Rainy Goodbye to the Farm

Dienstag, 16.06.2015

Die ganze Nacht hatte es durchgeregnet und auch an meinem letzten Morgen auf der Farm hatte der Regen keine Gnade mit uns. Dafür waren die Temperaturen mal angenehm und ich habe mir ja extra eine Regenjacke gekauft. Bei jedem Pferd das wir gefüttert haben dachte ich: Und heute sehe ich dich zum letzten mal. Genau einen Monat war ich nun hier und man gewöhnt sich so schnell an ein neues zu Hause (vorallem an ein so wunderschönes). Natürlich waren wir beide nach dem Füttern so schön nass wie die Pferde.

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Guinea fowls (Perlhühner )

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Mit viel Hoffen und Bangen ging es ein letztes Mal zur Post. Ich warte ja nun schon über 3 Wochen auf meine Bankkarte meiner australischen Bank, die ich dringend benötige. Die vielen Anrufe bei der Bank haben das leider auch nicht beschleunigt. Außerdem konnte ich kein Geld mehr von der einen Visa-Karte abheben und die andere ist ja wegen der unerlaubten Kopie für den Müll. Wenn die Karte also am letzten Tag nicht gekommen wäre, hätte ich ohne Geld nach Bali fliegen können. Erneut hätte ich den Postbeamten am liebsten umarmt als er mir den langersehnten Brief von der Bank aushändigte – nochmal Glück gehabt !

Nachdem alle Sachen gepackt, Brissie bis oben hin voll beladen und mein Haus im astreinen Zustand war, war der traurige Moment gekommen. Tschüss Sophia, tschüss Traumfarm, tschüss Keith & Bowie, Angus und tschüss Pferde, Hühner und Kühe. Sophia hat mir noch einen ganz lieben Abschiedsgruß auf meine Australienflagge geschrieben. Obwohl ich weiß, dass was Schönes auf mich wartet ist der Abschied wie jeder Abschied schwer. Ich winke nochmal und dann verlasse ich die Farm, die Tiere und Sophia für immer.

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Bisher hatte ich das ja noch nicht erwähnt, aber Sophia und ich haben die Farm jetzt dreieinhalb Wochen ganz allein geführt. Das ist sehr viel Verantwortung und in Deutschland wäre sowas glaube ich nicht denkbar. 19 und 22 jährige Mädchen die Verantwortung für 50 teure Rennpferde und ein riesiges Anwesen haben? Ich glaube wir können stolz auf uns sein, dass wir das so gut hinbekommen haben und ernteten auch von vielen Leuten Anerkennung wie toll wir das machen. Dieses Erlebnis wird uns sicher prägen und es gab schöne und weniger schöne Momente. Sophia und ich hatten jedenfalls Spaß zusammen und ich werde ihre Kochkünste, die Kuchen, die Desserts und die allabendliche Folge Heartland sehr vermissen 😦 Sophia: danke für alles !! Die Zeit war so toll mit dir !

Da mir aber der Kontakt mit den Pferden hier gefehlt hat (außer beim Füttern gab es den ja nicht), hat mir Toms Papa einen Job auf seiner Farm angeboten. Dort habe ich mehr mit den Pferden zu tun und kann anfangen, wenn ich aus Bali zurück bin. Auf jeden Fall bin ich jetzt Profilandschaftsgärtnerin, Hühnerexpertin, Raumgestalterin und ein ganz schönes Stück verantwortungsbewusster.

