A day as chaotic as Nadine – next adventure

Sonntag, 05.11.2017

Neuer Arbeitsplatz – ich komme !

04:30 Uhr: Ein schriller Alarm in meinen Ohren und ich bin alles andere als fit. Heute ist der große Tag: Ein neues Abenteuer steht an. Nun kann ich euch verraten wo es hin geht. Und zwar aufs Kreuzfahrtschiff. Als Fotografin. Für 5 Monate. Das Schiff heißt “Mein Schiff 4” und ist von TUI Cruises. Die Route verläuft über die Kanaren, Marokko und Madeira. Bei durchschnittlich 25 Grad und vielen Sonnenstunden also perfekt um dem deutschen Winter zu entfliehen. Natürlich nehme ich euch mit und lasse euch an meinem Leben an Bord dieses riesigen Dampfers Teil haben.
So nun aber wieder zum frühen Aufstehen. Pünktlich wie immer holten mich Oma und Papa um 5:15 Uhr zum Frühstücken ab. Das Hotel war so nett und erlaubte uns so früh schon was zu essen. Es gab natürlich nur eine abgespeckte Variante die aus Brötchen, Wurst und Käse bestand, aber wir hatten was im Magen.

Um 6 saßen wir nach dem Auschecken im Auto und fuhren eine Stunde zum Flughafen. Da wir noch tanken und den Mietwagen abgeben mussten, war ich erst um halb 8 am Gepäckschalter und der Flug ging um 8:40 Uhr. Zwar hatte ich am Vortag schon online eingecheckt, aber das brachte nicht viel. Es gab keinen Drop-Off um das Gepäck abzugeben und ich musste mich in der sehr langen Schlange anstellen. Um 8 sollte der Schalter zu machen und um kurz vor 8 stand ich immer noch ganz hinten. Meine Verzweiflung wuchs und via WhatsApp machte ich Papa zur Sau, dass wir zu spät los gefahren sind. Ich hatte gesagt das reicht nie. Da Oma und Papa wieder nach Deutschland flogen, waren sie an einem anderen Schalter der weiter weg war. Meine Anspannung und Ungeduld wuchs und ich war fertig mit den Nerven. Wenn ich diesen Flieger verpasse, ist das der Super-GAU. Als ich mir gerade vor nahm, mich vorzudrängeln, kam die Durchsage, dass alle die nach Madrid müssen an den Anfang der Schlange dürfen. Es dauerte nochmal ewig und ich atmete auf, als mein Koffer endlich weg war. Leider ging der Stress weiter. Mein Boarding hatte bereits 5 Min. zuvor begonnen und ich musste noch durch den ganzen Flughafen und die Sicherheitskontrolle. Ich traf mich wieder mit Oma und Papa und wir rannten. Zum Glück war wenigstens bei der Sicherheitskontrolle alles ok. Völlig im Stress verabschiedete ich mich im Rennen von Oma und Papa und rannte wie eine Verrückte durch den endlos scheinenden Flughafen von Mallorca. Memo an mich selbst: Mehr Ausdauertraining machen!
Zum Glück hatte alles Verspätung und das Boarding hatte noch nicht angefangen. Als ich dann im Flieger saß, konnte ich endlich aufatmen. Leider waren sehr dunkle Wolken am Himmel und ich ahnte schlimmes. Pünktlich zum Start  klarte der Himmel auf und ein Regenbogen kam zum Vorschein.

Die Turbulenzen wollten nicht aufhören und es wackelte wieder die ganze Zeit. Fliegen ist doof! Nach eineinhalb Stunden landeten wir in Madrid. Da konnte ich mich drei Stunden entspannen und hielt ein Schläfchen. Der zweite Flieger von „Vueling“ war pünktlich, aber das Wetter hatte sich nicht gebessert. Der Himmel wurde dunkler, die Anschnallzeichen gingen während des dreistündigen Flugs nicht aus und meine Hände waren wieder mal konstant nass. Meine Panik bessert sich wieder nicht und ich war froh, als wir Las Palmas in Gran Canaria erreichten.

Nachdem ich meinen Koffer hatte, suchte ich meinen Fahrer. In dem Gewusel traf ich einen Mann mit TUI-Crew-Schild, der aber nur eine Hannah auf seiner Liste hatte. Mein Herz rutschte mir in die Hose und er konnte weder englisch noch deutsch. Zum Glück nahm er mich trotzdem mit. Außerdem noch einen von den Philippinen und Vladimir aus der Ukraine, die ich beide gleich ausfragte. Beide sind schon viele Jahre auf dem Schiff und konnten mir meine Fragen beantworten. Erst mussten wir zur Polizei und dort ein Dokument ausfüllen und dann ging es zum Hafen.

Als wir endlich vor der „Mein Schiff 4“ standen, war ich baff. So ein riesiges Schiff. Noch nie habe ich ein Kreuzfahrtschiff aus der Nähe gesehen und nun darf ich hier die nächsten 5 Monate wohnen. 295m lang, 15 Decks, 65,95m hoch und Platz für 2506 Passagiere. Das sind Zahlen die man sich erst vorstellen kann, wenn man das mal gesehen hat. Mein Dorf hat ca. gleich viele Einwohner.

