Horse-lover

Sonntag, 13.03.2016

An diesem Morgen konnte ich wieder ausschlafen und trank wieder Kaffee mit Helen und Brian.
Mein ganzes Zeug das sich in 10 Monaten im Auto angesammelt hatte, musste verstaut werden. Das war eine sehr große, fast unmögliche Herausforderung (vor allem als Frau). Eine ganze Ladung (vor allem Winterklamotten) packte ich in einen Koffer von Helen und ließ es auf der Farm, sowie einiges Campingzubehör. Außerdem packte ich wichtige Sachen in ein Paket, welches ich nach Hause schicken werde. Der Rest wurde in den Backpack gequetscht. Das dauerte fast 4 Stunden und ich war froh, es endlich organisiert zu haben. Das war eine große Erleichterung. Viel Essen überließ ich Helen und Brian.
Dann fuhr ich wie versprochen zu Colleen. Sie war gar nicht da und ich setzte mich einfach hin und wartete. Irgendwann klingelte ich bei ihrer Mieterin und fragte nach der Nummer. Als ich gerade wählte, kam Colleen mit dem Motorrad an. Wir räumten große Blumenkübel in den Schatten, gossen Blumen, räumten einige Sachen in den Schuppen und Colleen arbeitete an ihrem Hühnergehege.
Sie meinte ich soll Bindi holen und putzen. Als ich fertig war und sie kam, sagte sie, dass ich den Sattel drauf schmeißen soll. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich nochmal reite, aber freute mich natürlich riesig. Während Colleen an der anderen Seite der Farm mit dem Hühnergehege beschäftigt war, durfte ich die Stute allein auf dem Platz reiten. Das fand ich sehr cool von ihr und man muss viel Vertrauen haben um eine fremde Person ohne Aufsicht auf sein Pferd zu lassen.
Bindi war wieder total motiviert und lief nicht im Schritt. Wenigstens steht sie 24 h auf der Koppel und ist schon ein bisschen warm. Ich machte was Colleen mir das letzte Mal gezeigt hatte. Im Galopp Slalom um Stangen. Bindi ist ein Profi und wollte immer schneller als ich. Das machte total Spaß und wir wiederholten das einige Male. Es war sehr heiß und so ritt ich sie nicht so lange. Ich weiß ja nicht wie trainiert die Stute ist.
Ich war wieder überglücklich als ich abstieg.
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Colleen trainierte noch zwei andere Pferde vom Boden aus und ich schaute interessiert zu.

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Ein bisschen arbeiteten wir noch und dann verabschiedete ich mich von Colleen. Diese lebt in einem Wohnwagen in einem Schuppen, weil ihr ex-Mann das Haus vermietet hat. Sie tut mir echt leid, zumal sie kein Bad, keine Küche oder sonst was hat.

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Es war schon dunkel als ich zurück zur Farm kam und Helen rief mich ins Haus. Wir guckten Nachrichten, Helen kochte für mich und wir hatten einen sehr schönen letzten Abend.
Ich werde die beiden echt vermissen und für sie bin ich wie eine Enkelin.

Glücklich schlief ich an meinem letzten Abend in Nyah ein.

Grüße von der Reiterin
Nadine

Harcourt Apple Fest

Samstag, 12.03.2016

Um halb 7 morgens war Abfahrt und ich schlief ein bisschen zu lang, weshalb ich mich sehr beeilen musste.
Mit Brian und Helen fuhr ich ins zweieinhalb Stunden entfernte Harcourt zum Apple Fest. Wir sahen einen wunderschönen Sonnenaufgang auf dem Weg und tolle Landschaften. Wie immer wussten die beiden viel zu erklären und ich lernte einiges über die Umgebung.
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Es waren noch nicht viele Leute da und wir konnten uns in Ruhe umschauen. Das Fest ist viel größer als ich es mir vorgestellt hatte und es gab einige Verkaufsstände. Ein bisschen erinnerte es mich an den Schäferlauf bei uns im Dorf nur dass sich alles um Äpfel drehte. Es gab Äpfel, Apfelsaft, Apple-Pie (Apfelkuchen), Apfelmuffins und vieles mehr. Das Fest wird zu Ehren der Farmer abgehalten die das ganze Jahr hart arbeiten.

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Frettchen-Rennen

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König und Königin

IMG_6476 (FILEminimizer) IMG_6477 (FILEminimizer) IMG_6479 (FILEminimizer)Bauchtanz

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Helen und Brian

IMG_6486 (FILEminimizer)Auch Helens Tochter hatte einen Stand, obwohl sie keine Farmerin ist. Bei ihr gab es natürliche Heilmittel zu kaufen. Sie war sehr nett zu mir und wir blieben eine Weile an ihrem Stand.
Außerdem gab es überall (typisch australisch) Raffle. Da kauft man sich Lose und kann was gewinnen. Das wird meistens von Vereinen gemacht und das Geld fließt in die Vereinskassen. Das ist eine sehr gute Idee und für 1$ bekommt man meistens ein Ticket. Gewinnen kann man z.B. Essenskörbe, Kuchen, Reisen, Hotels, usw.
Zum Mittagessen holte ich mir Mac & Cheese (Macaroni und Käse), das genial schmeckte.

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Die Anderen gönnten sich Lammwürstchen. Ich wollte das nicht, aber Brian und Helen zahlten mir alles. Den Apfelsaft, ein riesiges Eis und Apfelmuffins. Auch den Eintritt, weil ich ja schließlich ihr Gast sei.

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Neben den Ständen waren einige Vorführungen. So waren der Festkönig und die Königin da, es gab Bauchtänze, Frettchen-Rennen, eine Haustiershow wo jedes Kind sein Haustier präsentierte und vieles mehr.
Das Fest war richtig schön gemacht und wir hatten einen wunderschönen Tag bei angenehmen 30 Grad und Sonne.
Es gab einen Umzug wo alle Vereine von Harcourt mitliefen und ein Pärchen das sich aus Schrott immer neue Gefährte baut.

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Nach dem Fest fuhren wir zu Helens Tochter die nur 10 min. weg wohnt. Diese blieb allerdings auf dem Fest bei ihrem Stand, aber ihr Mann und die beiden Kinder kamen mit. Die Familie lebt in einer alten Schule, was total witzig ist. Sogar das Schild und die Tafeln sind noch da. Ich bekam eine große Führung um das riesige Gelände.

IMG_6521 (FILEminimizer) Außerdem gibt es viele Hühner wo jedes einen Namen hatIMG_6526 (FILEminimizer)

, 2 Katzen, den Hund Jack IMG_6520 (FILEminimizer)

und die zahmen Schafe Bisquit und Honey. Diese durfte ich sogar füttern.