Die nächste Herausforderung war die Anmeldung von Brissie. Wie gesagt, es benötigt viel Zeit, Geld, Nerven und Kenntnis der englischen Sprache. Ich hatte einen Termin in Benalla und die Frau wollte unendlich viele Unterlagen, war nicht sehr freundlich und seufzte ständig vor sich hin. Da lagen dann meine Bankkarte, ein Nachweis über meine Adresse, mein Perso, mein Reisepass, mein internationaler Führerschein, der Kaufvertrag und die dicke Automappe. Sie wusste gar nicht, wo anfangen. Erst wollte sie meinen australischen Führerschein (woher soll ich den haben?) Der internationale würde nicht genügen (wers glaubt). Irgendwann gab sie sich doch mit diesem zufrieden und behauptete mein Auto wäre Baujahr 2000 (in der Unterlagen steht 1999). Also raus, Motorhaube aufgemacht und geguckt. Gut, dass ich jetzt weiß wie diese aufgeht 😀 Ok, liebe Frau: du hattest Recht, Brissie ist 2000 geboren. Wieder rein, wieder dem großen Papierstapel und Formularen zugewandt. Leider wusste ich die Hälfte der Sachen nicht, die die wissen wollten. Warum müssen die auch so neugierig sein? Also hat die gute Frau namens Robyn das erledigt. Ständig seufzte die Arme und ich glaubte nicht mehr dran, dass das noch was werden sollte. Nach 45 min. des Zitterns und Bangens, wollte sie 700$ von mir (für die Anmeldung, Versicherung und Kennzeichen bis November) und gab mir die Kennzeichen und Schraubenzieher. Ich solle ihr die Alten geben und die Neuen dran schrauben. Leider wollten sich die Schrauben keinen Millimeter bewegen – mist ! Gut, dass die benachbarte Werkstatt wo ich schon den Check machte so freundlich war und das mit dem Akkuschrauber für mich erledigte. Wieder bewunderte ich den jungen Azubi mit wie viel Geschick er das Ding bedienen konnte (ok, ich übe ja noch). Also wieder zur Zulassung, alte Kennzeichen abgegeben und ab Richtung Melbourne. Sehr erleichtert, dass alles geklappt hat.

Gut, dass Brissie einen Tempomat hat und es Sprachnachrichten gibt. Es ging immer nur gerade aus, die Landschaft war die Gleiche und es wäre langweilig gewesen die ganze Zeit mit 110 zu fahren, wenn nicht Saskia gewesen wäre. Sie lag schon am Pool in Bali und erklärte mir wie der Tempomat funktioniert, wir planten in den Sprachnachrichten unsere Ausflüge, sie beschrieb mir das Hotel, usw. Außerdem bekam ich die beste Sprachnachricht des Tages/Monats/Jahres von Papa. Der verkündete feierlich, dass er und meine Oma einen Flug nach Sydney im September gebucht hatten. Ich rastete aus vor Freude und konnte es gar nicht glauben. Ich freue mich nun schon abartig darauf den beiden alles zu zeigen.

Ich bin mir nicht sicher, aber als ich an einem Blitzer vorbei gefahren bin, blitze ein blaues Licht. Eigentlich bin ich nie schneller als 110 gefahren und hoffe nicht, dass das jetzt mein erstes Knöllchen hier war, weil die sind schweineteuer.

Als sich zweieinhalb Stunden später die Skyline von Melbourne vor mir auftat, war das ein richtiges Gänsehautgefühl. Genau hier hat vor über einem Monat alles begonnen. Wie viel habe ich seither schon gesehen und erlebt?! Nachts nach Melbourne rein zu fahren, hat was geniales. Man hat einen perfekten Blick auf die toll beleuchteten Hochhäuser. Auch der Verkehr in Melbourne war sehr geordnet und obwohl es stockdunkel war, hatte ich keine Probleme mitten durch die große Stadt zu fahren. Als ich an meinem Hostel vorbei kam, musste ich lachen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier mal mit meinem eigenen Auto vorbei fahren würde.

Nach einem Abstecher im MC, steuerte ich das Haus von Manny an, den ich vor einem Monat im 7-eleven (Supermarkt) kennen gelernt habe. Dort darf ich netterweise Brissie 2 Wochen stehen lassen. Somit hatte ich also meine erste lange Fahrt im Linksverkehr überstanden. Manny musste noch arbeiten und ich schlief zum ersten Mal im Auto, was total cool war. Ich hätte es mir unheimlicher vorgestellt.

