Ja Hanoi

Dienstag, 10.05.2016

Um möglichst viel zu sehen, stehe ich hier früh auf. Beim Frühstück kann man aus drei Optionen wählen und ich entschied mich für dieselbe Variante wie am Vortag. Auf der Dachterrasse vom Hostel sein Frühstück zu genießen hat auf jeden Fall was und die Aussicht ist super. Das Hostel Downtown Backpackers Old Quarter ist sowieso richtig gut, alle Angestellten sprechen Englisch und einem wird gerne bei jedem Anliegen geholfen.
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Mit zwei anderen Mädels zog ich los, um nochmal die Stadt anzuschauen. Außerdem brauchte ich neue Schuhe, weil meine aus Thailand nach nun einem Jahr den Geist aufgegeben hatten. Wir guckten in viele nette Läden, liefen durch die kleinen süßen Gässchen und hatten einen schönen Tag.
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Wir trafen uns mit Sophie vom Hostel und zum Essen setzten wir uns in ein gutes, familiäres Restaurant und ich bekam Reis und Kohl. Das schmeckte zwar nach nicht viel, aber war bestimmt gesund. In Vietnam ist es als Vegetarier nicht gerade einfach und die Vietnamesen verstehen das Wort auch nicht wirklich. So hab ich mir jetzt den vietnamesischen Satz dafür aufgeschrieben.
Nachdem wir wieder einen langen Abstecher im Nikon-Laden machten, weil ich auch eine neue Linse will, liefen wir zurück zum Hostel.

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Mit dem amerikaner Daniel buchte ich eine Tour für den nächsten Tag in die berühmte Halong Bay.
Der Kanadier wartete schon auf mich und zeigte mir sein Motorrad. Im Hostel hatte ich einen Zettel ausgehängt, dass ich nach Travelmates für eine Motorradtour durch Vietnam suche. Daraufhin hatte der Kanadier geschrieben, dass er ein Motorrad zu verkaufen hätte. Hier hat keiner eine richtige, große Maschine, sondern alle haben die Chinesenmotorräder „Honda Win“. Diese haben nur 110 ccm und sind damit ein besserer Roller, aber andere Motorräder sind zu teuer und keiner kann sie reparieren, falls was kaputt geht. Die Honda kann jeder Vietnamese richten und die Teile sind sehr günstig. Das erste Mal saß ich nun also in Vietnam auf einem Motorrad und sollte Probe fahren. Es ist für mich sehr ungewohnt, wieder in den Rechtsverkehr zu finden.

Außerdem landete ich auf der großen Straße und musste gucken, wo ich hin fahre. Alles ging gut und das Bike sagte mir zu.

Im Hostel war ein anderer Deutscher der über Facebook sein Motorrad verkaufte. Wir trafen uns in der Bar zum Freibier. Dienstags ist Ladys Night und alle Mädels bekamen einen kostenlosen Cocktail. Außerdem gab das Hostel eine Runde Schnaps aus. Trunz und ich spielten eine Runde Tischfußball und dann wollte er mir sein Motorrad zeigen. Leider werden diese bei Nacht irgendwo rein gestellt und wir fanden weder die Tiefgarage noch jemand der uns helfen konnte. So hatte ich keine Chance, einen Blick auf dieses Motorrad zu werfen, was sehr schade war.
Wir hatten einen guten Abend in der Bar im Hostel, aber ich ging früh ins Bett. Für die Halong-Bay Tour wollte ich fit sein und ich wusste wir müssen früh aufstehen.

 

Skypen mit der Familie

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Liebe Grüße aus Hanoi
Nadine

Walking Hanoi

Montag, 09.05.2016

Beim Frühstück setzte ich mich zu meinen beiden Zimmerkolleginnen. Es gab Crepe mit Schokosoße, Spiegelei, Zuckerbrot und eine Banane. Alles hier ist so süß. Das Toastbrot, der Kaffee und alles andere. Hansje aus Holland und ich schlossen uns der kostenlosen Walking-Tour um 10 Uhr vom Hostel aus an. Es war eine große Gruppe und mit 3 Angestellten vom Hostel ging es durch das Old Quarter von Hanoi. Hier ist es finde ich nicht ganz so drückend wie im Süden, aber es läuft einem immer noch der Schweiß runter. Der Verkehr ist wie erwähnt nicht ganz so krass und irgendwie ist die Stadt hier gemütlicher. Es gibt viele enge Gassen und nicht viele Wolkenkratzer. Zuerst machten wir einen Stopp an dem Tempel, wo wir leider nicht rein konnten. Dann besichtigten wir die schöne Kirche.
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Im Old Quarter gibt es einen großen See, an dem wir auch Halt machten. Anschließend liefen wir zum großen Markt von Hanoi.
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Die Verkäufer waren total unfreundlich und sagten, dass sie uns nichts verkaufen würden. Unsere vietnamesische Guidin Vivien redete mit den Verkäufern, aber diese wurden richtig sauer.
Vivien brachte uns zu einem keinen Cafè das leider voll war. Beim Nächsten setzten wir uns und bekamen den berühmten Egg-Coffee „ca phe trung“ (Eikaffee) serviert. Dieser schmeckte nach Eierlikör und nicht nach Kaffee und war sehr süß, aber gut.

