Honeymoon Bay

Donnerstag, 24.03.2016

Unser erstes Tagesziel war die Honeymoon Bay. Das ist eine tolle, ruhige Bucht wo wir die Aussicht und die Sonne genossen. Das Wasser ist glasklar und man sah kleine Fische.
Überall wo Rasmus mit seiner Drone ist, sorgt er für Aufsehen und für viele Fragen.
IMG_7357 (FILEminimizer)

IMG_7354 (FILEminimizer)

IMG_7352 (FILEminimizer)DSC_0010 DSC_0008 P1060381 P1060380 DSC_0003 DSC_0011
Wir fuhren weiter zum Coles Bay wo es außerdem einen Leuchtturm gibt. Kristof, Rasmus und ich liefen verschiedene, kleine Pfade entlang und genossen die genialen Aussichten. Es ist schön von oben auf das blaue Meer zu schauen und die Natur auf Tasmanien ist atemberaubend.

P1080022 (FILEminimizer) P1080030 (FILEminimizer) P1080031 (FILEminimizer) IMG_7373 (FILEminimizer) IMG_7369 (FILEminimizer) P1080021 (FILEminimizer) P1080008 (FILEminimizer) P1080011 (FILEminimizer) P1080014 (FILEminimizer) IMG_7364 (FILEminimizer) P1080019 (FILEminimizer)
Einem Geheimtipp folgten wir auf der Suche nach einer neuen Schlafgelegenheit. Gut, dass das Auto ein Allradantrieb ist. Über eine schmale Sandpiste ging es den Hang herunter und nach zwei Mal verfahren, standen wir an einem perfekten Platz. Daneben im Wald versteckt war das teure Luxushotel „Saffir“.
Kein Mensch war weit und breit zu sehen und wir hatten einen einsamen Strand für uns allein. So gabs wieder Abendessen mit Meerblick und mit dem Hintern im Sand. Vom Zelt aus kann man die Sterne sehen, wenn man die Plane aufklappt. So stelle ich mir einen Campingurlaub vor. Mit dem Meeresrauschen im Hintergrund schauten wir noch einen Film.

DSC_0013 (FILEminimizer) DSC_0012 (FILEminimizer) DSC_0005 (FILEminimizer) DSC_0004 (FILEminimizer) DSC_0002 (FILEminimizer) IMG_7389 (FILEminimizer)

Liebe Grüße vom Tasmanien
Nadine

Evil Tasmanian Devil

Mittwoch, 23.03.2016

Das Wetter war sehr gut, als wir aus dem Zelt krabbelten. Mich weckte der Duft von frischen Pfannkuchen, die Rasmus schon gemacht hatte. Mit Nutella schmeckten diese sehr gut. So ein Luxuscampen.

Wir ließen uns viel Zeit, packten alles zusammen und brachen in Ruhe auf.
In Wikicamps hatte Rasmus einen Platz gefunden wo man Kängurus streicheln konnte und die tasmanischen Teufel sehen. Leider wussten wir nicht, dass es sich dabei um einen Zoo handelte. Dieser kostete dann auch noch stolze 25$ Eintritt. Wir wollten mal schauen, wie der Zoo aussieht und liefen an den Eingang. Dort stand kein Kassierer und die Jungs liefen einfach durch. Ich zögerte noch und wartete. Als nach ein paar Minuten keiner kam, tat ich es den Jungs nach und ging auch rein. So sparten wir uns ingesamt 75$. Diese wären es auch nicht Wert gewesen. Die Nature-World war nur sehr klein und es war gar nichts los. Zuerst schlossen wir uns einer Führung an. Der Pfleger stellte uns den berühmten Tasmanian Devil vor. Das ist ein Beuteltier welches es nur auf Tasmanien gibt. Leider sterben diese langsam in freier Wildbahn aus, weil es eine schlimme Krankheit gibt, die keiner in den Griff bekommt. Die Geräusche die zwei kämpfende Tiere machen, sind unbeschreiblich. Sehr laut und eine Mischung aus Kindergeschrei, Lachen, Katzengeschrei und keine Ahnung was. Die Tiere bekamen Fleisch und stritten darum. Der Pfleger meinte die sind ganz schön gefährlich und außer ihm geht keiner ins Gehege.
Kristof und Rasmus wollten unbedingt ein Känguruselfie. Ich fand es total witzig wie die beiden jedem Känguru hinterher rannten und es zum stehen bleiben bringen wollten. Leider hatte ich keine Kamera dabei, sonst hätte ich das gerne festgehalten.
IMG_7331 (FILEminimizer)

faules Wombat

IMG_7332 (FILEminimizer)

IMG_7333 (FILEminimizer)

IMG_7336 (FILEminimizer)

Tasmanian Devils

IMG_7445 (FILEminimizer)
Wir gingen auf die Jagt nach Schnabeltieren, Eulen, noch mehr Tasmanian Devils und Wallabys. Außerdem wurden wir ständig von Enten und Gänsen attackiert.
Auch die sogenannten Carochen sahen wir
IMG_7552 (FILEminimizer)
Das war ein Spaß in diesem Zoo und die Jungs hatten ständig Angst, dass wir erwischt werden. Selbst Schuld ! Ihr wolltet keinen Eintritt bezahlen…
Der nächste Stopp war das berühmte „Blow-Hole“. Das ist eine Felsspalte und wenn große Wellen kommen, spritzt das Wasser dort raus. Das sieht faszinierend aus und teilweise ist das Wasser meterhoch. Dort fragten uns Japaner nach dem Weg und unsere Konversation mit diesen war total lustig.

DSC_0102 (FILEminimizer) DSC_0086 (FILEminimizer) DSC_0094 (FILEminimizer) DSC_0098 (FILEminimizer) DSC_0101 (FILEminimizer)
Auf der Fahrt zum nächsten overnight-Stopp schlief ich seelenruhig vor mich hin. Rasmus und Kristof wollten sich einen Spaß mit mir erlauben, was ihnen ordentlich gelang. Rasmus haute mitten auf der Straße eine Vollbremsung rein, die beiden schrien wie blöd und filmten mich, als ich aufwachte. Ich dachte echt wir hätten einen Autounfall und fand das natürlich gar nicht lustig. Die beiden wurden von mir eine Weile mit Verachtung gestraft bis ich mich wieder ein bisschen beruhigt hatte. Da muss ich mir eine gute Revange ausdenken.
Der nächste Platz sah ein bisschen aus wie ein Campingplatz und es waren sehr viele Leute da. Obwohl es noch nicht mal Abend war, waren fast schon alle Plätze belegt. Leider konnten wir nicht direkt am Strand stehen, aber der Platz im Wald war ok.
An diesem Abend gab es Spagetthi Bolognese für die Jungs und ich machte mir einen Hamburger mit Gemüse statt Fleisch.
Abends wurde es wieder sehr kalt, weswegen wir schon früh ins Zelt krochen und wieder einen Film anschauten.
So ging noch ein sehr toller Tag zu Ende. Ok, bis auf meinen Herzstillstand und Adrenalinschock.

