Weekend Trip to Sydney

Samstag, 22.08.2015

Gleich am ersten Samstag bin ich noch vor dem Füttern mit dem Zug von Windsor nach Sydney gefahren. Mit Auto, Zug, 2 Straßenbahnen und zu Fuß, dauerte es über 2 Stunden. Sarah, Jona, Sam und die anderen waren noch im Hostel und ganz unauffällig hab ich mich ins Zimmer geschlichen, um nix bezahlen zu müssen. Es war kein Bett mehr frei, aber Sarah „lieh“ mir ihr Bett für die Nacht. Da es ein Ereignis zu feiern gab, dass mit Geld zu tun hatte, gönnten wir uns statt Goon Bier und stießen freudig an. Sehr spät zogen wir dann in einer riesigen Gruppe Richtung Kings Cross zum feiern.
Unterwegs kamen wir an einer Hausparty vorbei und beschlossen kurz halt zu machen. Nette Gäste luden uns gleich ein. Ein junger Mann fragte, woher wir kommen. Deutschland, Dänemark, England, Wales, Australien, Amerika, Finnland, so die Antwort. Das fand er genial und bat uns ins Haus. Wir waren noch nicht mal drin, da kam die Hausherrin ein junges Mädel. Sie war gar nicht begeistert und schickte uns sehr böse weg. Ihr Freund kam und versuchte sie umzustimmen. Bevor sie was sagen konnte, kam die Polizei angefahren. Wir hörten, dass sich jemand wegen Ruhestörung beklagt hatte und gingen ganz schnell weiter, bevor es noch mehr Ärger gab.
Die erste Bar kostete zwar keinen Eintritt, aber dafür waren wir dort auch die Einzigen. Es war nicht einfach einen Club/Bar zu finden, weil alle über 20$, teilweise sogar 30$ Eintritt verlangten. Es war schon nach 12 als wir uns wie letzte Woche in unserer WorldBar wieder fanden. Da der Eintritt das letzte Mal bei 10$ lag, gingen wir von diesem Preis aus. Leider kostete es auch hier am Wochenende 25$ und wir waren geschockt, aber ich ließ mich überreden und zahlte schweren Herzens auch. Es war dafür wieder genau so genial wie das letzte Mal, aber viel voller und man hatte nicht viel Platz. Trotzdem feierten wir ausgelassen und hatten sehr viel Spaß. Die Leute mit denen ich unterwegs war, waren auch total nett und cool. Die Hälfte ging schon früher, aber ich blieb mit den anderen bis die Lichter an und die Musik aus ging und dann machten wir uns langsam auf den Heimweg. Es regnete und ich zog meine Schuhe aus, weil die so durchnässt waren, was es nicht besser machte. Ich war froh, als ich im warmen Hostebettchen lag.

Grüße vom Wochenende in Sydney

Nadine

New Workplace again

Donnerstag, 20.08.2015

Mein IPhone-Alarm riss mich nach gerade mal 2 Stunden Schlaf unsanft aus den Träumen. Im Parkhaus wo Brissie stand gab es eine Nachtparkflatrate für 10$, aber die endete um 6. Für jede Stunde sollte ich 20$! bezahlen. Neee liebes Parkhaus ! Da parke ich lieber um 6 Uhr morgens nach einer durchgefeierten Nacht mein Auto persönlich um. Also zu Fuß auf den Weg gemacht und Auto ein paar Meter weiter auf einen günstigen Parkplatz mit Parkuhr gefahren. Da ging gerade die Sonne auf. Die vielen Business-Menschen haben mich nicht gerade würdevoll angeguckt als ich mit Chillerhose und verschmiertem Makeup an ihnen vorbei ging.

Dann schnell wieder ins warme Bett gekrabbelt und Äuglein erneut zu gemacht.

Ich konnte noch mal eine Weile schlafen, bis der Lärm im Zimmer zu laut wurde. Das sind halt eindeutig die Nachteile im Hostel. Da wird keine Rücksicht auf Schlafende genommen.

