Back to the Hostellife

Dienstag, 05.04.2016

Nicht gerade sanft wurde ich schon um halb 8 geweckt. Die Jungs unterhielten sich laut (mit mir in der Mitte), guckten Videos und waren nicht sehr rücksichtsvoll.
Somit stand ich auf und ging raus um zu frühstücken. Irgendwie war mein Brot auf mysteriöse Weise verschwunden, dass am Vortag noch da war und ich hatte nichts anderes zu Essen. Außerdem hatte ich Migräne und mir taten der Rücken und die Schulter richtig weh, weil ich diese Nacht eingequetscht von beiden in der Mitte lag und mich nicht bewegen konnte. Normalerweise quetsche ich die beiden sonst immer ein. Da es nachts so kalt war, hatte ich auch noch Halsweh. Meine Laune war dementsprechend und müde war ich natürlich auch noch.
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Als Kristof und Rasmus aus dem Zelt kamen, legte ich mich nochmal rein und wollte noch ein bisschen schlafen. Die Jungs packten aber alle Kanister aufs Dach und machten diese fest, was viel Lärm machte. Also nichts mehr mit schlafen. Die beiden machten sich Knoblauchbrot zum Frühstück, wonach mir zwar früh morgens noch nicht war, aber es schmeckte trotzdem.
Die Migräne besserte sich leider trotz Tabletten nicht und die laute Musik trug nicht zur Heilung bei. Wenigstens hatte ich davor schon lange keine richtige Migräne mehr.
Wir packten alles zusammen und saßen im Auto. Ich wusste gar nicht wo hin es ging und gab Kristof die Adresse von meinem Hostel. Ich hatte den beiden nicht gesagt, dass ich dieses schon für den heutigen Tag gebucht hatte. Somit waren wir auf dem Weg nach Philipp Island, wie ich dann auf Nachfrage erfuhr. Kristof und Rasmus ließen mich am Zug in Packenham raus und fuhren weiter. Es waren zwei richtig schöne Wochen, ich habe viel von Tasmanien gesehen, es war lustig mit den Jungs und wir hatten eine richtig tolle Zeit. Schade nur, dass der Abschied so ungeplant war, aber da konnte keiner was dafür.
Die Türen vom Zug schlossen sich vor mir, aber der nächste sollte 20 min. später kommen. Dann gab es eine Durchsage, dass der Zug nicht fahren würde, aber ein Schienenersatzverkehr als Bus bereit stünde. Ich sagte der Busfahrerin wo ich hin wollte und sie würde mir bescheid geben wo das sei. Nach einer Stunde Fahrt guckte ich auf mein Google Maps und stellte erschrocken fest, dass wir uns in die komplett falsche Richtung bewegten. Ich fragte die Fahrerin und sie meinte sie hätte das durcheinander gebracht und falsch verstanden.
Drei Haltestellen weiter waren wir an einem Bahnhof, wo sie mit mir zum Kassierer ging. Sie kannte ihn und erzählte, dass es ihre Schuld sei, dass ich nun am falschen Ort sei. Als ich dem Mann sagte, ich wolle nach St. Kilda, schlug er die Hände über dem Kopf zusammen und meinte da sei ich noch lange unterwegs. Die beiden waren super nett und der Fahrerin tat es total leid. Sie sagte 100 Mal es sei ihre Schuld und sie fühle sich schlecht. So erstattete mir der Mann meinen Ticketpreis zurück und stellte mir ein kostenloses Ticket bis nach St. Kilda aus. IMG_7697 (FILEminimizer)

Ich fand es nicht schlimm, da ich Zeit hatte, das Wetter schön war und ich kostenlos was von der Landschaft sah. Das einzig Doofe war, dass ich einen großen Rucksack, einen Kleinen, eine Kameratasche und zwei sehr große, schwere Tragetaschen dabei hatte, mir sowieso der Rücken weh tat und ich immer noch Migräne hatte.
Naja hilft ja nix, dachte ich mir und wartete noch eine Stunde in der Bahnhofshalle auf den nächsten Zug. Der Kassierer unterhielt sich super mit mir und ich habe selten zwei so herzliche Menschen wie die Fahrerin und ihn kennen gelernt. Sie waren richtig mütterlich und hilfsbereit. Es machte ihnen große Sorgen, dass ich allein unterwegs bin und sie sagten ich solle sehr vorsichtig sein.
Ich durfte mein Gepäck bei ihm lassen und lief in das Städtchen um mir einen Kaffee zu holen. Der nette Besitzer redete auch lange mit mir und war ebenfalls freundlich.
Die Zugfahrt sollte eine Stunde dauern und nach eineinhalb Stunden, war der richtige Bahnhof immer noch nicht in Sicht. IMG_7674 (FILEminimizer)

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Im Zug gab es auch keinen Plan. Also wieder Google Maps gecheckt und festgestellt, dass der Zug nicht an meinem Bahnhof gehalten hatte. Da waren wir dann an der Endstation, also wieder in der falschen Richtung. Ich fragte einige Leute nach dem richtigen Weg. Mit dem ganzen Gepäck schleppte ich mich dann über den riesigen Hauptbahnhof in Melbourne, um zur Straßenbahn zu kommen. Diese verpasste ich wieder um eine Sekunde. Die nächste kam 15 min. später. Dort lernte ich einen anderen netten Backpacker aus Mexiko kennen und wir hatten nette Gespräche. Ich erzählte ihm, dass ich nicht genau wisse wo mein Hostel sei. Ein Austalier hörte dies mit und erklärte mir genau wo ich hin musste. Die Aussies sind total hilfsbereit und jeder macht sich die Mühe einen ans Ziel zu bringen. Ein Ehepaar sagte, ich würde ihnen leid tun, mit dem ganzen Gepäck..
Nach einem 15 minütigen Fußmarsch bergauf, war ich nass geschwitzt und fix und fertig an meinem Ziel. Das Hostel Hotel Barkley am St. Kilda Beach House ist super und hat sogar einen Aufzug der mir das Treppen laufen ersparte.
Im Zimmer gibt’s sogar ein eigenes Bad, was totaler Luxus ist. Als ich fertig mit Duschen war, kamen auf einmal 8 Jungs herein spaziert. Diese sind aus England und reisen alle zusammen. Somit war ich das einzige Mädel im Zimmer. Nicht das Schlechteste, möchte man jetzt denken.
Leider blieb das Licht fast die ganze Nacht an, es war eine Party in unserem Zimmer und die Jungs waren sehr rücksichtslos und hatten Manieren wie echte Kerle. Im Zimmer sah man deutlich, dass hier nur Männer leben. An Schlafen war also wieder nicht zu denken.
Wenigstens war es nicht kalt und ich hatte ein Bett für mich allein und irgendwann schlief ich auch ein.

Liebe Grüße vom Hostelleben
Nadine

2 Gedanken zu “Back to the Hostellife

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