Australia day

Dienstag, 26.01.2015

Der Tag war nicht ganz wie erwartet. Auf der eineinhalb stündigen Fahrt nach Brisbane lief es nicht so gut. Überall war starker Verkehr, weil alle zum Australia day nach Brisbane wollten. Dieser ist ein Nationalfeiertag und es wird an die Ankunft der ersten britischen Schiffe (first Fleet) in Sydney Cove am 26. Januar 1788 erinnert. Captain Arthur Phillip leitete dies. Sydney wurde bereits von James Cook in 1770 erkundet und eingefordert.
Leider fing es unterwegs sehr stark an zu regnen. Auf der Autobahn konnte man maximal 60 fahren, weil die Sicht aus der Scheibe gleich Null war. Selbst die Spur konnte ich nicht wechseln. Die Seitenfenster trieften nur so. Selbst in dieser langsamen Geschwindigkeit fühlte ich mit meinem Jeep das Aquaplaning und konnte teilweise gar nicht mehr lenken. Gut, dass der starke Regen nicht die ganze Fahrt andauerte. Regen heißt hier nicht, dass es abkühlt, sondern, dass das Klima absolut tropisch wird. Die Luftfeuchtigkeit steigt ins Unendliche, man meint nicht mehr atmen zu können und trieft den ganzen Tag vor Schweiß.
In Brisbane angekommen hatte ich gleich eine Anlaufstelle. Tish, Scott und ihre beiden Kinder Adam und Dulcie empfingen mich freundlich. Tish ist die Schwester von Josh (mein Kumpel den ich aus dem Kumbia Pub kenne) und lässt mich netterweise hier schlafen.
Als ich das Haus sah, konnte ich es gar nicht glauben. Es ist gigantisch groß und das Beste: Ich habe ein eigenes Stockwerk mit Schlafzimmer, Bad und Wohnzimmer mit großem TV für mich alleine. Außerdem gibt es einen wunderschönen Pool. Ich bekam gleich eine Bahnkarte, einen Hausschlüssel und Scott fuhr mich in die Stadt.
In einer Backpacker-Facebookgruppe habe ich mich mit ein paar Mädels vor dem „Storybride Hotel“ verabredet. Es war viel los, gab Livemusik und ein „Cockroach-Rennen“. Ja, das gibt es nur in Australien. Da wird tatsächlich ein Rennen mit Kakerlaken veranstaltet.
Die Mädels schrieben mir, dass sie was zu Essen holen würden und in einer halben Stunde da wären. Nach geschlagenen 2 Stunden Wartezeit immer noch keine Spur und keine Antwort auf meine Nachrichten. So wartete ich allein vor dem Eingang.
Weil es zu langweilig wurde, wollte ich rein gehen und schauen, was es dort so gibt. Gegen eine Spende eines Gold-Dollars (1 oder 2$) kam man rein. Leider ich nicht. Schlauerweise hatte ich meinen Personalausweis vergessen. Die Australier sind damit sehr streng und die bulligen Türsteher gaben mir keine Chance. Dem einen machte ich ein bisschen schöne Augen und erzählte ihm ich sei 28 (hört sich älter an). Er winkte mich schnell durch als der andere nicht schaute – puh, man muss mal Glück haben.
Drinnen war viel los und die Liveband gab alles. Es hatte viele Getränke- und Essenstände und Bars. Allein macht das aber nicht wirklich Spaß und die Mädels hatten sich in der Zwischenzeit immer noch nicht gemeldet. Ganz viele Leute waren verkleidet und hatten Australienflaggen überall. Ich fand eine Gruppe Backpacker (die erkennt man immer), aber traute mich nicht sie anzusprechen. Als ich danach noch andere Backpacker sah, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen. Ganz nett fragte ich, wo sie her kommen würden. Ich bekam die unfreundliche Antwort „Frankreich“ zu hören und weg waren sie. Ja Franzosen sind halt oft so. Leider waren sonst keine Gleichgesinnten unterwegs.
In der Facebook-Gruppe fand ich noch ein Pärchen die in einem Pub waren. So machte ich mich auf den Weg dort hin. Die Bushaltestelle wurde für diesen Tag verlegt und keiner konnte mir sagen wo der Bus hält. Zum Laufen war es zu weit. Dank meines googleMaps fand ich den Anleger für die Fähre. Der Fluss der durch ganz Brisbane fließt ist zwar wunderschön anzusehen, aber halt einfach total unpraktisch. Man könnte eigentlich fast ans andere Ufer schwimmen, aber muss immer auf die Fähre warten.
Ewig kam keine Fähre und ich gesellte mich zu einer großen Gruppe anderer Backpacker. Ein Mädchen wusste welche Fähre kostenlos ist und wir warteten eine halbe Stunde. Leider fragte ich die anderen nicht wo sie hin mussten und es war die falsche Fähre für mich – super ! Das hieß nochmal warten.
Bis ich nach der Überfahrt und einem Fußmarsch endlich bei den anderen war, war bereits Abend. Wir trafen uns in einem Pub, wo diese schon seit einer Weile tranken. Gut, dass das Bier günstig war und nach diesem gescheiterten Tag gönnte ich mir auch eins.
Claire und ihr Freund Aaron aus England und die beiden Australier Daniel und Enya stellten sich als super nett heraus. Wir saßen eine Weile gemütlich zusammen und hatten Spaß. Am Nachbartisch war ein sehr gutaussehender, junger Mann der einem Model glich. Claire die schon ein bisschen was getrunken hatte ging zu ihm hin und redete mit ihm. Die beiden guckten ständig zu mir rüber und lachten. Dann winkte der Typ mich her und Claire verschwand. Ich fragte ihn was sie gesagt hätte, aber das wollte er mir nicht verraten. Statt dessen unterhielten wir uns eine Weile sehr gut und er war absolut sympatisch. Leider vergaß ich nach seiner Nummer oder ähnlichem zu fragen.
Dann machten wir fünf uns auf zum Treasury-Casino. Dieses ist in einem Atrium und sieht gigantisch aus. Das Gebäude gleicht von Außen einem Kolonial-Gebäude. Wie bereits erwähnt sind die Australier sehr streng mit dem Ausweisen und ich hatte keine große Hoffnung rein zu kommen. Die Dame am Eingang fragte wie alt ich sei und wo ich her komme, als ich sagte ich habe meinen Ausweis vergessen. Auf Deutsch wünschte sie mir daraufhin viel Spaß. Ja man muss einfach an die richtigen Leute kommen. Gut, dass sie auch Deutsch war. Alle vier freuten sich für mich mit.
Die beiden Jungs „gambelten“ (zockten) was das Zeug hielt. Keine Maschine und kein Spiel wurden ausgelassen. Ich hatte viel Spaß beim Zuschauen und obwohl beide erst 20 sind, kannten sie sich voll aus. Ein Chinese gewann beim „Black-Jack“ mehrere tausend Dollar und wir alle staunten. Die beiden Mädels waren super genervt, dass ihre Freunde das ganze Geld verzockten. Am Ende gingen beide mit 15$ Gewinn raus.
Ich liebe die moderne Technik. So auch, dass mein Handy mir verrät welchen Bus ich nehmen und wo ich nach Hause laufen muss. Leider doof, dass der Akku auch mal leer geht. Selbst die Adresse hatte ich nicht im Kopf und somit ein großes Problem. Gut, dass dafür mobile Ladestationen erfunden wurden. Im Casino gab es kleine Spinte mit Ladekabeln drin. Für sage und schreibe 3$ konnte man das Smartphone gerade mal eine halbe Stunde laden. Naja, das war aber auch fast die einzige Ausgabe an diesem Tag.
Vor lauter Handy laden und Spielen vergaßen wir total das Feuerwerk. Dieses wurde an der Southbank, nicht weit vom Casino veranstaltet. Als wir es Knallen hörten, stürmten wir raus und sahen nur noch die letzten Minuten. Es war sehr groß und wunderschön. Nur dachte ich nicht mehr daran, dass ich wieder einen Ausweis brauche um rein zu gehen. Die nette Deutsche war auch nicht mehr da. Zum Glück hatte ich aber den Schlüssel vom Spint in dem mein Handy war und ich durfte wieder rein. Unglaublich, dass das bereits das dritte Mal an diesem Tag war, dass ich ohne Ausweis rein kam.
Die anderen waren müde und machten sich nach dem Casino auf den Heimweg. Ich lief eine Weile am Fluss entlang an der schönen Soutbank, wo die Lichter nachts atemberaubend aussehen. Dort kaufte ich mir nur ein Sandwich und lief zurück zur Bushaltestelle.
Problemlos fand ich zurück. Das Doofe ist nur, dass man nie weiß, wo der Bus hält, weil es keine Ansagen oder Anzeigen gibt. Ich fand den richtigen Bus und stieg an der richtigen Haltestelle aus.Zum Haus muss ich einen sehr steilen Berg hoch, aber das ist ein guter Spaziergang.
So war ich bereits um Mitternacht wieder bei Tish Zuhause. Zwar hätte ich mir meinen Australia day anders erhofft, aber er hatte noch ein schönes Ende mit netten Leuten.

