The luck of the earth…

Samstag, 04.11.2017

Mit dem Pferd am Strand entlang

An diesem Tag genoss ich das Letzte mal Ausschlafen (für die nächsten 5 Monate) und wir gingen erst kurz vor Schluss zum Frühstücken.
Der Samstag stand im Zeichen der Entspannung und das Auto blieb vorerst stehen. Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zur Shoppingmeile von Cala Millor. Papa musste da durch, aber Shoppen musste sein. Von einem Laden gings in den nächsten und ich brauchte unbedingt Schuhe. Wenn man da genaue Vorstellungen (bzw. Vorgaben) hat, findet man natürlich nichts.
Es war wieder ein super schöner Tag mit Sonne und Wärme und auch am Strand war was los. Wir bummelten entlang vom schönen Strand und gönnten uns ein Eis.


Mittags stand mein absolutes Highlight auf dem Plan. Wir fuhren nach Cala Ratjada auf die „Rancho Bonanza“ (http://www.ranchobonanza.com). Im Internet hatte ich mich die ganze Woche schlau gemacht wo man hier artgerechte Pferdehaltung findet, weil ich unbedingt reiten wollte. Am Vortag waren wir schon hier und hatten und die Anlage angeschaut. Die Deutsche Betreiberin Elke Glomm steckt wirklich ihr ganzes Herzblut in die Anlage und die Pferde. Mir war es sehr wichtig ein Ort zu finden an dem es den Pferden gut geht und nicht nur Geld mit ihnen gemacht wird. Die Pferde stehen tagsüber auf Paddocks und die ganze Nacht auf Koppeln, haben Heu zur freien Verfügung und sehen alle top aus.

Ich hatte mir ein schnelles Pferd gewünscht und Elke sagte mir, dass das 5 jährige Pony „Mia“ die Schnellste im Stall sei. So machte ich die Kleine fertig und die pinke Satteldecke war ganz nach meinem Geschmack. Ich hatte Glück und mit dabei waren nur eine Mitarbeiterin mit einem Privatpferd und zwei Einsteller mit ihren Pferden. Also keine ängstlichen Reitgäste die nicht galoppieren wollen oder Ähnliches. Wir überquerten die Straße und waren direkt im Wald. Es war super schön dort und es ist beeindruckend wie trittsicher Mia mit ihren 5 Jahren schon ist. Wir trabten ein bisschen und ich merkte, dass Mia gerne läuft. Danach wollte sie nicht mehr Schritt gehen. Die anderen fragten, ob ich bereit wäre und dann ging es los. Wir galoppierten durch den Wald und so schnell bin ich davor noch nie unterwegs gewesen. Mia könnte auch als Rennpony durch gehen und Elke hatte nicht zu viel versprochen. Es machte total viel Spaß im Renngalopp im zick zack durch den Wald zu reiten. Ich hoffte Mia wusste wo es lang ging, denn vor lauter Ästen, Steinen und Sand im Gesicht sah ich nicht mehr wo es hin ging. Man muss bei diesem links-rechts echt sattelfest sein. Dann kamen wir an den Strand. Mein persönliches Highlight. Es war schon immer mein Traum einmal am Strand entlang zu galoppieren und ich freute mich total. Leider waren zu viele Touristen unterwegs und da das Reiten am Strand nur erlaubt ist, wenn niemand da ist, konnten wir da nicht hin. Dafür fanden wir ein paar Meter weit weg vom Meer einen Sandabschnitt wo niemand war und galoppierten nochmal im rasanten Galopp durch den tiefen Sand, was die Pferde nicht bremste. Es machte total viel Spaß und ich hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Es ging nochmal durch den zick zack Wald und die anderen beiden verabschiedeten sich. So waren wir nur noch zu zweit und hatten tolle Gespräche über das Reisen und Reiten und konnten auch nochmal galoppieren.

Als wir nach zwei Stunden zur Ranch zurück kamen, warteten Oma und Papa schon. Wir sattelten die Pferde ab und Mia durfte sich auf dem Sandplatz wälzen. Ich bekam ein zweites Pferd in die Hand gedrückt und wir liefen mit mehreren Leuten zur Koppel. Diese ist riesig und in der Nebensaison stehen die Pferde hier die ganze Zeit. Oma freute sich auch, dass es den Tieren hier so gut geht und Mia sah glücklich aus, als ich sie zu den anderen ließ.


