Australian Showjumping Stable

Montag, 24.08. – Freitag, 28.08.2015

Die erste Woche auf meiner neuen Farm fing entspannt an. Ich stehe immer um 7 auf, bin aber schon früher wach, weil ich es ja gewohnt war, immer um 4 raus zu müssen. Dann gibt’s gemütliches Frühstück und um halb 8 fange ich an die Paddocks abzumisten und das erste Pferd aufs Laufband zu stellen. Matthew und Saphia trödeln immer und fangen ein bisschen später an, aber das ist auch ok.
Das Einzige was mich hier total nervt, ist die Deckenwirtschaft. Alle Pferde haben 3-6 ! Stalldecken und bis man die immer runter und wieder drauf gemacht hat, vergeht sehr viel Zeit. Bevor ich nach Australien kam dachte ich, dass die nicht mal wissen was Stalldecken sind, aber weil es hier nachts immer um die 1 Grad hat, ist das ein muss. Auf der anderen Farm hatten die Pferde 2 Decken und ich hab mich schon beschwert. Dann muss man sich auch immer die Reihenfolge merken in der diese aufs Pferd kommen und danach bekommen alle 4-Beiner noch eine Fliegenmaske auf. Manche haben zusätzlich Hufglocken und Gamaschen. So dick eingepackt ist es für mich sehr schwer die Pferde auseinander zu halten. Sie haben auch keine Namen an den Paddocks und so muss ich mir gut merken, welches Pferd wo steht.
Saphia sattelt immer die Pferde für Andrew meinen Chef der meistens mit diesen springt und Matthew und ich stellen die anderen aufs Laufband und duschen sie ab. Das nimmt den ganzen Morgen in Anspruch und um 1 oder 2 sind wir meistens fertig und können nach dem Fegen Mittag essen.
In dieser Woche hab ich mich zum ersten Mal selbst an Ratatouille versucht und es war sehr lecker. Die beiden Franzosen konnten mir gute Tipps geben, da dieses Essen ja aus Frankreich kommt.
Um 4 geht’s immer ans Füttern und wie ich schon geschrieben habe, machen wir das mit einem Quad. Ich sitze im Anhänger und Saphia fährt, was eine sehr wackelige Angelegenheit ist. Hier muss man sich auch mit den Pferdenamen ganz sicher sein, dass man jedem Pferd den richtigen Eimer gibt. Gut, dass Saphia mir da hilft. Das Schwierige ist das Rückwärtsfahren. Vor den Paddocks ist es zu schmal um umzudrehen und so werden die engen, langen Gasse mit dem Quad rückwärts durchfahren. Das Prinzip mit dem Anhänger ist gleich wie beim Pferdeanhänger, aber das kleine Quad reagiert so schnell, dass es sehr viel Geschick und Übung bedarf um es aus den Gassen zu bugsieren. Hoffentlich bekomme ich es hin, bis Saphia und Matthew gehen.
Leider hat es die ganze Woche geregnet und somit ist es sehr schwierig auf der großen Fohlenkoppel voran zu kommen. Man muss ganz dicht am Zaun fahren, dass das Quad den Berg hoch kommt und schlittert ganz schön. Normalerweise haben sie fast immer Sonnenschein, sagten sie mir. Irgendwie ziehe ich schlechtes Wetter magisch an. Diese Woche ist Sydney überflutet und es sieht dort ganz schlimm aus. Im TV kommt nichts anderes mehr. Die Naturkatastrophen verfolgen mich. Erst der kälteste Winter in Australien seit 18 hundert was weiß ich und nun Überflutungen überall.
Ich habe nun auch meine Chefin Jenny kennen gelernt die sehr nett ist. Jenny ist super ordentlich und genau und hat uns viele Zusatzaufgaben gegeben, was und wo wir putzten sollen und was wir immer bei jedem Pferd machen müssen, dass es perfekt aussieht. Sie ist sehr aktiv und flitzt wie ein Wirbelwind durch die Gegend um alles sauber zu machen und kontrolliert, ob wir das Richtige tun. Andrew ist da das totale Gegenteil, sehr ruhig und sagt nicht viel. Jenny ist aber nur sehr selten da, weil sie ja Reitunterricht in ganz Australien gibt.
An einem Tag war die Aufgabe das ganze Heu auf den Paddocks zusammen zu rechen und einzusammeln. Ich war sehr überrascht, als Jenny uns dabei half und tatkräftig mit an packte. Obwohl die beiden um die 60 sind, machen sie sehr viel selbst und arbeiten hart. Davor habe ich großen Respekt.
Jenny und Andrew züchten auch ein bisschen und wenn sie Fohlen haben, wird früh mit diesen trainiert. Das ist gut, damit man sie leichter einfangen kann, wenn z.B. mal der Tierarzt kommen muss. Das neue Fohlen steht also nun auf einem Paddock und ich durfte es trainieren. Das habe ich ja schon bei Tom auf der Farm gelernt. Hier nimmt man ein bisschen Futter in die Hand, lässt das neugierige Fohlen her kommen und läuft dann weg, sodass es hinterher läuft. Dann streichelt man es und schnappt sich das lange Seil das immer am Halfter befestigt ist. Ich führe es dann aus dem Paddock, binde es am Anbindeplatz fest und klopfe es mit dem Handtuch ab, sodass es sich an Berührungen gewöhnt. Die ersten paar Tage konnte man das Kleine noch nicht mal einfangen, aber mit jedem Tag sah man einen Fortschritt. Nun kommt es schon immer auf mich zugetrabt und steht da wie ein Profi, wenn ich mit dem Handtuch komme. Für mich eine sehr schöne Erfahrung und es macht viel Spaß mit einem Fohlen zu trainieren.
Da hier alles und somit auch der Supermarkt sehr weit weg ist, habe ich beschlossen den Wocheneinkauf auf alle 2 Wochen zu beschränken. So war mein Einkaufswagen propevoll, als ich ins 25 min. entfernte Glenorie fuhr.
Freitags mussten wir allen 7 Pferden die Samstags aufs Turnier gehen ein „Showshampoo“ geben. Erst werden die Pferde komplett nass gemacht, dann einshampooniert, dann Mähne und Schweif mit Spülmittel gewaschen, dann weiße Stellen mit Teppichreiniger geputzt, dann das Shampoo raus gespült, dann der Schweif verlesen, dann das Pferd abgetrocknet, dann die Hufe gewaschen und eingeölt, dann mit Menschen-Anti-Frizz-Gel die Mähne glatt gezogen, dann mit Bodenpolitur der Schweif gut eingesprüht und eingeflochten und dann mit dem Rasierer die Haare an Ohren und Beinen getrimmt. Zu guter Letzt wird jedes Pferd vier Mal einbandagiert und bekommt die frisch gewaschenen Decken wieder drauf. Das nimmt bei so vielen Pferden unglaublich viel Zeit in Anspruch und man ist hinterher nasser als die Pferde. Gut, dass ich in weiser Voraussicht meine Regenjacke angezogen hatte. Freitags gings früh ins Bett um fürs Turnier fit zu sein.

