The best kind of souvenir is a memory

Mittwoch, 31.05.2017

Da wo der Kapitän sitzt, ist vorne – Grüße von Flipper!

Da ein Tag trödeln im Urlaub dann auch wieder reicht (wir sind ja Abenteurer-Backpacker), schafften wir es früh aus den Federn und nach dem Packen waren wir schnell on the road. Den Wohnungsschlüssel deponierten wir wieder im Fahrradschloss. Davor mussten wir aber noch eine Mission erfüllen. Mission Badehose. Am Vortag war nämlich Bernis geliebte Badehose kaputt gegangen. Als wir abends zurück gekommen waren, hatten wir außerdem erschrocken gesehen, dass es Bernis zweite und letzte Badehose vom Balkon geweht hatte, weil wir diese zum Trocken aufgehängt hatten. Da wir uns im 4. Stock befanden, hing die Hose so hoch, dass wir auch mit einem Besen nicht ran kamen. Ich bin Optimist und sagte, dass wir es trotzdem versuchen sollten. So irrten wir erst mal in den unzähligen Fluren dieses riesigen Wohnkomplexes rum und suchten den richtigen Ausgang zum Innenhof. Alles sah gleich aus und wir brauchten drei Anläufe, bis wir den richtigen Baum fanden. Wir schüttelten und schüttelten und siehe da: Die Badehose bewegte sich und machte langsam ihren Weg nach unten. Nach ein paar Schüttlungen, hielt Berni dann tatsächlich sein geliebtes Stück wieder in den Händen (haha). Und siehe da: wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren… Nachdem Berni die ganze Zeit von seiner Badehose (und den kaputten Flip Flops) geredet hatte, konnten wir in wieder glücklich machen.

Zum Frühstücken besuchten wir Ybor City in der Zigarrenstadt Tampa. Auf der 7th Avenue im berühmten kubanischen Viertel, war noch nichts los, aber man bekam auch so was vom spanischen Flair und der südlichen Architektur mit. In fast jedem Laden kann man noch Zigarren kaufen, obwohl diese schon lange nicht mehr hier produziert werden. Es ist total schön und lädt zum bummeln ein. Im Restaurant „Gaspar`s Grotto“ genossen wir unser Frühstück und schlenderten anschließend durch die süßen Straßen.

 

Am Vorabend hatten wir noch ein Hotel in Port St. Lucie an der Ostküste gebucht, was somit unser Tagesziel war.

Zuerst aber hieß es nochmal: Strand! Und wo kann man das besser als im berühmten Clearwater ? Die Stadt ist nämlich bekannt für ihren weißen, 4km langen Sandstrand Clearwater Beach, der aktuell zum besten Strand der USA gewählt wurde.

Bei Tripadvisor hatte ich von einer Delfin Tour gelesen, die sehr gute Bewertungen hatte. So steuerten wir direkt den Hafen an, um uns für 24$ für die nächste Tour anzumelden. Unser timing war mal wieder perfekt und es war nicht mehr lange bis zur 13 Uhr Tour.

In der Zwischenzeit erkundeten wir den Pier 60. Dort herrscht buntes Treiben und es gibt viele Läden, einen wunderschönen Strand und es war die Hölle los. Auch in Clearwater kann man einiges unternehmen, wie z.B. Jetski fahren, Bootstouren, Parasailing, angeln und vieles mehr.


Berni fand hier endlich neue Flip Flops und war somit nun wieder komplett.

Auf unserem kleinen Boot „little Toot“ (kleine Hupe) (http://www.littletoot.us), fanden viele Leute Platz und schon schipperten wir gemütlich Richtung Meer. Vroni fragte noch: „Wo ist denn bei dem Boot vorne?“ – „Da wo der Kapitän sitzt, ist vorne!“

Allein wegen der Aussicht im Hafen Clearwater Bay, hatte sich diese Tour gelohnt. Hier reihen sich unzählige Luxusvillen aneinander und natürlich hat jedes Haus seine eigene Yacht vor der Tür. Alles ist perfekt gepflegt und ein Rasen grüner als der andere. Unfassbar, wie viel Geld hier rum steht und wie viel Wohlstand es gibt. Langsam tuckerten wir in den Golf von Mexiko und warteten darauf, endlich Delfine zu sehen. Der Captain steuerte das Boot und ein anderer stand vorne, um nach den Säugetieren Ausschau zu halten. Plötzlich riss der Captain das Steuer rum und wir konnten zwei Delfine im Wasser ausmachen. Da wurde der Turbo eingelegt und der Captain gab Speed. Wenn die Delfine das Boot hören und die Wellen sehen, schwimmen sie nämlich hinterher und spielen mit den Wellen. Leider folgten die Tiere nicht, aber es wurde noch ein Versuch gestartet. Diesmal klappte es und die Delfine schwammen direkt neben dem Boot her. Das war so beeindruckend wie die beiden Delfine abwechselnd, oder gleichzeitig neben der little Toot hochsprangen und seitlich wieder im Wasser auf kamen. Wenn man die Hand ausgestreckt hätte, hätte man die großen Tümmler berühren können, so nah kamen sie. Natürlich drängten sich alle dicht an die Reling, aber wir hatten die besten Plätze um die Tiere zu bestaunen. Wir hatten ewig Zeit Fotos und Videos zu machen. Das war so beeindruckend und wir konnten es gar nicht glauben, was die beiden alles für „Kunststücke“ machten und wie viel Spaß sie in den Wellen hatten. Da merkte man richtig, wie verspielt die Delfine sind. Wir sollten alle ordentlich Lärm machen, weil das die Tiere zusätzlich motiviert. Das funktionierte sehr gut.
Irgendwann hatten die Delfine keine Lust mehr und drehten um, aber als die Little Toot gerade eine Kurve fuhr, waren sie wieder da.
Auch der Rückweg war super schön und man konnte den genialen Ausblick bei bestem Wetter genießen.

