Dead Kangaroo, rain, pub-evenings, blackout and missing horse

Freitag, 11.12. – Mittwoch, 16.12.2015

James fuhr seine Frau zum Flughafen, die für eine Woche weg fliegt und seine Kinder für diese Zeit zur Tante. Diese haben gerade Ferien. So war die Woche ruhig. Mir fehlte das Kinderlachen auf der Farm.
Meinem Chef seinem Bruder Lori half ich eine Stute zu decken und außerdem beim Beschlagen eines kleinen Hengstes. Der kannte das nicht und kickte ständig und machte gefährliche Sachen. Als alle vier Eisen drauf waren, war ich froh. An diesem Tag ließen wir 3 Stuten decken und das ist total anstrengend. Ich muss gleichzeitig die Nasenbremse und die Stuten halten und wenn die weg laufen wollen, muss ich mich mit meinem ganzen Gewicht gegen die Pferde stemmen. Bei über 30 Grad kein Spaß und ich bekomme immer mehr Muskeln.
Am Samstag regnete es wie aus Kübeln. Ich hatte zwar meine Regenjacke und Gummistiefel an, aber als ich Heu fütterte, wurde es so heftig, dass ich aufhören musste. Davor fragte ich, ob ich die Pferde trotzdem auf die Paddocks bringen soll. Ich sollte Decken drauf machen und sie dann raus stellen. Das bringt meiner Meinung nach zwar nicht viel, weil es nur dünne Wolldecken sind und es darunter bestimmt kalt ist, wenn diese nass werden, aber na gut.
James hatte auch Mitleid mit mir weil ich begossen war. Wenigstens war es alles andere als kalt. Er sagte dann, dass ich nur noch Heu in die Boxen schmeißen soll, ausmisten, die Pferde rein bringen und einen ruhigen Tag haben kann. Irgendwie lustig, dass er erst sagt die Pferde können draußen bleiben, aber sie dann doch wieder rein müssen. Natürlich fand ich es super lieb, dass er mich vor dem Regen erlöst hat, aber bei dem Matsch hätte man die Pferde auch nicht mal in die Führanlage stellen können. Er meinte wir machen dafür am Nachmittag mehr. So fuhr ich dann schon um 10 Uhr morgens nach Kingaroy, verbrachte den ganzen Tag im Mc Donalds und erledigte einige Sachen. Dort ist es richtig kalt und die Klimaanlage ist grundsätzlich auf Stufe 10 eingestellt. Ich muss immer eine dicke Jacke anziehen, oder mich raus setzen.
Eigentlich müsste man ja meinen, dass man was lernt wenn man ein Mal eine leere Auto-Batterie hat. Nicht so ich. Mein Radio summte kurz auf und dann verstummte mein Auto. Ich hatte vergessen das Licht aus zu schalten. Zum Glück gibt’s in meinem Auto ein Starterkabel. Im Regen bat ich einen sehr netten, jungen Mann um Hilfe. Dieser war durchaus hilfsbereit und nach wenigen Minuten erwachte meine Batterie wieder zum Leben.
Als ich dann um 4 wieder da war und fragte, was ich machen soll, meinte mein Chef, dass ich füttern soll und dann fertig bin. Ich dachte der hat jetzt was weiß ich geplant, aber füttern muss ich ja sowieso jeden Tag. Das war also ein sehr entspannter Tag. Es könnte ruhig öfter regnen 😉 Pünktlich als ich mit dem Quad los fuhr, wurde der Regen heftiger und peitschte mir bei der Fahrt ordentlich ins Gesicht. Ich bekam seit langem sehr schlechte Laune, war total genervt, dann nervten noch die Pferde und schoben außerdem ihre Futtertröge so weit weg, dass ich im Matsch mit den schweren Futtereimern über die ganzen Paddocks laufen musste. Gut, dass ich nach 45 min. fertig war.
Dann gab es ein sehr heftiges Gewitter. Hier donnert es fast nie, sondern blitzt nur, aber an diesem Tag gab es alles auf einmal. Gerade als das Gewitter und der Sturm vorbei waren, fiel der Strom aus. Ich hatte nicht mal eine Kerze und mein Handyakku war leer, sodass es sogar ohne Taschenlampe gehen musste. James war zum Glück gerade fertig mit Kochen. So saßen wir im dunkeln auf der Terrasse und aßen. Mir war es danach richtig langweilig. Ich konnte weder TV schauen, noch lesen und nicht mal duschen, weil die Wasserpumpe elektrisch funktioniert. Zu trinken hatten wir also auch nichts, weil wir sonst das Regenwasser aus dem Hahn trinken. Matt den ich aus dem Pub kenne fragte mich, ob ich da hin komme, aber ungeduscht wollte ich das auch nicht. So ging ich sehr früh schlafen und der Strom kam erst nachts zurück.
Dummerweise hatte ich (wie immer) meine Klamotten auf der Wäscheleine vergessen und musste mühsam was zu Anziehen suchen, weil die Wäsche seit dem Regen nicht getrocknet war.
An einem Abend ging ich zu James` Eltern rüber und fragte diese, ob ich ihr WLAN benutzen kann. Ich hatte einen sehr guten Flug gefunden, aber konnte diesen nicht buchen, weil das Internet zu langsam war. Die beiden sind so nett und hatten natürlich nichts dagegen.
James und ich wurden von seinen Eltern zum Abendessen eingeladen. Es gab Wein und wir unterhielten uns bei Spagetti super. Peter ist sehr gebildet und weiß einiges über Vögel. So beobachteten wir Einige von diesen vom Wintergarten aus und guckten im Buch nach, ob es stimmte, was Peter sagte. Alles war richtig und er konnte uns einige Geschichten erzählen.
Normalerweise meckern die Kinder immer, wenn es mal kein Fleisch gibt, aber weil diese ja nicht da waren, kochte James jeden Tag was vegetarisches. So gab es Bohneneintopf, Quiche, Salat, Fried Rice und vieles leckeres mehr.
