haphazard, homeless and jobless

Donnerstag (Mittags), 14.01. – Dienstag, 19.01.2016

So war ich also obdachlos, arbeitslos und planlos aaaaaber glücklich ! Das ist das Gefühl das ich am Reisen total liebe. Man braucht keinen Plan. Man muss nicht wissen, was morgen ist. Man lässt sich treiben. Dabei kommen meistens die besten Sachen raus. Nun habe ich ein bisschen Geld gespart und muss mir auch ums Finanzielle erst mal keine Sorgen machen. Es ist ein totales Gefühl von Freiheit hingehen zu können wo man möchte. Keiner wartet auf einen, kein Job der einem ein begrenztes Urlaubslimit gibt, kein Hindernis, einfach nur Unbeschwertheit.
In aller Ruhe fuhr ich dann zu Lyn ins zwei Stunden entfernte Toowoomba.

Der Cro hat sein Nest in Australien (der Cro war übrigens in meiner Parallelklasse in der Berufsschule)

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Das ist Brett`s Mutter bei der ich ja an Weihnachten schon war. Diese freute sich total, dass ich sie nochmal besuchen kam. Auch ich war wieder von ihrer Herzlichkeit begeistert.
Die Enkelkinder Aria und Ryley waren da, die ich ja schon kannte. Wir spielten ein bisschen, aßen zu Abend und ich ging früh ins Bett.
Am nächsten Tag schlief ich lange und machte mich nach dem Frühstück auf zu der Mutter der beiden Kinder, Renae. Auch diese war total froh mich wieder zu sehen. Den ganzen Tag verbrachte ich bei über 30 Grad und strahlendem Sonnenschein mit meinen Füßen im Pool und relaxte.

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Außerdem hüpfte ich mit den Kindern auf dem Trampolin und spielte Spiele. Zum Abendessen durfte ich auch bleiben und es gab super leckeres gebratenes Gemüse und Nudeln. Es war schon spät als ich mich verabschiedete und Lyn hatte in der Zwischenzeit angerufen und gesagt, dass ich bei ihr schlafen solle, bis ich weiß wo ich hin will. Das fand ich sehr gut, zumal ich immer noch nicht wusste, wo ich hin sollte. Seit über zwei Wochen hatte ich mich für Fruitpicking (Obstpflücken) Jobs beworben um ein bisschen Taschengeld zu verdienen bis meine Tante kommt. Leider ist derzeit einfach nicht die richtige Saison und so blieb die Suche nach ca. 200 Bewerbungen erfolglos.
So fuhr ich wieder zu Lyn und übernachtete eine weitere Nacht dort. Am nächsten Morgen war ihre 85 jährige Mutter Esme gekommen. Zusammen gingen sie auf einen Geburtstag. Es regnete den ganzen Tag in Strömen und ich setzte keinen Fuß vor die Türe. Es hatte nur 11 Grad, ich lag im Bett und arbeitete an meinem Blog bis abends. Es ist so ein unbeschreiblicher Luxus endlich wieder WLAN, geschweige denn gutes Internet und Telefonempfang zu haben. Zwischendurch kochte ich nur kurz und kuschelte mich dann schnell wieder ins warme Bettchen.

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Um 8 saßen wir am nächsten Morgen (Sonntag) am Frühstückstisch und gingen alle drei in die Kirche. Das war die selbe wie an Weihnachten. Auch diesmal war der Gottesdienst super modern, die Liedtexte waren auf der großen Leinwand, die Band spielte sehr viele Lieder und der erst 26 jährige Pfarrer hielt eine sehr berührende Predigt über Sünden. Es wurde ein sehr schönes Video gezeigt und ich hatte die ganze Zeit über Gänsehaut. Vor dem letzten Lied bat der Pfarrer alle Leute die wollten vor zum Kreuz um die Sünden zu Gott zu bringen. Während dem schönen Lied gingen erst einige Afrikaner vor und dann auch sehr viele Australier. Sie legten sich alle die Hände auf die Schultern. Das war ein total bewegender Moment und in der Kirche blieb fast kein Auge trocken. Es war einfach unbeschreiblich berührend wie alle vor dem Kreuz standen und Fremde sich in den Armen hielten. Auch Lyn nahm mich mit vor. Als das Lied aufhörte lernte ich Wendy kennen. Diese und Lyn beteten für mich, was ebenfalls sehr emotial war. Dieses Moment werde ich so schnell nicht mehr vergessen. Man spürt einfach die Gemeinschaft in dieser Kirche, obwohl diese mit ca. 700 Besuchern jeden Sonntag sehr groß ist.
Nach der Kirche machten wir nochmal einen Abstecher zu Renae und nach dem Mittagessen brach ich auf. Lyn war total süß und gab mir Wasser und eine Lunchbox mit und wünschte mir alles Gute. Auch sie sagte, dass ich jederzeit wieder kommen und sie um Rat fragen kann – ich liebe die Aussies!
Über ein Internetportal hatte ich einen Mann gefunden, der einen sogenannten „Homestay“ anbietet. In Kuala Lumpur (Malaysia) hatte ich ja bereits Couchsurfing ausprobiert und dieses Prinzip ist das selbe. Ich war mir nicht ganz sicher, weil es bei einem allein lebenden Mann ist und ich als Frau allein bin. Am Telefon hörte er sich sehr nett an, arbeitet auch mit der Uni zusammen und hat oft Studenten da. Da das ja nichts heißen mag, gab ich sicherheitshalber meiner Freundin seine Handynummer und die Adresse und sagte sie solle die Polizei holen, falls ich mich nach zwei Stunden nicht melde.
Nach knapp drei Stunden Fahrt kam ich in „Kawana“ an der schönen Sunshine Coast an. Diese ist nicht so überlaufen wie die Bekanntere Gold Coast.
Mein Gastgeber Steve, circa mitte 40, empfing mich freundlich. Das Haus ist riesig und er sagte er arbeitet den ganzen Tag und findet es schade, wenn es immer leer steht. Er macht einen vernünftigen Eindruck. Bei einer Tasse Kaffee saßen wir auf der Terrasse und er erzählte mir von seinen Reisen. Da er selbst schon oft unterwegs war, weiß er wie teuer die Unterkünfte sind und freut sich gegen ein bisschen leichte Hausarbeit sein Haus und Essen zur Verfügung zu stellen. Es hat drei leere Zimmer und ich bekam eins davon das möbliert ist.
Wir fuhren ins nahgelegene Mooloolaba, er zeigte mir die Einkaufsstraßen, den wunderschönen Strand und lud mich auf eine Falaffel ein. Steve kannte viele Leute in dem schönen Örtchen die mir alle sagten er sei ein total cooler und netter Typ. Danach machten wir einen Abstecher zur „Kawana Island“ wo es einen schönen kleinen Strand gibt. Die Häuser sind direkt am Fluss und einige haben ein Boot mit dem sie gleich los fahren können. Sehr lustig.
Nach einer Weile vor dem TV ging ich früh ins Bett.
Am nächsten Tag war ich erst Mal im nahegelegenen Shoppingcenter einkaufen, da ich nichts mehr zu essen hatte.
Die Motivation packte mich und so machte ich mich auf zum Joggen. Der Strand ist nur eine Gehminute weg und so war das geschickt. Auf der Farm habe ich zwar Muskeln bekommen, aber die Kondition hat stark nachgelassen. Nach 5 Kilometern bei 30 Grad war ich geschafft und gönnte mir eine lange Pause im Sand, wobei ich den Surfern zuschaute.
Abends fuhr ich wieder nach Mooloolaba wo ich den schönen Sonnenuntergang am Strand genoss und durch die Geschäfte bummelte. Das ist Urlaub und ich war total glücklich und zufrieden.
Am Dienstag wachte ich erwartungsgemäß mit Muskelkater auf. Schon um 7 war ich fit und fuhr das dritte Mal nach Mooloolaba. Es war sehr viel los, total warm und die Sonne schien. Den ganzen Tag verbrachte ich da, machte einen Abstecher zum Mc Donalds wo das WLAN leider nicht ging und fuhr zurück. Steve brachte Dominos Pizza mit und wir saßen auf der Terrasse bis es dunkel wurde. Er hat jeden Dienstag Beachvolleyball und ich wollte mit.
In der Halle wo er spielt, war die Hölle los. Drinnen gab es zwei Netball-Felder und draußen zwei Beachvolleyball-Felder. Es war immer noch schön warm. Die russische Freundin von Steve’s Spielkollege war auch da und die ganze Zeit unterhielten wir uns super. Das Spiel ging 45 min. und Steve’s Mannschaft gewann. Ich hatte richtig Spaß beim Zuschauen und der Sport sieht nach viel Fun aus. Danach saßen wir alle noch ein bisschen zusammen und tranken ein Bier. Die Mannschaftskollegen waren sehr nett zu mir und es gab viel zu lachen.
Steve und ich guckten noch eine sehr interessante Dokumentation im TV. Ein Mann hatte ein Krokodil gerettet, dass Schusswunden hatte. Zwanzig Jahre trainierte er mit diesem und die beiden sind beste Freunde geworden. Er schwamm mit dem Krokodil, es kam ihn zu Hause besuchen und er war der Einzige dem das Krokodil vertraute. Sobald seine Tochter 18 wäre, würde er mit ihr und dem Tier trainieren. Krokos können nämlich über 100 Jahre alt werden. Leider starb das Krokodil dann ganz unerwartet irgendwann natürlichen Todes. Das war sehr traurig.

