Rescue us

Donnerstag, 16.06.2016

Da es uns schon nach einem Tag auf der einsamen Insel zu langweilig wurde und wir die Zivilisation vermissten, nahmen wir die Fähre um 10 zurück zum Festland. Zumal es schon wieder regnete und ein Strandtag auch sprichwörtlich ins Wasser gefallen wäre. Zum Glück waren die Leute so flexibel unsere Buchung zu stornieren.
Im Restaurant frühstückten wir noch was bevor wir auscheckten und am Pier ewig auf die Fähre warten mussten.
Die Fähre war wesentlich schneller und komfortabler als die Nussschale und an Deck ließ es sich gut aushalten. Sogar der Regen ließ nach. Die Fahrt zog sich trotzdem ewig und so schnell war das Schiff dann wohl doch nicht.
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Was eine totale Touristenverarsche ist: das Boot hält an einem Pier in einem Armenviertel weit weg vom Schuss. Also nicht da wo wir vor ein paar Tagen los gefahren sind. Die Tuk Tuk Fahrer machen bestimmt viel Geld die ganzen Reisenden in die Stadt zu karren. Wir handelten eine Fahrt für 5$ aus was bestimmt immer noch zu teuer ist, aber laufen wäre zu weit gewesen und es regnete noch.
Dieses Tuk Tuk war anders als alle die ich bisher gesehen hatte. Es war ein Auto mit Aufsetzdach und groß und komfortabel. Selbst mit unseren Backpacks hatten wir zu 4. noch Platz.
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Wir stoppten an dem Büro über das wir unsere Tickets nach Battambang gebucht haben um diese dort abzuholen. Für 16$ pro Person bekamen wir den Nachtbus der am selben Abend fahren sollte.
Eine Pizzeria warb mit 5$ Pizza die dazu noch richtig gut aussah. Wir bestellten uns jeder eine und wurden nicht enttäuscht. Die Pizzen waren so riesig, dass sie kein Mensch aufessen kann und es gab Brot mit Dips davor. Wir ließen es uns schmecken und nahmen den Rest als Wegzehrung mit.
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Sara checkte in einem Hostel daneben ein, weil sie leider eine andere Route wie wir plant. In dieses Hostel setzen wir uns und taten was wir gut können: chillen!

Bald hat meine Tablettengeschichte ein Ende
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Als das zu langweilig wurde liefen wir los und suchten die Affen die es hier geben sollte, aber fanden keine unserer Artgenossen.
Wir machten einen Ausflug zum Strand von Sihanoukville den ich ja bisher noch nicht gesehen hatte. Dort wird man von unzähligen Leuten genervt die einem eine Massage, Armbändchen oder Essen andrehen wollen. Schon nach kurzer Zeit wurde das zu anstrengend. Wir setzten uns in ein Café mit Meerblick und erholten uns vom enormen, fast nicht auszuhaltenden Stress der letzten 2 Tage. Hach, das Leben kann so anstrengend sein.
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Zurück in Saras Hostel dem „Monkey Republic“ saßen wir zusammen, redeten und beschäftigten uns mit unseren elektronischen Geräten bis wir um 18:30 Uhr zum Büro gingen wo uns unser Bus abholen sollte. Zuvor hatten wir uns wie die Geier aufs WLAN gestürzt, weil es echt schwer war einen Tag ohne auszukommen und es sich wie eine Ewigkeit anfühlte.
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Mit Sara hatten wir unser eigenes Abschiedskommitee, denn sie wartete mit uns bis der Bus uns abholte. Es war echt cool die Tage zusammen zu reisen und wir hatten definitiv viel Spaß! Schade, dass wir nicht zusammen weiter reisen können!
Der Nachtbus war zum Glück auch ein solcher und hatte Betten. Mein Bett suchte ich nur leider vergeblich, denn als wir die Tickets gebucht hatten wurde für uns einfach ein „Doppelbett“ gebucht.
Viele andere hatten ihr Bett für sich allein und es war so wenig Platz, dass wir uns fragten wie wir das zu zweit machen sollten. Außerdem konnte man die Klima an unserem Bett nicht ausschalten und mit meinen Mandeln will ich nichts riskieren. Wir konnten wenigstens das Bett tauschen und die Klima ausstellen. Bis wir uns im Bett organisiert und sortiert hatten, dauerte es eine ganze Weile, aber wir hatten total viel Spaß und kriegten uns nicht mehr vor lachen. So lagen wir Fuß an Kopf und hatten mehr Platz als gedacht. Es war ziemlich bequem und es gab sogar einen kleinen Vorhang. Nur unsere Leselampe funktionierte nicht und das WLAN auch nicht. Ewig standen wir herum, warteten auf andere Leute und der Bus fuhr immer nur ein paar Meter vor und zurück. Bis wir richtig los kamen dauerte es und wir aßen solange zum Abendessen unsere Pizza vom Mittag die auch kalt schmeckte.
Sehr früh schlief ich dank den Ohrstöpseln von Lena ein. Ca. 14 Stunden später sollten wir in Battambang ankommen.
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Liebe Grüße vom Nachtbus
Nadine

Stranded on a lonely island

Mittwoch, 15.06.2016

Kannst du dir vorstellen auf einer einsamen Insel zu stranden? Mit einer Nussschale bei krassem Wellengang dort hin gebracht zu werden? Ohne Internet, Strom, Wasser, dafür mit vielen kleinen Mitbewohnern? In dieses Abenteuer wollten wir Mädels uns stürzen.