Um den Strand zu testen, liefen wir wieder zurück zum Pier 60 und legten uns zu den anderen, hunderten von Leuten (mit unserem tollen Sonnenschirm). Auch hier war das Wasser schön warm und wir genossen abwechselnd den weichen Sand und die Wellen. Hier lässt es sich aushalten und der Strand ist wirklich so schön wie immer alle sagen.

Da wir aber noch einiges an Strecke vor uns hatten, holten wir uns um 5 Uhr noch eine teure Kugel Eis (7$, spinnen die?!) und es ging Port St. Lucie entgegen. Der Himmel zog sich total zu, als wir auf dem Highway waren und es donnerte und blitzte. Außerdem war überall Stau und die Fahrt zog sich lange hin.

Es ist aber super schön, wenn man mit coolen Leuten im Auto sitzt, geile Musik hört und während die Sonne gerade hinterm Horizont verschwindet, tolle Landschaften am Fenster vorbei ziehen sieht.

Am Parkplatz der Fast-Food-Kette „Wendys“, zogen wir uns um und aßen dort zu Abend. Leider wusste ich nicht, dass die Kartoffel die ich bestellte, mit Speck ist und so musste ich eine Neue bestellen. Trotzdem schmeckte das Essen und frisch gestärkt ging es weiter Richtung Ostküste.

Es war schon nach 9, als wir nach über 4 Stunden Fahrt in Port St. Lucie an der Ostküste ankamen. Diesmal hatten wir ein Luxushotel raus gesucht, das normalerweise 300$ pro Nacht kosten sollte. Dank booking.com, kostete uns eine Nacht nur ca. 30 € pro Person. Das Residence Inn ist ein Marriot Hotel und war schwer zu finden, aber die Suche lohnte sich. Irgendwie kamen wir uns zwischen den vielen schicken Business-Leuten mit unseren Backpacks fehl am Platz vor. Das Zimmer ist riesig und hat eine große Küche. Natürlich hatten wir auch hier einen großen Flachbild-TV. Vroni und Berni probierten gleich den Pool aus und ich guckte zu, weil ich mein Bikini im Auto hatte und zu faul war ihn zu holen.

Es war wieder spät als wir ins Bett kamen und können erneut auf einen wunderschönen Tag zurück blicken.

Diese Reise übertrifft bisher wirklich alle unsere Erwartungen und es könnte nicht besser laufen.

Liebe Grüße von Flipper

Nadine

Great Anna Maria Island

Dienstag, 30.05.2017

Ich kann den See sehen

Da wir uns nicht schon wieder so stressen wollten, schliefen wir an diesem schönen Morgen aus.
Der Himmel war ziemlich bewölkt und wir hatten sowieso nicht so ein großes Tagesprogramm.
Vroni wollte das Fitnessstudio ausnutzen und stand schon früher auf.
Gut gelaunt brachen wir in Ruhe auf und da wir sowieso zwei Nächte im AirBnB blieben, mussten wir nicht mal packen.
Ganz gemütlich fuhren wir Richtung Meer und der Himmel klarte total auf. Der erste Halt für diesen Tag war in Sarasota. Eigentlich sollte dies eine schöne, kleine Stadt sein, aber ich glaube wir fanden einfach nicht den richtigen Teil. Was wir sahen, waren nur Häuser und ans Meer kam man nicht wirklich ran. So setzten wir uns in ein gemütliches Restaurant an der Straße und bestellten Frühstück, bzw. Mittagessen. Das Essen war super lecker und alles war frisch zubereitet.


So ging es wieder ein Stück zurück und zwar nach Anna Maria Island. Dieser Tipp kam von Vroni`s Kollegen und dieser hatte nicht zu viel versprochen. Der Strand Holmes Beach auf Anna Maria Island ist super schön, es hat weißen Muschelstrand und das Meer ist richtig sauber. Es war die Hölle los und Vroni hatte die super Idee, einen Sonnenschirm zu kaufen. So konnten wir uns alle drei in den Schatten legen und schliefen zwischen dem Baden im warmen Meer immer mal wieder ein.


Hier gibt es total viel zu machen. Mann kann Manatees (Seekühe) und Schildkröten sehen, Parasailing machen, Jet-Ski fahren, ein Boot ausleihen und vieles vieles mehr. Leider lief uns irgendwie die Zeit davon und wir schafften es nicht mehr, eine dieser Aktivitäten zu machen.
Da wir aber nicht heim fahren wollten, ohne die berühmten Manatees gesehen zu haben, fuhren wir an den Bradenton Beach, wo es angeblich diese Seekühe haben sollte.

Wir fragten ein paar Leute und diese sagten, dass mann, wenn man Glück hat, ab 18:30 Uhr ein paar dieser Tiere im Meer entdecken kann. Die Zeit passte, nur leider bekamen wir keines dieser Tiere zu Gesicht.

Wir warteten eine Weile, aber fanden nichts. Auch am Hafen sollte es ein paar Seekühe haben, aber es wurde schon langsam zu spät um dort noch hinzufahren, zumal es in der anderen Richtung lag.
So ging es weiter Richtung St. Petersburg. Dabei geht es über eine 8,85 Kilometer lange Brücke (Sunshine Skyway Bridge – Sonnenschein Fußgängerbrücke), von der man einen perfekten Blick aufs Meer hat. Diese Brücke wurde 1987 fertig gestellt und wirklich faszinierend. Diese Landschaften hier sind so toll und man hat meistens den Ozean im Blick.

Google Street View

In St. Petersburg wurden wir beim Aussteigen von einer lauten Auseinandersetzung begrüßt. Ein paar Obdachlose saßen im Park und der eine verkündete sehr lautstark, was ihm nicht passte. Das war schon mal kein guter erster Eindruck dieser Stadt. Auch der zweite Eindruck war nicht viel besser. Es war dreckig, stank und viele Läden standen leer. Wir fanden eine Straße mit vielen Pubs und Restaurants, wo wir uns einen schönen, irischen Pub aussuchten in dem viel los war. Hier laufen sehr viele komische Leute rum und irgendwie waren wir fast die Einzigen „Normalen“ in dieser komischen Stadt.
Das Essen im Pub war super billig und es gab die typisch, fettigen, amerikanischen Sachen. Die Portionen waren wie immer in diesem Land riesig und wir hatten gut zu kämpfen.