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Vor dem Hostel endete unsere lange Walking-Tour und es war sehr interessant. Ich bekam einen guten ersten Eindruck vom Old Quarter in Vietnam.
Zurück im Hostel fand ich einige Leute die noch ein bisschen rumbummeln wollten. Ich schloss mich an und wir liefen den Part ab, den wir noch nicht gesehen hatten.

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DSC_0652 (FILEminimizer) DSC_0653 (FILEminimizer) DSC_0655 (FILEminimizer)DSC_0645 (FILEminimizer) DSC_0649 (FILEminimizer) DSC_0650 (FILEminimizer) DSC_0651 (FILEminimizer) DSC_0641 (FILEminimizer) DSC_0644 (FILEminimizer) DSC_0620 (FILEminimizer) DSC_0626 (FILEminimizer) DSC_0628 (FILEminimizer) DSC_0634 (FILEminimizer)Außerdem probierte ich das erste Mal Banh my. Das ist ein vietnamesisches Baguette mit Spiegelei, Gemüse und Salat drauf und wahlweise mit Fleisch. Das war sehr gut und günstig.

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Mit der Norwegerin Sophie und ihrem amerikanischen Freund George ging ich in den Nikon-Laden um für sie ein neues Objektiv zu kaufen. Diese sind hier sehr günstig.
Abends saßen wir in der Bar auf dem Dach des Hostels, denn von 7-8 gibt es kostenloses Bier. Da ich hier jetzt einige Leute kenne, war es sehr witzig, wir saßen zusammen und hatten Spaß. Anschließend liefen wir zu einer anderen Bar mit Freibier. Die anderen sind alle gut im Salsa-Tanzen und zeigten mir wie das ging. Der Abend war richtig gut. Als keiner mehr Lust hatte zu tanzen, setzten wir uns in eine super süße Taccobar und aßen mexikanisch. Die Decke war so niedrig, dass man sich den Kopf anstieß, wir saßen auf dem Boden und mussten unsere Schuhe ausziehen. Die Taccos schmeckten sehr gut.

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Die Anderen zogen weiter, aber ich lief zurück und ging ins Bett.

Liebe Grüße vom ersten Tag in Hanoi
Nadine

Puppetshow, Rooftopbar and welcome of a Rat

Sonntag, 08.05.2016

Liebe Mütter (vor allem natürlich meine): Ich wünsche euch alles Liebe zum Muttertag, lasst euch verwöhnen und es euch gut gehen!
Judy musste zur Arbeit gehen. Sie arbeitet trotz Frührente als Englischlehrerin. Ich wollte eigentlich bei den heißen Temperaturen in den Pool springen. Leider ging die Türe zum Außenbereich nicht auf und so war das Schwimmen gestrichen. Bei Judy gibt es im 10. Stock nämlich einen Rooftop-Pool von dem aus man eine geniale Aussicht hat.
Ich nutzte die Waschmaschine bei Judy aus, machte Wäsche und erledigte einige Sachen bis Judy um 12 wieder kam.
Wir fuhren mit Judys Roller in ein sehr gutes Restaurant, das zu der Kette gehört bei der wir am Vorabend schon waren. Für mich gabs Gemüselasagne und ich fand es ein bisschen schade, dass ich schon wieder Essen aus dem Westen hatte. Zum Glück werde ich noch Zeit haben, viel vietnamesisch zu probieren.

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Plötzlich fing es aus heiterem Himmel wieder an zu regnen und goss 15 Min. aus Kübeln. Danach war es wieder umso heißer.
Anschließend zeigte mir Judy ihr Viertel. Hier wohnen viele Reiche, es hat sehr schicke Restaurants, gute Unis, internationale Schulen wie die australische, britische, deutsche,.. und sehr teure Villen. Irgendwie finde ich es schade, dass auch hier große Ketten und Hotels Einzug finden. Überall gibt es Fastfoodketten wie KFC, Mc Donalds usw. Das zerstört die vietnamesische Kultur und verdrängt all die kleinen Restaurants die ums Überleben kämpfen. Außerdem passen die großen Luxushotels und edlen Gebäude gar nicht hier her ! Leider gibt es dieses Phänomen überall.
Die Tour war echt schön, ich sah viel, ich genoss den Fahrtwind auf dem Roller hintendrauf und ich sah vieles was ich sonst nicht gesehen hätte. Wir kamen an den „Slums“ vorbei, wo auch viele arme Leute wohnen, aber diese scheinen glücklich zu sein. Generell finde ich Vietnam für ein Land in Süd-Ost-Asien sehr „kultiviert“. Es gibt nicht viele Obdachlose, es liegt nicht übermäßig viel Müll rum, es gibt nicht viele Straßenhunde und die Frauen werden hier nicht unterdrückt. Die Frauen dürfen anziehen was sie wollen und man sieht oft Frauen Roller fahren und die Männer sitzen hinten drauf.
Zum Glück wohnt Judy hier, denn sie bot mir an die Sachen die ich nicht brauche bei ihr zu lassen. Da ich ja mit dem Motorrad reisen will, ließ ich einiges bei ihr. Der Securityguard von Judys Wohnung bestellte mir ein Taxi und ich verabschiedete mich nett von Judy. Es war richtig nett, dass sie eine Fremde bei sich aufgenommen hat und so herzlich zu mir war.
Die Taxifahrt in die Stadt dauerte ewig und ich muss immer noch die Luft anhalten, wenn ich denke wie knapp die Motorräder immer vorbeirauschen. Daran kann man sich einfach nicht gewöhnen. Genau so wenig wie an die drückende, schwüle Hitze. Unterwegs sahen wir ein schreckliches Bild das mich lange beschäftige: Ein Motorrad lag auf dem Boden mitten auf der Fahrbahn, die Handtasche und der Helm noch dran. Nebenan eine riesige Blutlache und davor ein Van. Die komplette Rückscheibe des Vans fehlte und die Rückseite war sehr beschädigt. Hoffentlich hat die Person auf dem Roller diesen Unfall überlebt. Die Fahrt kostete mich gerade mal 4 Euro und ich stieg am Puppentheater aus.

