Warm and sad farewells

Sonntag, 10.01. – Donnerstag (Morgen), 14.01.2016

Am Sonntag war dann mein erster Tag „in Freiheit“. Ich hatte meinen Aufenthalt bei James noch um ein paar Tage verlängert, weil ich überhaupt keinen Plan hatte was ich machen sollte. Eigentlich wollte ich in den drei Wochen bevor Tante Sandra kommt die Küste hoch bis nach Cairns fahren. Wegen der Cyclon-Season regnet es dort aber nur und so sagte ich das ab. Leider hatte ich bereits einen Flug von Cairns nach Sydney gebucht den ich nun auch verfallen lassen muss. Auf der Farm konnte ich auch nicht länger bleiben, weil ich James schon rechtzeitig gesagt hatte, dass ich gehe und er natürlich schon jemand neues hat, die gleich am Montag anfing.
Joshs` Familie überredete mich, mit zum Geburtstag der Oma zu gehen. Eigentlich wollte ich packen, weil ich vor hatte am nächsten Tag zu gehen und noch einige andere Sachen organisieren, wie z.B. meine Route planen. Außerdem kannte ich die Oma und den Rest der Familie ja gar nicht. Bei den „Rooks“ ist man da aber relativ machtlos und so gab ich mich „geschlagen“. Wir fuhren ins einstündig entfernte „Dalby“. Die andere Seite der Familie hat ebenfalls eine Farm und einen riesigen, total tollen Garten mit einem großen Pavillion. Es gab Snacks und wir saßen bei über 30 Grad und Sonne da und unterhielten uns gut. Auch hier spürte ich die Gastfreundlichkeit der Aussies wieder. Es war als gehörte ich schon immer dazu und auch die Oma freute sich über Besuch aus Deutschland. Wie Esme (Oma von Brett) ist auch diese ältere Dame super fit. Ich hätte niemals gedacht, dass sie 85 ist.
Was bei den Australiern auch total geschickt ist: Man feiert die Geburtstage wann es passt. Die Oma hatte zwar erst am Montag, aber es wurde gratuliert, Geschenke geöffnet usw. als wäre es schon Montag. Es konnte keiner glauben als ich erzählte, dass es in Deutschland Unglück bringt, wenn man vorher gratuliert. Hier bringt auch jeder seine alkoholischen Getränke selbst in der Kühlbox mit. Das finde ich super. Jeder macht aufwendige Salate und so muss der Gastgeber nur Fleisch kaufen.
Natürlich wurde gegrillt und mit den 100 verschiedenen Salaten und Kartoffelgerichten wurde ich glücklich. Der Nachtisch war auch super gut.
Den ganzen Tag verbrachten wir da und die Kinder hatten Spaß mit einer Wasserrutsche im Garten.
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Abends schrieb ich James gerade eine SMS und fragte, ob ich eine weitere Nacht bleiben kann, weil es zu spät zum Packen war und ich immer noch keinen Plan hatte wo ich hin sollte, als er zurück schrieb. Sein Bruder aus dem Norden sei zu Besuch und sie alle wollten mich in den Pub einladen. Nach dem Essen den ganzen Tag bekam ich nichts runter, aber freute mich über die Einladung und einen letzten gemeinsamen Abend mit der Familie. Auch Lori kam mit und sein Zwillingsbruder war total nett. Wir hatten nochmal einen wunderschönen Abend und ich bin sehr traurig, wenn ich diese tolle Familie bald verlassen muss. Ich spielte mit den Kindern und diese wollen auch nicht, dass ich gehe.

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Am nächsten Morgen versank ich dann im Chaos beim Packen. Wenn man bedenkt, dass ich mit drei T-Shirts und zwei Hosen hier her gekommen bin und jetzt mein Chaos sieht, ist das ein großer Unterschied. Die ganze Zeit konnte ich mein Zeug ins Auto schmeißen, aber wenn ich jetzt nach Reisepartnern suchen will, brauche ich Platz. Nach ca. 4 Stunden hatte ich drei Tüten gepackt die nach Toowoomba und zwei die nach Deutschland gehen sollen. Meine Tante muss her halten und alles mit nehmen. Vieles, wie meine Wintersachen und Arbeitsklamotten brauche ich jetzt nicht mehr.

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Einige Sachen flogen raus und ich war sehr froh, als sich das Chaos legte. Irgendwann ging mir die Geduld aus und Josh fragte, ob ich zum Abendessen kommen will. Das war eine gute Ausrede und die erste Frage seiner Familie war, ob ich fertig gepackt habe. Sie lachten mich alle aus und fragten, was ich denn den ganzen Tag gemacht hätte.
Bei den Rooks gibt es immer ein großes, aufwendiges Abendessen und viel Nachtisch. Ein paar Familienmitglieder sind immer noch da und das Haus somit voll. Das ist so eine tolle Familie. Die witzeln ständig alle rum und haben Spaß. So wurde es wieder sehr spät und ich probierte einige australische Speisen und Getränke die ich nicht kannte. Netterweise wurde mir wieder das Gästezimmer angeboten und ich blieb da.
Am nächsten Tag musste ich dann endlich fertig packen und fuhr zurück zur Farm. Gut, dass alles ins Auto passte. Ich putzte meinen Container sauber und aß ein letztes Mal mit der Familie zu Abend.
Das einzige was ich nicht vermissen werde ist das Heu bzw in Deutschland würde man Stroh sagen. Jeden Tag musste ich einen der großen Rundballen mit der Mistgabel auseinander nehmen, das Heu ins Quad laden und es verfüttern. Das kostet Kraft und ist der Grund für meine Muskeln. Außerdem kommt der Wind immer aus einer anderen Richtung und bläst mir alles ins Gesicht. Das Heu ist dann überall und geht auch nicht mehr aus den Klamotten.
Ich werde die Familie so vermissen. James ist ein sehr guter und fairer Boss, Kate war immer so herzlich zu mir und die fröhliche, lustige Art der Kinder die mir immer ein Lächeln ins Gesicht zauberten werden mir fehlen. Auch die Pferde die für Rennpferde sehr gute Manieren haben (vorallem so junge Pferde) werde ich vermissen. Natürlich finde ich es schade nicht mehr vom Hahn geweckt zu werden, nicht mehr mit dem Kakadu reden zu können, nicht mehr die Katze um meine Beine streichen zu haben und nicht mehr den Wellensittich Pfeifen zu hören. Am aller meisten werde ich aber Wombat vermissen. Sie rennt schon immer weg, wenn ich nur kurz weg fahre und sucht mich. Zum Glück ist noch nichts passiert, wenn sie über den Highway rennt. Sie hat immer so toll auf mich aufgepasst, alle Pferde Weg gescheucht, vor meinem Container geschlafen und mich bewacht und hat mich keine Sekunde aus den Augen gelassen. Dieser Hund ist unglaublich.

Solche Nachrichten hat James immer den Kindern gegeben um mir zu bringen. Total witzig.

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Ich, Kate, James, Percy, Penny, Sidney

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leerer Container

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Ich hatte sehr gute 66 Tage hier in dem kleinen süßen 250 Personen Dorf Kumbia. Nun habe ich meine 88 Farmtage komplett und das heißt dass man von der Regierung ein Second year Visa „geschenkt“ bekommt. So zu sagen als Belohnung, dass man den Farmen und somit der Wirtschaft hilft. Das heißt nun also, dass ich ein zweites Jahr kommen und nochmal arbeiten und reisen kann. Das finde ich sehr gut und freue mich, dass es sowas gibt.
Das war nun also die vierte Farm auf der ich in Australien gearbeitet habe. Ich habe sehr viel gelernt, konnte einiges mitnehmen, habe an Lebenserfahrung gewonnen und sehr viele tolle Menschen kennen gelernt. Nun freue ich mich auf weitere 4 tolle Monate in diesem faszinierenden Land.
Mit viel Gewinke und sehr warmen Verabschiedungen verließ ich also sehr schweren Herzens zum letzten Mal die Farm und bin echt traurig.

