Wake up with the greatest View in the world

Dienstag, 02.02.2016

Die Wellen rauschen, die Sonne weckt einen sanft, die Kakadus kreischen fröhlich und wenn man die Augen langsam aufschlägt sieht man den weißen Sandstrand und das azurblaue Meer. Hört sich an wie im Film ? Ja so hab ich mich auch gefühlt. Es war morgens und trotzdem schon warm. Die Duschen am Strand waren angenehm kühl und meine Cornflakes genoss ich im Campingstuhl mit Meerblick. So ein Luxus und das ohne Geld auszugeben – hach praktisch! Nachts war es so kalt, dass keiner richtig schlafen konnte. Ich machte die Fenster zu, aber das brachte nicht viel. Die anderen am Strand taten mir total leid.
DSC_0053 (FILEminimizer)

DSC_0054 (FILEminimizer)

Oli und MeganDSC_0056 (FILEminimizer)

Francois schläft am Strand

DSC_0057 (FILEminimizer)DSC_0061 (FILEminimizer)

DSC_0070 (FILEminimizer)

IMG_5324 (FILEminimizer)

IMG_5325 (FILEminimizer)

Badezimmer mit Aussichtstrand
Um 10 hatten wir alles wieder zusammen gepackt und traten nach einer netten Verabschiedung von den anderen die zweite Etappe Richtung Sydney an.

Amerika, Kanada, England, Frankreich, Deutschland – alles vertreten

DSC_0076 (FILEminimizer)

Es wurde wieder nicht viel geredet und es war langweilig zu fahren. Lustig ist auch der schrumpfenden Kilometeranzahl bis Sydney auf den Schildern zuzuschauen. Wenn man bedenkt, dass man in ein bisschen mehr als 10 Stunden (921 km) die Strecke Brisbane – Sydney bewältigt und von Oberstdorf bis nach Flensburg ca. 9 Stunden (968 km) braucht (also längs durch Deutschland), kann man sich vorstellen wie groß Australien ist.
Wir stoppten an einem schönen Parkplatz unterwegs mit kostenlosem Freibad und kühlten unsere Füße ab. Zum Glück war es nicht mehr so abartig heiß und auch nicht mehr so schwül wie gestern. Trotzdem immer noch sehr sehr warm.
Nach fast 6 Stunden erreichten wir endlich Sydney. Was ich definitiv nicht vermisst habe ist den Verkehr. Pünktlich zur Rush-Hour fanden wir uns in den Blechlawinen der Großstadt wieder. Meine Nerven und Geduld waren am Ende und für 5 km brauchten wir sage und schreibe 35 Minuten !
Eva ließen wir am Hauptbahnhof raus und suchten in meiner App Wikicamps nach einem Nachtquartier, weil die anderen auch nicht wussten wo sie hin sollten. Am schönen Watson Bay gab es kostenlose Duschen und einen Park der gerade nur zum übernachten einlud. Natürlich war auch hier campen nicht erlaubt, aber wen interessiert das schon 😉

IMG_5330 (FILEminimizer) IMG_5332 (FILEminimizer)

Francois, Oli, Megan und ich

IMG_5341 (FILEminimizer)
Im Meer kühlten wir uns ab, saßen ein bisschen im Park und fuhren los um eine Dominos Pizza zu holen.
Die anderen wollten nicht zurück nach Watsons Bay, weil sie Angst hatten, dass wir erwischt werden. Oli und Megan wussten einen versteckteren Park zu dem wir fuhren. Nach viel hin und her, auskunden eines guten Platzes und Überredungskünsten meinerseits, schlugen wir im Dunkeln zwei Zelte auf. Eva hatte ihr Zelt in meinem Auto vergessen und so hatte ich jetzt auch ein Zelt. Die Büsche gaben uns Sichtschutz zur Straße hin und man konnte die ganze Skyline überblicken. Francois war lustig und legte sich mit dem Handtuch auf die nasse Wiese, bis ich ihm sagte er kann im Zelt schlafen.
Ich konnte ewig nicht einschlafen. Draußen war es zwar kalt, aber im Zelt angenehm warm.

Liebe Grüße aus Sydney
Nadine

Roadtrip to Sydney

Montag, 01.02.2015 (mittags)

In verschiedenen Facebook-Gruppen hatte ich für die Strecke Brisbane – Sydney nach Mitfahrern gesucht. So kann man sich den Sprit teilen und ich muss nicht allein fahren. Der erste Mitfahrer war der Kanadier Francois. Die nächsten beiden ein Pärchen aus England, Megan und Oli und die Letzte holten wir erst in Byron Bay ab. Die Französin Eva. Josh hatte mir vor Abfahrt erklärt wie man die Spanngurte benutzt. Somit packten wir drei Rucksäcke aufs Dach, was gut klappte.
Dieser Tag war mit Abstand der Heißeste und Schwülste den ich in Australien je erlebt habe. Wir hatten alle Fenster im Auto offen. Leider ging weder das Gebläse noch die Klimaanlage und es kam nur heiße Luft raus. Wir waren alle schon nach kurzer Zeit patsch nass geschwitzt und es wurde trotz 4 offener Fenster bei 110 km/h nicht besser.
Meine Mitfahrer sind alle sehr nett. Keiner redete viel, aber die Fahrt war entspannt.
Wir fuhren so gemütlich auf einer geraden Strecke mit ca. 110 km/h als es einen lauten Knall gab. Ganz hysterisch schrie Eva ich soll sofort anhalten. Mein Herz blieb stehen und ich fuhr auf den Standstreifen. Wir alle dachten es sei was weiß ich was passiert. Eva stieg aus und entschuldigte sich tausend mal. Irgendwie ist ihre Sektflasche geplatzt und ich hatte den ganzen Inhalt im Auto. Wir alle lachten uns kaputt und ich fand es nicht schlimm. Wenigstens roch es gut 😀 ständig machten wir danach Witze darüber.
Als Tagesziel hatte ich mir Nambucca Heads gesetzt, das genau auf halber Strecke nach Sydney liegt. Wir machten nur einen kleinen Stopp im Mc Donalds, kauften im Woolworths ein und nach fast 6 Stunden kamen wir an unserem Nachtquartier an.
Wieder mal ist es nicht erlaubt dort zu campen. Die App Wikicamps brachte uns an den Strand. Dort waren auch noch vier andere Backpacker. Es war schon dunkel, aber wir parkten direkt am Strand und konnten das Meer hören. Mit Bier saßen wir auf Campingstühlen am Strand und genossen den wunderschönen, sehr warmen Abend.
Ich legte mich auf die Rückbank von meinem Auto, weil so viel Gepäck drin war, dass ich mein Bett nicht benutzten konnte. Bequem war das nicht gerade und die anderen schliefen unter freiem Himmel im Sand.