Als es schon dunkel war, traten wir langsam den Weg zurück ins AirBnB an. So ging ein weiterer, toller Tag zu Ende an dem wir schön entspannen und die Seele baumeln lassen konnten. Nach der vielen Action die Tage davor auch echt mal nötig.

Liebe Grüße vom wunderschönen Strand
Nadine

To the moon and back in one day – NASA Cape Caneveral

Montag, 29.05.2017

Eine Reise vom Mars zum Mond

Wir wussten, dass der Tag sehr hart werden würde. Um alles schaffen zu können, standen wir wieder um 7 Uhr auf und waren um 8 unterwegs.
Bisher klappt alles super und jeder hat beim Fahren seine Aufgabe. Wir wechseln uns ab mit dem Fahren und haben die Offline-Karten von GoogleMaps runter geladen, die uns überall hin bringen, ohne dass wir ein teueres Navi zahlen müssen. Der Beifahrer navigiert und der hinten, ja was macht der hinten? Der schläft meistens 🙂
Die Fahrt von Orlando zum Kennedy Space Center in Cape Caneveral (https://www.kennedyspacecenter.com/) dauerte nur 45 Min. und so waren wir wieder vor der Öffnung um 9 Uhr da.

Es versprach wieder ein sehr heißer Tag zu werden und die Sonne brutzelte uns schon am frühen Morgen wie Brathähnchen.
Der Eintritt ist mit 50$ ohne Steuern auch hier wieder sehr happig, aber es sollte sich lohnen.
Schon der Eingang der NASA ist sehr schön gestaltet und es gibt viel zu sehen. Das Space Center ist nach dem EX-Präsidenten John F. Kennedy benannt, von dem es ein Zitat am Eingang gibt.


Um gleich der Hitze zu entfliehen, schauten wir uns einen Film in 3-D an, wo wir wieder die witzigen Brillen bekamen. Im Film „Eyes on the Universe“, erlebt man eine Reise durch Zeit und Raum durch die Augen von NASA Weltraum-Teleskopen. Mit vielen guten Sound- und 3-D-Effekten fühlte man sich tatsächlich als wäre man im All.


In der Halle „Heroes and Legends“, befindet sich  auch die Astronauts Hall of Fame, wo an Astronauten erinnert und diese geehrt werden. Hier ist alles sehr gut gemacht und
man bekommt viele interessante Infos und Bilder. In dieser Halle erlebt man außerdem den Beginn des Weltraumzeitalters in 4-D, wo viele interessante Originalaufnahmen gezeigt werden. Generell ist das Space Center definitiv auch was für Leute, die sich (wie wir) nicht auskennen und bisher nicht groß für die Raumfahrt interessiert haben. Es ist so faszinierend wie und mit was für einem Aufwand das alles möglich ist.
Im Raketengarten sind viele beeindruckende Raketen ausgestellt, zu denen es Infos gibt.


Ein sehr großes Highlight war definitiv die Atlantis, die nur so vor Rekorden strotzt. Vor der Halle stand eine Nachbildung der riesigen Raumfähre, welche schon beeindruckend war. Innen bekam man einen nachgestellten Film von der Geschichte der Atlantis zu sehen. Es war total interessant wie die Idee angefangen hat, wie alles umgesetzt wurde, wie viele Tests immer wieder schief gingen und sich die Bauzeit auf insgesamt 30 Jahre hin zog. Trotz vieler Rückschläge, wurde die Atlantis fertig gestellt und im Oktober 1985 mit viel Spannung das erste Mal ins All entlassen. Es waren sehr spektakuläre Originalaufnahmen vom Start zu sehen und alle fieberten mit. Es wurde die Atlantis in groß auf der Leinwand gezeigt und dazu die stolzen Astronauten und Ingenieure, die Interviews gaben. Dieses Shuttle verblasste immer mehr, dann hob sich der Vorhang und plötzlich stand sie vor einem: die Atlantis live und in Original ! So ein beeindruckendes, riesiges Raumschiff. Das war so ein großer WOW-Moment mit dem keiner gerechnet hat. So ein Teil das man nur aus dem TV kennt plötzlich vor sich zu haben, war sehr krass. Hier zur besseren Vorstellung die Fakten:

Gewicht: 69 t
Länge: 37.2 m
Höhe: 17.2 m
Spannweite: 23.7 m
Stärke: 37 Mio.! PS

Eine Weile bestaunten wir dieses Space Shuttle und es war sogar einer der Ingenieure da, der alle Fragen beantwortete. Seit dem die Atlantis 2011 wegen Sicherheits-und Kostengründen nicht mehr fliegt, ist sie im Museum ausgestellt.


Ein weiteres Highlight war, dass man in einem Flugsimulator die Atlantis, die startet wie eine Rakete und landet wie ein Segelflieger, selbst landen konnte. Wir brauchten ein paar Anläufe und es ist sehr viel Feingefühl gefragt, aber schlussendlich landeten wir sicher auf der Erde.
Dann kam der traurige Teil des Space Centers. Die Gedenkstätte der 14 Astronauten die bei den Unglücken der Challenger und Columbia ums Leben kamen. Zu jedem Astronaut ist eine Geschichte vorhanden und persönliche Gegenstände sind ausgestellt. Außerdem wird die Geschichte der beiden Unglücke nacherzählt und Briefe von damaligen Schülern die ihre Trauer bekundet haben, vorgelesen. Das ist sehr ergreifend und es sind außerdem übrig gebliebene Teile der beiden Raumschiffe ausgestellt.
Danach ging es mit dem Bus zur Kennedy Space Center Explore Tour. Das NASA Areal ist gigantisch groß und die Busfahrt gibt einen guten Einblick hinter die Kulissen. Ein erfahrener Guide fährt vorbei an den Abschussrampen, dem Startkomplex und dem großen Kontrollzentrum. Es ist wirklich erstaunlich, wie nah man überall hin kommt und was für ein exklusiver Blick hinter die Kulissen gewährt wird. Die Tour ist super interessant und im Eintrittspreis enthalten. Nur leider machen das frühe Aufstehen, die vielen Erlebnisse und das Wechseln zwischen klimatisierten Räumen und 35 Grad Sonne jeden einmal müde. Jedem von uns fielen immer wieder kurz die Augen zu und wir dachten jeder, dass es keiner von den anderen gemerkt hat. Hinterher stellten wir fest, dass es uns allen Drei so gegangen war. Trotzdem erfuhren wir viele interessante Fakten und Dinge über die Raumfahrt.


