Great day turned horrible !

Mittwoch, 13.04.2016

Ich war sehr aufgeregt und freute mich total auf unseren Trip. In der Küche war ein tolles Lunchpaket mit Besteck für jeden von uns und ein süßer Abschiedsbrief von Annie der mir Gänsehaut bereitete.
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Ali hatte das Packen fest im Griff und verstaute meinen Backpack sicher auf meinem Soziussitz. Mein kleiner Backpack kam in die Satteltasche und ich war beeindruckt wie gut alles verstaut war und mich nicht mal störte.
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Die erste Etappe klappte sehr gut. Die Sonne wanderte mit uns und wir sagten Adelaide bei warmen Temperaturen goodbye. Nach ein paar Mal verfahren und einer Stunde Fahrt, kamen wir am schönen Weingut Coriole in Mc Laren Vale an. Dieses bekamen wir als Tipp von Annie und Jack. Die Weinberge waren sehr toll, man hatte eine tolle Aussicht und viel grün drum herum.
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Eine italienische Backpackerin ließ uns eine Weinprobe mit dem guten Wein machen. Weil ich beim Fahren (und vor allem beim Motorrad) nichts trinke, hielten wir die Probe sehr knapp und Ali kaufte lieber eine Flasche vom Dancing Fig zum Mitnehmen.
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Auf der Terrasse in der Sonne genossen wir die Käsespätzle und den Salat von gestern und dann ging es frisch gestärkt weiter.
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Die Strecke führte teilweise über eine viel befahrene Landstraße direkt am Meer entlang. Danach durch einen Wald mit sehr vielen (auch engeren) Kurven und viel bergauf und bergab. Das Gefühl ist gigantisch. Auf der Harley (fast Harley) bei bestem Wetter über so geniale Motorradstraßen zu fahren und das noch in so einem tollen Land mit einem coolen Mitfahrer. Was will man mehr?
An einer Tankstelle 50km nach dem Weingut hielten wir an, um unseren Bikes Nahrung zu geben. Erschrocken stellte ich fest, dass mein kleiner Rucksack weg war. Nach dem Weingut hatte ich ihn wieder in der Satteltasche verstaut. Anscheinend nicht gut genug und da wir schnell gefahren sind und es viel Wind gab, hat es ihn wohl weg geweht. Mein Herz schlug mir bis zum Hals und ich überlegte, was da alles drin war. Geldbeutel mit allen Kreditkarten, Personalausweis, usw. Reisepass, Actionkamera, Festplatte, Sonnenbrille, Unterwäsche, Socken, mein Reiseschaf und mehr. Gleich fuhren die Strecke bis zum Weingut zurück und hielten Ausschau, aber: nichts ! Beim Weingut fragten wir, aber keiner hatte meinen Rucksack gesehen.
Ich rief bei der Polizei an und musste im Internet einen Report über meine verlorenen Sachen machen. Wenn jemand was abgibt, wird das im System abgeglichen und ich werde (hoffentlich) benachrichtigt. Natürlich musste ich auch meiner australischen Bank anrufen und meine Karte sperren lassen. Das Problem ist nur, dass ich nun nur noch reise und keine Adresse habe, an welche die neue Karte geschickt werden kann. Deswegen sperrte ich meine deutschen Karten erstmal nicht. Meine Verzweiflung wuchs immer mehr und ich hatte keine Ahnung was ich ohne Geld und Reisepass machen sollte. Zum Glück hatte ich Ali der meinte er zahlt alles, bis ich wieder an Geld komme.
Wir suchten uns einen Platz am Strand nicht weit vom Weingut weg und schauten auf dem Weg nochmal genau nach meinem Rucksack. In einem Restaurant am Strand bestellte Ali Pizza, aber mir war nicht nach Essen zumute. Wir saßen draußen unter einem Heizpilz und es war gut auszuhalten.
Leider hatte ich auch mein Iphone-Ladekabel mit dem Rucksack verloren, aber wollte erreichbar sein, falls sich jemand meldet. Im Restaurant waren alle sehr nett und ich durfte mein Iphone dort anschließen.
In der Zwischenzeit liefen Ali und ich zum Strand und bauten im Dunkeln unter einer Treppe das Zelt auf. Campen ist hier nicht legal, aber wir hatten keine andere Möglichkeit und wann kann man schon mal im weichen Sand schlafen?
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Wir hörten ständig Autos am Strand fahren und sahen die Lichter und dachten erst es sei Polizei oder ein Ranger. Bestimmt waren es nur junge Erwachsene die Spaß haben wollten, weil auch Quads zu sehen waren und es ständig hin und her ging.
Nachdem wir das Lager aufgeschlagen und die Handys geholt hatten, war es erst 8 Uhr, aber ich war so fix und fertig von dem ereignisreichen Tag, dass ich sofort einschlief.
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Ich hoffe ich bekomme meinen Rucksack wieder…