So konnten wir beruhigt zurück zum Hotel fahren als es schon dunkel wurde.
Das war definitiv ein gigantisches Erlebnis an das ich noch lange zurück denke und ich kann die Rancho Bonanza echt jedem empfehlen.
Abends saßen wir noch gemütlich zusammen und ließen den letzten Abend in aller Ruhe ausklingen. So schnell geht der Urlaub zu Ende. Da ich wie immer im Chaos versank, half mir Oma beim Packen und brachte Struktur in mein Gepäck. Das ist nun der letzte Abend „in Freiheit“. Und das letzte Mal so viel Platz.

Liebe Grüße das letzte Mal von Mallorca
Nadine

Time to say goodbye :(

Mittwoch, 27.04.2016

Heute ist Mittwoch, stellte ich beim Aufwachen erschrocken fest. Das heißt, dass ich in genau einer Woche dieses Land verlassen muss, weil mich mein Visa dazu zwingt. Da bekomme ich einen dicken Kloß im Hals und werde sehr traurig. Ich will nicht daran denken nicht mehr jeden Tag von den netten Aussies umgeben zu sein die ihr letztes Hemd geben würden.
Außerdem war es der Tag des Abschieds, also doppelt traurig. Morgens erfuhr ich auch noch, dass mein Hostel restlos ausgebucht ist und ich nicht verlängern konnte. Somit war ich also obdachlos.
Im Internet hatten wir ein Bild von großen Milchshakes gesehen und googelten wo es das gibt. Mit den Motorrädern machten wir also einen letzten gemeinsamen Ausflug dort hin. Es ging quer durch die ganze Stadt und die Fahrt fühlte sich ewig an. Die Ampeln in Großstädten nerven einfach ! Zum Glück bin ich ein Dorfkind. Das „Johnny Pump“ im Stadtteil Essendon ist direkt an der Straße. In der Sonne saßen wir draußen und bestellten einen Shake mit Beeren und einen mit Nutella. Das ist eine Art Attraktion hier und es gibt viele Bilder im Internet von den Shakes. Die Kalorienbomben halten was sie versprachen und mit 7$ (umgerechnet 4,50 Eur) waren sie auch noch ein echtes Schnäppchen.
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Letztes gemeinsames Bild

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Wir genossen die letzten gemeinsamen Minuten (wie sentimental) und bereiteten uns auf den Abschied vor. Ali fährt wieder nach Sydney, weil er Besuch bekommt und damit endet unsere gemeinsame Reise. Es war genialer als ich es mir vorgestellt hatte, wir kamen total gut miteinander aus und hatten eine absolut obergeile Zeit ! Das war definitiv eines meiner großen Highlights von Australien und ich habe jede Sekunde auf meinem Bike genossen. Schade Ali, dass du gehst, aber wir sehen uns mal wieder ! Pass auf dich auf und komm heil nach Sydney !
Somit war ich allein, verlassen und ohne meine beiden Jungs und blieb noch eine Weile dort sitzen um ein bisschen zu schreiben. Schreiben ist nämlich immer eine gute Ablenkung. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen fuhr ich zum Brighton Beach. Dort gibt es viele kleine Häuschen direkt am Strand, was eine große Attraktion hier ist. Das war nun also die erste Fahrt ohne Ali und somit ohne Navigator. Außerdem musste er mich immer daran erinnern, den Blinker auszumachen, was ihn sehr genervt hat. Mit meinen Kopfhörern im Ohr fuhr ich also eine Stunde durch den Verkehr von Melbourne.
Es war nicht einfach zu finden, aber ich freute mich, Bilder machen zu können von den schön bemalten Häuschen.