Grüße von der Road
Nadine

Nightswimming, abnormal heat and a lot of german beer

Mittwoch, 27.01. – Montag, 01.02.2016 (morgens)

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen Brisbane genauer zu erkunden. Mit Oma und Papa war ich im September dort nur einen Tag.
Dann habe ich Netflix für mich entdeckt. Da zahlt man monatlich umgerechnet 10€ und kann so viele Filme gucken wie man beliebt. Da Tish das hat, verbrachte ich stundenlang mit Filme gucken, zumal es sowieso bewölkt war.
An einem Tag war es so krass schwül, dass Tish und ich den ganzen Tag faul im Pool lagen. Eigentlich arbeiten beide und die Kinder sind in der Schule, aber sie hatte einen Tag frei.
Irgendwann packte mich die Motivation und ich machte mich mit dem Bus auf in die Stadt. Parken ist hier wie überall in Australien abartig teuer, aber die Busverbindungen super. Ca. 20 Minuten ist es zu Fuß zur Bushaltestelle und dann 10 Minuten Busfahrt. Google Maps ist dabei ein sehr guter Tipp.
Ich traf mich mit dem Australier Matt den ich von einer App kenne in einem gemütlichen Pub. Wir hatten gute Gesprächsthemen, weil er auch schon viel gereist ist. Nach einem Bier zogen wir weiter in einen anderen Pub, wo wir Essen bestellten.
Es war total nett und eine sehr gute Sängerin spielte Musik. Obwohl es ein Wochentag war, waren einige Leute da. In Brisbane ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch und so entscheidet man sich selbst Abends für klimatisierte Räume, statt draußen zu sitzen.
Als wir bei einen schönen Spaziergang am Flussufer an der Lagune vorbei kamen, sagte ich zum Spaß, dass wir ja schwimmen könnten. Matt nahm das erst, aber ich hatte nicht mal ein Handtuch. Da es so warm war und sogar total legal, sprangen wir dann in Unterwäsche rein. Der Bademeister ist auch bis Mitternacht da. Kein Mensch war weit und breit zu sehen und es ist ein totaler Spaß mitten in der Nacht in einer Millionenstadt in einer tollen Lagune zu schwimmen. Nicht mal das Wasser war kalt. So trockneten wir danach schnell und brauchten nicht mal ein Handtuch.

IMG_5131 (FILEminimizer) IMG_5132 (FILEminimizer) IMG_5135 (FILEminimizer)
An einem anderen Tag fuhr ich in die Stadt um mich mit Aylin zu treffen. Wir hatten zusammen auf der Pferdefarm bei Sydney gearbeitet und sind danach zusammen in den Norden gefahren. Da sie auch Vegetarierin ist, sind wir in ein gutes Burgerrestaurant gegangen, wo es vegetarische Burger gab. Wir hatten uns super viel zu erzählen und es gab viel zu lachen. Sie arbeitet seit einer Weile als Au Pair in Brisbane und ich hab mich total gefreut, dass wir uns wieder treffen konnten. Man versucht ja immer mit den Leuten die man trifft in Kontakt zu bleiben und wenn man in der selben Stadt ist, kann man sich treffen. Mittlerweile kenne ich schon Leute in ganz Australien. Super praktisch ! Da die Läden Freitags bis 9 offen haben, bummelte ich noch ein bisschen durch die Shops.

IMG_5164 (FILEminimizer) IMG_5165 (FILEminimizer) IMG_5167 (FILEminimizer) IMG_5169 (FILEminimizer) IMG_5170 (FILEminimizer)
Am Samstag als die Kinder keine Schule hatten, machte Sohn Adam ein sehr leckeres Frühstück. Er briet Speck und Ei auf dem Grill und es gab armer Ritter. Ich mag die Familie total und so saßen wir auf dem riesigen Balkon und genossen unser Frühstück.
Die Luftfeuchtigkeit ist wie bereits erwähnt unerträglich. Es war ein großer Sturm angekündigt und alle dachten es sei deshalb so abartig. Es donnerte nur einmal heftig und regnete ganz leicht und das war es. Danach war es nur noch wärmer. Die ganze Zeit war es bewölkt. Teilweise lag die Luftfeuchtigkeit bei fast 80% !
Am Samstag begab ich mich in die Stadt um eine Shoppingtour zu unternehmen. Ich schlenderte durch die schöne Queen-Street und genoss meine Freizeit. Von dort aus war es nicht weit bis zum „German Club“. Ich nahm die Fähre ans andere Ufer und lief die 30 Minuten dort hin. Eigentlich war geplant, dass sich die ganze Familie trifft. Leider riefen Josh und seine Familie an und sagten, dass Erntezeit ist und sie nicht kommen können. Da war ich traurig, weil ich mich von Josh und seiner Familie verabschieden wollte. Ich hatte auch keine Chance mehr ins 3 Stunden entfernte Kumbia zu kommen.
Am German Club angekommen, sah ich überraschender Weise Josh’s Schwester Louise und ihren Mann Warwick. Sie wären spontan doch noch gekommen, so die Aussage. Wir bestellten Bier und warteten auf Tish, Scott, die Kinder und Bekannte von den beiden.
Der German Club ist wie das Hofbräuhaus, es gibt deutsches Essen und Bier, alles ist bayrisch dekoriert und eigentlich war es mal ein deutscher Turnverein. Innen sieht es nicht wirklich deutsch aus, hat keine Bierbänke und ist eher australisch.
Als dann Josh’s Eltern kamen staunte ich nicht schlecht. Die ganze Zeit wurde ich verarscht, weil alle mich überraschen wollten. Jeder hatte es gewusst und sie freuten sich total, dass ich vor Freude ausgerastet bin. Später kamen auch Josh und seine Freundin Mikkaela.
Der Abend war super genial. Der polnisch-deutsche Andrew spielte Livemusik und er war ganz traditionell in Lederhosen gekleidet. Er hatte zwar keine deutsche Musik mitgebracht, dafür spielte er von Britney Spears, über Backstreetboys bis Red Hot Chilly Peppers alles. Insgesamt waren wir 20 Leute von uns und darunter ein schwules Pärchen. Der eine wollte tanzen aber der andere hatte keine Motivation. Als Songs von Grease gespielt wurden, zog mich Thomas dann mit und wir tanzten ausgelassen. Danach fanden wir uns sehr oft auf der Tanzfläche wieder. Als Syrtaki gespielt wurde, machten dann alle mit und es war unbeschreiblich lustig.
Ich probierte so ziemlich jede deutsche Biersorte auf der Karte und die anderen bestellten ein Schnapsbrett (Paddle) nach dem anderen.
Das einzige vegetarische Gericht das es gab war spanisch. Im German-Club wollte ich aber sicher keine Paella essen. Von den anderen bekam ich Kartoffelbrei und Sauerkraut, aber da war leider Speck drin. Außerdem bestellte ich Camembert mit Preiselbeeren (auch nicht deutsch, ich weiß). Komisch, dass es keine Käsespätzle gab, weil auf die hatte ich mich gefreut. Die anderen aßen Eisbein, Spätzle und Schnitzel. Als sie sich beschwerten, die Spätzle wären trocken, verriet ich, dass man die mit Bratensoße essen muss. Das fanden alle ganz klasse und freuten sich über den „Geheimtipp“. Zum Nachtisch aßen alle Apfelstrudel, aber der war viel zu lang im Ofen und schmeckte nicht. Es gab auch viele Speisen und Getränke die gar nicht deutsch waren.
Der Sänger Andrew kam, als es um 12 aus war, noch an unseren Tisch, weil er die Familie mittlerweile kennt. Er redete auf deutsch mit mir und meinte wenn er das gewusst hätte, hätte er deutsche Musik gespielt. Ich unterhielt mich außerdem mit einem halb-deutschen Barkeeper der meinte, dass ich an diesem Abend die einzige Deutsche wäre. Es war ein total genialer Abend und ich hatte richtig viel Spaß.