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Danach machte ich mich (mal wieder) auf den Weg zu der Rook-Familie. Eine Freundin von Josh war da und obwohl ich schon gegessen hatte, kam ich natürlich um den Nachtisch nicht rum. Die Mutter will gar nicht, dass ich gehe und so war es wieder ein gemütlicher Abend im Garten auf den Campingstühlen mit ein paar Bier.
Hier ist es einfach so schön. Die Familie arbeitet zwar den ganzen Tag auf der Farm und ich kann nicht helfen, aber sie zeigen mir alles, lassen mich mit John dem Harvester auf der großen Maschine mit fahren, wir laufen mit den 4 Hunden die fürs Kühe treiben da sind und ich hab eine schöne Zeit auf der Farm. Außerdem durfte ich mit Josh Motorrad fahren. Er hat zwei Dirtbikes und nach über einem Jahr saß ich endlich wieder auf dem Zweirad. Mann hab ich gestrahlt. Über die ganze Farm wollte mich Josh aber nicht fahren lassen und so saß ich bei ihm vorne drauf. Ich durfte Gas geben und das war ein komisches Gefühl. Zusammen sind wir über die Felder geprescht und haben einen gigantischen Sonnenuntergang gesehen. Das war ein total tolles Erlebnis. Zurück mussten wir durch einen kleinen See fahren. Nur mit Rock, Flip Flops und (wieder mal) ohne Helm war das sehr spaßig und ich sah aus wie ein Schwein. Josh ist nun schon der zweite Australier bei dem ich mich aufs Dirtbike hinten drauf traue.

Josh und sein Haustier: Truthahn Turks

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Josh und seine Hündin Juno

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Zwar hatte ich Zwischenzeitlich echt schon Angst, der Familie auf die Nerven zu fallen, zumal ich hier kostenlos essen und schlafen kann, aber Nachdem sie mich fast schon zwangen, noch zu bleiben, blieb ich gerne noch eine Nacht. Alle zusammen gehen sie immer in den „German Club“ nach Brisbane. Das ist wie das Hofbräuhaus und es gibt deutsches Bier und traditionelles Essen. Sie schwärmten von Käsesepätzle und ich beschloss, welche zu machen. Es dauerte fast zwei Stunden bis wir von Hand die Spätzle für die große Familie geschabt hatten, aber jeder wollte mal „ran“ und alle hatten Spaß daran. Sie alle waren total begeistert von den Käsesepätzle und hauten ordentlich rein. Als der Papa von Josh die Käsesepätzle mit Tomatensoße und Josh sie mit Knoblauch essen wollte, schüttelte es mich. Gut, dass sie es bleiben ließen. Das war nun schon das dritte Mal, dass ich dieses deutsche Essen in Australien kochte. Zum Nachtisch ließ ich sie deutsche Weihnachtsschokolade probieren, die mir meine Familie geschickt hatte. Alle liebten es. Beim Versuch „Pfeffernüsse“ auszusprechen, lag ich vor lachen auf dem Boden. Das hörte sich total lustig an. Auch an diesem Abend saßen wir mit Bier draußen auf der Hängematte und lachten viel.
Am nächsten Morgen beschloss ich dann endlich zu gehen. Es wäre zwar echt toll gewesen, noch eine Weile zu bleiben, aber ich wollte der Familie auch keine Umstände machen. Zwar half ich so gut es ging im Haushalt (was die Mutter nie wollte), aber hatte trotzdem ein schlechtes Gewissen.
Obwohl sie arbeiten sollte, saß Joshs` Mutter lange mit mir da, schlug mir Routen vor, zeigte mir schöne Orte auf der Karte und verriet mir Insider-Tipps. Auch der Papa der Komedian sein könnte, brachte sich mit ein und half mir viel.
Von meiner Chefin bei Sydney hatte ich ein Foto aufs Handy geschickt bekommen. Mich traf der Schlag. Obwohl ich noch nie einen Brief bekommen hatte, sollte ich nun 300$ Strafe zahlen, weil ich meine Maut nicht bezahlt hätte. Hier bekomnmt man immer Briefe und muss dann die Maut überweisen.
Wir fuhren zu Joshs` Schwester die ihre Farm nebenan hat. Diese kennt sich damit gut aus. Erst riefen wir bei der Polizei an, von der der Brief kam und dann sollten wir eine Stellungsnahme schreiben. Diese schickte ich gleich ab und hoffe, dass ich nur die Maut von immerhin 50$ zahlen muss. Ich war Louise so unendlich dankbar, dass sie sich die Zeit genommen hatte mir zu helfen.
Danach verabschiedete ich mich von allen und war traurig zu gehen. Hier ist es so schön und alle sind so unbeschreiblich nett. Sie luden mich für den 30. Januar in den „German Club“ ein. Die Mutter war total traurig, dass ich „schon“ gehe.

Grüße von der wunderschönen Rook’s Farm

Nadine

Stuck in the mud, dumb cows, a visitor, sightseeing, cinema and flood

Sonntag, 03.01. – Samstag, 09.01.2016

Diese Woche hatte ich das Gefühl, dass Lori (Bruder meines Chefs) mich „strafen“ will. An einem Tag schüttete es mal wieder aus Kübeln und der Regen tat sogar schon weh, so stark war er. Seit ich hier bin musste ich das noch nie machen, aber er sagte ich solle das Heu in der Stutenkoppel zusammen rechen und anderen Pferden geben. Diese hatten aber alle noch Heu. Ich sagte ich mache es nach dem Regen und er meinte ich solle das gleich machen. Das fand ich nicht so cool. Außerdem rief er dann James an und sagte, dass ich den Pferden zu wenig Heu füttere. Bisher gab`s damit aber nie Probleme. Wenn das ganze Heu aber im Matsch steckt, weil es regnet, ist klar, dass es weniger aussieht. James sagte mir dann, dass ich mehr füttern solle. Ich schob Lori`s Stimmung auf das Rennen. In Brisbane stand ein sehr wichtiges Rennen an, bei dem sein Pferd startete. Er fragte mich 1000 Fragen was ich seinem Pferd füttere, was er für Bewegung hat, wo er schläft, wie er schläft und vieles mehr. Das fand ich verständlich, so würde es mir vielleicht auch gehen.
In dem Futter sind Sonnenblumenkerne drin. Lori stellte fest, dass diese leer sind. Mir ist das zugegebener Maßen nicht aufgefallen. Das gefiel ihm gar nicht und so fuhr er am selben Tag in die Stadt und kaufte eigenes Futter für sein Pferd. Ab da fütterte er ihn selber, mistete ihn, bewegte ihn usw. Das war mir gerade recht. Obwohl mein Chef ein paar Tage vorher noch gesagt hat, dass ich mit den Pferden alles richtig mache, weil sie alle sehr gut sind, seit ich da bin. Auch Loris Pferd gewann die letzten beiden Rennen und wurde zweiter in einem sehr wichtigen Rennen.
Es hörte an zwei Tagen keine Minute auf zu regnen und hier war Land unter. Selbst in die Boxen ist das Wasser geflossen und die Pferde standen im Matsch. Einige Male bin ich mit dem Quad festgesteckt und es war überall geflutet.
Am Montag besuchte mich Brett (bei dem ich Weihnachten feierte) mittags. Ich zeigte ihm die Farm, ließ ihn mit dem Quad fahren, die Hühner, den Kakadu, den Wellensittich die Katze und den Hund füttern und eine Box misten. Man merkt, dass er ein waschechtes Stadtkind ist. Er stellte sich ein bisschen lustig an und wir mussten beide lachen. Außerdem hatte er gute Schuhe an, obwohl ich ihn gewarnt hatte. Es war immer noch matschig.
Zusammen wollten wir in den Pub zum Abendessen. Brett wurde total nervös und ließ mir keine Zeit mich zu richten, weil er Angst hatte, mit seinem Auto nicht mehr von der Farm zu kommen. Er rannte ums Auto und meinte wir müssen schnell los, bevor der Regen stärker wird. Das raus kommen war aber gar kein Problem. Wenigstens muss ich bei dem Wetter nicht die Blumen gießen.
An diesem Tag waren wir die Einzigen im Pub und gingen nach einer Pizza und zwei Bier früh wieder. Brett schmiss mich auf der Farm raus und machte sich dann wieder auf den Weg nach Toowoomba.