Australische Grüße
Nadine

 

Australische Karte

IMG_5074 (FILEminimizer)

Storybridge-Hotel

IMG_5091 (FILEminimizer) IMG_5092 (FILEminimizer) IMG_5094 (FILEminimizer) IMG_5099 (FILEminimizer) IMG_5101 (FILEminimizer)

Im Pub

IMG_5103 (FILEminimizer) IMG_5104 (FILEminimizer)

Casino

IMG_5106 (FILEminimizer) IMG_5108 (FILEminimizer) IMG_5109 (FILEminimizer) IMG_5110 (FILEminimizer)

Daniel, Enya, ich, Claire, Aaron

IMG_5111 (FILEminimizer)

Brisbane’s Riesenrad

IMG_5113 (FILEminimizer)

Life is great

Mittwoch, 20.01. – Dienstag (Morgen), 26.01.2016

Am Mittwoch war ich nochmal beim Beachvolleyball zum zuschauen dabei, was wieder total interessant war. Die Mannschaft gewann 98:34 und Sarah, eine Freundin von Steve, war diesmal auch mit. Wir unterhielten uns gut und es war ein schöner Abend.
IMG_4908 (FILEminimizer)

IMG_4910 (FILEminimizer)

IMG_4913 (FILEminimizer)
Ich hatte eine sehr tolle Zeit an der wunderschönen Sunshine-Coast. Mein Gastgeber Steve stellte sich als toller Typ heraus. Obwohl er so alt ist wie mein Papa war er wie ein Kumpel. Dafür, dass ich kostenlos wohnen durfte und den Essensvorrat plündern, musste ich nur ein paar Fenster und das Bad putzen und das Geschirr abwaschen. Alles nur kleine Sachen und kein Aufwand.
Steve ist ein richtig toller Gastgeber, lässt mich über das TV-Programm entscheiden, macht mit mir Ausflüge, zahlt dabei alles und ist einfach nur nett. Da könnte man ja gerade meinen, dass er irgend welche Hintergedanken pflegt, aber nein! Keine Anspielungen oder sonst was. Das war ein Sechser im Lotto für mich.
So waren wir zum Beispiel auf dem tollen, großen Sonntagsmarkt in Caloundra, sind durch schöne Wohngegenden gefahren, an die tollsten Strände und an einem Abend waren wir nochmal in Mooloolaba. Dort gab Steve eine Runde Falaffel aus welche wir am Strand genossen und danach wollte ich in ein München-Cafè. Dort war alles bayrisch dekoriert und hatte viele typischen Speisen und Getränke. Endlich gönnte ich mir mal wieder ein gutes, deutsches Bier und einen leckeren Käsekuchen. Die bayrische Besitzerin redete nett mit uns und dachte wir sind Vater und Tochter.