Liebe Grüße
Nadine

Motorbike on the Beach

Dienstag, 22.03.2016

Ich bin mir sicher, dass dieser Campingtrip unvergesslich wird und ich bin froh, mit den Jungs unterwegs zu sein.
Nachts hatte es ein bisschen geregnet, aber es war sehr angenehm. Zu dritt im Zelt war es auch nicht zu kalt. Ich hatte befürchtet, dass ich friere, aber das war gut.
DSC_0001 (FILEminimizer)
DSC_0002 (FILEminimizer) DSC_0003 (FILEminimizer)

DSC_0004 (FILEminimizer)
Wir standen zeitig auf, frühstückten gemütlich und dann hatten wir Spaß am Strand.
Ausgestattet mit zwei Actionkameras, einer Spiegelreflexkamera, zwei Kompaktkameras, drei Smartphones und einer Drone, war das Filmteam perfekt. Außerdem hat Kristof ein Dirtbike. Das ließ natürlich mein Motorradherz höher schlagen. Kristof ist ein Motorcrossfahrer und richtig gut. Mit Vollspeed raste er durch den Sand, machte Wheelis (fahren auf dem Hinterrad) und coole Sprünge. Rasmus und ich filmten und fotografierten fleißig. Wir hatten Spaß wie kleine Kinder und das Wetter war perfekt. Man konnte es gut im T-Shirt aushalten und die Sonne schien.DSC_0011 (FILEminimizer) DSC_0016 (FILEminimizer)IMG_7282 (FILEminimizer) P1060042 (FILEminimizer) DSC_0025 (FILEminimizer)

Kristof fragte mich, ob ich auch fahren wollte. Ich war mir nicht so sicher, weil ich noch nie im Sand gefahren bin, aber er meinte es kann nichts passieren. So schwang ich mich auf die viel zu große KTM und bekam eine Einweisung. Ich fühlte mich wie auf Wolke 7 und hatte unglaublich viel Spaß. Das Schwierige war nur das Umdrehen, weil die Maschine so schwer ist. Vor allem im Sand ist das nicht einfach. So fuhr ich einfach immer ins Meer um zu drehen. Das war so genial. Einmal hatte ich nicht genug Schwung, blieb im Sand stecken und fiel wie in Zeitlupe um. Die Jungs lachten und es passierte nichts. Kristof musste das Motorrad wieder aufheben. Es gab einen kleinen Hügel über den ich drüber sprang – was ein Spaß !

DSC_0032 (FILEminimizer) P1060049 (FILEminimizer) P1060052 (FILEminimizer) P1060054 (FILEminimizer)

DSC_00301P1060059 P1060062 (FILEminimizer) P1060063 (FILEminimizer) P1060064 (FILEminimizer) P1060068 (FILEminimizer)
Wir packten alles zusammen und fuhren ins nächste Nachtlager, das nur wenige Minuten entfernt war. Unterwegs kauften wir ein und Rasmus holte sich ein neues Pärchen Flip Flops.
Das nächste Nachtlager war wieder am Strand und super schön. Es waren fast keine Leute da, bis auf ein Pärchen die zwei Katzen dabei hatten. Ja, richtig gelesen. Die beiden reisen quer durch Australien und haben ihre jungen Katzen dabei. Diese werden immer an der Leine ausgeführt, bzw. dürfen hin laufen wo sie wollen und der Mann folgt ihnen. Rasmus war nicht beliebt, aber auf Kristof hatten es die Katzen abgesehen.
So kochten wir gemütlich zusammen und machten uns auf zu einem Spaziergang über die Klippen. Wir lagen eine Weile auf den warmen Steinen und ließen uns die Sonne auf den Bauch scheinen.
P1060074 (FILEminimizer) P1060075 (FILEminimizer) P1060078 (FILEminimizer) P1060080 (FILEminimizer) P1060085 (FILEminimizer) P1060092 (FILEminimizer) P1060093 (FILEminimizer)

Wir guckten den wunderschönen Sonnenuntergang über dem Meer an. Die Jungs hatten ein Feuer gemacht und es war kuschelig warm davor. Wenn die Sonne weg ist, kühlt es extrem ab und wird feucht und man hält es fast nicht aus. Es war wieder ein total toller Abend. Wir hörten Musik, starrten aufs Meer und tranken von dem guten Alkohol den die Jungs von einer Brennerei bekommen hatten.

DSC_0039 (FILEminimizer) DSC_0044 (FILEminimizer) DSC_0045 (FILEminimizer) DSC_0046 (FILEminimizer) DSC_0047 (FILEminimizer) DSC_0049 (FILEminimizer) DSC_0050 (FILEminimizer) P1060106 (FILEminimizer) IMG_7303 (FILEminimizer) IMG_7305 (FILEminimizer) IMG_7307 (FILEminimizer) P1060136 (FILEminimizer) IMG_7310 (FILEminimizer) P1060276 (FILEminimizer) P1060281 (FILEminimizer)
Es war spät als wir uns ins Zelt kuschelten und zufrieden einschliefen.

Grüße vom Campingtrip
Nadine

Let the Campingtrip begin

Montag, 21.03.2016

An diesem Tag kam ich mal wieder „in die Pötte“. Ich stand um 8 auf, packte und frühstückte. Dann saß ich noch ewig mit coolen Leuten vom Hostel zusammen und quatschte.

Im Hostel wird jeden Montag der Kühlschrank aussortiert, weil viele Leute gehen und ihr Zeug zurück lassen. Deswegen muss man auf seine Sachen immer einen Zettel mit Name und Abreisedatum machen. Die total verrückte, lustige Putzfrau hat daraus eine Comedyshow gemacht und es war total lustig. Alle standen da und guckten sich das verschimmelte Essen an. Na lecker !
IMG_7248 (FILEminimizer)

IMG_7249 (FILEminimizer)

IMG_7250 (FILEminimizer)
Nach einem Abstecher beim Subway lief ich zur Bushaltestelle in Hobart. Unterwegs kam ich bei einem Festival vorbei, wo viele verschiedene Kulturen vertreten waren.
IMG_7255 (FILEminimizer)
Das Wetter war mal auf meiner Seite und die Sonne schien. Warm war es zwar immer noch nicht, aber das machte nichts. Beim Warten traf ich zwei deutsche Mädels mit denen ich ins Gespräch kam. Sie mussten den gleichen Bus nehmen. Für den Bus ins 250 km entfernte St. Helens an der Ostküste von Tasmanien sollte ich unglaubliche 50$ zahlen. Für den Flug von Melbourne nach Hobart hatte ich 55$ bezahlt. Ich fragte die Dame am Telefon beim Buchen nach einem Studentenrabatt. Ohne Ausweis ging natürlich nix. Beim Busfahrer versuchte ich dasselbe. Ich zeigte ihm einfach meinen deutschen Personalausweis. Da er nichts darauf verstand, sagte er: „Ah ok gut, ein internationaler Studentenausweis“. Ich hatte so verdammt Glück und musste statt den 50, dann nur 25$ zahlen.
Die Landschaft war super genial. Tasmanien ist unberührte Landschaft pur, es grünt und es hat Wasser wohin man schaut. Im Gegensatz zum Festland Australiens hat es hier viele Berge und grün bewachsene Hügel. Eigentlich hatte ich vor ein Buch zu lesen, aber die atemberaubende Landschaft war spannender.
IMG_7272 (FILEminimizer)

