aber ich hatte mein Bild und sagte das gleich meinem Papa, der ja in Palma auf mich wartete.

Und im Flieger saß der Hartmut dann tatsächlich zwei Reihen vor mir. Und das wo ich so ein großer PUR Fan bin. Besser gehts nicht.

Mein Herz klopfte vor dem Start mal wieder bis zu Ohren und meine Hände waren so nass, dass ich nicht mal mehr mein Handy halten konnte. Wann hört diese dumme Flugangst endlich auf? Mit ein bisschen Verspätung hob der Vogel von Eurowings ab und als es durch die Wolken durch ging, ruckelte es ganz schön. Zum Glück besserte sich das und zur Sicherheit griff ich wieder zu Tabletten. Diesmal nur was Homöopathisches. Die anderen Tabletten haben so große Nebenwirkungen und für so einen kurzen Flug will ich das nicht in Kauf nehmen. Als ich gerade einigermaßen am Entspannen war, wackelte der Flieger wieder ziemlich und ich warf nochmal eine Tablette hinterher. Das war der Start der Turbulenzen und die Durchsage vom Pilot ließ nicht lange auf sich warten. Er kündigte an, dass wir in Turbulenzen drin seien und wir uns anschnallen sollten. Halleluja wackelte das. Mein Herz klopfte noch schneller und mein T-Shirt war durchnässt. Warum immer auf meinen Flügen? Ich versuchte mich auf meine Atmung zu konzentrieren, was nicht wirklich gelang. Als wir nach eineinhalb Stunden in Palma landeten, fiel der ganze Stress der letzten Wochen von mir ab. Den ganzen Flug über war ich da gesessen und hatte mir Luft mit dem Sicherheitsblatt des Fliegers zugefächelt.


Die Wege durch den Flughafen in Palma sind unendlich und ich lief 10 Minuten zum Gepäckband. Der Hartmut lief an mir vorbei und ich warnte Papa, dass er gleich raus kommen würde. Papa wollte nämlich ein Autogramm, denn er ist genau so ein großer PUR Fan wie ich.
Als ich mit dem Koffer raus kam, warteten schon Oma und Papa und nahmen mich in Empfang. Die Oma erzählte, dass Papa ganz verloren da stand, von einem Bein aufs andere trat und sich partout nicht traute den Hartmut anzusprechen. Dafür kassierte er von mir gleich einen Rüffel, hatte ich ihn doch extra vorgewarnt.
Mit Papas Mietwagen, einem kleinen VW Up, ging es erst einmal zur Kathedrale der Heiligen Maria in Palma. Die Sonne lachte vom Himmel und Mallorca empfing mich mit 23 Grad. Die “La Seu“, die 109m lang ist, ist ein sehr beeindruckendes Bauwerk. Da es schon zu spät war, gingen wir leider nicht rein.


Dafür bummelten wir durch die schönen, schmalen Gässchen der Hauptstadt und machten es uns in einem Café gemütlich.


Nach einem Abstecher an den Hafen suchten wir uns ein Restaurant mit Meerblick und ließen uns bei gigantischer Aussicht noch einen Kaffee beim Sonnenuntergang schmecken.


Der Weg zu unserem Hotel “Hipocampo Playa” in Cala Millor dauerte eine Stunde, wobei ich erstmals die schöne Landschaft der Balearen bestaunen konnte.
Wer mich kennt weiß, dass Hotelurlaub überhaupt nicht mein Fall ist, aber da es hier keine Hostels gibt und ich trotzdem gerne mit wollte, entschied ich mich eine Ausnahme zu machen. Zumal wir sowieso jeden Tag unterwegs sein werden und nicht nur faul am Pool rum liegen.
Das Hotel war wie von Oma und Papa angekündigt wirklich schön und schindete Eindruck. Durch gute Verhandlungen der beiden bekam ich sogar ein kostenloses Upgrade auf ein Zimmer mit Meerblick auf der selben Etage wie Oma und Papa. Zumal mein Zimmer, das ich allein bewohne, auch noch größer und komfortabler als das der Beiden ist. Das darf ich mir jetzt die ganze Woche anhören 😉
Beim Abendessen wusste ich auch, warum ich diesen Preis für das Hotel zahle. Es gab alles was das Herz begehrt und man kann sich nicht vorstellen, was es hier für eine Auswahl hat. Bei einem
guten Wein und super leckeren Abendessen ließen wir den ersten Abend gemütlich ausklingen.
In dem riesigen, bequemen Bett wurde ich vom Meeresrauschen sanft in den Schlaf geschaukelt.