Liebe Grüße von der neuen Farm
Nadine

 

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Laufband (walker)

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Fohlen

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Impressive Sydney with rain

Sonntag, 23.08.2015

Nach dieser langen Nacht wollte keiner früh aufstehen. So ruhten wir ewig im Bett und machten uns um 1 Uhr auf den Weg zum Sightseeing.
Das Opera-House und die Harbour-Bridge sind nicht weit vom Hostel weg und so gab es einen day-after-Fußmarsch um wieder fit zu werden.
Glücklicherweise blieb der angekündigte Regen aus, aber es war bewölkt. Der riesige botanische Garten durch den es ging ist sehr schön angelegt und obwohl es hier Winter ist, wachsen schöne Pflanzen und Blumen. Das Regierungshaus ist ebenfalls atemberaubend. Man kann einen Blick ins Innere erhaschen und dort sieht es aus wie in einem Schloß.
Als wir auf das Opera-House zugelaufen sind, war ich noch mehr beeindruckt. Es ist viel größer als ich es mir vorgestellt habe und wunderschön. Ich dachte immer es ist weiß, aber es ist auch ein bisschen grau/braun mit drin, sodass es ein bisschen alt aussieht.
Von der Oper aus hat man einen gigantischen Blick aufs Meer und die riesige Harbour-Bridge und kann die Schiffe und Boote beobachten. Eine überdimensionales Kreuzfahrtschiff stand da, die sehr viel Platz einnimmt. Da konnte man rauf, was wir aber nicht machten.
Weil ich meine vermissten 950$ zurück bekommen habe, haben wir uns ein gutes Essen gegönnt. Das Restaurant mit perfektem Blick auf die Oper und die Brücke, sah erst nach „unbezahlbar“ für uns Arme Backpacker aus. Als der geschickte Manager uns aber die Karte zeigte und alles dran setzte uns in das fast volle Restaurant zu bekommen, ließen wir uns an einem schönen Tisch unter freiem Himmel nieder. Mein Spargel-Auberginen-Auflauf war sehr lecker und Sarahs Burger und Sams Fleisch mundeten wohl auch super. Dazu gabs guten Weißwein und Käsekuchen zum Nachtisch. Ewig saßen wir im Restaurant und redeten über alles mögliche.
Auf dem Rückweg guckten wir uns die gute Show eines Entfesslungsküntlers an, wo viel gelacht wurde.
Zurück im Hostel legten die anderen sich nochmal aufs Ohr und ich packte meine Sachen zusammen.
Als ich mich endlich auf den Weg machte war es schon dunkel und pisste aus Kübeln. Dummerweise hatte ich nur einen Pulli an und sehr dünne Ballerinas die schnell durchnässt waren. Irgendwie harmonierten mein google maps und ich nicht so gut und so lief ich hundert mal im Kreis, bis ich die Bushaltestelle fand. Die ersten beiden angekündigten Busse fuhren einfach vorbei und ließen mich als begossenen Pudel zurück. Der Bus der stoppte war leider nicht meiner und der Fahrer sagte mir ich muss den nächsten nehmen.
In diesen stieg ich dann auch ein und fragte nach einer Weile wann ich aussteigen muss. Der Fahrer sagte ich wäre in die komplett falsche Richtung unterwegs – Mist !
Gut, dass die Aussis so überaus hilfsbereit sind und ein netter Mann mir idiotensicher den Weg zum richtigen Bahnhof erklärte und sogar ausstieg um es besser erklären zu können.
Nach über einer Stunde saß ich endlich im richtigen Zug nach Windsor und auf der über einstündigen Fahrt konnte ich mich gut von den Strapazen erholen.
Leider ist dort die Klimaanlage immer an und nass wie ich war, war mir ordentlich kalt. Für das, dass ich meine Schuhe auszog, erntete ich merkwürdige Blicke 😀
Von Windsor aus wo ich mein Auto kostenlos gelassen hatte, ging’s dann noch eine halbe Stunde im Auto zurück zur Farm. Dabei muss man immer auf die Kängurus aufpassen, die nachts über die Straße rennen. Zum Glück habe ich keins gesehen. Zurück auf der Farm schlief ich gleich ein.