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Mit Nina und Rebecca traf ich mich vor dem Theater. Die beiden waren davor schon was essen, aber mir hat es leider nicht gereicht. Echt schade, dass wir nicht zusammen reisen können… Für ca. 7 Euro Eintritt hatten wir am Vortag die Karten für das Waterpuppetheater erstanden. Das Golden Dragon Water Puppet Theater ist auf vietnamesisch und wir alle verstanden überhaupt nicht worum es ging. Es gab viele verschiedene Puppen die alle schön gemacht waren. Alle konnten sich schnell bewegen. Eine 6 köpfige Band spielte dazu und lieh Puppen ihre Stimmen. Das hörte sich interessant an und war so witzig, dass wir dauernd lachen mussten. Nach 50 Min. war das witzige Spiel vorbei und die Puppenspieler kamen um sich zu verbeugen. Insgesamt war es auf jeden Fall lustig und interessant das Mal gesehen zu haben, auch wenn wir nichts verstanden haben.

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Zu Fuß ging es 20 Min. durch die Stadt, wo wir im Backpackerviertel landeten. Mit meinem Gepäck die Straße zu überqueren war nicht ohne und mir fiel einmal mein Backpack auf der vielbefahrenen Straße um. Wir setzten uns in eine tolle Skybar die Nina rausgesucht hatte. Das Ambiente war toll und im 9. Stock konnte man einiges der Stadt sehen. Es reichte noch für ein Bier und einen Crepe und dann bestellte ich mir ein Uber-Taxi zum Flughafen. Das klappte super und die Securitys von der Skybar halfen mir. Schade, dass ich mich von den Mädels verabschieden musste und es hätte bestimmt gut geklappt, wenn wir zusammen gereist wären…

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Die Fahrt dauerte eine halbe Stunde und ich musste nur 4 Euro trotz 1.3 fachem Nachtzuschlag zahlen. Am Flughafen herrschte das absolute Chaos. Sowas hab ich noch nie gesehen. An meiner Airline VietJet war eine Schlange bis nach Timbukdu zum Einchecken. Ständig kam eine Angestellte, erzählte was in vietnamesisch und dann kamen Leute von ganz hinten und übersprangen die Schlange. So musste ich noch länger warten und es dauerte 45 Min. bis ich dran war. Es hatte ausschließlich asiatische Leute und ich war die Einzige Weiße. Der Mann am Schalter war sehr unfreundlich und konnte fast kein Englisch. Die Bestätigungsmail hatte ich auch auf vietnamesisch bekommen. In der Wartehalle war unbeschreiblich viel los und auch hier fand man nur Asiaten. Diesen Flug vom Süden Vietnams in den Norden buchte ich, weil ich mich im Juni mit Lena in Kambodscha treffe und Kambodscha an den Süden Vietnams grenzt. So reise ich vom Norden in den Süden, was mehr Sinn macht. Mein Flug wäre um 11 gegangen, aber auf einem Schild wurde diese Zeit durchgestrichen und der Flug alle paar Minuten später angekündigt. Ich war total müde und schlief in der Wartehalle ein. Der Flug war der Letzte des Tages und hatte insgesamt eineinhalb Stunden Verspätung. Der Flieger war fast leer und ausgerechnet ich saß neben 2 Leuten und konnte mich nicht hinlegen. Mich hat es sehr gewundert, aber ich war so müde, dass ich ohne meine Wunderpillen sofort einschlief und erst kurz vor der Landung in Hanoi wieder aufwachte.

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Der Flug ging nur 2 Stunden und ich war super müde. Gut, dass das Gepäck schnell da war und ich bestellte wieder ein Uber Taxi zum Hotel das schnell kam. Schon gleich habe ich gemerkt, dass in Hanoi nicht so viel los ist wie in Ho Chi Minh. Der Taxifahrer fand mein Hostel nicht und ließ mich irgendwo raus. So stand ich da mit meinem Gepäck in einer verlassenen, dunklen Seitenstraße. Freundlich wurde ich gleich von einer riesigen Ratte begrüßt die mir fast über die Füße rannte. Zum Glück fand ich das Hostel irgendwann. Der Mann von der Rezeption wusste nichts von meiner Buchung. Ich zeigte ihm die Mail, aber er suchte und suchte. Ich wurde böse, weil ich nur noch ins Bett wollte und sogar am selbem Tag reserviert hatte. Er konnte auch fast kein englisch. Irgendwann hatte er es und ich fuhr mit dem Aufzug in den 6. Stock. Natürlich schliefen die anderen 7 im Zimmer schon und ich weckte sie, obwohl ich leise war. Am Eingang stolperte ich gleich über ein Paar Schuhe. Es war schon nach 4 als ich endlich im Bett war und ich schlief schnell ein.