Liebe Grüße
Nadine

Thunderstorm Flight home

Freitag, 09.06.2017

Hilfe! Ich will aus diesem Flieger raus!

Schon die ganze Zeit war ich ein nervliches Wrack, als ich an den Flug dachte. Die ganze Woche hatten Leute im Hostel darüber geredet, was sie für schreckliche Flüge hatten, dass sie stundenlang nicht starten oder landen konnten usw. Ein Mann erzählte, dass er sein Leben lang (er ist 70) geflogen ist, aber so einen Flug wie an diesem Tag noch nie davor erlebt hatte. Das machte mir natürlich super viel Mut. In der Hurricane Saison zu fliegen ist eben nicht ideal.
Zum Glück konnte ich mich den ganzen Tag mit Arbeit ablenken und der Tag verging schnell. Trotzdem taten mir die Leute um mich rum leid, weil ich so Angst hatte.
Mittags liefen Benny und ich kurz in die Stadt um Burger zu essen. So langsam kann ich das ungesunde Fast Food hier nicht mehr sehen.

Trotzdem gönnten wir uns zum Nachtisch eine Kalorienbombe in einem französischen Café und zwar Crêpes mit Nutella und Erdbeeren. Mann, war das lecker!

Wir wollten los, als es mal wieder schüttete, was der Himmel her gab. Man kann sich nicht vorstellen, wie es hier gießen kann und das Wasser kam wieder aus den Abflüssen auf der Straße raus. Wir warteten kurz, bis es ein bisschen weniger wurde und eilten dann zum Hostel.
Bis zur Abreise konnte ich wieder arbeiten und ich fand zwei deutsche Jungs, die ca. um die gleiche Zeit wie ich flogen. Zum Glück hörte der Regen genau in den 5 Min. kurz auf, als wir an der Bushaltestelle neben dem Hostel auf unseren Bus warteten. Die Fahrt war lange und zum Glück wussten wir das und planten genug Zeit ein. Nach über einer Stunde Fahrt, in der wir uns super unterhielten standen wir am riesigen Flughafen von Miami und liefen in getrennte Richtungen.
Ich fragte den netten Mann bei der Kofferabgabe, ob ich tauschen und einen Fensterplatz bekommen könnte. Er sagte, das sei gar kein Problem und buchte mich am Fenster ein. Und dass, obwohl ich ja eigentlich bereits Online eingecheckt hatte. Ich fragte, ob ich meinen Koffer in Berlin abholen könnte. Eigentlich hätte ich anschließend noch von Berlin nach Stuttgart fliegen sollen, aber zwei Flüge an einem Tag sind zu viel für meine Nerven. So wollte ich mein Rail&Fly ausnutzen und mit dem Zug von Berlin nach Stuttgart fahren. Leider ging das nicht, aber ich könnte in Berlin nochmal nachfragen, so der Mann. Er war super freundlich und erklärte mir ganz genau wo ich hin musste.