Koh Rong
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Morgens konnten wir nur chillen, weil die einzige Fähre die an diesem Tag fuhr (wegen Nebensaison) erst um 2 ging. Naja Fähre ist übertrieben, denn es war wie gesagt eine bessere (oder schlechtere) Nussschale. Wir dachten ständig diese kippt um, denn die Wellen erwischten das Ding von der Seite. Das Einzige um was ich mir Sorgen machte war mein Gepäck. Es regnete in Strömen und ein Dach suchte man hier natürlich vergebens. Andere Länder, andere Standards… Die Fahrt zog sich ewig und wir waren froh, als wir durchgeschaukelt auf der einsamen Insel Koh Rong Samloem strandeten.
Leider waren wir ein bisschen schockiert wie abgegrenzt man hier tatsächlich ist. Ganz so krass hätten wir das nicht erwartet. Hinzu kam auch noch, dass man bei dem Regen natürlich nicht mal an den Strand liegen kann. Wieso genau hatten wir nochmal 2 Nächte hier gebucht? Der Bungalow Eco Sea Dive zieht eigentlich hauptsächlich wie der Name schon sagt Taucher an. Eigentlich war mein Plan auch die Unterwasserwelt zu erkunden, aber bei diesem Wetter ist die Sicht auch unter Wasser dementsprechend… Trotzdem hatte dieser Bungalow wenigstens ein gutes Dach und wir hofften diese Nacht trocken zu bleiben. Das Stromaggregat läuft nur von 20-00 Uhr und die Dusche ist mit Regenwasser.
Lena und ich hatten am ganzen Körper rote Punkte und bei mir wurde es immer schlimmer. Da ich ja schon mal Bettwanzen hatte und wir in Südostasien sind, konnten wir nicht ausschließen, dass es sich wieder darum handelte. Sara hatte nichts und wir machten alle eine richtige Panik. Fragen kamen auf: Was macht man denn mit dem Backpack, wenn er infiziert ist? Den kann man ja nicht kochen. Wie kann man alle Klamotten waschen wenn man ja immer irgendwelche Klamotten anhat? Muss man einen Kammerjäger holen, wenn man Bettwanzen mit nach Hause bringt? Ewig saßen wir da und zerbrachen uns darüber den Kopf. Sowas ist doch unnötig.
Es ist schrecklich, wenn man Kindern in der heutigen Zeit das Handy weg nimmt und so fühlten wir uns auch. Was macht man nur abgeschnitten von der Außenwelt und ohne Internet? Da es aber aufhörte zu regnen und ich gerne mein neues Objektiv für meine Kamera ausprobieren wollte, beschlossen wir am schönen, total verlassenen Strand ein Fotoshooting zu machen. Wie man sieht hatten wir dabei total viel Spaß.
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Vom Bungalow aus meldeten wir uns für ein Grillen an das am Abend stattfinden sollte. Bis das Essen fertig war vertrieben wir uns die Zeit mit Karten spielen und Sara brachte uns ein neues Spiel bei.
Für mich gab es vegetarische Spieße, Reis und Salat und die Mädels hatten Meeresfrüchte. Es war super lecker, aber wir waren die Einzigen weit und breit. Es ist echt schade, dass hier so wenig los ist und es ist einsam. Nicht mal die Leute die dort arbeiteten aßen das Essen und wir kamen uns komisch vor, dass der ganze Aufwand mit dem Grillen nur wegen uns betrieben wurde.
Sara und Lena liefen noch in das Dorf, aber ich war zu müde. Als sie zurück kamen, hatten sie interessante Geschichten zu erzählen. Lena stolperte über einen Stein und jetzt ist ihr Zeh lila, es ist überall alles vermüllt und in diesem Dorf war wohl noch mehr der Hund begraben als hier – geht das denn? Bei schönem Wetter ist das hier bestimmt das Paradies auf Erden, aber bei Regen kann man hier einfach nichts machen.
Als wir ins Bett gingen regnete es schon wieder, aber das Dach schien dicht zu sein *aufHolzklopf*.

Liebe Grüße vom total verlassenen, menschenleeren Koh Rong Samloem
Nadine

Am I gonna die?