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Ich genoss die frische Seeluft und machte mich dann auf zum Tanken. Davor ist mein Motorrad nämlich einige Male abgesoffen und hat sich komisch benommen. Selbe Sache wie mit meinem Auto. Am Verkaufstag macht es plötzlich zicken. Laut Tageskilometerzähler konnte das Benzin nicht leer sein, aber ich versuchte es trotzdem mit Tanken. Zum Glück war damit das Problem gelöst und ich atmete auf.
Als ich zurück zum Hostel fuhr und mein Motorrad wie immer auf dem Gehweg abstellte, quatschten mich zwei Männer in den Mittvierzigern an. Sie fragten, ob ich eigentlich wisse wie cool ich auf dem Motorrad aussähe. Da die Australier einfach nett sind, nahm ich das als Kompliment und setzte mich zu ihnen. Sie bestellten Bier für mich, weil sie sagten, dass ja alle Deutschen Bier trinken. Ich bestellte mir was zu Essen und wir redeten viel. Die beiden sind Chefs einer sehr großen Handyfirma in Australien und haben beide Familien und Kinder die so alt wie ich sind. Sie waren schon in fast jedem Land der Welt und wir unterhielten uns ewig über das Reisen. Sie gaben mir wertvolle Tipps, wo man auf was achten muss und sagten ich solle immer auf mich aufpassen. Der eine ist auch noch Vegetarier und gab mir viele nützliche Ratschläge was ich in Vietnam essen sollte und was nicht. Er gab mir die Adressen zu allen vegetarischen Restaurants im Umkreis und die App Happy Cow die einem vegetarische Restaurants in der Nähe verrät. Als ich nicht schaute, zahlte der eine heimlich mein Essen. Außerdem erzählte ich ihnen, dass mein Hostel für die kommenden Nächte ausgebucht ist und dass ich keinen Schlafplatz hätte. Ihr Büro ist direkt nebenan und viele Mitarbeiter liefen nach Feierabend vorbei. IMG_9087 (FILEminimizer) IMG_9088 (FILEminimizer)

Jeden Einzelnen fragten sie, ob jemand eine Couch für mich hätte. Leider konnte mich niemand aufnehmen. Die beiden netten Männer verabschiedeten sich und ich ging ins Hostel. Dort gab es kostenlosen Wein und Käse und ich nutzte das aus, obwohl ich ja gar nicht mehr eingecheckt bin. Nur hatte ich leider absolut immer noch keinen Plan wo ich für die Nacht hin sollte. Über Couchsurfing hatte ich auch niemanden gefunden und weit fahren konnte ich auch nicht, weil die Strippen die wir zum Festzurren meines Backpacks genommen hatten Ali gehören und er diese logischerweise wieder mitgenommen hatte. Ich tat so als hätte ich diese Sorge nicht und chillte einfach im Hostel.
Es war schon 12 da kamen 2 Jungs und checkten ein. Der Akzent kam mir bekannt vor und ich sprach die beiden an. Carl und Kevin sind gerade erst von Deutschland gelandet und Carl’s Backpack steckte in Hong Kong fest. Wir quatschten eine Weile und zufällig kamen wir auf meine Schlafsituation. Ohne zu zögern boten die beiden mir an, bei ihnen im Zimmer zu schlafen. Sie hatten ein Doppelzimmer. Da ich noch 2 Decken hatte, benutzte ich eine als Matratze, die andere zum zudecken und die beiden Handtücher vom Zimmer dienten als Kissen. Auf dem Boden war es gar nicht so unbequem wie es sich anhörte und ich schlief auch sofort ein.
Das wird die erste Nacht ohne Ali 😦