Wochenendgrüße von Sydney
Nadine

 

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Botanical Garden

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Regierungshaus

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Ich, Sam, Sarah

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Meer

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Das berühmte Opera-House

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Harbour-Bridge

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Essen am Hafen

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Weekend Trip to Sydney

Samstag, 22.08.2015

Gleich am ersten Samstag bin ich noch vor dem Füttern mit dem Zug von Windsor nach Sydney gefahren. Mit Auto, Zug, 2 Straßenbahnen und zu Fuß, dauerte es über 2 Stunden. Sarah, Jona, Sam und die anderen waren noch im Hostel und ganz unauffällig hab ich mich ins Zimmer geschlichen, um nix bezahlen zu müssen. Es war kein Bett mehr frei, aber Sarah „lieh“ mir ihr Bett für die Nacht. Da es ein Ereignis zu feiern gab, dass mit Geld zu tun hatte, gönnten wir uns statt Goon Bier und stießen freudig an. Sehr spät zogen wir dann in einer riesigen Gruppe Richtung Kings Cross zum feiern.
Unterwegs kamen wir an einer Hausparty vorbei und beschlossen kurz halt zu machen. Nette Gäste luden uns gleich ein. Ein junger Mann fragte, woher wir kommen. Deutschland, Dänemark, England, Wales, Australien, Amerika, Finnland, so die Antwort. Das fand er genial und bat uns ins Haus. Wir waren noch nicht mal drin, da kam die Hausherrin ein junges Mädel. Sie war gar nicht begeistert und schickte uns sehr böse weg. Ihr Freund kam und versuchte sie umzustimmen. Bevor sie was sagen konnte, kam die Polizei angefahren. Wir hörten, dass sich jemand wegen Ruhestörung beklagt hatte und gingen ganz schnell weiter, bevor es noch mehr Ärger gab.
Die erste Bar kostete zwar keinen Eintritt, aber dafür waren wir dort auch die Einzigen. Es war nicht einfach einen Club/Bar zu finden, weil alle über 20$, teilweise sogar 30$ Eintritt verlangten. Es war schon nach 12 als wir uns wie letzte Woche in unserer WorldBar wieder fanden. Da der Eintritt das letzte Mal bei 10$ lag, gingen wir von diesem Preis aus. Leider kostete es auch hier am Wochenende 25$ und wir waren geschockt, aber ich ließ mich überreden und zahlte schweren Herzens auch. Es war dafür wieder genau so genial wie das letzte Mal, aber viel voller und man hatte nicht viel Platz. Trotzdem feierten wir ausgelassen und hatten sehr viel Spaß. Die Leute mit denen ich unterwegs war, waren auch total nett und cool. Die Hälfte ging schon früher, aber ich blieb mit den anderen bis die Lichter an und die Musik aus ging und dann machten wir uns langsam auf den Heimweg. Es regnete und ich zog meine Schuhe aus, weil die so durchnässt waren, was es nicht besser machte. Ich war froh, als ich im warmen Hostebettchen lag.

Grüße vom Wochenende in Sydney

Nadine

Back to reality

Freitag, 21.08.2015

Hier hab ich sehr gesegnete Arbeitszeiten. Ich fange um halb 8 an. So konnten Saphia, Matthew und ich ausgiebig frühstücken. Die beiden ließen sich aber ein bisschen viel Zeit und so fingen wir erst um 8 an. Es hätte aber nichts gebracht allein zu starten, weil sie mich ja einweisen müssen.
Zuerst müssen wir alle Paddocks sauber machen. Dazu haben wir Sackkarren mit großen Eimern drauf mit denen wir mit Hilfe von Schaufeln die Pferdeäpfel einsammeln. Es sind 17 Paddocks und zu 3. waren wir schnell fertig. Es ist total einfach und überhaupt nicht anstrengend. Nicht zu vergleichen mit den 30 Boxen auf der anderen Farm.
Danach ging es los mit den Pferden. Wir fragten Andrew meinen Chef welche Pferde er reiten will und welche nur aufs Laufband sollen. Nacheinander holten wir die Pferde vom Paddock, banden sie an, putzten, sattelten und trensten sie. Eine Weile mussten wir mit 2 gesattelten Pferden warten, bis mein Chef sich aufs Erste setzte. Den ganzen Morgen richteten wir die Pferde, stellten andere aufs Laufband und duschten alle 4-Beiner ab, nachdem Andrew geritten war. Als Matthew und ich 2 Stuten zurück ins Paddock brachten, sprang ihm ein Pferd auf den Fuß und dieser wurde dick und blau.
Andrew springt die Pferde sehr oft und reitet auch einige der Einstellerpferde hier.
Wenn wir mit allem fertig sind, müssen wir noch fegen.
Zum Schluss gab es eine Standpauke. Unser Chef sagte zu Saphia und Matthew das der Arbeitsbeginn um halb 8 ist und sie die Zeiten einhalten müssen. Außerdem hatten sie die Heizung im Container nicht ausgemacht und die Türe stand offen. Das koste nächstes mal 50$ vom Lohn und er kassiert den Heizer ein, sagte er. Hinterher entschuldigte er sich bei mir, dass ich das an meinem ersten Tag mitbekommen habe.
Um 2 gingen wir drei zum Mittagessen. Ich versuche mich hier gesund zu ernähren, was mir auch meistens gut gelingt. Es gibt viel Gemüse und weil ich nicht so viel Weizen essen soll, kaufe ich Vollkornnudeln. Wir drei unterhielten uns während der Pause gut und die beiden sind nett zu mir. Sehr oft reden sie allerdings französisch und ich verstehe kein Wort. Hätte ich in der Schule mal besser aufgepasst – mist !
Um 3 ging es wieder weiter. Matthew blieb im Container, weil sein Fuß gar nicht gut aussah. Es wurde immer dicker. Saphia und ich sollten Inventur machen. Auf der Farm steht ein großer LKW-Anhänger mit Turnierhindernissen drin. Alles mussten wir zählen. Sachen wie Sprungständer, Stangen, Nummern, Planken, Kegel, Wassergraben, Fahnen, usw. waren zu finden. Da wir die englischen Begriffe nicht wussten, malten wir es auf. Bei den Sprungständern wurde es schwierig, weil die quer überall rum standen und weil der Anhänger dunkel war. Saphia musste klettern um alle zählen zu können und zählte einmal 70, einmal 55 und einmal 63. Nach fast 2 Stunden hatten wir es endlich geschafft und alles gezählt. Es wurde schon dunkel als wir viel zu spät anfingen zu füttern. Gerade bevor man nichts mehr sehen konnte waren wir fertig und froh es noch geschafft zu haben. So ging mein entspannter erster Arbeitstag zu ende.