Geplagte und verzweifelte Grüße
Nadine

First Motorbike fine

Dienstag, 12.04.2016

Nach dem Frühstück ging es wieder mit den Bikes nach Adelaide rein. Susi (die Nachbarin) arbeitet auf dem schönen, bekannten Markt in der Markhalle. Diese besuchten wir und aßen eine Kleinigkeit. Der Markt ist eine der größten Sehenswürdigkeiten in Adelaide und es gibt alles an Essen was man sich vorstellen kann.
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Zu Fuß liefen wir zum K-Mart um uns ein Zelt zu kaufen. Danach trafen wir uns wieder mit Susi und quatschten ein bisschen. Als wir zurück an die Motorräder kamen, dann der Schock: Ein Strafzettel für Falschparken über 91$. Wir hatten neben anderen Motorrädern, aber an einer gelben Linie geparkt und müssen dafür nun zahlen. Ich hatte Ali davor noch gesagt, dass wir da nicht stehen sollten, aber er sagte wir stören da keinen. Deswegen bekam er ein paar Vorwürfe von mir zu hören, aber ich dachte ich bin ja selbst Schuld ich hätte ja woanders hin können. Unnötig, aber was will man machen…
Das Wetter war wieder ganz auf unserer Seite und über den Highway ging es ins 20 min. entfernte Hahndorf. Im Tunnel hörte man erst mal, wie laut unsere Bikes wirklich sind und auf dem Highway konnten wir richtig Gas geben (naja, beim Tempolimit von 110 km/h auch nicht so schnell). Hahndorf ist ein deutsches Dorf und alles erinnert an Deutschland. Es gibt deutsche Läden, deutsche Restaurants, deutsche Bäcker und vieles mehr. Wir hatten total viel Spaß den ganzen typisch deutschen Kram anzuschauen und es war ein perfekter Herbsttag.
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Auf einer schönen Terrasse tranken wir ein kleines, deutsches Bier und nach einem gelungenen Nachmittag fuhren wir wieder Richtung Adelaide. Die Strecke (diesmal nicht Highway) war perfekt zum Motorrad fahren. Viele Kurven, Berg hoch, Berg runter und beeindruckende Landschaften. Ich bin sehr stolz auf mein Töf Töf und sie fährt wie eine eins. Wir verfuhren uns einige Male, aber das war nicht weiter schlimm.
Zurück bei Annie und Jack fing ich gleich an zu kochen. Ich hatte versprochen auch was für die beiden als Dank zu machen. Auf meinem Menü standen Käsespätzle, Salat und zum Nachtisch Vanilleeis mit heißen Beeren und Sahne. Ali kümmerte sich um den Salat und ich mich um die Spätzle. Das habe ich jetzt schon für einige Australier gekocht. Nur das Schaben mit Brett und Messer dauert ewig. Zum Glück bekam ich Hilfe von Ali und dann ging es schneller.
Allen schmeckte das Essen super und auch Alis Salat war richtig lecker. Annie meinte sie sei schon längst voll, aber nahm nochmal Nachschlag, weil es ihr so gut schmeckte. Das ist das beste Lob für den Koch.
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Der letzte Abend war nochmal sehr cool und Annie und Jack sind unbeschreiblich gastfreundlich und überredeten uns fast schon, diese Nacht noch da zu bleiben. Ich werde die beiden vermissen, wenn wir morgen aufbrechen. Sie verabschiedeten sich super herzlich und meinten es war sehr schön, dass wir da waren.

Grüße vom deutschen Hahndorf
Nadine

Exploring Adelaide

Montag, 11.04.2016

Nachts konnte ich nicht wirklich schlafen. Vielleicht war es die Freude über mein Motorrad…
Annie und Jack mussten arbeiten und waren somit nicht da, aber schrieben einen lieben Zettel und zeigten uns wo wir alles fürs Frühstück finden würden. Es gab Toast mit Marmelade und schon früh brachen wir auf in Richtung Stadt.
Das Wetter ist für Herbst ungewöhnlich gut und es war warm und sonnig. Perfektes Motorradwetter also. Es war richtig cool, mit dem Motorrad durch Adelaide zu fahren und mit Alis Harley und meiner Fake Harley vibriert der Boden, so tief ist der Sound. Ali fuhr vorne weg und wir mussten sehr lange nach einem Parkplatz suchen. Da hat man schon kein Auto mehr und kann erst nicht parken.
Wir fanden Platz unter einer Brücke und ließen unsere Schätze da.
Sogar im T-Shirt war es sehr warm und wir erkundeten den Stadtkern vom schönen Adelaide. Die Fußgängerzone war sehr belebt und viele Leute waren in der 1,34 Mio. Einwohner Stadt unterwegs.
Ali hatte Hunger und wir kehrten in einen sehr schönen, modernen Pub ein. Von der Dachterrasse aus, hatten wir Sicht auf die Straßen.
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Im K-Mart kaufte ich eine Hose und Stiefel zum Motorrad fahren und wir liefen weiter zu einem Motorradladen. Mein Gashebel ist kaputt und ich suchte nach einem neuen. Leider wurden wir auch nach dem 3. Laden nicht fündig. Ich bekam eine Nummer und da fuhren wir ebenfalls vorbei, aber hatten auch hier kein Glück. Nebenan gab es eine Werkstatt für Harleys und für 20$ bekam ich neue Gashebel. Der Mann war nett, ein richtiger Bikertyp mit Bierbauch und stellte uns sein Werkzeug zur Verfügung. Ali kennt sich zum Glück super aus und wollte „kurz“ den neuen Hebel dran machen. Leider ist das bei meiner Fake-Harley ganz und gar nicht einfach und er musste das halbe Bike auseinander nehmen. Es gab viele viele Probleme und nichts klappte so recht. Ich konnte nur mein bestes als Handlanger geben und Ali motivieren. Als alles fertig war, wollte mein Bike nicht mehr anspringen. Also machte Ali alles wieder auf und startete einen neuen Versuch.
Nach 2 Stunden war das Motorrad gefixt und wir glücklich. Mittlerweile war ich sehr hungrig, weil ich nichts gegessen hatte.
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Ganz schnell düsten wir zurück zu Anni und Jack die noch nicht Zuhause waren. Ali hatte versprochen er kocht, weil wir hier kostenlos schlafen können.
Ich war Küchenhilfe und Ali machte Salat und Lachs und zum Nachtisch gab es Pfannkuchen. Susi kam auch wieder zum Essen, aber diesmal allein, weil ihr Mann mit der Schule unterwegs ist.
Das Essen von Ali schmeckte total lecker und natürlich gabs wieder guten Wein dazu. Die Gespräche waren sehr toll und auch dieser Abend sehr gelungen. Susi brachte auch noch Nachtisch mit.IMG_7821 (FILEminimizer)