Nach dem Frühstück sind die anderen zum Sightseeing bei sehr warmen, sonnigen Wetter aufgebrochen und ich saß mal wieder in Brissie und suchte nach einem noch günstigeren Parkplatz. Nach über einer halben Stunde gab ich auf. Die Parksituation in Sydney ist grauenvoll. Ein Problem mit Brissie ist auch die Höhe. Sie ist 2,10 m hoch und viele Parkhäuser sind nur bis 1,90m. Also hab ich mich auf den Weg zur Farm gemacht.

Der Verkehr war wieder schlimm und es ging nur sehr schleppend voran. Eine Entschädigung für alles war aber definitiv folgendes: Ich fuhr so nichtsahnend den Blechmassen hinter, als ich meinen Augen nicht traute: Ich war mitten auf der Harbour-Bridge ! Damit hatte ich nicht gerechnet und ich staunte Bauklötze. Die Aussicht von der gigantischen Brücke war atemberaubend. Bei strahlender Sonne versuchte ich das Opera-House zu erspähen, aber konnte es leider während dem Fahren nicht ausfindig machen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit mit dem eigenen Auto über diese Weltberühmte Brücke zu fahren.

Die fast eineinhalb Stunden Fahrt kamen mir ewig vor. Als ich dann mitten im Nirgendwo auf der Farm ankam, freute ich mich total. Die 3 Hofhunde begrüßten mich freundlich. Als erstes lernte ich Saphia und Matthew kennen, die seit 2 Monaten hier arbeiten. Das nette französische Pärchen zeigte mir gleich alles und stellte mich meinem Chef Andrew vor. Diesem half ich ein Feuer zu machen, weil er derzeit alle Holzreste verbrennt. Zum Glück zündete er es an, weil ich nicht so der Held im Feuer machen bin. Auf Toms Farm musste das schon immer Sophia machen.

Dann hatte ich Zeit meine Sachen auszupacken. Ich wohne in einem Wohnwagen und daneben Saphia und Matthew in einem anderen. Die Küche ist in einem Container wie auf Davids Farm. Außerdem ist dort eine Dusche mit drin. Zähne putzen müssen wir im Spülbecken, aber man gewöhnt sich ja an alles 😉

Die Springpferde stehen hier alle auf sehr großen Sandpaddocks und haben das Paradies. Es gibt 17 Reitpferde, darunter 5 Einsteller, 1 Fohlen und nochmal 9 junge Pferde die auf einer Koppel in einer Herde leben. Meine andere Chefin Jenny die durch ganz Australien fährt um Reitunterricht zu geben, war nicht da. Es gibt einen großen Springplatz, einen Waschplatz, 2 überdachte Plätze zum satteln der Pferde und einen Walker (Laufband für Pferde). Vor Andrews und Jennys Haus gibt es sogar einen Pool, wo wir auch rein dürfen.

Andrew geht regelmäßig auf Springturniere und er und Jenny sind in ganz Australien weit bekannt, weil sie erfolgreich bis in die hohen Klassen sind.

Saphia und Matthew nahmen mich dann gleich zum Füttern mit. Das machen wir mit einem Quad mit Anhänger dran. So ist das sehr cool und macht total viel Spaß. Jedes Pferd hat seinen eigenen Eimer und nach 40 min. alle ihr Futter.

Nach dem Abendessen räumte ich noch mein Zeug im Wohnwagen um und ging früh ins Bett meines coolen Wohnwagens.