Samstag, 11.06.2016

Morgens weckte mich Lena und fragte, ob es mir besser ginge. Eigentlich dachte ich dem sei so und sagte ja. An Aufstehen war aber immer noch nicht zu denken und ich glaubte noch Fieber zu haben. Nach ein paar Stunden ging es wieder bergab und Lena fragte, ob ich zum Arzt wolle. Außerdem hatte sie mir Elektrolyte gekauft die ich gleich nahm – wie lieb! Sarah (die Deutsche die wir im Bus kennen gelernt hatten) begleitete uns und der Weg war nicht weit. Das Laufen fiel mir schwer und diesen Teil des Tages weiß ich auch nur durch Lenas Erzählungen.
Im Krankenhaus wurde ich gleich auf eine Liege gelegt und als der Arzt meine Stirn anfasste, schlug er die Hände über dem Kopf zusammen. Meine Erleicherung war groß als sich herausstellte, dass alle Englisch sprechen. Ich wurde eingehend interviewt und mir wurde Blut abgenommen. Darin bin ich normalerweise gar nicht gut, aber ich war nicht wirklich anwesend, also bekam ich das nicht mit. Gleich hängten sie mich an den Tropf und ich musste auf die Blutergebnisse warten. Alles vor meinen Augen war verschwommen und ich konnte nicht mal mehr Lena und Sarah erkennen. Als die Ergebnisse da waren, las die Ärztin sie mir vor. Kein Malaria, kein Denguefieber ! Mann atmeten wir auf ! Dafür sogenanntes „CBR“. Keine Ahnung was das ist und wo es her kommt, aber ich hatte auch keine Kraft nachzufragen. Lena und Sarah waren total lieb und blieben da, was mich beruhigte. Ich bekam durch den Tropf gleich fiebersenkende Mittel, denn trotz der 7 Paracetamol und Ibuprofen die ich genommen hatte, hatte ich über 40 Grad Fieber. Am Tag davor war ich sogar noch heißer.
Die Ärzte hier sind super und kümmerten sich gleich sehr gut um mich. Genauso wie die vielen Pfleger und die Krankenschwester. Bis dahin war ich die einzige Patientin hier, aber es kam eine andere Backpackerin aus Mexiko der Salmonellen diagnostiziert wurden. In meinem Zimmer in das ich verlegt wurde lag eine Engländerin die auch welche hatte. Wir waren vom Aussehen her im gleichen Alter, aber ich war unfähig zu sprechen. Mir wurden regelmäßig der Blutdruck, der Sauerstoff im Blut und das Fieber gemessen. Ich war sehr froh, als meine Temperatur nach einer halben Stunde schon bei 38 Grad lag. Lena und Sarah waren bereits weg als alles ganz schnell ging. Meine Erinnerungen sind verschwommen, aber ich weiß, dass die Mexikanerin einen Arzt rief. Mein ganzer Körper vibrierte sehr heftig und es war so krass, dass ich mich krampfhaft mit beiden Händen am Bett festhalten musste um nicht rauszufallen. Plötzlich rannten über 10 Leute um mich herum und holten alles mögliche. Ich bekam Messgeräte an die Zehen und Finger, Kabel und Schläuche überall hin und wurde an ein Beatmungsgerät gehängt, weil ich nicht mehr atmen konnte und der Sauerstoff im Blut wohl zu niedrig war. Meine Temperatur stieg in weniger als 5 Minuten auf 41 und ich fror. Mein Körper war eiskalt, ich hatte Schweißausbrüche und Gänsehaut. Obwohl es im Zimmer über 25 Grad hatte, wurde ich von 2 Infrarotlampen bestrahlt, bekam 3 Decken und 4 Leute rubbelten mich warm. Selbst die Ärztin selbst half mit und hatte einen besorgten Blick. Alles war hektisch und sie redeten wild durcheinander. Ich konnte gar nicht mehr folgen. Plötzlich kamen auch noch ganz viele Tränen aus mir raus. Ich musste nicht weinen und war auch nicht traurig und deswegen fand ich es sehr komisch wo die Tränen her kamen. Die Ärztin ist Goldwert. Sie drückte und streichelte meine Hand und sagte ständig: „High fever, high fever (hohes Fieber) “! Obwohl ich das nicht hören wollte. Sie sagte, das Thermometer würde nur spinnen und wollte mir meine Temperatur schon gar nicht mehr verraten. Sie fragte mich irgendwelche Fragen auf die ich zwar antworten wollte, aber es kam kein Wort aus meinem Mund raus. Meine Augen fielen zu und die Ärztin sage ständig: „Nicht gehen, du musst bei uns bleiben! Hörst du? Bleib hier.“ Ich kannte das nur aus Filmen wo Leute sterben. Sie klopfte mir ein paar Mal auf die Wangen, als meine Augen zufielen, aber selbst als ich die Augen offen hatte sah ich nur das helle Licht der Decke. Mittlerweile standen Wasserschüsseln da und total viele Leute fingen an mich zu waschen. Sie wollten mich dafür immer auf die Seite drehen, aber das fühlte sich an als würde ich von innen abgeschlachtet werden. Als ob mir jemand mit einem Hammer den Schädel zertrümmert und mit einem Messer in die Muskeln sticht. Keine Ahnung wie lange sie mich wuschen und mir warme Tücher auf die Stirn legten, aber es war nicht angenehm, obwohl sie sehr vorsichtig waren. Auch der Schüttelfrost wurde nicht weniger. In der Zwischenzeit kam Lena, aber das bekam ich auch nicht wirklich mit. Es fühlte sich an als würde Eiswasser in meinem Körper fließen und ich dachte meine Adern gefrieren. Die Ärztin hielt die ganze Zeit meine Hand und sagte wir müssen das Fieber runter bekommen. Außerdem bekam ich eine Infusion gegen meine heftige Migräne. Zuhause habe ich auch manchmal Migräne bis hin zum Spucken, aber in Kombination mit der Gelähmtheit und dem Fieber ist das noch doofer. Es ging ewig und ich war total fertig und wünschte mich ganz weit weg. In meinem Delirium dachte ich witzigerweise an Weihnachten in Deutschland. Weihnachtsmärke, Glühwein und vor allem Plätzchen. Vanillekipferl, Ausstecherle und alles mögliche.
Als meine Temperatur wieder bei 39 Grad lag war ich froh. Auch die Pfleger um mich rum wurden weniger. Die Ärztin wollte mir ständig was zu essen bestellen, weil ich ja schon seit 2 Tagen nichts mehr gegessen hatte und sie sagte das sei wichtig wegen der starken Medikamente, aber danach war mir ganz sicher nicht zu Mute. Lena hatte in der Zwischenzeit meinen Eltern geschrieben, denn ich war nicht in der Lage ein Handy zu bedienen. Ich wusste nicht mal wie lange ich schon hier war. Lena hatte mir mein Ladekabel mitgebracht und leistete mir Gesellschaft. Wie gesagt ich bin richtig froh, dass sie hier ist. Sie tut echt alles für mich und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Das alleine durchzustehen, wäre kein Spaß. Meine Eltern schrieben mir und machten sich große Sorgen. Die taten mir leid und Lena tat mir genau so leid.
Am Abend war meine Temperatur wieder auf 38 und mir ging es schon besser. Der Arzt der schon fertig mit seiner Schicht war blieb extra da, weil er sich so Sorgen machte. Mann war mir das Unangenehm. Mir wurde erklärt, dass es evtl. doch Denguefieber sein kann und sie noch öfter Blut abnehmen müssten. Langsam fanden sie schon keine Venen mehr und ich habe so viele Armbänder die man nicht abmachen kann, dass sie da auch nicht hin kommen. Von den Ärzten wurde ich keine Sekunde aus den Augen gelassen und alle 5 Min. die Temperatur, der Sauerstoff und der Blutdruck kontrolliert. Von dem Essen das die Ärztin mir bestellt hatte konnte ich zwar nicht viel essen, aber mir ging es zunehmend besser. Sie sagte es sei, als ob jemand von ihrer Familie krank sei und sie wäre besorgt um mich. Ich hätte sie am liebsten geknuddelt und konnte ihr nicht genug danken. Mir wurde außerdem erklärt, dass die Migräne und die starken Gliederschmerzen typisch für diesen Virus sind und auch das mein Hals und meine Lymphknoten so schmerzten und ich nicht mal Wasser schlucken konnte.
Lena kam bereits das dritte Mal vorbei und hatte mir ein Armbändchen gekauft. Darüber freute ich mich richtig arg. Wir unterhielten uns gut und ich war gar nicht müde. Da konnte ich mich schon wieder langsam im Bett aufsetzen. Sie blieb eine ganze Weile, zeigte mir Bilder von diesem Ort den ich bisher ja noch nicht anschauen konnte und die Gesellschaft tat richtig gut. Beim Reden merkte ich nur, dass ich schwer Luft bekam und der Pfleger meinte ich hätte zu wenig Sauerstoff im Blut. So kam ich wieder ans Luftgerät und alles war gut. Lena und Sarah hatten für den nächsten Tag eine Fähre auf die benachbarte Insel Koh Rong gebucht und ich komme nach, wenn es mir besser geht. Ich will auf keinen Fall, dass sie hier auf mich warten müssen.
Meine Zimmerkollegin aus England nervte mich total, weil sie ihr Handy nie lautlos machte, sich ständig beschwerte, ihren kambodschanischen Freund anzickte und unfreundlich zum Personal war.
Das merkten die vom Krankenhaus wohl auch, denn ich bekam das bessere Bett mit Steckdose, sie guckten öfter nach mir, begleiteten mich zur Toilette die einmal ums Gebäude herum ist und hielten Smalltalk mit mir. Hier fühle ich mich 100% gut aufgehoben und es hat sogar WLAN ! Dieses Krankenhaus könnte von der Hygiene, Sauberkeit und Personal fast in westlichen Ländern entsprechen. Nur die Betten sind ein wenig unbequem, aber ich will mich nicht beschweren 😉 Das Krankenhaus erinnnert mich irgendwie an ein Hostel.
Ohne Fieber schlief ich zufrieden ein.