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Am Dienstag wollte der Regen wieder nicht aufhören. Ausgerechnet da sollte der Tierarzt kommen. Wie in Deutschland auch, sind diese total unpünktlich. Da ich von meinem Container aus nicht in den Stall sehen kann, musste ich geschlagene zwei und halb Stunden im Regen auf Dr. Bob (John) warten. Es war kalt und ekelig. John hatte wie immer super Laune und das stimmte mich ein bisschen besser. Im größten Matsch musste ich ein Pferd vortraben und hatte sowieso schon total Kopfweh. Er konnte nicht erkennen, wo das Pferd lahmt und ich musste gefühlte hundert Mal über die Koppel rennen. Ich wurde viele Fragen gefragt, z.B. wie alt das Pferd ist, seit wann er lahmt und wie stark usw. Er gab dem Pferd dann Schmerzmittel und erklärte mir ganz genau was er hat. Zu meinem Erstaunen verstand ich alles und konnte gut wiederholen was John mir sagte. Ich solle dem Pferd jeden Tag Schmerzmittel verabreichen. Ein anderes Pferd von Lori brauchte ein Zertifikat dass es nicht zur Auktion kann. Dieses dauerte ewig, weil John es von Hand schrieb. Da ist der echt sehr altmodisch. Eine Ewigkeit redete der nette Tierarzt mit mir, wünschte mir alles Gute und weg war er. Ich war froh, dass ich den Tierarzttermin alleine so gut hinbekommen hatte und James alles genau erzählen konnte.
Als ich abends fütterte, hatten es die Kühe geschafft in den Reitplatz zu kommen. Ich wollte sie raus treiben und blieb unterwegs mit dem Quad stecken. Beim Versuch dieses zu befreien, schlitterte es noch mehr und blieb am Tor hängen. Es ging nicht mehr vor und zurück. Diese dummen Kühe guckten mich ratlos an. Eine Ewigkeit versuchte ich das Quad zu befreien, aber es grub sich nur noch tiefer ein. Ich war kurz vor dem heulen und schrie sogar schon die Kühe an, die her kamen und mich nervten. Diese versuchte ich raus zu treiben, weil ich dachte sie können das Tor weiter öffnen, sodass ich raus kann, aber ohne Erfolg. Eine geschlagene Stunde stand ich im Regen, war patsch nass und stocksauer. Das Wort fu***** ist hier ziemlich legal und es sagt fast jeder. So gibt es Aussagen wie „fu***** great“, fu***** bad, usw. Ich habe nicht gezählt, wie oft ich dieses Wort an diesem Tag gesagt hab, aber es war oft. Meine Fluche waren bestimmt noch in der nächsten Stadt zu hören. Dann kam endlich Lori dem ich eine SMS geschrieben hatte. Wir hängten den Anhänger ab, zogen ihn mit vereinten Kräften aus dem Matsch und machten das selbe mit dem Quad. Das dauerte ewig und Lori war nicht gerade begeistert. Er fragte mich 100 Mal wie ich geschafft hatte, das Quad fest zu fahren. Eigentlich wollte ich an diesem Abend ins Kino, aber bis ich dann fertig war, war es viel zu spät.

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An diesem Tag war Lori morgens schon mal da gewesen und da hatte es aufgehört zu regnen. Trotzdem fiel ihm nach der Quad-Befreiung ein, dass wir die Stute decken lassen müssen. So standen wir im größten Matschloch, waren nach wenigen Minuten noch nasser als sowieso schon und hatten diese verrückte Stute. Ich konnte sie partout nicht halten und schlitterte nur. Lori griff den Strick und gab mir den Hengst, der bereits auf der Stute war. Er rief mir zu ich solle dem Hengst sein „Ding“ in die Stute stecken. Nein, das war zu viel für mich ! Ganz sicher mache ich sowas nicht. Lori wurde sehr ungeduldig und verstand nicht, dass ich das nicht machen wollte. So ging die Hälfte vom Hengst daneben. Das war mir aber relativ egal. Ich hatte sowieso schlechte Laune. So froh war ich noch nie, dass ein Tag vorbei war. Früh ging ich ins Bett und fror.
Normalerweise fange ich immer früh an, aber am Neujahrstag hätte ich garantiert nicht um 6 im Stall stehen können. Lori meinte daraufhin ich würde zu spät anfangen und solle künftig täglich um 6 starten. Obwohl ich ihm erklärte, dass wir mit James in letzter Zeit aller frühestens um halb 7, eher aber später angefangen haben, musste ich dann immer so früh im Stall stehen.
Lori muss mir immer helfen das Heu für die Pferde auf der großen Koppel mit dem Traktor dort hin bringen. Leider kann ich nicht mit dem Traktor fahren. Außerdem muss er die großen Rundballen in den Heuschuppen bringen, sodass ich die anderen Pferde mit dem Quad füttern kann. An einem Tag waren zwei Ballen so dicht nebeneinander, dass ich echte Probleme hatte, das Heu raus zu bekommen. Bestimmt war es keine Absicht, aber sowas fällt dann halt auf. Zumal das zuvor noch nie ein Problem war. Der Heuschuppen ist groß genug.
An einem Tag rannte mir ein Pferd weg, dass ich mit dem Quad wieder einfangen musste. Es ist aber nichts passiert. Hier rennen öfter Pferde weg.
Mittwochs wollte ich mittags eigentlich was mit Yvette vom Pub machen, aber die fragte komischerweise Matt nach seinem Auto. Dann nicht, dachte ich mir und begab mich Mittags in den Pub. Die Besitzerin Michelle hatte mir nämlich freundlicherweise das WLAN Passwort gegeben. So muss ich nicht mehr extra 60 km nach Kingaroy fahren. Ich buchte noch Flüge usw. Michelle lud mich für den Abend zum Grillen ein.
So fuhr ich zurück zur Farm, fütterte die Pferde und kam wieder. Es gab Kartoffelauflauf und viele Salate und es schmeckte super. Einige Leute waren da und wir saßen gemütlich zusammen. Der Regen hatte nach Tagen endlich aufgehört und wir konnten auf der großen Terrasse vom Pub sitzen. Michelle hatte die Idee Cricket zu spielen. So parkten wir die Autos um und verwandelten den Parkplatz zum Cricket-Feld. Jung und alt spielten zusammen und wir hatten total viel Spaß. Als es schon später wurde, fingen wir an Karaoke zu singen. Auf youtube findet man alle möglichen Lieder zum mit singen und es gibt einen großen Flatscreen und Mikrofone im Pub. Michelle sagte ungefähr 10 Mal, dass es der letzte Song ist, als es schon spät war. Irgendwann hatte sie die Idee ein Spiel zu machen. Jede Runde musste jeder einen Namen ziehen und dann mit dieser Person singen. Wir gaben „random 80`s Karaoke“ in die youtube-Suche ein und es war nicht erlaubt ein Lied zu überspringen. Einige Lieder kannte keiner und es war sehr lustig diese trotzdem zu singen. Die Nachbarn taten mir leid und es hörte sich mehr an wie Katzenjammer. Der Abend war super genial und wir hatten mega viel Spaß. Michelle bat mir mittags schon an im Pub zu schlafen, weil dieser auch ein Hotel ist und ein Zimmer frei war. Das Angebot nahm ich gerne an und spät fiel ich ins Hotelbett.