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Sie stehen auf einer Wiese neben der Kirche. Jede 5. Woche ist dort Gottesdienst. In einer Woche sprach der Pfarrer den Segen, als das eine Schaf in die Kirche marschierte. Es stellte sich vor den Ventilator und das Licht verpasste dem Schaf einen Heiligenschein. Der Pfarrer segnete das Tier. Eigentlich waren die Schafe zum Essen gedacht, aber weil sie jetzt heilig sind, werden sie als Haustiere gehalten. Sehr schöne Geschichte.

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(Foto: Facebook)
Eine Katze von einem Sohn wurde vor einigen Monaten von einer Schlange gebissen und war sofort tot. Sehr viele Tiere in Australien sterben an Schlangenbissen, so auch Pferde und Kühe.
Der Tag ging viel zu schnell rum und nach einem langen Gespräch mit Helens Schwiegersohn verabschiedeten wir uns.
Wir hielten auf dem Weg noch bei Helens anderer Tochter, aber diese war nicht da.
Helen und Brian luden mich zu Fish & Chips (Fisch und Pommes) ein, wobei ich Käsepommes hatte.
Die Sonne ging gerade unter, als wir an einem See vorbei fuhren und das sah richtig schön aus. So habe ich an einem Tag den Sonnenauf- und untergang gesehen.

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An einer Tankstelle kaufte uns Brian noch ein Magnum-Eis.
Als wir durch Swan Hill fuhren, war eine Pferdekutsche vor uns. Diese war total kitschig beleuchtet und sah lustig aus.

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Sehr spät waren wir Zuhause und ich schlief gleich ein.
Ich freute mich, dass ich mit auf dieses wunderschöne Fest konnte.

Apfelige Grüße
Nadine

Grapes finished

Donnerstag, 10.03.2015

Als ich morgens aufstand, regnete es immer noch. Ich wollte trotzdem aufs Feld, aber Brian und Helen sagten bei Regen macht das keinen Sinn.
So saßen wir im Haus und tranken Kaffee und es wollte nicht hell werden und nicht aufhören zu regnen.
Ich guckte unter die Plane wo meine Sachen lagen und bekam fast die Kriese. Alles war nass und nichts war auch nur ansatzweise trocken geblieben. So hatte ich nicht mal mehr Klamotten und musste mir was von Helen leihen. Gut, dass nichts wertiges draußen war…
Jetzt kam zu der Hitze noch, dass es abnormal schwül war und das atmen schwer fiel. Ich pickte nun in den selben Reihen wie Sandy und Chris. Brian machte morgens eine Kontrolle aller Reben, weil die Trauben durch Regen normalerweise stark geschädigt werden. Alles war in Ordnung. Die Trauben waren sehr nass und man musste aufpassen, nicht mit dem Messer abzurutschen. Da es keinen Platz auf den Racks (Gestellen) mehr hatte, sollten wir nur noch insgesamt 150 Eimer picken und uns die Schönsten raus suchen. Das gefiel mir, weil man die fetten Trauben pflücken konnte und der Eimer schnell voll war. Einige Trauben war an den Reben schon zu Rosinen geworden und die Reben ließen die Blätter hängen, weil es die ganze Zeit so trocken war. Die Pause mit Sandy und Chris war wieder sehr lustig und die beiden fluchen zu hören, verunsichert mich immer. Keiner weiß ob sie das böse meinen, oder nur Spaß machen.
Wir drei waren optimistisch und dachten, 50 Buckets pro Person haben wir schnell zusammen. Als Chris sie zählte und es erst 80 waren, stöhnten wir alle. Ab da musste jeder von uns die zukünftigen Buckets zählen. Irgendwann gingen die leeren Eimer aus und ich lief zur Farm und mir von Brian Neue geben zu lassen.
Brian und Helen waren sehr müde, weil sie nachts nicht geschlafen hatten. Es hatte die Plastikplane die um die Racks hängt weg geweht und sie mussten diese zu zweit bei Orkanböhen und strömendem Regen wieder hin machen. Ich sagte, dass sie mich das nächste Mal wecken sollen.
Der Wind an diesem Tag war wieder so stark, dass es die Plastikplane erneut von den Racks wehte. Brian, Helen, Luke und ich versuchten sie wieder hin zu machen. Das war ein großer Kraftakt. Ständig kam der Wind und wir hatten Mühe die meterlange Plane zu halten. Mit großen Klemmen befestigten wir sie am Dach vom Rack und legten Ziegelsteine ans Ende. Gut, dass irgendwann auch noch Sandy und Chris kamen. Zu 6. bekamen wir es irgendwie hin und die Plane war nach einer Stunde wieder an Ort und Stelle.
Während wir uns um die Plane gekümmert hatten, hatten Sandy und Kris die restlichen Trauben gepflückt und wir kippten alle Eimer mit den Trauben auf die Racks, verteilten sie und sortierten die Blätter aus. Ich freute mich, dass ich nie wieder Trauben pflücken muss, aber es fehlten noch 10 Eimer. So fuhren Helen und ich nochmal aufs Feld und pflückten eine Weile. Alle guten Trauben waren nun schon weg und man musste die Trauben echt suchen, was es lange dauern ließ.
Als diese Trauben dann auch versorgt waren, waren es zwei Eimer zu viel, aber das machte nichts.
Somit war die Traubenernte vorbei und Brian war glücklich, dass es dieses Jahr so viele waren.

Die Moskitos fressen mich hier auf. Ich hab schon 5 verschiedene Sprays ausprobiert und nichts hilft. Brian gab mir alle Sprays die er hatte, aber keins wirkte. Die Fenster im Auto muss ich aber aufmachen, weil es zu heiß wird. Eine Frau sagte, dass ich Bananen essen soll, weil die Insekten das nicht mögen. So ging ich in den kleinen Supermarkt direkt gegenüber von der Farm und kaufte ein Bündel Bananen. Ich hob sie gerade aus dem Regal da machte es einen lauten Knall. Das Regal war auseinander gefallen und viele Glasdosen lagen auf dem Boden. Ein Glas zerbrach. Mir tat das sehr leid und ich hatte ein schlechtes Gewissen. Die Frau vom Laden meinte das passiert ständig und das sei nicht schlimm.
Ich bekam wieder ein Abendessen von Brian und Helen und ging glücklich ins Bett, mit dem Wissen nicht um halb 7 aufstehen zu müssen.