IMG_5216 (FILEminimizer) IMG_5221 (FILEminimizer) IMG_5224 (FILEminimizer) IMG_5229 (FILEminimizer) IMG_5230 (FILEminimizer) IMG_5232 (FILEminimizer) IMG_5235 (FILEminimizer) IMG_5238 (FILEminimizer) IMG_5245 (FILEminimizer) IMG_5246 (FILEminimizer) IMG_5249 (FILEminimizer) IMG_5250 (FILEminimizer) IMG_5253 (FILEminimizer) IMG_5254 (FILEminimizer) IMG_5255 (FILEminimizer) IMG_5260 (FILEminimizer) IMG_5268 (FILEminimizer) IMG_5278 (FILEminimizer) IMG_5284 (FILEminimizer) IMG_5287 (FILEminimizer) IMG_5292 (FILEminimizer) IMG_5293 (FILEminimizer) IMG_5294 (FILEminimizer) IMG_5333 (FILEminimizer)
Als wir wieder bei Tish waren, sprangen Josh und ich (mal wieder in Unterwäsche) in den Pool. Es war immer noch warm. Mikkaela (Joshs Freundin) bekamen wir leider nicht rein und sie guckte nur zu. Sehr spät gingen wir ins Bett und die ganze Familie schlief da. So räumte ich mein Bett gerne für Louise und Warwick und schlief auf einer Matratze.
Am nächsten Morgen gab es Katerfrühstück vom Grill mit Pfannkuchen und Kaffee vom Bäcker. Alle waren müde und fertig. Somit war der Tag entspannt. Wir badeten im Pool, guckten Netflix-Filme und ruhten uns aus. Mittags wurde Fish & Chips (typisch australisch) bestellt und für mich gab’s panierte Mozarellakugeln.

IMG_5299 (FILEminimizer)

Abends fuhren Louise, Warwick, Mikkaela, Josh und ich zum Mount Coot-Tha. Das ist mit 287m der höhste Berg in Brisbane, von dem aus man die ganze Stadt überblicken kann. Wir kamen pünktlich zum Sonnenuntergang und die Aussicht war beeindruckend. Wie sich das kräftige Rot in funkelnde Lichter färbt ist sehr faszinierend. Auch viele Flugzeuge sah man.

DSC_0007 (FILEminimizer) DSC_0011 (FILEminimizer) DSC_0012 (FILEminimizer)

Josh, Louise, ich, Mikkaela

DSC_0017 (FILEminimizer) DSC_0019 (FILEminimizer) DSC_0038 (FILEminimizer) DSC_0043 (FILEminimizer) DSC_0044 (FILEminimizer) DSC_0050 (FILEminimizer)
Danach fuhren wir zum Kangaroo-Point am Fluss. Dort machten wir einen schönen Spaziergang und die Skyline sah wunderschön aus. Es war gerade ein großes Konzert und dieses konnte man sehr gut von dort aus hören. Es spielte eine total tolle australische Sängerin die eine geniale Stimme hatte.

IMG_5302 (FILEminimizer)

Der Tag danach

IMG_5311 (FILEminimizer)

Die anderen waren immer noch total fertig und wollten heim. Sie ließen mich in der Stadt raus. Ich machte einen schönen Bummel, wobei am Sonntagabend fast kein Mensch unterwegs war. Mit dem Bus fuhr ich zurück. Als ich gerade los lief, hupte ein Auto. Ich nahm mein Handy und wollte Josh anrufen, weil mir nun auch jemand zurief und ich weit und breit allein war. Das Auto kam näher und ich konnte sehen, dass es die Anderen waren. Diese hatten sich Eis gekauft und waren auf dem Heimweg. So ein gutes timing. An diesem Abend gingen alle früh ins Bett.
Der nächste Tag sah ungefähr gleich aus. Filme, chillen und Pool. Dabei spielten wir viel mit den Kindern und die ganze Familie war im Pool und hatte Spaß.

IMG_5149 (FILEminimizer) IMG_5181 (FILEminimizer) IMG_5289 (FILEminimizer)
Ich packte, lud mein Auto ein, fuhr los um der Familie ein Abschiedsgeschenk zu kaufen und dann machte ich mich um halb 1 eins auf um meinen ersten Mitfahrer abzuholen.

Die Verabschiedung war wieder sehr herzlich und ich versprach nochmal nach Kumbia zu kommen, bevor ich heim fliege.

Jetzt durfte ich doch tatsächlich so lange hier kostenlos wohnen, essen und hab eine voll aufgeladene Bahnkarte bekommen. So wollte ich mich mit Bier und viel Schokolade erkenntlich zeigen und Tish wollte nicht mal das annehmen und sagte das sei absolut nicht nötig gewesen. Und das, wo wir uns alle bis vor ein paar Wochen noch nicht mal kannten. Die Australier sind absolut faszinierend!

IMG_5120 (FILEminimizer) IMG_5121 (FILEminimizer) IMG_5129 (FILEminimizer) IMG_5142 (FILEminimizer) IMG_5163 (FILEminimizer) IMG_5176 (FILEminimizer) IMG_5177 (FILEminimizer) IMG_5179 (FILEminimizer) IMG_5182 (FILEminimizer) IMG_5295 (FILEminimizer) IMG_5296 (FILEminimizer) IMG_5321 (FILEminimizer)