IMG_7275 (FILEminimizer)
Nach 2 Stunden musste ich umsteigen und die beiden Mädels verlassen. 10 min. später kam ein neuer Bus. Ingesamt 4 Stunden dauerte die Fahrt und dann waren wir in dem süßen St. Helens. Das ist die größte Stadt an der Ostküste mit gerade mal 2.000 Einwohnern. In Tasmanien wohnen bestimmt mehr Tiere als Menschen.
Mit Kristof und Rasmus die ich aus dem Internet kenne, traf ich mich an der Bushaltestelle. Sie haben einen guten Jeep und viel Platz und wir werden die nächsten 2 Wochen gemeinsam durch Tasmanien reisen. Die beiden sind super nett und ich glaube wir kommen gut miteinander aus. Wir suchten uns einen kostenlosen Platz direkt am Strand und schlugen unser Nachtlager auf. Die beiden Jungs haben ein Zelt auf dem Dach vom Auto was super cool ist. Wir kochten und saßen gemütlich zusammen. Gerade Abends wird es sehr kalt und wir hatten alle eine Jacke an. Es gibt sogar ein Duschzelt mit Wasserkanister und Duschkopf und die beiden sind total ausgestattet. Das Wasser ist aber wohl ganz schön kalt.
Irgendwann krabbelten wir über die Leiter ins Dachzelt und machten es uns bequem. Platz ist zu dritt nicht viel, aber dann wird es schon nicht kalt. Auf dem Laptop guckten wir noch einen Film und dann schliefen wir ein.
Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Tage und freue mich riesig, mit den Jungs reisen zu können. Kristof ist schon in seinem zweiten Jahr hier und sehr erfahren, was campen angeht.

Liebe Grüße vom Camp
Nadine

Horse-lover

Sonntag, 13.03.2016

An diesem Morgen konnte ich wieder ausschlafen und trank wieder Kaffee mit Helen und Brian.
Mein ganzes Zeug das sich in 10 Monaten im Auto angesammelt hatte, musste verstaut werden. Das war eine sehr große, fast unmögliche Herausforderung (vor allem als Frau). Eine ganze Ladung (vor allem Winterklamotten) packte ich in einen Koffer von Helen und ließ es auf der Farm, sowie einiges Campingzubehör. Außerdem packte ich wichtige Sachen in ein Paket, welches ich nach Hause schicken werde. Der Rest wurde in den Backpack gequetscht. Das dauerte fast 4 Stunden und ich war froh, es endlich organisiert zu haben. Das war eine große Erleichterung. Viel Essen überließ ich Helen und Brian.
Dann fuhr ich wie versprochen zu Colleen. Sie war gar nicht da und ich setzte mich einfach hin und wartete. Irgendwann klingelte ich bei ihrer Mieterin und fragte nach der Nummer. Als ich gerade wählte, kam Colleen mit dem Motorrad an. Wir räumten große Blumenkübel in den Schatten, gossen Blumen, räumten einige Sachen in den Schuppen und Colleen arbeitete an ihrem Hühnergehege.
Sie meinte ich soll Bindi holen und putzen. Als ich fertig war und sie kam, sagte sie, dass ich den Sattel drauf schmeißen soll. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich nochmal reite, aber freute mich natürlich riesig. Während Colleen an der anderen Seite der Farm mit dem Hühnergehege beschäftigt war, durfte ich die Stute allein auf dem Platz reiten. Das fand ich sehr cool von ihr und man muss viel Vertrauen haben um eine fremde Person ohne Aufsicht auf sein Pferd zu lassen.
Bindi war wieder total motiviert und lief nicht im Schritt. Wenigstens steht sie 24 h auf der Koppel und ist schon ein bisschen warm. Ich machte was Colleen mir das letzte Mal gezeigt hatte. Im Galopp Slalom um Stangen. Bindi ist ein Profi und wollte immer schneller als ich. Das machte total Spaß und wir wiederholten das einige Male. Es war sehr heiß und so ritt ich sie nicht so lange. Ich weiß ja nicht wie trainiert die Stute ist.
Ich war wieder überglücklich als ich abstieg.
IMG_6561 (FILEminimizer)

IMG_6565 (FILEminimizer)

IMG_6567 (FILEminimizer)

IMG_6569 (FILEminimizer)

IMG_6570 (FILEminimizer)

IMG_6575 (FILEminimizer)

IMG_6576 (FILEminimizer)

IMG_6577 (FILEminimizer)IMG_6578 (FILEminimizer)IMG_6590 (FILEminimizer)

IMG_6582 (FILEminimizer)
Colleen trainierte noch zwei andere Pferde vom Boden aus und ich schaute interessiert zu.

IMG_6593 (FILEminimizer) IMG_6594 (FILEminimizer) IMG_6596 (FILEminimizer)
Ein bisschen arbeiteten wir noch und dann verabschiedete ich mich von Colleen. Diese lebt in einem Wohnwagen in einem Schuppen, weil ihr ex-Mann das Haus vermietet hat. Sie tut mir echt leid, zumal sie kein Bad, keine Küche oder sonst was hat.

IMG_6598 (FILEminimizer) IMG_6599 (FILEminimizer) IMG_6600 (FILEminimizer)
Es war schon dunkel als ich zurück zur Farm kam und Helen rief mich ins Haus. Wir guckten Nachrichten, Helen kochte für mich und wir hatten einen sehr schönen letzten Abend.
Ich werde die beiden echt vermissen und für sie bin ich wie eine Enkelin.

Glücklich schlief ich an meinem letzten Abend in Nyah ein.

Grüße von der Reiterin
Nadine

Harcourt Apple Fest

Samstag, 12.03.2016

Um halb 7 morgens war Abfahrt und ich schlief ein bisschen zu lang, weshalb ich mich sehr beeilen musste.
Mit Brian und Helen fuhr ich ins zweieinhalb Stunden entfernte Harcourt zum Apple Fest. Wir sahen einen wunderschönen Sonnenaufgang auf dem Weg und tolle Landschaften. Wie immer wussten die beiden viel zu erklären und ich lernte einiges über die Umgebung.
IMG_6455 (FILEminimizer)

IMG_6459 (FILEminimizer)
Es waren noch nicht viele Leute da und wir konnten uns in Ruhe umschauen. Das Fest ist viel größer als ich es mir vorgestellt hatte und es gab einige Verkaufsstände. Ein bisschen erinnerte es mich an den Schäferlauf bei uns im Dorf nur dass sich alles um Äpfel drehte. Es gab Äpfel, Apfelsaft, Apple-Pie (Apfelkuchen), Apfelmuffins und vieles mehr. Das Fest wird zu Ehren der Farmer abgehalten die das ganze Jahr hart arbeiten.