Unter der Woche hatte James ein Weihnachtsessen im Pub und ich durfte auch mit. Ich fuhr mit meinem Auto und blieb länger. Mit Yvette, der englischen Backpackerin die im Pub arbeitet, Matt dem Cowboy und einigen anderen hatte ich einen sehr genialen Abend. Wir spielten Dart und ich war sehr schlecht, aber es machte Spaß. Wir blieben sehr lange und ich war Taxi, weil die anderen einiges getrunken hatten. In Deutschland gehe ich sonst nicht unter der Woche feiern, aber hier stehe ich dann halt nach 4 Stunden Schlaf wieder im Stall. Den ganzen Tag war ich müde, aber der gute Abend war es Wert.
Am Dienstag ging es dann schon um halb 5 los zum Track. Diesmal ging es nach Nanango und dort ist es viel schöner als da wo wir sonst immer waren. Bei der einstündigen Fahrt ging es über Holperpisten und Waldwege, aber die Landschaft war wunderschön. Wir hatten nur 4 Pferde dabei und waren sehr schnell fertig. Die beiden Jockeys die beide Hannah heißen, waren zufrieden mit den Pferden. Das Wetter war perfekt. Als ich gerade das letzte Pferd abduschte, rannte dieses rückwärts und riss den Schlauch ab. Ich hatte die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen und sagte James, dass ich das zahle. Der sagte ich soll nicht spinnen und dass er das richtet. Nun hatte aber leider niemand mehr auf dieser Rennbahn einen Schlauch um sein Pferd zu duschen und mein Chef muss das Teil erst kaufen. Aber ich war definitiv die Einzige die da ein Drama draus gemacht hat – no worries mate !
Beim Rückweg redeten James und ich gerade, als er sagte er müsse umdrehen. Er hatte ein verletztes Känguru gesehen und sich erst überlegt weiter zu fahren, dann aber nach 3 km wieder umgedreht. Es hatte sich das Bein gebrochen und blutete. Ich konnte nicht hin gucken und fragte gefühlte 100 Mal, ob man das nicht verarzten konnte. James meinte das Bein sei komplett durchtrennt und es würde nie heilen. Da muss man dann auch genug Tierfreund sein um einzusehen, dass es besser ist das arme, kleine Tier nicht in der Hitze vor sich hin leiden zu lassen. Mein Chef suchte einen großen Stock im Wald und sagte ich soll im Truck warten. Ich schloss meine Augen, hob meine Ohren zu und James erschlug das Känguru. Ich fand es sehr gut von James, dass er das Kleine von seinem Leiden erlöst hat. Obwohl es besser für das Tier war – ich hätte es bestimmt nicht gekonnt. Den ganzen Tag musste ich an das arme Känguru denken und wurde ganz traurig.
Diese Woche bekam ich außerdem ein „Upgrade“ und durfte neben meinem Faultier noch zwei andere Pferde reiten. Der eine ist sehr flott und richtig toll zu reiten. Aus dem könnte man glatt ein Dressurpferd machen. Er wird noch nicht lang wieder geritten, weil er eine Operation hatte und lange in der Klinik war. Der andere hatte eine 4 monatige Pause und ich sollte die erste sein, die ihn wieder reitet. Beim laufen lassen im Roundpen, um zu gucken, ob alles ok ist, drehte er ordentlich ab und bockte. James sagte ich soll gleich drauf sitzen. Der schwarze Wallach war ganz gelassen und lief schön seine Runden. Auch er machte Spaß zu Reiten. Beim raus Reiten aus dem Reitplatz müssen wir vom Pferd aus das Tor auf machen. Da bin ich immer noch nicht geschickt drin. So verfing sich die Trense meines Pferdes am Tor, dieses geriet in Panik und rannte rückwärts. Zum Glück löste sich die Trense schnell wieder und nichts passierte. Das hätte anders ausgehen können.
An einem Morgen fragte mich James wo das eine Pferd sei. Ich wusste es nicht, aber das Paddock war leer. Als wir es suchten, sahen wir es mit ausgestreckten Vieren auf einer Wiese liegen. Mein Herz blieb stehen und wir dachten beide es sei tot. Ich sagte nur: „Oh my god!“. Zum Glück bekam James das Pferd zum Aufstehen. Es hatte nur ein Schläfchen gehalten und war top munter. Mein Chef sagte zu mir, dass ich nie wieder „Oh my god“ sagen soll, weil er dachte das Pferd hätte sich das Bein gebrochen oder sowas. Ich war sehr froh, dass alles gut war. Das war ein schrecklicher Anblick. Und warum schläft der dumme Esel nicht einfach in seinem Paddock?
Yvette überredete mich ein zweites Mal in den Pub zu kommen und der Abend war wieder sehr lustig. Wir tranken Weihnachtsschnaps und spielten nochmal Dart. Es waren einige Leute da und es gab viel zu lachen. Der Abend war also wieder total genial und ich fühle mich hier echt total wohl. Zumal ich nun echt sehr viele Leute im 250 Personen Dorf Kumbia kenne.
Yvette wollte mit mir Weihnachtsgeschenke kaufen und fragte mich, ob ich einen Tag frei bekomme. Eigentlich hatte ich aber ausgemacht, Matt am Donnerstag bei der Arbeit mit den Kühen und Pferden zu zugucken und bekam aber keine zwei Tage frei. So fragte ich meinen Chef ob es ok sei, einen halben Tag am Mittwoch und einen Halben am Donnerstag frei zu nehmen. So lieb wie er ist, stimmte er zu.
Am Mittwoch Morgen fuhr ich dann also mit Yvette nach Kingaroy und sie kaufte einige Weihnachtsgeschenke. Im Mc Donalds genossen wir unser Frühstück und waren den ganzen Morgen unterwegs. Wir hatten viel Spaß und einiges zu Lachen.
Als ich um 12 zurück auf der Farm war, musste ich nur die Boxen misten, die Pferde rein bringen und Abends alle füttern. Es schüttete wieder den ganzen Tag aus Kübeln und natürlich war ich patsch nass, als ich fertig war.
Das war eine neue, sehr schöne Woche auf der Farm.