Bei der Sicherheitskontrolle wartete ich schon drauf, dass ich raus gezogen werde. Keine Ahnung warum, aber mir passiert das immer.. Da der Scanner bei mir piepste, tastete mich die Frau ab. Der Security Mann fragte, wem der Rucksack gehöre. Als ich mich meldete, schüttelte er mit dem Kopf. Ich Depp hatte vergessen, meine Wasserflasche auszuleeren. Der Security war mega witzig und machte Späße. Es gäbe zwei Möglichkeiten: Flasche weg schmeißen, oder nochmal raus, Wasser ausleeren und Kontrolle nochmal von vorn. Da das meine geliebte, pinke Flasche war, entschied ich mich für Möglichkeit 2. So wurde ich vom Beamten unter den verwirrten Blicken anderer Passagiere höchstpersönlich wieder raus eskortiert. Er leerte das Wasser in den Mülleimer und dann schob er mich ganz an den Anfang der Schlange. Der Security ging sogar mit mir erneut durch die Kontrolle und dann konnte ich gehen. Mann, war das peinlich. Ich entschuldigte mich bei allen tausend Mal und sagte, dass ich meine Flasche nicht mehr vergessen werde auszuleeren. Der Security war so witzig und lachte nur und wies seine Kollegin diskret auf ihren offenen Hosenladen hin. Dann fiel mir auch noch unbemerkt mein Reisepass unter das Gepäckband und ein anderer Security rief meinen Namen auf. Was ist denn jetzt noch ? Meine Bordkarte hatte ich wohl auch verloren und der Mann wedelte mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht damit. Schnell schnappte ich die Bordkarte und machte mich aus dem Staub. Mann, bin ich verplant ! Heute war sowieso nicht mein Tag.
Der Flug hatte eine Stunde Verspätung und ich konnte noch ein bisschen arbeiten. Außerdem gönnte ich mir eine Mini-Pizza für 7$.


Hatte ich gesagt, dass der Flug nach Savannah schlimm war? Da wusste ich auch noch nicht, dass ich beim Heimflug mitten in einem Gewitter stecken würde.

Bei einem Horror-Gewitterflug hat das mit meiner Flugangst nämlich angefangen. Da kamen schreckliche Erinnerungen hoch. Davor bin ich immer gern geflogen. Jedenfalls hab ich mir schon vor dem Start eine meiner Knock-out-Wunderpillen die ich vom Arzt verschrieben bekomme, eingeworfen. Leider wirkte diese diesmal nicht wie erhofft. Äußerlich war ich zwar irgendwie ruhiger und bekam keine Schnappatmung, aber innerlich hatte ich trotzdem noch Angst. Schon beim Start gab es heftige Turbulenzen und alles wackelte wie verrückt. Diesmal versuchte ich es mit einer neuen Taktik: Ich bin gar nicht da! Also Kopfhörer rein, Musik an, Schlafmaske (die man von AirBerlin bekam) auf und in die Decke eingekuschelt. Mein Sitznachbar wechselte noch vor dem Start zu seinem Kumpel und so hatte ich glücklicherweise zwei Sitze für mich. Leider funktionierte diese Taktik nicht. Ich muss immer sehen, was draußen vor sich geht und mit den Ohren und Augen im Flugzeug sein. Jedenfalls waren wir dann wie gesagt mitten im Gewitter. Eigentlich dachte ich, dass man Gewitter umfliegen kann, aber dem war wohl in dem Fall nicht so. Links und rechts von uns blitzte es wie verrückt und das Flugzeug wurde ständig taghell erleuchtet. Ich dachte ich bin im falschen Film und hatte total Angst. Natürlich waren somit auch die Turbulenzen total stark und der Flieger sackte immer wieder stark ab. Das wurde gar nicht besser und das Ende des Gewitters war nicht in Sicht. Die ganze Zeit überlegte ich, was es für Folgen haben könnte, wenn ich noch eine meiner tollen Tabletten nehmen würde. Plötzlich kam wieder ein Schlag und der Flieger kippte zur Seite und sackte ab. Viele Leute stießen Schreie aus und anscheinend war ich an diesem Tag nicht die Einzige die Angst hatte. Mir egal, dachte ich und warf mir nochmal eine blaue Pille ein. Der Flugbegleiter sah das, kam her und fragte, ob ich jetzt schon die zweite Tablette genommen hätte. Als ich das bestätigte, guckte er mich mit großen Augen an. Der nette Mann meinte dann, dass sie bestimmt große Schwierigkeiten haben würden mich in Berlin wieder wach zu bekommen. Der kennt die Tabletten bestimmt schon. Das kann gut sein, sagte ich. Dabei dachte ich mir, dass er sich bloß schnell wieder hin setzen sollte, denn da wackelte das Flugzeug erneut und er musste sich festhalten, um nicht umzufallen. Was man aber sagen muss: Ich bin total zufrieden mit AirBerlin. Alle meine Sorgen waren unberechtigt und der Service war sehr gut und das Personal super freundlich. Eine Stewardess und der Flugbegleiter kamen ständig her und fragten, wie es mir geht und ob ich es noch aushalte. Die sahen wahrscheinlich die Panik in meinen Augen und kümmerten sich super um mich. Sie fragten, ob ich noch eine Decke oder ein Kissen will und ob sie was für mich tun könnten.