Schöne Grüße von der tollen neuen Farm

Nadine

Sydney here we go

Mittwoch, 19.08.2015
Irgendwie glaubt mir das zu Hause sicher keiner, aber hier bin ich die Mutti. Ich organisiere alles, wecke meine Kindlein und erziehe Jona 😛 Die jungen Leute nennen es spießig, die „ältere“ Generation vernünftig 😉 So machte ich mich unbeliebt als ich wie der Feldmarschall persönlich alle aus den Betten holte und Feuer unterm Hintern machte. Jona, der immer der Langsamste ist, wollte sich nicht so recht motivieren lassen, aber um 12 waren wir on the road.
Die Kilometerzahl bis nach Sydney wurde immer weniger und es lief super. Die Landschaft war sehr abwechslungsreich und es gab viel zu sehen. Flüsse, Seen, Kühe, Schafe und Pferde zogen an uns vorbei, während sich flache Straßen mit Hügeln abwechselten. Es war auch hier sehr beeindruckend, wie weitläufig dieses tolle Land einfach ist und wie man kilometerweit fahren kann, ohne Zivilisation zu sehen. Auch Autos waren hier nicht oft vorzufinden. Wir hingen jeder unseren Gedanken nach und genossen die beeindruckende Landschaft, während sich Sydney näherte.
Nach dem Mittagessensstopp an einer Raststätte, hatten wir es fast geschafft.

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Unterwegs buchten wir bereits ein Hostel, welches wir gleich ansteuerten. Der Verkehr wurde immer dichter, die Bäume und Kühe verwandelten sich in Blechlawinen und Hochhäuser und mein Tempomat wurde durch die unzähligen Ampeln gebremst. Erst mal sahen wir nichts außer Tunnel, aber als wir auf die Skyline von Sydney zu fuhren, waren wir alle sprachlos. Es sieht total gigantisch aus und fühlt sich gut an, auf so eine Weltstadt zu zu steuern.
Nachdem wir uns durch den Verkehr gekämpft hatten, fanden wir sogar einen kostenlosen Parkplatz direkt vor dem Hostel.

Geschafft – endlich in Sydney!

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Nach dem Einchecken wurde erst mal Goon (Billigwein und Hauptgetränk der Backpacker) besorgt und auf den erfolgreichen Roadtrip angestoßen.

Davor musste ich aber noch Brissie in ein Parkhaus stellen. Der Parkplatz war nur für eine Stunde. Zum Glück gibt`s hier eine Nachtparkflat, sonst wäre ich arm geworden.

Wir waren sehr im Feiermodus und so zog es uns mit einer Finnin und einem Engländer vom Hostel in die „World-Bar“. Das ist ein sehr cooler, kleiner Club in Kings Cross, wo man vom Hostel aus zu Fuß hin kommt. Wir feierten die ganze Nacht und tranken viel Bier und Teepots (Eine Teekanne voller Schnaps den man in Schnapsgläser füllt).

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Die erst sehr schüchterne Finnin Saija stellte sich als echte Partyqueen heraus und als die anderen schon gingen, blieben Jona, sie und ich noch da und feierten ausgelassen weiter. Die Musik auf dem Hip-Hop-Floor war sehr gut und so tanzten wir zu den Backstreet-Boys und vielen mehr. Als dieser Floor schloss, mussten wir in den „Drogen-Floor“ wechseln, wo wir bestimmt die Einzigen waren die nichts genommen hatten. Die Musik war grauenhaft und hatte nicht mal eine Melodie. Wir machten das Beste draus und hatten trotzdem sehr viel Spaß.
Beschwingt vom Alkohol traten wir sehr spät den Weg zum Hostel an.

Grüße aus Sydney
Nadine

Awesome Roadtrip

Dienstag, 18.08.2015

Mitten in der Nacht kam Jona zu mir ins Auto gekrochen, dem es im Zelt zu kalt wurde. Auch das machte es nicht besser, dass es bei der Außentemperatur von -2° viiiiel zu kalt zum schlafen war. Obwohl ich so dick eingepackt war, hab ich total gefroren und machte fast kein Auge zu.

Als ich dann aber aufwachte, war es viel zu heiß. Ich zog alle Schichten bis aufs T-Shirt aus und machte die Autotüren auf. Die Sonne hatte Brissie so aufgeheizt, dass ich es nicht mehr aushielt und früh aus dem Bett krabbelte.

Die anderen schliefen sehr lange und Jona machte Nudeln mit Ei zum Frühstück.

Irgendwie vertrödelten wir den Tag und verbrachten lange Zeit mit Packen. Diesmal hatten wir mehr Struktur und verschnallten alle Backpacks sicher auf dem Dach.