Erst ging es durch zwei Security Kontrollen die wie am Flughafen sind und dann wurden wir in den Crew-Coffeeshop gebracht. Das Gefühl als ich dieses Schiff zum ersten Mal betrat, werde ich wohl nie vergessen. Total atemberaubend! Erst musste ich ins Crew-Office um ein Foto für die Karte machen zu lassen. Dann füllten wir einen Haufen Papierkram aus und bekamen unsere Safety-Card, Namensschild, Crew-ID, einige Unterlagen und das Namenskärtchen für die Kabine.  Diese Crew-ID ist super geschickt und vereint quasi alles was man braucht: Kabinenschlüssel, Zahlungsmittel an Bord, Ausweis, Zugang um an Bord zu kommen

Aussicht vom Coffee-Shop

Dann kam meine Managerin Maike die mich freundlich empfing und mir die Kabine zeigte. Genau so wie ich sie mir vorgestellt hatte. Klein, aber alles was man braucht. Ich wohne auf Deck 1, also unter dem Wasser. Ein Fenster hat es da natürlich nicht und ich teile mir das Bad mit jemandem (Single-Share-Kabine), aber das wusste ich ja vorher. Wir haben hier wenigstens den Luxus von Einzelkabinen. Auf den älteren Schiffen teilt man sich die Kabine zu zweit, zu viert oder sogar zu sechst. Dann ging es gleich ins Büro wo Maike mir ein paar Kollegen vorstellte. So lernte ich auch gleich die Fotogalerie kennen. Maike half mir mit ein paar Eselsbrücken, dass ich mich nicht verlaufe, aber mir war gleich klar, dass ich meine Kabine und meinen Arbeitsplatz nie mehr wieder finden würde. Hier sieht alles gleich aus. Dann liefen wir zum Uniform-Store und zum Linen-Store und ich bekam meine Dienstuniform und Bettwäsche.

Nachdem mein Bett bezogen war, durfte ich auch gleich den Dienst antreten. Sonntags reisen immer die alten Gäste ab und die Neuen an und somit ist sehr viel los. Nach der Sicherheitsübung (PAX-Drill) die ich noch nicht mit machen musste, geht es ans Pooldeck auf Deck 14. Wir waren vier Fotografen und ich bekam nur kurz gesagt wo ich hin laufen muss. Dann waren die anderen verschwunden und es ging los. Da stehen hunderte Leute rum, schauen sich an wie das Schiff den Hafen verlässt und ich hab die Aufgabe diese zu fotografieren. Am Anfang fühlte ich mich leicht überfordert. Wie spricht man die Leute an? Wollen die überhaupt ein Foto? Ich lief einfach mal drauf los und fast alle Leute ließen sich von mir fotografieren. Ich war in meiner eigenen Welt und bekam nicht mal richtig mit, als wir zum Lied „große Freiheit“ von Unheilig ablegten.

Wir trafen uns, als wir alle Gäste fotografiert hatten, wieder und gingen zurück ins Büro. Alle waren mit meiner Bilderanzahl zufrieden und ich war froh, dass ich meine erste Aufgabe gemeistert hatte. Die anderen erklärten mir wie man die Bilder bearbeitet und wo man was speichert und ich fragte mich ernsthaft wie ich mir das alles merken sollte.
Es war schon nach 1 Uhr als wir fertig waren und Maike und ihr Mann Christian nahmen mich noch mit in die Crew-Bar. Da war einiges los und alle interviewten gleich „die Neue“. Nach einem Feierabendbier machte ich mich auf die Suche nach meiner Kabine die ich erwartungsgemäß nicht fand. Zum Glück sind hier alle hilfsbereit und mir half jemand meinen Schlafplatz wieder zu finden. So ließ ich mich von den Wellen in den Schlaf schaukeln. Morgen werden wir den ganzen Tag auf See sein und am Dienstagmorgen dann Marokko erreichen.

Schöne Grüße von hoher See
Nadine

The luck of the earth…

Samstag, 04.11.2017

Mit dem Pferd am Strand entlang

An diesem Tag genoss ich das Letzte mal Ausschlafen (für die nächsten 5 Monate) und wir gingen erst kurz vor Schluss zum Frühstücken.
Der Samstag stand im Zeichen der Entspannung und das Auto blieb vorerst stehen. Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zur Shoppingmeile von Cala Millor. Papa musste da durch, aber Shoppen musste sein. Von einem Laden gings in den nächsten und ich brauchte unbedingt Schuhe. Wenn man da genaue Vorstellungen (bzw. Vorgaben) hat, findet man natürlich nichts.
Es war wieder ein super schöner Tag mit Sonne und Wärme und auch am Strand war was los. Wir bummelten entlang vom schönen Strand und gönnten uns ein Eis.


Mittags stand mein absolutes Highlight auf dem Plan. Wir fuhren nach Cala Ratjada auf die „Rancho Bonanza“ (http://www.ranchobonanza.com). Im Internet hatte ich mich die ganze Woche schlau gemacht wo man hier artgerechte Pferdehaltung findet, weil ich unbedingt reiten wollte. Am Vortag waren wir schon hier und hatten und die Anlage angeschaut. Die Deutsche Betreiberin Elke Glomm steckt wirklich ihr ganzes Herzblut in die Anlage und die Pferde. Mir war es sehr wichtig ein Ort zu finden an dem es den Pferden gut geht und nicht nur Geld mit ihnen gemacht wird. Die Pferde stehen tagsüber auf Paddocks und die ganze Nacht auf Koppeln, haben Heu zur freien Verfügung und sehen alle top aus.