Ich bekam noch mit, dass Essen kam, das ich in meinem Rucksack hortete. Dann schlief ich ein und wachte nur ein paar Mal kurz auf. Ein Hoch auf die Tabletten. Als ich zum Frühstück aufwachte, schien die Sonne. Die Turbulenzen hatten aber nicht aufgehört und die Anschnallzeichen waren anscheinend während des gesamten 8 stündigen Flugs an.
Als wir landeten war ich echt froh, den vorerst letzten Flug überstanden zu haben. Meine Nerven! Endlich raus aus diesem blöden Flugzeug.


Ich ging zum Schalter und fragte, ob ich mein Gepäck bekommen könnte. Insgesamt wurde ich zu vier verschiedenen Schaltern geschickt und keiner konnte mir helfen.
So ein Mist, dachte ich und musste mich damit abfinden nochmal einen Flug anzutreten. Vier Stunden hatte ich noch Zeit und bei Sonnenschein kaufte ich mir ein Ticket für die Dachterrasse. Dort traf ich zwei Fotografen die regelmäßig her kommen um Flugzeuge zu fotografieren. Sie fotografieren sogar für Zeitungen. Die beiden Mittfünfziger wussten viel und erklärten mir einiges über Flugzeuge und das Fliegen. Sie wussten genau welcher Flieger wann kommt, wie er landet und warteten auf Flieger mit einer speziellen Lackierung. Außerdem hatte der Eine ein Funkgerät und wir hörten alles, was der Tower und die Piloten redeten. Das war richtig cool und super spannend. Ein Flieger startete kurz vor dem Aufsetzen nochmal durch und flog eine extra Runde und ich war schockiert. Die Männer meinten das sei normal und komme öfter vor. Manchmal würden die Piloten die Landebahn nicht exakt treffen. Wie beunruhigend.


Als es Zeit war verabschiedete ich mich und ging zum boarding. Diesmal hatte ich ein besseres Gefühl und da ich so fertig war und die Tabletten noch wirkten, schlief ich im Flieger gleich ein.
In Stuttgart holte ich mein Gepäck wurde von meinem Papa abgeholt.
Das war eine geniale, lohnenswerte Reise die unbedingt Wiederholungsbedarf hat. Zum Glück hab ich auch die beiden Flüge überlebt und bin froh, dass ich so schnell nicht wieder fliege.

Liebe Grüße aus Deutschland
Nadine

Working in Miami

Dienstag, 06.06. – Donnerstag 08.06.2017

Work, work, work

Zum Glück gibt es für mich in meiner Arbeit die Möglichkeit von Zuhause aus zu arbeiten. Da die restliche Woche von Meli und mir sprichwörtlich ins Wasser gefallen ist, entschied ich mich dafür einfach vom Hostel in Miami aus zu arbeiten. Meinen Laptop hatte ich sowieso dabei und das Internet funktionierte hier auch. Ich stornierte schweren Herzens unseren gebuchten Ford Mustang und alle Hotels. Meli hatte einen neuen Heimflug gebucht und war am Vortag zurück nach Deutschland geflogen. Ich hatte nach Flügen nach Kuba oder andere Teile der USA geschaut, aber leider war überall Gewitter und Unwetter vorausgesagt und so hatte das auch keinen Wert. Auch die Vorhersage für Miami war mehr als schlecht.
In diesem Partyhostel zu arbeiten war sehr schwer. Selbst bei Tag herrschte eine abartige Geräuschkulisse und die Musik war auch viel zu laut. Das nervte mich total. Leider konnte ich nicht vom Zimmer aus arbeiten, weil es dort kein WLAN gab. Trotzdem lief es gut und mit Kopfhörern in den Ohren ließ es sich arbeiten.
Benny der auch allein war, kam pünktlich zur Mittagspause immer in die Lobby und wir gingen was Essen. An einem Tag waren wir in der schönen alten Post um unsere Karten weg zu schicken.