Regnerische Grüße
Nadine

Regen

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Ponyexpress

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Hahn

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Katze Smoky

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So wird eine Stute fürs Decken vorbereitet

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Selfie

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Roxy und ich (Foxi)

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Tiger, Yvette, Matt und ich im Pub

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Cowgirl

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Dart

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Welpe vom Pub

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nervige Vögel

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Regen

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Hahn und Pferd

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viele Papageien

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Milchreis mit Obstsalat zum Frühstück

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MC Donalds (zweites Zuhause)

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Matt, Yvette und ich im Pub

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Yvette und ich

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mehr Regen

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verletztes Känguru (hin geschaut hab ich nicht – aber ein Bild gemacht)

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schöner Track

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schnelle Pferde

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Heimweg vom Track

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Roxy und Tiger beim Spielen

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Welpe schläft im Pub

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vor dem Putzen und danach

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Boxen

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nasse Wäsche nach dem Regen

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Life ain’t no ponyfarm

Donnerstag, 01.10. – Samstag 03.10.2015

Aylin und ich sind ein sehr gutes Team. Ich sage ihr immer was sie machen „soll“ und achte darauf, dass wir beide gleich viel machen. Ich hole die Pferde, putze und sattle sie und Aylin bringt die anderen Pferde aufs Laufband und wäscht die Pferde nach dem Reiten am Abspritzplatz. So funktionierte alles super. Unsere Chefin Jenny war da und wie ich schon erwähnt habe, ist diese immer sehr fleißig. So hatten wir wieder fast keine Pause und mussten sehr viel Arbeiten.
An den 3 Tagen hatten wir Sage und Schreibe jeweils 12 Stunden-Tage ! Das nennt man meiner Meinung nach moderne Sklaverei. Vor allem für das Geld. Außerdem kann man es unserer Chefin nie recht machen. Und umso mehr man macht, desto mehr kritisiert sie einen. So weiß ich nicht ob es besser ist, weniger zu machen oder mehr. Ihr fallen auch immer ganz abenteuerliche Aufgaben ein, dass wir ja nie rechtzeitig fertig werden.
An einem Tag wollten wir wie immer um halb 5 füttern. Wir kamen mit dem beladenen Quad an ihr vorbei als sie uns stoppte. Sie gebe gerade Reitunterricht und will, dass wir mit dem Füttern warten.
Ihr fiel dann ein, dass sie noch ein Pferd reiten muss. Dieses sollten wir satteln und auch ein anderes das ich reiten sollte. Als ich aufsteigen wollte fragte sie mich, ob ich das Pferd nun reiten will. Ja das hatte sie mir doch gerade gesagt ? Auf jeden Fall bin ich das eine Pferd geritten (das ich schon mal geritten bin) und sie das andere. Das war gut, aber als wir fertig waren dämmerte es schon. Also Pferde absatteln, abduschen und schnell weg bringen. Das Dumme ist, dass man eigentlich im Dunkeln nicht füttern kann. Außerdem mussten wir jedem der 20 Pferde beide Decken für die Nacht drauf machen. Da die 4-Beiner ja alle auf Paddocks stehen, gibt es kein Licht und im Dunkeln mussten wir die Pferde und die Decken finden. Das Gefährliche ist auch die Fohlenkoppel. Diese ist sehr groß und die Kleinen sehr wild. Wenn man nichts sieht und mit dem Quad da drin rum fahren muss, ist das nicht spaßig. Zum Glück wurde niemand verletzt. Es war schon 7 als wir endlich fertig waren und wir waren sehr sauer. Das mit dem Reiten hätte unserer Chefin auch früher einfallen können und war bestimmt eine Strafe. Außerdem hat keiner der beiden geholfen und statt dessen hat unser Chef den Reitplatz mit dem Traktor durchgefahren.
Am Freitag war es das erste Mal so warm, dass wir in den Pool konnten. Wir hatten zwar nicht viel Zeit, aber zwischen der „normalen Arbeit“ und dem Füttern kühlten wir uns kurz ab. Der Tag war schön sonnig, aber das Wasser noch sehr kalt. Ganz Vegetarier und Tierfreund war ich, als ich alle Marienkäfer die unfreiwillig baden gingen aus dem Pool rettete. Unsere Chefs verschwanden irgendwann und dann konnten wir mal früher füttern und auch endlich einkaufen. Dazu fehlte die letzten Tage die Energie.
Brissie kam morgens zum Nachbar in die Werkstatt, weil ein Licht blinkte in einer Anzeige. Dieser sagte er habe alles gecheckt, aber das Auto ist einwandfrei. Er wollte nicht mal Geld dafür. Trotzdem kaufte ich ihm Bier.
Dann hab ich noch erfahren, dass in der Nacht vom 3. auf 4. Oktober Zeitumstellung ist. Jungs aus Aylins altem Hostel haben ihr das gesagt. Erst glaubte ich das nicht, aber Google bestätigte diese Aussage. Nun sind es in dem Staat New South Wales wo ich bin sage und schreibe 9 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland und wenn in Deutschland Winterzeit ist, sogar 10. Echt nervig und sehr schwer so Kontakt zu Deutschland zu halten.
Im TV kam an einem Abend eine Reportage über das Oktoberfest in München. Ich musste total lachen, als der australische Reporter sich an deutschen Wörtern versuchte und von allem fasziniert war.
Ein Pferd steht hier seit einigen Wochen, damit Jenny testen kann, ob es lieb genug für seine neue Besitzerin ist. Diese hatte den Fuchs noch nie gesehen und Jenny wollte ihr Bilder schicken. Erst ritt sie und sprang ihn ein bisschen. Dann sollte ich drauf sitzen. Ich dachte sie will nur Standbilder machen, aber dann sollte ich antraben, angaloppieren und schließlich über ein Kreuz springen. Aus diesem wurde dann ein ganzer Parcours und der Wallach ist ein Traum. Obwohl ich schon ewig nicht mehr richtig gesprungen bin, hatte ich sehr viel Vertrauen zu ihm und er machte alles perfekt. Das war das erste Mal, dass ich ihn geritten bin und die Hindernisse waren ca. A-Höhe. Jenny bekam gute Bilder und ich war glücklich, dass ich ihn reiten durfte.

Liebe Grüße
Nadine

Backpacker-Essen 😛

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Aylin und Hund Stumpy

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Reitplatz

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Jennys Ergebnis. Das Foto für die neue BesitzerinIMG_1938 (FILEminimizer)

Can you me please help ?

Sonntag, 06.09.2015

Frisch ausgeruht starteten wir um 9 mit einem MC Donalds Frühstück und wer glaubt`s: WLAN !

Leider hatte der Wetterbericht recht und es regnete, aber mit Schirmen ist das ja für uns kein Problem. Wenn sich die dörflerischen Schwaben in die Großstadt machen, geht das natürlich nicht ohne Pannen. So standen wir zwar vorbildlich an der Bushaltestelle, aber als wir unserem Bus hinterher gewunken haben wussten wir, dass es die falsche Straßenseite war.

Das erste Ausflugsziel hieß Chinatown. Papa und Oma waren sehr verwundert, wie viele Chinesen hier tatsächlich rum laufen. Wir als Europäer sind da sehr ausgefallen. Überall gabs chinesisches Essen, Souvenirartikel und vieles mehr. Es war aber nicht so toll dekoriert, wie z.B. die Chinatowns in Melbourne oder San Francisco.