Grüße vom German Club

Nadine

Australia day

Dienstag, 26.01.2015

Der Tag war nicht ganz wie erwartet. Auf der eineinhalb stündigen Fahrt nach Brisbane lief es nicht so gut. Überall war starker Verkehr, weil alle zum Australia day nach Brisbane wollten. Dieser ist ein Nationalfeiertag und es wird an die Ankunft der ersten britischen Schiffe (first Fleet) in Sydney Cove am 26. Januar 1788 erinnert. Captain Arthur Phillip leitete dies. Sydney wurde bereits von James Cook in 1770 erkundet und eingefordert.
Leider fing es unterwegs sehr stark an zu regnen. Auf der Autobahn konnte man maximal 60 fahren, weil die Sicht aus der Scheibe gleich Null war. Selbst die Spur konnte ich nicht wechseln. Die Seitenfenster trieften nur so. Selbst in dieser langsamen Geschwindigkeit fühlte ich mit meinem Jeep das Aquaplaning und konnte teilweise gar nicht mehr lenken. Gut, dass der starke Regen nicht die ganze Fahrt andauerte. Regen heißt hier nicht, dass es abkühlt, sondern, dass das Klima absolut tropisch wird. Die Luftfeuchtigkeit steigt ins Unendliche, man meint nicht mehr atmen zu können und trieft den ganzen Tag vor Schweiß.
In Brisbane angekommen hatte ich gleich eine Anlaufstelle. Tish, Scott und ihre beiden Kinder Adam und Dulcie empfingen mich freundlich. Tish ist die Schwester von Josh (mein Kumpel den ich aus dem Kumbia Pub kenne) und lässt mich netterweise hier schlafen.
Als ich das Haus sah, konnte ich es gar nicht glauben. Es ist gigantisch groß und das Beste: Ich habe ein eigenes Stockwerk mit Schlafzimmer, Bad und Wohnzimmer mit großem TV für mich alleine. Außerdem gibt es einen wunderschönen Pool. Ich bekam gleich eine Bahnkarte, einen Hausschlüssel und Scott fuhr mich in die Stadt.
In einer Backpacker-Facebookgruppe habe ich mich mit ein paar Mädels vor dem „Storybride Hotel“ verabredet. Es war viel los, gab Livemusik und ein „Cockroach-Rennen“. Ja, das gibt es nur in Australien. Da wird tatsächlich ein Rennen mit Kakerlaken veranstaltet.
Die Mädels schrieben mir, dass sie was zu Essen holen würden und in einer halben Stunde da wären. Nach geschlagenen 2 Stunden Wartezeit immer noch keine Spur und keine Antwort auf meine Nachrichten. So wartete ich allein vor dem Eingang.
Weil es zu langweilig wurde, wollte ich rein gehen und schauen, was es dort so gibt. Gegen eine Spende eines Gold-Dollars (1 oder 2$) kam man rein. Leider ich nicht. Schlauerweise hatte ich meinen Personalausweis vergessen. Die Australier sind damit sehr streng und die bulligen Türsteher gaben mir keine Chance. Dem einen machte ich ein bisschen schöne Augen und erzählte ihm ich sei 28 (hört sich älter an). Er winkte mich schnell durch als der andere nicht schaute – puh, man muss mal Glück haben.
Drinnen war viel los und die Liveband gab alles. Es hatte viele Getränke- und Essenstände und Bars. Allein macht das aber nicht wirklich Spaß und die Mädels hatten sich in der Zwischenzeit immer noch nicht gemeldet. Ganz viele Leute waren verkleidet und hatten Australienflaggen überall. Ich fand eine Gruppe Backpacker (die erkennt man immer), aber traute mich nicht sie anzusprechen. Als ich danach noch andere Backpacker sah, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen. Ganz nett fragte ich, wo sie her kommen würden. Ich bekam die unfreundliche Antwort „Frankreich“ zu hören und weg waren sie. Ja Franzosen sind halt oft so. Leider waren sonst keine Gleichgesinnten unterwegs.
In der Facebook-Gruppe fand ich noch ein Pärchen die in einem Pub waren. So machte ich mich auf den Weg dort hin. Die Bushaltestelle wurde für diesen Tag verlegt und keiner konnte mir sagen wo der Bus hält. Zum Laufen war es zu weit. Dank meines googleMaps fand ich den Anleger für die Fähre. Der Fluss der durch ganz Brisbane fließt ist zwar wunderschön anzusehen, aber halt einfach total unpraktisch. Man könnte eigentlich fast ans andere Ufer schwimmen, aber muss immer auf die Fähre warten.
Ewig kam keine Fähre und ich gesellte mich zu einer großen Gruppe anderer Backpacker. Ein Mädchen wusste welche Fähre kostenlos ist und wir warteten eine halbe Stunde. Leider fragte ich die anderen nicht wo sie hin mussten und es war die falsche Fähre für mich – super ! Das hieß nochmal warten.
Bis ich nach der Überfahrt und einem Fußmarsch endlich bei den anderen war, war bereits Abend. Wir trafen uns in einem Pub, wo diese schon seit einer Weile tranken. Gut, dass das Bier günstig war und nach diesem gescheiterten Tag gönnte ich mir auch eins.
Claire und ihr Freund Aaron aus England und die beiden Australier Daniel und Enya stellten sich als super nett heraus. Wir saßen eine Weile gemütlich zusammen und hatten Spaß. Am Nachbartisch war ein sehr gutaussehender, junger Mann der einem Model glich. Claire die schon ein bisschen was getrunken hatte ging zu ihm hin und redete mit ihm. Die beiden guckten ständig zu mir rüber und lachten. Dann winkte der Typ mich her und Claire verschwand. Ich fragte ihn was sie gesagt hätte, aber das wollte er mir nicht verraten. Statt dessen unterhielten wir uns eine Weile sehr gut und er war absolut sympatisch. Leider vergaß ich nach seiner Nummer oder ähnlichem zu fragen.
Dann machten wir fünf uns auf zum Treasury-Casino. Dieses ist in einem Atrium und sieht gigantisch aus. Das Gebäude gleicht von Außen einem Kolonial-Gebäude. Wie bereits erwähnt sind die Australier sehr streng mit dem Ausweisen und ich hatte keine große Hoffnung rein zu kommen. Die Dame am Eingang fragte wie alt ich sei und wo ich her komme, als ich sagte ich habe meinen Ausweis vergessen. Auf Deutsch wünschte sie mir daraufhin viel Spaß. Ja man muss einfach an die richtigen Leute kommen. Gut, dass sie auch Deutsch war. Alle vier freuten sich für mich mit.
Die beiden Jungs „gambelten“ (zockten) was das Zeug hielt. Keine Maschine und kein Spiel wurden ausgelassen. Ich hatte viel Spaß beim Zuschauen und obwohl beide erst 20 sind, kannten sie sich voll aus. Ein Chinese gewann beim „Black-Jack“ mehrere tausend Dollar und wir alle staunten. Die beiden Mädels waren super genervt, dass ihre Freunde das ganze Geld verzockten. Am Ende gingen beide mit 15$ Gewinn raus.
Ich liebe die moderne Technik. So auch, dass mein Handy mir verrät welchen Bus ich nehmen und wo ich nach Hause laufen muss. Leider doof, dass der Akku auch mal leer geht. Selbst die Adresse hatte ich nicht im Kopf und somit ein großes Problem. Gut, dass dafür mobile Ladestationen erfunden wurden. Im Casino gab es kleine Spinte mit Ladekabeln drin. Für sage und schreibe 3$ konnte man das Smartphone gerade mal eine halbe Stunde laden. Naja, das war aber auch fast die einzige Ausgabe an diesem Tag.
Vor lauter Handy laden und Spielen vergaßen wir total das Feuerwerk. Dieses wurde an der Southbank, nicht weit vom Casino veranstaltet. Als wir es Knallen hörten, stürmten wir raus und sahen nur noch die letzten Minuten. Es war sehr groß und wunderschön. Nur dachte ich nicht mehr daran, dass ich wieder einen Ausweis brauche um rein zu gehen. Die nette Deutsche war auch nicht mehr da. Zum Glück hatte ich aber den Schlüssel vom Spint in dem mein Handy war und ich durfte wieder rein. Unglaublich, dass das bereits das dritte Mal an diesem Tag war, dass ich ohne Ausweis rein kam.
Die anderen waren müde und machten sich nach dem Casino auf den Heimweg. Ich lief eine Weile am Fluss entlang an der schönen Soutbank, wo die Lichter nachts atemberaubend aussehen. Dort kaufte ich mir nur ein Sandwich und lief zurück zur Bushaltestelle.
Problemlos fand ich zurück. Das Doofe ist nur, dass man nie weiß, wo der Bus hält, weil es keine Ansagen oder Anzeigen gibt. Ich fand den richtigen Bus und stieg an der richtigen Haltestelle aus.Zum Haus muss ich einen sehr steilen Berg hoch, aber das ist ein guter Spaziergang.
So war ich bereits um Mitternacht wieder bei Tish Zuhause. Zwar hätte ich mir meinen Australia day anders erhofft, aber er hatte noch ein schönes Ende mit netten Leuten.