Abschiedsgruß von

Nadine

Preparing for the goodbye

Montag, 15.06.2015

Nach dem Füttern und ein wenig Gartenarbeit haben sich erst Heathers und Davids Freunde und dann die beiden selbst verabschiedet. Eine herzliche, mütterliche Umarmung und weg waren sie. Natürlich hinterließen sie beste Ordnung und einen vollen Kühlschrank 🙂

Wieder mal ging es zur Post aber leider kam meine lang ersehnte Kreditkarte immer noch nicht. Morgen gibt es also nur noch eine allerletzte Chance.

Wir haben dann aus dem Montag einen Sonntag gemacht und den Tag wieder ein bisschen ruhiger gestaltet. Nur Laub rechen, meine Sachen zusammen packen und sonst nicht viel machen.

Abends dann die letzte Folge Heartland bei dem guten Macadamia-Eis genießen. Es war sehr traurig zu wissen, dass Sophia und ich zum letzten mal zusammen unsere Lieblingsserie gucken werden.

Es ging dann schon früh ins Bett und außerdem schlief Hund Keith das letzte Mal bei mir.

Grüße

Nadine

Fence Woman

Sonntag, 14.06.2015

Heute hab ich mir einfach so genehmigt bis 9 zu schlafen, weil Sonntag ist. Heather hat fürs Frühstück Crumpet Breaks (Teekuchen) gekauft. Die sehen aus wie Schwämme und sind so eine Art Waffeln. Mit Ahornsirup schmecken die super. IMG_8982 (FILEminimizer) IMG_9019 (FILEminimizer) IMG_9020 (FILEminimizer)

Außerdem hab ich die Orangenpresse ausprobiert und der Saft war total lecker.

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Heute wurde aus mir eine Zaunfrau gemacht. Letzte Woche ist Sophia gegen einen Koppelzaun gefahren und der Stromdraht ist gerissen. Es stehen zum Glück dort keine Pferde. Sehr geschickt reparierte David den Zaun mit speziellem Werkzeug und ich war wieder mal beeindruckt, wie er das macht. Normalerweile trainiert er ja Rennpferde, aber ihm macht sowas Spaß und er ist total handwerklich begabt. Ich guckte interessiert und aufmerksam zu und er bearbeitet danach gleich noch einen anderen Zaun. Erst war ich nur Handlanger und dann meinte er ich hätte ja nun gut zugeguckt und soll den nächsten Zaun selbst machen. Ich bekam Akkuschrauber, Schrauben und Hammer in die Hand gedrückt und weg war er. Vorteilhaft wäre gewesen, wenn ich in meinem Leben wenigstens mal einen Akkuschrauber bedient hätte, aber ich versuchte es. Leider drehte sich die Schraube in die falsche Richtung und David kam nochmal, legte einen Hebel um, sah mein unbeholfenes Gesicht und erklärte ich müsse es in einem konstanten Tempo machen. Liebe Männer: Ich wusste bisher nicht, dass es so viel Feingefühl benötigt um einen Akkuschrauber zu bedienen, aber ich habe Respekt vor euch ! Nach ein paar Versuchen wurde es immer besser. David fuhr mich zu einer Koppel und sagte ich solle diese Zäune bearbeiten. So lief ich Zaunpfahl für Zaunpfahl ab, klopfte die losen Nägel mit dem Hammer fest und wo Nägel fehlten, Schraubte ich Schrauben mit dem Akkuschrauber rein. Das klappte mit der Zeit richtig gut und ich war ein bisschen stolz und fühlte mich ein Stück selbstständiger. Es kann in Zukunft bestimmt noch hilfreich sein, mit einem Akkuschrauber umgehen zu können 😀

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Eine Kuh ist viel zu dünn und zu klein und hat wahrscheinlich Würmer. Da die Kühe aber viel zu scheu sind, ist es fast unmöglich ihnen eine Wurmkur zu geben. David bastelte 2 lange Stöcke zusammen, klebte eine Plastikflasche dran und füllte die Wurmkur da rein. Als die Kühe Heu bekamen, lief er von hinten auf sie zu und leerte die Flüssigkeit über ihren Rücken. Das klappte perfekt und war eine super Idee. IMG_8984 (FILEminimizer) IMG_8985 (FILEminimizer)

Als ich die restlichen Zäune bearbeitet hatte, holte ich Sophia vom Bahnhof in Violet Town ab und wir wurden mit leckerer Kartoffelsuppe von Heather begrüßt.