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Auch die Kinder durften singen

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Yvette, ich, Paige, Joe

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Ich, Paige, Yvette

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Der Pub morgens um halb 6

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Leider musste ich am nächsten Tag um 6 auf dem Pferd sitzen, was mir nicht gerade leicht fiel. Trotzdem: Der Spaß am Abend war es Wert ! Dieses Pferde sollte nämlich am Wochenende zum Rennen und es ist zu gefährlich, wenn ich es ohne Aufsicht reite. So solle ich fertig mit reiten sein bis Lori kommt, dass er sieht, dass nichts passiert ist.
Am Donnerstag holte mich abends Josh vom Pub ab. Wir fuhren nach Kingaroy ins Kino. Unterwegs öffnete ich einen an mich adressierten Brief. Ich freute mich so unbeschreiblich unglaublich arg, als eine Weihnachtskarte von meinen besten Freundinnen drin war. Außerdem legten sie einen total süßen Talismann dazu. Die ganze Zeit musste ich grinsen und freue mich, so tolle Freunde zu haben. Der Schlüsselanhänger fand natürlich gleich einen Platz an meinem Autoschlüssel. Silvi, Tati: Ich danke euch dafür von ganzen Herzen ! Ihr seid die besten !!

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Leider kamen wir zu spät zum Film und mussten über alle Leute drüber steigen. Was ich nicht wusste: Hier gibt es salziges Popcorn. Sehr ungewöhnlich aber gut. Für 7,50 Euro Eintritt und 2 Euro fürs Popcorn war es auch echt günstig. Das Kino war klein aber voll. Der Film „Daddys Home“ ist super witzig. Es gab viel zu lachen. Seit fast einem Jahr war ich nun nicht mehr im Kino.
Hier gibt es auch keine festen Sitzplätze. Man sitzt wo es frei ist.

Bei einem tollen Pizzarestaurant gönnten wir uns eine super Pizza.

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Danach gab mir Josh noch eine Nacht-Sightseeing-Tour durch Kingaroy. Bisher hatte ich hier ja nur den MC Donalds und den Woolworths gesehen. Nachts hat man einen gigantischen Ausblick vom Apex Lookout und von einer anderen Aussichtsplattform. Außerdem sah ich die Erdnussfabrik. Kingaroy ist nämlich DIE Erdnussstadt Australiens und man hat ständig den Geruch in der Nase.
Wir fuhren durch ganz Kingaroy und Josh erzählte mir viel. Wir sahen große Spinnen, gefährliche Kröten, eine Schlange, Eulen und viele außergewöhnliche Käfer.
Danach fuhr Josh mit mir ein Mal um seine Farm herum. Er zeigte mir wie der Mais angebaut wird, wie sie die Kühe mit den Hunden treiben und ich durfte in die riesige Landmaschine steigen, die die größte und modernste auf dem Markt ist. Das war total interessant und lehrreich.

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Es war spät als er mich heimfuhr, aber diese Tour hatte sich definitiv gelohnt. Und nein, auch wenn es sich so anhört war es kein Date 😉
Weil ich schon so lange hier bin und noch fast nichts in der Umgebung gesehen habe, fuhren Josh und ich am Freitag in die „Bunya Mountains“. Diese sind nur eine halbe Stunde von der Farm weg. Es sieht fast genau so aus wie auf der Schwarzwald-Hochstraße, nur dass es einen Regenwald gibt und die Straße noch schmaler und schlechter ist. Wir wanderten auf einem 6 Kilometer langen Pfad. Der Regenwald war sehr schön es hatte tolle Aussichtspunkte und eine tolle Landschaft. Anschließend genossen wir unser Mittagessen in einem Restaurant und dann musste ich wieder zur Farm um die Pferde zu füttern.

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Dort kamen gerade James und die Familie an. Ich half das Auto auszuladen und bei Wassermelonen saß ich mit den Kindern auf der Terrasse und ließ mir alles vom Urlaub genau erzählen. Der mittlere Sohn Sidney ist von einem Felsen gerutscht und brach sich die Hand. Er musste noch im Urlaub operiert werden. Der arme.
James bedankte sich, dass alles so gut geklappt hat und er meinte es ist schön sich auf jemanden verlassen zu können, wenn er nicht da ist. Seine Eltern sind aber noch nicht zurück und den Garten muss ich noch ein paar weitere Tage gießen.

Smoky & Wombat

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Die Kleinste Penny

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Der Größte Percy

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Wombat, Smoky und ichIMG_4538 (FILEminimizer)

Samstag war außerdem mein letzter Arbeitstag. Eigentlich sollte ich ein paar Pferde reiten, aber ich glaube dann ist James eingefallen, dass es mein letzter Tag ist und es sich nicht mehr lohnt jetzt noch was anzufangen. So fingen wir auch erst um 6:30 Uhr an. Es gab nur ein paar kleine Aufgaben für mich und das Typische und dann war ich schon um 10 fertig. Das war ein sehr guter letzter Tag. Ich werde die Arbeit hier vermissen. Es hat (fast) immer viel Spaß gemacht. Außerdem hatte das riesen Pferd das ich die letzte Woche geritten bin ein großes Rennen. Dieses war in Ipswich und wurde im TV übertragen. Kate, die Kinder, Lori und ich saßen davor und verfolgten es gespannt. „Bolt“ rannte gleich los wie verrückt und führte bis etwa 50 Meter vor dem Ziel. Kopf an Kopf wurde er leider noch von zwei anderen Pferden geschlagen. Das war ein tolles Rennen. Natürlich war ich ein bisschen stolz, dass das Pferd so gut abgeschnitten hat, wo ich es alleine geritten bin, gepflegt, gefüttert und geputzt hab.

Josh mit dem ich ja nun schon ein paar Ausflüge gemacht habe, lud mich zum Abendessen mit seiner Familie ein. Diese ist super nett. Josh hat vier ältere Schwestern die alle bereits Kinder haben. Da am Sonntag die Oma ihren 85. Geburtstag feiert, war die komplette Familie auf der Farm und es war volles Haus. Es ist eine Maisfarm und außerdem haben sie Kühe und einige Bohnensorten.

Wir hatten einen schönen Abend und alle empfingen mich total freundlich und es gab viel zu lachen. Ich durfte das erste mal selbstgemachten „Plumpudding“ probieren der sehr lecker ist. Weil die Oma noch nicht da war (sie wohnt woanders) bot mir die Familie ein, in ihrem alten Zimmer zu schlafen. Das Angebot nahm ich gerne an und so konnte ich auch mit der Familie anstoßen.