Ich hatte mir ein schnelles Pferd gewünscht und Elke sagte mir, dass das 5 jährige Pony „Mia“ die Schnellste im Stall sei. So machte ich die Kleine fertig und die pinke Satteldecke war ganz nach meinem Geschmack. Ich hatte Glück und mit dabei waren nur eine Mitarbeiterin mit einem Privatpferd und zwei Einsteller mit ihren Pferden. Also keine ängstlichen Reitgäste die nicht galoppieren wollen oder Ähnliches. Wir überquerten die Straße und waren direkt im Wald. Es war super schön dort und es ist beeindruckend wie trittsicher Mia mit ihren 5 Jahren schon ist. Wir trabten ein bisschen und ich merkte, dass Mia gerne läuft. Danach wollte sie nicht mehr Schritt gehen. Die anderen fragten, ob ich bereit wäre und dann ging es los. Wir galoppierten durch den Wald und so schnell bin ich davor noch nie unterwegs gewesen. Mia könnte auch als Rennpony durch gehen und Elke hatte nicht zu viel versprochen. Es machte total viel Spaß im Renngalopp im zick zack durch den Wald zu reiten. Ich hoffte Mia wusste wo es lang ging, denn vor lauter Ästen, Steinen und Sand im Gesicht sah ich nicht mehr wo es hin ging. Man muss bei diesem links-rechts echt sattelfest sein. Dann kamen wir an den Strand. Mein persönliches Highlight. Es war schon immer mein Traum einmal am Strand entlang zu galoppieren und ich freute mich total. Leider waren zu viele Touristen unterwegs und da das Reiten am Strand nur erlaubt ist, wenn niemand da ist, konnten wir da nicht hin. Dafür fanden wir ein paar Meter weit weg vom Meer einen Sandabschnitt wo niemand war und galoppierten nochmal im rasanten Galopp durch den tiefen Sand, was die Pferde nicht bremste. Es machte total viel Spaß und ich hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Es ging nochmal durch den zick zack Wald und die anderen beiden verabschiedeten sich. So waren wir nur noch zu zweit und hatten tolle Gespräche über das Reisen und Reiten und konnten auch nochmal galoppieren.

Als wir nach zwei Stunden zur Ranch zurück kamen, warteten Oma und Papa schon. Wir sattelten die Pferde ab und Mia durfte sich auf dem Sandplatz wälzen. Ich bekam ein zweites Pferd in die Hand gedrückt und wir liefen mit mehreren Leuten zur Koppel. Diese ist riesig und in der Nebensaison stehen die Pferde hier die ganze Zeit. Oma freute sich auch, dass es den Tieren hier so gut geht und Mia sah glücklich aus, als ich sie zu den anderen ließ.


So konnten wir beruhigt zurück zum Hotel fahren als es schon dunkel wurde.
Das war definitiv ein gigantisches Erlebnis an das ich noch lange zurück denke und ich kann die Rancho Bonanza echt jedem empfehlen.
Abends saßen wir noch gemütlich zusammen und ließen den letzten Abend in aller Ruhe ausklingen. So schnell geht der Urlaub zu Ende. Da ich wie immer im Chaos versank, half mir Oma beim Packen und brachte Struktur in mein Gepäck. Das ist nun der letzte Abend „in Freiheit“. Und das letzte Mal so viel Platz.

Liebe Grüße das letzte Mal von Mallorca
Nadine

The beautiful East Coast of Mallorca

Nach einigen Monaten hier noch ein nicht veröffentlichter Blogeintrag über Mallorca.

Freitag, 03.11.2017

Auf den Spuren von Wölfen und Schlangen

Bald wird es ernst… bis dahin erkunden wir noch weiter die schöne Insel Mallorca. Diesmal stand ein Trip gen Osten an. Der erste Weg führte uns zum „Castell de Capdepera“, einer schönen Burganlage. Wir konnten uns beim bergauf Laufen gleich am frühen Morgen sportlich betätigen. Die Mauern des Castells sind noch erhalten und man hat eine gigantische Aussicht. Dieses Wehrdorf aus dem 14. Jahrhundert beheimatet noch eine gemütliche kleine Kapelle und ein Museum.


Auf dem Weg zurück zum Auto fanden wir in den kleinen Gässchen ganz versteckt ein kleines Restaurant. Auf der Terrasse mit Blick auf die Stadt genossen wir unser Getränk bevor es weiter ging.


Papa hatte von seinem Arbeitskollegen den ultimativen Tipp für einen Nationalpark bekommen. Er war ganz aufgeregt uns was Schönes präsentieren zu können und freute sich total. Der Weg zum „Parc natural de la península de Llevant“ war sehr holprig und versprach viel Natur. Am Wegesrand hatte es viele Obstbäume, wo Papa Orangen klauen wollte. Ich riet davon ab. Man weiß ja nie wer da so kommt und schimpft… Im Nationalpark angekommen suchte Papa das Highlight. Wie ein Nationalpark halt eben so ist, gab es viel Natur und mehrere Kilometer Wanderwege. Wir entschieden uns für eine 5 Kilometer kurze Wanderung, aber leider hatte von uns keiner das passende Schuhwerk an. Die Steine waren mehr Felsbrocken und außer Schafen und sehr kargen Landschaften sahen wir leider nichts. Wir liefen und liefen, aber es wurde nicht viel abwechslungsreicher. So beschlossen wir einstimmig unsere Wanderung abzubrechen und zurück zum Auto zu staksen. Papa versuchte sich die Enttäuschung nicht anmerken zu lassen, aber dafür kennen Oma und ich ihn zu gut. So musste er sich den ganzen Tag unsere Witze über die Wölfe und Schlangen anhören, die er im Park erwartet hatte. Wenigstens weiß Papa jetzt auch, was ein Nationalpark ist.