Nach dem Füttern, das diesmal erst nachmittags statt fand, kamen Freunde von Heather und David mit ihren großen Hunden. Es gab zum Abendessen 2 große, teure Hummer (750$ das Stück), leckeren Salat, verschiedene Soßen, Ei, Schafskäse und vieles mehr. IMG_9009 (FILEminimizer) IMG_9010 (FILEminimizer) IMG_9011 (FILEminimizer) IMG_9012 (FILEminimizer)

Zum Nachtisch zauberte Heather eine pinke Creme und Orangenkuchen und dazu gab es leckers Macadamiaeis. Bei dem Orangenkuchen machte sie irgendwas falsch und sie sagte, dass keiner probieren sollte, weil dieser schrecklich schmecken würde. Ich probierte, aber er war wirklich viel zu bitter.

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Heather und Sophia

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Den Sonntag Abend ließen wir bei ein, zwei, … Gläsern Wein gemütlich ausklingen.

Handwerkerische Grüße

Nadine

Violet Town Market

Samstag, 13.06.2015

Wir sind früher als sonst aufgestanden und haben uns in die Kälte zum Füttern gequält, um danach zum Markt zu gehen. Dieser ist einmal im Monat in unserem kleinen Violet Town und somit ein großes Ereignis hier. Leider gab mir der Geldautomat (wie schon oft) kein Geld und ich konnte mir nichts kaufen. Der Markt ist viel größer als ich erwartet hab, ganz Violet Town war auf den Beinen und es gab tolle Sachen von Essen, bis Klamotten, über Dekoartikel und vieles mehr. Überall roch es gut und die Verkäufer waren alle freundlich. Endlich haben wir auch eine Orangenpresse gefunden und können nun aus dem vielen Orangen vom Orangenbaum hier Saft machen. Die Stände waren schön dekoriert. Das Lustigste waren bunte Hühner die neonfarbig sind. Diese waren eine große Attraktion und für 40$ konnte man sie sich als Haustier holen. Wir überlegten, ob wir Tom eins kaufen sollten, aber ließen es dann. Nach einem leckeren Milchshake machten wir noch einen Abstecher in den OP-Shop und fuhren dann zurück zur Farm.

Da wieder Besuch angekündigt war, brachten wir das Haus und die Farm auf Hochglanz, obwohl wir es sowieso immer ordentlich und sauber haben.

Ich brachte Sophia zum Bahnhof, die über Nacht ihre Freunde in Melbourne besucht, putzte danach noch ein bisschen und brachte die Scheiben von Brissie auf Hochglanz. Nun ist sie definitiv das sauberste Auto von ganz Victoria (wenn nicht von ganz Australien).

Zuerst kam abends dann Sheryl und war begeistert wie toll das Haus aussieht und wie schön wir wieder den Garten gemacht haben. Dann kamen David und Heather (Toms Eltern) und waren ebenfalls sehr angetan von der Sauberkeit und wir bekam ein großes Lob von allen. Ja liebe Eltern ihr habt richtig gehört. Ich wurde für Ordnung gelobt 😀

Die beiden hatten das ganze Auto und den Anhänger voller toller Sachen, unter anderem Bilder für die Wände, viel Essen, einen Sessel und viele Dekoartikel. So fegten sie alle durchs Haus und wir hängten Bilder auf, tauschten Glühbirnen aus, installierten einen neuen Drucker und vieles mehr. Wir waren eine Weile damit beschäftigt und fielen danach alle müde ins Bett.

Grüße vom Markt

 

Nadine

Markt

Streichelzoo

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echte bunte Hühner

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Keith ist müde

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Sophia macht die besten Milchshakes

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Chilly Willy

Freitag, 12.06.2015

Wegen einem Gardening-Bournut konnten wir leider keine Gartenarbeit machen und haben deswegen den ganzen Tag nach dem Füttern nur gechillt. Im Haus haben wir auf unseren Handys in youtube Heartland angeguckt und ich hab Brissie nochmal schön nass ausgeputzt.