Australische Grüße
Nadine

 

Australische Karte

IMG_5074 (FILEminimizer)

Storybridge-Hotel

IMG_5091 (FILEminimizer) IMG_5092 (FILEminimizer) IMG_5094 (FILEminimizer) IMG_5099 (FILEminimizer) IMG_5101 (FILEminimizer)

Im Pub

IMG_5103 (FILEminimizer) IMG_5104 (FILEminimizer)

Casino

IMG_5106 (FILEminimizer) IMG_5108 (FILEminimizer) IMG_5109 (FILEminimizer) IMG_5110 (FILEminimizer)

Daniel, Enya, ich, Claire, Aaron

IMG_5111 (FILEminimizer)

Brisbane’s Riesenrad

IMG_5113 (FILEminimizer)

Stunning Wales and danger on the highway

Dienstag, 15.09.2015

Heute ließen wir es gemütlicher angehen und sogar Oma schlief länger. Nach dem Frühstück checkten wir aus und brachen gemütlich zum Hafen auf.
Heute stand eins der Highlights auf unserem Trip an. Wir freuten uns alle wie Schnitzel ! Bei bestem Wetter und warmen Temperaturen warteten wir am Hafen.
Um 11 ging’s los. Wir bekamen ganzkörper-Regenmäntel und die neusten Schwimmwesten vom Markt an.

DSC_0284 (FILEminimizer) DSC_0285 (FILEminimizer) DSC_0286 (FILEminimizer)IMG_1696[1]

Das supermoderne kleine Rennboot war bis auf den letzten Platz belegt. Trotz Wochentag und ohne Schulferien. Als es startete, fingen Oma und Papa laut an zu lachen. Der Wellengang war abartig und das Boot flog übers Meer. Wie auf Bali auch schon bekam man ständig Adrenalinschocks, wenn das Boot meterhoch über die Wellen schanzte. Gut, dass Oma und Papa vorher Tabletten gegen Seekrankheit genommen hatten. Zwei nervige Mädels schrien die ganze Zeit und ich überlegte mir sie über Bord zu werfen. Die Fahrt machte total Spaß und das schnellste Boot im ganzen Staat New South Wales machte seinem Ruf alle Ehre.
Im ständigen Funkkontakt zu anderen Booten stehend, hielt unser Steuermann dann an.
Alle waren gespannt und zückten die Kameras. Dann plötzlich eine Wasserfontäne und eine gigantische Flosse. Wie in Zeitlupe bewegte der schwarze Wal sein Ende aus dem Wasser. Es war absolut atemberaubend nur ein paar Meter weg von so einem gigantischen Tier zu sein. Dann noch ein schwarzer Rücken. Der Guide erklärte uns, dass es Mutter und Kind (Kalb) seien. Die Wale kommen von der Antarktis und schwimmen bis zu 20.000 Kilometer. Der Mutterwal war größer als unser Boot und wir alle waren total fasziniert. Noch nie hab ich so etwas Schönes gesehen. Etwa alle 4 Minuten tauchten die beiden woanders auf und man musste genau gucken, um nichts zu verpassen. Irgendwann waren sie weg und unser Guide fuhr weiter um sie zu suchen. Ca. 150 m weg von uns dann wieder die Flossen und eine Fontäne. Der Steuermann fuhr noch näher hin und plötzlich tauchten sie nochmal direkt vor uns auf. Nur ca. 50 m weg von uns konnten wir die riesigen Säugetiere hautnah betrachten. Das war ein einzigartiges Erlebnis ! Ganz bekamen wir sie nie zu sehen, aber das machte gar nichts. Anhand der Rücken konnte man die Ausmaße sehen.

DSC_0291 (FILEminimizer) DSC_0296 (FILEminimizer) DSC_0309 (FILEminimizer) DSC_0311 (FILEminimizer) DSC_0317 (FILEminimizer) DSC_0328 (FILEminimizer) DSC_0344 (FILEminimizer) DSC_0346 (FILEminimizer)
Beim Rückweg gings genau so turbulent zu und zum Glück wurde niemand seekrank. Der Wellengang war wegen dem starken Wind abnormal und Papa saß auf der falschen Seite. Ständig platschte ihm eine ordentliche Ladung Wasser ins Gesicht und er sah aus wie ein begossener Pudel.
Die letzten paar Meter zeigte uns der Guide was das Boot drauf hat und fuhr krasse Kurven. Alle lachten und es machte auch Oma und Papa viel Spaß.

IMG_1548 (FILEminimizer)

DSC_0358 (FILEminimizer) DSC_0359 (FILEminimizer)DSC_0361 (FILEminimizer) DSC_0362 (FILEminimizer) DSC_0363 (FILEminimizer)
Eigentlich wollte ich nach diesem unvergesslichen Erlebnis Paragliding machen, aber Oma sagte ich soll mir nichts brechen, solange sie da sind und dann ließ ich es.
Mit der übrig gebliebenen Dominos Pizza machten wir es uns am Meer in der Sonne gemütlich und beobachteten die Pelikane.

DSC_0273 (FILEminimizer) DSC_0277 (FILEminimizer) DSC_0282 (FILEminimizer) IMG_1588 (FILEminimizer)
Unsere geplante Strecke nach Gosford sollte eigentlich in dreieinhalb Stunden (315 km) erledigt sein. Die erste Hälfte lief außer den üblich vielen Baustellen (die Highways sind eine einzige Baustelle) sehr gut und dann tauschten Papa und ich und er setze sich ans Steuer. Ich döste gerade so vor mich hin als das Auto sich total komisch anfühlte und Papa laut fluchte. Mitten auf dem viel befahrenen Highway hatten wir einen Reifenplatzer und fuhren auf den Standstreifen.