Liebe arbeitende Grüße
Nadine

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Hofhund Joe

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Hofhund Dan

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Inventur

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New Workplace again

Donnerstag, 20.08.2015

Mein IPhone-Alarm riss mich nach gerade mal 2 Stunden Schlaf unsanft aus den Träumen. Im Parkhaus wo Brissie stand gab es eine Nachtparkflatrate für 10$, aber die endete um 6. Für jede Stunde sollte ich 20$! bezahlen. Neee liebes Parkhaus ! Da parke ich lieber um 6 Uhr morgens nach einer durchgefeierten Nacht mein Auto persönlich um. Also zu Fuß auf den Weg gemacht und Auto ein paar Meter weiter auf einen günstigen Parkplatz mit Parkuhr gefahren. Da ging gerade die Sonne auf. Die vielen Business-Menschen haben mich nicht gerade würdevoll angeguckt als ich mit Chillerhose und verschmiertem Makeup an ihnen vorbei ging.

Dann schnell wieder ins warme Bett gekrabbelt und Äuglein erneut zu gemacht.

Ich konnte noch mal eine Weile schlafen, bis der Lärm im Zimmer zu laut wurde. Das sind halt eindeutig die Nachteile im Hostel. Da wird keine Rücksicht auf Schlafende genommen.

Nach dem Frühstück sind die anderen zum Sightseeing bei sehr warmen, sonnigen Wetter aufgebrochen und ich saß mal wieder in Brissie und suchte nach einem noch günstigeren Parkplatz. Nach über einer halben Stunde gab ich auf. Die Parksituation in Sydney ist grauenvoll. Ein Problem mit Brissie ist auch die Höhe. Sie ist 2,10 m hoch und viele Parkhäuser sind nur bis 1,90m. Also hab ich mich auf den Weg zur Farm gemacht.

Der Verkehr war wieder schlimm und es ging nur sehr schleppend voran. Eine Entschädigung für alles war aber definitiv folgendes: Ich fuhr so nichtsahnend den Blechmassen hinter, als ich meinen Augen nicht traute: Ich war mitten auf der Harbour-Bridge ! Damit hatte ich nicht gerechnet und ich staunte Bauklötze. Die Aussicht von der gigantischen Brücke war atemberaubend. Bei strahlender Sonne versuchte ich das Opera-House zu erspähen, aber konnte es leider während dem Fahren nicht ausfindig machen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit mit dem eigenen Auto über diese Weltberühmte Brücke zu fahren.

Die fast eineinhalb Stunden Fahrt kamen mir ewig vor. Als ich dann mitten im Nirgendwo auf der Farm ankam, freute ich mich total. Die 3 Hofhunde begrüßten mich freundlich. Als erstes lernte ich Saphia und Matthew kennen, die seit 2 Monaten hier arbeiten. Das nette französische Pärchen zeigte mir gleich alles und stellte mich meinem Chef Andrew vor. Diesem half ich ein Feuer zu machen, weil er derzeit alle Holzreste verbrennt. Zum Glück zündete er es an, weil ich nicht so der Held im Feuer machen bin. Auf Toms Farm musste das schon immer Sophia machen.

Dann hatte ich Zeit meine Sachen auszupacken. Ich wohne in einem Wohnwagen und daneben Saphia und Matthew in einem anderen. Die Küche ist in einem Container wie auf Davids Farm. Außerdem ist dort eine Dusche mit drin. Zähne putzen müssen wir im Spülbecken, aber man gewöhnt sich ja an alles 😉

Die Springpferde stehen hier alle auf sehr großen Sandpaddocks und haben das Paradies. Es gibt 17 Reitpferde, darunter 5 Einsteller, 1 Fohlen und nochmal 9 junge Pferde die auf einer Koppel in einer Herde leben. Meine andere Chefin Jenny die durch ganz Australien fährt um Reitunterricht zu geben, war nicht da. Es gibt einen großen Springplatz, einen Waschplatz, 2 überdachte Plätze zum satteln der Pferde und einen Walker (Laufband für Pferde). Vor Andrews und Jennys Haus gibt es sogar einen Pool, wo wir auch rein dürfen.

Andrew geht regelmäßig auf Springturniere und er und Jenny sind in ganz Australien weit bekannt, weil sie erfolgreich bis in die hohen Klassen sind.

Saphia und Matthew nahmen mich dann gleich zum Füttern mit. Das machen wir mit einem Quad mit Anhänger dran. So ist das sehr cool und macht total viel Spaß. Jedes Pferd hat seinen eigenen Eimer und nach 40 min. alle ihr Futter.

Nach dem Abendessen räumte ich noch mein Zeug im Wohnwagen um und ging früh ins Bett meines coolen Wohnwagens.

Schöne Grüße von der tollen neuen Farm

Nadine

Sydney here we go

Mittwoch, 19.08.2015
Irgendwie glaubt mir das zu Hause sicher keiner, aber hier bin ich die Mutti. Ich organisiere alles, wecke meine Kindlein und erziehe Jona 😛 Die jungen Leute nennen es spießig, die „ältere“ Generation vernünftig 😉 So machte ich mich unbeliebt als ich wie der Feldmarschall persönlich alle aus den Betten holte und Feuer unterm Hintern machte. Jona, der immer der Langsamste ist, wollte sich nicht so recht motivieren lassen, aber um 12 waren wir on the road.
Die Kilometerzahl bis nach Sydney wurde immer weniger und es lief super. Die Landschaft war sehr abwechslungsreich und es gab viel zu sehen. Flüsse, Seen, Kühe, Schafe und Pferde zogen an uns vorbei, während sich flache Straßen mit Hügeln abwechselten. Es war auch hier sehr beeindruckend, wie weitläufig dieses tolle Land einfach ist und wie man kilometerweit fahren kann, ohne Zivilisation zu sehen. Auch Autos waren hier nicht oft vorzufinden. Wir hingen jeder unseren Gedanken nach und genossen die beeindruckende Landschaft, während sich Sydney näherte.
Nach dem Mittagessensstopp an einer Raststätte, hatten wir es fast geschafft.