Mit dem Bus wird man dann ins Apollo/Saturn Center gebracht, wo wir uns erst mal hin setzten und mit Blick auf die Mondrakete Saturn V zu Mittag aßen. Die Preise waren auch hier ok und für eine Pizza zahlte ich 6$.
Im Lunar Theater erlebt man die erste Mondlandung und hört die Originalszenen von damals. Außerdem ist ein Stück vom Mond ausgestellt, das man anfassen kann.
Die Apollo 8 und der Abschussraum waren ein weiteres, unglaubliches Erlebnis. In einem 4-D Kino ist man hautnah beim Start der Saturn V in 1968 dabei. Man hat Blick auf die original Überwachungskonsolen und sieht im Film an welchem Platz welches Kommando gegeben wurde. Alle Wände wackelten und es herrschte ein ohrenbetäubender Lärm, als die Rakete in einem großen Spektakel zum Mond entlassen wurde. Ein einzigartiges Erlebnis für uns alle!


Zum Abschluss erfuhren wir alles über NASAS Projekte heute und in der Zukunft, z.B. über das Leben auf dem Mars, was sehr aufschlussreich war. So ging dieser total geniale Besuch im Kennedy Space Center für uns zu Ende.

Es loht sich auf jeden Fall dort hinzufahren und sich über die Geschichte der Raumfahrt zu informieren. Alles ist, wie in den Universal Studios, total gut und modern gemacht und es ist für jedes Alter und jeden Erfahrungsstand etwas dabei.

Berni meldete sich diesmal freiwillig zum Fahren und ich navigierte. Wir hatten einen langen Weg vor uns, denn wir wollten an die Westküste nach Tampa. Unterwegs sahen wir sehr heftige Buschbrände und es stank trotz geschlossener Fenster bestialisch nach Rauch. Das war ein beklemmendes Gefühl und hoffentlich kommen weder Menschen, noch Tiere bei diesem Brand zu schaden.


Auf der Autobahn gab es Stau und wir kamen das erste Mal mit der Toll (Maut) in Berührung. Gefühlt alle paar Meter muss man am Schalter halten und immer unterschiedliche
Beträge zwischen 1 und 2$ zahlen.
Die Fahrt zog sich lange und es war schon Abend als wir beim AirBnB in Tampa ankamen. Jetzt nur noch in den Pool und dann schlafen!


Leider ging dieser Plan nicht auf. Die Besitzer vom AirBnB die in China wohnen, hatten uns geschrieben, dass der Schlüssel für die Wohnung in einer Schlüsselbox sei.
Hätten wir doch mal der Bewertung im Internet mehr Glauben geschenkt, in der Leute über eine Stunde den Schlüssel gesucht hatten. Wir liefen x Mal durch das komplette Parkhaus und suchten die Schlüsselbox – ohne Erfolg. Jeden Stein drehten wir um und fragten drei Nachbarn, die zwar sehr hilfsbereit waren, uns aber nicht helfen konnten. Das riesige Gebäude hat 500 ! Wohnungen und das machte die Suche nicht leichter. Wir waren ratlos und hatten auch kein WLAN, um den Vermietern zu schreiben. Außerdem war es in China bestimmt mitten in der Nacht. Alle waren müde und das machte es nicht gerade besser. Der Schlüssel ließ sich nicht finden.
Hilft ja nix! Also ab ins Auto um nach WLAN zu suchen. Im Hooters wo wir mit dem Auto davor standen, bekamen wir WLAN und Vroni schrieb den Chinesen.
Mit einer genauen Beschreibung fuhren wir zurück zum Wohnkomplex. Das hätten wir nie gefunden! An einem Fahrrad, das an der Wand hing, war ein großes Schloss mit Zahlencode befestigt, den wir einstellten und es öffnete sich. Darin war der Schlüssel für die Wohnung versteckt. Die Wegbeschreibung zur Wohnung bekamen wir per Nachricht.
Wir lachten uns halb kaputt, denn wie hätten wir das finden sollen? Zumal wir ohne Code das Schloss ja sowieso nicht öffnen hätten können.


Endlich waren wir in der Wohnung und wurden belohnt. Die Wohnung ist groß und wir haben ein Doppelbett und eine Couch. Außerdem gibts hier eine Waschmaschine und wir warfen gleich eine Ladung voll Wäsche rein. Leider gab es keinen Platz um alles aufzuhängen und wir suchten Kleiderbügel und verteilten unsere Wäsche quer in der Wohnung. Wenn das die Vermieter wüssten… Vroni und Berni kühlten sich im Pool ab und ich kümmerte mich um meinen Blog.


Da wir alle mal in das berühmte Restaurant Hooters (das bekannt ist für die wohlgeformten und knapp bekleideten Bedienungen), wollten und damit Berni auch mal was zu gucken hat, liefen wir dort hin und ließen uns das Abendessen nach diesem sehr schönen, anstrengenden Tag ordentlich schmecken.

Die Bedienung war super nett und so übertrieben wie in Filmen laufen die Hooters-Damen gar nicht rum. Lediglich die Hotpants sind ein bisschen eng. Unsere 21 jährige Bedienung kam am Ende noch her und quatschte eine Weile mit uns. Sie wohnt hier und meinte, dass Hooters ein sehr guter Arbeitgeber ist, bei dem man fair behandelt wird. Wenn ein Gast zu nahe kommt, bekommt er Ärger mit dem Chef. Nach dieser guten Unterhaltung liefen wir zurück zur Wohnung, wuschen noch mehr Wäsche und schliefen schnell ein.