IMG_1591 (FILEminimizer) IMG_1592 (FILEminimizer)

Dieser war so schmal, dass Papa ganz an den Rand fahren musste und das Auto somit ein bisschen am Hang stand. Das Problem war dann, dass der Wagenheber zu kurz war. Diesen suchten wir mit Hilfe der Gebrauchsanweisung zuvor ewig – na toll ! Natürlich kam alles zusammen und es fing an zu dämmern. Weder eine Warnweste noch ein Warndreieck fanden sich in Brissie. Papa musste sie wieder eben hinstellen, womit er fast auf dem Highway lag, beim Versuch Brissie erneut hochzubocken. Er sagte zu Oma sie solle das Werkzeug wieder ins Auto räumen, sodass wir danach gleich los fahren können. Er war gerade dabei den neuen Reifen zu holen, als Omas Bewegung Brissie erneut runter krachen ließ. Wir wurden alle immer verzweifelter, es wurde dunkler und es war sau gefährlich direkt am Highway einen Reifen zu wechseln. Die vorbeifahrenden Autos und Trucks taten trotz Warnblinklicht nicht langsamer und ich hatte echt Angst um den halb unter dem Auto liegenden Papa. Der Wagenheber wollte einfach nicht halten und so rief ich den NRMA (wie bei uns ADAC) an. Der Mann am Telefon sagte, dass ich zuerst übers Telefon eine Mitgliedschaft abschließen müsse, anderenfalls würde er nichts machen. Ich machte ihn total zur Sau, schrie ihn an und sagte dass es lebensgefährlich wäre nachts auf einem engen Standstreifen am Highway ohne Warnweste zu stehen und dass er sofort was machen solle. Fluchen auf Englisch ist voll mein Ding 😉 er sagte er schickt jemand und dass er mich weiter verbindet um meinen Standort durchzugeben. Ich war 5 min in der Warteschleife und dann hörte ich nur tut tut tut… Wir waren alle total ratlos, bis Oma ein Wohnhaus über einer Brücke entdeckte. Alle Versuche zuvor, Autos anzuhalten, scheiterten und keine Sau wollte helfen.

IMG_1596 (FILEminimizer)
Ich musste die Autobahnbrücke hochklettern (im Minirock und Sandalen) und mich durch Sträucher kämpfen. Oben angekommen war das letzte Hindernis die Überquerung einer viel befahrenen Straße im Dunkeln. Ich war schon mal froh, dass ich das überlebt hatte.
Im Haus brannte Licht, aber ich fand keine Klingel. Ein etwa 14 jähriger Junge kam mir entgegen und ich erklärte das Problem. Er holte seinen Bruder der in etwa in meinem Alter war. Wir hatten Glück im Unglück und dieser hatte eine Werkstatt am Haus. Er schnappte 2 große Bretter, einen Ziegelstein und folgte mir.
Während ich ein paar Meter hinter dem Auto stand und mit meiner Handytaschenlampe die Autos und Trucks aufforderte langsamer zu fahren, wurde mir ganz anders. Ich stand so nah am Highway, dass ich drauf wartete überfahren zu werden. Die wenigsten Trucks wechselten auf die andere Spur um auszuweichen und die anderen rauschten mit einer Affengeschwindigkeit an uns vorbei. Da konnte ich meinen Mittelfinger manchmal nicht bei mir behalten.
Auch die Bretter hoben das Auto nicht weiter hoch und so rannte der nette junge Mann nochmal zu seiner Werkstatt um einen anderen Wagenheber zu holen. In der Zwischenzeit hielt ein weiteres Auto, das Papa für die Polizei und ich für den Abschleppdienst hielten. Ein sehr muskulöser Mann um die 30 wollte uns ebenfalls helfen. In seinem Autoanhänger hatte er alles mögliche an Autozubehör und so auch einen guten Wagenheber. In der Zwischenzeit kam auch der andere Helfer wieder. Zu 3. schafften die Männer es endlich das Ersatzrad drauf zu machen und wir waren total erleichtert, dass bei dieser lebensgefährlichen Aktion niemand verletzt wurde. Bei den überaus netten Helfern bedankten wir uns alle tausend mal und drückten ihnen Geld in die Hand, das sie erst nicht annehmen wollten. Wir ließen ihnen aber keine andere Chance 😉
Endlich, schon fast mitten in der Nacht, in Gosford angekommen, gingen wir einkaufen. Papa fuhr immer noch und hat mal wieder vergessen, zuerst nach rechts zu gucken. Dann ist er auch noch auf der falschen Straßenseite gefahren, aber zum Glück kam niemand und er wechselte, als ich es ihm sagte, auf die richtige Seite.
Dann checkten wir in unser Motel ein. Dieses war wieder ein Ibis Budget, überall innen war Baustelle und unser Zimmer moderte. Gut, dass wir dort nur für eine Nacht waren.
Zum Abendessen ging’s in den MC Donalds nebenan, wo wir ja jetzt schon Stammkunden sind 😀
Spät ging ein sehr ereignisreicher Tag zu Ende.

Pannenreiche Grüße
Nadine

Crazy Motel, Funeral and lonely Beach

Montag. 14.09.2015

Wir sind morgens aufgewacht. Ja wirklich. Hätten wir abends noch nicht gedacht. In unserem Gruselmotel… Hab da eher an so einen Mord gedacht. Wie in einem Horrorfilm.

DSC_0168 (FILEminimizer) DSC_0169 (FILEminimizer) DSC_0170 (FILEminimizer) DSC_0173 (FILEminimizer) IMG_1481 (FILEminimizer) IMG_1482 (FILEminimizer)
In dem Motelprospekt wurde groß mit mega Frühstücks-Buffet geworben. Für 10$ sagten wir nicht nein. Es war auch noch nicht schlimm, als wir dafür zum anderen Hotel von gestern Abend mussten. Es wurde schlimm, als wir das Frühstück sahen. Toastbrot und Kaffee. Das wars. Sonst nix. Ich frage die nette Empfangsdame wo denn das Buffet sei. Das gäbe es heute nicht, so die Antwort. Wurde uns nicht gesagt. Also zurück in unser Motel und Geld zurück verlangt. War auch möglich. Die Dame wusste auch nicht, warum es an diesem Tag kein Buffet gibt.
Dafür wollten Oma und ich uns eine Runde im Motelpool entspannen. Wurde ebenfalls groß dafür geworben. Dieser hatte trotz eigentlichen Öffnungszeiten geschlossen. Gottseidank ! In so einen dreckigen, ekeligen Innenpool wären wir beide nicht freiwillig rein.
Auf jeden Fall sind wir dann zum Frühstücken ins Einkaufszentrum zum Mc Donalds. So lange Oma und Papa shoppen waren, hab ich mir eine Massage gegönnt. Nach der anstrengenden Arbeit auf meiner alten Farm tat das richtig gut und war bitternötig. Danach war mir schwindlig, aber das war es wert. Ich fühlte mich wie neu geboren.
Um ein bisschen unseren Übernachtungsort Grafton zu erkunden, ging’s zu Fuß los. Das verschlafene Örtchen ist gemütlich und es gibt einen schönen, kleinen Memorial-Park mit vielen Denkmälern an z.B gefallene Soldaten.

DSC_0182 (FILEminimizer) DSC_0184 (FILEminimizer) DSC_0185 (FILEminimizer) DSC_0186 (FILEminimizer) DSC_0190 (FILEminimizer) DSC_0191 (FILEminimizer) IMG_1484 (FILEminimizer) IMG_1485 (FILEminimizer)

Daneben fließt gemächlich der kristallblaue Clarence-River. Im Internet stand, dass die Stadt mit ihren Häusern aussieht wie eine Westernstadt. Das fanden wir alle drei nicht und so waren wir nicht wirklich beeindruckt. Es gibt aber sehr alte Häuser, teilweise von 18 Hundert und diese sehen toll aus.