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Unterwegs buchten wir bereits ein Hostel, welches wir gleich ansteuerten. Der Verkehr wurde immer dichter, die Bäume und Kühe verwandelten sich in Blechlawinen und Hochhäuser und mein Tempomat wurde durch die unzähligen Ampeln gebremst. Erst mal sahen wir nichts außer Tunnel, aber als wir auf die Skyline von Sydney zu fuhren, waren wir alle sprachlos. Es sieht total gigantisch aus und fühlt sich gut an, auf so eine Weltstadt zu zu steuern.
Nachdem wir uns durch den Verkehr gekämpft hatten, fanden wir sogar einen kostenlosen Parkplatz direkt vor dem Hostel.

Geschafft – endlich in Sydney!

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Nach dem Einchecken wurde erst mal Goon (Billigwein und Hauptgetränk der Backpacker) besorgt und auf den erfolgreichen Roadtrip angestoßen.

Davor musste ich aber noch Brissie in ein Parkhaus stellen. Der Parkplatz war nur für eine Stunde. Zum Glück gibt`s hier eine Nachtparkflat, sonst wäre ich arm geworden.

Wir waren sehr im Feiermodus und so zog es uns mit einer Finnin und einem Engländer vom Hostel in die „World-Bar“. Das ist ein sehr cooler, kleiner Club in Kings Cross, wo man vom Hostel aus zu Fuß hin kommt. Wir feierten die ganze Nacht und tranken viel Bier und Teepots (Eine Teekanne voller Schnaps den man in Schnapsgläser füllt).

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Die erst sehr schüchterne Finnin Saija stellte sich als echte Partyqueen heraus und als die anderen schon gingen, blieben Jona, sie und ich noch da und feierten ausgelassen weiter. Die Musik auf dem Hip-Hop-Floor war sehr gut und so tanzten wir zu den Backstreet-Boys und vielen mehr. Als dieser Floor schloss, mussten wir in den „Drogen-Floor“ wechseln, wo wir bestimmt die Einzigen waren die nichts genommen hatten. Die Musik war grauenhaft und hatte nicht mal eine Melodie. Wir machten das Beste draus und hatten trotzdem sehr viel Spaß.
Beschwingt vom Alkohol traten wir sehr spät den Weg zum Hostel an.

Grüße aus Sydney
Nadine

Awesome Roadtrip

Dienstag, 18.08.2015

Mitten in der Nacht kam Jona zu mir ins Auto gekrochen, dem es im Zelt zu kalt wurde. Auch das machte es nicht besser, dass es bei der Außentemperatur von -2° viiiiel zu kalt zum schlafen war. Obwohl ich so dick eingepackt war, hab ich total gefroren und machte fast kein Auge zu.

Als ich dann aber aufwachte, war es viel zu heiß. Ich zog alle Schichten bis aufs T-Shirt aus und machte die Autotüren auf. Die Sonne hatte Brissie so aufgeheizt, dass ich es nicht mehr aushielt und früh aus dem Bett krabbelte.

Die anderen schliefen sehr lange und Jona machte Nudeln mit Ei zum Frühstück.

Irgendwie vertrödelten wir den Tag und verbrachten lange Zeit mit Packen. Diesmal hatten wir mehr Struktur und verschnallten alle Backpacks sicher auf dem Dach.

Jona und ich wollten nur kurz an den See laufen, aber wir entdeckten einen Spielplatz mit Riesensprungkissen und tobten uns sehr lange aus. Wie kleine Kinder hatten wir Spaß und Jona machte Fitnessübungen an den Geräten. Der See ist total schön und die Landschaft drum rum ebenfalls. Wir hatten mit diesem genialen Campingplatz echt eine gute Entscheidung getroffen und ich hoffe ich kann im Sommer wieder kommen. Außer uns und dem Ehepaar war der Platz sonst nämlich leer.

Eigentlich sollte man bis 10 Uhr auschecken aber als wir los kamen war es schon 2. Niemand sagte etwas und somit starteten wir Tag 2 unseres Roadtrips.

Zuerst stoppten wir an einem alten Kriegsschiff, das sehr beeindruckend war.

Die Stimmung war super, die Musik auch und das Wetter traumhaft. So hab ich mir das vorgestellt. Wir fuhren also der Freiheit entgegen und freuten uns immer mehr auf Sydney. Nur war ich sehr müde und nach 3 Stunden Fahrt hielten wir pünktlich zum Sonnenuntergang in Gundagai. Das ist eine relativ große Stadt mit vielen Motels und Restaurants. Im Hungry Jacks (wie Burger King in Deutschland) war ich erstaunt, dass es einen Veggieburger gab und allen schmeckte es gut.

Frisch gestärkt begaben wir uns auf die (lange) Suche nach einem Motel und checkten zu 4. in ein schönes, gemütliches und vor allem warmes Zimmer ein. Für 105$ die Nacht zu 4. auch echt ok.

Nach dem Einkauf im Woolworth gabs Essen im Bett, ein paar Bier und ich schlief früh ein.

Grüße vom Roadtrip

Nadine

 

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Freedom & bad luck

Montag, 17.08.2015

Um 8 klingelte der Wecker. Für mich kein Problem. Für die anderen nach einer durchzechten Nacht schon 😀 Mann bin ich gemein, dachte ich, als ich meine Meute zur Motivation drängte. Was muss das muss. Das Hostelfrühstück (Cornflakes & Toast) ließen wir uns trotzdem nicht entgehen. Geschenkt ist geschenkt. In Laos hat ja schon meine erste Essensmutprobe (Durian) statt gefunden. Auch hier ist das Pflicht, nur dass man Vegemite essen muss. Das ist der australische Brotaufstrich. Es sieht aus wie Teer, riecht auch so und schmeckt wie Maggie. Mit ganz dick Butter auf dem Toast hab ich eine ganze Scheibe runter bekommen, aber öfter werde ich das wohl nicht essen.