Im Paddy`s Market war Reizüberflutung pur angesagt. So viele Läden, Leute, Farben und Gerüche. Da wusste Papa gar nicht mehr wo hin mit sich bei so einem Getümmel. Oma und ich nutzten die Gelegenheit zum shoppen und ergatterten ein paar schöne Teile. Der arme Papa war aber sehr geduldig mit seinen beiden Mädels. Ok, zumindest tat er so 😛

Im Tumbalong Park in Darling Harbour findet gerade das Taiwan Festival statt. Auf einer Bühne präsentierten junge Mädels einen Tanz in schönen Trachten und es war einiges geboten.

Darling Harbour ist auch sonst sehr schön und auf jeden Fall einen Besuch wert. Papa der als Dorfmensch selten so große Menschenmassen sieht, war überfordert mit so vielen Leuten.

Ein Problem das uns den ganzen Tag verfolgte war das liebe Geld. Irgendwie funktionierte Papas Kreditkarte nicht, aber ich hatte genug Bargeld um es auszulegen. Wir klapperten sämtliche Bankautomaten ab – ohne Erfolg… Ein Anruf bei der Bank klärte, dass die Kreditkarte gesperrt war. Problem gelöst und danach Geld abgehoben.

Beim Subway musste ich den beiden erst mal erklären wie sie bestellen müssen, aber nachdem alle ihre Sandwiches hatten und es schmeckte, waren wir zufrieden.

Die lange, ausgiebige Suche nach der Oper hatte sich gelohnt: Auch die beiden waren begeistert von dem 65m hohen, majestätischen Gebäude und wir knipsten was das Zeug hielt. Bei der Harbour-Bridge gab es einige Verwirrungen. Ich erklärte Oma und Papa, dass es sich um die berühmte Brücke handelte. Irgendwie hatten die beiden aber andere Bilder gesehen und wollten es mir einige Zeit nicht glauben, dass es wirklich die Brücke ist. Ganz mutig traute sich Oma mit ihren spärlichen Englischkenntnissen nach dem Weg zu fragen: „Can you me please help?“ Die Leute waren sehr nett und hatten Verständnis für die Touris aus dem Schwabenländle. Nach Erklärungsversuchen, wussten alle Bescheid und somit konnte der Punkt „Harbour-Bridge“ auch von der Liste abgehakt werden.

Der Appetit auf Eis ist uns vergangen, als die Kugel 6$ kostete.

Die Sonne ging schon unter als wir in der Oper Zuflucht fanden. Zum Glück gibt’s auch hier WLAN und so standen wir eine Weile da um dies fleißig auszunutzten.

Beim Gang nach draußen staunten wir alle nicht schlecht. Der graue Himmel hatte sich in Pechschwarz verwandelt und das Lichtermeer an der Skyline von Sydney war gigantisch. Außerdem gabs in einer Bar Livemusik der wir ein bisschen lauschten. Dann ein Knall. Wir wussten das nicht, aber das war der Start eines sehr langen, atemberaubenden Feuerwerks. Bis zum Schluss standen wir da und staunten über das farbenprächtige Feuerwerk, zufällig mit der Musik der jungen Band im Hintergrund. Das war eine tolle Überraschung und auch Oma und Papa waren begeistert. Ich zeigte Papa wie man Panoramas macht und dann hat er gesagt: „Da muss man sich ja ganz im Kreis drehen…“ Oma und ich: „Ja das ist auch Sinn eines Panoramas!“ Großes Gelächter. Außerdem brachte ich den beiden bei wie man Selfies macht und das war bestimmt auch ein Bild für die Götter 😀

An der Wechselstube wollte uns der Mann tatsächlich um fast 200 Euro bescheißen und so hob Papa lieber Geld vom Automaten ab.

Mit dem Zug gings zum Supermarkt Woolworths und Oma und Papa erkundigten sich hier nach den Preisen und verglichen mit Deutschland. Einige Sachen sind günstiger und einige teurer, so das Fazit vom ausgiebigen Food-Shopping. An der selbstscann-Kasse durfte Papa seine Fähigkeiten testen und es machte ihm sichtlich Spaß 😉 Als erstes Kultur-Essenserlebnis gabs dann Tim Tams für die beiden und wie erwartet schmeckte es ihnen sehr gut.

Mit Bus und Zug gings direkt zum Hotel, wo wir noch mal im Mc Donalds einkehrten und sehr spät zurück im Zimmer waren.

Der erste Tag hat Oma und Papa (und natürlich mir) sehr gut gefallen und sie waren beide total beeindruckt. Hoffentlich werden die kommenden 2 Wochen genau so schön.

Grüße aus Sydney

Nadine

Oma

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Darling Harbour

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Opera House

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Oma, Papa und ich

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Harbour-Bridge

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Einkaufen im Woolworths

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Überwachungskamera

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Zugfahrt

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Eis im MC Donalds für 0,50$

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Was ist wohl meine Lieblingsfarbe?!

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Bali here I come

Mittwoch, 17.06.2015

Als ich mich aus dem Bett raffte, war es noch dunkel. Die Uhr sprach 5 und zu Fuß machte ich mich auf den Weg zur Stadtbahn. Diese fuhr mich zur Southern Cross Station. Ein komisches Gefühl nach einem Monat wieder am Bahnsteig 2 1/2 vorbei zu laufen wo ich erst noch zum Zug Richtung Violet Town gerannt bin. Die Zeit vergeht so schnell. Dann wieder ein de-ja-vu: mit dem Skybus die Fahrt zum Flughafen. Schlappe 18$ hab ich wieder hingelegt.
Natürlich war ich wie immer sehr rechtzeitig dort. Meine Sparmaßnahmen haben zur Folge, dass ich diesmal nur mit Handgepäck fliege. Hoffentlich kommt mein Backpack auch als solches durch, dachte ich die ganze Zeit.

 

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Nach einem guten Frühstück ging es durch die Sicherheitskontrolle, die hier viel genauer ist, was ich gut finde.

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Zu dritt muss man an Tische und wird von Kopf bis Fuß mit einer Kelle durchleuchtet. Auch das Handgepäck wird gut abgesucht. Dann muss man wie sonst auch durch die Personenkontrolle und das Gepäck durchs Röntgen. Auffällige Leute müssen in einen geschlossenen Ganzkörperscanner. Eine Frau diskutierte ewig mit dem Security, weil sie ihr 80$ teures Shampoo weg werfen musste – tja, besser vorher informieren ! (ich musste auch schon was weg werfen). Generell ist der Flughafen in Melbourne total gut organisiert, alles geht super schnell und es stehen überall Security die einen zum schnellen aufrücken in den Schlangen motivieren.