Traubige Grüße
Nadine

 

Die ganze Ernte komplett. Brian, Helen und ich

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Heat-record

Donnerstag,03.03. (Jubiläum) – Mittwoch, 09.03.2016

Nachdem ich letzte Woche noch gesagt habe, dass die Temperaturen angenehm sind, hat sich das nun drastisch geändert. Über eine Woche lang hatte es jeden Tag über 40 Grad ! Das ist ein Rekord für diese Gegend. Erst erlebe ich den kältesten Winter hier (bis zu -2 Grad) und jetzt den heißesten Herbst. Die Hitze war nicht mehr auszuhalten. Zwar war die Luftfeuchtigkeit niedrig, was es nicht so schwül machte, aber es war trotzdem nicht mehr normal. Nachts konnte ich trotz offenen Autotüren nicht schlafen, weil es da immer noch 30 Grad hatte und selbst morgens war es schon heiß. Ich stand oft auf dem Feld bevor die Sonne aufging, aber dann hab ich nicht gesehen, wo die Trauben sind. Auch die Zeit wollte nicht rum gehen. Jeden Morgen fragte ich mich, ob Brian und Helen meinen „Morning-Tea“ vergessen hätten, dabei war es noch gar nicht 9. Nach dem Mittagessen machte ich dann meistens gar nicht mehr weiter. Das hätte keinen Wert gehabt und Helen hätte mich auch nicht gelassen. Selbst in der Hitze pflückte sie noch manchmal mit. Es gibt ein Wasserrad wo wir unsere Hemden und Hüte nass machten, damit es ein bisschen kühler ist. Diese trockneten aber innerhalb von Sekunden wieder. Außerdem gibt mir Helen zwar immer gefrorenes Wasser mit und wickelt die Flasche in ein Tuch, dass es nicht so schnell warm wird, aber man kann die Flasche nicht ständig mit sich herum tragen und bis ans Ende der Reihe laufen wo die Flasche liegt, mache ich bei der Hitze auch nicht.
Jeden Tag kam ich näher an die Reihen von Aborigini-Frau Sandy und ihrem Mann Chris. Diesem stelle ich mich an einem Tag vor, als es zu heiß wurde und ich aufhörte. Die beiden sind ein sehr lustiges Paar. So viele Schimpfwörter und Fluche habe ich noch nie in einem Satz gehört wie von denen beiden. Chris war im Vietnamkrieg und ist schon 66. Er hilft Sandy mit dem Pflücken, damit sie mehr Geld verdient. Oft kommen die beiden einfach nicht zum Pflücken und melden sich nicht. Zwei mal hatten wir mit den beiden unseren „Morning-Tea“ was sehr interessant war. Sandys Tochter hat in dieser Woche ihr Baby bekommen und Sandy die nun zweifache Oma ist, zeigte mir stolz Fotos. Sie ist total lieb und redet viel mit mir wenn wir uns mal sehen.

Manchmal kochte ich, weil Helen mir immer Zucchini und Knoblauch aus ihrem Garten brachte. Einmal hatte ich Lust auf Pizza und nebenan gibt es ein Restaurant von dem mir jeden Tag der gute Duft in die Nase steigt. Die Inderin die dort arbeitete war super unfreundlich. Ich wollte die Pizza im Restaurant essen und bekam nur den Karton vor die Nase geknallt. Die Pizza war schwarz und total trocken. Ich aß nur die Hälfte und am anderen Tag die andere Hälfte. Als Brian die Pizza sah, konnte er nicht glauben was da serviert wird. Er regte sich total drüber auf und wollte noch am gleichen Tag rüber und sich beschweren.

An einem Tag freute ich mich besonders, als es 12 war und ich endlich aufhören konnte. Brian und Helen fragten mich, ob ich ihnen mit den Racks helfen würde. Meine Motivation hielt sich in Grenzen, aber ich denke mir, wenn die beiden sich nicht beschweren, habe ich erst recht in meinem Alter keinen Grund dazu. Brian ist sage und schreibe 74 Jahre alt, arbeitet 7 Tage die Woche von morgens bis Abends und teilweise nachts. Neben der Farm repariert er Autos und LKWs. Helen ist schon lange in Rente und arbeitet trotzdem gleich viel wie Brian. Und dann bleibt für die beiden gerade mal so viel Geld, dass sie sich ein altes Haus und was zu Essen leisten können. Da half ich natürlich gerne, wo ich konnte. Sie meinten ich würde Stundenlohn dafür bekommen, aber das wollte ich gar nicht. Bei fast 43 Grad standen wir in der prallen Sonne und versuchten das alte Rack wieder in Schuss zu bringen. Das wurde seit über 10 Jahren nicht genutzt, weil es nie genügend Trauben gab. Wir mussten den ganzen Müll und Schrott drum herum weg räumen, darunter rechen und das ganze Unkraut weg machen das in den Racks gewachsen war. Das war Schwerstarbeit und ich fragte mich, wie Helen und Brian das aushielten. Nach ein paar Stunden sah das Gestell endlich wie neu aus und ich war fertig für den Tag. Helen und Brian arbeiteten bis spät Abends, aber wollten nicht, dass ich ihnen noch mehr helfe, bevor ich kollabiere.

Doof ist halt auch, das ich mittags kein Geld verdienen kann. Machen kann ich halt in dieser Zeit auch nichts, was ein bisschen schade ist, weil so vergeude ich meine restliche Zeit in Australien einfach. Im Stich lassen will ich die beiden aber auch nicht, das wäre unfair.

Das Thermometer ist im Schatten in einer Box

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Mittags konnte ich immer nur nichts tun, weil ich sonst eingegangen wäre. Helen brachte mir einen Rasensprinkler und ließ ihn den ganzen Tag laufen, sodass es ein bisschen „abkühlte“. Ich legte mich da oft drunter und las ein Buch. Es geht unglaublich an die Substanz, wenn es nicht mal nachts abkühlt und man die ganze Nacht schweiß gebadet ist. Wenigstens entdeckte ich einen Zelt-Ventilator der noch von Saskia stammt. Diesen hatte ich neben meinem Gesicht. Machte es zwar auch nicht wirklich erträglich, aber angenehmer.
Am Sonntag nahm mich Helen wieder nach Swan Hill mit. Erst waren wir bei ihrer Tochter, wo eine andere Tochter eine Schuhparty veranstaltete. Das war wie eine Tupperparty und es waren ein paar Leute da. Das Haus hat einen riesigen Pool, wo ich mit den beiden Kindern badete. Selbst das Wasser war so warm, dass es keine Abkühlung war. Deswegen schließen die Australier alle Vorhänge und sperren sich im Haus mit Klimaanlage ein bei diesen Temperaturen. Die 11 jährige Lucie wollte alles über Deutschland wissen, dachte es sei eine Stadt in London und war erstaunt, dass der Staat Victoria größer als Deutschland ist und wir so viele Landesgrenzen haben. Ja, Australien ist halt eine Insel..
Danach fuhren Helen und ich zum Kindergeburtstag von Bailey. Dieser ist ihr Urenkel und wurde 5. Die Feier fand in einem Wasserpark statt und die Kinder hatten Spaß. So konnte ich nun auch mal einen typisch, australischen Kindergeburtstag sehen. Es gibt eine sogenannte „Pinjata“. Wie man das aus Spanien kennt hängt diese an einer Schnur und die Kinder müssen mit einem Schläger nacheinander versuchen diese zum Platzen zu bringen. Das war ein Spaß und alle freuten sich über die Süßigkeiten die raus kamen. Außerdem gab es „Fairy-Bred“ (Feenbrot) . Das ist ungetoasteter Toast, viel Butter und bunte Streusel drauf. Klingt einfach, schmeckt aber super genial. Auch der Schokokuchen schmeckte gut und die typischen australischen Platten mit Käse, Dips, Crackern, Obst und Gemüse sowieso.
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Um noch ein bisschen was zu sehen, fuhren wir zum Riverside Park, der ebenfalls in Swan Hill liegt. Dieser ist wunderschön und alles grünt. Da es zu heiß war, machten wir keinen Spaziergang.