Frisch gestärkt stand schon die erste Aufgabe bevor: How to pack a Jeep? Gestern hat mich Sarah gefragt ob es ok ist einen jungen Mann vom Hostel mit auf die große Tour zu nehmen. Ich war gar nicht begeistert weil unsere Sachen so schon nicht in Brissie gepasst haben. Als wir dann in aller Frühe vor meinem Auto standen und versucht haben, es bis unters Dach vollzupacken, sank meine Laune in den Keller. Ich setzte mich auf den Fahrersitz, ließ die anderen machen und erklärte Sarah, dass ich ihr gleich gesagt hatte, dass das eine schlechte Idee war. Ganz stolz erklärten mir die Jungs, dass sie alles verstaut hätten. Es wäre lebensmüde gewesen, wenn wir mit der ungesicherten Ladung auf meinem Dach losgefahren wären. Also machte sich die Fachfrau ans Werk und ich zurrte alles mit Gurten und Gummibändern fest. Endlich konnte es los gehen. Ich bin mir zwar sicher, dass Brissie nun zu voll beladen war, aber stehen lassen konnte ich den jungen Mann ja auch nicht.

Aus Melbourne draußen verriet mein Navi mir, dass es nun 800km gerade aus gehen würde. Auf den 2 spurigen Highways ist maximale Geschwindigkeit von 110 km/h. Also setzte ich den Tempomat auf exakt diese Geschwindigkeit und mit guter Musik und genialer Stimmung machte das Fahren Spaß. Unser neuer Mitreisender „Sam“ stellte sich als total nett heraus und wir lernten ihn auf der Fahrt näher kennen. Wir kamen in einen sehr heftigen Regen und zwischen vielen Trucks konnte ich gar nichts sehen. Diesen ließen wir zum Glück nach kurzer Zeit hinter uns und hofften, dass Sams Backpack auf dem Dach wasserdicht ist.

Der Highway war propevoll und das Fahren haben die Aussies definitiv nicht erfunden. Eigentlich herrscht Linksfahrgebot, aber davon scheinen auch die unendlich vielen Trucker noch nie was gehört zu haben. Da musste man dann schon mal links überholen. Gut, dass das die Polizei nicht sah, die vor uns einen Truck aus dem Verkehr zog. Wir redeten eine Weile über die hohen Geldstrafen in Australien und ich erzählte den anderen, dass ich Angst habe, auch mal erwischt zu werden und deswegen immer exakt die richtige Geschwindigkeit fahre. Auch an vielen Blitzern sind wir vorbei gekommen, aber mein Tempomat lässt mich glücklicherweise nicht im Stich.

Gerade, als ich wieder einen dieser nervigen Trucks überholte, saß ich im Rückspiegel ein Blaulicht. Ganz brav fuhr ich auf den Standstreifen und stieg aus. Die Polizisten wollten meinen Führerschein sehen und ich musste in ein Alkoholgerät pusten. Natürlich hatte ich (wie bei den letzten beiden Kontrollen auch) 0,0 Promille. Sie fragten mich, wie lange ich schon in Australien wäre und wie lange ich noch vor hätte zu bleiben. Außerdem wollten sie wissen, ob es einen Grund für das heutige rasen gäbe. Ganz selbstbewusst konterte ich, dass ich nicht gerast wäre, sondern nur einen Truck überholen wollte. Das hätten sie gesehen, sie hätten an der Rastätte gewartet, so die Antwort. Auf die nächste Frage hin ob ich Australien bisher mögen wurde, konnte ich nur antworten: „Ja, bis ich die Strafe hierfür sehe“. Ich musste auf der Stelle anfangen zu heulen, als ich hörte, dass ich 300$ für 12 km/h zu schnell zahlen soll. Vielleicht hat irgendwas in mir drin gehofft, dass die Polizisten Mitleid mit mir haben werden, aber dem war leider nicht so. Sie rieten mir zu einem Zahlungsplan, wenn ich das Geld nicht auf einmal zahlen könne. Die besaßen auch noch die Frechheit in mein Auto zu gucken und zu sagen, dass die anderen ja auch was zahlen können. Ich erklärte nur, dass ich zu schnell gefahren bin und nicht meine Mitfahrer. Auch wegen der Verfrorenheit der beiden Polizisten geriet ich sehr in Rage und erklärte den beiden, dass ich gestern zu Hause geblieben bin und nichts getrunken habe, weil ich die Verantwortung für die Leute in meinem Auto trage, ich seit über 5 Stunden meinen Tempomat auf genau 110 km/h habe und ich mich frage, warum ich nur weil ich einen LKW überholt habe und für 10 Sekunden 122 km/h hatte, so immens viel Geld zahlen soll. „Das ist verf*** unfair“, sagte ich dazu. Wir haben nicht gezählt wie oft ich das Wort „verf**“ gesagt habe, aber es war sehr oft. Gut, dass mir keine Beschimpfungen raus gerutscht sind. Bestimmt sind die solche Reaktionen gewohnt und machen Gelassenheitsschulungen. Jedenfalls ließen die mich stehen und fuhren davon. Ich musste mich erst mal ins Gras am Standstreifen legen und tief durchatmen. Hoffentlich werde ich in nächster Zeit mehr Glück mit dem Geld haben. Zum Glück hab ich nicht noch eine Strafe für die Ladung bekommen.

Sehr lange habe ich mich noch darüber aufgeregt und auch die anderen meinten, dass es verdammtes Pech wäre, aber als wir anfingen Witze über Strafen zu machen, konnte ich wieder lachen. Außerdem kam blauer Himmel zum Vorschein und wir fuhren der Sonne entgegen. Als ich meinen Kaugummi zum Fenster raus warf, sagte Sam, dass ich aufpassen muss, keine Strafe zu bekommen.