Außerdem frühstückten wir jeden Tag zusammen, weil ich irgendwie immer schon vor 7 wach war und einmal kochte ich Abendessen und einmal Steve.

Steve’s Frühstück – iiih

IMG_4991

IMG_5030 (FILEminimizer) IMG_5032 (FILEminimizer) IMG_5034 (FILEminimizer) IMG_5036 (FILEminimizer)

IMG_4967 (FILEminimizer) IMG_4971 (FILEminimizer)

IMG_4972 (FILEminimizer)IMG_5065 (FILEminimizer) IMG_5060 (FILEminimizer)

IMG_5068 (FILEminimizer) IMG_5071 (FILEminimizer)

IMG_4855 (FILEminimizer) IMG_4861 (FILEminimizer) IMG_4868 (FILEminimizer)IMG_4872 (FILEminimizer) IMG_4870 (FILEminimizer)  IMG_4876 (FILEminimizer) IMG_4879 (FILEminimizer) IMG_4880 (FILEminimizer) IMG_4887 (FILEminimizer) IMG_4902 (FILEminimizer) IMG_4903 (FILEminimizer)
Ein paar Mal war ich in der Bücherrei, weil Steve leider kein WLAN hat. Dort ist es total schön und ich war sportlich und bin bei über 30 Grad hingelaufen.

IMG_4904 (FILEminimizer) IMG_4906 (FILEminimizer)  IMG_5056 (FILEminimizer) IMG_5057 (FILEminimizer)

IMG_5053 (FILEminimizer)
An einem Abend um 9 fiel Steve ein, dass er Lust auf Eis hat. Wir fuhren dann zum MC Donalds und gönnten uns das leckere 2$ Eis. Ich genieße also meinen Urlaub in vollen Zügen 🙂
Irgendwie wird nichts tun aber irgenwann langweilig und Steve der immer arbeiten muss schlug mir vor ins Shoppingcenter zu gehen. Dieses ist gut zu Fuß zu erreichen. Da hin zu gehen war ein Fehler. Eine Frau einen Tag im Shoppingcenter – gefährlich 😀 So fand ich einige nette Sachen. Überall war Sale, weil die Sommerferien bald vorbei sind (ja richtig gelesen: hier ist Sommer)
Am Samstag gab es ein Fest in Moloolaba. Es war ein bisschen wie der Schäferlauf bei uns im Ort. Mit Fahrgeschäften, Fresständen, guter Musik und vielen Leuten. Das Highlight war ein Feuerwerk um 8. Dieses war unbeschreiblich und ging ganze 15 Minuten. So saßen wir am Strand und es sah aus als würde der ganze Himmel leuchten. Es gab außerdem eine faszinierende Lasershow gleichzeitig und man wusste gar nicht wo man hinschauen sollte. Ich hatte mich schon mittags mit dem 28 jährigen Australier Matt getroffen, mit dem ich den Tag im Shoppingcenter verbrachte. Seine Mutter die ich nicht kannte lud mich netterweise zum Abendessen ein. Sie kochte leckeres Omelette und Reis mit Gemüse und fuhr uns zum Feuerwerk. Wir bummelten noch eine Weile über den Jahrmarkt und wurden wieder von Matts Mutter abgeholt.

IMG_5008 (FILEminimizer) IMG_5017 (FILEminimizer) IMG_5018 (FILEminimizer) IMG_5020 (FILEminimizer) IMG_5026 (FILEminimizer)
Am Sonntagabend erzählte mir Steve, dass seine Nachbarn ausgezogen sind und dass er eine Idee hätte. Somit tat ich was, was ich sonst nie gemacht hätte. Wir schlichen um 8 abends an einem heißen Tag auf dieses Grundstück, weil es einen großen Pool gab. Dort war ein hohes Tor, das nicht aufging. Es sah aus als wurde dieses noch nie geöffnet. Ich fragte Steve ob es keinen anderen Eingang gäbe und er verneinte. So fing ich an über dieses Tor zu klettern. Als ich meinen Fuß auf die andere Seite vom Tor schwang, rutschte ich und fiel. Tja die kleinen Sünden. Es kam mir vor wie in Zeitlupe als ich Steve zuschrie, er solle mich auffangen. Keine Ahnung wie er das geschafft hat, aber er fing mich auf. Ich weiß nicht was passiert wäre, wenn ich mit dem Hinterkopf auf den Steinboden geknallt wäre. Nochmal sehr viel Glück gehabt.
Wir fanden Steinplatten und somit konnten wir einfach über den Zaun klettern und schafften es unverletzt auf die andere Seite.
Ich hatte total Angst, dass es Kameras gibt oder irgend jemand kommt. So hatte ich nur kurz die Füße im Wasser und suchte einen anderen Ausgang. Steve schwamm ein bisschen. Auf der anderen Seite fand ich ein Tor das total einfach zu öffnen war. Ich machte daraufhin erst mal Steve zur Sau. Damit hätte ich mir die Kletteraktion ersparen können. Für solche Abenteuer bin ich zu alt 😉
Weil mein Auto auf der Farm ziemlich dreckig geworden ist und es heiß war, stand ich bei 30 Grad da und machte mehr mich beim Putzen mit dem Schlauch nasser als Brissie. Danach glänzte sie wieder wie neu.
Ein paar Mal war ich joggen, aber es ist echt anstrengend, wenn es selbst Abends noch so warm und vorallem schwül ist. Steve geht auch laufen und so sind wir ein Mal zusammen nach Kawana Island gefahren. Dort gibt es einen total schönen Weg am Fluss entlang wo man alle Luxusvillen sieht. Dieser ist 6,5 km lang und war super zu laufen. Steve ist nicht so schnell und so war es nur ein Spaziergang.