Liebe Grüße vom tollen Krankenhaus
Nadine

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Hot cattle carrier to Sihanoukville

Freitag, 10.06.2016

Wir standen um 6 auf, weil wir noch packen mussten und um 7 der Bus kommen sollte. Ich brauchte ewig um mein ganzes Zeug zu packen und ich glaube ich habe einen Zug, denn mein Hals und meine Lymphknoten taten weh und ich hatte Gliederschmerzen. Lena dachte das kam von der letzten Nacht, aber das konnte ich fast ausschließen. Leider waren die im Hostel ein bisschen unflexibel und wir bekamen noch kein Frühstück. Gut, dass wir am Vortag Wasser, Oreos und Chips gekauft hatten.
Der Bus hatte Verspätung und wir wussten zwar, dass es sich um einen 12 Sitzer Minivan handeln würde, aber nicht, dass wir wie im Viehtransport gehalten werden würden. Platz war ein Fremdwort und die Sitze waren unbequem. Ich war fix und fertig und schlief gleich ein und legte mich irgendwann über 2 freie Sitze um „besser“ zu schlafen. Plötzlich wurde ich unsanft geweckt und in aller Eile mussten wir umsteigen. Das hätte man uns ja auch mal sagen können. Schnell schmissen wir unser Zeug in einen noch kleineren Van wo es sehr heiß war und weiter gings. Dort lernten wir Sarah aus Lindau kennen mit der sich Lena gut unterhielt. Ich war immer noch fertig und schlief weiter. Eine Frau fragte ca. 5 Mal, ob alle die in diesem Bus säßen nach Sihanoukville wollten. Alle bestätigten. Sie sagte es total laut und klar und ohne Missverständnisse und sagte dieser Bus würde nicht nach Vietnam oder Siem Reap fahren. Nach nur ein paar Minuten Fahrt war der Bus wieder am Startpunkt. Die Türe öffnete sich und wieder fragte die Frau: „Will jeder hier nach Sihanoukville?“ Ein Pärchen sagte nein und ein großes Gelächter brach aus. Sie krabbelten aus dem Viehtransport und ich fragte mich, wie man nur so dämlich sein kann. Da sitzen die ernsthaft im falschen Bus und merken es nicht.
Nach fünfeinhalb Stunden (angegeben waren 4) waren wir endlich da, aber ich hatte sowieso den ganzen Weg verschlafen. Vom Busstopp bis zum Hostel war es nicht weit, aber meine Energie reichte dafür nicht mehr. Zufällig war Sarah im selben Hostel wie Lena und ich. Nach ein paar Überlegungen nahmen wir ein Tuk Tuk für 2 Euro das uns direkt vor die Tür brachte. Mit meinem ganzen Gepäck passten wir da gerade so rein. Das One-Stop Hostel ist sehr schön, modern und hat sogar einen Pool. Ich traf die Engländer die mit mir im Bus von Vietnam nach Phnom Penh saßen.
Wir konnten gleich in die Zimmer und ich legte mich ins Bett und schlief. Zum Glück hatte Lena Sarah gefunden und die beiden gingen zum Strand. Lena und ich waren uns mittlerweile sicher, dass es sich bei mir um einen Sonnenstich handelte, denn ich bekam nun auch starkes Kopfweh. Irgendwann wachte ich auf und alles war nass. Meine Bettwäsche konnte man auswringen, obwohl es im Zimmer nur 15 Grad hatte. Ich suchte nach einem freien Bett, aber fand keins. So zog ich mich nur um, drehte mein Kissen um und legte mich anders herum ins Bett. Lena sagte ich solle was essen und trinken, aber ich konnte nicht. Es fühlte sich an als würde ich von innen verbrennen und Lena sagte ich sei ganz heiß.
Den ganzen Tag und die ganze Nacht verbrachte ich im Bett und bekam nichts mit was um mich herum geschah. Mir tat alles weh und ich wollte was trinken, konnte aber nicht mal nach der Wasserflasche greifen die neben meinem Kissen stand. Mit vielen Schmerzen schaffte ich es Ibuprophen und Paracetamol zu nehmen und hoffte, dass ich am nächsten Tag wieder fit bin.