Grüße von der traumhaften Sunshine-Coast (Paradies)
Nadine

Nadine – the new manager of a race-horse-stable

Montag, 28.12 – Mittwoch, 30.12.2015

Die Arbeit fiel trotz der Pause leicht. James bereitet einige Dinge für den Urlaub vor und Kate wies mich in den Garten von James` Eltern ein. Diese sind ebenfalls im Urlaub und der Garten den ich gießen muss ist riesig. So groß, dass Peter mir sogar eine Karte malte, sodass ich keine Blume vergesse.
Am Montag und Dienstag sollte ich mit dem 8 jährigen Sidney die Zäune neu machen. Ständig büxt nämlich ein Pferd aus, weil die Zäune schlecht sind und die Elektrik nicht funktioniert. James kann die Pferde wieder einfangen, aber ich will nicht, dass das passiert wenn er nicht da ist. So waren wir eine Weile beschäftigt, aber dafür waren die Zäune danach perfekt. Auch James` Frau Kate half mit und sie ist ein richtiger Profi. Die Kinder badeten in der Zeit in den Trinkeimern der Pferde, was ich sehr lustig fand.
Am Dienstag gingen wir zum Abschluss zum Abendessen nochmal in den Pub. Ich fuhr mit meinem Auto und blieb länger. Mit einer netten bekannten Familie von meinem Chef saß ich lange da und unterhielt mich nett. An der Bar traf ich den 21 jährigen Josh der auch eine Farm hier hat. Wir spielten Billard bis tief in die Nacht und Michelle die Besitzerin vom Pub sagte uns, dass wir dann abschließen sollen. Bei dem Spiel waren wir beide schlecht.
Kurz vor dem Aufbruch erklärte mir James schnell, was ich machen muss, wenn er nicht da ist. Ich hatt eigentlich damit gerechnet eine ausführliche Einweisung zu bekommen oder eine Liste mit Aufgaben. Statt dessen schrieb er nur „Pferde“ und „Füttern“ auf. Auf die Frage hin, was denn mit den Hühnern, dem Kakadu, dem Wellensittich, der Katze, dem Hund und den Kühen sei, erklärte er mir nur schnell wo das Futter ist und dass ein Mal am Tag füttern reicht. Das ist wieder wie alles: No worries ! Sehr lustig, dass die fast 2 Wochen in den Urlaub gehen und einem „daher gelaufenen“ Backpacker den sie gerade mal ein paar Wochen kennen quasi blind vertrauen.
Mittwoch Morgen um 9 machte sich die Familie dann auf den Weg in den Urlaub. Somit war ich allein. Das ist ganz schön viel Verantwortung und nicht gerade ungefährlich. Wenn mich ein Pferd kickt, dann findet mich keiner und es gibt nicht mal Telefonempfang, sodass ich jemanden anrufen könnte. James sagte mir aber, dass ich jeden Tag um 6 abends anrufen solle, sodass er jemanden schicken kann, falls ich mich nicht melde. Das gibt uns beiden Sicherheit. Zum Glück habe ich keine Angst allein hier, obwohl es kein Tor, keine Kameras, keinen Wachhund und keinen Handyempfang gibt. Ich will deswegen nicht so oft weg gehen, weil jeder weiß, dass die Familie im Urlaub ist. So könnte leicht jemand kommen und einfach ein Pferd mit nehmen. Ich würde mir große Vorwürfe machen, wenn was passiert. Zwar war ich mit Sophia im Mai auch allein auf Tom`s Farm für fast vier Wochen, aber dieser hatte Kameras, ein Tor, einen Wachhund und wir waren wenigstens zu zweit.
Das erste was ich checkte war, ob sie das WLAN angelassen hatten. So hätte ich wenigstens mal mit der Familie skypen können. Zu meiner Enttäuschung war dieses aber aus. Weil die Farm so weit im Nirgendwo ist, ist das WLAN limitiert und abartig teuer. Einerseits verstehe ich also, warum sie es ausgeschaltet haben, andererseits finde ich hier fast kein Internetempfang und habe so große Mühe Kontakt mit Zuhause zu halten, Facebook zu checken, usw. Außerdem ist es unmöglich meine Blogeinträge hochzuladen.
Der Bruder von James der seine Farm hier in der Nähe hat, kommt jeden Tag nach der Nachtschicht um nach dem Rechten zu sehen. Mit ihm musste ich eine Stute decken lassen, die nicht trächtig ist. Diese ist ein absoluter Horror und will nie stehen bleiben. James` Bruder musste oft laut fluchen und ich hatte fast keine Chance das Pferd zu halten. Ich bin unglaublich froh, wenn die Decksaison bald vorbei ist. Das kostet mich Nerven !
Der erste Tag allein war aber ganz ok und früh ging ich ins Bett.

Grüße vom neuen Farmmanager
Nadine

 

Spinne

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Lori und sein Pferd

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Lori und das Heu

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Kakadu Patrick

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Breakfast at the Picknick-Point and Japanese Garden

Sonntag, 27.12.2015

Eigentlich hätte ich ausschlafen können, aber meine innere Uhr ist auf Farmarbeit eingestellt. So war ich um 5 schon wach. Um 7 standen auch Lyn und Brett auf und um 8 kamen Brett`s Schwester Alyce und die Kinder.

Lyn war total nett und lud mich zum Frühstück ein. Wir gingen zum Aussichtspunkt vom Donnerstag dem „Picknick-Point“. Es war wieder regnerisch und bewölkt, aber die Aussicht war super. Das Frühstück war richtig luxuriös und schmeckte super.

Wir fuhren anschließend durch die Luxusviertel von Toowoomba und Lyn konnte die Geschichte jedes Hauses erzählen. Da waren einige Millionenhäuser dabei, die sehr beeindruckend waren. Als Abschluss meiner Toowoomba-Zeit, gingen wir in den Japanese Garden, der neben der Uni ist. Dieser ist sehr groß und wunderschön angelegt. Als wir auf dem Rückweg zum Auto waren, fing es an aus Kübeln zu gießen. Das war timing.

Leider musste ich mich dann von Lyn verabschieden. Sie war so fürsorglich und liebenswert zu mir und ich werde sie total vermissen. Sie lud mich ein, jederzeit vorbei zu kommen, wenn ich in der Nähe bin und sagte mir ich wäre ein toller Gast.

Brett und ich fuhren zum Pub. Dort warteten zwei Freundinnen von ihm auf uns. Diese waren zwei Jahre in Kanada zum Arbeiten und hatten viel zu erzählen. Auch Brett`s Bruder Jarrod kam und zwei weitere Freunde. Die anderen tranken gemütlich ein paar Bier und ich hielt mich ans Wasser. Die Freunde waren alle total nett und wir hatten einen tollen Nachmittag.