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Wir hielten an einem Pionier-Siedlungsmuseum und guckten uns von außen alles an.

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An einem Abend kam ein Junge vorbei, dessen Auto Brian gerade repariert. Wir kamen ins Gespräch und Patrick ist auch von Deutschland. Ewig saßen wir da und redeten über Gott und die Welt. Er ist sehr nett und bereits in seinem zweiten Jahr in Australien. Irgendwie bekommt es Brian nur seit Wochen nicht hin Patricks Auto fertig zu machen. Zumal der Mechaniker Luke manchmal auch einfach nicht kommt und auch nicht bescheid sagt.
Mittlerweile darf ich ins Haus von Helen und Brian (hört sich an wie ein Hund 😉 ). Wenn es zu warm ist, sagen sie ich soll unter die Klimaanlage kommen, wenn die Nachrichten kommen, holen sie mich und an einem Abend kochte Helen für mich mit. Es gab Gemüse mit Kartoffelbrei. Außerdem legte sie eine DVD über den Norden Australiens ein, wo es faszinierend aussieht.
An einem Abend brachten Brian und Helen ein Auto zu einer Kundin und ich fuhr mit. Sie lebt ganz weit außerhalb auf einer Farm und alles ist verdörrt.
Am Mittwoch fuhr ich nach Nyah-West um einen Zettel für eine Mitfahrgelegenheit in dem Hostel auszulegen. Auf dem Rückweg sah ich Pferde und hielt an. Eine Frau war da und stellte sich als Coleen vor. Außerdem gibt es 4 große Hunde die sehr lieb waren. Ich erklärte, dass ich das Reiten und die Pferde vermisse. Coleen die gerade sowieso dabei war zeigte mir ihre 8 Pferde und sagte das würde ihr alles privat gehören. Ihre 18 jährige Tochter ist ein Jockey und fast nie da und sie macht alles allein. Es fühlte sich gut an nach so langer Zeit wieder ein Pferd zu streicheln. Eine Weile verbrachte ich dort und hatte tolle Gespräche mit Coleen.
Als ich zurück zur Farm kam, hatte sich der Himmel total zu gezogen. Ich legte schnell eine große Plastikfolie über meine Sachen, die alle auf der Wiese lagen. Helen kam gleich um mir zu helfen meine Wertsachen ins Auto zu bringen. Dann fing es von der einen auf die anderen Sekunde an, richtig heftig zu regnen. Es goss in Strömen und Brian musste noch irgendwas draußen machen. Helen sagte ich solle ins Haus kommen und Brian war total begossen und tropfte als er rein kam. Es hörte nicht mehr auf und kühlte aber auch nicht wie erhofft ab. So konnte ich die Autofenster nachts mal wieder nicht aufmachen, weil es sonst rein geregnet hätte. Das war dann noch eine schlaflose Nacht im Sauna-Auto.

Ich hoffe echt, dass die Hitze bald vorüber ist, denn alles ist ausgetrocknet und es hat davor seit Wochen nicht geregnet. Gut, dass wenigstens der Regen kam.

Hitzige Grüße
Nadine

I think I spider

Donnerstag, 25.02. – Mittwoch, 02.03.2016

Jeden Morgen stand ich um 7 auf dem Feld. Wenn ich aus dem Auto krabble ist es immer noch dunkel, weshalb das Aufstehen schwer fällt. An einem Morgen wachte ich auf und sah, dass es schon hell war. Mein Iphone verriet mir, dass es bereits nach halb 8 war. Wie eine Furie sprang ich aus dem Bett, schaufelte mein Müsli quasi „on the go“ rein und beeilte mich. Helen kam ganz gemütlich um die Ecke und sagte sie hätte mich schlafen gesehen, aber nicht wecken wollen. Mein Körper hätte den Schlaf gebraucht, so ihre Aussage. Sie fragte, ob ich denn gefrühstückt hätte, denn das sei wichtig. Ohne Frühstück lässt sie mich nicht aufs Feld.
Ich durfte mir meine Reihen aussuchen, aber weiß nicht welche „gut“ sind. So gibt es die jungen Reben die sind niedrig, die mittelalten die sind mittelhoch und die alten die sind sehr hoch. Umso mehr Blätter dran sind, desto schwieriger ist es die Trauben zu finden, aber diese sind von der Sonne geschützt und die Bündel und Trauben groß. Die ohne Blätter sind schnell geerntet, aber weniger an einem Bündel und die Trauben kleiner und teilweise schon Rosinen. Deswegen bin ich mir nicht sicher, wo ich schneller bin.
Brian fragte mich ob ich wüsste, was eine Demeter-Farm ist. Irgendwo hatte ich das schon mal gehört. Demeter ist sogar noch besser als Bio und es werden keine chemischen Stoffe oder Düngemittel verwendet. Seit Brians Vater vor vielen Jahren durch Chemikalien auf der Farm umgekommen ist, wird alles nur Natur belassen. Der Name Demeter kommt von der gleichnamigen griechischen Göttin.
Das Picken fiel mir leicht und die Zeit geht rasend schnell rum. Wenn Helen und Brian mit dem Quad kommen, wundere ich mich immer, ob es schon so weit für eine „Cuppa“ (Cup of Tea – Tasse Tee) ist. An einem Tag hatte ich richtig Muskelkater in den Oberschenkeln und täglich habe ich Rückenschmerzen, aber das ist nicht so schlimm. Manchmal haben wir unseren „Tea“ (Kaffee) im Garten, aber sehr oft auf dem Feld. Ein Mal habe ich beim zurück Laufen meine Handschuhe und Messer vergessen. Ich habs erst gemerkt als ich auf dem Feld war und durfte den gaaaanzen Weg zurück laufen. Mit Musik im Ohr picke ich immer ein bisschen schneller, aber wirklich schnell bin ich nicht. Im Schnitt schaffe ich aber meine 100 Eimer am Tag. Helen hilft mir jeden Tag. Manchmal ein paar Minuten und manchmal schon eine Stunde. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen und sage sie soll nicht so viel arbeiten, aber weil sie schon ihr Leben lang pickt, macht sie es gerne. Obwohl sie Rentner ist, arbeitet sie sehr viel und 7 Tage die Woche. Manchmal kommt der Mechaniker Luke einfach nicht und dann hilft Helen sogar in der Werkstatt. An einem Tag an dem sie mir nicht beim Picken half, hatte ich nur 70 Eimer und das machte sie ganz traurig. Sie meinte sie weiß ja, dass ich das Geld brauche. Wir haben so tolle Gespräche beim Picken und sind uns immer gegenüber. Dann bin ich automatisch schneller, weil ich mit Helen mithalten will und sie ist sehr gut. Die Temperaturen sind mit um die 30 Grad auch sehr angenehm. Da lässt es sich gut aushalten. Nachts wird es ziemlich kühl und morgens muss ich mit einer dicken Decke am Frühstück sitzen, weil ich total friere. Die Moskitos verstechen mich total und kein Fliegenmittel will helfen. Wenigstens hats beim Picken kaum Fliegen und auch keine Bienen. Das Hemd hier habe ich von Helen bekommen, da ich keins hatte.
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Ich wollte alles ganz genau wissen und ging nach Feierabend mit um die Eimer auf dem Feld einzusammeln. Brian und Helen zeigten mir, wie man die Trauben auf den „Racks“ (Gestellen) verteilt. Wir kippten die vollen Eimer da drauf und sortierten alle Blätter aus. Es hat richitig viele Bienen und man muss aufpassen nicht gestochen zu werden. Um die Racks kommt eine riesige Plastikfolie drüber und dann können die Trauben innerhalb einer Woche zu Rosinen werden.