IMG_6460 (FILEminimizer) IMG_6461 (FILEminimizer) IMG_6463 (FILEminimizer) IMG_6464 (FILEminimizer) IMG_6465 (FILEminimizer)

Frettchen-Rennen

IMG_6472 (FILEminimizer)

König und Königin

IMG_6476 (FILEminimizer) IMG_6477 (FILEminimizer) IMG_6479 (FILEminimizer)Bauchtanz

IMG_6484 (FILEminimizer)

Helen und Brian

IMG_6486 (FILEminimizer)Auch Helens Tochter hatte einen Stand, obwohl sie keine Farmerin ist. Bei ihr gab es natürliche Heilmittel zu kaufen. Sie war sehr nett zu mir und wir blieben eine Weile an ihrem Stand.
Außerdem gab es überall (typisch australisch) Raffle. Da kauft man sich Lose und kann was gewinnen. Das wird meistens von Vereinen gemacht und das Geld fließt in die Vereinskassen. Das ist eine sehr gute Idee und für 1$ bekommt man meistens ein Ticket. Gewinnen kann man z.B. Essenskörbe, Kuchen, Reisen, Hotels, usw.
Zum Mittagessen holte ich mir Mac & Cheese (Macaroni und Käse), das genial schmeckte.

IMG_6517 (FILEminimizer)
Die anderen gönnten sich Lammwürstchen. Ich wollte das nicht, aber Brian und Helen zahlten mir alles. Den Apfelsaft, ein riesiges Eis und Apfelmuffins. Auch den Eintritt, weil ich ja schließlich ihr Gast sei.

IMG_6519 (FILEminimizer)
Neben den Ständen waren einige Vorführungen. So waren der Festkönig und die Königin da, es gab Bauchtänze, Frettchen-Rennen, eine Haustiershow wo jedes Kind sein Haustier präsentierte und vieles mehr.
Das Fest war richtig schön gemacht und wir hatten einen wunderschönen Tag bei angenehmen 30 Grad und Sonne.
Es gab einen Umzug wo alle Vereine von Harcourt mitliefen und ein Pärchen das sich aus Schrott immer neue Gefährte baut.

IMG_6491 (FILEminimizer) IMG_6493 (FILEminimizer) IMG_6495 (FILEminimizer) IMG_6497 (FILEminimizer) IMG_6502 (FILEminimizer) IMG_6504 (FILEminimizer) IMG_6507 (FILEminimizer) IMG_6509 (FILEminimizer) IMG_6511 (FILEminimizer) IMG_6513 (FILEminimizer) IMG_6514 (FILEminimizer)
Nach dem Fest fuhren wir zu Helens Tochter die nur 10 min. weg wohnt. Diese blieb allerdings auf dem Fest bei ihrem Stand, aber ihr Mann und die beiden Kinder kamen mit. Die Familie lebt in einer alten Schule, was total witzig ist. Sogar das Schild und die Tafeln sind noch da. Ich bekam eine große Führung um das riesige Gelände.

IMG_6521 (FILEminimizer) Außerdem gibt es viele Hühner wo jedes einen Namen hatIMG_6526 (FILEminimizer)

, 2 Katzen, den Hund Jack IMG_6520 (FILEminimizer)

und die zahmen Schafe Bisquit und Honey. Diese durfte ich sogar füttern.

IMG_6535 (FILEminimizer) IMG_6537 (FILEminimizer) IMG_6540 (FILEminimizer) IMG_6541 (FILEminimizer)

Sie stehen auf einer Wiese neben der Kirche. Jede 5. Woche ist dort Gottesdienst. In einer Woche sprach der Pfarrer den Segen, als das eine Schaf in die Kirche marschierte. Es stellte sich vor den Ventilator und das Licht verpasste dem Schaf einen Heiligenschein. Der Pfarrer segnete das Tier. Eigentlich waren die Schafe zum Essen gedacht, aber weil sie jetzt heilig sind, werden sie als Haustiere gehalten. Sehr schöne Geschichte.

IMG_6792[1]

(Foto: Facebook)
Eine Katze von einem Sohn wurde vor einigen Monaten von einer Schlange gebissen und war sofort tot. Sehr viele Tiere in Australien sterben an Schlangenbissen, so auch Pferde und Kühe.
Der Tag ging viel zu schnell rum und nach einem langen Gespräch mit Helens Schwiegersohn verabschiedeten wir uns.
Wir hielten auf dem Weg noch bei Helens anderer Tochter, aber diese war nicht da.
Helen und Brian luden mich zu Fish & Chips (Fisch und Pommes) ein, wobei ich Käsepommes hatte.
Die Sonne ging gerade unter, als wir an einem See vorbei fuhren und das sah richtig schön aus. So habe ich an einem Tag den Sonnenauf- und untergang gesehen.

IMG_6553 (FILEminimizer)
An einer Tankstelle kaufte uns Brian noch ein Magnum-Eis.
Als wir durch Swan Hill fuhren, war eine Pferdekutsche vor uns. Diese war total kitschig beleuchtet und sah lustig aus.

IMG_6555 (FILEminimizer)
Sehr spät waren wir Zuhause und ich schlief gleich ein.
Ich freute mich, dass ich mit auf dieses wunderschöne Fest konnte.