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Hab ich schon erwähnt, dass ich die Australier liebe ?
Ich freue mich einfach, dass alles so gut klappt und ich bin unbeschreiblich glücklich.
Mit diesen Gedanken schlief ich glücklich und zufrieden ein.

Und wenn sie nicht gestorben sind…
Nadine

I bought a motorbike!!!

Sonntag, 10.04.2016

Ich stand schon viel früher auf, weil ich eigentlich das Motorrad abholen wollte, das ich im Internet gefunden habe. Noch bevor ich mich mit Ali traf, der in einem anderen Zimmer ist, dann der Schock: eine SMS vom Verkäufer dass er die Papiere nicht mehr findet. Ich sagte ihm er solle mir die Papiere schicken, wenn er sie findet und mir einen Preisnachlass geben. Alle anderen sagten ich könne das nicht machen. Wenn das Motorrad gestohlen ist, habe ich ein Problem. In meinem Kopf zerplatzte schon der Traum mit dem Motorrad die schönste Motorradstraße der Welt zu befahren. Meine Verzweiflung wurde immer größer und ich schrieb dem Mann, dass er die Papiere suchen solle. Da schrieb er nicht mehr zurück und das war schon ein Indiz mehr, dass das alles nicht ganz legal ist.
Da ich ja jetzt einen Helm habe, fuhr ich bei Ali hinten drauf mit in die Stadt. Unterwegs kamen wir an einem Motorrad an der Straße vorbei das zu verkaufen war. Leider war es zu groß, zu schwer und zu teuer.
In der Stadt kombinierten wir wieder Frühstück und Mittagessen und aßen asiatisch.IMG_7774 (FILEminimizer)

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Währenddessen schrieb ich mit dem Verkäufer hin und her und kam zu keiner Lösung. Die Suche im Internet ergab, dass es kein vergleichbares Motorrad in und um Adelaide gab. Ich rief den Mann an und wollte das klären. Dieser war sehr genervt und unfreundlich. Er meinte es sei Sonntag und er kann die Papiere nirgends her bekommen. Am Montag würde er auf die Behörde und sie neu machen lassen. Ja warum sagt er das denn nicht gleich. Also fuhren wir dort hin. Das Motorrad sah nicht aus wie auf den Bildern, der Gashebel war stark abgenutzt, aber ich machte eine Probefahrt. Einmal um den Block und ich war wieder zurück. Die Honda Shadow die aussieht wie eine Harley, ist sehr gut zu fahren und obwohl ich seit über einem Jahr nicht mehr richtig Motorrad gefahren bin, war ich gleich wieder drin. Sie hat ordentlich Power und 600 ccm. Der Verkäufer stellte sich als sehr nett heraus und Ali unterhielt sich ewig mit ihm. Da das Bike perfekt für mich ist und Ali es auch für gut empfand, sagte ich, dass ich sie nehmen würde. Der Verkäufer würde die Papiere heute noch organisieren (jetzt also doch) und mir mein Taxi zahlen um es später abzuholen.
In aller Hektik fuhr ich wieder bei Ali hinten drauf mit, um Jacke und Handschuhe abzuholen, die ich im Internet günstig gebraucht gefunden hatte. Beides passte perfekt und wir beeilten uns, weiter zu kommen.
Um 2 waren wir bei Annie und Jack eingeladen. Diese wohnen in Adelaide und sind von Alis Studienkollegen dessen Kumpels Eltern. Sie kannten weder Ali noch mich und luden uns zu sich nach Hause ein. Immer wieder bin ich begeistert von der australischen Gastfreundschaft. Sie haben ein sehr schönes Haus und einen riesigen Garten wo wir saßen und Kaffee tranken. Dann schrieb mir der Mann vom Motorrad, dass er die Papiere hätte. Ich wollte ein Taxi nehmen, aber unser Gastgeber Jack wollte mich nicht allein da hin lassen. Annie und Ali fuhren mit dem Auto los ins Hostel um unsere Sachen zu holen und Jack und ich fuhren mit dem Auto zum Motorrad.
Komisch war dann, dass auf den Papieren ein anderer Name stand, wie der vom Verkäufer. Zum Glück war Jack so nett und hakte gleich gründlich nach. Er habe das Motorrad von einem Freund und dessen Name sei auf den Papieren. Jack war das suspekt und er verlangte den anderen Mann anzurufen. Zum Glück stimmte diese Geschichte und alles war gut. Ich unterschrieb die Papiere und dann war ich absolut stolze Besitzerin eines Motorrads in Australien (zu Hause habe ich schon eins). Zum Bike bekam ich noch einen Helm dazu und dann fuhren wir los. Jack mit dem Auto vor und ich mit meinem Bike hinterher. Das Gefühl war total unbeschreiblich. Die Sonne schien mir ins Gesicht, der warme Fahrtwind fühlte sich nach Freiheit an und die Vibrationen und der Sound des Motorrads waren heimisch. Wie ich es vermisst hatte ! Die ganze Fahrt über hatte ich das breiteste Grinsen im Gesicht und ich wusste jetzt wird alles gut! Leider war der Helm den ich dazu bekommen hatte viel zu groß und ich musste ihn mit einer Hand festhalten, sodass er nicht weg fliegt.
Zurück am Haus von Jack und Annie wurde meine Freude getrübt: wir stellten fest, dass auf den Papieren Baujahr 1994 und nicht wie in der Anzeige 1999 angegeben war. Das ist schon ein großer Unterschied. Ich beriet mich mit den Dreien und funkte Papa an. Auf einen Preisnachlass wollte sich der Verkäufer nicht einlassen, aber sagte er nimmt das Bike zurück und gibt mir mein Geld wieder. Da ich aber so glücklich war und es nicht wirklich eine Alternative gab, behielt ich das Bike. So schnell lasse ich mir die Laune nicht vermiesen.
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Wir saßen alle in der Küche, tranken Wein und Annie kochte. IMG_7796 (FILEminimizer)
Zum Essen kamen das 28 jährige Ehepaar Susie und Hugh. Diese sind die Nachbarn der beiden und super nett. Hugh ist Lehrer und kommt von Australien und Susie ist Modedesignerin von Neuseeland. Wir verstanden uns richtig super. Es gab total leckeres Essen und sogar einen richtig guten Nachtisch. Ich hätte nie gedacht, dass ein gemütlicher Abend mit Rotwein, gutem Essen und intelligenten Gesprächen so gut sein kann, aber da könnte ich mich glatt dran gewöhnen. Jack erzählte allen wie ich beim Motorrad fahren gegrinst hatte.
Bis spät Abends saßen wir zusammen und die Gesprächsthemen gingen nicht aus.
Annie und Jack freuten sich total, dass wir da schliefen und gaben uns die schönen Gästezimmer.
Nach einem Film gingen wir alle glücklich und voll gegessen schlafen.