Zufällig kamen wir an Benalla vorbei und ich fuhr die Ausfahrt raus. Leider konnte ich meine Adresse bisher nicht übers Internet ändern und musste persönlich vorbei kommen um das zu tun. Ich bekam bereits 2 Briefe für Maut auf Toms Farm geschickt, die er mir leider nicht weiter leitete. Zum Glück konnte ich endlich die Adresse endlich auf die neue Farm ändern. Eine große Sorge weniger.

Es dämmerte schon langsam als wir an einem großen Schild mit „Holiday Park“ vorbei fuhren. Ich folgte den weiteren Schildern und wir kamen an einem wunderschönen, sehr ruhig gelegenen Campingplatz raus. Für 7,50$ pro Person und Nacht, bekamen wir einen Stellplatz mit Strom.

Als Brissie komplett ausgeräumt, das Essen im Kühlschrank verstaut und das Zelt aufgebaut war, kam das Tageshighlight. Wir durften mit dem Ranger die Tiere füttern gehen. Neben Gänsen, Llamas, Schafen und Rehen, fraß uns auch ein Känguru aus der Hand. Jona konnte somit den Punk „Känguru sehen“ auf seiner Bucketlist abhaken und wir waren alle sehr beeindruckt und hatten viel Spaß mit den Tieren. Der Campingplatzbesitzer nimmt kranke und verletzte Tiere auf und peppelt sie auf. Auf dem Campingplatz läuft ein Strauß rum, der uns ständig verfolgte und uns nicht ganz geheuer war.

Jona, Sarah und Sam kochten und ich ruhte mich aus. Es gab Gnocci, Ratatoullie, Nudeln, Maiskolben und Reis und wir ließen es uns alle schmecken. Der Campingplatz hatte total geschickte Grillplatten, auf denen man alles grillen konnte.

Ein ganz nettes, älteres Ehepaar setzte sich eine Weile zu uns und die beiden redeten lange mit uns. Sie schenkten uns eine große Packung Vanilleeis und Gefriergemüse. Vor einem warmen Feuer in der Mitte vom Aufenthaltsraum, genossen wir unser Eis, hörten Musik, tranken Goontee (Tee mit Billigwein = Eigenkreation) und ließen den wunderschönen ersten Tag unseres Roadtrips gemütlich ausklingen. So hab ich mir das vorgestellt und die Verärgerung über die Strafe war längst verflogen. Ich freute mich einfach nur hier sein zu dürfen und so gigantische Erfahrungen machen zu können.

Leider wurde es affig kalt und keiner wusste wie wir die Nacht im Auto und Zelt überleben sollten. Sobald man einen Meter vom Feuer weg war, hielt man es nicht mehr aus. Sarah und Sam beschlossen vor dem Feuer zu schlafen und Jona wagte sich ins Zelt. Ich zog ein T-Shirt, 2 Pullover, 2 dicke Jacken, Mütze, Schal, Handschuhe und Wollsocken an und wagte mich in Brissie zum schlafen. Die Sonnenblenden machte ich hin, dass die nicht vorhandene Wärme drin bleibt, aber ich wusste, dass das nicht viel bringt. Zitternd vor Kälte versuchte ich einzuschlafen. Ja, auch in Australien kann es im Winter sau kalt werden.

Liebselige Grüße

Nadine

 

Erster Roadtrip

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Jona macht Straußselfies

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Natürlich campt mein Schaf auch mit

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Brissie voll gepackt

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Tiere füttern

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Drei Leute kochen – eine macht Bilder

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Sarah sortiert um

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Lecker essen

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Goontee, Vanilleeis und Feuer – so lässt sichs aushalten

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Stolen Cheese, smelling Hostelrooms and turkish music

Sonntag, 16.08.2015

Als ich nach 88 Tagen wieder in einem Hostelstockbett aufwachte, fühlte ich mich tiefenentspannt. Bei 15 Stunden Schlaf auch kein Wunder. Halt, Stopp 15 Stunden?! Es war 1 Uhr mittags und ein Schock traf mich beim Blick auf Hugo (mein Iphone). Da hatte ich wohl sehr gut geschlafen. Vielleicht brauchte das mein Körper nach der 2 monatigen, anstrengenden Farmarbeit und täglichem 4 Uhr-aufstehen einfach mal. Ach wie hatte ich es vermisst in einem stickigen, stinkigen Raum neben 7 fremden (teils sehr mysteriösen) Leuten aufzuwachen, die außerdem lautstark mitten in der Nacht nach Hause kamen – NICHT ! Da war das mit dem Privatcontainer auf den Farmen schon ein Luxus.
Jona zauberte zum „Frühstück“ Nudeln mit Tomatensoße. Backpacker sind ja u.a. für ihr Improvisationstalent bekannt. So wurden aus Töpfen Teller, aus Klopapier Servietten, aus Suppenkellen Besteck und aus dem kleinen Raum mit mini-TV ein Kinosaal/Restaurant.
Auch nicht vermisst habe ich die vielen Elstern im Hostel. Wenn es um Essen geht, versteh ich keinen Spaß. Irgend ein Mitbewohner klaute rotzfrech meinen neu erworbenen Käse. Dieser kostet hier sage und schreibe 7$!! und somit war ich sehr böse. Nicht gerade beispielhaft aber aus reiner Notwehr, stibizte ich dafür einen anderen Käse. Soll doch einfach jeder bei seinem Zeug bleiben, dann gibt’s keine Probleme. Auch unsere neue Butter war weg, aber die ist wenigstens nicht so teuer.
Zur Erholung vom Schlaf schauten wir im TV-Raum neben dem 5* Menü, eng zusammen gekauert auf der verratzten Couch eine DVD nach der nächsten.
Der suspekte Drogendealer aus unserem Raum der den ganzen Tag nur in seinem Bett liegt, bot uns was von seinem heiligen Zeug an – Neeee danke, wir brauchen sowas nicht ! Gut, dass Sarah, Jona und ich uns da vollkommen einig sind !
Der Tag neigte sich schon dem Ende zu, als wir es schafften uns in die Dusche zu schleppen. Ohne Flip-Flops hätte ich mich dort nie rein getraut – iiiih!
Bei (für Melbourne) angenehmen Temperaturen, wanderten Jona und ich im Sonnenuntergang zum Pier. Das Highlight vieler Touris ist die abendliche Pinguinparade in St. Kilda. Ich hatte das ja schon ein mal gesehen, aber für Jona war es ein Erlebnis. Sobald die Sonne hinterm Horizont verschwindet, kommen die kleinen süßen Pinguine aus ihren Verstecken und präsentieren sich. Die Laute die sie dabei von sich geben sind total goldig. Ganz Massentourismus trifft man auf viele Japaner und Chinesen mit Selfiesticks, möchtegern-Models die gerne die Pinguine hoch heben wollen und Pärchen die (vergeblich) auf einen romantischen Abend zu 2. hoffen.
Im Hostel das gleichzeitig einen Pub beherbergt, gab es Livemusik. Der Sänger (Backpacker aus Schottland) hatte ein beeindruckendes Musik-Reportai. Von Red-Hot-Chilli-Peppers, über Freddie Mercury bis hin zu türkischer Partymusik konnte man sich alles wünschen. Neben ein paar (vielen) Bier, hatten wir viel zu Lachen und einen super tollen Abend in Freiheit. Außerdem kam ich mit einem Aussie und 2 Franzosen ins Gespräch die das selbe Problem im Job hatten.
Zum Abendessen gönnte ich mir einen Veggieburger im Pub-Restaurant, der für 5$ nicht nur unbeschreiblich günstig, sondern auch total lecker war.
Sarah und Jona waren so vom Bier beschwingt, dass sie wieder in einen Club gehen wollten. Ganz verantwortungsbewusst entschied ich mich schweren Herzens für mein Bett, weil es morgen auf große Fahrt geht.