Abends ging es wieder in den Pub. Diesmal haben wir nicht beim Raffle (Gewinnspiel) mit gemacht, weil uns 5$ echt zu teuer sind, aber wir hatten einen netten Abend mit ein paar Bier und haben Reese (vom Abend mit den anderen Jungs) wieder gesehen. Wir kamen außerdem mit einem netten Mann ins Gespräch den wir gefragt haben, warum er eine Deutschlandjacke an hat. Seine Eltern leben in England und er hat ein paar Jahre in Deutschland gewohnt. Wir hatten eine tolle Konversation und danach gingen wir, um Heartland im TV nicht zu verpassen – mittlerweile ein absolutes muss 😀

Gleichzeitig ist uns zurück auf der Farm eingefallen, dass noch ein Stück Apfelkuchen da ist und andächtig verzehrten wir es mit dem letzten Löffel Vanilleeis.

Wir waren länger als sonst wach, weil wir nicht so fertig waren.

Tiefenentspannte Grüße

Nadine

 

Lieblingsstute

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Schöner Sonnenuntergang

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Gutes Bier

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Handsome electrician

Donnerstag, 11.06.2015

Morgens war es wieder so kalt, aber die Sonne schien und es wurde richtig schön. Es macht so Spaß morgens von der Sonne geweckt zu werden, auf der Farm aufzustehen, den ganzen Tag Pferde um mich rum zu haben, von den Hunden begrüßt zu werden und die ganze Zeit an der frischen Luft zu sein. Das ist genau mein Ding und ich freue mich immer mehr, diese Reise angetreten zu haben. Ich habe es bisher jedenfalls keine Sekunde bereut und fühle mich total im Glück.

Zusammen haben Sophia und ich nach dem Füttern ein neues Beet angefangen zu bearbeiten, als Sheryl (die vom letzten Samstag) auf die Farm gefahren kam. Im Schlepptau hatte sie einen TV-Mensch. Der schraubte dann unseren Flachbild-TV der immer auf einer Kommode stand, an die Wand. Die Australier sind alle so freundlich und ihr Lieblingsspruch (nach „no worries“) ist: „not a problem“ (gar kein Problem). Er fragte uns wie alle bisher, wo wir her kommen, wie lang wir noch bleiben, usw. Selbst mit den Handwerkern kann man also hier richtig tolle Gespräche führen.

Dazu kam dann noch ein Elektriker, der neue Steckdosen setzte und den TV neu verkabelte. Sophia und ich kamen aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Er war groß, gut aussehend, nett, hatte stramme Waden und war ein Anblick für Götter. Ich konnte mir die Frage nicht verkneifen, ob er Footy (australischen Football) spielt. Als er meinte, dass er damit sogar immer im TV kommt, fanden wir das natürlich noch toller und stellten ihm noch mehr Fragen. Wir sagten, dass wir ab sofort jedes Spiel von ihm angucken werden und auch mal auf den Sportplatz kommen wollen. Daraufhin hat er sein smartestes Grinsen aufgesetzt. Leider ist er nach verrichteter Arbeit wieder gegangen, ohne uns seine Handynummer da gelassen zu haben. Hinterher machten wir uns über uns selbst lustig. Wir sind hier schon so verzweifelt und abgeschottet von der Gesellschaft, dass wir beim Anblick des Elektrikers ins Schwärmen geraten. Außerdem wussten wir gar nicht mehr wo hin mit uns, weil wir plötzlich 3 Leute auf einmal hier hatten, wobei wir sonst hier so einsam sind und es definitiv nicht mehr gewohnt sind unter so vielen Leuten zu sein. Sheryl sagte uns, dass Brandon Single ist und sie mal nach der Nummer fragen kann 😀

Unsere Gespräche an diesem Tag drehten sich dann nur noch um unseren Elektriker und wir werden beide definitiv nachts von unserem Hotty träumen.