Das war also ein weiterer genialer Tag auf einer unglaublich guten Reise.

Liebe Grüße aus Tampa
Nadine

Horrible flight

Donnerstag, 25.05.2017

Die eine heult, die andere fragt nach einer Kotztüte

Carol stand extra schon früh auf um uns zum Flughafen fahren zu können. Nachts hatte ich nicht gut geschlafen, weil ein schwerer Sturm herrschte und es draußen tobte.


Im strömenden Regen lud Carol sogar alle unsere Backpacks ins Auto. Diesmal kamen wir mal sehr pünktlich los und waren gut in der Zeit. Die ganze Zeit war ich nervös, weil sich das Wetter nicht besserte und ich wusste, dass wir fliegen mussten. Auch Melli ging es nicht so gut.
Carol redete auch während der Fahrt über alles mögliche mit uns und sie ist eine tolle Person. Im Verkehr ging`s wegen dem Regen nicht vorwärts, aber wir hatten genug Zeit eingeplant.
Zum Abschied umarmte Carol uns total herzlich und wir gaben ihr 20$ Trinkgeld fürs Fahren, die sie gar nicht annehmen wollte.
Nachdem wir unser Gepäck bei Allegiant abgegeben hatten, saßen wir da, packten unser Essen aus und frühstückten in aller Ruhe. Irgendwann schaute Berni auf die Uhr und stellte fest, dass es nur noch 5 min. bis zum Boarding waren. Da waren wir aber noch nicht durch die Sicherheitskontrolle. Melli befand sich auch noch irgend wo anders und war nicht in Sicht. Als sie wieder da war, rannten wir durch den Flughafen. An der Sicherheitskontrolle zogen sie auch noch Bernis Rucksack raus und durchsuchten ihn. Den Sicherheitsmann hatte die Wurst irritiert, aber dann war alles gut. Er fragte Berni, mit wem er reist und Berni verstand nicht, dass es sich um den Spruch auf seinem T-Shirt handelte, auf dem „Take me with“, steht. Dieser Spaß vom Sicherheitsmann brachte Berni kurzzeitig durcheinander.
Ich wusste nicht, dass die Gänge vom Flughafen so lang sein könnten, aber dann rannten wir und es wollte kein Ende nehmen. Am Gate stellten wir fest, dass unsere Maschine gerade erst angekommen war und wir somit noch Zeit hatten.
Vor dem Flug war ich richtig nervös, aber die nette Dame am Gepäckschalter hatte uns wenigstens Plätze nebeneinander beschafft und ich hatte meinen Fensterplatz. Kann ja nichts mehr schief gehen, oder? Zum Glück sagte keiner was wegen unserem Handgepäck, für das wir eigentlich zahlen hätten sollen.

Wir saßen schon gemütlich, als ein älteres Ehepaar kam und fragte, ob wir auf dessen Plätzen sitzen würden. Als wir auf unser Ticket schauten, sahen wir, dass wir auf der falschen Seite saßen. Also das ganze Gepäck umgezogen und wieder hin gesessen. Keine 5 Min. später kam nochmal jemand und diesmal stellten wir fest, dass wir eine Reihe zu weit vorne saßen. Also bei allen entschuldigt und mit vielen „sorrys“ nochmal das ganze Zeug umgepackt. Wir lachten uns kaputt über unsere Dummheit. Dann konnte es endlich los gehen.


Bis wir durch die Wolken durch waren, ruckelte es ein bisschen und die Anschnallzeichen waren eine halbe Stunde an, aber der Flug war ruhig und ich konnte mich entspannen und mich sogar das erste mal auf einem Flug aufs Blog schreiben konzentrieren.
Leider änderte sich das im Landeanflug. Der Pilot kündigte den Landeanflug an und dann ging es los. Das Flugzeug wackelte bis zum es geht nicht mehr. Es sackte immer wieder weit ab und kippte nach links und rechts. Es wurde immer schlimmer und ich war nervlich am Ende. Die Turbulenzen waren dann so heftig, dass wir uns fest halten mussten. Vroni versuchte mir gut zu zu reden, aber das brachte nichts mehr. Ich war fix und fertig und bekam Schnappatmung. Auch meine Tränen ließen sich nicht kontrollieren und ich hatte totale Schweißausbrüche und richtige Angst und Panikattacken. Es hörte nicht mehr auf und ich hatte das Gefühl vor lauter hyperventilieren, keine Luft mehr zu bekommen. Als das Flugzeug wieder meterweit absackte, stieß Melli einen lauten Schrei aus und fragte die vor uns nach einer Kotztüte. So saß die arme Vroni zwischen einer Heulenden und einer mit Kotztüte. Berni auf der anderen Seite hörte Musik. Es war absolut schrecklich! Irgendwie schien es, dass es kein Ende mehr nehmen würde und wir waren immer noch sehr weit oben. Ich fragte mich, wann mein Herz aus der Brust springen würde, oder wann ich kollabieren würde. Immer wieder fühlte es sich an, als würde der Flieger einen starken Seitenhieb bekommen und wackelte sehr heftig. Das waren Turbulenzen wie man sie sich nicht vorstellen kann. Ich fühlte mich wie in einem Alptraum. Bis zum Aufsetzen hielten die schweren Turbulenzen an. Das war ein totaler Horrorflug.
Melli die auch angefangen hatte zu heulen und ich waren am Ende und bekamen mitleidige Blicke von den anderen Passagieren und von der Besatzung inkl. Pilot. Ich hasse fliegen ! Eigentlich dachte ich, ich wäre auf dem Weg meine Flugangst in den Griff zu bekommen, aber das hat sich jetzt erledigt. Kann man von Miami nach Deutschland mit dem Zug fahren ?
Im Flughafen setzen wir uns erst mal hin und atmeten ganz tief durch. Das war der blanke Horror! Sogar Vroni, die jede Woche mit einer Propellermaschine fliegt sagte, dass sie sowas noch nie erlebt hat und es für sie auch schlimm war. Auch die Stewardessen hatten darüber geredet, dass sowas sehr selten vor kommt. Warum dann immer bei mir ?
Nachdem wir unser Gepäck geholt hatten, stand aber der freudige Teil an. Am Schalter von Alamo holten wir unseren Mietwagen ab. Der Nissan Versa wartete im Parkhaus und ist perfekt für uns. Wir bekommen alle Backpacks rein und haben Platz.