Müde Grüße von Hanoi
Nadine

Sad History of the Vietnam War

Samstag, 07.05.2016

Ich wachte schon um 5 auf, weil mein Körper auf die australische Zeit eingestellt ist. Zum Frühstück gab es nur ein Ei und dafür, dass das Hostel mit kostenlosem Frühstück wirbt ist das wenig.
Nina und ich machten aus, uns am Kriegsmuseum zu treffen. Ich wollte mal ein Motorradtaxi ausprobieren und für ein paar Cent fuhr mich mein Fahrer zum Museum. Wenn man auf Adrenalin steht, ist so ein Motorradtaxi genau das richtige, aber für schwache Nerven kann ich es nicht empfehlen. Ich saß hinten drauf und der Verkehr ist noch schlimmer, wenn man mitten drin steckt. Ich dachte schon die Tuk Tuks in Bangkok sind gefährlich, aber das hier übertrifft alles. Die Fahrer fahren mitten durch fahrende Autos durch und die Autofahrer schauen auch nicht, ob da ein Roller neben ihnen ist. Ein paar Mal dachte ich, wir werden über den Haufen gemäht.
Für ca. 60 Cent kommt man ins War Remnants Museum. Vor dem Museum waren einige Panzer und Flieger ausgestellt.
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Das Kriegsopfermuseum selbst ist thematisch aufgebaut und jeder Raum nummeriert. Was man dort sieht, muss man erst mal verarbeiten. Es gibt viele Fotos und Geschichten dazu. So natürlich auch viele Bilder von verstümmelten Menschen, Leichen und leider auch vielen Kindern. Man fühlt sich mittendrin und wenn man darüber nachdenkt was vor nicht langer Zeit passiert ist, läuft einem ein eiskalter Schauer über den Rücken. Auch die Chemie Orange Agent verstümmelte viele Menschen und es wurden viele behinderte Kinder geboren. Das alles anzusehen, geht sehr an die Substanz, aber ist ein wichtiger Teil der Geschichte und ich finde, man muss es sich auf jeden Fall anschauen.
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Es fand gerade ein Fest statt und es waren Sänger da und die Soldaten wurden geehrt. Um 12 Uhr ist Mittagszeit und plötzlich ertönte ein Horn, die Lichter gingen aus und wir mussten gehen. Das war sehr seltsam. Nach 2 Stunden verließen wir das Museum also wieder und liefen zur Cathedrale.
Leider sieht man hier auch sowas
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Die Notre-Dame Cathedral Basilica of Saigon war leider geschlossen, aber sieht auch von außen sehr beeindruckend aus.
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Da alles in Laufweite ist, ging es danach zum Saigon Central Post Office. Das alte Postgebäude ist sehr schön und dort gibt es immer noch eine Post drin.
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Wir bummelten durch die Nguyen Hue Street, wo auch das Reichenviertel auf der Dong Khoi Street ist. Hier gibt es Läden wie Gucci, Prada, Armani usw. Im Springbrunnen konnten wir uns bei der abartigen Hitze ein bisschen abkühlen.
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DSC_0563 (FILEminimizer) Ein altes Gebäude bekam unsere Aufmerksamkeit. Von außen war es fast nicht zu erkennen, aber es handelte sich um verschiedene Restaurants. In jedem der kleinen Wohnungen war eines. Wir liefen die Treppen im Haus hoch, landeten im 4. Stock und trauten unseren Augen nicht. Wie in einer anderen Welt sah das englische Teehaus aus, in das wir uns rein setzten. Unsere Schuhe mussten wir in einer Art Hasenkäfig lassen. Vom Balkon aus hatte man einen guten Blick auf die Stadt. Wir entschieden uns für einen Innenplatz mit Klimaanlage und bestellten einen Tee. Eigentlich trinke ich keinen Tee, aber wenn man schon mal im Teehaus ist… Es gab viele Chinesen und alles war in schönen Pastellfarben liebevoll dekoriert. Unsere Teetassen und den Tee durften wir selbst aussuchen. Es gab eine Sanduhr, sodass man wusste, wann der Tee fertig ist. Es war so süß im Partea Teehaus, dass wir eine Weile da saßen.
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Wir machten einen kleinen Abstecher an den Fluss Saigon River, aber dieser ist sehr dreckig und nicht gerade ästhetisch.
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Wir stoppten am Kartenverkauf um uns Karten für die berühmte Puppetshow am nächsten Tag zu kaufen und liefen dann zurück, um die Notre Dame nochmal von innen zu bestaunen. Dafür hätten die Leute sich mehr Mühe geben können, denn es hatte nur ein traditionelles Kirchenfenster in diesem riesigen Gebäude.
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Opera House
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Nina und ich verabschiedeten uns und ich ging mal wieder auf die Suche nach meinem Hostel. Dort duschte ich nur schnell und als ich in den Spiegel schaute der Schock: Überall rote Flecken auf meiner Haut. Da ich das vor einem Jahr in Thailand schon hatte wusste ich gleich, dass es sich um Bedbugs (Bettwanzen) handelte. Obwohl das Hostel und das Bett sehr sauber aussehen, war ich voller Bisse. Ich beschwerte mich an der Rezeption, die mich auslachten. Super witzig ! Das ist ein mega Aufwand die Viecher wieder loszuwerden, mann muss alles kochen und desinfizieren. Sie gaben mir ein neues Bett, aber damit war ich auch nicht zufrieden.
Mit der Australierin Judy die ich auf meinem Flug hierher kennen gelernt hatte, verabredete ich mich im Rex Hotel. Als ich davor stand, staunte ich nicht schlecht. Das ist ein 5* Luxushotel und sieht beeindruckend aus. Überall standen Empfangsdamen in weißen Kleidern. Mit dem Aufzug fuhr ich in den 8. Stock und die Aussicht auf Ho Chi Minh City ist genial. Judy wartete schon und hatte bereits einen Cocktail. Wir saßen da, hatten super Gespräche und beobachteten das wilde Treiben auf der Straße am Samstagabend. Die Straße ist Abends am Wochenende sogar extra für den Verkehr gesperrt. Die Happy-Hour nutzten wir aus.
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Weil wir beide Hunger hatten, gingen wir in Judys Lieblingsrestaurant. Dieses gehört einem Australier und es hat eine große Karte. Auch das Restaurant ist sehr gehoben und die Kellner trugen Anzüge. Ich kam mir ein bisschen underdressed vor. Das Essen schmeckte super lecker und wir hatten einen schönen Abend.
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Judy bot mir an bei ihr zu schlafen und so fuhren wir mit dem Taxi zu meinem Hostel und ich holte meine Sachen, während der Fahrer und Judy warteten. Natürlich hatte ich überhaupt nichts gepackt und musste in aller Eile meine Sachen zusammen suchen. Ich beeilte mich, aber bekam schon einen Anruf von Judy, dass der Fahrer ungeduldig wurde. An der Rezeption musste ich dann rum diskutieren. Leider verstand der junge Mann auch nicht viel Englisch, was es nicht einfacher machte. Ich wollte nichts für meine Nacht zahlen, weil ich den Aufwand mit den Bedbugs habe. Außerdem drohte ich damit, eine schlechte Bewertung zu schreiben. Weil ich erst so spät auschecke, muss er mir die kommende Nacht berechnen. Ich dachte ich spinne. Mein Checkout war ja nur so spät, wegen den Tierchen. Weil ich wusste, dass ich keine Zeit zum Diskutieren hatte und der Typ meinen Reisepass hatte, zahlte ich 2 Nächte und verließ verärgert das Saigon237.
Judy hatte sich Sorgen gemacht, aber dann war ja alles gut. Ich war fix und fertig als ich im Taxi saß und mein Adrenalinspiegel war sehr hoch. Der arme Taxifahrer!