Das Wetter besserte sich leider kein bisschen. Jeden Tag goss es aus Kübeln und es sah aus als würde die Welt untergehen. Die Gewitter hier sind total heftig und es blitzt und donnert wie verrückt. Wenn es einmal anfängt, regnet es was runter kommen kann und die Straßen stehen nach wenigen Minuten komplett unter Wasser. Das ist super krass und sowas habe ich bisher auch noch nicht erlebt.


Irgendwie ist South Beach ein komischer Ort. Überall stehen Läden leer, es riecht nach Fäkalien und in einigen Geschäften sind Scheiben eingeschlagen und es sieht chaotisch aus. Es gibt viele Obdachlose und überall liegt Müll herum. So habe ich mir das hier nicht vorgestellt.


Benny der in der Berufsfeuerwehr ist, wollte an einem Nachmittag unbedingt die Feuerwehr sehen. Wir hatten Glück und ein Feuerwehrmann zeigte uns die komplette Wache inkl. Küche, Schlafräumen, Geräteraum usw. Plötzlich ging ein ohrenbetäubender Lärm los und alle rannten los. Der Feuerwehrmann und Benny rutschten an der Stange runter ins Erdgeschoss, aber ich traute mich nicht. Leider fand ich den Ausgang aus nicht und alle mussten auf mich warten. Zum Glück schaffte ich es noch aus dem Labyrinth raus und die Feuerwehr konnte zum Einsatz fahren.


An einem Tag passierte das Unglaubliche: die Sonne kam raus. Wenn auch nur für ein paar Minuten, aber ich sah Miami tatsächlich noch bei Sonne.

Dieses Jahr hatte ja die Hurricane-Saison ungewöhnlich früh angefangen. So machte ich einen kurzen Ausflug an den Strand. Der Sand war kalt und immer noch nass und so machte ich nur ein paar Fotos und ging wieder. Da hat man einen Strand direkt vor der Haustür und kann nicht einmal baden. Endlich konnte ich aber mal die berühmten Miami Strandhäuschen aus Baywatch live sehen.


Sonst war die Woche nicht gerade spannend und ich widmete mich der Arbeit.

Carsten und Christian und die anderen Jungs waren nun auch abgereist und außer Benny kannte ich dann niemanden mehr. Das war aber ok, denn so hat man nicht so viel Ablenkung von der Arbeit.

Ins Zimmer kam aber keiner mehr rein und so war ich allein im Viererzimmer. Wie gesagt ist der Raum total doof. Es hat kein Fenster, man hat kein WLAN und es ist selbst allein sehr klein. Das Schlimmste war aber, dass ich schon nach der ersten Nacht krank war. Trotz Schal, Socken, zwei Pullis und 5! Decken (naja Decken kann man diese Spannbettlaken nicht nennen), fror ich total und die Klimaanlage war vieeeel zu kalt eingestellt und machte einen ohrenbetäubenden Lärm. Jeden Tag fragte ich an der Rezeption, aber keiner wollte die Klima ausstellen, oder wärmer machen. Aus lauter Verzweiflung und weil es wirklich unbeschreiblich kalt war, stellte ich ein Stockbett um, klemmte eine Matratze oder den Klimaanlagenschacht und packte noch ein paar Kissen drauf. Das kostete viel Zeit und Kraft und half auch nicht wirklich. Leider machten die Putzfrauen jeden Tag aufs neue mein Konstrukt kaputt und ich musste täglich erneut umbauen.

Eines Abends vor dem Hostel

Fleißige Grüße
Nadine

Miami by rain

Montag, 05.06.2017

I will miss you!

Der Tag der Tage war gekommen. Die Abreise von Vroni und Berni und somit auch das Ende einer gemeinsamen Reise. Da die beiden nicht so viel Urlaub hatten, flogen sie schon früher als ich zurück nach Deutschland.