Dann hieß es für mich aber: Zeit zu gehen! Ich fahre nicht gerne, wenn es dunkel ist und außerdem regnete es immer noch. So verabschiedete ich mich von allen. Brett versprach, mich auf meiner Farm zu besuchen. Ich war ihm so dankbar, dass ich Weihnachten mit seiner Familie feiern durfte. Dieses Weihnachten werde ich so schnell nicht mehr vergessen.

Beim Rückweg waren auf den Straßen teilweise ordentliche Pfützen und ich musste echt aufpassen. Der Weg zog sich wie Kaugummi und es kamen mir auf der 2 stündigen Fahrt ganze drei Autos entgegen. Ich hatte Zeit die letzten vier Tage nochmal Revue passieren zu lassen. Dabei hatte ich ein Grinsen im Gesicht. Mein Santa-Socken, das Futter für die Rentiere, die Freundlichkeit der Familie, die Wasserrutsche in den Damm, die Wasserschlacht im Garten, die Traditionen, die Motorradfahrt, das Cricket-Spielen, die Kirche, das Lagerfeuer, das Schießen und vieles mehr. Komplett anders als Weihnachten bei Kälte zu Hause (ok, dieses Jahr war es warm, ich weiß).

Auf der Farm angekommen, empfing mich mein Chef James freundlich. Er wollte gerade die Pferde füttern. Ich sagte ihm, dass ich das übernehme und er war dankbar.

Zum Abendessen waren Onkel Ted und Tante Rosie gekommen. Rosie war bereits zwei Mal in Deutschland und erzählte viele Geschichten. Ihre Mama hatte sich in Münster die Hüfte gebrochen und war lange in Deutschland im Krankenhaus gewesen. Viele Jahre später kam Rosie zurück zu diesem Krankenhaus und schenkte der Krankenschwester, die sich gut an die Australierin erinnern konnte, Schokolade.

Von den Kindern bekam ich noch ein Weihnachtsgeschenk: Eine Kappi vom Kumbia-Pub. So trage ich zukünftig immer eine Erinnerung an meine schöne Zeit hier auf dem Kopf. Die anderen Geschenke die ich bereits am 25. aufgemacht hatte, waren eine Tasse mit dem Logo vom Stall und Apfel-Cider (alkoholisches Getränk). Über dieses war ich ein wenig besorgt. Ich glaube man muss sich Gedanken machen, wenn man von seinem Chef Alkohol zu Weihnachten bekommt. Alle sagten mir, dass das in Australien Gang und Gäbe sei und eines der beliebtesten Geschenke. Sehr lustig die Aussis !

Wir hatten einen gemütlichen Abend mit Wein und früh ging ich ins Bett.

Das war also mein Aussie-Weihnachtserlebnis wie ich es mir schöner nicht vorstellen könnte.

Selige Grüße

Nadine

 

Frühstück und Japanese Garden

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Aussie Boxing-day

Samstag, 26.12.2015

Schon um 7 geisterten Leute durchs Haus. Somit war ich mal wieder früh wach. Am sogenannten „Boxing-day“ ist es Tradition in Australien, Cricket im TV anzuschauen. So saß die ganze Meute im Wohnzimmer und verfolgte das Geschehen. Zugegebener Maßen, ist es aber nicht gerade spannend, diese Sportart im TV zu sehen. Die Leute stehen meistens nur rum, es gibt drei Kommentatoren und diese müssen über alltägliche Themen sprechen, weil es im Spiel einfach nicht vorwärts geht. Nach 10 min. verließ somit schon die Hälfte ihre Plätze. Alle fragten mich, ob ich es denn interessant finden würde. Nach ca. einer Stunde gab ich mich dann auch „geschlagen“ und wechselte nach draußen. Dort gab es bereits Frühstück. Es wurden Würstchen und Speck gegrillt und ich aß Toast und Cornflakes.
Wir verbrachten wieder einen tollen Morgen im Garten, spielten alles Mögliche, wie Frisbee und hatten super viel Spaß.
Gefühlte 10 min. nach dem Frühstück gab es schon wieder Mittagessen. Die Reste vom Vortag mussten weg. So aß ich das dritte Mal hintereinander Salat, aber der schmeckte immer noch gut. Danach kam Brett`s Schwester Alyce mit ihren drei Kindern und es gab für alle Kleinen schon das dritte Mal Bescherung. Ganz traditionell hatte es einen Weihnachtskuchen den die 83 jährige Oma und Uroma Esme anschnitt. Als diese eine Rede hielt und erzählte wie glücklich sie mit dieser Familie ist und wie sehr sie alle liebt und sich nichts schöneres vorstellen könnte, flossen bei ihr die Tränen und es blieb kein Auge im Raum trocken. Das war ein sehr berührender Moment. In der Tat ist die Familie sehr toll. Obwohl seit 2 Tagen alle auf engem Raum sind, gibt es nie Zickereien oder sonstiges. Alle gehen so toll miteinander um, jeder ist Willkommen, alle helfen und auch ich werde behandelt, als gehöre ich schon immer dazu. Das ist was sehr tolles und für mich eine große Ehre Weihnachten in dieser Familie feiern zu dürfen. Besser hätte es mir nicht passieren können.
Der 24 Jahre alte, somit älteste Sohn von Judy zeigte uns seine Farm. Mit dem Auto waren wir in 20 min. da. Diese ist auch eine Cotton-Farm und ebenfalls riesig. Es gibt ein großes Haus, eine große Werkstatt und sogar einen Tennisplatz. Wir fuhren mit dem Ute über die Matschfelder und blieben ein paar Mal fast stecken. Die Kulisse sah bei perfektem Wetter traumhaft aus. Es ist richtig faszinierend wie viele Leute Land in Australien haben. Erstens ist das hier billiger als Zuhause und viele Kinder werden bereits in Farmerfamilien geboren. Da es keine Müllabfuhr gibt, fuhren wir zur Müllhalde um den Abfall abzuladen. Dort stank es bestialisch, hatte viele Wildkatzen und einige interessante Sachen. So fand sich auch ein Auto im Müllberg. Danach fuhren wir zum Friedhof. Der Opa der Kinder ist vor einigen Jahren mit nur 65 gestorben und seither war keines der Kinder mehr am Grab. Brett erzählte mir, dass der Opa ein Workaholic war und bei einem tragischen Farmunfall gestorben ist. Die Geschichte war sehr traurig und er war ein hoch angesehener Mann. Auf dem Friedhof gab es nur sehr kleine Gräber, keinen Zaun und überall nur Kunstblumen.