Da wir schon die ganze Zeit ein Schild mit „Betlem“ gesehen hatte, was beim schnellen Lesen aussieht wie „Betlehem“ (der Name stammt auch davon) und Oma und ich gleichermaßen neugierig sind, fuhren wir dort hin. Die Straße ist so schmal, dass kaum zwei Autos aneinander vorbei passen und wir waren uns sicher hier am Ende der Welt angekommen zu sein. Direkt am Parkplatz, wo wir natürlich die Einzigen waren, befindet sich die „Ermita de Betlem“, eine sehr gut erhaltene Kapelle. Früher war es ein Kloster, jetzt wohnt nur noch ein Mönch dort. Hinter der Kapelle befindet man sich auf 295 Metern Höhe über Colònia de Sant Pere und hat eine tolle Aussicht auf die Bucht von Alcudia.

Beim Rausfahren aus dem Parkplatz saßen wir gleich ordentlich mit dem Auto auf und Papa fuhr sich fest. Es ging nicht mehr vorwärts und nicht mehr rückwärts und das Auto kippte nach vorne und nach hinten. Zum Glück kam da gerade ein junges, deutsches Pärchen angefahren das uns half das Auto zu befreien und die Fahrt konnte weiter gehen. Das Auto blieb dabei heil.
Auf diesen Straßen muss man echt schwindelfrei sein und die Serpentinen waren endlos. Unterwegs machte ich Bekanntschaft mit Eseln, die ich am liebsten gleich mitgenommen hätte.


Weiter ging es in die malerische Stadt Artà. Die schmalen Gässchen sind die perfekte Fotokulisse und das Wetter war traumhaft. Kaum zu glauben, dass schon Ende Oktober ist. Wir gönnten uns ein Eis in einem süßen kleinen Cafè und schlenderten durch das gemütliche Artà.


„Mitten in einer gebirgigen, unbebauten Landschaft liegt der traumhafte Sandstrand Cala Torta.“ Durch diesen Satz im Reiseführer ließ ich mich locken und hatte somit unser nächstes Ziel ausgesucht. Wir wurden zwar bereits vor „Holperpisten“ gewarnt, aber dass man dort so durchgeschüttelt wird, hatte wohl keiner von uns erwartet. Es war eine Tortur dort hinzukommen und irgendwann hörte die Straße auf und wir fuhren wörtlich über Stock (Sand) und Stein. Bis wir da waren, war uns allen schlecht und Papa verfluchte meinen Vorschlag. Die Cala Torta wird auch als eine der schönsten Badebuchten im Norden Mallorcas angepriesen und so waren die Erwartungen hoch. Wir stellten das Auto unter einen Baum und liefen eine Weile. Tatsächlich ist die Bucht sehr schön, aber unsere Erwartungen erfüllte sie jetzt nicht unbedingt. Wir genossen den schönen Blick aufs Meer und es ging dieselbe Holperpiste zurück. Wir lachten uns kaputt, weil das Auto schwankte wie beim Seegang und alles vibrierte. Bestimmt sah das ständige nicken unserer Köpfe witzig aus. Unterwegs trafen wir Ziegen die auf der Straße standen und hatten beim Sonnenuntergang perfekte Sicht aufs Meer.


Nach einem kurzen Abstecher im Supermarkt ging es wieder zurück zum Hotel „Hipocampo Playa“, wo bereits das gute Abendessen auf uns wartete.


Das war wieder ein sonniger, warmer und schöner Tag auf der Insel.
Liebe Grüße
Nadine

Ballermann – is there anyone?

Donnerstag, 02.11.2017

Keine Party am Ballermann

Dass das mit dem Ausschlafen im Urlaub nichts wird, damit haben Papa und ich uns gleich abgefunden. So saßen wir schon wieder früh im Auto und fuhren zum S`amarador Beach.
Das Navi kannte die schmalen Straßen nicht und wir irrten ständig im Kreis herum. Irgendwann schlug ich vor, einfach mal den Straßenschildern zu folgen, was auch klappte und wir standen auf einem Parkplatz. Bei bestem Wetter liefen wir durch schöne Pinienwälder und standen an einer Holztreppe im Sand. Der Blick der sich dann bot war einfach nur gigantisch. Das Meer leuchtet in unzählig vielen Blautönen und der Sand ist total weich. In dieser wunderschönen Bucht war es total windstill und so stelle ich mir die Karibik vor. Nebensaison sei dank war der Strand nicht komplett überfüllt und wir konnten in aller Ruhe dieses schöne Panorama genießen. Es führt ein kleiner Sandweg am Meer entlang und man sieht Segelboote und das offene Meer. Wir beobachteten, wie der „ADAC“, alias Mann mit Schlauchboot kam und an einem anderen Boot die Batterie austauschte. Das ging einfach und unkompliziert und das kleine Boot lief wieder.
Zum Glück hatte ein Cafè am Strand offen und so setzten wir uns und genossen bei einem Kaffee die Sicht aufs Meer. Das hier ist definitiv die Karibik von Europa.