Brissie bekam wieder viel Aufmerksamkeit und wurde lange nass ausgeputzt und geschrubbt. Das Gute hier ist, dass man die Musik dabei so laut aufdrehen kann wie man will. Daheim haben sich teilweise unsere Nachbarn über meine laute Musik beim Auto putzen beschwert 😛

Weil Donnerstags Parmi-Tag im Pub ist, trafen wir uns mit Yara dort. Es war so kalt da drin, ich hatte keine Jacke und wir mussten eine Stunde auf Yara warten und hatten total hunger. Als sie dann kam und wir das Risotto vom letzten Freitag bestellten wollten, merkten wir, dass sie doch ein wenig unflexibel sind, denn das zu bestellen war leider nicht möglich. Naja dann gab es halt zum 4. mal die vegetarischen Penne. Wir 3 hatten sehr viel Spaß, machten lustige Selfies und irgendwie hatten wir an diesem Abend ein Rad ab (es lag nicht am Bier). Leider war es der letzte Abend zu 3., aber dieser war dafür nochmal sehr schön. Ganze dreieinhalb Stunden hatten wir es ausgehalten.

Müde gings dann ins Bett und wir werden bestimmt gute Träume haben 😉

Lustige Grüße

Nadine

 

Keith telefoniert

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Pub

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Nachtisch im Pub

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Yara

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Sophia, ich, Yara

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My nerves

Mittwoch, 10.06.2015

Ich konnte nachts überhaupt nicht schlafen, weil es so abartig kalt war. Die Häuser hier sind nicht wirklich isoliert und somit geht die Wärme straight away wieder raus und wir heizen quasi noch den Garten mit.

Ausgestattet mit dickem Pulli, 2 Jacken, Mütze, Schal, Handschuhen, dicken Socken und Gummistiefeln, gings zum Füttern und es war sehr unbequem in der eisigen Kälte. Schon nach der ersten Fütterungsrunde wurde es aber wärmer und die Sonne kam raus.

Der Tag wurde noch sehr schön und ich hab es geschafft, mein Beet fertig zu machen und auch Sophia war nun mit den Rosen fertig. Die Farm sieht immer schöner aus und wenn wir morgens aufstehen und die Arbeit vom Vortag sehen, freuen wir uns beide.

Außerdem nahm ich mir Zeit Brissie auszusaugen und nun sieht sie wieder schöner aus 🙂

Mittags kam der Hufschmied, der mit 3 Stunden Fahrt von der Farm von Toms Dad einen langen Weg hinter sich hatte. Der war total lustig und cool und machte uns erst mal ein großes Kompliment, weil die Farm so toll aussieht und alles so gepflegt ist. Am Morgen hatten wir gemerkt, dass eine Stute lahm war und er wollte danach gucken. Leider ist es einfacher gesagt als getan aus einer Herde 11 quasi Wildpferden eine Stute einzufangen. Die sind es nicht gewohnt, dass man sie weg holt und alle galoppierten vom einen bis zum anderen Ende der riesigen Koppel. Das sieht zwar total schön aus und die ehemaligen Rennpferde sind wahnsinnig schnell, aber so lustig fanden wir das nicht. Wir wollten sie zu 3. in eine Ecke treiben und die Stute einfangen, aber leider wissen die Pferde, dass sie schneller als wir sind. Wir haben schon nicht mehr dran geglaubt, dass es was wird und liefen unzählige Male über die Wiese in der Hoffnung, dass sie irgendwann aufgeben. Als ich dann unser Fütterungsauto und Sophia einen Futtereimer holte, lief der Schmied auf die Stute zu und sie blieb brav neben ihm stehen. Wir nannten ihn darauf hin den Pferdeflüsterer. Sie ließ sich auch gut von Sophia das Halfter drauf machen. Noch auf der Koppel bearbeitete der Schmied den Huf und machte eine Art Verband drum. Danach lief sie schon wieder besser und wir alle waren zufrieden. Eigentlich dachten wir bei Wallach Angus wird es einfacher, weil er allein auf einer kleinen Koppel steht, aber der hatte auch keine Lust und so musste der Schmied wieder fahren, ohne dessen Hufe bearbeitet zu haben. So schnell wollte ich nicht aufgeben, zumal Angus ja mein bester Freund ist und als der Schmied weg war und Sophia wieder an die Arbeit ging, ließ er sich problemlos einfangen – Pferde soll man verstehen,… 😀