Liebe Grüße aus Sihanoukville das angeblich ganz toll sein soll
Nadine

Highway Speeding

Freitag, 03.06.2016

Geplant war, dass wir um 7 los kommen, aber natürlich klappt das mit 5 Leuten nie. Zumal Tom und Athena einfach nicht aus den Federn kommen. Trotzdem war ich erstaunt, dass wir um halb 8 schon auf den Bikes saßen.
Gleich an der ersten Kreuzug verloren wir uns bereits. Ciaran und ich suchten die anderen, aber keine Spur. Wir setzten uns in ein vietnamesisches Restaurant und schrieben den anderen eine Nachricht. Ich stellte mich an die Ecke und nach viel hin und her und nachdem die anderen noch ein paar mal vorbeifuhren, fanden wir uns. Wie immer gibt es hier nichts vegetarisches, aber ich bekam Nudeln und machte Sojasoße drüber. Da ist oft Fisch drin, aber in dieser zum Glück nicht. Die anderen hatten eine Suppe mit undefinierbarem Fleisch das dunkelbraun war.
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Endlich konnten wir los und machten wieder „Highway-Speeding“. Das gefällt mir nicht so und ich hätte mir meinen Motorradtrip nicht so vorgestellt, dass ich mit Vollgas die Autobahn runter brettere. Wir würden alle gerne wissen wie schnell wir fahren, weil es sich super schnell anfühlt. Leider funktioniert bei fast keiner Honda Win in Vietnam der Tacho und so hat man überhaupt kein Gefühl dafür. Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es hier aber ja sowieso nicht. Ich bin heilfroh, dass mein Motorrad am Anfang alle Probleme hatte und Emma jetzt am besten von allen rennt. Die anderen haben immer irgendwelche Zipperlein und Emma ist zuverlässig und fährt allen davon (*aufHolzklopf*).
Die Landschaft ist trotzdem schön und die Jungs sind so cool, dass wir viel Spaß hatten. Wir machen ständig quatsch, Athena und ich halten Händchen und die Jungs machen im Vollspeed Kunststücke auf ihren Bikes. Das ist natürlich nicht ungefährlich und ich frage mich, wann was passiert. An einer Ampel fuhren wir alle gleichzeitig los, Welshy verlor die Balance und wir wären alle fast zusammen gestoßen. Es ist lustig, dass ich die Einzige von uns 5 bin die einen Motorradführerschein hat. Hier wird sowieso kein internationaler Führerschein anerkannt. Außerdem sind Emma und ich wie erwähnt die Schnellsten und ich fahr sehr oft vorne weg. Leider kann ich meine Spiegel nicht so einstellen, dass ich was sehe und muss immer nach hinten schauen. Sehr oft muss ich dann am Rand auf die anderen warten. Deswegen mag ich es lieber in der Mitte zu fahren. Der Tag war abartig heiß und wir schwitzten während der Fahrt. Der Himmel war ohne Wolken und das Grün der Landschaft und das Blau vom Himmel sahen sehr schön aus.
Unterwegs hielten wir in einem schönen Cafe und machten eine lange Kaffeepause.
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Athena hatte im Internet einen Strand rausgesucht wo wir hin fahren wollten. Leider verloren wir Tom und Athena, weil nach einem Tankstopp mein Bike nicht mehr ansprang. Zum Glück war es nur die Elektrik und mit dem Kickstarter ging sie an. Das hieß nun aber auch, dass ich keine Hupe mehr habe. Das ist hier das Wichtigste und ich vermisste den Ton schon schnell. Wir fuhren gerade normal auf dem Highway als wir Rauch sahen. Die rechte Spur war komplett gesperrt und wir mussten auf die Linke ausweichen. Wir sahen eine Feuerwehr und wunderten uns was da los war. Dann das Bild das ich so schnell nicht mehr vergessen werde: Ein brennender Bus ! Bzw. Bus ist eigentlich zu viel gesagt, denn von dem Bus war nicht mehr viel übrig. Er war komplett ausgebrannt und man konnte nur noch ein Eisengestell erkennen. Man sah gar nichts vor lauter Qualm und ich war total geschockt. Es stand eine große Menschenmasse um das Wrack und die Feuerwehr war mitten am Löschen.
Auch ohne Athena fanden wir den Strand, aber der war nichts Besonderes und kein Mensch war da. Wir setzten uns in ein Restaurant in der Nähe vom Strand und die beiden aßen was und dann fuhren wir weiter.
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Leider zeigten sich auf einmal sehr dunkle Wolken und es fing an zu regnen. Das war lustig, denn wir fuhren mit dem Regen mit. Es tröpfelte nur ein bisschen und vor uns war blauer Himmel. Der Regen wurde stärker und der Himmel zog sich mehr zu. Ich packte mein Regencover über meinen Rucksack und die anderen fuhren im T-Shirt weiter und lachten mich wegen meinem Regenponcho aus. Denen wird das Lachen bald vergehen, dachte ich. Zum Glück war der Regen nur mäßig und nicht wie in Hanoi und wir kamen halbwegs trocken nach Tuy Hoa. Tom und Athena hatten wir immer noch nicht gefunden. An diesem Tag waren es dann 280 km, die sich aber nicht so anfühlten wie die 200 km auf dem langen Ho Chi Minh Trail. Das Fahren hat mir an dem Tag nicht so viel ausgemacht.
Wir fanden ein Hotel checkten ein und ich stellte fest, dass ich beim Fahren meinen MP3 Player verloren hatte mit dem ich Musik hörte. Leider fand ich ihn auch nicht wieder. Ich bin echt gut im Verlieren oder Verlegen von Sachen. Das ist total ärgerlich.
Ich traf zwei Deutsche die auch mit dem Motorrad unterwegs sind und wir unterhielten uns super. Wir saßen im Hotelflur und wurden plötzlich nass. Es regnete so heftig, dass ein Bach im Hotel floss. Die Straße war schon längst überflutet und Tom und Athena schrieben, dass sie 2 Stunden entfernt im Regen festsitzen würden. Wir fanden ein Restaurant direkt neben dem Hotel und setzten uns dort rein. Die anderen Deutschen Elias und Hannah sind auch Vegetarier und hier fanden wir tatsächlich was ohne Fleisch.
Anschließend liefen wir zum Supermarkt als der Regen fast weg war. Mir tat mein Fuß nur richtig krass weh, er war geschwollen und ich weiß gar nicht warum. Das machte das Laufen für mich fast unmöglich.
Seit 2 Wochen suche ich nach einer USB Tastatur für meinen Laptop, weil meine nicht mehr funktioniert und ich nun immer über die Bildschirmtastatur schreiben muss was mich wahnsinnig macht und ewig braucht. Erst beim Ausprobieren nah dem Kaufen ist mir aufgefallen, dass es ja eine englische Tastatur ist und somit das y und das z vertauscht sind, es keine Umlaute gibt, usw. Zum Glück funktionieren genau diese Tasten auf meinen Laptop noch und so schreibe ich nun mit 2 Tastaturen.
Die anderen kauften Bier und wir saßen in der Hotellobby und unterhielten uns alle super gut. Hannah und Elias sind echt nett und wir hatten einen schönen Abend. Es war schon 11 als Tom und Athena total durchnässt endlich auch den Weg gefunden hatten. Die beiden taten uns leid. Sie waren fix und fertig und ja auch schon seit halb 8 morgens unterwegs. Sie erzählten, dass sie gerade zu dem Bus gekommen waren, als er anfing zu brennen. Toms Kette sprang vom Bike und so saßen die beiden neben dem Feuer fest. Feuerwehrleute und Menschen rannten panisch um sie rum. Tom hat gesagt er hat einen verbrannten Körper im Bus gesehen und ich hoffte nur irgendwie das die Leute es rechtzeitig aus dem Bus geschafft hatten. Die Statistik der Busunglücke in Vietnam ist sehr hoch und ich kann mir gut vorstellen warum. Das Wort Sicherheit existiert im Wortschatz der Vietnamesen nämlich gar nicht.
Es war nach 12 als wir ins Bett gingen und am nächsten Tag wollten die anderen nicht ganz so früh los.