Grüße von der stolzen Motorradbesitzerin
Nadine

Dominos Pizza

Samstag, 09.04.2016

Ein Tag an dem ich ausschlafen kann. Da freut sich mein Körper. Deswegen war es sage und schreibe 11:45 Uhr als ich aufwachte. Den ganzen „Morgen“ vertrödelte ich, quatschte mit meinen beiden netten Zimmerkolleginnen und tat nicht viel.
Irgendwann kam Ali an, der die Strecke von Melbourne nach Adelaide in 2 Tagen gefahren war. Er checkte im Hostel ein und dann gingen wir sofort los zum Dominos um eine Pizza zu kaufen. Praktisch wenn man so spät aufsteht: man kann Frühstück und Mittagessen verbinden 😉 bei bestem Wetter saßen wir vor einer Kirche und aßen gemütlich unser gesundes Essen.
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Wir wollten das Motorrad holen, dass ich im Internet gesehen habe, aber ich hatte keinen Helm um bei Ali auf dem Motorrad mitzufahren. Im Internet hatte ich einen Helm gefunden und nach vielen Überlegungen und Gedanken ist Ali dann allein los gefahren um ihn zu holen. Somit hatte ich schon mal einen Kopfschutz der super passte und ich war glücklich.
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Ali hatte Bier mitgebracht und er und meine Zimmerkollegin spielten Billard und ich guckte zu. Es gab viel zu lachen und nach dem schönen Abend gingen wir alle spät ins Bett.