Als ich an Board war, war ich total erleichtert mit meinem Backpack als Handgepäck durchgekommen zu sein, der eigentlich zu groß ist. Bestimmt war er auch zu schwer – gut, dass es niemand kontrolliert hat – 80$ für Gepäck gespart ! Diesmal hatte ich leider nicht meinen Lieblingsplatz, weil ich zu spät gebucht hatte und saß in der vorletzten Reihe im Mittelteil.

Pünktlich erhob sich der Airbus 330-300 in die Lüfte. Wie immer war das Wetter in Melbourne nicht so toll. Ich hätte es wissen müssen, aber nun hatte ich das erste mal meine Tabletten gegen die Flugangst nicht dabei und schon kamen wir in Turbulenzen. Normalerweise hätte ich mir beim ersten Ruckeln eine eingeworfen. Immer noch nicht zu vergleichen mit meinem Horror-Flug weswegen ich die Angst habe, aber schon ziemlich wackelig. Also leuchteten mich gleich über eine Stunde lang die Anschnallzeichen an. Ich bekam natürlich nasse Hände, einen schnellen Puls und Ohrensausen und es war, als würde mir die Luft weg bleiben. Aber irgendwie habe ich das Gefühl ich werde mit jeden Turbulenzen stärker und hab weniger Angst. Als es endlich vorbei war, gab es auch Essen (Reis mit Tofu, aber nicht zu genießen) und ich hatte mich erst mal wieder beruhigt.

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Leider sollte das nicht alles gewesen sein und es ging trotz Sonnenschein wieder von vorne los. Diesmal konzentrierte ich mich auf das Schreiben und meine Atmung und hatte die Angst und den Puls besser unter Kontrolle. Vielleicht wird Fliegen ja irgendwann mal ein schönes Erlebnis für mich, wer weiß… Zumindest weiß ich jetzt, dass ich einen turbulenten Flug auch ohne Wunderpillen überleben kann.

Ich wusste nur nicht, dass AirAsia kein Entertainment-System hat (Billigairline halt) und schrieb gegen die Langeweile den ganzen Flug über neue Blogartikel. Mit meinen Sitznachbarn (ein Ehepaar das mit den 3 Kindern Urlaub in Bali macht), unterhielt ich mich auch lange super nett.

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Kurz vor der Landung die sich irgendwie ewig hin zog, gab es ein lautes Geräusch im Flugzeug und alle guckten aus dem Fenster. Ich konnte nur das Meer sehen und als der Vogel aufsetzte, dachte ich, dass wir auf dem Meer gelandet sind. Ich bekam Herzrasen aber stellte fest, dass wir nach sechseinhalb Stunden endlich auf dem sonnigen Bali angekommen sind.

Da ich nicht aufs Gepäck warten musste, konnte ich direkt zum Visa-Schalter. Da Deutsche aber seit dem 13. Juni für das Visum nichts mehr zahlen müssen, ging es nachdem ich eine Sicherheitskontrolle passiert hatte, zum Taxistand. Die 20 minütige Fahrt kostete 21$, was ok war. Der junge Taxifahrer trug meinen Rucksack zum Taxi und unterhielt sich während der Fahrt nett mit mir. Nach dem Geld wechseln war ich reich, denn meine 80$ verwandelten sich in 800.000 Rupiah.

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Vor dem Hotel wartete schon Saskia und zeigte mir alles. Die Wiedersehensfreude war natürlich riesig und ich freute mich total, dass wir hier zusammen „Urlaub“ machen können.

Den restlichen Tag verbrachten wir am Rooftop-Pool bei bestem Wetter. Die Sonne scheint, es hat 30 Grad und das Hotel ist super. Außerdem drehten wir Videos zum Geburtstag von Saskias Schwester und ihrer Freundin.

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Saskia und ich

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Weil wir zu faul und zu müde waren essen zu gehen, bestellten wir wie die Könige unser Essen aufs Zimmer und es gab Nasi-Goreng, Pizza und Bananen-Pfannkuchen für sehr wenig Geld und wir ließen es uns schmecken.

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Sehr übermüdet schlief ich glücklich ein.

Indonesische Grüße

Nadine

Rainy Goodbye to the Farm

Dienstag, 16.06.2015

Die ganze Nacht hatte es durchgeregnet und auch an meinem letzten Morgen auf der Farm hatte der Regen keine Gnade mit uns. Dafür waren die Temperaturen mal angenehm und ich habe mir ja extra eine Regenjacke gekauft. Bei jedem Pferd das wir gefüttert haben dachte ich: Und heute sehe ich dich zum letzten mal. Genau einen Monat war ich nun hier und man gewöhnt sich so schnell an ein neues zu Hause (vorallem an ein so wunderschönes). Natürlich waren wir beide nach dem Füttern so schön nass wie die Pferde.

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Guinea fowls (Perlhühner )

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Mit viel Hoffen und Bangen ging es ein letztes Mal zur Post. Ich warte ja nun schon über 3 Wochen auf meine Bankkarte meiner australischen Bank, die ich dringend benötige. Die vielen Anrufe bei der Bank haben das leider auch nicht beschleunigt. Außerdem konnte ich kein Geld mehr von der einen Visa-Karte abheben und die andere ist ja wegen der unerlaubten Kopie für den Müll. Wenn die Karte also am letzten Tag nicht gekommen wäre, hätte ich ohne Geld nach Bali fliegen können. Erneut hätte ich den Postbeamten am liebsten umarmt als er mir den langersehnten Brief von der Bank aushändigte – nochmal Glück gehabt !

Nachdem alle Sachen gepackt, Brissie bis oben hin voll beladen und mein Haus im astreinen Zustand war, war der traurige Moment gekommen. Tschüss Sophia, tschüss Traumfarm, tschüss Keith & Bowie, Angus und tschüss Pferde, Hühner und Kühe. Sophia hat mir noch einen ganz lieben Abschiedsgruß auf meine Australienflagge geschrieben. Obwohl ich weiß, dass was Schönes auf mich wartet ist der Abschied wie jeder Abschied schwer. Ich winke nochmal und dann verlasse ich die Farm, die Tiere und Sophia für immer.