Apfelige Grüße
Nadine

Grapes finished

Donnerstag, 10.03.2015

Als ich morgens aufstand, regnete es immer noch. Ich wollte trotzdem aufs Feld, aber Brian und Helen sagten bei Regen macht das keinen Sinn.
So saßen wir im Haus und tranken Kaffee und es wollte nicht hell werden und nicht aufhören zu regnen.
Ich guckte unter die Plane wo meine Sachen lagen und bekam fast die Kriese. Alles war nass und nichts war auch nur ansatzweise trocken geblieben. So hatte ich nicht mal mehr Klamotten und musste mir was von Helen leihen. Gut, dass nichts wertiges draußen war…
Jetzt kam zu der Hitze noch, dass es abnormal schwül war und das atmen schwer fiel. Ich pickte nun in den selben Reihen wie Sandy und Chris. Brian machte morgens eine Kontrolle aller Reben, weil die Trauben durch Regen normalerweise stark geschädigt werden. Alles war in Ordnung. Die Trauben waren sehr nass und man musste aufpassen, nicht mit dem Messer abzurutschen. Da es keinen Platz auf den Racks (Gestellen) mehr hatte, sollten wir nur noch insgesamt 150 Eimer picken und uns die Schönsten raus suchen. Das gefiel mir, weil man die fetten Trauben pflücken konnte und der Eimer schnell voll war. Einige Trauben war an den Reben schon zu Rosinen geworden und die Reben ließen die Blätter hängen, weil es die ganze Zeit so trocken war. Die Pause mit Sandy und Chris war wieder sehr lustig und die beiden fluchen zu hören, verunsichert mich immer. Keiner weiß ob sie das böse meinen, oder nur Spaß machen.
Wir drei waren optimistisch und dachten, 50 Buckets pro Person haben wir schnell zusammen. Als Chris sie zählte und es erst 80 waren, stöhnten wir alle. Ab da musste jeder von uns die zukünftigen Buckets zählen. Irgendwann gingen die leeren Eimer aus und ich lief zur Farm und mir von Brian Neue geben zu lassen.
Brian und Helen waren sehr müde, weil sie nachts nicht geschlafen hatten. Es hatte die Plastikplane die um die Racks hängt weg geweht und sie mussten diese zu zweit bei Orkanböhen und strömendem Regen wieder hin machen. Ich sagte, dass sie mich das nächste Mal wecken sollen.
Der Wind an diesem Tag war wieder so stark, dass es die Plastikplane erneut von den Racks wehte. Brian, Helen, Luke und ich versuchten sie wieder hin zu machen. Das war ein großer Kraftakt. Ständig kam der Wind und wir hatten Mühe die meterlange Plane zu halten. Mit großen Klemmen befestigten wir sie am Dach vom Rack und legten Ziegelsteine ans Ende. Gut, dass irgendwann auch noch Sandy und Chris kamen. Zu 6. bekamen wir es irgendwie hin und die Plane war nach einer Stunde wieder an Ort und Stelle.
Während wir uns um die Plane gekümmert hatten, hatten Sandy und Kris die restlichen Trauben gepflückt und wir kippten alle Eimer mit den Trauben auf die Racks, verteilten sie und sortierten die Blätter aus. Ich freute mich, dass ich nie wieder Trauben pflücken muss, aber es fehlten noch 10 Eimer. So fuhren Helen und ich nochmal aufs Feld und pflückten eine Weile. Alle guten Trauben waren nun schon weg und man musste die Trauben echt suchen, was es lange dauern ließ.
Als diese Trauben dann auch versorgt waren, waren es zwei Eimer zu viel, aber das machte nichts.
Somit war die Traubenernte vorbei und Brian war glücklich, dass es dieses Jahr so viele waren.

Die Moskitos fressen mich hier auf. Ich hab schon 5 verschiedene Sprays ausprobiert und nichts hilft. Brian gab mir alle Sprays die er hatte, aber keins wirkte. Die Fenster im Auto muss ich aber aufmachen, weil es zu heiß wird. Eine Frau sagte, dass ich Bananen essen soll, weil die Insekten das nicht mögen. So ging ich in den kleinen Supermarkt direkt gegenüber von der Farm und kaufte ein Bündel Bananen. Ich hob sie gerade aus dem Regal da machte es einen lauten Knall. Das Regal war auseinander gefallen und viele Glasdosen lagen auf dem Boden. Ein Glas zerbrach. Mir tat das sehr leid und ich hatte ein schlechtes Gewissen. Die Frau vom Laden meinte das passiert ständig und das sei nicht schlimm.
Ich bekam wieder ein Abendessen von Brian und Helen und ging glücklich ins Bett, mit dem Wissen nicht um halb 7 aufstehen zu müssen.

Traubige Grüße
Nadine

 

Die ganze Ernte komplett. Brian, Helen und ich

IMG_6434 (FILEminimizer)

Heat-record

Donnerstag,03.03. (Jubiläum) – Mittwoch, 09.03.2016

Nachdem ich letzte Woche noch gesagt habe, dass die Temperaturen angenehm sind, hat sich das nun drastisch geändert. Über eine Woche lang hatte es jeden Tag über 40 Grad ! Das ist ein Rekord für diese Gegend. Erst erlebe ich den kältesten Winter hier (bis zu -2 Grad) und jetzt den heißesten Herbst. Die Hitze war nicht mehr auszuhalten. Zwar war die Luftfeuchtigkeit niedrig, was es nicht so schwül machte, aber es war trotzdem nicht mehr normal. Nachts konnte ich trotz offenen Autotüren nicht schlafen, weil es da immer noch 30 Grad hatte und selbst morgens war es schon heiß. Ich stand oft auf dem Feld bevor die Sonne aufging, aber dann hab ich nicht gesehen, wo die Trauben sind. Auch die Zeit wollte nicht rum gehen. Jeden Morgen fragte ich mich, ob Brian und Helen meinen „Morning-Tea“ vergessen hätten, dabei war es noch gar nicht 9. Nach dem Mittagessen machte ich dann meistens gar nicht mehr weiter. Das hätte keinen Wert gehabt und Helen hätte mich auch nicht gelassen. Selbst in der Hitze pflückte sie noch manchmal mit. Es gibt ein Wasserrad wo wir unsere Hemden und Hüte nass machten, damit es ein bisschen kühler ist. Diese trockneten aber innerhalb von Sekunden wieder. Außerdem gibt mir Helen zwar immer gefrorenes Wasser mit und wickelt die Flasche in ein Tuch, dass es nicht so schnell warm wird, aber man kann die Flasche nicht ständig mit sich herum tragen und bis ans Ende der Reihe laufen wo die Flasche liegt, mache ich bei der Hitze auch nicht.
Jeden Tag kam ich näher an die Reihen von Aborigini-Frau Sandy und ihrem Mann Chris. Diesem stelle ich mich an einem Tag vor, als es zu heiß wurde und ich aufhörte. Die beiden sind ein sehr lustiges Paar. So viele Schimpfwörter und Fluche habe ich noch nie in einem Satz gehört wie von denen beiden. Chris war im Vietnamkrieg und ist schon 66. Er hilft Sandy mit dem Pflücken, damit sie mehr Geld verdient. Oft kommen die beiden einfach nicht zum Pflücken und melden sich nicht. Zwei mal hatten wir mit den beiden unseren „Morning-Tea“ was sehr interessant war. Sandys Tochter hat in dieser Woche ihr Baby bekommen und Sandy die nun zweifache Oma ist, zeigte mir stolz Fotos. Sie ist total lieb und redet viel mit mir wenn wir uns mal sehen.

Manchmal kochte ich, weil Helen mir immer Zucchini und Knoblauch aus ihrem Garten brachte. Einmal hatte ich Lust auf Pizza und nebenan gibt es ein Restaurant von dem mir jeden Tag der gute Duft in die Nase steigt. Die Inderin die dort arbeitete war super unfreundlich. Ich wollte die Pizza im Restaurant essen und bekam nur den Karton vor die Nase geknallt. Die Pizza war schwarz und total trocken. Ich aß nur die Hälfte und am anderen Tag die andere Hälfte. Als Brian die Pizza sah, konnte er nicht glauben was da serviert wird. Er regte sich total drüber auf und wollte noch am gleichen Tag rüber und sich beschweren.