  

Wir machten einen kurzen Abstecher nach Santanyí bevor es weiter nach Palma ging.

 

Da wir Mallorca nicht verlassen wollten, ohne den Ballermann gesehen zu haben, fuhren wir dort hin.
Es gab einen Platz direkt neben dem Bierkönig für unsere Knutschkugel und wir setzten uns erst mal in ein Restaurant um einen Kaffee zu trinken. Auch hier merkt man sehr deutlich, dass jetzt Wintersaison und einfach nichts mehr los ist. Beim „Mega-Park“ räumten gerade Mitarbeiter alles aus, denn dieser hat über den Winter komplett geschlossen.
Wir liefen entlang der Strandpromenade am 8km langen Sandstrand, also dem Ballermann. Auch hier musste man die Menschen suchen. Um diese Jahreszeit verirrt sich wohl keiner auf die sonst so belebte Partymeile. Oma und ich waren mal wieder nicht zu halten und wanderten von Laden zu Laden. Papa machte alles geduldig mit und beschwerte sich nicht. Sehr viele Restaurants, Bars und Läden an der Platja de Palma (Playa de Palma) waren geschlossen und auch viele Hotels hatten die Scheiben abgeklebt. Irgendwie erinnerte uns das alles an eine Geisterstadt. So habe ich mir „Malle“ nicht unbedingt vorgestellt. Obwohl ich wusste, dass das Closing ja schon vor zwei Wochen war.#

Um unser kulturelles Erlebnis zu erweitern, schauten wir noch beim berühmten „Bierkönig“ vorbei. Der Bierkönig ist eine Mischung aus Biergarten und Freiluft-Großraum-Disko und befindet sich in der „Schinkenstraße“. Hier feiern normalerweise bis zu 4.000 Menschen, aber an diesem Tag waren die Besucherzahlen eher spärlich. Trotzdem gönnten wir uns einen „Fruchtzwerg“ (Likör) und ein Bier und lauschten der deutschen Schlagermusik. Apropos Deutsch: Ich wusste ja, dass Mallorca sehr deutsch ist. Es heißt ja nicht umsonst „17. Bundesland“. Dass es aber so deutsch ist, hätte ich nicht erwartet. Jeder spricht deutsch, es hat einfach überall Deutsche, fast jeder Laden hier ist Deutsch, die Musik hier ist Deutsch, alles steht überall auf Deutsch und überhaupt ist hier einfach alles Deutsch. Irgendwie ein bisschen schade, dass man hier mit Deutsch besser voran kommt als mit Spanisch. So eine richtige Spanische Kultur scheint es (zumindest an der Platja) wohl nicht (mehr) zu geben.


Da S`Arenal sonst nicht wirklich nicht viel zu bieten hatte und ja sowieso alle im Winterschlaf waren, traten wir wieder den Heimweg an. Irgendwie waren wir alle ein bisschen enttäuscht. Hatte ich mir doch den Ballermann viel größer und schöner vorgestellt. Vielleicht sieht das mit ein paar Bier intus und mehr Leuten auch genau so groß aus wie im TV. Wer weiß, vielleicht komme ich auch mal zum Feiern hier her und kann berichten.
Unterwegs stoppten wir noch beim „Müller“ den es hier auch gibt und Papa musste wieder lange auf seine Mädels warten.

Da wir keinen Tag früh zurück kommen, war es wieder spät und wir waren eine der Letzten am Buffet beim Abendessen.
Weil man hier erst mal die vielen Eindrücke eines Tages verarbeiten muss, gingen wir alle Schnitzelfertig ins Bett.

Liebe Grüße vom Ballermann
Nadine

On the track of the stars

Mittwoch, 01.11.2017

Wo ist denn jetzt der Peter Maffay?

Wir haben uns eine sehr gute Woche für Mallorca ausgesucht. Als ich um 7 aufwachte, sah ich wieder einen tollen Sonnenaufgang und die Temperaturen waren total angenehm. Das Frühstück war noch abwechslungsreicher als am Vortag und es gab viele gute Sachen.

An diesem Tag stand ein Trip in den Norden Mallorcas an. Ich hatte als Ziel den Cap Formentor ausgesucht. Schon um 10 Uhr saßen wir im Auto und plötzlich fuhr Papa rechts ran. Uns erwartete ein total schöner Strand, an dem selbst um diese Uhrzeit schon viel los war.

Nach nur eineinhalb Stunden waren wir am nördlichsten Punkt der Insel angekommen. Es waren unglaublich viele Radfahrer und auch andere Autofahrer unterwegs. Vom Örtchen Pollenca aus, geht es zum Aussichtspunkt Mirador de Sa Creuta über die MA-2210, wo einem bei den Serpentinen schon mal schlecht werden kann.
Auf 232m Höhe hat man eine gigantische Aussicht: Die Berge im Rücken und das Meer rundherum. Der Blick an den Steilwänden herunter ist definitiv nur etwas für Schwindelfreie.