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Diese werden von einem LKW abgeholt und auf dem Markt verkauft. Manche Trauben werden als Weintrauben verkauft. Außerdem hat Brian eine eigene Internetseite erstellt auf der er auch Produkte verkauft (http://www.farmhousedirect.com.au/bdlewis/biodynamic-dried-sultanas-q6e). Er meinte aber, dass kaum jemand was bestellt wegen den zu hohen Portokosten. Die Beiden waren sehr begeistert, dass ich so viel wissen wollte. Sie sagten, dass alle Anderen immer nur ihr Geld wollen und sich für nichts interessieren.
Die beiden Hunde sind meine besten Freunde geworden. Blue wird nachts vor den alten Traktoren an eine Laufleine gemacht und soll Einbrecher abhalten. Er würde das anscheinend gut machen und ist von klein auf als Wachhund trainiert worden. In die Nähe von seiner Hütte darf keiner kommen, sonst rennt man am besten schnell um sein Leben. Umso mehr wundert es Brian und Helen, dass Blue mein bester Freund ist. Er kommt immer her und will gestreichelt werden und wenn wir auf dem Traktor sitzen, will er schmusen. Die beiden meinten dass er das außer bei Brian noch bei niemand gemacht hätte. Beide Hunde lieben Brian und folgen ihm aufs Wort. Keine Fahrt mit dem Quad verpasst der blinde Red.

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Ich weiß nicht warum, aber seit ein paar Wochen habe ich keinen Hunger mehr. Dann esse ich natürlich auch nichts. Ist total praktisch, weil ich noch gar nicht einkaufen musste seit ich hier bin. Außerdem habe ich nun in fast drei Wochen nur 2$ ausgegeben, was die Reisekasse freut. Nur meine australische Oma kann das nicht sehen. Am Anfang hat sie immer noch gefragt was es bei mir zu Mittag gibt, aber mittlerweile fragt sie schon gar nicht mehr. Aus dem Garten holt sie immer 2 Nektarinen und sagt ich soll sie essen, dass ich Kraft zum Arbeiten habe. Nach der Arbeit macht sie manchmal Cracker mit Käse und Tomaten und kein Anderer darf diese essen, weil sie weiß, dass ich sonst nichts esse. Sie ist so süß und guckt immer nach mir. Mir ist das schon unangenehm. Meine Wäsche holt sie immer ab und wäscht sie und bringt mir jeden Tag Boxen wo ich mein Zeug aus dem Auto verstauen kann, macht oft Kaffee, putzt meine Schuhe und ist einfach nur total fürsorglich.
An einem warmen Abend fragte sie mich, ob ich noch Energie hätte. So machten wir einen Spaziergang zum Fluss. Der Murray River ist die Grenze zu New South Wales und stolze 2375 km lang. Er ist einer der Wasserreichsten in Australien und es gab schon oft schwere Überflutungen. Es war richtig schön dort entlang zu laufen. Einige Boote waren unterwegs und sehr viele Wohnwagen waren anzutreffen. Es ist erlaubt dort kostenlos zu campen. Außerdem gibt es eine ehemalige Trabrennbahn, einen Tennisplatz und zwei Kriegsdenkmäler. Ein Denkmal wo die Schule in Nyah war, ist Brians Vater gewidmet. Der Abend war total schön und ich lernte viel über das 400 Einwohner Dorf Nyah und Australien.

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Ist der Himmel nun grau oder blau?

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Brian und Helen sind total gebildet und wollen alles wissen. Sie haben ein dickes Buch über Australien und schlagen alles nach was sie nicht wissen. Weil ich erzählt habe, dass ich nach Tasmanien gehe, suchten sie mir Fähren raus, zeigten mir viele Bilder als sie dort waren, empfahlen mir Orte und vieles mehr.
Außerdem habe ich über eine Facebook-Gruppe mein Auto verkauft 😦 eigentlich gut, aber ich werde Brissie so unglaublich vermissen. So viele Erinnerungen hängen an dem Auto. Die Käufer sind auf Tasmanien und als ich heraus fand, dass die Fähre für eine Strecke fast 300$ ! kostet, sagte ich den Käufern sie müssen nach Melbourne kommen. Gut, dass sie einstimmten. Am 17.03. heißt es dann für immer: goodbye Brissie !
Brian und Luke machten dann einen Service und das RWC (wie TÜV). Alles war gut und nur die Antriebswelle war kaputt, was mich fast 300$ kostete. Da muss ich fast 300 Eimer dafür pflücken 😀 Selbst Abends sehe ich überall Trauben und träume schon davon. Ich werde langsam verrückt.

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An einem Abend sind wir in die nächst größere Ortschaft Swan Hill (Schwanenhügel) gefahren. Die Beiden haben mich zum Essen eingeladen, was mir sehr unangenehm war. Sie haben selbst kein Geld und sparen an jedem Ende. Sogar das Haus ist sehr alt und total baufällig. Das fällt bestimmt bald in sich zusammen. Auch Urlaub können sie sich nicht leisten, dabei würden sie so gerne reisen. Nächstes Jahr wollen sie nicht mal mehr Trauben anbauen, weil es sich gar nicht lohnt. Die Förderungen vom Staat lassen sehr nach in der Farmindustrie. Wir hatten ein leckeres Abendessen und als ich mir den Rest einpacken lassen wollte, sagten die im Restaurant mir, dass das aus hygienischen Gründen nicht gehe. Hab ich jetzt auch noch nie gehört.