Judy lebt ganz außerhalb der großen Stadt im Bezirk 7, wo auch viele reiche Leute sind. Im Haus hat es einen Securityguard und es gibt 10 Stockwerke. Auf dem Dach hat es einen Pool und ein Fitnessstudio und ich fühlte mich wie im Hotel. Auch die Wohnung ist total modern und passt gar nicht zu Vietnam. Ich habe mein eigenes Zimmer mit riesigem Bett und mal wieder total Glück gehabt.
So lässt es sich aushalten. Müde von den 12 km Laufen in der prallen Hitze und von den vielen Eindrücken, schlief ich schnell ein.
Das war wieder ein toller Tag in Ho Chi Minh City

Liebe Grüße
Nadine

Markets, heat and good Coffee

Freitag, 06.05.2016

Nach dem ersten Kulturschock gestern, ging es auf zu einem neuen Abenteuer in der 10 Mio. Stadt (größte Stadt Vietnams) Ho Chi Minh. Eigentlich wollte ich auschecken, aber hatte nicht genug Geld zum Zahlen. So lief ich los und suchte einen ATM (Geldautomaten). Die Frau von der Rezeption konnte mir nicht helfen, weil sie kein Englisch sprach. Auf dem Weg entdeckte ich ein verstecktes, kleines Restaurant und setzte mich. Die netten Angestellten konnten zwar auch kein Englisch, aber ich bestellte einen Kaffee. Vietnam ist bekannt für den guten Kaffee und tatsächlich war dieser sehr gut und stark und schmeckte nach Kaffeebohnen. Die Vietnamesen trinken ihn meistens mit Kondensmilch, aber darauf verzichtete ich. Auf meine Nachfrage, ob es was zu Essen gäbe, kam der Junge vom Nachbarrestaurant und brachte mir die Karte. Dort gab es nämlich nur Getränke. Ich bestellte gebratenes Tofu und der Junge brachte mir sogar das Essen von seinem Restaurant an meinen Tisch. Außerdem bekam ich eine große Portion Nudelsuppe dazu und einen Ananassaft. Das schmeckte alles sehr lecker.

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Im Hostel checkte ich noch die Dachterrasse ab und wunderte mich, wo das Wasser am Boden her kommt. Da ich mitten in der Regenzeit (Monsun) hier bin, ist es nicht ungewöhnlich, dass es einfach unvermittelt zu regnen anfängt. Es goss aus Kübeln für 5 Min. und danach war es nur noch tropischer. Man hält es fast nicht aus und bei 80% Luftfeuchtigkeit und 36 Grad schwitzte ich ordentlich.

Nach dem Bezahlen verließ ich das Hostel, weil es einfach keine anderen Backpacker gibt. Ich schleppte mein ganzes Zeug durch die geschäftigen Straßen und war am Ende. In einer Bar saßen 4 Leute und boten mir Wasser an. Die netten Australier wollten, dass ich mich zu ihnen setzte, was ich natürlich gerne machte. Sie sind insgesamt zu 8. und fast alle haben Zuhause eine Harley. Da gab es ordentlich Gesprächsthemen und ich wurde bewundert, dass ich allein reise. Zwei Väter boten mir gleich ihre Söhne zur Heirat an. Die Aussies sind lustig !