Wir wussten noch nicht, dass die Serpentinen und schmalen Straßen noch krasser werden können. Der Weg zum Leuchtturm Far de Formentor ist nichts für schwache Nerven. Richtige Leitplanken sucht man vergeblich und teilweise ist es sehr problematisch an den anderen Autos und unendlich vielen Radfahrern vorbei zu kommen. Die Straßen sind sehr schmal und links und rechts geht es mehrere Meter in die Tiefe. Die Kehren sind so eng, dass es einem schnell den Magen umdrehen kann. Vor dem Far de Formentor war so eine lange Autoschlange, dass wir erst mal warten mussten. Die Parkzustände sind chaotisch und ich bin froh, dass wir so ein kleines Auto haben. Man muss sich an den stehenden Autos vorbei schlängeln und dann noch irgendwo eine heiß begehrte Parklücke finden. Man braucht gute Nerven und viel Geduld.
Dafür belohnt die Aussicht für den Stress. Die Sicht war sehr gut und wir sahen bis auf das 40km entfernte Menorca hinüber. Es bietet sich eine absolute Traumkulisse und ist für Fotoliebhaber wie mich das Paradies. Es betteln Bergziegen um Futter und man sieht wie tiefblau das Meer ist. Bei einem guten Kaffee mit Kuchen konnten wir noch eine Weile diese atemberaubende Landschaft genießen und traten dann den gleichen schwierigen Weg zurück an.

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Dabei kommt man am Platja de Formentor vorbei. Für 0,04ct in der Minute, kann man dort parken und läuft dann durch einen schönen Pinienwald zum Strand. Es war einiges los und andere Leute wollten wohl auch den weichen Sand, die schöne Natur und das azurblaue Meer bei diesen angenehmen Temperaturen genießen. Wir ließen diesen schönen Strand auf uns wirken und fuhren weiter.


In Pollenca gingen wir dann auf „Promispurensuche“. Das Ziel war die Biofinca Ca`n Sureda (daneben noch die Can Llompart) von Peter Maffay. Hier gibt es einen Hofladen, eine Bar und eine große Farm mit Tieren. Außerdem ist hier die Tabaluga-Stiftung untergebracht. Leider standen wir vor verschlossenen Toren und auf der Internetseite ist zu lesen, dass zum 31.10.17 Ende war. Tja, einen Tag zu spät dran. Wirklich schade und dann war wohl scheinbar doch was an den Gerüchten dran.

Leider fanden wir sonst kein anderes Promidomizil und machten uns auf nach Alcúdia. Die als eine der ältesten Städte Mallorcas geltende, kann mit ihren schmalen Gässchen punkten. Es sieht ein bisschen aus wie in einer Filmkulisse. Entlang der gut erhaltenen Stadtmauer findet man viele süße Lädchen in den engen Gassen. Man kann sich tatsächlich vorstellen, wie hier einmal die Römer gelebt haben. Wir gönnten uns einen Kaffee in einem tollen Restaurant und setzten unseren Streifzug durch die historische Stadt fort.


Zum Sonnenuntergang fuhren wir an den schönen Strand von Alcúdia. Dieser könnte genau so gut ein Karibikstrand sein und es sieht traumhaft aus. Wir sahen die Sonne langsam hinterm Horizont verschwinden und traten dann die Heimfahrt nach Cala Millor an.



Irgendwie ist das Hotel einen Tag zu spät dran und so gab es an diesem Abend ein Halloween-Buffett und Halloween Dekoration. Das war total schön gemacht und das Essen schmeckte wieder super.
Oma wollte Abends nochmal die Umgebung von unserem Hotel erkunden. Leider haben hier viele Geschäfte schon Winterpause und wir waren die Einzigen die hier noch unterwegs waren. Ein Laden hatte noch offen, aber warf uns um Punkt 20 Uhr raus.
In einer tollen Bar am Strand schnappten wir uns Decken und machten es uns gemütlich. Zufällig spielte eine Liveband die sehr gut war. So ging ein weiterer, schöner Tag langsam zu Ende.

Liebe Grüße
Nadine

Cuevas del Drach

Dienstag, 31.10.2017

Massentourismus und ruhige Fischerdörfchen

07:30 Uhr: Das sanfte Meeresrauschen weckte mich und als ich die Augen aufmachte, sah ich wie die Sonne das Meer glitzern ließ. Es war gerade Sonnenaufgang und es versprach ein schöner Tag zu werden. Auf dem Balkon ließ es sich schon im T-Shirt aushalten. So kann ein Tag ja nur gut werden.

Da Oma absolut nichts von Ausschlafen hält, standen wir (ganz Deutsch) um Punkt 8 Uhr im Frühstücksrestaurant.
Auch mit dem Frühstück hatten Oma und Papa (die ja einen Tag vor mir angereist waren) nicht zu viel versprochen. Hier findet wirklich jeder was und die Auswahl ist gigantisch. Von Eiern jeder Art, über Crêpes und Kuchen, bis hin zu den verschiedensten Käsesorten, Gebäcken und vielem mehr ist hier wirklich alles dabei. So frisch gestärkt und mit vollem Magen lässt es sich super in den Tag starten und zum Leid von Papa begannen Oma und ich erst mal einen Shoppingmarathon. Da sich die Läden direkt neben unserem Hotel befinden, ist das das Paradies (bzw. für Papa die Hölle) auf Erden. Wir shoppen uns von einem Laden in den Nächsten, obwohl schon viele Läden Winterpause hatten. Nur für einen Kaffee unterbrachen wir die Shoppingtour. Als wir genug vom Einkaufen hatten, ging es mit der VW-Knutschkugel der Sonne entgegen. Der erste Tagesstopp hieß Porto Cristo. Mit bestem Blick aufs Meer gönnten wir uns einen Kaffee und freuten uns über das perfekte Wetter.