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Nach dem Essen und Einkaufen fuhren wir zu einem von Helens Söhnen. Er hat mit seiner Frau und den Kindern eine Kuhfarm. Der junge Labrador begrüßte mich freundlich und außerdem haben sie eine Katze, Krabben und eine Blindschleiche. Die Familie ist super lieb und wir blieben eine Weile. Bei einer Tochter von Helen stellten wir eine Box Trauben vor die Tür.

Und wenn in Zukunft jemand Trauben oder Rosinen von Australien isst oder australischen Wein trinkt, bitte genießt es. Vielleicht stand ich auf dem Feld und habe die Trauben liebevoll gepflückt 🙂

So waren also die ersten Tage vom Fruitpicking.

Und wenn sie nicht verzweifelt sind, dann picken sie noch heute…
Nadine

In the middle of nowhere

Mittwoch, 24.02.2016

Stef kam mitten in der Nacht ins Auto gekrabbelt, weil es doch kalt wurde und ich wachte auf, weil ich fror. Nachdem alle Fenster und Türen zu waren, konnte ich aber auch nicht besser schlafen. Lag vielleicht am Vollmond.
Mit Stef die genau so gerne fotografiert wie ich, machte ich aus, dass wir zum Sonnenaufgang aufstehen würden. Beide glaubten wir nicht daran es tatsächlich zu machen, aber bei der tollen Landschaft fiel das Aufstehen einfach. Es war noch nicht mal 7 als wir unsere Kameras platzierten und der Sonne zu schauten, wie sie hinter den Bergen vor kam und den ganzen See beleuchtete. Die Farben waren so kräftig und alles so schön, dass sich das Aufstehen definitiv gelohnt hatte.
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Statt gemütlichem Frühstück gabs aber nur Cornflakes im Stehen, weil Stef ordentlich Stress machte. Sie müsse ins Büro, so ihre Aussage. Dabei erzählte sie uns einen Tag vorher noch sie habe keinen Job. Nils ließ sich nicht stressen und hatte Zeit, Stef drängelte und wurde immer ungeduldiger und ich wusste nicht was ich davon halten sollte. Ich hatte kein Stress und fand es schade so gedrängelt zu werden. Während wir am Frühstück waren, schmiss Stef alle Sachen irgendwie ins Auto und Nils und ich fanden nichts mehr. Schon um 9 waren wir dann auf dem Weg gen Melbourne. Ich schlug den beiden vor sie an einer Bahnstation raus zu schmeißen, die auf meinem Weg liegt. Nils wollte aber mit mir bis in die Stadt fahren und Stef sogar bis vor ihre Haustüre. An diesem Tag waren die Temperaturen wieder abnormal und die Klimaanlage ging leider immer noch nicht. Für mich war das ein rieeeesiger Umweg, aber ich erbarmte mich missmutig bis nach Melbourne und noch weiter zu fahren.
Auf dem Highway hatte es nicht mal Radioempfang und weil beide schliefen war mir langweilig. Auch an der trockenen Landschaft hatte sich nichts geändert. Nach 4 Stunden erreichten wir Stefs Zuhause und sie verabschiedete sich nett im Stress und beschwerte sich, dass die Tankrechnung die wir durch 3 teilten zu hoch sei. Dabei wollte sie mir mehr Geld dafür geben, dass ich sie nach Hause fahre. Davon sah ich dann nix.
Nils war dabei dann in Nachteiligkeit geraten und ich fuhr ihn zwar nicht nach Melbourne rein (noch mehr Umweg), aber bis zu einer Bahnstation. Auch er bedankte sich nett für die zwei tollen Tage.

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Nun war ich allein und wusste, dass es bis zu der Farm noch weitere 4 Stunden Fahrt sein würden. Ich bereute es bereits einen so großen Umweg gefahren zu sein. Die ganze Zeit kam mir kein Auto entgegen und das bedeutete bestimmt auch keine Polizei. So schickte ich Sprachnachrichten mit den Lieben Zuhause hin und her und vertrieb mir die Langeweile. Meinen Tempomat auf 110 km/h gesetzt ging es immer gerade aus. Wenn man das Handy in Australien in der Hand hat, kostet das nämlich 400$ und 3 Punkte. Und da beschwert sich nochmal jemand über 40 Euro in Deutschland.
Die Fahrt zog sich ewig und ich dachte ich bekomme einen Hitzschlag. Mein Trinkwasser war so heiß, dass ich es gar nicht trinken konnte und ich wusste nicht was besser ist: Fenster auf oder zu. Es kam nur heiße Fönluft rein.

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Als ich endlich das Dörfchen Nyah erreichte, rief ich meinen neuen Chef an. Dieser beschrieb mir den Weg zur Farm. Er und seine Lebensgefährtin standen bereits in der Einfahrt und winkten freundlich. Ich sollte mein Auto unter einem Baum im Schatten parken. Mein Chef Brian stellte sich vor und seine Lebensgefährtin Helen die auch hier wohnt umarmte mich gleich sehr herzlich. Sie sei nun meine australische Oma und passe auf mich auf, so ihre freundliche Begrüßung. Brian besitzt eine Farm mit Trauben und außerdem eine Werkstatt. Er macht also zwei Jobs gleichzeitig. Helen die bereits in Rente ist, hilft ihm mit den Trauben aus. Die beiden hatten einen Tisch vorbereitet und einiges an Campingmaterial. Es war bereits ausgemacht, dass ich in meinem Auto schlafen werde. Es gibt ein separates Klo und eine Dusche die als Anbau am Haus bzw. der Werkstatt sind.
Als die beiden hörten, dass meine Klimaanlage nicht funktioniert, tat ich ihnen leid. Das Thermometer zeigte nämlich sage und schreibe 41,7 Grad an!!
Es gibt die beiden Hunde Red (auch Red-Dog) und Blue (auch Blue-Dog) und die große Henne Speckles. Red ist schon 13 und auf beiden Augen blind. Meine Aufgabe in den nächsten Wochen hier wird sein, beim Traubenpflücken zu helfen. Sandy macht das selbe und ich durfte sie gleich kennen lernen. Sie ist eine waschechte Aborigini. Normalerweise sind die Australier nicht so gut auf diese zu sprechen, weil sie laut Klischee alle Sozialhilfe bekommen, viel trinken und nur faul in den Parks rum liegen. Sandy ist anders und hilft hier gerne. Ihr Handschlag war so fest, dass ich kurz schluckte. Sie ist sehr robust und sagt laut Helen ständig böse Schimpfworte vor sich hin, aber ich glaube ich mag sie.
Wir saßen im Garten im Schatten und unterhielten uns alle super nett. Brian und Helen wollten gleich alles über mich wissen. Sie haben immer Backpacker zur Ernte da und freuen sich über Gesellschaft. Da ich außer Sandy die Einzige bin und diese nur morgens kommt, werde ich bestimmt viel mit Brian und Helen zusammen sitzen.
Direkt neben meinem Schlafplatz ist ein öffentliches Klo und ein Grillplatz und Helen sagte, dass ich dort kochen könne, wenn ich mein Gas sparen wollte.
Nach einer wohltuenden Dusche und dem Ausräumen von Brissie, ging ich früh ins Bett um fit für meinen ersten Arbeitstag zu sein.