Plumpudding

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Zufriedene Grüße
Nadine

First race as a strapper

Samstag, 02.01.2016

James kam morgens kurzzeitig zurück vom Urlaub. Eigentlich wollte er „ein paar Pferde“ reiten, aber trug dann mir auf, den Neuen, großen Fuchs zu reiten. Dieser wurde seit er hier ist noch nicht geritten und ist mir am Tag zuvor weg gerannt, weil er beim Führen gebockt und sich losgerissen hat. James meinte das Pferd wäre faul und ich müsste vorsichtig sein, weil er immer stolpert. Mit Hilfe eines Bierkastens stieg ich dann auf dieses 1,75 m große Tier. James hatte halb Recht. Faul war dieses Getier nicht, aber es ist so oft gestolpert, dass es uns ein paar Mal fast auf die Nase gehauen hat. In der Dressur würde man dann ein bisschen mit den Zügeln im Maul spielen und mehr mit dem Bein treiben, aber das versteht ein Rennpferd natürlich nicht. So musste ich den Riesen am halblangen Zügel seine Runden traben lassen.
Um halb 12 kam die Besitzerin von Bon Bon, dem Pferd das rennen sollte. Diese ist total nett und wir unterhielten uns super. Zu dritt fuhren wir nach „Bell“. Dieses ist nur 40 min. weg.
Es herrschte schon reger Trubel und man fand viele Pferde vor. Da Bon Bon einfach nicht ruhig am Anbindeplatz stehen wollte, musste ich sie fast die ganze Zeit rum führen. Es hatte über 30 Grad und die Sonne knallte. Ich war froh, als wir endlich den Sattel drauf machen konnten. Bis dahin wusste ich nicht, dass ich Bon Bon „strappen“ sollte. Aufgabe eines „Strappers“ ist, das Pferd zu führen und dann dem Jockey beim Aufsteigen zu helfen. Natürlich war ich ein bisschen perplex, aber freute mich. In Australien ist das nämlich ein großes Ding und eine „Ehre“.
Nach einer sehr kurzen Kurzeinweisung hatte ich dann den Strick in der Hand und lief im Kreis. Dieser war ca. 20 Meter im Durchmesser und wir konnten uns gerade mal um die eigene Achse drehen. Hier wurde das Pferd schon sehr nervös und ich merkte das deutlich. Ein Mann stand da mit seinem Schimmel und da dieses Pferd nicht mal in dem Rennen war, gehörte er da nicht hin. Der Schimmel war genau so nervös wie Bon Bon und machte Theater. Da mein Pferd nur um mich herum trabte und ich wenig Einfluss darauf hatte wo wir hin gingen, kamen wir dem Schimmel immer näher. Ich versuchte Bon Bon weg zu ziehen, dann kam das andere Pferd in Richtung uns und kickte wie verrückt. Mein Herz blieb stehen und natürlich standen James und die Besitzerin von Bon Bon daneben. Diese wussten aber auch, dass ich nichts dafür konnte. Zum Glück verfiel das dumme Pferd meines um Zentimeter und es passierte nichts. Das wäre der Super-GAU gewesen. Der Mann vom Schimmel schrie mich an und meinte, dass ich doch sehen würde, dass sein Pferd spinnt, usw. Alle anderen Zuschauer des „Spektakels“ warfen dem unfreundlichen Mann nur strenge Blicke zu. Er ist falsch und nicht ich, außerdem hat sein Pferd ausgeschlagen.
Dann ging es zu zwei Männern, die guckten ob die Pferde korrekt gesattelt sind, die angegebene Ausrüstung an haben, usw. Diese winkten mich weiter ins Viereck. Im TV sieht das immer so einfach aus, wenn die Strapper auf gut asphaltierten, großen Straßen laufen, aber dieses Viereck war winzig. Es befanden sich 11 Pferde darin. Die Kulisse war überwältigend. Menschenmassen drängten sich an den Zaun um die Pferde zu sehen, auf die sie gewettet haben oder noch last-minute-Wetten abschließen wollten. Leider verhielt sich Bon Bon nicht gerade vorbildlich und ich hatte große Probleme sie zu halten. Meine Energiereserven schwanden immer weiter. Sie tänzelte nur rum und wollte ständig zu anderen Pferden und legte böse die Ohren an. Eigentlich sollte man in der Startreihenfolge laufen, aber es herrschte pures Durcheinander. James kam dann um mir zu helfen, Jockey „Hanna“ hoch zu schmeißen. Diese musste ich dann noch ein paar weitere Runden führen. Auch sie stellte fest, dass das Pferd heute außergewöhnlich nervös war und selbst mit ihr drauf, ging das Führen nicht besser. Als eine Glocke läutete, sollten wir in der Reihenfolge die Jockeys auf die Rennbahn führen. Als ich den Strick weg machen wollte, schlug Bon Bon mit dem Kopf und ich bekam den Karabiner nicht auf. So mussten wir eine Extrarunde laufen und Hanna erklärte mir, was ich machen sollte. Wir brachten damit die ganze Reihenfolge durcheinander und das war vor so vielen Leuten echt peinlich. Man konnte mein Aufatmen bestimmt auf der Farm noch hören, als die Beiden endlich auf der Rennbahn waren. Sehr peinlich, wenn da so viele Leute zugucken, wie man mit einem Pferd überfordert ist.
Leider fand ich James und die Besitzerin nicht, aber stellte mich an den Zaun zum gucken. Die ganze Zeit war Bon Bon Vorletzte und ein paar Meter vor dem Ziel holte sie ordentlich auf und kam Zweite.
Nach dem Rennen müssen die ersten beiden Pferde in eine Art Anbindeplatz, es gibt Fotografen, Schleifen und alles mögliche. Ich stand mittendrin, hatte das Pferd am Strick und mal wieder keinen Plan, was ich machen sollte. Die Jockeys satteln aber die Pferde an Ort und Stelle ab und dann durfte ich mit Bon Bon gehen.
Nach dem Abduschen musste ich noch eine ganze Weile mit ihr laufen (diesmal konnte ich in den Wald, da war es kühler und hatte Platz) und dann war mein Amt als „Strapper“ erledigt.
Wir verluden Bon Bon und fuhren zurück zur Farm.
Im Auto meinte die Besitzerin, dass sie mich die ganze Zeit beobachtet hätte und ich das sehr gut gemacht habe. Sie sagte, dass Bon Bon das normalerweise nicht macht und sie kenne das gar nicht, aber ich hätte mich gut geschlagen. James sagte nicht viel und ich wusste, dass das nicht gerade eine Glanzleistung war. Die Besitzerin meinte auch, dass der Mann mit dem kickenden Schimmel total unmöglich war.
Beide waren aber sehr zufrieden mit dem Rennen.
Auf der Farm angekommen musste ich nur noch füttern und war dann fertig für den Tag. Ich war echt froh, dass ich das „überlebt“ hatte.

Strapperische Grüße
Nadine

Brauner Riese

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Bon Bon war langweilig

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Ready to go

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Da kommen sie

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Bon Bon ist die Braune mit der weißen Trense

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Sitting, waiting, wishing…

Freitag, 01.01.2015

Eigentlich hatte ich am Neujahrstag geplant auszuschlafen. Leider wurde daraus nichts. Da James` Bruder direkt von der Nachtschicht kam, musste ich um 8 auf der Farm stehen. Matt fuhr mich und mir tat er leid, weil er wegen mir so früh aufstehen musste. Weit und Breit war keine Spur von Lori. Mein Herz blieb stehen, als ich die Pferde auf dem Paddock stehen sah. Ich zweifelte eine Sekunde, ob ich vergessen hatte, sie abends rein zu stellen, aber war mir sicher, dass ich es gemacht hab. Das war sehr mysteriös. Beim Anrufen von Lori ging nur die Mailbox an. Es war schon halb 9 als wir ihn endlich erreichten. Wir würden das Decken auf den nächsten Tag verschieben, so die Aussage. Ich dachte ich spinne ! Da stehen alle extra früh auf, ich verzichte auf Toowoomba, weil er sagt er kann die Pferde nicht raus stellen und füttern und dann sagt er nicht mal, dass er nicht kommt? Da wurde ich sehr sauer. Das macht man nicht.
So machte ich alles was ich sollte und legte mich dann wieder ins Bett.