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Bisher hatte ich das ja noch nicht erwähnt, aber Sophia und ich haben die Farm jetzt dreieinhalb Wochen ganz allein geführt. Das ist sehr viel Verantwortung und in Deutschland wäre sowas glaube ich nicht denkbar. 19 und 22 jährige Mädchen die Verantwortung für 50 teure Rennpferde und ein riesiges Anwesen haben? Ich glaube wir können stolz auf uns sein, dass wir das so gut hinbekommen haben und ernteten auch von vielen Leuten Anerkennung wie toll wir das machen. Dieses Erlebnis wird uns sicher prägen und es gab schöne und weniger schöne Momente. Sophia und ich hatten jedenfalls Spaß zusammen und ich werde ihre Kochkünste, die Kuchen, die Desserts und die allabendliche Folge Heartland sehr vermissen 😦 Sophia: danke für alles !! Die Zeit war so toll mit dir !

Da mir aber der Kontakt mit den Pferden hier gefehlt hat (außer beim Füttern gab es den ja nicht), hat mir Toms Papa einen Job auf seiner Farm angeboten. Dort habe ich mehr mit den Pferden zu tun und kann anfangen, wenn ich aus Bali zurück bin. Auf jeden Fall bin ich jetzt Profilandschaftsgärtnerin, Hühnerexpertin, Raumgestalterin und ein ganz schönes Stück verantwortungsbewusster.

Die nächste Herausforderung war die Anmeldung von Brissie. Wie gesagt, es benötigt viel Zeit, Geld, Nerven und Kenntnis der englischen Sprache. Ich hatte einen Termin in Benalla und die Frau wollte unendlich viele Unterlagen, war nicht sehr freundlich und seufzte ständig vor sich hin. Da lagen dann meine Bankkarte, ein Nachweis über meine Adresse, mein Perso, mein Reisepass, mein internationaler Führerschein, der Kaufvertrag und die dicke Automappe. Sie wusste gar nicht, wo anfangen. Erst wollte sie meinen australischen Führerschein (woher soll ich den haben?) Der internationale würde nicht genügen (wers glaubt). Irgendwann gab sie sich doch mit diesem zufrieden und behauptete mein Auto wäre Baujahr 2000 (in der Unterlagen steht 1999). Also raus, Motorhaube aufgemacht und geguckt. Gut, dass ich jetzt weiß wie diese aufgeht 😀 Ok, liebe Frau: du hattest Recht, Brissie ist 2000 geboren. Wieder rein, wieder dem großen Papierstapel und Formularen zugewandt. Leider wusste ich die Hälfte der Sachen nicht, die die wissen wollten. Warum müssen die auch so neugierig sein? Also hat die gute Frau namens Robyn das erledigt. Ständig seufzte die Arme und ich glaubte nicht mehr dran, dass das noch was werden sollte. Nach 45 min. des Zitterns und Bangens, wollte sie 700$ von mir (für die Anmeldung, Versicherung und Kennzeichen bis November) und gab mir die Kennzeichen und Schraubenzieher. Ich solle ihr die Alten geben und die Neuen dran schrauben. Leider wollten sich die Schrauben keinen Millimeter bewegen – mist ! Gut, dass die benachbarte Werkstatt wo ich schon den Check machte so freundlich war und das mit dem Akkuschrauber für mich erledigte. Wieder bewunderte ich den jungen Azubi mit wie viel Geschick er das Ding bedienen konnte (ok, ich übe ja noch). Also wieder zur Zulassung, alte Kennzeichen abgegeben und ab Richtung Melbourne. Sehr erleichtert, dass alles geklappt hat.

Gut, dass Brissie einen Tempomat hat und es Sprachnachrichten gibt. Es ging immer nur gerade aus, die Landschaft war die Gleiche und es wäre langweilig gewesen die ganze Zeit mit 110 zu fahren, wenn nicht Saskia gewesen wäre. Sie lag schon am Pool in Bali und erklärte mir wie der Tempomat funktioniert, wir planten in den Sprachnachrichten unsere Ausflüge, sie beschrieb mir das Hotel, usw. Außerdem bekam ich die beste Sprachnachricht des Tages/Monats/Jahres von Papa. Der verkündete feierlich, dass er und meine Oma einen Flug nach Sydney im September gebucht hatten. Ich rastete aus vor Freude und konnte es gar nicht glauben. Ich freue mich nun schon abartig darauf den beiden alles zu zeigen.

Ich bin mir nicht sicher, aber als ich an einem Blitzer vorbei gefahren bin, blitze ein blaues Licht. Eigentlich bin ich nie schneller als 110 gefahren und hoffe nicht, dass das jetzt mein erstes Knöllchen hier war, weil die sind schweineteuer.

Als sich zweieinhalb Stunden später die Skyline von Melbourne vor mir auftat, war das ein richtiges Gänsehautgefühl. Genau hier hat vor über einem Monat alles begonnen. Wie viel habe ich seither schon gesehen und erlebt?! Nachts nach Melbourne rein zu fahren, hat was geniales. Man hat einen perfekten Blick auf die toll beleuchteten Hochhäuser. Auch der Verkehr in Melbourne war sehr geordnet und obwohl es stockdunkel war, hatte ich keine Probleme mitten durch die große Stadt zu fahren. Als ich an meinem Hostel vorbei kam, musste ich lachen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier mal mit meinem eigenen Auto vorbei fahren würde.

Nach einem Abstecher im MC, steuerte ich das Haus von Manny an, den ich vor einem Monat im 7-eleven (Supermarkt) kennen gelernt habe. Dort darf ich netterweise Brissie 2 Wochen stehen lassen. Somit hatte ich also meine erste lange Fahrt im Linksverkehr überstanden. Manny musste noch arbeiten und ich schlief zum ersten Mal im Auto, was total cool war. Ich hätte es mir unheimlicher vorgestellt.

Abschiedsgruß von

Nadine

Preparing for the goodbye

Montag, 15.06.2015

Nach dem Füttern und ein wenig Gartenarbeit haben sich erst Heathers und Davids Freunde und dann die beiden selbst verabschiedet. Eine herzliche, mütterliche Umarmung und weg waren sie. Natürlich hinterließen sie beste Ordnung und einen vollen Kühlschrank 🙂

Wieder mal ging es zur Post aber leider kam meine lang ersehnte Kreditkarte immer noch nicht. Morgen gibt es also nur noch eine allerletzte Chance.