DSC_0180 (FILEminimizer) DSC_0181 (FILEminimizer) DSC_0187 (FILEminimizer) DSC_0193 (FILEminimizer) DSC_0194 (FILEminimizer) IMG_1486 (FILEminimizer)
Die Kirche „St Marys Church“ ist schön und als wir dort ankamen fand gerade ein Gottesdienst statt. Wir stellten uns dazu und entdeckten eine Collage. Leider fanden wir heraus, dass es sich um eine Beerdigung handelte und die vielen Leute haben schon gar nicht mehr in die Kirche gepasst. Ich hatte den ganzen Tag die Bilder der Collage des erst 22 jährigen, (so alt wie ich) verstorbenen im Kopf. Es sind aber keine Tränen geflossen und es war niemand schwarz gekleidet. Vielleicht ist das hier unüblich. Ich war jedenfalls sehr geschockt und mitgenommen und wir sind dann ganz schnell gegangen.

DSC_0174 (FILEminimizer) DSC_0175 (FILEminimizer) DSC_0176 (FILEminimizer) DSC_0177 (FILEminimizer) DSC_0178 (FILEminimizer)

Sonst gabs in Grafton nicht viel zu besichtigen und auch wegen des strengen Zeitplans machten wir uns auf zum Highway.
Das nächste Ziel war wieder unser geliebtes Port Macquarie. Papa fuhr und Oma und ich schliefen ein bisschen.
Als wir an einem vielversprechenden Schild vorbei kamen googelte ich den Ort und beschloss, dass der 30 minütige Umweg lohnenswert ist. Oma schrie plötzlich Halt und Papa fuhr links ran. Auf der Wiese bei 2 Pferden entdeckte sie 2 Kängurus. Leider waren diese ganz schnell wieder weg. Mit offenen Augen ging’s weiter und tatsächlich hielten wir nochmal. Bestimmt 20 Kängurus waren auf einer anderen Pferdekoppel. Ganz vorsichtig öffnete ich die Autotüre um Bilder zu machen, aber sie waren genau so schnell weg wie die anderen. Ein paar Bilder hatte ich schon aus dem Auto raus gemacht.

DSC_0196 DSC_0200 DSC_0201 DSC_0204 DSC_0207
Der Umweg nach „Minnie Water & Woolie“ hat sich sonst aber kaum gelohnt. Dort war absolut der Hund begraben und es gab gerade mal 30 Häuser. Dafür wurden wir mit einem gigantischen, langen Sandstrand belohnt den wir menschenleer vorfanden.

DSC_0214 (FILEminimizer)DSC_0241 (FILEminimizer)DSC_0263 (FILEminimizer) DSC_0215 (FILEminimizer) DSC_0218 (FILEminimizer) DSC_0219 (FILEminimizer) DSC_0229 (FILEminimizer) DSC_0247 (FILEminimizer) DSC_0249 (FILEminimizer) DSC_0253 (FILEminimizer) DSC_0255 (FILEminimizer) DSC_0257 (FILEminimizer) DSC_0261 (FILEminimizer) IMG_1489 (FILEminimizer) IMG_1490 (FILEminimizer) IMG_1515 (FILEminimizer)

Nach kurzer Zeit gingen wir aber wieder und das Navi schickte uns kompliziert im Kreis.
Nach insgesamt 3 (endlosen) Stunden Fahrt (245 km), erreichten wir bei Sonnenuntergang das selbe Motel wie das letzte Mal in Port Macquarie. Der Besitzer vom John Oxley Motel empfing uns wieder sehr freundlich, gab uns dasselbe Zimmer und fragte, wie unser Trip war – ja die netten Aussies eben ❤
Nach dem Wäsche waschen ging’s zu Fuß nochmal zum Dominos Pizza.
Papa hatte so viel Hunger, dass er gleich 2 Pizzen bestellte.
Im Motel machten wir es uns gemütlich und es schmeckte genau so gut wie beim letzten Mal. Natürlich schaffte Papa nur eine Pizza und das musste er sich den ganzen Abend noch von uns anhören.
Spät ging’s ins Bett und wir waren alle müde von der langen Fahrt.

IMG_1538 (FILEminimizer) IMG_1541 (FILEminimizer) IMG_1542 (FILEminimizer) IMG_1537 (FILEminimizer)DSC_0265 (FILEminimizer) IMG_1517 (FILEminimizer)

Liebe Grüße aus Port Macquarie
Nadine

Scary Movie

Sonntag, 13.09.2015

Wie auch die letzten Tage fing dieser mit einem Frühstück im Motel an.

DSC_0087 (FILEminimizer)

Das Leben aus dem Koffer wird nun auch für Oma und Papa immer mehr zur Gewohnheit und gepackt ist schnell. So verließen wir Brisbane früh am Morgen.

IMG_1337 (FILEminimizer) IMG_1340 (FILEminimizer) IMG_1341 (FILEminimizer) IMG_1342 (FILEminimizer)

Nach nur 77 km erreichten wir das berühmte Surfers Paradise an der Gold Coast und fanden gleich einen kostenlosen Parkplatz.

IMG_1344 (FILEminimizer)

Das Stadtbild ist total interessant und außergewöhnlich. Ähnlich wie in Brisbane findet man hinter den gigantischen Wolkenkratzern einen kilometerlangen wunderschönen Sandstrand und das blaue Meer. Oma war glücklich, als wir wieder durch den weichen Sand gelaufen sind. Dort war auch gerade eine Surfschule anzutreffen und wir beobachteten wie die Leute das erste mal versuchten auf den Brettern zu stehen.

DSC_0092 (FILEminimizer) DSC_0096 (FILEminimizer) DSC_0106 (FILEminimizer) DSC_0111 (FILEminimizer)

IMG_1347 (FILEminimizer) IMG_1349 (FILEminimizer) IMG_1402 (FILEminimizer) DSC_0116 (FILEminimizer) DSC_0128 (FILEminimizer) DSC_0129 (FILEminimizer)

Nach dem Cappuccino und Eis im MC Donalds schlenderten wir gemütlich über die Einkaufsstraßen von Surfers. Das Wetter wurde nach anfänglichen Wolken perfekt und die Sonne schien. (Hier hatte ich zuerst „scheinte“ stehen, aber mein Microsoft Word korrigierte mich 😛 Schwaben eben).

Es gab viele Straßenkünstler und unter anderem eine Frau die Akkordeon spielte, sang und mit ihrer guten Laune die ganze Fußgängerzone unterhielt. Dieser gaben wir gerne was.