Liebe Grüße vom Regen
Nadine

Circus

Sonntag, 29.05.2016

Weil Berni nicht die ganze Strecke bis nach Hue fahren wollte und es ihm noch nicht wieder ganz gut geht, hab ich beschlossen allein los zu fahren.
Um 7 hatte ich gefrühstückt, war „gesattelt“ und gepackt und wollte los. Berni wollte mich überreden mit ihm die Hälfte zu fahren, aber er wollte erst viel später los und ich hatte keine Zeit noch einen Tag zu vergeuden. Wir diskutierten noch eine Weile und hatten beide keinen Bock allein weiter zu reisen. Nach viel hin und her beschloss Berni doch mit mir mit zu fahren und zu schauen wie es ihm unterwegs geht. So kamen wir um 8 los, nachdem er noch was an seinem Bike machen lassen musste.
Die Strecke war sehr genial. Wieder Berge, tolle Landschaften und geniales Wetter. Sogar die Straßen auf dem Ho Chi Minh Highway waren sehr gut und hatten gute Fahrbahnmarkierungen. Nur die Busse sind echt doof. Ich glaube die Fahrer bekommen Geld, wenn sie Touristen umbringen. Die fahren immer fast komplett auf der Gegenfahrbahn und wir müssen in gefährlichen Manövern zur Seite ausweichen. Auch wenn die die Kurven schneiden ist das gar nicht witzig. Die Fahrt verlief super und wir waren echt zügig unterwegs. Ich fuhr wie immer vor und dadurch, dass die Hondas so klein und leicht sind, kann man auch schnell in die Kurven fahren. Wenn die Kühe so gemütlich auf der Straße stehen, fliegen wir immer fast von den Bikes vor lachen. Die lassen sich nicht stören. Als wir kurz hielten um nach dem Weg zu schauen waren wir umzingelt von ca. 10 Kindern. Die schauten alle so hungrig und jedes bekam einen Keks von mir. Diese leuchten Augen – unbezahlbar !
In einem Dorf hielten wir für eine kurze Pause. Es gab Hühner in einem viel zu kleinen Käfig, Fische deren Wasser fast leer war und Fleisch das in der prallen Sonne lag. Keine schönen Bilder, vor allem nicht als Vegetarier und der Umgang in Vietnam mit Tieren ist nicht gut.

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Die letzten 40 Kilometer war die Straße sehr schlecht, es hatte viele Schlaglöcher und man musste sehr aufpassen. Uns taten die Hintern wieder ordentlich weh und ich war froh, dass ich kein Mann bin sonst hätte mir bestimmt noch was anderes weh getan 😛 zum Schluss konnte ich echt fast nicht mehr sitzen. Es ging über einen sehr schmalen Pfad durch den Wald am Fluss entlang was super toll war.
Nach ca. 170 km und um halb 2 erreichten wir ohne Probleme ! Hue. Die Jungs die wir von Phong Nha kannten, hatten ein Hostel und wir buchten dort das selbe Zimmer. Diese waren noch unterwegs und wir aßen so lange etwas. Das Essen im Hostel ist gut und wir saßen eine Weile und genossen die Pause vom Fahren.
Die Jungs kamen zwischenzeitlich zurück und alle zusammen fuhren wir in die Werkstatt, weil jeder was machen lassen musste. Zum Glück ich nur meine Rückspiegel und mein Rücklicht. Das gabs sogar kostenlos und ich gab dem netten Mechaniker ein gutes Trinkgeld.
Es wurde schon dunkel und Bernie und ich liefen los um die Stadt zu sehen. Hue ist nichts besonders, aber eine große Stadt in der viel los ist. Fischer fischten in einem total zugemüllten, verdreckten See.

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Wir hörten vom internationalen Zirkusfestival und liefen dort hin, obwohl die Vietnamesen alle sagten, dass es nicht mehr ist. Um 15 vor 8 waren wir da und zufällig ist um 8 die einzige Vorstellung des Tages. Gerade so bekamen wir eine der letzten Tickets für 6€.
Die Sitze waren Plastiksitze wie in einem Stadion, aber teilweise nur noch halb vorhanden. Um 8 war der Zirkus bis auf den letzten Platz belegt. Wir waren die einzigen Touristen und ich als Blonde fiel wieder total auf. Es waren sehr viele Kinder da und wir fragten uns, ob es vielleicht ein Kinderzirkus sei.
Zum Glück nicht und schon nach dem ersten Aufritt war klar, dass sich das Geld gelohnt hatte. Es gab alles von Magiern, über Jongleure, bis hin zu Schlangenfrauen und Clowns. Jeder Zirkus in Deutschland oder „das super Talent“ sind nichts im Gegensatz zu was man hier sieht. Ein Duo machte sehr waghalsige Stunts am Seil hoch über der Manege. Alles war ungesichert und ich hielt ein paar Mal die Luft an. Das Publikum war gigantisch und alle machten gut Stimmung. Was die Akrobaten da lieferten war atemberaubend und super genial. Auch Berni war hin und weg. Irgendwann funktionierte die Maschine nicht mehr, die die Akrobaten am Seil hochziehen sollte. So standen 10 Männer da und zogen es hoch. Das sah richtig spektakulär aus und war bestimmt anstrengend. Ich hoffte nur sie könnten es halten. Bis auf Berni und mir bekam das glaube ich keiner mit. Ein Mann kam halbbekleidet da rein und tanzte komisch. Dann holte er eine riesige Würgeschlange raus und machte Tänze mit ihr um den Hals. Dass er dabei nicht auf sie drauf trat ist alles. Ich konnte nicht hin schauen. Berni erzählte, dass der Typ die Schlange kleinen Jungs um den Hals legte und sie anfing zu würgen. Ein geschocktes Rauen ging durchs Publikum. Ein Magier hatte Tauben mit gestutzten Flügeln, was genau so schlimm war. Zum Glück gab es sonst keine Tiere, weil ich das Tierquälerei finde. Zwei Clowns die nicht als solche verkleidet waren, brachten uns total zum Lachen. Nicht nur die Kinder waren aus dem Häuschen. Die Show war genial!
Wie waren nur total müde und so fuhren wir vor dem letzten Akt mit dem Taxi zurück zum Hostel.