Wartende Grüße
Nadine

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Nadine – the new manager of a race-horse-stable

Montag, 28.12 – Mittwoch, 30.12.2015

Die Arbeit fiel trotz der Pause leicht. James bereitet einige Dinge für den Urlaub vor und Kate wies mich in den Garten von James` Eltern ein. Diese sind ebenfalls im Urlaub und der Garten den ich gießen muss ist riesig. So groß, dass Peter mir sogar eine Karte malte, sodass ich keine Blume vergesse.
Am Montag und Dienstag sollte ich mit dem 8 jährigen Sidney die Zäune neu machen. Ständig büxt nämlich ein Pferd aus, weil die Zäune schlecht sind und die Elektrik nicht funktioniert. James kann die Pferde wieder einfangen, aber ich will nicht, dass das passiert wenn er nicht da ist. So waren wir eine Weile beschäftigt, aber dafür waren die Zäune danach perfekt. Auch James` Frau Kate half mit und sie ist ein richtiger Profi. Die Kinder badeten in der Zeit in den Trinkeimern der Pferde, was ich sehr lustig fand.
Am Dienstag gingen wir zum Abschluss zum Abendessen nochmal in den Pub. Ich fuhr mit meinem Auto und blieb länger. Mit einer netten bekannten Familie von meinem Chef saß ich lange da und unterhielt mich nett. An der Bar traf ich den 21 jährigen Josh der auch eine Farm hier hat. Wir spielten Billard bis tief in die Nacht und Michelle die Besitzerin vom Pub sagte uns, dass wir dann abschließen sollen. Bei dem Spiel waren wir beide schlecht.
Kurz vor dem Aufbruch erklärte mir James schnell, was ich machen muss, wenn er nicht da ist. Ich hatt eigentlich damit gerechnet eine ausführliche Einweisung zu bekommen oder eine Liste mit Aufgaben. Statt dessen schrieb er nur „Pferde“ und „Füttern“ auf. Auf die Frage hin, was denn mit den Hühnern, dem Kakadu, dem Wellensittich, der Katze, dem Hund und den Kühen sei, erklärte er mir nur schnell wo das Futter ist und dass ein Mal am Tag füttern reicht. Das ist wieder wie alles: No worries ! Sehr lustig, dass die fast 2 Wochen in den Urlaub gehen und einem „daher gelaufenen“ Backpacker den sie gerade mal ein paar Wochen kennen quasi blind vertrauen.
Mittwoch Morgen um 9 machte sich die Familie dann auf den Weg in den Urlaub. Somit war ich allein. Das ist ganz schön viel Verantwortung und nicht gerade ungefährlich. Wenn mich ein Pferd kickt, dann findet mich keiner und es gibt nicht mal Telefonempfang, sodass ich jemanden anrufen könnte. James sagte mir aber, dass ich jeden Tag um 6 abends anrufen solle, sodass er jemanden schicken kann, falls ich mich nicht melde. Das gibt uns beiden Sicherheit. Zum Glück habe ich keine Angst allein hier, obwohl es kein Tor, keine Kameras, keinen Wachhund und keinen Handyempfang gibt. Ich will deswegen nicht so oft weg gehen, weil jeder weiß, dass die Familie im Urlaub ist. So könnte leicht jemand kommen und einfach ein Pferd mit nehmen. Ich würde mir große Vorwürfe machen, wenn was passiert. Zwar war ich mit Sophia im Mai auch allein auf Tom`s Farm für fast vier Wochen, aber dieser hatte Kameras, ein Tor, einen Wachhund und wir waren wenigstens zu zweit.
Das erste was ich checkte war, ob sie das WLAN angelassen hatten. So hätte ich wenigstens mal mit der Familie skypen können. Zu meiner Enttäuschung war dieses aber aus. Weil die Farm so weit im Nirgendwo ist, ist das WLAN limitiert und abartig teuer. Einerseits verstehe ich also, warum sie es ausgeschaltet haben, andererseits finde ich hier fast kein Internetempfang und habe so große Mühe Kontakt mit Zuhause zu halten, Facebook zu checken, usw. Außerdem ist es unmöglich meine Blogeinträge hochzuladen.
Der Bruder von James der seine Farm hier in der Nähe hat, kommt jeden Tag nach der Nachtschicht um nach dem Rechten zu sehen. Mit ihm musste ich eine Stute decken lassen, die nicht trächtig ist. Diese ist ein absoluter Horror und will nie stehen bleiben. James` Bruder musste oft laut fluchen und ich hatte fast keine Chance das Pferd zu halten. Ich bin unglaublich froh, wenn die Decksaison bald vorbei ist. Das kostet mich Nerven !
Der erste Tag allein war aber ganz ok und früh ging ich ins Bett.

Grüße vom neuen Farmmanager
Nadine

 

Spinne

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Lori und sein Pferd

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Lori und das Heu

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Kakadu Patrick

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Dead Kangaroo, rain, pub-evenings, blackout and missing horse