IMG_4924 (FILEminimizer)  IMG_4935 (FILEminimizer) IMG_4941 (FILEminimizer) IMG_4942 (FILEminimizer) IMG_4943 (FILEminimizer)IMG_4929 (FILEminimizer) IMG_4944 (FILEminimizer) IMG_4945 (FILEminimizer) IMG_4954 (FILEminimizer) IMG_4955 (FILEminimizer)IMG_4976 (FILEminimizer)
Unterwegs sah ich an einem Mittag eine europäische Bäckerei und hielt an. Als ich ein Schokocroissant bestellte, kam mir der Azent der Bäckerdame sehr bekannt vor. Die 50 jährige Barbara kommt auch aus Deutschland, aber lebt seit 1982 in Australien. Wir unterhielten uns total nett und zufälliger Weise kommt sie aus einem Dorf nur 40 km von mir weg. Sie schenkte mir eine Brezel und sagte ich solle mal wieder kommen um hallo zu sagen. Außerdem sagte sie, dass eine andere Deutsche „Anne“ auch in der Bäckerei arbeiten würde.
An meinem letzten Tag regnete es aus Kübeln. Eigentlich wollte ich früh nach Brisbane aufbrechen aber schlief lange. Steve lud mich zum Abschied in die Europabäckerei ein. Dort traf ich die deutsche Mitarbeiterin Anne die genau so nett war wie Barbara. Sie kommt aus Norddeutschland, aber wohnt schon über 10 Jahre hier. Nach unserem Frühstück umarmte sie mich herzlich.

IMG_5076 (FILEminimizer) IMG_5078 (FILEminimizer) IMG_5081 (FILEminimizer)IMG_5075 (FILEminimizer)
Da Steve Automechaniker ist, guckte er nach meinem Auto, machte einen kleinen Service und sagte ich habe ein sehr gutes Auto und alles wäre super. Das fand ich nett, dass er danach guckte.
Alles in allem war es eine tolle, relaxte Woche mit einigen Strandbesuchen im schönen Kawana mit einem super Gastgeber. Ich bin froh, dass ich dieses Risiko eingegangen bin zu einem fremden, allein stehenden Mann zu fahren. Wer nicht wagt…

Mein Zimmer

IMG_5084 (FILEminimizer)

WohnzimmerIMG_5086 (FILEminimizer)

Küche

IMG_5087 (FILEminimizer)

Terrasse

IMG_5090 (FILEminimizer)
Weil Steve mir alles zahlte und ich nicht viel Hausarbeit machen musste, kaufe ich seinen teuren Lieblingskaffee, Pralinen und schrieb eine Dankeskarte. Er war total überrascht und meinte das sei nicht nötig gewesen. Er ist echt bescheiden.
Steve verabschiedete sich sehr herzlich, sagte ich könne jederzeit wieder kommen und meinte er freut sich über Gesellschaft.
So machte ich mich auf nach Brisbane.

Grüße vom Strand
Nadine

haphazard, homeless and jobless

Donnerstag (Mittags), 14.01. – Dienstag, 19.01.2016

So war ich also obdachlos, arbeitslos und planlos aaaaaber glücklich ! Das ist das Gefühl das ich am Reisen total liebe. Man braucht keinen Plan. Man muss nicht wissen, was morgen ist. Man lässt sich treiben. Dabei kommen meistens die besten Sachen raus. Nun habe ich ein bisschen Geld gespart und muss mir auch ums Finanzielle erst mal keine Sorgen machen. Es ist ein totales Gefühl von Freiheit hingehen zu können wo man möchte. Keiner wartet auf einen, kein Job der einem ein begrenztes Urlaubslimit gibt, kein Hindernis, einfach nur Unbeschwertheit.
In aller Ruhe fuhr ich dann zu Lyn ins zwei Stunden entfernte Toowoomba.

Der Cro hat sein Nest in Australien (der Cro war übrigens in meiner Parallelklasse in der Berufsschule)

IMG_4805 (FILEminimizer)

Das ist Brett`s Mutter bei der ich ja an Weihnachten schon war. Diese freute sich total, dass ich sie nochmal besuchen kam. Auch ich war wieder von ihrer Herzlichkeit begeistert.
Die Enkelkinder Aria und Ryley waren da, die ich ja schon kannte. Wir spielten ein bisschen, aßen zu Abend und ich ging früh ins Bett.
Am nächsten Tag schlief ich lange und machte mich nach dem Frühstück auf zu der Mutter der beiden Kinder, Renae. Auch diese war total froh mich wieder zu sehen. Den ganzen Tag verbrachte ich bei über 30 Grad und strahlendem Sonnenschein mit meinen Füßen im Pool und relaxte.

IMG_4812 (FILEminimizer)

Außerdem hüpfte ich mit den Kindern auf dem Trampolin und spielte Spiele. Zum Abendessen durfte ich auch bleiben und es gab super leckeres gebratenes Gemüse und Nudeln. Es war schon spät als ich mich verabschiedete und Lyn hatte in der Zwischenzeit angerufen und gesagt, dass ich bei ihr schlafen solle, bis ich weiß wo ich hin will. Das fand ich sehr gut, zumal ich immer noch nicht wusste, wo ich hin sollte. Seit über zwei Wochen hatte ich mich für Fruitpicking (Obstpflücken) Jobs beworben um ein bisschen Taschengeld zu verdienen bis meine Tante kommt. Leider ist derzeit einfach nicht die richtige Saison und so blieb die Suche nach ca. 200 Bewerbungen erfolglos.
So fuhr ich wieder zu Lyn und übernachtete eine weitere Nacht dort. Am nächsten Morgen war ihre 85 jährige Mutter Esme gekommen. Zusammen gingen sie auf einen Geburtstag. Es regnete den ganzen Tag in Strömen und ich setzte keinen Fuß vor die Türe. Es hatte nur 11 Grad, ich lag im Bett und arbeitete an meinem Blog bis abends. Es ist so ein unbeschreiblicher Luxus endlich wieder WLAN, geschweige denn gutes Internet und Telefonempfang zu haben. Zwischendurch kochte ich nur kurz und kuschelte mich dann schnell wieder ins warme Bettchen.