Sophia lief dann wie jeden Abend mit Bowie spazieren und ich ging ins Haus um einen Flug zu suchen. Die Tage davor hatte ich schon immer wieder geguckt, weil Saskia nach Bali fliegt und mich überredet hat, mitzukommen. Eigentlich macht es keinen Sinn ins 6 Flugstunden entfernte Indonesien zu fliegen, wenn ich doch von Australien noch nichts gesehen habe, aber weil man bekanntlich auf sein Herz hören soll und ich wieder mal Wärme will, stimmte ich zu, mit zu kommen. Wenn ich denn einen günstigen Flug finden sollte.

Da es ein AirAsia Special gab, fand ich einen Flug, bei dem der Rückflug mit 190$ unschlagbar war. Nach einigen Systemfehlern und Error auf der Flugseite, schaffte ich es endlich diesen zu buchen und war glücklich. Für Kreditkartenzahlung wollten sie 30$ extra, also entschied ich mich für eine Überweisung mit einem vorgegebenen System. Als ich gerade fertig war, kam wieder eine Fehlermeldung. Ich geriet leicht in Panik, da zu diesem Zeitpunkt nur noch 2 Sitzplätze im Flieger frei waren. Gottseidank hatte ich in weiser Voraussicht einen Screenshot von der Buchung gemacht und rief bei AirAsia an. Wie zu erwarten, hing ich eine endlose Zeit in der Warteschleife. AirAsia kann sich dafür nicht mal Musik leisten und die endlos Durchsage von einer lieblichen Frauenstimme, ging mir gleich auf den Keks. Nach gefühlten Stunden der Warterei hatte ich eine sehr unfreundliche Dame am Telefon, die nach einigen Versuchen des Buchstabierens, endlich meine Buchungsnummer verstand. Ich könne die Zahlung übers Telefon machen, müsse allerdings 45$ mehr bezahlen. Ne so nicht, dachte ich und fragte nach einer Alternative. Sie riet mir, es über das online-Zahlungssystem zu machen. Mein Ton wurde immer unfreundlicher: Hallo !! Deswegen rufe ich doch an ! IHR habt einen Fehler im System und deswegen kann ich nicht bezahlen ! So schlecht ist mein englisch nun auch nicht, dass man das nicht verstehen kann. Nach dem Motto, dass das ja wohl nicht ihr Problem sei sagte sie mir ich müsse dann mit Kreditkarte zahlen. Da das System aber nun gar nichts mehr machen wollte und die Fehlermeldungen mehr wurden, fragte ich mich langsam wo die versteckte Kamera sei. Nach endlosen Minuten des Diskutierens, dann die Lösung: Machen Sie einfach die Buchung neu. Da hatte sie dann schon aufgelegt. Also Flug neu gesucht, alle Daten neu eingegeben, alles neu ausgewählt und neuen Zahlungsversuch gestartet. Oh Wunder: Es funktionierte. Ich machte Freudensprünge als ich die Bestätigung des Fluges im Maileingang hatte. Nach sage und schreibe 2 Stunden wurde das auch mal Zeit.

Nun steht also dem 2 wöchigen Urlaub in Bali nichts mehr im Weg. Auch Saskia freute sich total und schickte mir den Link zum Hotel, das sie schon vor einer Weile gebucht hatte, weil sie ursprünglich allein gehen wollte. Sie ist dann schon ein paar Tage vor mir da.

Wann ich von der Farm gehe und warum, schreibe ich in einem anderen Eintrag.

Erleichterte Grüße

Nadine

Kälteselfie

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warmer Kamin
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Keith hat es auch warm

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Angus im Sonnenuntergang

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Bei der Gartenarbeit gefunden. Was kann das sein?IMG_8865 IMG_8866

Mittagspause

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Pferd mit Herz auf der Stirn

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