Jona und ich wollten nur kurz an den See laufen, aber wir entdeckten einen Spielplatz mit Riesensprungkissen und tobten uns sehr lange aus. Wie kleine Kinder hatten wir Spaß und Jona machte Fitnessübungen an den Geräten. Der See ist total schön und die Landschaft drum rum ebenfalls. Wir hatten mit diesem genialen Campingplatz echt eine gute Entscheidung getroffen und ich hoffe ich kann im Sommer wieder kommen. Außer uns und dem Ehepaar war der Platz sonst nämlich leer.

Eigentlich sollte man bis 10 Uhr auschecken aber als wir los kamen war es schon 2. Niemand sagte etwas und somit starteten wir Tag 2 unseres Roadtrips.

Zuerst stoppten wir an einem alten Kriegsschiff, das sehr beeindruckend war.

Die Stimmung war super, die Musik auch und das Wetter traumhaft. So hab ich mir das vorgestellt. Wir fuhren also der Freiheit entgegen und freuten uns immer mehr auf Sydney. Nur war ich sehr müde und nach 3 Stunden Fahrt hielten wir pünktlich zum Sonnenuntergang in Gundagai. Das ist eine relativ große Stadt mit vielen Motels und Restaurants. Im Hungry Jacks (wie Burger King in Deutschland) war ich erstaunt, dass es einen Veggieburger gab und allen schmeckte es gut.

Frisch gestärkt begaben wir uns auf die (lange) Suche nach einem Motel und checkten zu 4. in ein schönes, gemütliches und vor allem warmes Zimmer ein. Für 105$ die Nacht zu 4. auch echt ok.

Nach dem Einkauf im Woolworth gabs Essen im Bett, ein paar Bier und ich schlief früh ein.

Grüße vom Roadtrip

Nadine

 

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Freedom & bad luck

Montag, 17.08.2015

Um 8 klingelte der Wecker. Für mich kein Problem. Für die anderen nach einer durchzechten Nacht schon 😀 Mann bin ich gemein, dachte ich, als ich meine Meute zur Motivation drängte. Was muss das muss. Das Hostelfrühstück (Cornflakes & Toast) ließen wir uns trotzdem nicht entgehen. Geschenkt ist geschenkt. In Laos hat ja schon meine erste Essensmutprobe (Durian) statt gefunden. Auch hier ist das Pflicht, nur dass man Vegemite essen muss. Das ist der australische Brotaufstrich. Es sieht aus wie Teer, riecht auch so und schmeckt wie Maggie. Mit ganz dick Butter auf dem Toast hab ich eine ganze Scheibe runter bekommen, aber öfter werde ich das wohl nicht essen.

Frisch gestärkt stand schon die erste Aufgabe bevor: How to pack a Jeep? Gestern hat mich Sarah gefragt ob es ok ist einen jungen Mann vom Hostel mit auf die große Tour zu nehmen. Ich war gar nicht begeistert weil unsere Sachen so schon nicht in Brissie gepasst haben. Als wir dann in aller Frühe vor meinem Auto standen und versucht haben, es bis unters Dach vollzupacken, sank meine Laune in den Keller. Ich setzte mich auf den Fahrersitz, ließ die anderen machen und erklärte Sarah, dass ich ihr gleich gesagt hatte, dass das eine schlechte Idee war. Ganz stolz erklärten mir die Jungs, dass sie alles verstaut hätten. Es wäre lebensmüde gewesen, wenn wir mit der ungesicherten Ladung auf meinem Dach losgefahren wären. Also machte sich die Fachfrau ans Werk und ich zurrte alles mit Gurten und Gummibändern fest. Endlich konnte es los gehen. Ich bin mir zwar sicher, dass Brissie nun zu voll beladen war, aber stehen lassen konnte ich den jungen Mann ja auch nicht.