IMG_4828 (FILEminimizer) IMG_4829 (FILEminimizer) IMG_4846 (FILEminimizer) IMG_4851 (FILEminimizer)
Um 8 saßen wir am nächsten Morgen (Sonntag) am Frühstückstisch und gingen alle drei in die Kirche. Das war die selbe wie an Weihnachten. Auch diesmal war der Gottesdienst super modern, die Liedtexte waren auf der großen Leinwand, die Band spielte sehr viele Lieder und der erst 26 jährige Pfarrer hielt eine sehr berührende Predigt über Sünden. Es wurde ein sehr schönes Video gezeigt und ich hatte die ganze Zeit über Gänsehaut. Vor dem letzten Lied bat der Pfarrer alle Leute die wollten vor zum Kreuz um die Sünden zu Gott zu bringen. Während dem schönen Lied gingen erst einige Afrikaner vor und dann auch sehr viele Australier. Sie legten sich alle die Hände auf die Schultern. Das war ein total bewegender Moment und in der Kirche blieb fast kein Auge trocken. Es war einfach unbeschreiblich berührend wie alle vor dem Kreuz standen und Fremde sich in den Armen hielten. Auch Lyn nahm mich mit vor. Als das Lied aufhörte lernte ich Wendy kennen. Diese und Lyn beteten für mich, was ebenfalls sehr emotial war. Dieses Moment werde ich so schnell nicht mehr vergessen. Man spürt einfach die Gemeinschaft in dieser Kirche, obwohl diese mit ca. 700 Besuchern jeden Sonntag sehr groß ist.
Nach der Kirche machten wir nochmal einen Abstecher zu Renae und nach dem Mittagessen brach ich auf. Lyn war total süß und gab mir Wasser und eine Lunchbox mit und wünschte mir alles Gute. Auch sie sagte, dass ich jederzeit wieder kommen und sie um Rat fragen kann – ich liebe die Aussies!
Über ein Internetportal hatte ich einen Mann gefunden, der einen sogenannten „Homestay“ anbietet. In Kuala Lumpur (Malaysia) hatte ich ja bereits Couchsurfing ausprobiert und dieses Prinzip ist das selbe. Ich war mir nicht ganz sicher, weil es bei einem allein lebenden Mann ist und ich als Frau allein bin. Am Telefon hörte er sich sehr nett an, arbeitet auch mit der Uni zusammen und hat oft Studenten da. Da das ja nichts heißen mag, gab ich sicherheitshalber meiner Freundin seine Handynummer und die Adresse und sagte sie solle die Polizei holen, falls ich mich nach zwei Stunden nicht melde.
Nach knapp drei Stunden Fahrt kam ich in „Kawana“ an der schönen Sunshine Coast an. Diese ist nicht so überlaufen wie die Bekanntere Gold Coast.
Mein Gastgeber Steve, circa mitte 40, empfing mich freundlich. Das Haus ist riesig und er sagte er arbeitet den ganzen Tag und findet es schade, wenn es immer leer steht. Er macht einen vernünftigen Eindruck. Bei einer Tasse Kaffee saßen wir auf der Terrasse und er erzählte mir von seinen Reisen. Da er selbst schon oft unterwegs war, weiß er wie teuer die Unterkünfte sind und freut sich gegen ein bisschen leichte Hausarbeit sein Haus und Essen zur Verfügung zu stellen. Es hat drei leere Zimmer und ich bekam eins davon das möbliert ist.
Wir fuhren ins nahgelegene Mooloolaba, er zeigte mir die Einkaufsstraßen, den wunderschönen Strand und lud mich auf eine Falaffel ein. Steve kannte viele Leute in dem schönen Örtchen die mir alle sagten er sei ein total cooler und netter Typ. Danach machten wir einen Abstecher zur „Kawana Island“ wo es einen schönen kleinen Strand gibt. Die Häuser sind direkt am Fluss und einige haben ein Boot mit dem sie gleich los fahren können. Sehr lustig.
Nach einer Weile vor dem TV ging ich früh ins Bett.
Am nächsten Tag war ich erst Mal im nahegelegenen Shoppingcenter einkaufen, da ich nichts mehr zu essen hatte.
Die Motivation packte mich und so machte ich mich auf zum Joggen. Der Strand ist nur eine Gehminute weg und so war das geschickt. Auf der Farm habe ich zwar Muskeln bekommen, aber die Kondition hat stark nachgelassen. Nach 5 Kilometern bei 30 Grad war ich geschafft und gönnte mir eine lange Pause im Sand, wobei ich den Surfern zuschaute.
Abends fuhr ich wieder nach Mooloolaba wo ich den schönen Sonnenuntergang am Strand genoss und durch die Geschäfte bummelte. Das ist Urlaub und ich war total glücklich und zufrieden.
Am Dienstag wachte ich erwartungsgemäß mit Muskelkater auf. Schon um 7 war ich fit und fuhr das dritte Mal nach Mooloolaba. Es war sehr viel los, total warm und die Sonne schien. Den ganzen Tag verbrachte ich da, machte einen Abstecher zum Mc Donalds wo das WLAN leider nicht ging und fuhr zurück. Steve brachte Dominos Pizza mit und wir saßen auf der Terrasse bis es dunkel wurde. Er hat jeden Dienstag Beachvolleyball und ich wollte mit.
In der Halle wo er spielt, war die Hölle los. Drinnen gab es zwei Netball-Felder und draußen zwei Beachvolleyball-Felder. Es war immer noch schön warm. Die russische Freundin von Steve’s Spielkollege war auch da und die ganze Zeit unterhielten wir uns super. Das Spiel ging 45 min. und Steve’s Mannschaft gewann. Ich hatte richtig Spaß beim Zuschauen und der Sport sieht nach viel Fun aus. Danach saßen wir alle noch ein bisschen zusammen und tranken ein Bier. Die Mannschaftskollegen waren sehr nett zu mir und es gab viel zu lachen.
Steve und ich guckten noch eine sehr interessante Dokumentation im TV. Ein Mann hatte ein Krokodil gerettet, dass Schusswunden hatte. Zwanzig Jahre trainierte er mit diesem und die beiden sind beste Freunde geworden. Er schwamm mit dem Krokodil, es kam ihn zu Hause besuchen und er war der Einzige dem das Krokodil vertraute. Sobald seine Tochter 18 wäre, würde er mit ihr und dem Tier trainieren. Krokos können nämlich über 100 Jahre alt werden. Leider starb das Krokodil dann ganz unerwartet irgendwann natürlichen Todes. Das war sehr traurig.