Als wir zurück waren, fragten die Jungs mich, ob ich mit ihnen zum Fluss will. Hört sich gut an, dachte ich! Als wir mit dem Ute unterwegs waren wusste ich aber nicht, warum die Jungs diesen Ausflug machen wollten. Diese wussten nicht, dass ich Vegetarierin bin und ich wusste nicht, dass Chris und Lachlan jagen gehen wollen. So hielten wir ständig an, wenn wir Kängurus sahen und Lachlan schoss. Ich schloss die Augen und hob die Ohren zu und freute mich jedes Mal wenn er sagte, er habe nicht getroffen. Die müssen die armen Tiere schießen, weil es zu viele sind, sie die Felder zerstören und viele Autounfälle verursachen. Die toten Tiere werden dann an Ort und Stelle liegen gelassen und sind Futter für die Dingos (Wildhunde). Auch Wildschweine wollten sie schießen, aber fanden (zum Glück) keine. Ich saß auf der Ladefläche vom Ute und sollte jedes Känguru melden. Natürlich machte ich das nicht. So blieb die Jagt an diesem Tag komplett erfolglos – puuuh!
Unterwegs holte uns Cameron mit seinem Dirt-Bike ein. Als Motorradfahrerin ließ ich es mir selbstverständlich nicht entgehen, auf eine Fahrt mit zu kommen. Leider durfte ich nicht selbst fahren, aber mit gefühlten 200 rasten wir über Stock und Stein. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass der 21 Jahre alte Cameron länger Motorrad fährt als er läuft, hätte ich mir vermutlich in die Hose gemacht, aber so genoss ich den Fahrtwind. Wir fuhren komplett einmal um die Baumwollfarm und diese ist gigantisch groß. An dieser Stelle sollte ich vielleicht verschweigen, dass wir nicht mal Helme auf hatten. Ich wusste bis dahin nicht, dass Baumwolle eine Blume ist. Cameron erklärte und zeigte mir viel und ich lernte einiges. Auch die Bewässerungsmaschine ist total genial. Diese wird automatisch per Satellit gesteuert und fährt selbstständig über die Felder. Dieser Spaß kostet 30.000$. Es gibt überall Graben und dort laufen Gummischläuche raus. Wenn es trocken ist, fließt das Wasser in die Baumwollfelder und wenn genug Wasser da ist, fließt es einfach wieder zurück. Vor 3 Tagen gab es einen sehr schlimmen Sturm mit Gewitter. Dieses zerstörte große Teile der Ernte und außerdem haben die meisten Farmen seit Wochen keinen Strom. Es sieht teilweise sehr verwüstet aus. Gut, dass Judys Farm Strom hat.
Cameron fuhr sogar mit mir den Damm hoch und dieser ist total steil. Da rutsche mir das Herz in die Hose, aber ich strahlte. Als wir gerade auf dem Rückweg waren dachte er, ich hätte in angespuckt. Dabei fing es an zu regnen. Noch schneller ging es nach einer halben Stunde zurück zum Haus.
Wir waren nicht darauf vorbereitet, aber als wir noch nicht mal zum Gartentor drin waren, bekamen wir einige Kübel Wasser über uns geschüttet. Bis auf die Schuhe war ich nass. Der Garten hatte sich in eine Wasserschlacht verwandelt und jeder war pudelnass. Das Genialste: Auch die 83 jährige Oma Esme war mittendrin und machte alle nass. Die ganze Familie hatte Spaß sich gegenseitig zu tränken und es wurden alle möglichen Dinge benutzt. Ich hatte einen Hundenapf, es gab Wasserpistolen, große Eimer und Wasserschläuche. Wir hatten so mega viel Spaß und es gab (mal wieder) total viel zu lachen. Ich hatte zwar kein paar trockene Schuhe, aber barfuß gings auch.
Leider mussten wir uns dann verabschieden. Die Verabschiedung war genau so herzlich wie die Zeit hier. Alle wünschten mir eine gute Zeit und bedankten sich, dass ich da war.
Wieder bei Lyn Zuhause angekommen, duschten wir kurz und dann gings zu Bretts Dad. Dieser wohnt auch in Toowomba. Dort waren Bretts Schwestern Renae, Alyce, die Männer und die Kinder.
Da die Kinder jetzt ja noch nicht genug Bescherung hatten, gab es diese nun zum vierten Mal. Es gab einige Tränen, weil Santa nicht das richtige brachte und somit vorwurfsvolle Blicke der Eltern.
Brett`s Papa Geoff pflanzt in seinem Garten unendlich viel Obst und Gemüse an und zeigte uns alles. Ich fand ein paar Maiskolben und legte diese auf den Grill. Zu Essen gab es – wer errät`s Fleisch und Salat. Die Maiskolben waren sehr gut.
Eine Weile saßen wir bei Bier gemütlich zusammen, redeten, guckten Cricket und machten uns dann auf den Rückweg zu Brett`s Mama Lyn. Diese begrüßte uns freundlich und hatte in der Zwischenzeit meine nassen Klamotten gewaschen. Wir guckten noch Herr der Ringe im TV an und dann ging ich müde und zufrieden ins Bett.
Somit ging ein weiterer, toller, erlebnisreicher zweiter Weihnachtsfeiertag, Boxing-Day zu Ende. Ich bin jetzt schon traurig die Familie morgen verlassen zu müssen.