Um nochmal was von Miami zu sehen (unser Hostel ist ja in South Beach), fuhren wir mit dem Bus und mit gepackten Backpacks der beiden in die Stadt. Wie es auch anders sein kann, war es total bewölkt und nieselte ab und zu. Bisher hatte mich Miami nicht sonderlich beeindruckt und das änderte sich auch nach diesem Tag nicht. Außer vielen Wolkenkratzern bot uns die Stadt nicht viel Sehenswertes. So schlenderten wir gemütlich durch eine Shoppingmall und setzten uns ans Ufer um die Boote zu beobachten.


Mit dem supermodernen und kostenlosen Skytrain ging es Richtung Flughafen. Das ist eine super Möglichkeit ein kleines bisschen von der Stadt zu sehen und entlastet den Verkehr von Miami. Wir hatten noch ein bisschen Zeit und aßen Pizza und Pasta am Flughafen.

Leider war dann die Zeit des Abschieds gekommen. Es war wirklich ein Roadtrip der besser nicht sein hätte können. Wir haben viel gesehen, viel erlebt, haben viel gelacht und waren uns immer einig. Vroni und Berni sind sehr gute Travelmates und ich werde es wirklich vermissen! Nach einer Herzlichen Umarmung ging es für uns dann in unterschiedliche Richtungen.

Ich nahm den kostenlosen Shuttlebus zurück zum Hostel und Vroni und Berni checkten ein. Es ist unglaublich wie schnell zweieinhalb Wochen vergehen können. Das mit dem Bus klappte super und nach nur ein paar Minuten war ich wieder am Hostel. Dort musste ich das Zimmer wechseln. Das neue Zimmer war hässlich, klein, hatte keine Fenster und die Klimaanlage war vieeeel zu kalt eingestellt. Das Gute war aber: Carsten und Christian (die Jungs die wir vor 2 Tagen getroffen hatten) wohnten auch in diesem Zimmer. So saßen wir zusammen in der Hostelbar und nutzten mal wieder die Happy Hour aus. An diesem Abend wollte ich nicht mit feiern gehen, aber leider kommt man da in einem Partyhostel nicht drum rum. Zumal ein anderer Deutscher (Benny) der neu angereist war, mich zusätzlich überredete. Wieder ging`s mit dem Partybus los und ich traf drei weitere deutsche Jungs.

Wir waren eine witzige Gruppe und das erste Ziel war eine coole Bar. Einer der Jungs sah, dass eine Whiskyflasche zum Greifen nah war und langte zu. Ich hatte damit überhaupt nichts zu tun, aber schon kam ein Security, der unsere ganze Gruppe unsanft nach draußen beförderte. Ich fragte, was ich damit zu tun hätte und da der Security dann böse war, ließ ich es sein. Wir sollen ganz schnell verschwinden, sonst rufe ich die Polizei, so der stämmige Mann.

Wir bogen schnell um die Ecke und warteten auf die anderen vom Hostel. Als der Partybus wieder kam um uns zur nächsten Location zu bringen waren wir froh. Diese Location war ein „Speakeasy“. Als Speakeasy (auch als Flüsterkneipe, Flüsterstube oder Mondscheinkneipe übersetzt) bzw. Blind pig wurden während der Alkoholprohibition in den USA von 1919 bis 1933 illegale Kneipen oder Clubs bezeichnet, in denen insbesondere hochprozentige Getränke, aber auch Bier, ausgeschenkt wurden.

Hier musste man den Eingang suchen, bzw. ein Codewort nennen. Der Eingang hier war ein in die Wand eingelassenes Dixiklo, durch das man in einen Club kam. Total abgefahren und wir hätten den versteckten Eingang nie gefunden. Man öffnet die Tür und steht mitten im feiernden Volk. Hier gab es Karaoke und die Stimmung war ausgelassen. Hier blieben wir, feierten bis spät in die Nacht und hatten Spaß.

Zurück gings mit dem Taxi, wo wir uns zu 6. rein quetschten.

Liebe Grüße von der verlassenen
Nadine