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Wir tauschten Facebooknamen aus und sie bezahlten mir gegen meinen Willen mein Getränk. Ewig quatschten wir und dann ging die Truppe shoppen und ich quälte mich weiterhin durch die Hitze. Gut, dass mein neues Hostel einen Aufzug hat, denn ich bin im 5. Stock. Ich dachte das darf nicht wahr sein, als sich anstatt Backpacker nur alte Leute zwischen 60 und 80 in meinem Zimmer befanden. Sehr nett, aber nicht, wenn man Anschluss sucht. Deswegen bin ich ja eigentlich umgezogen

Da ich es nicht schlimm finde allein zu reisen, ging ich ohne Begleitung zu Fuß los. In einer Backpackergruppe in Facebook hatte ich gefragt, ob jemand was unternehmen will. Mein erster Stopp war in einem Spa. Dort gönnte ich mir eine Pediküre und eine Fußmassage und es war sehr entspannend und günstig. Noch während meine Füße auf Vordermann gebracht wurden, stand Nina da. Sie hatte meinen Post in der Facebookgruppe gelesen und wir machten aus, zusammen los zu ziehen. Im Spa waren noch einige Schweizerinnen und Nina ist aus Österreich. So waren Deutschland, Vietnam, Österreich und die Schweiz vertreten.

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Nina und ich zogen durch die Straßen von Ho Chi Minh wo immer mehr los ist, wenn es dunkel wird. Wir suchten den Markt, bummelten rum und ich kaufte mir einen neuen Ruckack, wie die Herren am Flughafen mir geraten hatten. Für 12 Euro bekam ich einen sehr guten Deuter Rucksack und war glücklich. Leider schlossen die Stände um uns rum bereits und wir liefen weiter zum Essensmarkt. In diesem gab es natürlich nur Essen und wir konnten uns gar nicht entscheiden, was wir probieren sollten. Wir entschieden uns für Reiscurry, was eine gute Idee war. Zum Nachtisch gabs Eis an einer Art Waffel. Hier kann man richtig gut essen und alles ist super günstig.

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Um 9 macht der Nachtmarkt neben dem Foodmarket auf und bis dahin schauten wir in viele Reisebüros rein, weil wir Touren buchen wollten. Es lohnt sich sehr die Preise zu vergleichen und zu handeln. Nach einer Tour kamen wir wieder zum ersten Büro zurück und entschieden uns eine Tour für den nächsten Tag dort zu buchen. Wir hatten schon alles ausgefüllt als wir nachfragten, ob auch wirklich alles inklusive sei. Der Eintritt und Essen war nicht dabei, was das Teuerste war. Niedergeschlagen verließen wir das Reisebüro ohne Tour wieder.

Der Nightmarket ist nicht besonders groß und irgendwie sind doch alle Märkte dasselbe. Es gab viele Klamotten, Schuhe, usw. und der Markt ist unter freiem Himmel. Leider kühlt es auch nachts keinen Deut ab und mir floss der Schweiß runter. Die Leute schieben hier ihre Stände zum Aufbau mit den Rollern rum. Das ist sehr beeindruckend.

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Was für mich hier sehr ungewohnt ist, ist der Verkehr auf der „falschen“ Seite. Die ganze Zeit war ich den Verkehr von Australien gewohnt und nun gucke ich immer zuerst rechts, wenn ich die Straße überqueren will. Beim Taxifahrer am Flughafen stieg ich auch gleich mal auf die falsche Seite ein. Bei der Luft hier ist es kein Wunder, dass die Leute alle mit OP-Masken herumlaufen. Und das ständige Hupen geht mir echt auf die Nerven.

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Nina und ich trennten uns, weil ihr Hostel am anderen Ende der Stadt ist und ich begab mich auf die endlose Suche nach meinem. Da ich ja jetzt eine vietnamesische SIM Karte habe, kann ich googleMaps benutzten. Leider funktioniert das hier gar nicht und schickte mich 100 Mal im Kreis. Nach über einer Stunde hatte ich es immer noch nicht gefunden und alles hier sieht gleich aus. Außerdem macht es nicht viel Spaß sich durch den Verkehr zu quälen und die Straße zu überqueren. Dass ich noch nicht überfahren wurde ist grad alles.. Ich machte mein Handy aus und wieder an und es sagte mir, dass es noch über einen Kilometer weit sei. Aaaaaah! Als ich ganz in der Nähe war, suchte ich mir eine Rooftop Bar und genoss die Aussicht auf das wilde Treiben. Rebecca, die auch auf den Post in der Facebookgruppe reagiert hatte, kam dazu. Sie ist auch aus Österreich und wir verstanden uns super. Ich probierte mein erstes vietnamesisches Bier (Bia Saigon), für gerade mal 1,50 Eur. Das schmeckte gut und wir hatten einen coolen Abend. Die Bedienung kam her und fragte mich, ob ich ihr Englischreferat korrigieren würde, das sie am nächsten Tag in der Schule halten muss. Das machte ich gerne und dafür bekam ich ein kostenloses Bier.