Liebe Grüße von Port Adelaide
Nadine

Adelaide we’re coming

Freitag, 08.04.2016

Um 8 riss mich der Wecker aus meinen Träumen und alle anderen schliefen noch, weshalb ich leise packen musste. An Schlafen wäre sowieso nicht mehr zu denken gewesen, denn ab 6 rannten die Putzleute durchs ganze Hostel, saugten direkt vor unserer Türe, usw. Ich freue mich zwar, wenn ein Hostel sauber ist, aber nicht „mitten in der Nacht“. Die Hälfte meines Gepäcks durfte ich im Hostel lassen und die andere Hälfte nahm ich mit. Zum Frühstück gab es kostenlose Pfannkuchen, aber leider war der Teig leer, als ich in der Küche stand. Gut, dass die Frau an der Rezeption neuen machte. Ali war auch schon wach und wir frühstückten zusammen.
Dann brach ich auf und fuhr mit der Straßenbahn nach Melbourne ins Zentrum. Irgendwie habe ich es hier mit den Öffentlichen nicht so im Griff und machte wieder alles falsch. Die Tram hielt nicht am Bahnhof, was ich nicht wusste und ich war viel zu weit. Also wieder 100 Mal fragen und 3 Straßenbahnen später endlich am Bahnhof gestanden.
Wie es dann so sein muss habe ich den Zug natürlich um 2 Min. verpasst. Der nächste kam erst eine Stunde später und ich dachte, ich hätte um 12 in Seymor sein müssen. Dort habe ich mich nämlich mit einem Mann verabredet, um nach Adelaide zu fahren. Beim Checken meiner SMS fiel mir auf, dass wir um 1 verabredet waren. Zum Glück ! Also bestellte ich leckeres Thai-Essen und wartete eine Stunde bis der Zug kam. IMG_7745
Dort setzte ich mich rein und machte es mir bequem. Plötzlich kam eine Durchsage, dass der Zug noch nicht bereit wäre um einzusteigen. Das war mir peinlich und ich wurde von den Leuten angeschaut als ich wieder raus kam.
Die Fahrt dauerte eine gute Stunde und da ich wusste, dass Seymor die Endstation ist, konnte ich mich entspannen und es konnte diesmal nix schief gehen.
Zehn Minuten nach meiner Ankunft, kam auch schon Freddy mit dem ich mich verabredete und sammelte mich ein. Wir redeten erst in Englisch bis wir darauf kamen, dass er auch Deutscher ist. Er kam auch als Backpacker her, machte sein zweites Jahr und lebt nun seit 5 Jahren in Australien.
Freddy ist 26 und wir verstanden uns super. Bisher habe ich echt noch nicht viele Leute getroffen mit denen ich nicht ausgekommen bin. Die Strecke bis nach Adelaide sind 732 km und wir machten aus, dass ich nichts für den Sprit zahlen muss, wenn wir uns mit dem Fahren abwechseln. Freddy hat morgens noch gearbeitet und war deswegen sehr müde. Mir hat es nichts ausgemacht zu fahren. Er hat ein sehr altes Auto mit Schaltung und da ich nur Automatik gewohnt bin, war es am Anfang echt schwer, zumal die Schaltung ja links ist. Eigentlich wollte Freddy schlafen, aber er wachte immer mal wieder auf, wenn die Kupplung komische Geräusche machte. Er sagte ich solle die Kupplung nicht zu lange treten, weil sonst das Seil reißt. Da wir nirgends Empfang hatten und stundenlang über eine schmale Landstraße ohne andere Autos gefahren sind, wäre das nicht gut gewesen. Ich hatte immer Angst das Auto kaputt zu machen. Freddy war da ganz entspannt. Wenn ich Beifahrer in meinem Auto bin, kann ich da nicht so ruhig sein. Außerdem darf man mit dem Auto nur unter 100 km/h fahren, worauf ich immer achtete und auch auf dem Highway oft überholt wurde.
Bis auf die kurze Zeit in der Freddy schlief, redeten wir ununterbrochen und es war super witzig. Irgendwie gehen zwischen Reisenden die Gesprächsthemen nie aus und man kann sich über andere Länder austauschen.
Wir machten nur einen kurzen Stopp an einer Tankstelle und ich bestellte mir einen vegetarischen Burger.
Der Sonnenuntergang war einer der Schönsten den ich je gesehen habe und der ganze Himmel war in ein kräftiges, leuchtendes Pink gefärbt. IMG_7748[1]
Außerdem kamen wir am „Pink-Lake“ vorbei. Dies ist ein See der, wie der Name schon sagt, komplett Pink ist.
Irgendwann wunderte ich mich, dass sich die Ankunftszeit um eine halbe Stunde geändert hatte. Als wir an der Grenze zum Bundesstaat South Australia vorbeikamen war uns klar, dass es Zeitverschiebung gab. Komisch ist nur, dass es eine halbe Stunde ist. Wer erfindet sowas?
In Adelaide waren alle Ampeln Rot und Freitag nachts war sehr viel Verkehr. Die letzte halbe Stunde zog sich wie Kaugummi.
Um 11 Abends waren wir an meinem Hostel in Port Adelaide und wir verabschiedeten uns nett.
Ali hatte an diesem Tag die Hälfte vom Weg mit dem Motorrad geschafft und will einen Tag später auch in Adelaide ankommen.
Ich hatte per E-Mail einen Code für die Türe bekommen, aber dieser funktionierte nicht. Zum Glück war noch ein Mann da, der mir auf machte und mir mein Zimmer zeigte. Ich stellte mich kurz meiner kanadischen Zimmerkollegin vor und schlief ein, als das Licht immer noch an war. Reisen macht sehr müde.