Freitag, 11.12. – Mittwoch, 16.12.2015

James fuhr seine Frau zum Flughafen, die für eine Woche weg fliegt und seine Kinder für diese Zeit zur Tante. Diese haben gerade Ferien. So war die Woche ruhig. Mir fehlte das Kinderlachen auf der Farm.
Meinem Chef seinem Bruder Lori half ich eine Stute zu decken und außerdem beim Beschlagen eines kleinen Hengstes. Der kannte das nicht und kickte ständig und machte gefährliche Sachen. Als alle vier Eisen drauf waren, war ich froh. An diesem Tag ließen wir 3 Stuten decken und das ist total anstrengend. Ich muss gleichzeitig die Nasenbremse und die Stuten halten und wenn die weg laufen wollen, muss ich mich mit meinem ganzen Gewicht gegen die Pferde stemmen. Bei über 30 Grad kein Spaß und ich bekomme immer mehr Muskeln.
Am Samstag regnete es wie aus Kübeln. Ich hatte zwar meine Regenjacke und Gummistiefel an, aber als ich Heu fütterte, wurde es so heftig, dass ich aufhören musste. Davor fragte ich, ob ich die Pferde trotzdem auf die Paddocks bringen soll. Ich sollte Decken drauf machen und sie dann raus stellen. Das bringt meiner Meinung nach zwar nicht viel, weil es nur dünne Wolldecken sind und es darunter bestimmt kalt ist, wenn diese nass werden, aber na gut.
James hatte auch Mitleid mit mir weil ich begossen war. Wenigstens war es alles andere als kalt. Er sagte dann, dass ich nur noch Heu in die Boxen schmeißen soll, ausmisten, die Pferde rein bringen und einen ruhigen Tag haben kann. Irgendwie lustig, dass er erst sagt die Pferde können draußen bleiben, aber sie dann doch wieder rein müssen. Natürlich fand ich es super lieb, dass er mich vor dem Regen erlöst hat, aber bei dem Matsch hätte man die Pferde auch nicht mal in die Führanlage stellen können. Er meinte wir machen dafür am Nachmittag mehr. So fuhr ich dann schon um 10 Uhr morgens nach Kingaroy, verbrachte den ganzen Tag im Mc Donalds und erledigte einige Sachen. Dort ist es richtig kalt und die Klimaanlage ist grundsätzlich auf Stufe 10 eingestellt. Ich muss immer eine dicke Jacke anziehen, oder mich raus setzen.
Eigentlich müsste man ja meinen, dass man was lernt wenn man ein Mal eine leere Auto-Batterie hat. Nicht so ich. Mein Radio summte kurz auf und dann verstummte mein Auto. Ich hatte vergessen das Licht aus zu schalten. Zum Glück gibt’s in meinem Auto ein Starterkabel. Im Regen bat ich einen sehr netten, jungen Mann um Hilfe. Dieser war durchaus hilfsbereit und nach wenigen Minuten erwachte meine Batterie wieder zum Leben.
Als ich dann um 4 wieder da war und fragte, was ich machen soll, meinte mein Chef, dass ich füttern soll und dann fertig bin. Ich dachte der hat jetzt was weiß ich geplant, aber füttern muss ich ja sowieso jeden Tag. Das war also ein sehr entspannter Tag. Es könnte ruhig öfter regnen 😉 Pünktlich als ich mit dem Quad los fuhr, wurde der Regen heftiger und peitschte mir bei der Fahrt ordentlich ins Gesicht. Ich bekam seit langem sehr schlechte Laune, war total genervt, dann nervten noch die Pferde und schoben außerdem ihre Futtertröge so weit weg, dass ich im Matsch mit den schweren Futtereimern über die ganzen Paddocks laufen musste. Gut, dass ich nach 45 min. fertig war.
Dann gab es ein sehr heftiges Gewitter. Hier donnert es fast nie, sondern blitzt nur, aber an diesem Tag gab es alles auf einmal. Gerade als das Gewitter und der Sturm vorbei waren, fiel der Strom aus. Ich hatte nicht mal eine Kerze und mein Handyakku war leer, sodass es sogar ohne Taschenlampe gehen musste. James war zum Glück gerade fertig mit Kochen. So saßen wir im dunkeln auf der Terrasse und aßen. Mir war es danach richtig langweilig. Ich konnte weder TV schauen, noch lesen und nicht mal duschen, weil die Wasserpumpe elektrisch funktioniert. Zu trinken hatten wir also auch nichts, weil wir sonst das Regenwasser aus dem Hahn trinken. Matt den ich aus dem Pub kenne fragte mich, ob ich da hin komme, aber ungeduscht wollte ich das auch nicht. So ging ich sehr früh schlafen und der Strom kam erst nachts zurück.
Dummerweise hatte ich (wie immer) meine Klamotten auf der Wäscheleine vergessen und musste mühsam was zu Anziehen suchen, weil die Wäsche seit dem Regen nicht getrocknet war.
An einem Abend ging ich zu James` Eltern rüber und fragte diese, ob ich ihr WLAN benutzen kann. Ich hatte einen sehr guten Flug gefunden, aber konnte diesen nicht buchen, weil das Internet zu langsam war. Die beiden sind so nett und hatten natürlich nichts dagegen.
James und ich wurden von seinen Eltern zum Abendessen eingeladen. Es gab Wein und wir unterhielten uns bei Spagetti super. Peter ist sehr gebildet und weiß einiges über Vögel. So beobachteten wir Einige von diesen vom Wintergarten aus und guckten im Buch nach, ob es stimmte, was Peter sagte. Alles war richtig und er konnte uns einige Geschichten erzählen.
Normalerweise meckern die Kinder immer, wenn es mal kein Fleisch gibt, aber weil diese ja nicht da waren, kochte James jeden Tag was vegetarisches. So gab es Bohneneintopf, Quiche, Salat, Fried Rice und vieles leckeres mehr.
Unter der Woche hatte James ein Weihnachtsessen im Pub und ich durfte auch mit. Ich fuhr mit meinem Auto und blieb länger. Mit Yvette, der englischen Backpackerin die im Pub arbeitet, Matt dem Cowboy und einigen anderen hatte ich einen sehr genialen Abend. Wir spielten Dart und ich war sehr schlecht, aber es machte Spaß. Wir blieben sehr lange und ich war Taxi, weil die anderen einiges getrunken hatten. In Deutschland gehe ich sonst nicht unter der Woche feiern, aber hier stehe ich dann halt nach 4 Stunden Schlaf wieder im Stall. Den ganzen Tag war ich müde, aber der gute Abend war es Wert.
Am Dienstag ging es dann schon um halb 5 los zum Track. Diesmal ging es nach Nanango und dort ist es viel schöner als da wo wir sonst immer waren. Bei der einstündigen Fahrt ging es über Holperpisten und Waldwege, aber die Landschaft war wunderschön. Wir hatten nur 4 Pferde dabei und waren sehr schnell fertig. Die beiden Jockeys die beide Hannah heißen, waren zufrieden mit den Pferden. Das Wetter war perfekt. Als ich gerade das letzte Pferd abduschte, rannte dieses rückwärts und riss den Schlauch ab. Ich hatte die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen und sagte James, dass ich das zahle. Der sagte ich soll nicht spinnen und dass er das richtet. Nun hatte aber leider niemand mehr auf dieser Rennbahn einen Schlauch um sein Pferd zu duschen und mein Chef muss das Teil erst kaufen. Aber ich war definitiv die Einzige die da ein Drama draus gemacht hat – no worries mate !
Beim Rückweg redeten James und ich gerade, als er sagte er müsse umdrehen. Er hatte ein verletztes Känguru gesehen und sich erst überlegt weiter zu fahren, dann aber nach 3 km wieder umgedreht. Es hatte sich das Bein gebrochen und blutete. Ich konnte nicht hin gucken und fragte gefühlte 100 Mal, ob man das nicht verarzten konnte. James meinte das Bein sei komplett durchtrennt und es würde nie heilen. Da muss man dann auch genug Tierfreund sein um einzusehen, dass es besser ist das arme, kleine Tier nicht in der Hitze vor sich hin leiden zu lassen. Mein Chef suchte einen großen Stock im Wald und sagte ich soll im Truck warten. Ich schloss meine Augen, hob meine Ohren zu und James erschlug das Känguru. Ich fand es sehr gut von James, dass er das Kleine von seinem Leiden erlöst hat. Obwohl es besser für das Tier war – ich hätte es bestimmt nicht gekonnt. Den ganzen Tag musste ich an das arme Känguru denken und wurde ganz traurig.
Diese Woche bekam ich außerdem ein „Upgrade“ und durfte neben meinem Faultier noch zwei andere Pferde reiten. Der eine ist sehr flott und richtig toll zu reiten. Aus dem könnte man glatt ein Dressurpferd machen. Er wird noch nicht lang wieder geritten, weil er eine Operation hatte und lange in der Klinik war. Der andere hatte eine 4 monatige Pause und ich sollte die erste sein, die ihn wieder reitet. Beim laufen lassen im Roundpen, um zu gucken, ob alles ok ist, drehte er ordentlich ab und bockte. James sagte ich soll gleich drauf sitzen. Der schwarze Wallach war ganz gelassen und lief schön seine Runden. Auch er machte Spaß zu Reiten. Beim raus Reiten aus dem Reitplatz müssen wir vom Pferd aus das Tor auf machen. Da bin ich immer noch nicht geschickt drin. So verfing sich die Trense meines Pferdes am Tor, dieses geriet in Panik und rannte rückwärts. Zum Glück löste sich die Trense schnell wieder und nichts passierte. Das hätte anders ausgehen können.
An einem Morgen fragte mich James wo das eine Pferd sei. Ich wusste es nicht, aber das Paddock war leer. Als wir es suchten, sahen wir es mit ausgestreckten Vieren auf einer Wiese liegen. Mein Herz blieb stehen und wir dachten beide es sei tot. Ich sagte nur: „Oh my god!“. Zum Glück bekam James das Pferd zum Aufstehen. Es hatte nur ein Schläfchen gehalten und war top munter. Mein Chef sagte zu mir, dass ich nie wieder „Oh my god“ sagen soll, weil er dachte das Pferd hätte sich das Bein gebrochen oder sowas. Ich war sehr froh, dass alles gut war. Das war ein schrecklicher Anblick. Und warum schläft der dumme Esel nicht einfach in seinem Paddock?
Yvette überredete mich ein zweites Mal in den Pub zu kommen und der Abend war wieder sehr lustig. Wir tranken Weihnachtsschnaps und spielten nochmal Dart. Es waren einige Leute da und es gab viel zu lachen. Der Abend war also wieder total genial und ich fühle mich hier echt total wohl. Zumal ich nun echt sehr viele Leute im 250 Personen Dorf Kumbia kenne.
Yvette wollte mit mir Weihnachtsgeschenke kaufen und fragte mich, ob ich einen Tag frei bekomme. Eigentlich hatte ich aber ausgemacht, Matt am Donnerstag bei der Arbeit mit den Kühen und Pferden zu zugucken und bekam aber keine zwei Tage frei. So fragte ich meinen Chef ob es ok sei, einen halben Tag am Mittwoch und einen Halben am Donnerstag frei zu nehmen. So lieb wie er ist, stimmte er zu.
Am Mittwoch Morgen fuhr ich dann also mit Yvette nach Kingaroy und sie kaufte einige Weihnachtsgeschenke. Im Mc Donalds genossen wir unser Frühstück und waren den ganzen Morgen unterwegs. Wir hatten viel Spaß und einiges zu Lachen.
Als ich um 12 zurück auf der Farm war, musste ich nur die Boxen misten, die Pferde rein bringen und Abends alle füttern. Es schüttete wieder den ganzen Tag aus Kübeln und natürlich war ich patsch nass, als ich fertig war.
Das war eine neue, sehr schöne Woche auf der Farm.