Wie schon erwähnt, leben hier ca. 10 Mio. Menschen. Die Australier die ich kennen gelernt habe, haben ihr Hotel am ganz anderen Ende von Ho Chi Minh. Trotzdem liefen wir uns den ganzen Tag über drei ! Mal über den Weg und das an komplett anderen Orten. Was ist das für ein Zufall?

Es war schon nach 1 als ich in mein Bett fiel und den schönen Tag Revue passieren ließ.

Grüße von Ho Chi Minh

Nadine

Loud, smelly, chaotic, big and busy: Ho Chi Minh City

Donnerstag, 05.05.2016

Der 05.05.2015. Der Tag an dem ich nach Australien kam. Nach genau einem Jahr musste ich dieses atemberaubende Land nun verlassen. Es ist sehr traurig. Trotzdem freue ich mich auf das neue Abenteuer.
Die Tabletten haben wie immer ganz ihren Zweck erfüllt, mich total ausgeknockt und ich bin erst wieder „zum Leben erwacht“, als das Flugzeug bereits am Boden aufsetzte.
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Mein Aufenthalt in Kuala Lumpur sollte 3 Stunden sein. Also genug Zeit um einen Drucker zu suchen. Es war 4 in der Nacht und trotzdem einiges los auf dem riesigen Flughafen. Mit den beiden Deutschen Jungs die ich getroffen hatte, ging ich auf die lange Suche. In einem Hotel konnte ich für umgerechnet 2$ mein Visum ausdrucken. Leider wurden nur Malaysische Ringgit akzeptiert. Umtauschen hätte zu viel extra gekostet. So beließ ich es und hoffte, dass ich nicht die erste ohne ausgedrucktes Visa bin. Mein Magen knurrte, aber als ich mir was zu Essen kaufen wollte hatte ich wieder das Geld-Wechselproblem. Also musste ich mit leerem Magen durch diese endlos langen Gänge mit drei Jacken, einer großen Kamera und einem Rucksack laufen. Mein Gate war ganz am Ende und ich legte einige Kilometer zurück. Bis ich das fand, musste ich mich ein paar Mal durchfragen.
Pünktlich konnten wir boarden und ich saß wieder am Fenster. Neben mir zwei nette Mädels aus Malaysia. Der zweistündige Flug verlief ohne Probleme und war ruhig.
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Als wir im Landeanflug waren, freute ich mich total auf Vietnam. In Ho Chi Minh (ehemals Saigon), lief ich erst mal gegen eine Wand, als ich aus dem Flieger stieg. Wir mussten eine Sicherheitskontrolle (die 5. auf dieser Reise) passieren und dann an der Passkontrolle anstehen. Die Schlange war abartig lang und ich musste ewig warten. Ich lernte einen anderen Deutschen kennen, der nur 4 Tage hier ist. Wir machten aus uns ein Taxi zu teilen. Als ich an der Reihe war, wollte der Mann mein Rückflugticket sehen. Da ich mit dem Bus nach Kambodscha fahre, habe ich keins. Er meinte, dass ich keine 4 Wochen hier bleiben kann und mir rutschte mein Herz in die Hose. Er sagte, ich bräuchte ein Visa. Zum Glück war das nur ein Missverständnis, weil ich ja ein Visa hab und ich wurde zum Visa-Office geschickt.
Die Leute da waren sehr unfreundlich, aber keiner sagte was, dass ich das Visa nicht ausgedruckt hatte. Ich musste ein Formular ausfüllen, ein Passfoto abgeben und warten. Dann bekam ich einen Stempel und musste mich nochmal in der langen Passkontroll-Schlange anstellen. Dort traf ich einen jungen Mann aus Kalifornien der hier arbeitet und mir einiges erklärte und einen Deutschen der auf Geschäftsreise ist. Beide waren sehr nett. Ich atmete auf, als das mit dem Visa erledigt war. Mein Koffer stand bereits mutterseelenallein neben dem Gepäckband. Schnell holte ich Geld am Automaten und diese Währung ist lustig. Die vietnamesischen Dong haben ganz viele Nullen und man muss viel rechnen. Gut, dass ich eine nützliche App habe. Was haben die Leute nur ohne Smartphones gemacht?
Die Australierin vom Flieger schrieb mir 2 Taxiunternehmen auf, die gut sind und nichts am Taxameter tricksen. Als ich aus dem Flughafen raus kam, wurde ich erschlagen. Die Menschenmassen waren wie bei einem Konzert und hunderte Leute warteten auf Sitzen auf Leute die raus kamen. Leider fand ich den Deutschen nicht mehr mit dem ich mir ein Taxi teilen wollte. Ein Taxifahrer kam auf mich zu und zeigte mir seinen Ausweis. Da das das empfohlene Taxiunternehmen der Australierin war, sagte ich zu und wir liefen zu seinem Auto. Dort war keine Beschriftung, was mich verwirrte. Auf dem Weg sahen wir viele Taxis vom gleichen Unternehmen, die alle beschriftet waren. Die Fahrt dauerte über eine halbe Stunde. Mir wurde bereits viel vom Verkehr in Vietnam berichtet. In Wirklichkeit ist das nochmal krasser. Es gibt unendlich viele Roller und Motorräder und Verkehrsregeln kennt niemand. Nur an roten Ampeln wird angehalten. Die Leute fahren in die falsche Richtung, auf dem Gehweg und Spuren kennen die Vietnamesen nicht. Ein heilloses Durcheinander und alles erinnerte mich an Bangkok nur schlimmer. Hupen muss man um durchzukommen und wenn man einfädeln will, gestikuliert man einfach wild mit den Händen. Zu meiner Verwunderung trugen aber alle Erwachsenen einen Helm. Teilweise sitzen die Leute hier zu 4. auf dem Roller und haben ihre Kinder dabei und davon trägt keines einen Helm.