Grüße von der traumhaften Sunshine-Coast (Paradies)
Nadine

Warm and sad farewells

Sonntag, 10.01. – Donnerstag (Morgen), 14.01.2016

Am Sonntag war dann mein erster Tag „in Freiheit“. Ich hatte meinen Aufenthalt bei James noch um ein paar Tage verlängert, weil ich überhaupt keinen Plan hatte was ich machen sollte. Eigentlich wollte ich in den drei Wochen bevor Tante Sandra kommt die Küste hoch bis nach Cairns fahren. Wegen der Cyclon-Season regnet es dort aber nur und so sagte ich das ab. Leider hatte ich bereits einen Flug von Cairns nach Sydney gebucht den ich nun auch verfallen lassen muss. Auf der Farm konnte ich auch nicht länger bleiben, weil ich James schon rechtzeitig gesagt hatte, dass ich gehe und er natürlich schon jemand neues hat, die gleich am Montag anfing.
Joshs` Familie überredete mich, mit zum Geburtstag der Oma zu gehen. Eigentlich wollte ich packen, weil ich vor hatte am nächsten Tag zu gehen und noch einige andere Sachen organisieren, wie z.B. meine Route planen. Außerdem kannte ich die Oma und den Rest der Familie ja gar nicht. Bei den „Rooks“ ist man da aber relativ machtlos und so gab ich mich „geschlagen“. Wir fuhren ins einstündig entfernte „Dalby“. Die andere Seite der Familie hat ebenfalls eine Farm und einen riesigen, total tollen Garten mit einem großen Pavillion. Es gab Snacks und wir saßen bei über 30 Grad und Sonne da und unterhielten uns gut. Auch hier spürte ich die Gastfreundlichkeit der Aussies wieder. Es war als gehörte ich schon immer dazu und auch die Oma freute sich über Besuch aus Deutschland. Wie Esme (Oma von Brett) ist auch diese ältere Dame super fit. Ich hätte niemals gedacht, dass sie 85 ist.
Was bei den Australiern auch total geschickt ist: Man feiert die Geburtstage wann es passt. Die Oma hatte zwar erst am Montag, aber es wurde gratuliert, Geschenke geöffnet usw. als wäre es schon Montag. Es konnte keiner glauben als ich erzählte, dass es in Deutschland Unglück bringt, wenn man vorher gratuliert. Hier bringt auch jeder seine alkoholischen Getränke selbst in der Kühlbox mit. Das finde ich super. Jeder macht aufwendige Salate und so muss der Gastgeber nur Fleisch kaufen.
Natürlich wurde gegrillt und mit den 100 verschiedenen Salaten und Kartoffelgerichten wurde ich glücklich. Der Nachtisch war auch super gut.
Den ganzen Tag verbrachten wir da und die Kinder hatten Spaß mit einer Wasserrutsche im Garten.
IMG_4572 (FILEminimizer)

IMG_4571 (FILEminimizer)

IMG_4569 (FILEminimizer)

IMG_4568 (FILEminimizer)

IMG_4565 (FILEminimizer)

IMG_4561 (FILEminimizer)

IMG_4558 (FILEminimizer)

IMG_4556 (FILEminimizer)

Abends schrieb ich James gerade eine SMS und fragte, ob ich eine weitere Nacht bleiben kann, weil es zu spät zum Packen war und ich immer noch keinen Plan hatte wo ich hin sollte, als er zurück schrieb. Sein Bruder aus dem Norden sei zu Besuch und sie alle wollten mich in den Pub einladen. Nach dem Essen den ganzen Tag bekam ich nichts runter, aber freute mich über die Einladung und einen letzten gemeinsamen Abend mit der Familie. Auch Lori kam mit und sein Zwillingsbruder war total nett. Wir hatten nochmal einen wunderschönen Abend und ich bin sehr traurig, wenn ich diese tolle Familie bald verlassen muss. Ich spielte mit den Kindern und diese wollen auch nicht, dass ich gehe.

IMG_4581 (FILEminimizer) IMG_4587 (FILEminimizer) IMG_4598 (FILEminimizer)
Am nächsten Morgen versank ich dann im Chaos beim Packen. Wenn man bedenkt, dass ich mit drei T-Shirts und zwei Hosen hier her gekommen bin und jetzt mein Chaos sieht, ist das ein großer Unterschied. Die ganze Zeit konnte ich mein Zeug ins Auto schmeißen, aber wenn ich jetzt nach Reisepartnern suchen will, brauche ich Platz. Nach ca. 4 Stunden hatte ich drei Tüten gepackt die nach Toowoomba und zwei die nach Deutschland gehen sollen. Meine Tante muss her halten und alles mit nehmen. Vieles, wie meine Wintersachen und Arbeitsklamotten brauche ich jetzt nicht mehr.