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Mit den anderen gingen wir noch in eine Bar, aber drehten schnell um, weil uns im Stehen schon die Augen zufielen.

Liebe Grüße vom Zirkus
Nadine

Why?

Samstag, 28.05.2016

Es soll nicht so sein. Es soll ganz und gar nicht so sein. Irgendwas will mir sagen, dass ich diese ganze Aktion abblasen soll und mein Motorrad verkaufen.
Alles fing so schön an. Welshy aus Wales und ich trafen uns um 7 Uhr um gemeinsam zum Mechaniker zu gehen. Mein Reifen sah nicht mehr gut aus und ich wollte ihn wechseln. Bei Welshy hatte der Öltank ein Loch. Der Mechaniker sagte es solle 80.000 Dong kosten. Am Ende waren es 300.000 also umgerechnet ca. 18 Euro die ich hinblättern musste. Mann das Motorrad kostet mich was.
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Welshy wollte dann irgendwie doch nicht mehr wie ausgemacht mit uns mitfahren und wir ließen uns extra Zeit um auf ihn zu warten. Nach dem Frühstücken, Packen und auschecken, war es dann schon nach 10. Das kann ich gar nicht leiden. Wenn ich plane ich will um 8 los, will ich auch dann starten, zumal ich wusste dass das ein langer Tag wird.
Berni fuhr vor und normalerweise bin ich schneller, aber er hatte einen ordentlichen Zacken drauf. Wir mussten wieder über diese doofe Straße im Wald von vorgestern. Es standen so viele LKW und Walzen rum, dass ich dachte wir werden gleich überfahren. Außerdem mussten wir wieder in den Matsch ausweichen. Ich flog ein paar Mal fast um, weil es so rutschig ist und meine Beine dort nicht auf den Boden reichten. Meine Knie zitterten und ich war froh, da draußen zu sein. Das ist so gefährlich!
Die ganze Zeit fuhren wir über den sogenannten Ho Chi Minh Highway in Richtung Khe San. Die Straße war sehr gut, aber in Deutschland wäre diese Straße eine schlechtere Landstraße und keine Autobahn. Es kamen uns weder Menschen noch Fahrzeuge entgegen. Nur Rinder, Ziegen, Hunde und andere Tiere kreuzten die Straße. Wir müssen immer lachen, wenn die Kühe sich keinen Meter bewegen und wir hinter ihnen rum fahren müssen. Die Landschaft war wunderschön. Es ging über Berge, der Himmel war strahlend blau und die Sonne knallte vom Himmel. Und nein wir beschweren uns nicht über die abartige Hitze (vor allem im Regenwald). Wir genossen die Fahrt total, ließen uns den Fahrtwind durch die Haare wehen und hatten Zeit diese beeindruckende satt grüne Landschaft zu bestaunen.
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Die ganze Zeit hatte man weder Handyempfang noch Internet. Ich wusste das wird eine lange Etappe und hoffte bei jedem Kilometer mehr, dass Emma das ohne Zicken durchhalten würde. Im Kopf hatte ich schon den Blogeintrag. Ich wollte schreiben, dass ich stolz auf sie bin, dass sie unseren ersten langen Trip durchgehalten hat und ich immer mehr Vertrauen in sie bekomme. WOLLTE!
Die Straße ist sehr kurvig und es gibt kein langes gerades Stück. So brauchten wir für 100 Kilometer fast 5 Stunden. Das gibt es auch nur in Vietnam. Außerdem lag teilweise Rollsplitt auf der Straße und man musste vor allem in Kuren sehr aufpassen. Auf der ganzen Strecke gibt es weder richtige Dörfer, noch Restaurants oder eine Tankstelle. Man ist hier auf sich allein gestellt. Wir hielten kurz an für eine Verschnaufpause und wollten weiter fahren. Plötzlich machte Emma total komische Geräusche und wollte nicht mehr weiter. Gleich sah ich, dass die Kette unten war. Keine Ahnung wie man die wieder drauf bekommen sollte. Zufällig genau dann sahen wir das erste Auto und zwar ein Kleinbus mit Vietnamesen drin. Diese wollten erst nicht helfen, aber guckten es sich an. Ein Junge drehe ein paar Mal am Hinterrad und dann war die Kette wieder drauf. Da fährt man stundenlang und sieht keinen und dann zufällig das. Ein Mädchen gab mir Tempos, denn ich sah nach dem Versuch die Kette drauf zu machen aus wie ein Schwein. Es ging weiter und wir sahen einen Backpacker am Straßenrand und hielten an. Seinem Kumpel ist der Rucksack vom Motorrad gefallen und er sucht ihn. Die Geschichte kenne ich doch. Wir standen da, als 10 andere Backpacker mit ihren Motorrädern her gefahren kamen. Zwei Mädels fuhren hintereinander und die eine hielt an. Die andere sah das nicht und rauschte mit voller Geschwindigkeit rein. Es sah aus wie im Comic. Teile flogen durch die Gegend, die Mädels überschlugen sich und die Bikes schlitterten zu Boden. Wir rannten sofort hin und zum Glück passierte den Mädels nichts. Sie hatten beide lange Hosen und Pullover an und waren aufgeschürft. Die Motorräder sahen total zerlegt aus und eins ging nicht wieder an. Einer der Gruppe kümmerte sich darum und brachte das Bike wieder zum laufen. Nicht ungefährlich in einer großen Gruppe zu fahren.