DSC_0131 (FILEminimizer)

DSC_0132 (FILEminimizer) DSC_0134 (FILEminimizer) DSC_0135 (FILEminimizer) IMG_1376 (FILEminimizer)

Ein weiteres Kulturerlebnis das meine beiden Schwaben nicht verpassen durften, war ein Besuch im Pie Face. Dort gibt es die australische Nationalspeise „Pie“. Meistens mit Fleisch (aber auch vegetarisch) und Bratensoße ist die gefüllte Teigtasche ein beliebtes Fast-Food Gericht. Beliebt zumindest bei den Australiern. Papa fand es nicht so lecker und aß es nicht mal auf und Omas Begeisterung hielt sich auch in Grenzen. Dazu gabs Nudelsalat, aber wenigstens der schmeckte. Was der Bauer nicht kennt das frisst er nicht und so ging mein Versuch die beiden ein wenig zu Australiern zu machen in die Hose. Die müssen mal abwarten, bis sie Vegemite probieren 😉

IMG_1368 (FILEminimizer) IMG_1369 (FILEminimizer) IMG_1371 (FILEminimizer)

Irgendwie haben wir es dann mal wieder geschafft uns im Einkaufszentrum zu verirren und Papa wartete wie so oft sehr geduldig. Nach kurzer Zeit merkten wir aber, dass das keine so gute Idee ist, wenn draußen die Sonne scheint.

IMG_1464 (FILEminimizer)

An der Fußgängerzone entdeckten wir ein 7-D Kino. Papa weigerte sich komplett und Oma hatte ich nach ein paar Überredungsversuchen im Schlepptau. Für 15$ bekamen wir die 3-D Brillen aufgesetzt, saßen allein in einem Wagen und schnallten uns an. Die nette Dame erklärte uns wie wir auf uns aufmerksam machen sollten, wenn uns schlecht werden würde. Unser Film hieß „Wall of China“ (chinesische Mauer). Wir fuhren mit einem Tuk Tuk die komplette Mauer entlang und gerieten außer Kontrolle. So flogen wir auch meterweit runter, überschlugen uns und fuhren rückwärts. Effekte wie Wasser, Seifenblasen, Wind und Nebel gaben uns das Gefühl wirklich in China zu sein. Die Fahrt war sehr rasant und Oma und ich hatten sehr viel Spaß. Papa konnte unsere Gesichter draußen auf einem Monitor live mitverfolgen. Uns wurde nicht schlecht und wir waren froh diese große Gaudi mitgemacht zu haben.

IMG_1374 (FILEminimizer)

Leider ließ es unser straffer Zeitplan nicht zu noch länger zu bleiben und Papa drängte uns, weil wir noch einen weiten Weg vor uns hatten.

Bei aller bestem Wetter verließen wir so den traumhaften Sandstrand von Surfers Paradise.

DSC_0137 (FILEminimizer) DSC_0140 (FILEminimizer) DSC_0141 (FILEminimizer) DSC_0143 (FILEminimizer) DSC_0145 (FILEminimizer) DSC_0149 (FILEminimizer) DSC_0153 (FILEminimizer) DSC_0155 (FILEminimizer) DSC_0157 (FILEminimizer) DSC_0161 (FILEminimizer) DSC_0163 (FILEminimizer) IMG_1463 (FILEminimizer) IMG_1475 (FILEminimizer)

In der 3 stündigen Fahrt ging es nach Grafton. Das Fahren teilte ich mir mit Papa und mit einer Pause gingen die knapp 250km schnell vorbei. Wieder wurden wir die ganze Zeit durch die unendlich vielen Baustellen ausgebremst und Papa fluchte ständig. Als wir dann pünktlich zum wunderschönen Sonnenuntergang in dem kleinen Grafton ankamen, gingen wir erst mal einkaufen.

IMG_1393 (FILEminimizer)IMG_1386 (FILEminimizer)

Irgendwie fährt Papa ständig zu weit links und wenn ich ihn drauf hinweise, werde ich angezickt 😛 An einer Kreuzung guckte Papa zuerst links statt rechts und wenn ich nicht noch gerade rechtzeitig „Halt“ geschrien hätte, wäre Brissie (und wahrscheinlich alle anderen) verletzt gewesen. Zum Glück ging es gut und an jeder weiteren Kreuzung erinnerte ich Papa ans rechts Gucken. Dummer Linksverkehr…

Im Supermarkt Coles gingen wir wie immer an die selbstscann-Kasse. Diese sieht ganz genau, ob man noch Sachen im Wagen hat und wo man seine Tüten hin packt. Oma war dadurch sehr verwirrt. Ein Mitarbeiter musste 4 Mal kommen und die Kasse neu aktivieren, weil Oma so oft hin und her geräumt hat und so die Kasse blockiert wurde.

Dank des Kassenzettels von Coles konnten wir wie immer 4ct pro Liter sparen und tankten für 1,20$/Liter voll.

Als wir im Motel ankamen und unsere Namen durchgaben, waren wir verwirrt. Die Frau fand uns im System nicht. Meine Vermutung uns im falschen Motel zu befinden, bestätigte sich dann leider. Uuuups, peinlich !

Im richtigen Motel wollten wir nur noch einchecken. Obwohl auf der Seite von booking.com stand, dass die Rezeption unseres gebuchten Motels bis 22 Uhr offen hat, fanden wir um 19 Uhr niemanden vor. Ein Zettel an der Türe teilte uns mit, dass wir zum Nachbarhotel gehen sollten.

Dort war es genau so verlassen und die Rezeption leer. Kein Mensch war da und so gingen wir wieder zurück in unser Motel, das immer noch so einsam war. Nirgends brannte Licht, kein Auto stand auf dem Parkplatz, aber ein Schild verriet uns, dass es ausgebucht sei. Wir kamen uns vor wie in einem sehr schlechten Horrorfilm und es war sehr gruselig. Wir versuchten die Nummer anzurufen, die an der Türe stand, aber bekamen nur den Anrufbeantworter zu hören. Die andere Nummer von der Seite von booking.de funktionierte ebenfalls nicht. Dort stand aber, dass das Geld bereits von unserer Kreditkarte abgebucht wurde, also konnten wir auch nicht einfach abhauen. Es wurde immer gruseliger und wir fragten uns, wo die versteckte Kamera sei. Eine Notfallhotline warnte uns vor Missbrauch dieser und dass wir sonst eine Strafe zahlen müssten. War uns egal und endlich meldete sich dort ein Mann. Dieser gab mir die Anweisung zu einem Safe zu gehen der an der Wand hing. Er nannte mir den Code und mit Hilfe einer Anleitung daneben, öffnete ich den magischen Sesam. Perfekt vorbereitet fanden wir einen Briefumschlag mit unserem Namen, dem Schlüssel darin, einen Willkommensbrief und einen Plan wo sich unser Zimmer befindet. Wir mussten alle total laut los lachen und haben gesagt, dass wir da auch selbst drauf kommen hätten können. Den Code hätten wir aber ja sowieso nicht gewusst…. Jedenfalls hatten wir dann Glück und das Zimmer war total groß und schön.

IMG_1397 (FILEminimizer) IMG_1398 (FILEminimizer) IMG_1400 (FILEminimizer)

Nach dem Verstauen unserer Sachen setzten wir uns auf den Balkon und aßen Vesper.

Irgendwann kamen auch noch andere Leute und ich fragte mich, ob sie was sagen würden, weil Oma den Tisch und die Stühle vor deren Zimmer „geklaut“ hatte. Die Leute sagten nichts und wir waren froh im verlassenen Gruselmotel nicht allein schlafen zu müssen.

Spät gingen wir ins Bett.

Grüße von Scary Movie

Nadine