Aus Melbourne draußen verriet mein Navi mir, dass es nun 800km gerade aus gehen würde. Auf den 2 spurigen Highways ist maximale Geschwindigkeit von 110 km/h. Also setzte ich den Tempomat auf exakt diese Geschwindigkeit und mit guter Musik und genialer Stimmung machte das Fahren Spaß. Unser neuer Mitreisender „Sam“ stellte sich als total nett heraus und wir lernten ihn auf der Fahrt näher kennen. Wir kamen in einen sehr heftigen Regen und zwischen vielen Trucks konnte ich gar nichts sehen. Diesen ließen wir zum Glück nach kurzer Zeit hinter uns und hofften, dass Sams Backpack auf dem Dach wasserdicht ist.

Der Highway war propevoll und das Fahren haben die Aussies definitiv nicht erfunden. Eigentlich herrscht Linksfahrgebot, aber davon scheinen auch die unendlich vielen Trucker noch nie was gehört zu haben. Da musste man dann schon mal links überholen. Gut, dass das die Polizei nicht sah, die vor uns einen Truck aus dem Verkehr zog. Wir redeten eine Weile über die hohen Geldstrafen in Australien und ich erzählte den anderen, dass ich Angst habe, auch mal erwischt zu werden und deswegen immer exakt die richtige Geschwindigkeit fahre. Auch an vielen Blitzern sind wir vorbei gekommen, aber mein Tempomat lässt mich glücklicherweise nicht im Stich.

Gerade, als ich wieder einen dieser nervigen Trucks überholte, saß ich im Rückspiegel ein Blaulicht. Ganz brav fuhr ich auf den Standstreifen und stieg aus. Die Polizisten wollten meinen Führerschein sehen und ich musste in ein Alkoholgerät pusten. Natürlich hatte ich (wie bei den letzten beiden Kontrollen auch) 0,0 Promille. Sie fragten mich, wie lange ich schon in Australien wäre und wie lange ich noch vor hätte zu bleiben. Außerdem wollten sie wissen, ob es einen Grund für das heutige rasen gäbe. Ganz selbstbewusst konterte ich, dass ich nicht gerast wäre, sondern nur einen Truck überholen wollte. Das hätten sie gesehen, sie hätten an der Rastätte gewartet, so die Antwort. Auf die nächste Frage hin ob ich Australien bisher mögen wurde, konnte ich nur antworten: „Ja, bis ich die Strafe hierfür sehe“. Ich musste auf der Stelle anfangen zu heulen, als ich hörte, dass ich 300$ für 12 km/h zu schnell zahlen soll. Vielleicht hat irgendwas in mir drin gehofft, dass die Polizisten Mitleid mit mir haben werden, aber dem war leider nicht so. Sie rieten mir zu einem Zahlungsplan, wenn ich das Geld nicht auf einmal zahlen könne. Die besaßen auch noch die Frechheit in mein Auto zu gucken und zu sagen, dass die anderen ja auch was zahlen können. Ich erklärte nur, dass ich zu schnell gefahren bin und nicht meine Mitfahrer. Auch wegen der Verfrorenheit der beiden Polizisten geriet ich sehr in Rage und erklärte den beiden, dass ich gestern zu Hause geblieben bin und nichts getrunken habe, weil ich die Verantwortung für die Leute in meinem Auto trage, ich seit über 5 Stunden meinen Tempomat auf genau 110 km/h habe und ich mich frage, warum ich nur weil ich einen LKW überholt habe und für 10 Sekunden 122 km/h hatte, so immens viel Geld zahlen soll. „Das ist verf*** unfair“, sagte ich dazu. Wir haben nicht gezählt wie oft ich das Wort „verf**“ gesagt habe, aber es war sehr oft. Gut, dass mir keine Beschimpfungen raus gerutscht sind. Bestimmt sind die solche Reaktionen gewohnt und machen Gelassenheitsschulungen. Jedenfalls ließen die mich stehen und fuhren davon. Ich musste mich erst mal ins Gras am Standstreifen legen und tief durchatmen. Hoffentlich werde ich in nächster Zeit mehr Glück mit dem Geld haben. Zum Glück hab ich nicht noch eine Strafe für die Ladung bekommen.