Wasserschlachtige Grüße
Nadine

 

Garten

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Farm von Judys ältestem Sohn

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Müllhalde

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Garten

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Welpe Honey

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Schießen

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Man beachte die Plätzchen

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Raubtierfütterung

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Weihnachtskuchen

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Oma Esme und alle Enkel und Urenkel

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Wasserschlacht und Baby Charlie

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Abends bei Brett`s Dad

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In Australien gibt es immer BierIMG_4307 (FILEminimizer)

Typical Aussie-Christmas

Freitag, 25.12.2016

Im Hause Flowers ist es Tradition, dass alle am Weihnachtstag um 6 Uhr aufstehen, weil die Kinder schon so früh wach sind. Nach nur 4 Stunden Schlaf war ich um 5 schon munter und wartete auf die Kinder. Wer nicht wach ist wird sehr unsanft geweckt. Die Kinder kippen den Schlafenden ein Glas Eiswürfel in den Nacken. Zum Glück war ich rechtzeitig wach. Die anderen schreckten alle auf, als die Eiswürfel kamen. Ich musste lachen und die Kinder hatten ihren Spaß. Der Jüngste hatte am Vorabend einen Brief an Santa geschrieben und ein Glas Milch und Kekse hin gestellt. Renae hat eine Antwort darunter geschrieben und der Junge war überglücklich einen Brief von „Santa“ zu bekommen.
Dann guckten alle, was in ihrem Christmas-Stock war. Das ist ein Socken der normalerweise am Kamin hängt. Jeder bekommt einen und dieser ist vom „Secret-Santa“ (geheimer Santa). In meinem waren ein Weihnachts-Leuchtanhänger fürs T-Shirt, Knicklichter, Schokolade, Labello und Cashew-Nüsse drin. Die Jungs bekamen außerdem Seifenblasen. Das Highlight der Kinder war die Bescherung. In Australien gibt’s die morgens. Es dauerte sehr lange bis alle die vielen Geschenke ausgepackt hatten. Ich bekam sogar auch was. Schokolade und ein sehr gutes Parfum. Ich finde es sehr lieb, dass die Australier alle an mich denken und dass ich auch was bekomme. Alle waren glücklich mit den Geschenken und die Kinder beschäftigt.
Das Wetter war gut und es war zwar noch nass im Garten und nicht sehr warm, aber die Sonne schien. Wir hüpften eine Weile auf dem Trampolin und spielten mit den Kindern im Garten mit den Seifenblasen. Das ist nicht nur für kleine Kinder was 😉 Außerdem skypte ich nochmal meine Familie bei denen gerade Heilig-Abend war. Die wichtelten und es war sehr lustig „live“ dabei zu sein. Das Handy wurde herum gereicht und so konnte ich mit jedem mal sprechen.
Schon um halb 8 grillte Chris Speck und Würstchen und das Frühstück war super lecker. Es gab außerdem Hash-Browns, gebratete Tomaten, Obstsalat, Croissants, Spiegelei und Toast. Ein typisches Aussie-Frühstück also.
Ich half Renae beim Vorbereiten der Salate und schnibbelte fleißig und dann gings ins Hinterland. Dort haben Brett`s Tante und Onkel eine Cotton-Farm (Baumwolle). Die Landschaft auf der einstündigen Fahrt war traumhaft.
Das Anwesen ist riesig groß und das Haus ebenfalls. Die Cousine und drei Cousins im Alter von 16-24 empfangen mich gleich freundlich. Brett`s Tante „Judy“ war total weihnachtlich verkleidet und hatte alles aufwendig dekoriert. Auf der Farm war es richtig heiß und der Himmel strahlte.
Mir kam es vor als hätten wir gerade erst gefrühstückt, als es Mittagessen gab. Judy hielt eine Rede und alle sangen „Happy Birthday“ zu Jesus. Hier sind alle sehr gläubig und im ganzen Haus hängen Gebete und kirchliche Sprüche. Außerdem hatten sie einen langen, lustigen Essensspruch den jeder Mitreden konnte. Da musste ich lachen.
Da es so warm ist, haben die Australier kaltes Essen. So gab es kaltes Fleisch wie Pute, Hühnchen und auch Garnelen und sehr viele Salate. Die waren alle sehr lecker. Außerdem war die Auswahl an Nachtisch gigantisch. Jeder hatte auf seinem Platz „Bon-Bons“. Der Tischnachbar zieht jeweils am anderen Ende, es knallt und man findet eine Papierkrone und kleine Geschenke. Zufällig bekam ich als einzige eine pinke Krone und das ist meine Lieblingsfarbe. Außerdem war ein kleiner Kamm drin. Jeder musste die Krone aufziehen und das sah sehr cool aus. Überall waren Zettel mit Witzfragen drin und jeder musste seines laut vorlesen.
Nach dem guten Essen, gab es nochmal Bescherung. Es waren einige Kinder da und insgesamt waren wir mehr als 25 Leute. Die Kleinen mussten alle Rentiergeweihe aufziehen, um Geschenke zu bekommen. Auch hier war die Freude bei allen groß.
Ein großer Vorteil an Weihnachten in Australien ist das Wetter. So spielte die ganze Familie Cricket im Garten. Dieser Sport ist sehr berühmt hier. Erst guckte ich nur zu, aber absolut keiner kam drum rum selbst zu spielen. Ich bekam eine kurze Einweisung und dann begann der Spaß. Man muss sein „Tor“ beschützen, sodass der Ball dort nicht hin kommt. Wir hatten einen Tennisball und der gegenüber stehende Spieler muss den Ball werfen. Mein Ziel war es den Ball zu schlagen und dann auf die andere Seite zu rennen, bevor jemand anderes den Ball auf mein „Tor“ warf. Das war total spaßig und alle standen im Garten und versuchten den Ball zu fangen. Beim ersten Versuch hatte Brett vergessen mir zu sagen, dass ich rennen muss und alle lagen vor Lachen auf dem Boden als ich dem Ball zuguckte und nicht wusste, dass ich mich in Bewegung setzen muss. Es war einfacher als ich dachte den Ball zu schlagen und so blieb ich lange im Spiel. Einige Gegner knockte ich aus.
Das Highlight kam, als wir mit 2 Utes (Autos) los fuhren. Es ging zum Damm, der ebenfalls zur Farm gehört. Wir sprangen alle rein und das Wasser war warm. Die starken Jungs bereiteten die Rutsche vor, sie hauten Pfosten in den Boden und rollten eine große Plane aus. Mit einem Feuerwehrschlauch und viel Spülmittel war die Rutsche perfekt. Die Jungs wollten mich als Versuchskaninchen, aber ich lehnte ab. Es gab unendlich viele Luftmatratzen, Gummireifen, Schlauchboote, usw. Ich war total fasziniert und sagte gefühlte tausend Mal, dass ich es richtig cool finde, was die Jungs da auf die Beine gestellt hatten. Jedes Jahr zu Weihnachten wird die Rutsche aufgebaut. Auch die drei Hunde badeten im Damm.
Es machte unbeschreiblich Spaß die Rutsche runter zu rutschen und man wurde richtig schnell. In allen möglichen Kombinationen rutschte die ganze Familie und so saßen teilweise vier kräftige Jungs in einem kleinen Schlauchboot und sausten rückwärts den Damm runter. Auch ich fand mich in solchen Kombinationen wieder. Selbst Lyn und Judy rutschten mit ihren Söhnen und alle hatten total viel Spaß. Bis es dämmerte hatten wir viel Spaß im Damm und es war einfach unbeschreiblich lustig und ein tolles Familienerlebnis. Die Schlange hinterher bei den Duschen im Haus war sehr lange 😉
Dann gab es auch schon wieder Abendessen und wir aßen das Selbe vom Mittag. Jeder hatte tolle Gespräche und ich fühlte mich, als ob es meine Familie wäre. Alle fragten mich über Weihnachten in Deutschland und keiner konnte glauben, dass bei uns nicht Santa-Claus kommt und wir das Fest ganz anders feiern.
Die Jungs hatten ein schönes Lagerfeuer vorbereitet und so saßen wir alle mit Bier davor und erzählten uns Geschichten. Zuerst spielten wir ein Kartenspiel das keiner verstand. Die ganze Zeit wurde gelacht, weil die Regeln einfach nicht klar waren. Einer verstand es gar nicht und verlor jede Runde. Das war total witzig und es wurde mehr gelacht als gespielt. Danach packte Lachlan sein Kartenspiel aus. Er laß die Fragen vor und der Reihe nach, musste jeder eine Frage beantworten. Diese waren zum Beispiel:
Was würdest du machen, wenn du 1 Mio gewinnen würdest? Wohin würdest du dich beamen, wenn du könntest? Was ist besser: duschen oder baden? Und viele mehr. Das war auch total witzig und ständig brachen wir in schallendes Gelächter aus.
Es war schon spät, als wir uns in unser Matratzenlager begaben. Zu 10. schliefen wir im Wohnzimmer. Die meisten Leute schliefen da, sodass das ganze Haus mit ca. 20 Leuten zum großen Nachtlager wurde. Sogar die 83 jährige Oma übernachtete. In jeder Nische fand man jemand anderen. Das Sofa sah so bequem aus, dass ich mich dort niederließ. Judy sagte ich könne das nicht machen, weil mir morgen alles weh tut, aber ich machte ihr nur klar, dass ich noch jung bin 😉
Bevor ich überhaupt an was denken konnte, schlief ich als erste ein.

Das war der gigantischste, genialste Weihnachtstag den ich mir je vorstellen hätte können.

Aussie-Weihnachtsgrüße
Nadine

 

Brief von Santa an die Kinder

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Weihnachtsbaum (aus Gummi)

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mein Christmas-Stock

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Matratzenlager

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Skypen mit der Familie

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Bescherung

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Spaß auf dem Trampolin

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Weihnachtsfrühstück

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Spielen im Garten

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Weihnachtskatze mit Krawatte

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Bon-Bon

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Brett und Bruder Jarrod mit neuen Hemden

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Ich durfte das alte anziehen

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deutsches Bier an der Aussie-Christmas. Hier gibt es, wie sonst auch, an Weihnachten viel Bier.

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Cricket

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Rede von Judy

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Zweite Bescherung

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Nachtisch

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Spaß im Damm

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Brett, ich Jarrod, Cameron, Lachlan

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Rückweg auf der Ladefläche vom Ute

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Lagerfeuer und Knicklichter

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We have all the time in the world

Dienstag, 03.11.2015 (Melbourne-Cup day)

Der Melbourne-Cup ist das größte Pferderennen der Welt. in Australien wird es gefeiert wie z.B. ein WM Spiel bei uns. Alle sind aus dem Häuschen und jeder redet darüber. Das ganze Jahr über wird auf diesen Tag hingearbeitet und viele Leute schließen Wetten ab. Wir haben unseren Tag aber anders verbracht.