IMG_4602 (FILEminimizer) IMG_4603 (FILEminimizer)
Einige Sachen flogen raus und ich war sehr froh, als sich das Chaos legte. Irgendwann ging mir die Geduld aus und Josh fragte, ob ich zum Abendessen kommen will. Das war eine gute Ausrede und die erste Frage seiner Familie war, ob ich fertig gepackt habe. Sie lachten mich alle aus und fragten, was ich denn den ganzen Tag gemacht hätte.
Bei den Rooks gibt es immer ein großes, aufwendiges Abendessen und viel Nachtisch. Ein paar Familienmitglieder sind immer noch da und das Haus somit voll. Das ist so eine tolle Familie. Die witzeln ständig alle rum und haben Spaß. So wurde es wieder sehr spät und ich probierte einige australische Speisen und Getränke die ich nicht kannte. Netterweise wurde mir wieder das Gästezimmer angeboten und ich blieb da.
Am nächsten Tag musste ich dann endlich fertig packen und fuhr zurück zur Farm. Gut, dass alles ins Auto passte. Ich putzte meinen Container sauber und aß ein letztes Mal mit der Familie zu Abend.
Das einzige was ich nicht vermissen werde ist das Heu bzw in Deutschland würde man Stroh sagen. Jeden Tag musste ich einen der großen Rundballen mit der Mistgabel auseinander nehmen, das Heu ins Quad laden und es verfüttern. Das kostet Kraft und ist der Grund für meine Muskeln. Außerdem kommt der Wind immer aus einer anderen Richtung und bläst mir alles ins Gesicht. Das Heu ist dann überall und geht auch nicht mehr aus den Klamotten.
Ich werde die Familie so vermissen. James ist ein sehr guter und fairer Boss, Kate war immer so herzlich zu mir und die fröhliche, lustige Art der Kinder die mir immer ein Lächeln ins Gesicht zauberten werden mir fehlen. Auch die Pferde die für Rennpferde sehr gute Manieren haben (vorallem so junge Pferde) werde ich vermissen. Natürlich finde ich es schade nicht mehr vom Hahn geweckt zu werden, nicht mehr mit dem Kakadu reden zu können, nicht mehr die Katze um meine Beine streichen zu haben und nicht mehr den Wellensittich Pfeifen zu hören. Am aller meisten werde ich aber Wombat vermissen. Sie rennt schon immer weg, wenn ich nur kurz weg fahre und sucht mich. Zum Glück ist noch nichts passiert, wenn sie über den Highway rennt. Sie hat immer so toll auf mich aufgepasst, alle Pferde Weg gescheucht, vor meinem Container geschlafen und mich bewacht und hat mich keine Sekunde aus den Augen gelassen. Dieser Hund ist unglaublich.

Solche Nachrichten hat James immer den Kindern gegeben um mir zu bringen. Total witzig.

IMG_4599 (FILEminimizer)

Ich, Kate, James, Percy, Penny, Sidney

IMG_4672 (FILEminimizer)

leerer Container

IMG_4676 (FILEminimizer) IMG_4678 (FILEminimizer) IMG_4680 (FILEminimizer)
Ich hatte sehr gute 66 Tage hier in dem kleinen süßen 250 Personen Dorf Kumbia. Nun habe ich meine 88 Farmtage komplett und das heißt dass man von der Regierung ein Second year Visa „geschenkt“ bekommt. So zu sagen als Belohnung, dass man den Farmen und somit der Wirtschaft hilft. Das heißt nun also, dass ich ein zweites Jahr kommen und nochmal arbeiten und reisen kann. Das finde ich sehr gut und freue mich, dass es sowas gibt.
Das war nun also die vierte Farm auf der ich in Australien gearbeitet habe. Ich habe sehr viel gelernt, konnte einiges mitnehmen, habe an Lebenserfahrung gewonnen und sehr viele tolle Menschen kennen gelernt. Nun freue ich mich auf weitere 4 tolle Monate in diesem faszinierenden Land.
Mit viel Gewinke und sehr warmen Verabschiedungen verließ ich also sehr schweren Herzens zum letzten Mal die Farm und bin echt traurig.

IMG_4662 (FILEminimizer) IMG_4663 (FILEminimizer) IMG_4664 (FILEminimizer)
Danach machte ich mich (mal wieder) auf den Weg zu der Rook-Familie. Eine Freundin von Josh war da und obwohl ich schon gegessen hatte, kam ich natürlich um den Nachtisch nicht rum. Die Mutter will gar nicht, dass ich gehe und so war es wieder ein gemütlicher Abend im Garten auf den Campingstühlen mit ein paar Bier.
Hier ist es einfach so schön. Die Familie arbeitet zwar den ganzen Tag auf der Farm und ich kann nicht helfen, aber sie zeigen mir alles, lassen mich mit John dem Harvester auf der großen Maschine mit fahren, wir laufen mit den 4 Hunden die fürs Kühe treiben da sind und ich hab eine schöne Zeit auf der Farm. Außerdem durfte ich mit Josh Motorrad fahren. Er hat zwei Dirtbikes und nach über einem Jahr saß ich endlich wieder auf dem Zweirad. Mann hab ich gestrahlt. Über die ganze Farm wollte mich Josh aber nicht fahren lassen und so saß ich bei ihm vorne drauf. Ich durfte Gas geben und das war ein komisches Gefühl. Zusammen sind wir über die Felder geprescht und haben einen gigantischen Sonnenuntergang gesehen. Das war ein total tolles Erlebnis. Zurück mussten wir durch einen kleinen See fahren. Nur mit Rock, Flip Flops und (wieder mal) ohne Helm war das sehr spaßig und ich sah aus wie ein Schwein. Josh ist nun schon der zweite Australier bei dem ich mich aufs Dirtbike hinten drauf traue.