Sehr lange habe ich mich noch darüber aufgeregt und auch die anderen meinten, dass es verdammtes Pech wäre, aber als wir anfingen Witze über Strafen zu machen, konnte ich wieder lachen. Außerdem kam blauer Himmel zum Vorschein und wir fuhren der Sonne entgegen. Als ich meinen Kaugummi zum Fenster raus warf, sagte Sam, dass ich aufpassen muss, keine Strafe zu bekommen.

Zufällig kamen wir an Benalla vorbei und ich fuhr die Ausfahrt raus. Leider konnte ich meine Adresse bisher nicht übers Internet ändern und musste persönlich vorbei kommen um das zu tun. Ich bekam bereits 2 Briefe für Maut auf Toms Farm geschickt, die er mir leider nicht weiter leitete. Zum Glück konnte ich endlich die Adresse endlich auf die neue Farm ändern. Eine große Sorge weniger.

Es dämmerte schon langsam als wir an einem großen Schild mit „Holiday Park“ vorbei fuhren. Ich folgte den weiteren Schildern und wir kamen an einem wunderschönen, sehr ruhig gelegenen Campingplatz raus. Für 7,50$ pro Person und Nacht, bekamen wir einen Stellplatz mit Strom.

Als Brissie komplett ausgeräumt, das Essen im Kühlschrank verstaut und das Zelt aufgebaut war, kam das Tageshighlight. Wir durften mit dem Ranger die Tiere füttern gehen. Neben Gänsen, Llamas, Schafen und Rehen, fraß uns auch ein Känguru aus der Hand. Jona konnte somit den Punk „Känguru sehen“ auf seiner Bucketlist abhaken und wir waren alle sehr beeindruckt und hatten viel Spaß mit den Tieren. Der Campingplatzbesitzer nimmt kranke und verletzte Tiere auf und peppelt sie auf. Auf dem Campingplatz läuft ein Strauß rum, der uns ständig verfolgte und uns nicht ganz geheuer war.

Jona, Sarah und Sam kochten und ich ruhte mich aus. Es gab Gnocci, Ratatoullie, Nudeln, Maiskolben und Reis und wir ließen es uns alle schmecken. Der Campingplatz hatte total geschickte Grillplatten, auf denen man alles grillen konnte.

Ein ganz nettes, älteres Ehepaar setzte sich eine Weile zu uns und die beiden redeten lange mit uns. Sie schenkten uns eine große Packung Vanilleeis und Gefriergemüse. Vor einem warmen Feuer in der Mitte vom Aufenthaltsraum, genossen wir unser Eis, hörten Musik, tranken Goontee (Tee mit Billigwein = Eigenkreation) und ließen den wunderschönen ersten Tag unseres Roadtrips gemütlich ausklingen. So hab ich mir das vorgestellt und die Verärgerung über die Strafe war längst verflogen. Ich freute mich einfach nur hier sein zu dürfen und so gigantische Erfahrungen machen zu können.

Leider wurde es affig kalt und keiner wusste wie wir die Nacht im Auto und Zelt überleben sollten. Sobald man einen Meter vom Feuer weg war, hielt man es nicht mehr aus. Sarah und Sam beschlossen vor dem Feuer zu schlafen und Jona wagte sich ins Zelt. Ich zog ein T-Shirt, 2 Pullover, 2 dicke Jacken, Mütze, Schal, Handschuhe und Wollsocken an und wagte mich in Brissie zum schlafen. Die Sonnenblenden machte ich hin, dass die nicht vorhandene Wärme drin bleibt, aber ich wusste, dass das nicht viel bringt. Zitternd vor Kälte versuchte ich einzuschlafen. Ja, auch in Australien kann es im Winter sau kalt werden.

Liebselige Grüße

Nadine

 

Erster Roadtrip

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Jona macht Straußselfies

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Natürlich campt mein Schaf auch mit

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Brissie voll gepackt

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Tiere füttern

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Drei Leute kochen – eine macht Bilder

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Sarah sortiert um

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Lecker essen

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Goontee, Vanilleeis und Feuer – so lässt sichs aushalten

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