Hostelgrüße
Nadine

 

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Teller, Besteck ? Braucht man nicht !

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The escape

Samstag, 15.08.2015

Aus bestimmten Gründen die ich hier nicht aufzähle, fassten wir Freitag Abends gemeinsam den Entschluss Samstags morgens das letzte mal zu Arbeiten und dann zu gehen. Freitag Abends ging es wieder in den MC Donalds, wir bewarben uns für Jobs für Jona und Sarah, packten unsere Sachen und luden alles ins Auto. Jona wollte unbedingt die Pferdehandtücher waschen was wir nicht verstanden. Als er dann unsere Wäsche einsammelte und meinte, dass wir nun waschen können, waren wir stolz auf ihn, dass er so gut mit dachte. Es war somit sehr spät als wir ins Bett kamen aber wir wussten ja, dass es vorerst das letzte Mal war, dass wir so früh aufstehen müssen.

Samstag arbeiteten wir ganz normal ohne das jemand was ahnte. Als der Manager Alex mir anrief und fragte, wann ich denn vor hätte in den neuen Job nach Sydney zu wechseln, sagte ich, dass ich nach der Arbeit ein Gespräch mit ihm wolle. Er fragte, ob was passiert sei. Ich ließ nix raus und betonte mehrmals, dass wir drei persönlich mit ihm reden wollen. Alex bekam aus mir raus, dass ich die Farm nach der Arbeit verlassen würde. Auf Nachfragte sagte ich ihm, dass Sarah und Jona für sich selbst sprechen müssen. Natürlich versuchte ich gleich die beiden anzurufen um sie zu „warnen“, aber sie gingen nicht ran. Als Jona zurück rief, teilte er mir mit, dass David ihm eine Stunde Zeit zum Nachdenken gab, ob er da bleiben wolle. Sarah teilte ihre Entscheidung zu gehen gleich noch am Telefon mit. So arbeiteten wir noch den Rest des Morgens und dann kamen alle vom Track wieder. Ein paar Minuten später waren alle Leute weg und wir drei waren allein. Als Alex der Manager kam, führten wir eine laute, lange Diskussion mit viel Emotionen. So gingen wir im Bösen von der Farm.

Es dauerte ewig bis wir es schafften los zu kommen, weil uns noch so viel einfiel was wir machen und packen mussten. Nach der Verabschiedung von Jack traten wir endlich den Aufbruch an. Mit sehr gemischten Gefühlen. Ich werde die Leute, die Pferde, Gipsy und Precious, Sam und Charly und die gewohnte Umgebung sehr vermissen. Mir fiel es nicht leicht das letzte Mal zum Gate raus zu fahren und ich fand es sehr schade, dass meine schöne Zeit so ein dummes Ende nehmen musste. Naja, neue Farm, neues Glück ?!

Sarah und Jona waren nach ihrer kurzen Zeit hier (1 Woche) nur froh weg zu kommen.

Nach der einstündigen Fahrt erreichten wir St. Kilda in Melbourne und checkten in unser Hostel in einem Pub ein. Wir hatten einen 6er Dorm: ein stickiger, stinkender, kleiner Raum. Ich musste im Stockbett oben schlafen und es hatte nicht mal Gitter die mich vor dem rausfallen geschützt hätten. Ich habe noch nie in einem so verratzen Hostel geschlafen, aber 15$/Nacht waren sehr günstig. Die Mikrowelle war so dreckig, dass ich nicht mal meine Pizza darin warm gemacht hab. Überall roch es nach Rauch und es war einfach nur ekelig. Nach dem Essen waren wir so müde, dass wir alle einen Mittagschlaf machten.

Jona und Sarah sind abends los gezogen um Party zu machen, aber ich war so erledigt und voller verschiedener Emotionen (Wut über das was passiert ist, Trauer über das zurück lassen einer schönen Zeit, Freude über die neue Freiheit und Aufregung auf die kommende Zeit), dass ich beschloss liegen zu bleiben und wieder zu schlafen.

Aufgelöste Grüße von der Flucht

Nadine (Sarah und Jona)

 

Letzte Bilder von unserer Unterkunft

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Und der der Farm

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Escape-Selfie

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Soooo viel Gepäck

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