Wir fuhren weiter, denn die anderen waren aus der Richtung gekommen wo wir hin wollten und waren bereits 4h unterwegs. Das kann ja noch lang werden. Die Fahrt war gut bis auf eine andere Nahtoderfahrung. Die LKW fahren immer mitten auf der Straße und machen auch keinen Platz für Zweiräder. Wir sahen erst spät, dass er mit Vollspeed auf unserer Fahrbahn entgegen kam und schafften es gerade so, auf die Seite auszuweichen. Schon wieder Glück im Unglück. Uns kamen noch ein paar Fahrzeuge auf unserer Fahrbahn entgegen. Wenn man um die Kurve fährt, hupt man auch immer laut. Am Anfang fragte ich mich warum ich das mache, wenn sowieso keiner unterwegs ist, aber am Ende hin hat sich das ein paar Mal ausgezahlt. Ich hoffte die ganze Zeit die Kette würde drauf bleiben, aber sie sprang erneut mit einem lauten Ruck runter. Zum Glück waren da junge Leute die anhielten und uns halfen.
Keine 50 km später dasselbe. Nun sahen wir auch noch, dass die Kette einen Riss hatte. Ich sah aus wie ein Kaminfeger als ich die Kette wieder drauf hatte. Berni und ich hofften und beteten aber nach ein paar Metern tat es wieder einen Schlag und die Kette war nun endgültig in 2 Teile zerteilt. Zum Glück ging es diesmal (nicht wie die ganze Zeit) bergab. Berni musste ein paar Mal von hinten anschieben und ich bekam Krämpfe vom Kupplung halten. Ins nächste kleine Dorf waren es 12 km und wir wussten das würden wir so nicht schaffen. Wir kamen an einem Haus vorbei und zeigten den Leuten die Kette. Diese riefen jemand an und nah 10 Min. kam ein Mechaniker. Fast wie beim ADAC in Deutschland also. Dieser schaute es sich an und meinte ich bräuchte ein komplett neues Kettenrad. So fuhr ich bei ihm auf dem Roller hinten drauf mit zu seiner Werkstatt um dieses zu holen. Ein anderer Typ signalisierte mir, dass ich mich an dem Typ während dem Fahren festhalten sollte, weil er das mag. Das war unangenehm und ich hatte ein sehr mulmiges Gefühl allein mit dem Typ mitzugehen. Die Fahrt zur Werkstatt dauerte ewig und zum Glück fuhr er anständig. Dort wurde ich von seiner Frau begrüßt die mir Spülmittel gab um mich zu waschen und mich in Zeichensprache ermahnte, dass ich lange Sachen wegen der Sonne anziehen sollte. Ich sah verheerend aus und hatte trotz mehrmaligem eincremen einen fetten Sonnenbrand. Wir fuhren zurück und der Typ tauschte Kettenrad und Kette aus. Hoffentlich ist jetzt nah dem 12. Mal in der Werkstatt mal eine Weile Ruhe. Sage und schreibe 43 Euro kostete mich der Unsinn schon wieder. Außerdem wollte der andere Typ mich heiraten. Zum Glück schaltete Berni schnell und sagte wir wären verheiratet.
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Leider ging schon langsam die Sonne unter und für die verbleibenden 70 km sollten wir noch über 3 Stunden brauchen. Da es aber nirgendwo anders ein Hotel gab mussten wir da hin. Uns taten unsere Hintern abartig weh (die Honda ist mehr wie eine Holzbank), ich hatte Kopfweh und keine Lust mehr. Die 300 km am Tag in Australien fühlten sich schon viel an aber über 200 km am Tag hier ist fast nicht machbar.
Hilft ja nix, also Zähne zusammen beißen und weiter. Im Dunkeln fahren ist hier sehr gefährlich vor allem in den Bergen, wo Kinder, Kühe, Hunde und alles mögliche unvermittelt die Straße kreuzen. Mein Rücklicht funktionierte nicht und Bernis Abblendlicht auch nicht. Er setzte sich seine Stirnlampe auf. Ich sah überhaupt nicht wo ich hin fuhr und musste langsam fahren. Mein Licht ist alles andere als gut. Außerdem sieht man die Schlaglöcher so auch nicht. Die Fahrt war also eine einzige Tortur und die Kilometerzahl auf den Schildern wollte nicht weniger werden. Außerdem waren die Moskitos ein sehr großes Problem. Diese fliegen in die Scheinwerfer und laden einem direkt im Auge. Ohne Übertreibung sieht das im Scheinwerfer aus wie Schnee und wenn man durchfährt fühlt es sich wie Hagel auf der Haut an. Absolut unangenehm und ich sah nichts mehr vor lauter Fliegen im Auge. Wir sahen 2 Männer am Straßenrand die uns signalisierten anzuhalten. Das war mitten im Wald wo es sowieso schon unheimlich war. Eine erneute Panne wäre fatal gewesen. Die Männer kamen auf uns zu und Berni schrie ich solle weiter fahren. Wir beide gaben Vollgas und erst da sahen wir, dass die Männer eine Kettensäge in der Hand hatten. Hört sich an wie im Horrorfilm, ist leider die Wahrheit.
Über booking.com buchten wir ein Hotel, als wir nach 8 Stunden endlich wieder Empfang hatten. Ein sehr netter Vietnamese den wir nach dem Weg fragten fuhr vorne weg und brachte uns dort hin. Man kann sich nicht vorstellen was für ein geniales Gefühl es war als wir ankamen. Ich hatte Kopfweh und bestimmt trotz viel Trinken einen leichten Sonnenstich und Berni hatte Fieber, aber wir hatten es geschafft !
Die Zimmer waren sehr groß und wir zahlten 8 Euro pro Person was für Vietnam viel ist.
Ich lief nach der wohltuenden Dusche los um was zu Essen zu suchen und Berni ruhte sich aus. Es war schon 8 und wenn man bedenkt, dass wir um 10 los gefahren waren und außer der Panne keine große Pause hatten, ist das schon lange. Leider fand ich in ganz Kha San nichts zu essen, obwohl wir seit dem Frühstück keinen Bissen mehr hatten. Ich traf nette Backpacker die auch mit dem Motorrad da waren. Da sie vom Süden kamen, konnten wir uns austauschen
Mit dem Wissen am nächsten Tag eine fast genau so lange Strecke zu haben und mit hungrigem Magen schlief ich fix und fertig ein.

Angestrengte Grüße
Nadine