Liebe Grüße von der verlassenen
Nadine

Life is great

Mittwoch, 20.01. – Dienstag (Morgen), 26.01.2016

Am Mittwoch war ich nochmal beim Beachvolleyball zum zuschauen dabei, was wieder total interessant war. Die Mannschaft gewann 98:34 und Sarah, eine Freundin von Steve, war diesmal auch mit. Wir unterhielten uns gut und es war ein schöner Abend.
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Ich hatte eine sehr tolle Zeit an der wunderschönen Sunshine-Coast. Mein Gastgeber Steve stellte sich als toller Typ heraus. Obwohl er so alt ist wie mein Papa war er wie ein Kumpel. Dafür, dass ich kostenlos wohnen durfte und den Essensvorrat plündern, musste ich nur ein paar Fenster und das Bad putzen und das Geschirr abwaschen. Alles nur kleine Sachen und kein Aufwand.
Steve ist ein richtig toller Gastgeber, lässt mich über das TV-Programm entscheiden, macht mit mir Ausflüge, zahlt dabei alles und ist einfach nur nett. Da könnte man ja gerade meinen, dass er irgend welche Hintergedanken pflegt, aber nein! Keine Anspielungen oder sonst was. Das war ein Sechser im Lotto für mich.
So waren wir zum Beispiel auf dem tollen, großen Sonntagsmarkt in Caloundra, sind durch schöne Wohngegenden gefahren, an die tollsten Strände und an einem Abend waren wir nochmal in Mooloolaba. Dort gab Steve eine Runde Falaffel aus welche wir am Strand genossen und danach wollte ich in ein München-Cafè. Dort war alles bayrisch dekoriert und hatte viele typischen Speisen und Getränke. Endlich gönnte ich mir mal wieder ein gutes, deutsches Bier und einen leckeren Käsekuchen. Die bayrische Besitzerin redete nett mit uns und dachte wir sind Vater und Tochter.

Außerdem frühstückten wir jeden Tag zusammen, weil ich irgendwie immer schon vor 7 wach war und einmal kochte ich Abendessen und einmal Steve.

Steve’s Frühstück – iiih

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Ein paar Mal war ich in der Bücherrei, weil Steve leider kein WLAN hat. Dort ist es total schön und ich war sportlich und bin bei über 30 Grad hingelaufen.

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An einem Abend um 9 fiel Steve ein, dass er Lust auf Eis hat. Wir fuhren dann zum MC Donalds und gönnten uns das leckere 2$ Eis. Ich genieße also meinen Urlaub in vollen Zügen 🙂
Irgendwie wird nichts tun aber irgenwann langweilig und Steve der immer arbeiten muss schlug mir vor ins Shoppingcenter zu gehen. Dieses ist gut zu Fuß zu erreichen. Da hin zu gehen war ein Fehler. Eine Frau einen Tag im Shoppingcenter – gefährlich 😀 So fand ich einige nette Sachen. Überall war Sale, weil die Sommerferien bald vorbei sind (ja richtig gelesen: hier ist Sommer)
Am Samstag gab es ein Fest in Moloolaba. Es war ein bisschen wie der Schäferlauf bei uns im Ort. Mit Fahrgeschäften, Fresständen, guter Musik und vielen Leuten. Das Highlight war ein Feuerwerk um 8. Dieses war unbeschreiblich und ging ganze 15 Minuten. So saßen wir am Strand und es sah aus als würde der ganze Himmel leuchten. Es gab außerdem eine faszinierende Lasershow gleichzeitig und man wusste gar nicht wo man hinschauen sollte. Ich hatte mich schon mittags mit dem 28 jährigen Australier Matt getroffen, mit dem ich den Tag im Shoppingcenter verbrachte. Seine Mutter die ich nicht kannte lud mich netterweise zum Abendessen ein. Sie kochte leckeres Omelette und Reis mit Gemüse und fuhr uns zum Feuerwerk. Wir bummelten noch eine Weile über den Jahrmarkt und wurden wieder von Matts Mutter abgeholt.

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Am Sonntagabend erzählte mir Steve, dass seine Nachbarn ausgezogen sind und dass er eine Idee hätte. Somit tat ich was, was ich sonst nie gemacht hätte. Wir schlichen um 8 abends an einem heißen Tag auf dieses Grundstück, weil es einen großen Pool gab. Dort war ein hohes Tor, das nicht aufging. Es sah aus als wurde dieses noch nie geöffnet. Ich fragte Steve ob es keinen anderen Eingang gäbe und er verneinte. So fing ich an über dieses Tor zu klettern. Als ich meinen Fuß auf die andere Seite vom Tor schwang, rutschte ich und fiel. Tja die kleinen Sünden. Es kam mir vor wie in Zeitlupe als ich Steve zuschrie, er solle mich auffangen. Keine Ahnung wie er das geschafft hat, aber er fing mich auf. Ich weiß nicht was passiert wäre, wenn ich mit dem Hinterkopf auf den Steinboden geknallt wäre. Nochmal sehr viel Glück gehabt.
Wir fanden Steinplatten und somit konnten wir einfach über den Zaun klettern und schafften es unverletzt auf die andere Seite.
Ich hatte total Angst, dass es Kameras gibt oder irgend jemand kommt. So hatte ich nur kurz die Füße im Wasser und suchte einen anderen Ausgang. Steve schwamm ein bisschen. Auf der anderen Seite fand ich ein Tor das total einfach zu öffnen war. Ich machte daraufhin erst mal Steve zur Sau. Damit hätte ich mir die Kletteraktion ersparen können. Für solche Abenteuer bin ich zu alt 😉
Weil mein Auto auf der Farm ziemlich dreckig geworden ist und es heiß war, stand ich bei 30 Grad da und machte mehr mich beim Putzen mit dem Schlauch nasser als Brissie. Danach glänzte sie wieder wie neu.
Ein paar Mal war ich joggen, aber es ist echt anstrengend, wenn es selbst Abends noch so warm und vorallem schwül ist. Steve geht auch laufen und so sind wir ein Mal zusammen nach Kawana Island gefahren. Dort gibt es einen total schönen Weg am Fluss entlang wo man alle Luxusvillen sieht. Dieser ist 6,5 km lang und war super zu laufen. Steve ist nicht so schnell und so war es nur ein Spaziergang.