Liebe Grüße von der neuen Farm
Nadine

Fullmoon over the lake

Dienstag, 23.02.2016

Ich wollte um 9 schon los, aber ließ mich von einem Mitfahrer auf 10 überreden. Weil ich früh wach war und alles zusammen gepackt hatte, fuhr ich den Mc Donalds (diesmal der Richtige), aber aß nichts. Mein Geld wurde leider über Nacht nicht mehr.
Um 10 traf ich mich mit meinen beiden Mitfahrern an dem Redfern Bahnhof.
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Nils ist 28 und auch von Deutschland und Stef ist 27 und von England, aber lebt seit drei Jahren in Australien. Die beiden sind im Gegensatz zu den letzten Mitfahrern sehr nett. Sie redeten gleich viel, was sehr gut ist. Dann ist mir beim Fahren nicht so langweilig.
Wir hatten uns wieder einige interessante Reisegeschichten zu erzählen. Zum Beispiel war Stef schon 3 Tage in einem mexikanischen Gefängnis, weil sie an 2 korrupte Polizisten geraten war die ihren Personalausweis sehen wollten. Mitten am Tag hatte sie nur eine Kopie von diesem dabei und wurde ins 4 Stunden entfernte Gefängnis eingesperrt. Bis zwei Freunde die sie heimlich angerufen hatte sie befreiten. Nils hat in einer Baumschule gearbeitet und dort sehr viel Geld verdient. Er ist noch nicht so viel gereist wie wir Mädels.
Wir suchten uns einen Aldi, ich kratze mein letztes Geld für Tomatensoße zusammen und dann gings weiter Richtung Süden. Ich wollte so viel fahren wie es geht, sodass ich am nächsten Tag nicht mehr so viel vor mir habe. Leider hatte es fast 40 Grad und die Klimaanlage ging nicht. Auch die offenen Fenster waren keine Abkühlung. Die beiden schliefen eine Weile und mir wurde langweilig. Zum Glück war ich ausgeschlafen und fit, aber die Landschaft war karg, trocken, der Feueralarm auf den Schildern auf der höchsten Stufe und es gab nichts interessantes auf dem Weg. Mit Tempomat auf 110 km/h tuckerten Brissie und ich so vor uns hin.

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An einer Tankstelle fragte Stef, ob man irgendwo baden könne. Der Mann sagte uns die Adresse und wir machten uns auf dort hin, weil es sowieso auf dem Weg lag. Direkt an der Grenze von New South Wales nach Victoria liegt der Hume Weir. Dieser Weier war leider nicht fürs Schwimmen geeignet. Lustig ist aber, dass auf der einen Seite von der Brücke New South Wales und auf der anderen Victoria ist. Keine Ahnung wem der Fluss dann gehört. Meine App Wikicamps zeigte mir eine total geniale Stelle im Örtchen Huon. Am Lake Hume konnten wir kostenlos und erlaubt unser Nachtquartier aufschlagen. Bei den heißen Temperaturen sprangen wir gleich in den schönen See der richtig warm war.

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Leider hatten wir kein Wasser und das Seewasser konnte man auch nicht trinken. Am Klo stand, dass es kein Trinkwasser sei. Neben dem See gab es ein Haus, wo eine total süße Ziege davor stand. Mit dieser freundeten wir uns gleich an. Keiner traute sich so recht, aber dann spazierten wir mit unserem Wasserkanister zu diesem Haus und suchten lange nach dem Eingang. Es gab keine Klingel, aber die Leute stiegen gerade aus dem Auto. Sie kämen auch gerade von Sydney, so der junge Mann. Er und seine Frau leben mit dem kleinen Sohn dort und haben Hühner, eine Ziege und zwei Hunde. Die Riesendogge begrüßte uns freundlich.

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Das junge Ehepaar war super nett, redete lange mit uns und bot uns an den Wasserkanister mit dem Gartenschlauch zu füllen. Wir waren froh, Wasser zu haben, weil wir sonst bestimmt verdurstet wären. Nils wollte das Wasser aber nicht so trinken und kochte es ab. Außerdem kochte ich Wasser mit dem ich meine Wäsche waschen wollte. Als Nils das kochende Wasser in meine Waschschüssel schüttete, passierte es. Er kippte sich das heiße Wasser über den Fuß ! Zwar rannte er gleich in den See, aber hatte sich ordentlich verbrannt. Ich gab ihm meine Aloe Vera Salbe und er hatte trotzdem den ganzen Abend Schmerzen.
Die Sonne verschwand gerade hinter den Bergen am See als wir da saßen, romatischer Musik lauschten und unsere Nudeln mit Tomatensoße genossen. Es war total schön und so stelle ich mir einen gelungenen Campingtrip vor.

Nils

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Nils und Stef

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Lange saßen wir zusammen, lauschten der Musik und genossen den sehr heißen Abend. Außerdem war Vollmond und es heißt in Australien ist dieser der Schönste. Tatsächlich war es gigantisch wie diese große Kugel über dem See steht und alles weiß anleuchtet.

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Stef und Nils rollten sich in ihre Schlafsäcke und schliefen unter freiem Himmel und ich machte es mir in Brissie bequem.

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So spät immer noch so heiß

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Ich bot den beiden an, dass sie ins Auto kommen könnten, falls es nachts zu kalt werden sollte. Da es aber immer noch warm war, wurde ich nur belächelt.

Seelige Grüße vom Campingtrip
Nadine

Rainy Goodbye to the Farm

Dienstag, 16.06.2015

Die ganze Nacht hatte es durchgeregnet und auch an meinem letzten Morgen auf der Farm hatte der Regen keine Gnade mit uns. Dafür waren die Temperaturen mal angenehm und ich habe mir ja extra eine Regenjacke gekauft. Bei jedem Pferd das wir gefüttert haben dachte ich: Und heute sehe ich dich zum letzten mal. Genau einen Monat war ich nun hier und man gewöhnt sich so schnell an ein neues zu Hause (vorallem an ein so wunderschönes). Natürlich waren wir beide nach dem Füttern so schön nass wie die Pferde.

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Guinea fowls (Perlhühner )

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Mit viel Hoffen und Bangen ging es ein letztes Mal zur Post. Ich warte ja nun schon über 3 Wochen auf meine Bankkarte meiner australischen Bank, die ich dringend benötige. Die vielen Anrufe bei der Bank haben das leider auch nicht beschleunigt. Außerdem konnte ich kein Geld mehr von der einen Visa-Karte abheben und die andere ist ja wegen der unerlaubten Kopie für den Müll. Wenn die Karte also am letzten Tag nicht gekommen wäre, hätte ich ohne Geld nach Bali fliegen können. Erneut hätte ich den Postbeamten am liebsten umarmt als er mir den langersehnten Brief von der Bank aushändigte – nochmal Glück gehabt !