Am Hostel angekommen, wollte der Fahrer einen horrenden Preis von mir. Ich hatte gelesen, dass die Fahrt ca. 7 Euro kostet und ich zahlte 4 Euro mehr, was hier total viel ist. Ok, für Europäer ist das nix. Davon kann der Fahrer bestimmt eine Woche leben und deswegen regte ich mich nicht groß auf. Er hatte nicht mal einen Taxameter und sein Ausweis war bestimmt gefälscht.
Das Hostel ist im dritten Stock und es geht eine sehr enge Treppe hoch. Mit meinen letzten Energiereserven schleppte ich mein Gepäck hoch und checkte ein. Eigentlich wäre erst um 2 Checkin gewesen, aber ich durfte schon um 11 ins Zimmer. Dieses ist zum Glück gut klimatisiert. Es hat ein vegetarisches Restaurant im Erdgeschoss, wo ich sofort hin ging, weil ich es vor Hunger nicht mehr aushielt. Ich probierte ein sehr scharfes, mir unbekanntes Gemüse was sehr lecker war und einen Fruchtshake.
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Da ich total fertig vom Reisen war, schlief ich in meinem gemütlichen Bett ein. Es war ziemlich bewölkt, aber fast 40 Grad heiß und die Luftfeuchtigkeit liegt gefühlt bei 100%. Da im Hostel fast keine Leute sind und ich niemanden fand, zog ich allein los. Meine Tasche steckte ich unter mein T-Shirt, weil überall vor Rollerfahrern gewarnt wird, die im vorbeifahren klauen. Man soll auch während dem Laufen nie sein Handy in der Hand haben. Die geschäftigen Straßen von der Großstadt Ho Chi Minh sind echt überwältigend. Es ist laut, stinkt, ist dreckig, chaotisch und hektisch. Mir gefällt es hier trotzdem irgendwie. Schon nach einigen Sekunden hatte ich eine Reizüberflutung. So viele Leute, Gerüche, Verkehr und Geräusche. Das Überqueren der Straße grenzt mehr an Selbstmord und Fußgängerampeln sind ein Fremdwort. Schon bald hatte ich den Clue raus. Einfach laufen und nicht auf die Roller schauen. Obwohl es nicht so aussieht, passen die Fahrer auf einen auf. Man muss nur sehr selbstbewusst über die Straße laufen und ein Tempo beibehalten. Die Australierin sagte, man solle ja nicht rennen, da sonst keiner einschätzen kann wo man hin will. Teilweise hängte ich mich beim Überqueren einfach dicht an die Vietnamesen, die wissen wies geht.
Ich setzte mich in ein Restaurant und wollte was Vegetarisches bestellen. Das Einzige was es gab war Spaghetti mit Tomatensoße. Also gleich am ersten Tag westliches Essen (Schande über mich). Zum Nachtisch gab es frozen Joghurt, was mich zusammen nur 2,50 Euro kostete.
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Ich wollte auf die berühmte Backpackerstraße Bui Vien. Meine Orientierung ist richtig schlecht und ich verlief mich total. Eine nette Amerikanerin und eine Malaysierin mussten dort sowieso hin und zeigten mir den Weg. Wir unterhielten uns super und da die beiden hier arbeiten, bekam ich noch mehr nützliche Insidertipps. Auf der Bui Vien ist alles noch überwältigender als ohnehin schon. Es gibt unzählige Massagestudios, Restaurants, Bars, Friseure, Supermärkte, Shoppingläden und vieles mehr. Es war gut andere Backpacker zu sehen, obwohl ich mit niemandem in Kontakt kam. Vielleicht muss ich morgen das Hostel wechseln um Anschluss zu finden. Da ich sowieso schon lange zum Friseur wollte, erledigte ich dies. Ich bekam eine Kopfmassage mit Shampoo, Hand- und Armmassage und mir wurden die Spitzen geschnitten. Das ging eine Stunde, war total super und kostete mich insgesamt nicht mal 8 Euro. Also super fürs Backpackerbudget.
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Ich bummelte noch eine ganze Weile herum und es war bereits dunkel. Die Lichter bei Nacht sehen sehr cool aus und es war viel los. Für ein paar Cent erstand ich einen Adapter für die Steckdose und eine Simkarte fürs Handy.
Eigentlich wusste ich es vorher, aber leider hatte ich keinen Plan wo ich hin musste. Da hier nicht viele Leute englisch sprechen, war es sehr schwer sich durchzufragen. Wie bekloppt irrte ich in der Millionenstadt herum. Wie sicher es hier in den Nebenstraßen im Dunkeln ist, wusste ich auch nicht. In einem Hotel konnte man mir erklären wo ich hin muss ich war froh nach fast einer Stunde rumirren wieder im Hostel zu sein und atmete auf.
An diesem Abend machte ich nicht mehr viel und chillte nur um mich zu erholen.

Liebe Grüße vom chaotischen Ho Chi Minh
Nadine