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Unterwegs sah ich an einem Mittag eine europäische Bäckerei und hielt an. Als ich ein Schokocroissant bestellte, kam mir der Azent der Bäckerdame sehr bekannt vor. Die 50 jährige Barbara kommt auch aus Deutschland, aber lebt seit 1982 in Australien. Wir unterhielten uns total nett und zufälliger Weise kommt sie aus einem Dorf nur 40 km von mir weg. Sie schenkte mir eine Brezel und sagte ich solle mal wieder kommen um hallo zu sagen. Außerdem sagte sie, dass eine andere Deutsche „Anne“ auch in der Bäckerei arbeiten würde.
An meinem letzten Tag regnete es aus Kübeln. Eigentlich wollte ich früh nach Brisbane aufbrechen aber schlief lange. Steve lud mich zum Abschied in die Europabäckerei ein. Dort traf ich die deutsche Mitarbeiterin Anne die genau so nett war wie Barbara. Sie kommt aus Norddeutschland, aber wohnt schon über 10 Jahre hier. Nach unserem Frühstück umarmte sie mich herzlich.

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Da Steve Automechaniker ist, guckte er nach meinem Auto, machte einen kleinen Service und sagte ich habe ein sehr gutes Auto und alles wäre super. Das fand ich nett, dass er danach guckte.
Alles in allem war es eine tolle, relaxte Woche mit einigen Strandbesuchen im schönen Kawana mit einem super Gastgeber. Ich bin froh, dass ich dieses Risiko eingegangen bin zu einem fremden, allein stehenden Mann zu fahren. Wer nicht wagt…

Mein Zimmer

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WohnzimmerIMG_5086 (FILEminimizer)

Küche

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Terrasse

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Weil Steve mir alles zahlte und ich nicht viel Hausarbeit machen musste, kaufe ich seinen teuren Lieblingskaffee, Pralinen und schrieb eine Dankeskarte. Er war total überrascht und meinte das sei nicht nötig gewesen. Er ist echt bescheiden.
Steve verabschiedete sich sehr herzlich, sagte ich könne jederzeit wieder kommen und meinte er freut sich über Gesellschaft.
So machte ich mich auf nach Brisbane.

Grüße vom Strand
Nadine

haphazard, homeless and jobless

Donnerstag (Mittags), 14.01. – Dienstag, 19.01.2016

So war ich also obdachlos, arbeitslos und planlos aaaaaber glücklich ! Das ist das Gefühl das ich am Reisen total liebe. Man braucht keinen Plan. Man muss nicht wissen, was morgen ist. Man lässt sich treiben. Dabei kommen meistens die besten Sachen raus. Nun habe ich ein bisschen Geld gespart und muss mir auch ums Finanzielle erst mal keine Sorgen machen. Es ist ein totales Gefühl von Freiheit hingehen zu können wo man möchte. Keiner wartet auf einen, kein Job der einem ein begrenztes Urlaubslimit gibt, kein Hindernis, einfach nur Unbeschwertheit.
In aller Ruhe fuhr ich dann zu Lyn ins zwei Stunden entfernte Toowoomba.