An einem Tag freute ich mich besonders, als es 12 war und ich endlich aufhören konnte. Brian und Helen fragten mich, ob ich ihnen mit den Racks helfen würde. Meine Motivation hielt sich in Grenzen, aber ich denke mir, wenn die beiden sich nicht beschweren, habe ich erst recht in meinem Alter keinen Grund dazu. Brian ist sage und schreibe 74 Jahre alt, arbeitet 7 Tage die Woche von morgens bis Abends und teilweise nachts. Neben der Farm repariert er Autos und LKWs. Helen ist schon lange in Rente und arbeitet trotzdem gleich viel wie Brian. Und dann bleibt für die beiden gerade mal so viel Geld, dass sie sich ein altes Haus und was zu Essen leisten können. Da half ich natürlich gerne, wo ich konnte. Sie meinten ich würde Stundenlohn dafür bekommen, aber das wollte ich gar nicht. Bei fast 43 Grad standen wir in der prallen Sonne und versuchten das alte Rack wieder in Schuss zu bringen. Das wurde seit über 10 Jahren nicht genutzt, weil es nie genügend Trauben gab. Wir mussten den ganzen Müll und Schrott drum herum weg räumen, darunter rechen und das ganze Unkraut weg machen das in den Racks gewachsen war. Das war Schwerstarbeit und ich fragte mich, wie Helen und Brian das aushielten. Nach ein paar Stunden sah das Gestell endlich wie neu aus und ich war fertig für den Tag. Helen und Brian arbeiteten bis spät Abends, aber wollten nicht, dass ich ihnen noch mehr helfe, bevor ich kollabiere.

Doof ist halt auch, das ich mittags kein Geld verdienen kann. Machen kann ich halt in dieser Zeit auch nichts, was ein bisschen schade ist, weil so vergeude ich meine restliche Zeit in Australien einfach. Im Stich lassen will ich die beiden aber auch nicht, das wäre unfair.

Das Thermometer ist im Schatten in einer Box

IMG_6420
Mittags konnte ich immer nur nichts tun, weil ich sonst eingegangen wäre. Helen brachte mir einen Rasensprinkler und ließ ihn den ganzen Tag laufen, sodass es ein bisschen „abkühlte“. Ich legte mich da oft drunter und las ein Buch. Es geht unglaublich an die Substanz, wenn es nicht mal nachts abkühlt und man die ganze Nacht schweiß gebadet ist. Wenigstens entdeckte ich einen Zelt-Ventilator der noch von Saskia stammt. Diesen hatte ich neben meinem Gesicht. Machte es zwar auch nicht wirklich erträglich, aber angenehmer.
Am Sonntag nahm mich Helen wieder nach Swan Hill mit. Erst waren wir bei ihrer Tochter, wo eine andere Tochter eine Schuhparty veranstaltete. Das war wie eine Tupperparty und es waren ein paar Leute da. Das Haus hat einen riesigen Pool, wo ich mit den beiden Kindern badete. Selbst das Wasser war so warm, dass es keine Abkühlung war. Deswegen schließen die Australier alle Vorhänge und sperren sich im Haus mit Klimaanlage ein bei diesen Temperaturen. Die 11 jährige Lucie wollte alles über Deutschland wissen, dachte es sei eine Stadt in London und war erstaunt, dass der Staat Victoria größer als Deutschland ist und wir so viele Landesgrenzen haben. Ja, Australien ist halt eine Insel..
Danach fuhren Helen und ich zum Kindergeburtstag von Bailey. Dieser ist ihr Urenkel und wurde 5. Die Feier fand in einem Wasserpark statt und die Kinder hatten Spaß. So konnte ich nun auch mal einen typisch, australischen Kindergeburtstag sehen. Es gibt eine sogenannte „Pinjata“. Wie man das aus Spanien kennt hängt diese an einer Schnur und die Kinder müssen mit einem Schläger nacheinander versuchen diese zum Platzen zu bringen. Das war ein Spaß und alle freuten sich über die Süßigkeiten die raus kamen. Außerdem gab es „Fairy-Bred“ (Feenbrot) . Das ist ungetoasteter Toast, viel Butter und bunte Streusel drauf. Klingt einfach, schmeckt aber super genial. Auch der Schokokuchen schmeckte gut und die typischen australischen Platten mit Käse, Dips, Crackern, Obst und Gemüse sowieso.
IMG_6383 (FILEminimizer)

IMG_6385 (FILEminimizer)

IMG_6387 (FILEminimizer)

IMG_6388 (FILEminimizer)

IMG_6389 (FILEminimizer)

IMG_6390 (FILEminimizer)

IMG_6391 (FILEminimizer)
Um noch ein bisschen was zu sehen, fuhren wir zum Riverside Park, der ebenfalls in Swan Hill liegt. Dieser ist wunderschön und alles grünt. Da es zu heiß war, machten wir keinen Spaziergang.

IMG_6392 (FILEminimizer) IMG_6395 (FILEminimizer) IMG_6398 (FILEminimizer) IMG_6400 (FILEminimizer) IMG_6403 (FILEminimizer) IMG_6404 (FILEminimizer) IMG_6405 (FILEminimizer) IMG_6406 (FILEminimizer) IMG_6407 (FILEminimizer) IMG_6408 (FILEminimizer)
Wir hielten an einem Pionier-Siedlungsmuseum und guckten uns von außen alles an.

IMG_6411 (FILEminimizer) IMG_6413 (FILEminimizer) IMG_6415 (FILEminimizer)
An einem Abend kam ein Junge vorbei, dessen Auto Brian gerade repariert. Wir kamen ins Gespräch und Patrick ist auch von Deutschland. Ewig saßen wir da und redeten über Gott und die Welt. Er ist sehr nett und bereits in seinem zweiten Jahr in Australien. Irgendwie bekommt es Brian nur seit Wochen nicht hin Patricks Auto fertig zu machen. Zumal der Mechaniker Luke manchmal auch einfach nicht kommt und auch nicht bescheid sagt.
Mittlerweile darf ich ins Haus von Helen und Brian (hört sich an wie ein Hund 😉 ). Wenn es zu warm ist, sagen sie ich soll unter die Klimaanlage kommen, wenn die Nachrichten kommen, holen sie mich und an einem Abend kochte Helen für mich mit. Es gab Gemüse mit Kartoffelbrei. Außerdem legte sie eine DVD über den Norden Australiens ein, wo es faszinierend aussieht.
An einem Abend brachten Brian und Helen ein Auto zu einer Kundin und ich fuhr mit. Sie lebt ganz weit außerhalb auf einer Farm und alles ist verdörrt.
Am Mittwoch fuhr ich nach Nyah-West um einen Zettel für eine Mitfahrgelegenheit in dem Hostel auszulegen. Auf dem Rückweg sah ich Pferde und hielt an. Eine Frau war da und stellte sich als Coleen vor. Außerdem gibt es 4 große Hunde die sehr lieb waren. Ich erklärte, dass ich das Reiten und die Pferde vermisse. Coleen die gerade sowieso dabei war zeigte mir ihre 8 Pferde und sagte das würde ihr alles privat gehören. Ihre 18 jährige Tochter ist ein Jockey und fast nie da und sie macht alles allein. Es fühlte sich gut an nach so langer Zeit wieder ein Pferd zu streicheln. Eine Weile verbrachte ich dort und hatte tolle Gespräche mit Coleen.
Als ich zurück zur Farm kam, hatte sich der Himmel total zu gezogen. Ich legte schnell eine große Plastikfolie über meine Sachen, die alle auf der Wiese lagen. Helen kam gleich um mir zu helfen meine Wertsachen ins Auto zu bringen. Dann fing es von der einen auf die anderen Sekunde an, richtig heftig zu regnen. Es goss in Strömen und Brian musste noch irgendwas draußen machen. Helen sagte ich solle ins Haus kommen und Brian war total begossen und tropfte als er rein kam. Es hörte nicht mehr auf und kühlte aber auch nicht wie erhofft ab. So konnte ich die Autofenster nachts mal wieder nicht aufmachen, weil es sonst rein geregnet hätte. Das war dann noch eine schlaflose Nacht im Sauna-Auto.