Wir haben dann aus dem Montag einen Sonntag gemacht und den Tag wieder ein bisschen ruhiger gestaltet. Nur Laub rechen, meine Sachen zusammen packen und sonst nicht viel machen.

Abends dann die letzte Folge Heartland bei dem guten Macadamia-Eis genießen. Es war sehr traurig zu wissen, dass Sophia und ich zum letzten mal zusammen unsere Lieblingsserie gucken werden.

Es ging dann schon früh ins Bett und außerdem schlief Hund Keith das letzte Mal bei mir.

Grüße

Nadine

Fence Woman

Sonntag, 14.06.2015

Heute hab ich mir einfach so genehmigt bis 9 zu schlafen, weil Sonntag ist. Heather hat fürs Frühstück Crumpet Breaks (Teekuchen) gekauft. Die sehen aus wie Schwämme und sind so eine Art Waffeln. Mit Ahornsirup schmecken die super. IMG_8982 (FILEminimizer) IMG_9019 (FILEminimizer) IMG_9020 (FILEminimizer)

Außerdem hab ich die Orangenpresse ausprobiert und der Saft war total lecker.

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Heute wurde aus mir eine Zaunfrau gemacht. Letzte Woche ist Sophia gegen einen Koppelzaun gefahren und der Stromdraht ist gerissen. Es stehen zum Glück dort keine Pferde. Sehr geschickt reparierte David den Zaun mit speziellem Werkzeug und ich war wieder mal beeindruckt, wie er das macht. Normalerweile trainiert er ja Rennpferde, aber ihm macht sowas Spaß und er ist total handwerklich begabt. Ich guckte interessiert und aufmerksam zu und er bearbeitet danach gleich noch einen anderen Zaun. Erst war ich nur Handlanger und dann meinte er ich hätte ja nun gut zugeguckt und soll den nächsten Zaun selbst machen. Ich bekam Akkuschrauber, Schrauben und Hammer in die Hand gedrückt und weg war er. Vorteilhaft wäre gewesen, wenn ich in meinem Leben wenigstens mal einen Akkuschrauber bedient hätte, aber ich versuchte es. Leider drehte sich die Schraube in die falsche Richtung und David kam nochmal, legte einen Hebel um, sah mein unbeholfenes Gesicht und erklärte ich müsse es in einem konstanten Tempo machen. Liebe Männer: Ich wusste bisher nicht, dass es so viel Feingefühl benötigt um einen Akkuschrauber zu bedienen, aber ich habe Respekt vor euch ! Nach ein paar Versuchen wurde es immer besser. David fuhr mich zu einer Koppel und sagte ich solle diese Zäune bearbeiten. So lief ich Zaunpfahl für Zaunpfahl ab, klopfte die losen Nägel mit dem Hammer fest und wo Nägel fehlten, Schraubte ich Schrauben mit dem Akkuschrauber rein. Das klappte mit der Zeit richtig gut und ich war ein bisschen stolz und fühlte mich ein Stück selbstständiger. Es kann in Zukunft bestimmt noch hilfreich sein, mit einem Akkuschrauber umgehen zu können 😀

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Eine Kuh ist viel zu dünn und zu klein und hat wahrscheinlich Würmer. Da die Kühe aber viel zu scheu sind, ist es fast unmöglich ihnen eine Wurmkur zu geben. David bastelte 2 lange Stöcke zusammen, klebte eine Plastikflasche dran und füllte die Wurmkur da rein. Als die Kühe Heu bekamen, lief er von hinten auf sie zu und leerte die Flüssigkeit über ihren Rücken. Das klappte perfekt und war eine super Idee. IMG_8984 (FILEminimizer) IMG_8985 (FILEminimizer)

Als ich die restlichen Zäune bearbeitet hatte, holte ich Sophia vom Bahnhof in Violet Town ab und wir wurden mit leckerer Kartoffelsuppe von Heather begrüßt.

Nach dem Füttern, das diesmal erst nachmittags statt fand, kamen Freunde von Heather und David mit ihren großen Hunden. Es gab zum Abendessen 2 große, teure Hummer (750$ das Stück), leckeren Salat, verschiedene Soßen, Ei, Schafskäse und vieles mehr. IMG_9009 (FILEminimizer) IMG_9010 (FILEminimizer) IMG_9011 (FILEminimizer) IMG_9012 (FILEminimizer)

Zum Nachtisch zauberte Heather eine pinke Creme und Orangenkuchen und dazu gab es leckers Macadamiaeis. Bei dem Orangenkuchen machte sie irgendwas falsch und sie sagte, dass keiner probieren sollte, weil dieser schrecklich schmecken würde. Ich probierte, aber er war wirklich viel zu bitter.

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Heather und Sophia

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Den Sonntag Abend ließen wir bei ein, zwei, … Gläsern Wein gemütlich ausklingen.

Handwerkerische Grüße

Nadine

Violet Town Market

Samstag, 13.06.2015

Wir sind früher als sonst aufgestanden und haben uns in die Kälte zum Füttern gequält, um danach zum Markt zu gehen. Dieser ist einmal im Monat in unserem kleinen Violet Town und somit ein großes Ereignis hier. Leider gab mir der Geldautomat (wie schon oft) kein Geld und ich konnte mir nichts kaufen. Der Markt ist viel größer als ich erwartet hab, ganz Violet Town war auf den Beinen und es gab tolle Sachen von Essen, bis Klamotten, über Dekoartikel und vieles mehr. Überall roch es gut und die Verkäufer waren alle freundlich. Endlich haben wir auch eine Orangenpresse gefunden und können nun aus dem vielen Orangen vom Orangenbaum hier Saft machen. Die Stände waren schön dekoriert. Das Lustigste waren bunte Hühner die neonfarbig sind. Diese waren eine große Attraktion und für 40$ konnte man sie sich als Haustier holen. Wir überlegten, ob wir Tom eins kaufen sollten, aber ließen es dann. Nach einem leckeren Milchshake machten wir noch einen Abstecher in den OP-Shop und fuhren dann zurück zur Farm.

Da wieder Besuch angekündigt war, brachten wir das Haus und die Farm auf Hochglanz, obwohl wir es sowieso immer ordentlich und sauber haben.

Ich brachte Sophia zum Bahnhof, die über Nacht ihre Freunde in Melbourne besucht, putzte danach noch ein bisschen und brachte die Scheiben von Brissie auf Hochglanz. Nun ist sie definitiv das sauberste Auto von ganz Victoria (wenn nicht von ganz Australien).