Der Cro hat sein Nest in Australien (der Cro war übrigens in meiner Parallelklasse in der Berufsschule)

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Das ist Brett`s Mutter bei der ich ja an Weihnachten schon war. Diese freute sich total, dass ich sie nochmal besuchen kam. Auch ich war wieder von ihrer Herzlichkeit begeistert.
Die Enkelkinder Aria und Ryley waren da, die ich ja schon kannte. Wir spielten ein bisschen, aßen zu Abend und ich ging früh ins Bett.
Am nächsten Tag schlief ich lange und machte mich nach dem Frühstück auf zu der Mutter der beiden Kinder, Renae. Auch diese war total froh mich wieder zu sehen. Den ganzen Tag verbrachte ich bei über 30 Grad und strahlendem Sonnenschein mit meinen Füßen im Pool und relaxte.

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Außerdem hüpfte ich mit den Kindern auf dem Trampolin und spielte Spiele. Zum Abendessen durfte ich auch bleiben und es gab super leckeres gebratenes Gemüse und Nudeln. Es war schon spät als ich mich verabschiedete und Lyn hatte in der Zwischenzeit angerufen und gesagt, dass ich bei ihr schlafen solle, bis ich weiß wo ich hin will. Das fand ich sehr gut, zumal ich immer noch nicht wusste, wo ich hin sollte. Seit über zwei Wochen hatte ich mich für Fruitpicking (Obstpflücken) Jobs beworben um ein bisschen Taschengeld zu verdienen bis meine Tante kommt. Leider ist derzeit einfach nicht die richtige Saison und so blieb die Suche nach ca. 200 Bewerbungen erfolglos.
So fuhr ich wieder zu Lyn und übernachtete eine weitere Nacht dort. Am nächsten Morgen war ihre 85 jährige Mutter Esme gekommen. Zusammen gingen sie auf einen Geburtstag. Es regnete den ganzen Tag in Strömen und ich setzte keinen Fuß vor die Türe. Es hatte nur 11 Grad, ich lag im Bett und arbeitete an meinem Blog bis abends. Es ist so ein unbeschreiblicher Luxus endlich wieder WLAN, geschweige denn gutes Internet und Telefonempfang zu haben. Zwischendurch kochte ich nur kurz und kuschelte mich dann schnell wieder ins warme Bettchen.