Ich hoffe echt, dass die Hitze bald vorüber ist, denn alles ist ausgetrocknet und es hat davor seit Wochen nicht geregnet. Gut, dass wenigstens der Regen kam.

Hitzige Grüße
Nadine

In the middle of nowhere

Mittwoch, 24.02.2016

Stef kam mitten in der Nacht ins Auto gekrabbelt, weil es doch kalt wurde und ich wachte auf, weil ich fror. Nachdem alle Fenster und Türen zu waren, konnte ich aber auch nicht besser schlafen. Lag vielleicht am Vollmond.
Mit Stef die genau so gerne fotografiert wie ich, machte ich aus, dass wir zum Sonnenaufgang aufstehen würden. Beide glaubten wir nicht daran es tatsächlich zu machen, aber bei der tollen Landschaft fiel das Aufstehen einfach. Es war noch nicht mal 7 als wir unsere Kameras platzierten und der Sonne zu schauten, wie sie hinter den Bergen vor kam und den ganzen See beleuchtete. Die Farben waren so kräftig und alles so schön, dass sich das Aufstehen definitiv gelohnt hatte.
DSC_0084 (FILEminimizer)

DSC_0112 (FILEminimizer)

DSC_0127 (FILEminimizer)

DSC_0142 (FILEminimizer)

DSC_0144 (FILEminimizer)

DSC_0151 (FILEminimizer)

DSC_0166 (FILEminimizer)
Statt gemütlichem Frühstück gabs aber nur Cornflakes im Stehen, weil Stef ordentlich Stress machte. Sie müsse ins Büro, so ihre Aussage. Dabei erzählte sie uns einen Tag vorher noch sie habe keinen Job. Nils ließ sich nicht stressen und hatte Zeit, Stef drängelte und wurde immer ungeduldiger und ich wusste nicht was ich davon halten sollte. Ich hatte kein Stress und fand es schade so gedrängelt zu werden. Während wir am Frühstück waren, schmiss Stef alle Sachen irgendwie ins Auto und Nils und ich fanden nichts mehr. Schon um 9 waren wir dann auf dem Weg gen Melbourne. Ich schlug den beiden vor sie an einer Bahnstation raus zu schmeißen, die auf meinem Weg liegt. Nils wollte aber mit mir bis in die Stadt fahren und Stef sogar bis vor ihre Haustüre. An diesem Tag waren die Temperaturen wieder abnormal und die Klimaanlage ging leider immer noch nicht. Für mich war das ein rieeeesiger Umweg, aber ich erbarmte mich missmutig bis nach Melbourne und noch weiter zu fahren.
Auf dem Highway hatte es nicht mal Radioempfang und weil beide schliefen war mir langweilig. Auch an der trockenen Landschaft hatte sich nichts geändert. Nach 4 Stunden erreichten wir Stefs Zuhause und sie verabschiedete sich nett im Stress und beschwerte sich, dass die Tankrechnung die wir durch 3 teilten zu hoch sei. Dabei wollte sie mir mehr Geld dafür geben, dass ich sie nach Hause fahre. Davon sah ich dann nix.
Nils war dabei dann in Nachteiligkeit geraten und ich fuhr ihn zwar nicht nach Melbourne rein (noch mehr Umweg), aber bis zu einer Bahnstation. Auch er bedankte sich nett für die zwei tollen Tage.

karte
Nun war ich allein und wusste, dass es bis zu der Farm noch weitere 4 Stunden Fahrt sein würden. Ich bereute es bereits einen so großen Umweg gefahren zu sein. Die ganze Zeit kam mir kein Auto entgegen und das bedeutete bestimmt auch keine Polizei. So schickte ich Sprachnachrichten mit den Lieben Zuhause hin und her und vertrieb mir die Langeweile. Meinen Tempomat auf 110 km/h gesetzt ging es immer gerade aus. Wenn man das Handy in Australien in der Hand hat, kostet das nämlich 400$ und 3 Punkte. Und da beschwert sich nochmal jemand über 40 Euro in Deutschland.
Die Fahrt zog sich ewig und ich dachte ich bekomme einen Hitzschlag. Mein Trinkwasser war so heiß, dass ich es gar nicht trinken konnte und ich wusste nicht was besser ist: Fenster auf oder zu. Es kam nur heiße Fönluft rein.

IMG_6108 (FILEminimizer)
Als ich endlich das Dörfchen Nyah erreichte, rief ich meinen neuen Chef an. Dieser beschrieb mir den Weg zur Farm. Er und seine Lebensgefährtin standen bereits in der Einfahrt und winkten freundlich. Ich sollte mein Auto unter einem Baum im Schatten parken. Mein Chef Brian stellte sich vor und seine Lebensgefährtin Helen die auch hier wohnt umarmte mich gleich sehr herzlich. Sie sei nun meine australische Oma und passe auf mich auf, so ihre freundliche Begrüßung. Brian besitzt eine Farm mit Trauben und außerdem eine Werkstatt. Er macht also zwei Jobs gleichzeitig. Helen die bereits in Rente ist, hilft ihm mit den Trauben aus. Die beiden hatten einen Tisch vorbereitet und einiges an Campingmaterial. Es war bereits ausgemacht, dass ich in meinem Auto schlafen werde. Es gibt ein separates Klo und eine Dusche die als Anbau am Haus bzw. der Werkstatt sind.
Als die beiden hörten, dass meine Klimaanlage nicht funktioniert, tat ich ihnen leid. Das Thermometer zeigte nämlich sage und schreibe 41,7 Grad an!!
Es gibt die beiden Hunde Red (auch Red-Dog) und Blue (auch Blue-Dog) und die große Henne Speckles. Red ist schon 13 und auf beiden Augen blind. Meine Aufgabe in den nächsten Wochen hier wird sein, beim Traubenpflücken zu helfen. Sandy macht das selbe und ich durfte sie gleich kennen lernen. Sie ist eine waschechte Aborigini. Normalerweise sind die Australier nicht so gut auf diese zu sprechen, weil sie laut Klischee alle Sozialhilfe bekommen, viel trinken und nur faul in den Parks rum liegen. Sandy ist anders und hilft hier gerne. Ihr Handschlag war so fest, dass ich kurz schluckte. Sie ist sehr robust und sagt laut Helen ständig böse Schimpfworte vor sich hin, aber ich glaube ich mag sie.
Wir saßen im Garten im Schatten und unterhielten uns alle super nett. Brian und Helen wollten gleich alles über mich wissen. Sie haben immer Backpacker zur Ernte da und freuen sich über Gesellschaft. Da ich außer Sandy die Einzige bin und diese nur morgens kommt, werde ich bestimmt viel mit Brian und Helen zusammen sitzen.
Direkt neben meinem Schlafplatz ist ein öffentliches Klo und ein Grillplatz und Helen sagte, dass ich dort kochen könne, wenn ich mein Gas sparen wollte.
Nach einer wohltuenden Dusche und dem Ausräumen von Brissie, ging ich früh ins Bett um fit für meinen ersten Arbeitstag zu sein.