Die aller erste Fahrt auf unserem Roadtrip durfte ich machen. Das war ein totales Gefühl von Freiheit. Das Fahren hier ist einfach und schnell fanden wir dank der Offline-Karten von GoogleMaps unsere Unterkunft.
Alle hatten Hunger und wir fuhren zu Dominos Pizza, wo Vroni das erste mal ihre Fahrkünste unter Beweis stellte, die das sehr gut machte. Was wir gleich feststellten war, dass die Leute in Savannah total unfreundlich waren. Keiner hatte Lust auf uns Touristen. Die Pizzen wollten wir auf einer Bank verspeisen, bis ein unfreundlicher Mitarbeiter einer Eisdiele kam und fragte ob wir wissen würde, dass das hier privat sei. Es war kein Schild da, also gingen wir davon aus, dass wir da sitzen dürften.

Als wir dann im Kofferraum unseres Autos saßen, kam er nochmal (er ist ca. in unserem Alter) und fragte, was das soll. Er war richtig sauer und sagte, das sei verboten. Es war weit und breit weder ein anderes Auto, noch ein Mensch zu sehen und wir verstanden das Problem nicht. Wir entschuldigten uns, obwohl wir sauer waren und fuhren zurück zu unserem Hotel. Dort saßen wir auf dem Boden und konnten endlich in Ruhe die Pizza essen, die wirklich ungesund gut schmeckte.
Savannah ist eine Stadt im Chatham County im US-Bundesstaat Georgia. Viele Touristen besuchen die Altstadt, die mit ihren begrünten Plätzen und vielen restaurierten Häusern als eine der schönsten der USA gilt.
Mit dem Auto gings dann nach Savannah Old Town, wo ich ewig keinen Parkplatz fand. Wir fuhren zur Touristen-Info, wo es einen kostenlosen Stadtplan und eine Beschreibung gab. Die anderen sagten, ich solle nach rechts abbiegen, was ich tat. Leider befand ich mich dann als Geisterfahrer in einer Einbahnstraße. Die Bauarbeiter neben uns, schimpften gleich, aber mehr aus Spaß. Der Fahrer der mir entgegen kam, lachte nur. Ich rief aus dem Fenster, dass ich Tourist bin und alle lachten. In zwei Zügen wendete ich schnell und fuhr davon. Wir schauten nochmal, aber ein Schild welches auf eine Einbahnstraße hinwies, war von der Straße aus nicht erkennbar. Hundert mal verfuhren wir uns, aber fanden endlich einen Parkplatz.
Auch das Erkunden von Savannah war ein bisschen chaotisch. Wir hatten zwar den Stadtplan, aber haben uns immer missverstanden, sodass wir ein paar Mal ratlos da standen. Das erste mal konnte ich mit Hilfe der Karte meine Navigationsfähigkeiten unter Beweis stellen. Leider sind diese mehr schlecht als recht und die anderen hatten ordentlich was zu lachen. Wer benutzt in der heutigen Zeit noch Papierkarten? Trotzdem liefen wir ein Mal durch das schöne, alte Savannah, vorbei an schönen Gebäuden und unzähligen kleinen Parks.

Man beachte die Brille vom Hund

In einem schönen Restaurant saßen wir auf der Terrasse und gönnten uns ein kühles Bier


Beim Chippewa Square in der Bull Street, wo die berühmten Bank Szenen in Forrest Gump gedreht wurden, verpassten wir leider vorbei zu schauen.
Unsere Route endete am Savannah River an der Riverfront Plaza und dem Factor`s Walk, der richtig idyllisch und schön ist. Die Bay Street führt entlang an unzähligen Bars und kleinen Läden und alles ist toll dekoriert und liebevoll gemacht.


Im Joe’s Crab Shack genossen wir direkt am Fluss unser Abendessen, wo Vroni und Berni das erste mal Seafood (Shrimps) probierten, was laut den genießerischen Lauten der beiden gut zu schmecken schien. Beim gigantischen Sonnenuntergang und Drinks ließen wir einen weiteren, sehr ereignisreichen Tag gemütlich ausklingen. Ständig fuhren riesige Dampfer vorbei, die echt Eindruck schindeten.


Unser Auto fanden wir schnell, aber leider gingen unsere Offline-Karten in Google Maps nicht, sodass wir nicht wussten, wie wir ins Hotel kommen sollten. An einer Tankstelle hielten wir und fragten, aber wo wir die ganzen Gangster sahen, die bestimmt alle irgendwas genommen hatten, suchten wir schnell das Weite. Dank der logischen Denkweise der anderen, fanden wir die Econo Lodge wieder.

Da das Internet nicht ging und wir dringend den nächsten Tag planen wollten, liefen wir um Mitternacht zum 1 km entfernten MC Donalds, der schon zu hatte. Zum Glück funktionierte das Internet trotzdem.


Als wir zurück waren, schliefen wir sofort ein.

Liebe Grüße aus Savannah
Nadine

White House Washington D.C.

Mittwoch, 24.05.2017

Knapp, aber passt schon

Unsere Nerven werden hier jeden Tag aufs Neue strapaziert und es vergeht kein Tag ohne Adrenalin. Später mehr dazu.
Geweckt wurden wir vom Duft frischer Pancakes; persönlich vom Hostelbesitzer zubereitet. Die Pancakes mit Schokosplittern drin waren die Besten!
Der junge Hostelbesitzer ist African-American und sehr talentiert und intelligent. Er ist Sänger und kann Tricks, wie z.B. Backflips (Rückwärtssaltos) und vieles mehr. Er spricht 5 Sprachen und hat schon 6 Jahre in Europa gelebt. Täglich macht er ca. 100! Pfannkuchen für seine Gäste und gibt wirklich alles dafür ein guter Gastgeber zu sein. Wir fühlen uns hier super wohl.