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Um 8 saßen wir am nächsten Morgen (Sonntag) am Frühstückstisch und gingen alle drei in die Kirche. Das war die selbe wie an Weihnachten. Auch diesmal war der Gottesdienst super modern, die Liedtexte waren auf der großen Leinwand, die Band spielte sehr viele Lieder und der erst 26 jährige Pfarrer hielt eine sehr berührende Predigt über Sünden. Es wurde ein sehr schönes Video gezeigt und ich hatte die ganze Zeit über Gänsehaut. Vor dem letzten Lied bat der Pfarrer alle Leute die wollten vor zum Kreuz um die Sünden zu Gott zu bringen. Während dem schönen Lied gingen erst einige Afrikaner vor und dann auch sehr viele Australier. Sie legten sich alle die Hände auf die Schultern. Das war ein total bewegender Moment und in der Kirche blieb fast kein Auge trocken. Es war einfach unbeschreiblich berührend wie alle vor dem Kreuz standen und Fremde sich in den Armen hielten. Auch Lyn nahm mich mit vor. Als das Lied aufhörte lernte ich Wendy kennen. Diese und Lyn beteten für mich, was ebenfalls sehr emotial war. Dieses Moment werde ich so schnell nicht mehr vergessen. Man spürt einfach die Gemeinschaft in dieser Kirche, obwohl diese mit ca. 700 Besuchern jeden Sonntag sehr groß ist.
Nach der Kirche machten wir nochmal einen Abstecher zu Renae und nach dem Mittagessen brach ich auf. Lyn war total süß und gab mir Wasser und eine Lunchbox mit und wünschte mir alles Gute. Auch sie sagte, dass ich jederzeit wieder kommen und sie um Rat fragen kann – ich liebe die Aussies!
Über ein Internetportal hatte ich einen Mann gefunden, der einen sogenannten „Homestay“ anbietet. In Kuala Lumpur (Malaysia) hatte ich ja bereits Couchsurfing ausprobiert und dieses Prinzip ist das selbe. Ich war mir nicht ganz sicher, weil es bei einem allein lebenden Mann ist und ich als Frau allein bin. Am Telefon hörte er sich sehr nett an, arbeitet auch mit der Uni zusammen und hat oft Studenten da. Da das ja nichts heißen mag, gab ich sicherheitshalber meiner Freundin seine Handynummer und die Adresse und sagte sie solle die Polizei holen, falls ich mich nach zwei Stunden nicht melde.
Nach knapp drei Stunden Fahrt kam ich in „Kawana“ an der schönen Sunshine Coast an. Diese ist nicht so überlaufen wie die Bekanntere Gold Coast.
Mein Gastgeber Steve, circa mitte 40, empfing mich freundlich. Das Haus ist riesig und er sagte er arbeitet den ganzen Tag und findet es schade, wenn es immer leer steht. Er macht einen vernünftigen Eindruck. Bei einer Tasse Kaffee saßen wir auf der Terrasse und er erzählte mir von seinen Reisen. Da er selbst schon oft unterwegs war, weiß er wie teuer die Unterkünfte sind und freut sich gegen ein bisschen leichte Hausarbeit sein Haus und Essen zur Verfügung zu stellen. Es hat drei leere Zimmer und ich bekam eins davon das möbliert ist.
Wir fuhren ins nahgelegene Mooloolaba, er zeigte mir die Einkaufsstraßen, den wunderschönen Strand und lud mich auf eine Falaffel ein. Steve kannte viele Leute in dem schönen Örtchen die mir alle sagten er sei ein total cooler und netter Typ. Danach machten wir einen Abstecher zur „Kawana Island“ wo es einen schönen kleinen Strand gibt. Die Häuser sind direkt am Fluss und einige haben ein Boot mit dem sie gleich los fahren können. Sehr lustig.
Nach einer Weile vor dem TV ging ich früh ins Bett.
Am nächsten Tag war ich erst Mal im nahegelegenen Shoppingcenter einkaufen, da ich nichts mehr zu essen hatte.
Die Motivation packte mich und so machte ich mich auf zum Joggen. Der Strand ist nur eine Gehminute weg und so war das geschickt. Auf der Farm habe ich zwar Muskeln bekommen, aber die Kondition hat stark nachgelassen. Nach 5 Kilometern bei 30 Grad war ich geschafft und gönnte mir eine lange Pause im Sand, wobei ich den Surfern zuschaute.
Abends fuhr ich wieder nach Mooloolaba wo ich den schönen Sonnenuntergang am Strand genoss und durch die Geschäfte bummelte. Das ist Urlaub und ich war total glücklich und zufrieden.
Am Dienstag wachte ich erwartungsgemäß mit Muskelkater auf. Schon um 7 war ich fit und fuhr das dritte Mal nach Mooloolaba. Es war sehr viel los, total warm und die Sonne schien. Den ganzen Tag verbrachte ich da, machte einen Abstecher zum Mc Donalds wo das WLAN leider nicht ging und fuhr zurück. Steve brachte Dominos Pizza mit und wir saßen auf der Terrasse bis es dunkel wurde. Er hat jeden Dienstag Beachvolleyball und ich wollte mit.
In der Halle wo er spielt, war die Hölle los. Drinnen gab es zwei Netball-Felder und draußen zwei Beachvolleyball-Felder. Es war immer noch schön warm. Die russische Freundin von Steve’s Spielkollege war auch da und die ganze Zeit unterhielten wir uns super. Das Spiel ging 45 min. und Steve’s Mannschaft gewann. Ich hatte richtig Spaß beim Zuschauen und der Sport sieht nach viel Fun aus. Danach saßen wir alle noch ein bisschen zusammen und tranken ein Bier. Die Mannschaftskollegen waren sehr nett zu mir und es gab viel zu lachen.
Steve und ich guckten noch eine sehr interessante Dokumentation im TV. Ein Mann hatte ein Krokodil gerettet, dass Schusswunden hatte. Zwanzig Jahre trainierte er mit diesem und die beiden sind beste Freunde geworden. Er schwamm mit dem Krokodil, es kam ihn zu Hause besuchen und er war der Einzige dem das Krokodil vertraute. Sobald seine Tochter 18 wäre, würde er mit ihr und dem Tier trainieren. Krokos können nämlich über 100 Jahre alt werden. Leider starb das Krokodil dann ganz unerwartet irgendwann natürlichen Todes. Das war sehr traurig.