Liebe Grüße von Adelaide
Nadine

The Ritz

Donnerstag, 07.04.2016

Gleiches Spiel wie gestern. Früh aufstehen, weil ich schon wieder das Hostel wechseln musste, weil ausgebucht und es Frühstück gab. Dasselbe zu essen wie gestern, aber macht ja nix. Da nebenan ja die Baustelle ist, hätte ich sowieso nicht länger schlafen können. Schon ab 6 war der Lärm unerträglich.
Zum Glück zeigte sich die Sonne und es wurde sogar ein bisschen warm. Nach dem Checkout saß ich noch eine Weile draußen vor dem Hostel und nutzte das kostenlose WLAN aus.
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Das andere Hostel The Ritz for Backpackers das denselben Besitzer hat, war nur 5 Min. zu Fuß entfernt. Ich hatte total Glück und bekam das eigentlich viel teure Hostel zum selben Preis, was sogar der junge Mann an der Rezeption als Glück bezeichnete.
Ab 2 konnte ich erst einchecken, aber ich setzte mich ins Wohnzimmer mit TV und ließ meine Sachen im Gepäckraum. Kurz vor 2 kam dann mein neuer Reisepartner. Ali (Alex) ist bald 31, wurde in München geboren, hat in der Schweiz als Architekt gearbeitet und ist halb Argentinier. Ihn hatte ich über ein Kleinanzeigenportal im Internet kennen gelernt, weil er auch jemanden zum Motorrad fahren suchte. Er war extra die 1000 km von Sydney her gefahren. Wir verstanden uns gleich super und gingen in den Pub zum Mittagessen.
Er hat eine echte Harley Davidson, die sehr cool aussieht und er passt richtig zu seinem Bike.
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Den restlichen Tag verbrachte ich wieder damit nach Motorrädern und Ausrüstung zu suchen und wir blieben im Hostel.
Abends war ein Billard-Wettbewerb im Hostel, wo Ali leider nicht gewann. Ich machte schon gar nicht mit, weil ich viel zu schlecht bin.
Wir waren gerade vor dem Hostel als mich ein junger, gut aussehender Mann ansprach, ob ich von Europa sei. Er erklärte, dass sein Kollege sehr oft zu schnell gefahren wäre, nicht gewusst hätte, dass er immer geblitzt wurde und nun unendlich viele Punkte hätte. Außerdem läuft das Fahrzeug auf die Firma und die Strafe ist tausende von Dollar hoch. Beim internationalen Führerschein, werden die Punkte nicht auf den deutschen Führerschein übertragen. So nahm ich dem Mann drei Punkte ab. Für mich hat das keine Auswirkungen, denn ich dürfte auf diesem Führerschein 12 Punkte haben und ich hatte erst 3 von damals als ich zu schnell gefahren bin. Die beiden Männer luden uns auf ein Bier ein und gaben mir außerdem 100$ dafür. Das nenne ich mal Glück und ist für beide Seiten eine echt gute Sache. Die Strafe zahlen sie natürlich selbst.
Mittags waren zwei Männer vorbeigekommen die Flyer für einen Comedyabend verteilten. Ali und ich machten uns auf den 3 km langen Fußmarsch dort hin, um auch ein bisschen Comedy zu schauen. Im Attik waren verschiedene Laien als Stand-up-Comedy. Manche waren lustig, manche weniger, aber es gab kostenloses Popcorn und Pizza für 4$.
Danach liefen wir nochmal ein Stück bis zu dem Hostel wo ich vor 2 Tagen war. Dort war Karaoke-Abend und einige Jungs legten sich schwer ins Zeug. Kein Wunder, denn es gab einen 100$ Gutschein für die Bar für den Gewinner. Wir lernten sehr nette Leute kennen und hatten einen super lustigen Abend.
Ali und die anderen Jungs wollten noch in die Bar an unserem Hostel, aber weil ich wusste, dass ich einen langen Tag vor mir habe, zog ich das Bett vor. Im Zimmer spielten ein Schwede und ein Franzose Gitarre und sangen dazu. Die beiden waren so krass gut, dass ich Gänsehaut bekam. Wir ermutigten sie dazu, auf der Straße zu singen, was sie sich für den nächsten Tag ernsthaft vor nahmen. Beide schreiben sogar ihre eigenen Lieder und ich hätte stundenlang zuhören können.IMG_7732 (FILEminimizer)

Mit der Musik in meinen Ohren schlief ich ein.

Liebe Grüße von dem schönen Melbourne
Nadine

Free Wine and Cheese

Mittwoch, 06.04.2016

Mit ausschlafen war leider auch nix. Bis 9 gab es Frühstück und da das kostenlos war, ließ ich es mir nicht entgehen. Die ganze Nacht und den ganzen Morgen hatte es geschüttet, was der Himmel her gab.
In der Bar gab’s dann Cornflakes mit Milch und Toast mit Marmelade. Als Hostelbesitzer würde ich das auch so machen. Kostet die nur sehr wenige Dollar und dafür können sie mit kostenlosem Frühstück werben.
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Leider musste ich wie überall um 10 auschecken und stand im Regen. IMG_7698 (FILEminimizer)IMG_7699 (FILEminimizer)

Direkt nebenan war ein Backpackerreisebüro wo ich mich hin verzog. Stundenlang beantragte ich Visas für Süd-Ost-Asien, druckte Dinge aus und organisierte alles was zu organisieren war.
Da es immer noch regnete, nahm ich die Straßenbahn zum neuen Hostel. Nach einem kurzen Fußmarsch stand ich vor einer Baustelle. Mein Google Maps verriet mir, dass das Hostel dauerhaft geschlossen sei. Na toll und ich habe bereits bezahlt, dachte ich. Gerade da kamen andere junge Leute aus der Tür spaziert. Also trat ich ein und zum Glück hatte es trotz Baustelle geöffnet.
Mich traf der Schock, denn das Hostel war dasselbe in dem ich vor fast einem Jahr schon mit Jona, Sarah und Sam war und das war das schlimmste Hotel, das ich je gesehen habe. Im Internet hatte es aber (nicht wie vor einem Jahr) gute Bewertungen. Irgendwie hatte sich glücklicherweise einiges verbessert und es war viel sauberer und es hatte bessere Leute.IMG_7720 (FILEminimizer)
Mein Essen vom Vortag wärmte ich in der Mikrowelle auf und da erst fiel mir auf, dass ich aus versehen einen Teller vom anderen Hostel geklaut hatte.
Es war schon Nachmittag und ich verbrachte wieder viel Zeit am Laptop und suchte nach Motorrädern.
In meinem 6er Zimmer das sehr günstig war, waren außerdem 3 andere deutsche Backpacker. Die Jungs kamen erst in Australien an und hatten sehr viele Fragen an mich.
Um halb 9 gab es kostenlosen Käse und Wein in der Bar die gerade renoviert wird, was wir uns nicht entgehen ließen. Wir hatten einen netten Abend in der Bar und viel zu reden. Das Lustige ist, dass ich hier kostenlosen Käse bekomme, wo mir vor fast einem Jahr mein teurer Käse geklaut wurde.
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Liebe Grüße vom schönen (verregneten St. Kilda)
Nadine