Bei vier Leuten dauert es immer, bis alle fertig sind und man aufbrechen kann. Außerdem war die Community in dem Hostel so gut, dass wir ewig beim Frühstück saßen und uns mit vielen Reisenden unterhielten.
Dann der große Schock: Für den Abend hatten wir übers Internet wieder einen Mega Bus gebucht, der uns nach Baltimore bringen sollte. Unser Flug geht am nächsten Morgen schon früh von Baltimore aus und wir wollten in der Nähe vom Flughafen sein. Außerdem hatten wir ein AirBnB in Baltimore gebucht (Unterkunft bei Privatleuten). Die Frau vom AirBnB hatte angeboten, uns morgens von dem Haus aus zum Flughafen zu fahren. Soweit so gut, dachten wir. Ganz stolz waren wir auf diese Planung.
Total erschrocken stellten wir fest, dass die Haltestelle an der der Bus ankommen sollte, ganze zwei Stunden von dem AirBnB weg ist. Wir dachten wir tun was super Geniales, wenn wir eine Unterkunft in Flughafennähe buchen. Der Hostelbesitzer bekam das mit und lachte uns total aus. Der Flughafen sei nur 45 min. vom Hostel weg und wir würden in die falsche Richtung fahren. #embarrassing. Wir hatten zwar geschaut, dass das AirBnB in der Nähe vom Flughafen ist, aber nicht, wie weit es vom Bus weg ist. Wir waren total ratlos und nun war schon wieder ein Missgeschick passiert. Hilft ja nix ! Also alle ans Handy gesetzt und recherchiert. AirBnB ließ sich nicht mehr stornieren. Hostel war ausgebucht. Taxi vom Bahnhof zum AirBnB zu teuer. Schnell fanden wir raus, dass eine andere Busgesellschaft (Greyhound) in die Nähe des AirBnB’s fährt. Also Geld für den anderen Bus in den Sand gesetzt (bereits bezahlt) und neuen Bus für insgesamt 50$ gebucht. Den ganzen Tag machten wir Witze über unsere Dummheit. Das ging ja nochmal gut.


Endlich konnten wir los und D.C. erkunden.

Der District of Columbia oder Washington, D.C. ist Bundesdistrikt, Regierungssitz und seit 1800 die Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Der Distrikt ist kein Bundesstaat und gehört auch zu keinem. Mit dem Weißen Haus als Amts- und Wohnsitz des Präsidenten und dem Kapitol, das den Kongress, (bestehend aus Senat und Repräsentantenhaus) beherbergt, sowie dem Obersten Gerichtshof befinden sich die Spitzen aller drei verfassungsmäßigen Gewalten in der Stadt. Washington ist darüber hinaus Sitz des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und der Organisation Amerikanischer Staaten.

Hier ist alles super zu Fuß erreichen und nach einem kurzen Spaziergang waren wir am ersten Kriegsdenkmal. Die Stadt ist sehr historisch und hat viel Geschichte zu bieten. Man kann einen schönen Rundweg laufen und kommt an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei. Als wir vor den schönen, alten Gebäuden standen, wussten wir nicht richtig was diese alle sind. Da hat jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht. #Kulturbabausen. Trotzdem erkannten wir natürlich das Weiße Haus gleich wieder. Trump konnte leider nicht mit uns Kaffee trinken, ist er ja gerade beim Papst. Überall standen Polizisten und man kommt gar nicht in die Nähe vom White House. Trotzdem war es sehr cool das mal zu sehen.


Der Rundweg war toll, es war bewölkt, aber regnete nicht und wir hatten viel Spaß.

Überall hat es riesige, einladende, gepflegte Parks und Grünflächen auf denen viel los war. Viele Leute spielten Spiele oder machten ein Picknick.

Dieser Hund hat einen eigenen Instagram-Account

Ein Treffen der Kriegsveterane

Kriegsveteran


Die Botanical Gardens sind kostenlos und super schön. Es ist ein großes Gewächshaus, das 26.000 Pflanzen beheimatet.


Zur Mittagspause setzten wir uns an einen Imbiss der mit 8$ für ein Bier und Käsepommes (Cheese Fries) günstig und gut war.


Als wir am Capitol standen, fragten wir zwei Securities nach dem Weg zum Pentagon. Diese schauten uns mit großen Augen an. Das Pentagon sei in einem
anderen Staat, so die beiden. Das war uns super peinlich. Das ist ja, als ob in Deutschland jemand den Reichstag in Stuttgart sucht. Dieser „andere Staat“ war aber nur 10 Min. mit der Bahn entfernt. Also doch nicht so peinlich. Da lagen wir doch gar nicht so falsch.