Grüße von der traumhaften Sunshine-Coast (Paradies)
Nadine

Spoil day

Samstag, 27.06.2015

Heute stand verwöhnen auf dem Programm (hatten wir ja jetzt noch nicht genug).

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Mittags hatten wir einen Termin im Spa-Salon unseres Hotels. Ich gönnte mir eine Pedi-, und Maniküre und Saskia blieb nur bei den Füßen und kam später.

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Die beiden Frauen die uns behandelt haben, waren sehr nett. Mit viel Geschick verzierten sie die Nägel und wir bekamen sogar Blumen drauf gemalt, die mit Zahnstochern gemacht wurden. Das sah richtig toll aus. Die beiden Frauen taten uns aber sehr leid. Sie arbeiten beide schon lange hier, aber niemand dankt es ihnen, sie müssen 6 Tage die Woche arbeiten, haben keinen Urlaub und bekommen gerade mal 180$ im Monat ! So ist es verständlich, dass die eine über eine Stunde weit weg lebt, weil die Wohnungen hier mit 70$ im Monat zu teuer sind. Beide haben kleine Kinder und müssen zusätzlich pro Kind 8$ im Monat für die Schule zahlen, was bei dem Gehalt viel ist. Außerdem sehen sie ihre Kinder nicht oft, weil sie so viel arbeiten müssen. Ja klar, bestimmt haben sie es uns auch erzählt um ein bisschen Mitleid zu erregen, aber aus der Luft gegriffen war es bestimmt auch nicht. So gab ich die 5$ Trinkgeld gerne.

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Um 18 Uhr hatten wir einen großen Termin: Ein Fotoshooting mit dem Hotelfotografen stand an. Das Shooting und jeweils ein Bild gab es kostenlos. Mit einem Ehepaar und einem süßen Baby gings zum Strand. Diese durften zum Sonnenuntergang anfangen und danach wurde es für uns ernst. Eins weiß ich sicher: Model werde ich keins ! Es war ein bisschen peinlich vor allen Menschen am Strand zu posieren und einige guckten zu und fotografierten uns auch. Der Fotograf hatte einige Posen für uns parat und machte es lieber vor, weil sein englisch nicht gut war. So machten wir uns zum Affen und hielten Händchen, sprangen ein paar mal hoch und lagen im Sand. Ich kam mir sehr dackelig vor und Saskia machte es schon viel besser. Sie hat echte Modelgene. Nach fast einer Stunde fleißigem Knipsen hatten wir es geschafft und sind auf die Bilder morgen sehr gespannt.

Heute sind wir mal nicht in unser Restaurant, sondern ins eins daneben, das ebenfalls gut war. Leider hatten wir immer Angst, dass die Besitzerin vom anderen Restaurant uns sieht und das nicht toll findet, aber wir kommen ja wieder. Dort war es auch gut, aber die Leute nicht so nett wie in unserem Stammrestaurant.

Danach haben wir im Zimmer wie so oft getanzt und gesungen und hatten viel Spaß.

Manikürische Grüße

Nadine

Shopping day

Freitag, 26.06.2015

Nach dem wie immer guten Frühstück und sonnen am Pool, beschlossen wir abends shoppen zu gehen.

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Wie schon erwähnt, ist dies hier zwar anstrengend und nervig, aber dafür spott günstig. Ich glaube zur Zeit sind hier nicht viele Touristen und deswegen verschleudern die Ladenbesitzer ihre Waren. Mittlerweile sind wir ja sehr gut im Handeln und bleiben so eisern, bis wir das gewünschte Kleidungsstück für 2 Euro bekommen. Ständig wird man zwar angelabert und jeder will, dass man in seinen Laden kommt, aber wir haben sehr gute Schnäppchen gemacht und einiges an Souvenirs gekauft.

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Natürlich ging es dann (mit vollen Taschen) in unser Stammrestaurant, wo wir den tollen Tag ausklingen ließen.

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Shoppingfreudige Grüße

Nadine