Back to the Hostellife

Dienstag, 05.04.2016

Nicht gerade sanft wurde ich schon um halb 8 geweckt. Die Jungs unterhielten sich laut (mit mir in der Mitte), guckten Videos und waren nicht sehr rücksichtsvoll.
Somit stand ich auf und ging raus um zu frühstücken. Irgendwie war mein Brot auf mysteriöse Weise verschwunden, dass am Vortag noch da war und ich hatte nichts anderes zu Essen. Außerdem hatte ich Migräne und mir taten der Rücken und die Schulter richtig weh, weil ich diese Nacht eingequetscht von beiden in der Mitte lag und mich nicht bewegen konnte. Normalerweise quetsche ich die beiden sonst immer ein. Da es nachts so kalt war, hatte ich auch noch Halsweh. Meine Laune war dementsprechend und müde war ich natürlich auch noch.
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Als Kristof und Rasmus aus dem Zelt kamen, legte ich mich nochmal rein und wollte noch ein bisschen schlafen. Die Jungs packten aber alle Kanister aufs Dach und machten diese fest, was viel Lärm machte. Also nichts mehr mit schlafen. Die beiden machten sich Knoblauchbrot zum Frühstück, wonach mir zwar früh morgens noch nicht war, aber es schmeckte trotzdem.
Die Migräne besserte sich leider trotz Tabletten nicht und die laute Musik trug nicht zur Heilung bei. Wenigstens hatte ich davor schon lange keine richtige Migräne mehr.
Wir packten alles zusammen und saßen im Auto. Ich wusste gar nicht wo hin es ging und gab Kristof die Adresse von meinem Hostel. Ich hatte den beiden nicht gesagt, dass ich dieses schon für den heutigen Tag gebucht hatte. Somit waren wir auf dem Weg nach Philipp Island, wie ich dann auf Nachfrage erfuhr. Kristof und Rasmus ließen mich am Zug in Packenham raus und fuhren weiter. Es waren zwei richtig schöne Wochen, ich habe viel von Tasmanien gesehen, es war lustig mit den Jungs und wir hatten eine richtig tolle Zeit. Schade nur, dass der Abschied so ungeplant war, aber da konnte keiner was dafür.
Die Türen vom Zug schlossen sich vor mir, aber der nächste sollte 20 min. später kommen. Dann gab es eine Durchsage, dass der Zug nicht fahren würde, aber ein Schienenersatzverkehr als Bus bereit stünde. Ich sagte der Busfahrerin wo ich hin wollte und sie würde mir bescheid geben wo das sei. Nach einer Stunde Fahrt guckte ich auf mein Google Maps und stellte erschrocken fest, dass wir uns in die komplett falsche Richtung bewegten. Ich fragte die Fahrerin und sie meinte sie hätte das durcheinander gebracht und falsch verstanden.
Drei Haltestellen weiter waren wir an einem Bahnhof, wo sie mit mir zum Kassierer ging. Sie kannte ihn und erzählte, dass es ihre Schuld sei, dass ich nun am falschen Ort sei. Als ich dem Mann sagte, ich wolle nach St. Kilda, schlug er die Hände über dem Kopf zusammen und meinte da sei ich noch lange unterwegs. Die beiden waren super nett und der Fahrerin tat es total leid. Sie sagte 100 Mal es sei ihre Schuld und sie fühle sich schlecht. So erstattete mir der Mann meinen Ticketpreis zurück und stellte mir ein kostenloses Ticket bis nach St. Kilda aus. IMG_7697 (FILEminimizer)

Ich fand es nicht schlimm, da ich Zeit hatte, das Wetter schön war und ich kostenlos was von der Landschaft sah. Das einzig Doofe war, dass ich einen großen Rucksack, einen Kleinen, eine Kameratasche und zwei sehr große, schwere Tragetaschen dabei hatte, mir sowieso der Rücken weh tat und ich immer noch Migräne hatte.
Naja hilft ja nix, dachte ich mir und wartete noch eine Stunde in der Bahnhofshalle auf den nächsten Zug. Der Kassierer unterhielt sich super mit mir und ich habe selten zwei so herzliche Menschen wie die Fahrerin und ihn kennen gelernt. Sie waren richtig mütterlich und hilfsbereit. Es machte ihnen große Sorgen, dass ich allein unterwegs bin und sie sagten ich solle sehr vorsichtig sein.
Ich durfte mein Gepäck bei ihm lassen und lief in das Städtchen um mir einen Kaffee zu holen. Der nette Besitzer redete auch lange mit mir und war ebenfalls freundlich.
Die Zugfahrt sollte eine Stunde dauern und nach eineinhalb Stunden, war der richtige Bahnhof immer noch nicht in Sicht. IMG_7674 (FILEminimizer)