Nachdem alle Sachen gepackt, Brissie bis oben hin voll beladen und mein Haus im astreinen Zustand war, war der traurige Moment gekommen. Tschüss Sophia, tschüss Traumfarm, tschüss Keith & Bowie, Angus und tschüss Pferde, Hühner und Kühe. Sophia hat mir noch einen ganz lieben Abschiedsgruß auf meine Australienflagge geschrieben. Obwohl ich weiß, dass was Schönes auf mich wartet ist der Abschied wie jeder Abschied schwer. Ich winke nochmal und dann verlasse ich die Farm, die Tiere und Sophia für immer.

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Bisher hatte ich das ja noch nicht erwähnt, aber Sophia und ich haben die Farm jetzt dreieinhalb Wochen ganz allein geführt. Das ist sehr viel Verantwortung und in Deutschland wäre sowas glaube ich nicht denkbar. 19 und 22 jährige Mädchen die Verantwortung für 50 teure Rennpferde und ein riesiges Anwesen haben? Ich glaube wir können stolz auf uns sein, dass wir das so gut hinbekommen haben und ernteten auch von vielen Leuten Anerkennung wie toll wir das machen. Dieses Erlebnis wird uns sicher prägen und es gab schöne und weniger schöne Momente. Sophia und ich hatten jedenfalls Spaß zusammen und ich werde ihre Kochkünste, die Kuchen, die Desserts und die allabendliche Folge Heartland sehr vermissen 😦 Sophia: danke für alles !! Die Zeit war so toll mit dir !

Da mir aber der Kontakt mit den Pferden hier gefehlt hat (außer beim Füttern gab es den ja nicht), hat mir Toms Papa einen Job auf seiner Farm angeboten. Dort habe ich mehr mit den Pferden zu tun und kann anfangen, wenn ich aus Bali zurück bin. Auf jeden Fall bin ich jetzt Profilandschaftsgärtnerin, Hühnerexpertin, Raumgestalterin und ein ganz schönes Stück verantwortungsbewusster.

Die nächste Herausforderung war die Anmeldung von Brissie. Wie gesagt, es benötigt viel Zeit, Geld, Nerven und Kenntnis der englischen Sprache. Ich hatte einen Termin in Benalla und die Frau wollte unendlich viele Unterlagen, war nicht sehr freundlich und seufzte ständig vor sich hin. Da lagen dann meine Bankkarte, ein Nachweis über meine Adresse, mein Perso, mein Reisepass, mein internationaler Führerschein, der Kaufvertrag und die dicke Automappe. Sie wusste gar nicht, wo anfangen. Erst wollte sie meinen australischen Führerschein (woher soll ich den haben?) Der internationale würde nicht genügen (wers glaubt). Irgendwann gab sie sich doch mit diesem zufrieden und behauptete mein Auto wäre Baujahr 2000 (in der Unterlagen steht 1999). Also raus, Motorhaube aufgemacht und geguckt. Gut, dass ich jetzt weiß wie diese aufgeht 😀 Ok, liebe Frau: du hattest Recht, Brissie ist 2000 geboren. Wieder rein, wieder dem großen Papierstapel und Formularen zugewandt. Leider wusste ich die Hälfte der Sachen nicht, die die wissen wollten. Warum müssen die auch so neugierig sein? Also hat die gute Frau namens Robyn das erledigt. Ständig seufzte die Arme und ich glaubte nicht mehr dran, dass das noch was werden sollte. Nach 45 min. des Zitterns und Bangens, wollte sie 700$ von mir (für die Anmeldung, Versicherung und Kennzeichen bis November) und gab mir die Kennzeichen und Schraubenzieher. Ich solle ihr die Alten geben und die Neuen dran schrauben. Leider wollten sich die Schrauben keinen Millimeter bewegen – mist ! Gut, dass die benachbarte Werkstatt wo ich schon den Check machte so freundlich war und das mit dem Akkuschrauber für mich erledigte. Wieder bewunderte ich den jungen Azubi mit wie viel Geschick er das Ding bedienen konnte (ok, ich übe ja noch). Also wieder zur Zulassung, alte Kennzeichen abgegeben und ab Richtung Melbourne. Sehr erleichtert, dass alles geklappt hat.

Gut, dass Brissie einen Tempomat hat und es Sprachnachrichten gibt. Es ging immer nur gerade aus, die Landschaft war die Gleiche und es wäre langweilig gewesen die ganze Zeit mit 110 zu fahren, wenn nicht Saskia gewesen wäre. Sie lag schon am Pool in Bali und erklärte mir wie der Tempomat funktioniert, wir planten in den Sprachnachrichten unsere Ausflüge, sie beschrieb mir das Hotel, usw. Außerdem bekam ich die beste Sprachnachricht des Tages/Monats/Jahres von Papa. Der verkündete feierlich, dass er und meine Oma einen Flug nach Sydney im September gebucht hatten. Ich rastete aus vor Freude und konnte es gar nicht glauben. Ich freue mich nun schon abartig darauf den beiden alles zu zeigen.

Ich bin mir nicht sicher, aber als ich an einem Blitzer vorbei gefahren bin, blitze ein blaues Licht. Eigentlich bin ich nie schneller als 110 gefahren und hoffe nicht, dass das jetzt mein erstes Knöllchen hier war, weil die sind schweineteuer.

Als sich zweieinhalb Stunden später die Skyline von Melbourne vor mir auftat, war das ein richtiges Gänsehautgefühl. Genau hier hat vor über einem Monat alles begonnen. Wie viel habe ich seither schon gesehen und erlebt?! Nachts nach Melbourne rein zu fahren, hat was geniales. Man hat einen perfekten Blick auf die toll beleuchteten Hochhäuser. Auch der Verkehr in Melbourne war sehr geordnet und obwohl es stockdunkel war, hatte ich keine Probleme mitten durch die große Stadt zu fahren. Als ich an meinem Hostel vorbei kam, musste ich lachen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich hier mal mit meinem eigenen Auto vorbei fahren würde.

Nach einem Abstecher im MC, steuerte ich das Haus von Manny an, den ich vor einem Monat im 7-eleven (Supermarkt) kennen gelernt habe. Dort darf ich netterweise Brissie 2 Wochen stehen lassen. Somit hatte ich also meine erste lange Fahrt im Linksverkehr überstanden. Manny musste noch arbeiten und ich schlief zum ersten Mal im Auto, was total cool war. Ich hätte es mir unheimlicher vorgestellt.

Abschiedsgruß von

Nadine