Regnerische Grüße
Nadine

Regen

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Ponyexpress

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Hahn

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Katze Smoky

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So wird eine Stute fürs Decken vorbereitet

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Selfie

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Roxy und ich (Foxi)

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Tiger, Yvette, Matt und ich im Pub

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Cowgirl

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Dart

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Welpe vom Pub

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nervige Vögel

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Regen

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Hahn und Pferd

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viele Papageien

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Milchreis mit Obstsalat zum Frühstück

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MC Donalds (zweites Zuhause)

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Matt, Yvette und ich im Pub

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Yvette und ich

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mehr Regen

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verletztes Känguru (hin geschaut hab ich nicht – aber ein Bild gemacht)

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schöner Track

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schnelle Pferde

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Heimweg vom Track

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Roxy und Tiger beim Spielen

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Welpe schläft im Pub

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vor dem Putzen und danach

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Boxen

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nasse Wäsche nach dem Regen

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Life ain’t no ponyfarm

Donnerstag, 01.10. – Samstag 03.10.2015

Aylin und ich sind ein sehr gutes Team. Ich sage ihr immer was sie machen „soll“ und achte darauf, dass wir beide gleich viel machen. Ich hole die Pferde, putze und sattle sie und Aylin bringt die anderen Pferde aufs Laufband und wäscht die Pferde nach dem Reiten am Abspritzplatz. So funktionierte alles super. Unsere Chefin Jenny war da und wie ich schon erwähnt habe, ist diese immer sehr fleißig. So hatten wir wieder fast keine Pause und mussten sehr viel Arbeiten.
An den 3 Tagen hatten wir Sage und Schreibe jeweils 12 Stunden-Tage ! Das nennt man meiner Meinung nach moderne Sklaverei. Vor allem für das Geld. Außerdem kann man es unserer Chefin nie recht machen. Und umso mehr man macht, desto mehr kritisiert sie einen. So weiß ich nicht ob es besser ist, weniger zu machen oder mehr. Ihr fallen auch immer ganz abenteuerliche Aufgaben ein, dass wir ja nie rechtzeitig fertig werden.
An einem Tag wollten wir wie immer um halb 5 füttern. Wir kamen mit dem beladenen Quad an ihr vorbei als sie uns stoppte. Sie gebe gerade Reitunterricht und will, dass wir mit dem Füttern warten.
Ihr fiel dann ein, dass sie noch ein Pferd reiten muss. Dieses sollten wir satteln und auch ein anderes das ich reiten sollte. Als ich aufsteigen wollte fragte sie mich, ob ich das Pferd nun reiten will. Ja das hatte sie mir doch gerade gesagt ? Auf jeden Fall bin ich das eine Pferd geritten (das ich schon mal geritten bin) und sie das andere. Das war gut, aber als wir fertig waren dämmerte es schon. Also Pferde absatteln, abduschen und schnell weg bringen. Das Dumme ist, dass man eigentlich im Dunkeln nicht füttern kann. Außerdem mussten wir jedem der 20 Pferde beide Decken für die Nacht drauf machen. Da die 4-Beiner ja alle auf Paddocks stehen, gibt es kein Licht und im Dunkeln mussten wir die Pferde und die Decken finden. Das Gefährliche ist auch die Fohlenkoppel. Diese ist sehr groß und die Kleinen sehr wild. Wenn man nichts sieht und mit dem Quad da drin rum fahren muss, ist das nicht spaßig. Zum Glück wurde niemand verletzt. Es war schon 7 als wir endlich fertig waren und wir waren sehr sauer. Das mit dem Reiten hätte unserer Chefin auch früher einfallen können und war bestimmt eine Strafe. Außerdem hat keiner der beiden geholfen und statt dessen hat unser Chef den Reitplatz mit dem Traktor durchgefahren.
Am Freitag war es das erste Mal so warm, dass wir in den Pool konnten. Wir hatten zwar nicht viel Zeit, aber zwischen der „normalen Arbeit“ und dem Füttern kühlten wir uns kurz ab. Der Tag war schön sonnig, aber das Wasser noch sehr kalt. Ganz Vegetarier und Tierfreund war ich, als ich alle Marienkäfer die unfreiwillig baden gingen aus dem Pool rettete. Unsere Chefs verschwanden irgendwann und dann konnten wir mal früher füttern und auch endlich einkaufen. Dazu fehlte die letzten Tage die Energie.
Brissie kam morgens zum Nachbar in die Werkstatt, weil ein Licht blinkte in einer Anzeige. Dieser sagte er habe alles gecheckt, aber das Auto ist einwandfrei. Er wollte nicht mal Geld dafür. Trotzdem kaufte ich ihm Bier.
Dann hab ich noch erfahren, dass in der Nacht vom 3. auf 4. Oktober Zeitumstellung ist. Jungs aus Aylins altem Hostel haben ihr das gesagt. Erst glaubte ich das nicht, aber Google bestätigte diese Aussage. Nun sind es in dem Staat New South Wales wo ich bin sage und schreibe 9 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland und wenn in Deutschland Winterzeit ist, sogar 10. Echt nervig und sehr schwer so Kontakt zu Deutschland zu halten.
Im TV kam an einem Abend eine Reportage über das Oktoberfest in München. Ich musste total lachen, als der australische Reporter sich an deutschen Wörtern versuchte und von allem fasziniert war.
Ein Pferd steht hier seit einigen Wochen, damit Jenny testen kann, ob es lieb genug für seine neue Besitzerin ist. Diese hatte den Fuchs noch nie gesehen und Jenny wollte ihr Bilder schicken. Erst ritt sie und sprang ihn ein bisschen. Dann sollte ich drauf sitzen. Ich dachte sie will nur Standbilder machen, aber dann sollte ich antraben, angaloppieren und schließlich über ein Kreuz springen. Aus diesem wurde dann ein ganzer Parcours und der Wallach ist ein Traum. Obwohl ich schon ewig nicht mehr richtig gesprungen bin, hatte ich sehr viel Vertrauen zu ihm und er machte alles perfekt. Das war das erste Mal, dass ich ihn geritten bin und die Hindernisse waren ca. A-Höhe. Jenny bekam gute Bilder und ich war glücklich, dass ich ihn reiten durfte.

Liebe Grüße
Nadine

Backpacker-Essen 😛

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Aylin und Hund Stumpy

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Reitplatz

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Jennys Ergebnis. Das Foto für die neue BesitzerinIMG_1938 (FILEminimizer)