Zuerst kam abends dann Sheryl und war begeistert wie toll das Haus aussieht und wie schön wir wieder den Garten gemacht haben. Dann kamen David und Heather (Toms Eltern) und waren ebenfalls sehr angetan von der Sauberkeit und wir bekam ein großes Lob von allen. Ja liebe Eltern ihr habt richtig gehört. Ich wurde für Ordnung gelobt 😀

Die beiden hatten das ganze Auto und den Anhänger voller toller Sachen, unter anderem Bilder für die Wände, viel Essen, einen Sessel und viele Dekoartikel. So fegten sie alle durchs Haus und wir hängten Bilder auf, tauschten Glühbirnen aus, installierten einen neuen Drucker und vieles mehr. Wir waren eine Weile damit beschäftigt und fielen danach alle müde ins Bett.

Grüße vom Markt

 

Nadine

Markt

Streichelzoo

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echte bunte Hühner

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Keith ist müde

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Sophia macht die besten Milchshakes

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Chilly Willy

Freitag, 12.06.2015

Wegen einem Gardening-Bournut konnten wir leider keine Gartenarbeit machen und haben deswegen den ganzen Tag nach dem Füttern nur gechillt. Im Haus haben wir auf unseren Handys in youtube Heartland angeguckt und ich hab Brissie nochmal schön nass ausgeputzt.

Abends ging es wieder in den Pub. Diesmal haben wir nicht beim Raffle (Gewinnspiel) mit gemacht, weil uns 5$ echt zu teuer sind, aber wir hatten einen netten Abend mit ein paar Bier und haben Reese (vom Abend mit den anderen Jungs) wieder gesehen. Wir kamen außerdem mit einem netten Mann ins Gespräch den wir gefragt haben, warum er eine Deutschlandjacke an hat. Seine Eltern leben in England und er hat ein paar Jahre in Deutschland gewohnt. Wir hatten eine tolle Konversation und danach gingen wir, um Heartland im TV nicht zu verpassen – mittlerweile ein absolutes muss 😀

Gleichzeitig ist uns zurück auf der Farm eingefallen, dass noch ein Stück Apfelkuchen da ist und andächtig verzehrten wir es mit dem letzten Löffel Vanilleeis.

Wir waren länger als sonst wach, weil wir nicht so fertig waren.

Tiefenentspannte Grüße

Nadine

 

Lieblingsstute

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Schöner Sonnenuntergang

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Gutes Bier

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Handsome electrician

Donnerstag, 11.06.2015

Morgens war es wieder so kalt, aber die Sonne schien und es wurde richtig schön. Es macht so Spaß morgens von der Sonne geweckt zu werden, auf der Farm aufzustehen, den ganzen Tag Pferde um mich rum zu haben, von den Hunden begrüßt zu werden und die ganze Zeit an der frischen Luft zu sein. Das ist genau mein Ding und ich freue mich immer mehr, diese Reise angetreten zu haben. Ich habe es bisher jedenfalls keine Sekunde bereut und fühle mich total im Glück.

Zusammen haben Sophia und ich nach dem Füttern ein neues Beet angefangen zu bearbeiten, als Sheryl (die vom letzten Samstag) auf die Farm gefahren kam. Im Schlepptau hatte sie einen TV-Mensch. Der schraubte dann unseren Flachbild-TV der immer auf einer Kommode stand, an die Wand. Die Australier sind alle so freundlich und ihr Lieblingsspruch (nach „no worries“) ist: „not a problem“ (gar kein Problem). Er fragte uns wie alle bisher, wo wir her kommen, wie lang wir noch bleiben, usw. Selbst mit den Handwerkern kann man also hier richtig tolle Gespräche führen.

Dazu kam dann noch ein Elektriker, der neue Steckdosen setzte und den TV neu verkabelte. Sophia und ich kamen aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Er war groß, gut aussehend, nett, hatte stramme Waden und war ein Anblick für Götter. Ich konnte mir die Frage nicht verkneifen, ob er Footy (australischen Football) spielt. Als er meinte, dass er damit sogar immer im TV kommt, fanden wir das natürlich noch toller und stellten ihm noch mehr Fragen. Wir sagten, dass wir ab sofort jedes Spiel von ihm angucken werden und auch mal auf den Sportplatz kommen wollen. Daraufhin hat er sein smartestes Grinsen aufgesetzt. Leider ist er nach verrichteter Arbeit wieder gegangen, ohne uns seine Handynummer da gelassen zu haben. Hinterher machten wir uns über uns selbst lustig. Wir sind hier schon so verzweifelt und abgeschottet von der Gesellschaft, dass wir beim Anblick des Elektrikers ins Schwärmen geraten. Außerdem wussten wir gar nicht mehr wo hin mit uns, weil wir plötzlich 3 Leute auf einmal hier hatten, wobei wir sonst hier so einsam sind und es definitiv nicht mehr gewohnt sind unter so vielen Leuten zu sein. Sheryl sagte uns, dass Brandon Single ist und sie mal nach der Nummer fragen kann 😀

Unsere Gespräche an diesem Tag drehten sich dann nur noch um unseren Elektriker und wir werden beide definitiv nachts von unserem Hotty träumen.

Brissie bekam wieder viel Aufmerksamkeit und wurde lange nass ausgeputzt und geschrubbt. Das Gute hier ist, dass man die Musik dabei so laut aufdrehen kann wie man will. Daheim haben sich teilweise unsere Nachbarn über meine laute Musik beim Auto putzen beschwert 😛

Weil Donnerstags Parmi-Tag im Pub ist, trafen wir uns mit Yara dort. Es war so kalt da drin, ich hatte keine Jacke und wir mussten eine Stunde auf Yara warten und hatten total hunger. Als sie dann kam und wir das Risotto vom letzten Freitag bestellten wollten, merkten wir, dass sie doch ein wenig unflexibel sind, denn das zu bestellen war leider nicht möglich. Naja dann gab es halt zum 4. mal die vegetarischen Penne. Wir 3 hatten sehr viel Spaß, machten lustige Selfies und irgendwie hatten wir an diesem Abend ein Rad ab (es lag nicht am Bier). Leider war es der letzte Abend zu 3., aber dieser war dafür nochmal sehr schön. Ganze dreieinhalb Stunden hatten wir es ausgehalten.

Müde gings dann ins Bett und wir werden bestimmt gute Träume haben 😉

Lustige Grüße

Nadine

 

Keith telefoniert

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Pub

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Nachtisch im Pub

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Yara

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Sophia, ich, Yara

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