Um ein bisschen Massentourismus zu erleben, buchten wir eine Tour durch die Coves del Drac
oder auch Cuevas del Drach, „Drachenhöhlen“ die sich in Manacor befinden. Es ist unglaublich wie viele Leute hier für 15€ pro Person in eine Gruppe gepackt werden. Der Tourguide läuft munter voraus und redet in sämtlichen Sprachen drauf los. Bei dieser gigantischen Gruppengröße und in der 1700m langen Höhle, versteht da natürlich keiner was. Trotzdem ist diese Jahrhunderte alte Tropfsteinhöhle absolut einen Besuch wert. Mit Temperaturen von ca. 21 °C im Inneren und einer Luftfeuchtigkeit von ca. 80% lässt es sich hier um jede Jahreszeit gut aushalten. Wenn man bedenkt, dass die Stalaktiten und Stalagmiten nur 1cm pro 100 Jahre wachsen, kann man sich vorstellen, wie alt diese Höhle sein muss. Es dauerte ewig, bis der Guide alle Touris ins Innere der Höhle geschleust hatte und wir warteten lange, bis alle auf den Holzbänken saßen. Begleitet von viel Kindergeschrei und unruhigen Zappelphilipps fand ein klassisches Konzert in der Höhle statt. Dabei ist es komplett dunkel und die Musiker fahren mit einem beleuchteten Boot durch den See in der Höhle und spielen auf klassischen Instrumenten. Das sieht sehr faszinierend aus und ist auch für „nicht-klassik-Fans“ was.


Trotzdem waren wir froh, nach dieser einen Stunde dem Massentourismus wieder entkommen zu können und fuhren weiter ins Fischerdörfchen Porto Colom. Es wird behauptet, dass in diesem Ort der Seefahrer Christoph Columbus geboren wurde, worauf auch der Name hin deutet. Dieses beschauliche Örtchen mit den schönen kleinen Häuschen am Ufer, strahlt viel Ruhe aus und wir hatten mal wieder einen guten Blick aufs Meer und den Leuchtturm bei einem Kaffee.
Der Sonnenuntergang am Hafen war faszinierend und wir merkten wieder, wie viel Glück wir mit dem Wetter haben.


Im Dunkeln traten wir den Rückweg zum Hotel an, wo wieder ein reichliches Buffet auf uns wartete.


Hier in Cala Millor merkt man auch deutlich, dass nun die Winterpause beginnt und somit war hier selbst an Halloween nicht viel geboten.
Deswegen saß ich nach dem Abendessen gemütlich auf meinem Hotelbalkon und schaute auf die Weiten des Mittelmeeres hinaus.
So ging ein schöner Tag zu Ende und ich freue mich auf weitere Erkundungen dieser schönen Insel.

Liebe Grüße
Nadine

….and it starts again

Warum ich (mal wieder) meine Zelte in Deutschland abgebrochen habe und was ich in nächster Zeit mache, davon werde ich bald berichten. Nun steht aber erst mal eine Woche Urlaub auf Mallorca mit meiner Oma und meinem Papa an. Meine Oma hatte die Reise zu ihrem 70. Geburtstag bekommen und ich habe mich angeschlossen.

Montag, 30.10.2017

Unexpected Meeting at the Airport

7:55 Uhr. Abfahrt und Nadine rennt wild hin und her und überlegt, ob sie nun wirklich alles hat. Zum Glück habe ich eine gute Packliste. Es hatte -2 Grad und pünktlich zum ersten Frost und beim ersten Scheibenkratzen verlasse ich Deutschland. Das nenne ich timing.
Meine Tante Sandra war so nett und fuhr mich zur S-Bahn. Voll gepackt und mit einem großen, einem kleinen Rucksack und einem Trolley ging es mit der Bahn zum Flughafen Stuttgart. Ich war sehr pünktlich dran, hatte am Freitag bereits online eingecheckt und musste nur noch am Drop off mein Gepäck abgeben. Ohne Schlange und ganz einfach zum selbst Koffer aufgeben. An der Sicherheitskontrolle erwartete ich schon, dass wieder irgendwas ist. Bei mir funktioniert es nie, dass ich einfach so durchlaufen kann. Diesmal hatte ich auch noch zwei große Handgepäckstücke die ich beide komplett ausräumen musste. In einem war nichts drin und im Anderen hatte ich mein neues Deo vergessen, das ich voll weg schmeißen musste. Zum Glück stand ich an der Seite und somit niemandem im Weg, aber ich beschäftige drei Sicherheitsbeamte. Das war peinlich und ich entschuldigte mich. Wann lerne ich es endlich mal ? Die anderen Flüssigkeiten hatte ich aber natürlich schön brav im Plastikbeutel.
Noch ein ausgiebiges Frühstück mit Blick auf die Landebahn (Wucherpreise inklusive) und dann ging es langsam zum Gate.