Kapitol/Capitol

  
Alles wir alles was wir sehen wollten (fürs Pentagon war keine Zeit mehr) gesehen hatten, ging es zurück zum Hostel.
Wir hatten noch eine Stunde Zeit und der junge Mann vom Vorabend kochte Kaffee für uns. Wir chillten und brachen in seelen-Ruhe auf. Vroni wollte 15 min. früher gehen und wir sagten, dass wir nicht schon wieder so lange warten wollen und wir später los können. Hätten wir mal auf sie gehört.
Bis wir aus dem Hostel draußen waren und im Taxi saßen, verging viel Zeit. Niemand hatte zudem die Rush-Hour bedacht.
Als wir auf die Uhr sahen, wussten wir, dass wir es nicht auf den Bus schaffen konnten. Nochmal eine Busfahrt in den Sand zu setzen, wäre bescheuert gewesen und die Frau vom AirBnB rechnete um 19 Uhr mit uns. Ohne Internet hätten wir sie auch nicht kontaktieren können. Der Adrenalinspiegel stieg und wir wurden alle super nervös. Es ging im Verkehr nicht vorwärts. Kurzzeitig dachten wir darüber nach, den Rest zu laufen, die Idee verwarfen wir aber schnell wieder. Es waren noch 2 km und die Zeit rannte. Der arme Taxifahrer dem wir Dampf machten.
Es war bereits 17:35 Uhr und der Bus sollte um 17:45 Uhr fahren. Außerdem brauchten wir noch Tickets und die Busse hier sind sehr pünktlich.
Vroni wurde dann dazu auserkoren, zum Bus in der Tiefgarage zu rennen und zu sagen, dass wir nach kommen würden. Der Taxifahrer ließ sie raus und sie rannte. Dieser sagte, dass das eine gute Idee sei was wir da tun und lachte.
Melli, Berni und ich zahlten das Taxi, luden das ganze Gepäck aus und rannten voll bepackt durch den ganzen Hauptbahnhof. Ich hatte noch Vronis Backpack, sodass sie schneller war. Treppe hoch und das rennend mit dem ganzen Gepäck. Da kommt Freude auf !
Um 17:44 Uhr schloss der Bus gerade seine Tür, als Vier vollbepackte, keuchende Backpacker angerannt kamen. Vroni hatte in der Zwischenzeit die Tickets im Büro geholt und war gleichzeitig mit uns am Bus. Der Busfahrer war nett und wir durften noch mit. Knapp, aber passt schon.
Die Fahrt war bescheuert. Wir mussten alle quer im Bus verteilt sitzen und hinten roch es so derbe nach Fäkalien, dass uns schlecht wurde. Der Bus war total alt, dreckig und herunter gekommen und die Kupplung so laut, dass es in den Ohren weh tat. Auch das WLAN tat nicht richtig. Zum Glück waren wir nach 1:15 h da und nahmen ein Taxi zum AirBnB.
Wir fanden uns mitten in einer schicken Wohngegend wieder. Da sah es aus wie in einer Filmkulisse. Unsere Gastgeberin Carol hatte Vroni bereits geschrieben, dass sie die Türe offen lassen würde. Was dann passierte, war super komisch. Wir wussten die Hausnummer, aber wollten nicht in ein fremdes Haus rein gehen. Wenn es nicht das richtige Haus gewesen wäre, wären wir vielleicht vor einem wütenden Amerikaner gestanden. Und bekanntlich haben die ja Waffen. Ewig standen wir ratlos davor und sogar der Taxifahrer drehte wieder um, um nach uns zu schauen. Von dem Taxifahrer seinem Handy aus, riefen wir Carol an, die aber nicht ran ging. Ich wollte nicht voraus gehen und Melli öffnete vorsichtig die Tür. So standen wir mitten in einem fremden Haus von dem wir nicht wussten, ob wir richtig sind und liefen vorsichtig herum. Wir fühlten uns wie bei Frauentausch und suchten die kleinen Post-its mit Nachrichten drauf. Irgendwie waren wir der Meinung, dass wir im falschen Haus waren. Die Räume kamen uns von den Fotos her nicht bekannt vor. Was tun? Nochmal die Fotos aus dem Internet angeschaut und festgestellt, dass wir richtig waren. Es war aber keiner Zuhause.
Ein Gästebuch und das WLAN Paswort lagen auf dem Schreibtisch. Wir sind hier direkt an einem See, es gibt Kanus und Gartenmöbel auf der Terrasse. Auch das Haus ist total schön und gemütlich. Unser Haus am See ist toll, aber durch das schlechte Wetter können wir damit leider nichts anfangen.
Uns knurrten die Mägen und wir wollten zum Supermarkt laufen, um was zu Essen zu kaufen. Den Schlüssel der da lag, fanden wir, aber wir wussten nicht, ob wir die Tür abschließen sollten. Gastgeberin Carol wohnte ja auch da und wir wussten nicht, ob sie einen Zweitschlüssel hat, oder wann sie nach Hause kommt. Nach einigem hin und her ließen wir uns auf einen Kompromiss ein und schlossen die Tür ab und legten den Schlüssel unter die Fußmatte.
Zum Supermarkt liefen wir und fragten uns in der Nachbarschaft nach dem Weg durch. Alle guckten uns mit großen Augen an, als wir sagten, wir würden laufen. Auf dem Weg dort hin machten wir eine gute Sightseeing-Tour. Das war ein richtiges Einheimischen-Erlebnis. Die Wohngegend sieht super schick aus und die Häuser original wie in einer amerikanischen Serie. Es sieht aus wie ein Battle unter den Nachbarn wer das größere Auto oder das größere Wohnmobil hat. Obwohl Wohnmobil total untertrieben ist. Die Wohnmobile hier sind alle gigantisch groß und super beeindruckend. Auf jeden Fall ist das AirBnB eine super Möglichkeit zu sehen wie die Amis hier leben und wie solche Häuser von innen aussehen.

Nach nur 20 Min. hatten wir den Supermarkt erreicht. Die Amis sind echt faul und nehmen für jede paar Meter ihr Auto. Die fanden es bestimmt witzig, dass wir die paar Meter liefen.

Mit dem ganzen Einkauf ging`s zurück zur Unterkunft, wo Carol schon auf uns wartete. Carol musste noch ihre Katze einfangen und raus lassen, weil die unsere Vorgänger diese aus versehen eingesperrt hatten. Unsere Gastgeberin ist Weltmeisterin im Karate und Kickboxen und sieht überhaupt nicht aus wie 64. Diese Frau ist total herzlich und tat so, als ob sie uns schon ewig kennen würde. Ihre freundliche Art und ihre positive Ausstrahlung sind der Wahnsinn. Wir saßen ewig in ihrem Wohnzimmer und redeten über Gott und die Welt. Dabei kamen sehr tiefgründige Gespräche zustande und wir waren froh, dass unsere erste AirBnB Erfahrung so positiv war. Carol meinte noch, dass sie sonst nie so lange wach bleibt, es mit uns aber so schön war.

Das war ein toller Abend den wir noch lange in Erinnerung behalten werden.

 

Liebe Grüße aus Baltimore

Nadine