Eigentlich wollten Aylin und ich in den Freizeitpark „Dreamworld“. In einer Internetrecherche hatte Aylin die Eintrittspreise raus gesucht. Diese waren für uns ok. Ich wollte nur kurz die Adresse raus suchen und hatte mit 95$ pro Person noch mal einen ganz anderen Betrag gesehen. Dann stellte sich heraus, dass die Preise die Aylin gesehen hatte nur „ab“-Preise waren und für kleine Kinder galten. Wir hatten schon alles gepackt und waren kurz vor dem los fahren, aber diese horrenden Eintrittspreise waren uns schlichtweg viel zu viel. Als Backpacker gönnt man sich das nicht einfach so, zumal wir auf der Farm dafür 2 Tage arbeiten müssten.
Als ich gerade gemütlich am Pool saß unterhielten sich andere deutsche Backpacker über ihre Pläne. Wir schlossen uns ihnen an und in einer 50 minütigen Fahrt gings über achterbahnartige Straßen zum „Numinbah Valley“. Zuvor suchten wir aber noch mit meinem Auto das Auto der Jungs. Diese wussten nicht, dass man kostenlos am Hostel parken kann und hatten ihr Gefährt am anderen Ende der Stadt abgestellt.
In dem Nationalpark der im Regenwald lag, herrschte eine drückende Hitze. Auch der Regen änderte daran nichts. Während Dirk und ich auf dem Dach meines Auto rum kletterten um heraus zu finden, wie man die Spanngurte festzurrt, kochten die anderen Jungs sich Nudeln mit Pesto auf dem Parkplatz. Zitat von Dirk: „Also Zuhause würden jetzt alle drängeln und Stress machen und beim Reisen hat man einfach so viel Zeit, dass es nichts ausmacht zu warten.“ Recht hat er. Kommentar von einem anderen: „Zuhause würde man auch nicht einfach so eine Stunde zu einer Höhle fahren.“ Ich dachte ich wäre zu dumm um das Prinzip der Spanngurte zu verstehen, aber keiner der vielen Jungs bekam es hin.
Im Gänsemarsch gings hintereinander her durch den Regenwald über die schöne „Natural Bridge“ bis wir an der Höhle ankamen. Diese war nur klein und halb offen, sodass man sie von außen komplett sehen konnte. Die Strafe fürs baden wäre 1000$ gewesen, was unser Geldbeutel nicht her gab. Daneben war nämlich ein schöner Wasserfall, aber das ließen wir dann doch lieber.
Dank der Apps Wiki-Camps fanden wir eine tolle Badestelle, mit dem Auto nur 5 Minuten entfernt. Dort gabs ein Seil und die Jungs machten einige Stunts. Wir Mädels ließen es lieber, weil das Wasser an dieser Stelle nicht tief genug war.
Die anderen hatten keine Lust mehr, aber Aylin und ich ließen es uns an unserem letzten gemeinsamen Abend nicht nehmen nochmal feiern zu gehen. Es gab wieder ein Freigetränk und kostenlosen Eintritt in den „Beergarden“. Dort war brasilianische Nacht, aber fast nichts los. Auch die Musik war schlecht und so gingen wir sehr früh wieder heim. Danach saß ich noch mit ein paar anderen auf der Terrasse vom Hostel und quatsche noch eine Weile.

Grüße aus dem Regenwald
Nadine

 

Höhle

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Badestelle

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Grenze zu New South Wales

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Backpackeressen (vegetarische Würstchen und Dosenspaghetti)

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Waiting for the perfect wave

Montag, 02.11.2015

Um 8 trafen wir uns mit zwei anderen deutschen Mädels und unserem „Surflehrer“ Nils der auch aus Deutschland ist und im Hostel arbeitet. Von dort aus konnten wir Surfboards ausleihen und da ging’s schon los. Was bei den Surfern so einfach aus sieht, war für uns das erste Hindernis. Wir konnten uns nicht einfach das Brett unter den Arm klemmen und locker damit rum laufen. Die paar Meter zum Strand schafften wir nur, weil wir die schweren Bretter zu zweit schleppten.

Nach einer kurzen theoretischen Einweisung ging’s in die Wellen. Schon das Rauspaddeln ist sehr schwer. Aylin und Jacky haben es gar nicht hin bekommen und ich hab einmal einen Abgang gemacht und dann ging es. Ich war so schnell wie Nils draußen auf dem Meer and die anderen beiden Mädels drehten wieder um. Da wir leider ein Surfboard zu wenig hatten, musste eine sowieso am Strand warten. Eigentlich muss man dann auf dem Board sitzen und auf die Wellen warten, aber das ist leider (wie alles) auch nicht so einfach wies aussieht 😦 ständig fiel ich vom Surfbrett und es dauerte lange bis ich mal saß. Als eine Welle kam, befahl Nils mir mich aufs Board zu legen und dann ganz schnell mit den Armen zu paddeln. Man muss nämlich erst auf die Welle drauf kommen um aufstehen zu können. Dies schaffte ich schon gar nicht und deswegen hatte ich nicht mal die Chance aufzustehen. Die Wellen waren aber laut Nils sowieso viel zu niedrig. Als wir gerade dabei waren wieder zurück an Land zu paddeln, erfasste mich eine riesen Welle von hinten. Ich tauchte unter, verlor komplett die Orientierung und schluckte viel Wasser. Ich wollte an die Oberfläche aber wusste nicht in welcher Richtung ich muss. In diesem Moment dachte ich wirklich ich muss ertrinken und hatte mega Panik. Als ich es gerade nach einer gefühlt endlosen Zeit schaffte aufzutauchen, kam die nächste Welle und riss mich wieder runter.Mein Kopf war gerade über Wasser als ich das Fußband des Surfboards verlor und mir das Brett mit aller Wucht gegen den Kopf geschleudert wurde. Ich hatte das Gefühl eine dicke Lippe zu bekommen und das tat ordentlich weh.

Nach diesem Schockerlebnis wollte ich nur noch ganz schnell raus aus dem Wasser. Mir wurde aber bewusst, dass ich danach Angst haben werde. So blieb ich tapfer im Meer. Einige Male versuchte ich es noch auf die Wellen drauf zu kommen um endlich auf dem Board stehen zu können, aber es gelang mir nicht.

Nach einer kurzen Verschnaufpause am Strand war ich die Einzige die ihr Glück nochmal versuchen wollte. Die anderen hatten die gleichen Probleme wie ich. So war ich mit Nils allein im Meer und dachte das gibt mir Sicherheit. Diesmal waren die Wellen aber gleich am Anfang so hoch, dass ich totale Angst hatte. Es war schon fast unmöglich für mich rauszupaddeln und auch Nils hatte echte Probleme. Irgendwie waren die Surfkonditionen an diesem Tag in „Surfers Paradise“ wohl allgemein nicht gut, denn wir waren weit und breit die Einzigen im Wasser. Nils motivierte mich ständig weiter raus zu paddeln, aber die Panik siegte über mich und ich blieb in sicherer Nähe zum Strand. Da meine Kraft auch nachließ, entschied ich mich es für diesen Tag gut sein zu lassen. Den anderen Mädels war das Posen auch wichtiger als das Surfen und so entstanden einige gute Bilder. Zitat: „Wenn wir schon nicht surfen können, sehen wir auf den Bildern wenigstens wie professionelle Surfer aus!“ Hinterher sagte uns Nils auch noch, dass das Aufstehen mit diesen Surfboards sowieso schwierig gewesen wäre, weil diese eigentlich nicht für Anfänger sind. So gingen wir erfolglos wieder zurück.

Wie das halt im Hostel so ist, sitzt man da und redet und hört auch mal andere Backpacker neben einem reden. Ein deutscher Akzent kam mir sehr bekannt vor und ich fragte mal so nach, woher denn der junge Mann kommt. Er so: „Stuttgart“ Ich so: „Wo genau?“ Er so: „Kennst du Nagold?“ Ich so: „Kennst du Wildberg?“. Wir fanden heraus, dass wir nur 5 min. von einander weg wohnen. Als wir dann gleich schauten, welche Facebook-Freunde wir gemeinsam haben, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr raus. Meine Freundin Jenny mit der ich in Amerika war, ging mit ihm (Dirk) zur Grundschule und ein Mädchen aus meiner ehemaligen Parallelklasse ist Dirks Cousine. Wir haben einige gemeinsame Facebook-Freunde und da kann man echt mal wieder sehen, wie klein doch die Welt ist. Man fliegt nach Australien um Leute zu treffen die im Nachbardorf wohnen und die selben Personen kennen. Gleich machten wir ein Foto und schickten es an diejenigen die wir beide kennen. Die waren genau so amüsiert wie wir 😛

Abends war feiern angesagt. Vom Hostel aus gibt es jeden Abend eine andere Aktion und diesmal gabs freien Eintritt in einem Club und ein Freigetränk. Um 8 trifft man sich am Pool um ein bisschen was zu trinken. Mit sehr vielen netten Leuten spielten wir ein lustiges Trinkspiel und um 10 gings los. Im Club „SinCity“ laufen die weiblichen Barkeeperinnen sehr leicht bekleidet rum. Sie haben nur BH und Tanga an und das fanden sogar die Jungs nicht so cool. Das ist sehr übertrieben und ich weiß nicht, ob mir die Mädels leid tun sollen, wenn sie von Männlein und Weiblein gleichermaßen angestarrt werden. Die Musik war auch nicht gut und der DJ eine Katastrophe. Weil wir aber mit so vielen coolen Leuten unterwegs waren, machten wir das beste drauf und feierten ausgelassen was das Zeug hielt. Die Getränke gabs den ganzen Abend für $4,50 was echt ok war.