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Im Zug gab es auch keinen Plan. Also wieder Google Maps gecheckt und festgestellt, dass der Zug nicht an meinem Bahnhof gehalten hatte. Da waren wir dann an der Endstation, also wieder in der falschen Richtung. Ich fragte einige Leute nach dem richtigen Weg. Mit dem ganzen Gepäck schleppte ich mich dann über den riesigen Hauptbahnhof in Melbourne, um zur Straßenbahn zu kommen. Diese verpasste ich wieder um eine Sekunde. Die nächste kam 15 min. später. Dort lernte ich einen anderen netten Backpacker aus Mexiko kennen und wir hatten nette Gespräche. Ich erzählte ihm, dass ich nicht genau wisse wo mein Hostel sei. Ein Austalier hörte dies mit und erklärte mir genau wo ich hin musste. Die Aussies sind total hilfsbereit und jeder macht sich die Mühe einen ans Ziel zu bringen. Ein Ehepaar sagte, ich würde ihnen leid tun, mit dem ganzen Gepäck..
Nach einem 15 minütigen Fußmarsch bergauf, war ich nass geschwitzt und fix und fertig an meinem Ziel. Das Hostel Hotel Barkley am St. Kilda Beach House ist super und hat sogar einen Aufzug der mir das Treppen laufen ersparte.
Im Zimmer gibt’s sogar ein eigenes Bad, was totaler Luxus ist. Als ich fertig mit Duschen war, kamen auf einmal 8 Jungs herein spaziert. Diese sind aus England und reisen alle zusammen. Somit war ich das einzige Mädel im Zimmer. Nicht das Schlechteste, möchte man jetzt denken.
Leider blieb das Licht fast die ganze Nacht an, es war eine Party in unserem Zimmer und die Jungs waren sehr rücksichtslos und hatten Manieren wie echte Kerle. Im Zimmer sah man deutlich, dass hier nur Männer leben. An Schlafen war also wieder nicht zu denken.
Wenigstens war es nicht kalt und ich hatte ein Bett für mich allein und irgendwann schlief ich auch ein.

Liebe Grüße vom Hostelleben
Nadine

Spirit of Tasmania

Montag, 04.04.2016

Der Tag war sehr unspektakulär. Wir mussten schon früh aufstehen und beim Blick auf die Uhr im Auto waren wir verwirrt. Ist es wirklich schon so spät? Unsere Uhren im Handy sagten was anderes. Hatten wir etwa Zeitumstellung?
Die Jungs hatten alles am Vortag zusammen gepackt und wir mussten nur das Bettzeug und die Kanister ins Auto packen und die Leiter abschrauben. Die erlaubte Höhe auf dem Schiff ist nämlich 1,10 m und wir hatten 1,15m gemessen. Die Jungs waren sich nicht sicher, ob sie damit durch kommen würden und machten sich ein bisschen Sorgen.
Ich hatte nun absolut keinen Platz mehr im Auto, aber wir fuhren nur 10 min. bis zum Anleger in Devonport. Die Spirit of Tasmania ist ein großes Schiff mit 11 Decks und 222 Kabinen. Sie zählt als Superschnellboot, ist 194.3 m hoch, 57 km/h schnell, fasst 1400 Passagiere und 1000 Autos.
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Die Schlange war noch nicht sehr lange und wir bekamen schnell unsere Tickets. Eigentlich sollte ich zu Fuß auf das Schiff, weil ich statt 300$ nur 80$ bezahlt hatte, aber danach fragte dann keiner mehr. Wir mussten eine Weile warten und dann unsere Gasflaschen abgeben. Nach einer weiteren halben Stunde parkte Kristof das Auto in der letzten Ecke auf dem Schiff. Dort sah es aus wie in einer normalen Tiefgarage und man fühlte sich nicht wie auf dem Schiff. Wir hatten den Parkplatz im untersten Deck und mussten alle Stufen bis zum Passagierdeck hoch.
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Dort sah es gemütlich aus und wir suchten uns Tische und Bänke mit Steckdosen. Die Spirit of Tasmania ist sehr komfortabel und es sieht aus wie in einem großen Restaurant mit Teppichboden.
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Mit Warten und allem drum und dran waren wir fast 12 Stunden auf dem Schiff. Somit hatte ich viel Zeit noch einige Dinge zu organisieren und war die ganze Zeit am Laptop. So auch die Jungs. Auf dem Schiff gibt es sogar ein Kino, Restaurants, Kabinen und vieles mehr. Da ließ es sich gut aushalten. Die Fahrt war ganz ruhig, bis auf einige Wackler, wo mir zwischendurch ein bisschen schlecht wurde. Einmal passierten wir ein großes Kreuzfahrtschiff und sehr oft tummelten sich viele Delfine hinter dem Schiff, was sehr schön aussah.
Es war schon fast halb 7 abends, als wir zum Auto zurück kehrten, die Gasflaschen einsammelten und als eine der allerletzten das Schiff verließen. Somit waren wir wieder in Melbourne, wo es um einiges wärmer war. An der Tankstelle bauten Kristof und Rasmus alles wieder zusammen, füllten die Wasserkanister auf und dann fanden wir uns im geschäftigten Verkehr von Melbourne wieder. Nach eineinhalb Stunden waren wir mitten im Wald. Dort war kein Mensch und es stand dran, dass Camping verboten sei. Da wir keine andere Wahl hatten, blieben wir da und bauten im Dunkeln alles auf. Ich war müde und verkroch mich ins Zelt und die Jungs kochten noch Spaghetti Bolognese. Sie wollten mich wieder ärgern und erzählten vom Vergewaltiger im Wald und von anderen gruseligen Sachen. Mich beeindruckte das diesmal nicht. Auch als laute Schüsse zu hören waren und komische, andere Geräusche zuckte ich nicht mal zusammen. Weil es dann doch noch richtig kalt wurde und die Jungs so laut waren, konnte ich lange nicht schlafen.

Liebe Grüße von der Spirit of Tasmania
Nadine