Liebe Grüße von der neuen Farm
Nadine

Fullmoon over the lake

Dienstag, 23.02.2016

Ich wollte um 9 schon los, aber ließ mich von einem Mitfahrer auf 10 überreden. Weil ich früh wach war und alles zusammen gepackt hatte, fuhr ich den Mc Donalds (diesmal der Richtige), aber aß nichts. Mein Geld wurde leider über Nacht nicht mehr.
Um 10 traf ich mich mit meinen beiden Mitfahrern an dem Redfern Bahnhof.
IMG_6063 (FILEminimizer)

Nils ist 28 und auch von Deutschland und Stef ist 27 und von England, aber lebt seit drei Jahren in Australien. Die beiden sind im Gegensatz zu den letzten Mitfahrern sehr nett. Sie redeten gleich viel, was sehr gut ist. Dann ist mir beim Fahren nicht so langweilig.
Wir hatten uns wieder einige interessante Reisegeschichten zu erzählen. Zum Beispiel war Stef schon 3 Tage in einem mexikanischen Gefängnis, weil sie an 2 korrupte Polizisten geraten war die ihren Personalausweis sehen wollten. Mitten am Tag hatte sie nur eine Kopie von diesem dabei und wurde ins 4 Stunden entfernte Gefängnis eingesperrt. Bis zwei Freunde die sie heimlich angerufen hatte sie befreiten. Nils hat in einer Baumschule gearbeitet und dort sehr viel Geld verdient. Er ist noch nicht so viel gereist wie wir Mädels.
Wir suchten uns einen Aldi, ich kratze mein letztes Geld für Tomatensoße zusammen und dann gings weiter Richtung Süden. Ich wollte so viel fahren wie es geht, sodass ich am nächsten Tag nicht mehr so viel vor mir habe. Leider hatte es fast 40 Grad und die Klimaanlage ging nicht. Auch die offenen Fenster waren keine Abkühlung. Die beiden schliefen eine Weile und mir wurde langweilig. Zum Glück war ich ausgeschlafen und fit, aber die Landschaft war karg, trocken, der Feueralarm auf den Schildern auf der höchsten Stufe und es gab nichts interessantes auf dem Weg. Mit Tempomat auf 110 km/h tuckerten Brissie und ich so vor uns hin.

IMG_6109 (FILEminimizer)
An einer Tankstelle fragte Stef, ob man irgendwo baden könne. Der Mann sagte uns die Adresse und wir machten uns auf dort hin, weil es sowieso auf dem Weg lag. Direkt an der Grenze von New South Wales nach Victoria liegt der Hume Weir. Dieser Weier war leider nicht fürs Schwimmen geeignet. Lustig ist aber, dass auf der einen Seite von der Brücke New South Wales und auf der anderen Victoria ist. Keine Ahnung wem der Fluss dann gehört. Meine App Wikicamps zeigte mir eine total geniale Stelle im Örtchen Huon. Am Lake Hume konnten wir kostenlos und erlaubt unser Nachtquartier aufschlagen. Bei den heißen Temperaturen sprangen wir gleich in den schönen See der richtig warm war.

DSC_0013 (FILEminimizer) DSC_0015 (FILEminimizer) DSC_0025 (FILEminimizer) DSC_0027 (FILEminimizer) DSC_0029 (FILEminimizer) DSC_0042 (FILEminimizer) DSC_0058 (FILEminimizer)

IMG_6092 (FILEminimizer) IMG_6093 (FILEminimizer)
Leider hatten wir kein Wasser und das Seewasser konnte man auch nicht trinken. Am Klo stand, dass es kein Trinkwasser sei. Neben dem See gab es ein Haus, wo eine total süße Ziege davor stand. Mit dieser freundeten wir uns gleich an. Keiner traute sich so recht, aber dann spazierten wir mit unserem Wasserkanister zu diesem Haus und suchten lange nach dem Eingang. Es gab keine Klingel, aber die Leute stiegen gerade aus dem Auto. Sie kämen auch gerade von Sydney, so der junge Mann. Er und seine Frau leben mit dem kleinen Sohn dort und haben Hühner, eine Ziege und zwei Hunde. Die Riesendogge begrüßte uns freundlich.

IMG_6100 (FILEminimizer)

Das junge Ehepaar war super nett, redete lange mit uns und bot uns an den Wasserkanister mit dem Gartenschlauch zu füllen. Wir waren froh, Wasser zu haben, weil wir sonst bestimmt verdurstet wären. Nils wollte das Wasser aber nicht so trinken und kochte es ab. Außerdem kochte ich Wasser mit dem ich meine Wäsche waschen wollte. Als Nils das kochende Wasser in meine Waschschüssel schüttete, passierte es. Er kippte sich das heiße Wasser über den Fuß ! Zwar rannte er gleich in den See, aber hatte sich ordentlich verbrannt. Ich gab ihm meine Aloe Vera Salbe und er hatte trotzdem den ganzen Abend Schmerzen.
Die Sonne verschwand gerade hinter den Bergen am See als wir da saßen, romatischer Musik lauschten und unsere Nudeln mit Tomatensoße genossen. Es war total schön und so stelle ich mir einen gelungenen Campingtrip vor.

Nils

DSC_0062 (FILEminimizer)

Nils und Stef

IMG_6076 (FILEminimizer) IMG_6078 (FILEminimizer) IMG_6079 (FILEminimizer) IMG_6080 (FILEminimizer)

Lange saßen wir zusammen, lauschten der Musik und genossen den sehr heißen Abend. Außerdem war Vollmond und es heißt in Australien ist dieser der Schönste. Tatsächlich war es gigantisch wie diese große Kugel über dem See steht und alles weiß anleuchtet.

DSC_0072 (FILEminimizer) DSC_0073 (FILEminimizer) DSC_0082 (FILEminimizer)
Stef und Nils rollten sich in ihre Schlafsäcke und schliefen unter freiem Himmel und ich machte es mir in Brissie bequem.

DSC_0110 (FILEminimizer)

So spät immer noch so heiß

IMG_6089 (FILEminimizer)

Ich bot den beiden an, dass sie ins Auto kommen könnten, falls es nachts zu kalt werden sollte. Da es aber immer noch warm war, wurde ich nur belächelt.

Seelige Grüße vom Campingtrip
Nadine