Erst spät in der Nacht machten wir uns auf den Heimweg und stoppten noch beim Dönerladen um uns ein gutes Stück Pizza zu gönnen.

Nicht ertrunkene Grüße

Nadine

 

Surfers Paradise

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Zum mindest das Posen hatten wir drauf 😛IMG_0510 (FILEminimizer)  IMG_0513 (FILEminimizer) IMG_0534 (FILEminimizer)

Dirk und ich

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Sonnenuntergang am Hostelpool

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gutes, deutsches Heineken

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Im Sin City

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The day after

Sonntag, 01.11.2015

Eigentlich wollten wir uns um 7 mit Nils zur Surfstunde treffen, aber das war nach 3 und halb Stunden Schlaf nicht möglich. Statt dessen schliefen wir bis 10.
Nach dem gemütlichen Frühstück chillten wir am Pool und verbrachten einen ruhigen Tag.
Nur einen gemütlichen Bummel durch die Stadt unternahmen wir noch und Aylin kaufte sich ein Surf-Shirt. Surfers Paradise ist echt ein wahres Paradies und ich liebe diese Stadt so wahnsinnig. Es ist total schön und alles entspannt hier.
Direkt am Strand war ein Markt und ich kam mit einem Österreicher ins Gespräch der seit 20 Jahren hier lebt und auf dem Markt kleine Plüschkoalas verkauft.
Abends wollten wir wieder weg gehen, aber die Motivation verließ uns irgendwann. So gingen wir dann schon um 10 ins Bett um fit für die Surfstunde am nächsten Morgen zu sein.

Entspannte Grüße
Nadine

 

Bloggen am Pool

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Happy Halloween

Samstag, 31.10.2015

Endlich konnten wir entspannt schlafen und waren erholt als wir aufwachten.
Aylin und ich ließen uns viel Zeit mit Duschen und frühstücken. Als wir dann auf die Uhr schauten der Schock: in 15 min hätten wir zur gebuchten Tour da sein sollen, aber mussten noch zusammen packen und da hin fahren.
Mit ein mal Verfahren kamen wir um Punkt 10 am Hafen an (15 vor war Treffpunkt). Die mitt-sechziger im Boot und die beiden Kapitäne zeigten Verständnis und warteten geduldig.
Auf der sogenannten „Eco Rainforest River Cruise“ mit kostenlos Kuchen, Kaffee und Tee war es wie im Bilderbuch. Der Fluss „Brunswick River“ führt durch den Regenwald und wir waren auf dem kleinen Boot nur 6 Passagiere und 2 Kapitäne.
Wir lernten sehr viel über die Natur, Pflanzen und Tiere, sahen traumhafte Landschaften und viele Fische, Rochen und Vögel, unter anderem Adler. Jeder bekam ein Fernglas und ein Vogelbuch und so konnten wir uns genau informieren. In denen im Endeffekt fast 2 Stunden Fahrt ging es durch den Cape Byron Marine Park und es war super toll. Die Firma hat nicht umsonst so gute Bewertungen auf Trip-Advisor: es blieben keine Wünsche offen, unsere Guides wussten sehr viel, es war entspannt und wir lernten eine Menge. Es heißt auch nicht umsonst Eco-Cruise: die Kapitäne sammelten jedes Müllstück ein das sie fanden.
Hier ein Link zu diesem empfehlenswerten Erlebnis:
http://www.byronbaycruises.com.au/
Wir bedankten uns und dann ging’s zum Aussichtspunkt „Lions Lookout“. Von diesem aus sieht man die unendlichen Weiten des Ozeans und ganz Byron Bay. Es war traumhaft schön da.
Leider mussten wir einen Umweg über den Campingplatz machen, weil ich nach meiner Zeltplane fragen wollte. Kein Mitarbeiter hat diese gesehen und das heißt, dass sie geklaut wurde. Sehr ärgerlich. So fuhren wir über den ganzen Platz und suchten nach der Plane und den Zeltstangen. Ich war sauer, als wir diese nicht fanden, zumal jeder so eine graue Plane hat.
Im MC Donalds-WLAN suchten wir nach einem Park-, oder Campingplatz an der Gold Coast. Leider ist das hier schwierig bis unmöglich und so mussten wir ins Hostel. Der günstigste Campingplatz kostete 50$ und das Hostel 29$ die Nacht. Wir hatten totales Glück mit dem Hostel. Es wurde sogar eine Halloweenparty angeboten und so fiel die Entscheidung leicht.
Wir kamen im „Surf n Sun“ (http://www.surfnsunbackpackers.com) in Surfers Paradise in einem guten 6-Bett Zimmer unter. Direkt neben dem Strand und wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt hat es die perfekte Lage. Der Besitzer ist total freundlich und machte Scherze mit uns.
Mit Katie aus Kanada die in unserem Zimmer ist, kauften wir uns ein bisschen was kostümartiges. Um 8 ging das gemütliche Beisammensein im Hostel los und am Pool genossen wir einige Getränke.
Mit dem Bus wurde die große Partymeute in die Stadt gebracht und der Club-Crawl (http://www.goldcoastbackpackers.net/the-backpackers-big-night-out/) startete. Einmalig zahlte man 30$, bekam freien Eintritt in 4 Clubs und 4 Freigetränke. Der erste Club „Melbas“ war sehr gut. Irgendwie verloren wir die Gruppe, bzw. sie löste sich auf. Nils der aus Deutschland ist und im Hostel arbeitet, führte uns zum anderen Club dem „Beergarden“. Da war es sehr schlecht und eine Band spielte viel zu krassen Rock. Die anderen 4 mit denen wir unterwegs waren, verabschiedeten sich dann und Aylin und ich waren allein. Wir hatten keinen Plan welche beiden anderen Clubs noch freien Eintritt enthielten und schrieben Nils. Er gab uns die Namen von zwei weiteren Clubs aber als wir da waren, erfuhren wir, dass es die falschen sind und somit nicht kostenlos waren. 20$ hätten wir nochmal zahlen sollen. Wir hatten Glück und kamen in den Club „Vanity“ trotzdem for free rein. Die Stimmung dort war der Hammer, es war krass voll und der DJ hat die beste Musik gespielt. Viele verkleidete Leute tanzten bei der Halloweenparty und wir hatten total viel Spaß.
Dank Google Maps fanden wir den Weg „nach Hause“ und schliefen gegen halb 4 nach einem gigantischen Abend glücklich ein.

Gruselige Halloween Grüße
Nadine

 

„Flusskreuzfahrt“

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Rochen

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Unser Boot und Guide

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Selfie

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Aussichtspunkt

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Teufel

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Zwei Teufel

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Alle zusammen

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Stunning Wales and danger on the highway

Dienstag, 15.09.2015

Heute ließen wir es gemütlicher angehen und sogar Oma schlief länger. Nach dem Frühstück checkten wir aus und brachen gemütlich zum Hafen auf.
Heute stand eins der Highlights auf unserem Trip an. Wir freuten uns alle wie Schnitzel ! Bei bestem Wetter und warmen Temperaturen warteten wir am Hafen.
Um 11 ging’s los. Wir bekamen ganzkörper-Regenmäntel und die neusten Schwimmwesten vom Markt an.