Mann, war ich rechtzeitig dran und bekam sogar noch kostenlos die Haare gemacht. Dann kam mir noch der (Ex) Personalchef von meiner Firma entgegen, der mit seiner Familie Urlaub machte und mir alles Gute wünschte.
Man stelle sich folgende Szene vor: Da läuft eine junge Frau mit Einhorn-T-Shirt am Flughafen auf PUR Sänger Hartmut Engler zu, steht schüchtern da wie am ersten Schultag und fragt nach einem Selfie mit ihm 🤳. Wenn ich diese Szene beobachtet hätte, wäre ich in Gelächter ausgebrochen. Nur war ich diese junge Frau. Naja macht ja nix. Ich hab den Anfang gemacht und mich getraut und viele andere Leute sind nach gezogen. So eine Chance bekommt man halt nur einmal. Er war nicht sehr gesprächig, aber ich hatte mein Bild und sagte das gleich meinem Papa, der ja in Palma auf mich wartete.

Und im Flieger saß der Hartmut dann tatsächlich zwei Reihen vor mir. Und das wo ich so ein großer PUR Fan bin. Besser gehts nicht.

Der Pilot war zum Glück super cool drauf und wünschte uns: „Yihaaa einen guten Flug“, woraufhin natürlich alle lachten. Mein Herz klopfte vor dem Start mal wieder bis zu Ohren und meine Hände waren so nass, dass ich nicht mal mehr mein Handy halten konnte. Wann hört diese dumme Flugangst endlich auf? Mit ein bisschen Verspätung hob der Vogel von Eurowings ab und als es durch die Wolken durch ging, ruckelte es ganz schön. Zum Glück besserte sich das, aber  zur Sicherheit griff ich wieder zu Tabletten. Diesmal nur was Homöopathisches. Die anderen Tabletten haben so große Nebenwirkungen und für so einen kurzen Flug will ich das nicht in Kauf nehmen. Als ich gerade einigermaßen am Entspannen war, wackelte der Flieger wieder ziemlich und ich warf nochmal eine Tablette hinterher. Das war der Start der Turbulenzen und die Durchsage vom Pilot ließ nicht lange auf sich warten. Er kündigte an, dass wir in Turbulenzen drin seien und wir uns anschnallen sollten. Halleluja wackelte das. Mein Herz klopfte noch schneller und mein T-Shirt war durchnässt. Warum immer auf meinen Flügen? Ich versuchte mich auf meine Atmung zu konzentrieren, was nicht wirklich gelang. Als wir nach eineinhalb Stunden in Palma landeten, fiel der ganze Stress der letzten Wochen von mir ab. Den ganzen Flug über war ich da gesessen und hatte mir Luft mit dem Sicherheitsblatt des Fliegers zugefächelt.


Die Wege durch den Flughafen in Palma sind unendlich und ich lief 10 Minuten zum Gepäckband. Der Hartmut lief an mir vorbei und ich warnte Papa, dass er gleich raus kommen würde. Papa wollte nämlich ein Autogramm, denn er ist genau so ein großer PUR Fan wie ich.
Als ich mit dem Koffer raus kam, warteten schon Oma und Papa und nahmen mich in Empfang. Die Oma erzählte, dass Papa ganz verloren da stand, von einem Bein aufs andere trat und sich partout nicht traute den Hartmut anzusprechen. Dafür kassierte er von mir gleich einen Rüffel, hatte ich ihn doch extra vorgewarnt.
Mit Papas Mietwagen, einem kleinen VW Up, ging es erst einmal zur Kathedrale der Heiligen Maria in Palma. Die Sonne lachte vom Himmel und Mallorca empfing mich mit 23 Grad. Die “La Seu“, die 109m lang ist, ist ein sehr beeindruckendes Bauwerk. Da es schon zu spät war, gingen wir leider nicht rein.


Dafür bummelten wir durch die schönen, schmalen Gässchen der Hauptstadt und machten es uns in einem Café gemütlich.


Nach einem Abstecher an den Hafen suchten wir uns ein Restaurant mit Meerblick und ließen uns bei gigantischer Aussicht noch einen Kaffee beim Sonnenuntergang schmecken.


Der Weg zu unserem Hotel “Hipocampo Playa” in Cala Millor dauerte eine Stunde, wobei ich erstmals die schöne Landschaft der Balearen bestaunen konnte.
Wer mich kennt weiß, dass Hotelurlaub überhaupt nicht mein Fall ist, aber da es hier keine Hostels gibt und ich trotzdem gerne mit wollte, entschied ich mich eine Ausnahme zu machen. Zumal wir sowieso jeden Tag unterwegs sein werden und nicht nur faul am Pool rum liegen.
Das Hotel war wie von Oma und Papa angekündigt wirklich schön und schindete Eindruck. Durch gute Verhandlungen der beiden bekam ich sogar ein kostenloses Upgrade auf ein Zimmer mit Meerblick auf der selben Etage wie Oma und Papa. Zumal mein Zimmer, das ich allein bewohne, auch noch größer und komfortabler als das der Beiden ist. Das darf ich mir jetzt die ganze Woche anhören 😉
Beim Abendessen wusste ich auch, warum ich diesen Preis für das Hotel zahle. Es gab alles was das Herz begehrt und man kann sich nicht vorstellen, was es hier für eine Auswahl hat.

Bei einem guten Wein und super leckeren Abendessen ließen wir den ersten Abend gemütlich ausklingen.
In dem riesigen, bequemen Bett wurde ich vom Meeresrauschen sanft in den Schlaf geschaukelt.

Liebe Grüße
Nadine