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Das supermoderne kleine Rennboot war bis auf den letzten Platz belegt. Trotz Wochentag und ohne Schulferien. Als es startete, fingen Oma und Papa laut an zu lachen. Der Seegang war abartig und das Boot flog übers Meer. Wie auf Bali auch schon bekam man ständig Adrenalinschocks, wenn das Boot meterhoch über die Wellen schanzte. Gut, dass Oma und Papa vorher Tabletten gegen Seekrankheit genommen hatten. Zwei nervige Mädels schrien die ganze Zeit und ich überlegte mir sie über Bord zu werfen. Die Fahrt machte total Spaß und das schnellste Boot im ganzen Staat New South Wales machte seinem Ruf alle Ehre.
Im ständigen Funkkontakt zu anderen Booten stehend, hielt unser Steuermann dann an.
Alle waren gespannt und zückten die Kameras. Dann plötzlich eine Wasserfontäne und eine gigantische Flosse. Wie in Zeitlupe bewegte der schwarze Wal sein Ende aus dem Wasser. Es war absolut atemberaubend nur ein paar Meter weg von so einem gigantischen Tier zu sein. Dann noch ein schwarzer Rücken. Der Guide erklärte uns, dass es Mutter und Kind (Kalb) seien. Die Wale kommen von der Antarktis und schwimmen bis zu 20.000 Kilometer. Der Mutterwal war größer als unser Boot und wir alle waren total fasziniert. Noch nie hab ich so etwas Schönes gesehen. Etwa alle 4 Minuten tauchten die Beiden woanders auf und man musste genau gucken, um nichts zu verpassen. Irgendwann waren sie weg und unser Guide fuhr weiter um sie zu suchen. Ca. 150 m weg von uns dann wieder die Flossen und eine Fontäne. Der Steuermann fuhr noch näher hin und plötzlich tauchten sie nochmal direkt vor uns auf. Nur ca. 50 m weg von uns konnten wir die riesigen Säugetiere hautnah betrachten. Das war ein einzigartiges Erlebnis ! Ganz bekamen wir sie nie zu sehen, aber das machte gar nichts. Anhand der Rücken konnte man die Ausmaße sehen.

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Beim Rückweg gings genau so turbulent zu und zum Glück wurde niemand seekrank. Der Seegang war wegen dem starken Wind abnormal und Papa saß auf der falschen Seite. Ständig platschte ihm eine ordentliche Ladung Wasser ins Gesicht und er sah aus wie ein begossener Pudel.
Die letzten paar Meter zeigte uns der Guide was das Boot drauf hat und fuhr krasse Kurven. Alle lachten und es machte auch Oma und Papa viel Spaß.

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Eigentlich wollte ich nach diesem unvergesslichen Erlebnis Paragliding machen, aber Oma sagte ich soll mir nichts brechen, solange sie da sind und dann ließ ich es.
Mit der übrig gebliebenen Dominos Pizza machten wir es uns am Meer in der Sonne gemütlich und beobachteten die Pelikane.

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Unsere geplante Strecke nach Gosford sollte eigentlich in dreieinhalb Stunden (315 km) erledigt sein. Die erste Hälfte lief außer den üblich vielen Baustellen (die Highways sind eine einzige Baustelle) sehr gut und dann tauschten Papa und ich und er setze sich ans Steuer. Ich döste gerade so vor mich hin als das Auto sich total komisch anfühlte und Papa laut fluchte. Mitten auf dem viel befahrenen Highway hatten wir einen Reifenplatzer und fuhren auf den Standstreifen.

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Dieser war so schmal, dass Papa ganz an den Rand fahren musste und das Auto somit ein bisschen am Hang stand. Das Problem war dann, dass der Wagenheber zu kurz war. Diesen suchten wir mit Hilfe der Gebrauchsanweisung zuvor ewig – na toll ! Natürlich kam alles zusammen und es fing an zu dämmern. Weder eine Warnweste noch ein Warndreieck fanden sich in Brissie. Papa musste sie wieder eben hinstellen, womit er fast auf dem Highway lag, beim Versuch Brissie erneut hochzubocken. Er sagte zu Oma sie solle das Werkzeug wieder ins Auto räumen, sodass wir danach gleich los fahren können. Er war gerade dabei den neuen Reifen zu holen, als Omas Bewegung Brissie erneut runter krachen ließ. Wir wurden alle immer verzweifelter, es wurde dunkler und es war sau gefährlich direkt am Highway einen Reifen zu wechseln. Die vorbeifahrenden Autos und Trucks taten trotz Warnblinklicht nicht langsamer und ich hatte echt Angst um den halb unter dem Auto liegenden Papa. Der Wagenheber wollte einfach nicht halten und so rief ich den NRMA (wie bei uns ADAC) an. Der Mann am Telefon sagte, dass ich zuerst übers Telefon eine Mitgliedschaft abschließen müsse, anderenfalls würde er nichts machen. Ich machte ihn total zur Sau, schrie ihn an und sagte dass es lebensgefährlich wäre nachts auf einem engen Standstreifen am Highway ohne Warnweste zu stehen und dass er sofort was machen solle. Fluchen auf Englisch ist voll mein Ding 😉 er sagte er schickt jemand und dass er mich weiter verbindet um meinen Standort durchzugeben. Ich war 5 min in der Warteschleife und dann hörte ich nur tut tut tut… Wir waren alle total ratlos, bis Oma ein Wohnhaus über einer Brücke entdeckte. Alle Versuche zuvor Autos anzuhalten scheiterten und keine Sau wollte helfen.

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Ich musste die Autobahnbrücke hochklettern (im Minirock und Sandalen) und mich durch Sträucher kämpfen. Oben angekommen war das letzte Hindernis die Überquerung einer viel befahrenen Straße im Dunkeln. Ich war schon mal froh, dass ich das überlebt hatte.
Im Haus brannte Licht, aber ich fand keine Klingel. Ein etwa 14 jähriger Junge kam mir entgegen und ich erklärte das Problem. Er holte seinen Bruder der in etwa in meinem Alter war. Wir hatten Glück im Unglück und dieser hatte eine Werkstatt am Haus. Er schnappte 2 große Bretter, einen Ziegelstein und folgte mir.
Während ich ein paar Meter hinter dem Auto stand und mit meiner Handytaschenlampe die Autos und Trucks aufforderte langsamer zu fahren wurde mir ganz anders. Ich stand so nah am Highway, dass ich drauf wartete überfahren zu werden. Die wenigsten Trucks wechselten auf die andere Spur um auszuweichen und die anderen rauschten mit einer Affengeschwindigkeit an uns vorbei. Da konnte ich meinen Mittelfinger manchmal nicht bei mir behalten.
Auch die Bretter hoben das Auto nicht weiter hoch und so rannte der nette junge Mann nochmal zu seiner Werkstatt um einen anderen Wagenheber zu holen. In der Zwischenzeit hielt ein weiteres Auto, das Papa für die Polizei und ich für den Abschleppdienst hielten. Ein sehr muskulöser Mann um die 30 wollte uns ebenfalls helfen. In seinem Autoanhänger hatte er alles mögliche an Autozubehör und so auch einen guten Wagenheber. In der Zwischenzeit kam auch der andere Helfer wieder. Zu 3. schafften die Männer es endlich das Ersatzrad drauf zu machen und wir waren total erleichtert, dass bei dieser lebensgefährlichen Aktion niemand verletzt wurde. Bei den überaus netten Helfern bedankten wir uns alle tausend Mal und drückten ihnen Geld in die Hand das sie erst nicht annehmen wollten. Wir ließen ihnen aber keine andere Chance 😉
Endlich, schon fast mitten in der Nacht, in Gosford angekommen gingen wir einkaufen. Papa fuhr immer noch und hat mal wieder vergessen, zuerst nach rechts zu gucken. Dann ist er auch noch auf der falschen Straßenseite gefahren, aber zum Glück kam niemand und er wechselte, als ich es ihm sagte auf die richtige Seite.
Dann checkten wir in unser Motel ein. Dieses war wieder ein Ibis Budget, überall innen war Baustelle und unser Zimmer moderte. Gut, dass wir dort nur für eine Nacht waren.
Zum Abendessen ging’s in den MC Donalds nebenan, wo wir ja jetzt schon Stammkunden sind 😀
Spät ging ein sehr ereignisreicher Tag zu Ende.

Pannenreiche Grüße
Nadine