Josh und sein Haustier: Truthahn Turks

IMG_4554 (FILEminimizer)

Josh und seine Hündin Juno

IMG_4576 (FILEminimizer)

IMG_4615 (FILEminimizer) IMG_4620 (FILEminimizer) IMG_4621 (FILEminimizer) IMG_4623 (FILEminimizer) IMG_4627 (FILEminimizer) IMG_4639 (FILEminimizer) IMG_4641 (FILEminimizer) IMG_4642 (FILEminimizer)

IMG_4718 (FILEminimizer) IMG_4723 (FILEminimizer) IMG_4728 (FILEminimizer) IMG_4735 (FILEminimizer) IMG_4743 (FILEminimizer) IMG_4746 (FILEminimizer) IMG_4763 (FILEminimizer) IMG_4643 (FILEminimizer) IMG_4647 (FILEminimizer) IMG_4648 (FILEminimizer) IMG_4649 (FILEminimizer) IMG_4653 (FILEminimizer) IMG_4656 (FILEminimizer) IMG_4681 (FILEminimizer) IMG_4682 (FILEminimizer) IMG_4683 (FILEminimizer) IMG_4686 (FILEminimizer) IMG_4687 (FILEminimizer) IMG_4689 (FILEminimizer) IMG_4717 (FILEminimizer)

IMG_4606 (FILEminimizer)
Zwar hatte ich Zwischenzeitlich echt schon Angst, der Familie auf die Nerven zu fallen, zumal ich hier kostenlos essen und schlafen kann, aber Nachdem sie mich fast schon zwangen, noch zu bleiben, blieb ich gerne noch eine Nacht. Alle zusammen gehen sie immer in den „German Club“ nach Brisbane. Das ist wie das Hofbräuhaus und es gibt deutsches Bier und traditionelles Essen. Sie schwärmten von Käsesepätzle und ich beschloss, welche zu machen. Es dauerte fast zwei Stunden bis wir von Hand die Spätzle für die große Familie geschabt hatten, aber jeder wollte mal „ran“ und alle hatten Spaß daran. Sie alle waren total begeistert von den Käsesepätzle und hauten ordentlich rein. Als der Papa von Josh die Käsesepätzle mit Tomatensoße und Josh sie mit Knoblauch essen wollte, schüttelte es mich. Gut, dass sie es bleiben ließen. Das war nun schon das dritte Mal, dass ich dieses deutsche Essen in Australien kochte. Zum Nachtisch ließ ich sie deutsche Weihnachtsschokolade probieren, die mir meine Familie geschickt hatte. Alle liebten es. Beim Versuch „Pfeffernüsse“ auszusprechen, lag ich vor lachen auf dem Boden. Das hörte sich total lustig an. Auch an diesem Abend saßen wir mit Bier draußen auf der Hängematte und lachten viel.
Am nächsten Morgen beschloss ich dann endlich zu gehen. Es wäre zwar echt toll gewesen, noch eine Weile zu bleiben, aber ich wollte der Familie auch keine Umstände machen. Zwar half ich so gut es ging im Haushalt (was die Mutter nie wollte), aber hatte trotzdem ein schlechtes Gewissen.
Obwohl sie arbeiten sollte, saß Joshs` Mutter lange mit mir da, schlug mir Routen vor, zeigte mir schöne Orte auf der Karte und verriet mir Insider-Tipps. Auch der Papa der Komedian sein könnte, brachte sich mit ein und half mir viel.
Von meiner Chefin bei Sydney hatte ich ein Foto aufs Handy geschickt bekommen. Mich traf der Schlag. Obwohl ich noch nie einen Brief bekommen hatte, sollte ich nun 300$ Strafe zahlen, weil ich meine Maut nicht bezahlt hätte. Hier bekomnmt man immer Briefe und muss dann die Maut überweisen.
Wir fuhren zu Joshs` Schwester die ihre Farm nebenan hat. Diese kennt sich damit gut aus. Erst riefen wir bei der Polizei an, von der der Brief kam und dann sollten wir eine Stellungsnahme schreiben. Diese schickte ich gleich ab und hoffe, dass ich nur die Maut von immerhin 50$ zahlen muss. Ich war Louise so unendlich dankbar, dass sie sich die Zeit genommen hatte mir zu helfen.
Danach verabschiedete ich mich von allen und war traurig zu gehen. Hier ist es so schön und alle sind so unbeschreiblich nett. Sie luden mich für den 30. Januar in den „German Club“ ein. Die Mutter war total traurig, dass ich „schon“ gehe.

Grüße von der wunderschönen Rook’s Farm

Nadine

Stuck in the mud, dumb cows, a visitor, sightseeing, cinema and flood

Sonntag, 03.01. – Samstag, 09.01.2016

Diese Woche hatte ich das Gefühl, dass Lori (Bruder meines Chefs) mich „strafen“ will. An einem Tag schüttete es mal wieder aus Kübeln und der Regen tat sogar schon weh, so stark war er. Seit ich hier bin musste ich das noch nie machen, aber er sagte ich solle das Heu in der Stutenkoppel zusammen rechen und anderen Pferden geben. Diese hatten aber alle noch Heu. Ich sagte ich mache es nach dem Regen und er meinte ich solle das gleich machen. Das fand ich nicht so cool. Außerdem rief er dann James an und sagte, dass ich den Pferden zu wenig Heu füttere. Bisher gab`s damit aber nie Probleme. Wenn das ganze Heu aber im Matsch steckt, weil es regnet, ist klar, dass es weniger aussieht. James sagte mir dann, dass ich mehr füttern solle. Ich schob Lori`s Stimmung auf das Rennen. In Brisbane stand ein sehr wichtiges Rennen an, bei dem sein Pferd startete. Er fragte mich 1000 Fragen was ich seinem Pferd füttere, was er für Bewegung hat, wo er schläft, wie er schläft und vieles mehr. Das fand ich verständlich, so würde es mir vielleicht auch gehen.
In dem Futter sind Sonnenblumenkerne drin. Lori stellte fest, dass diese leer sind. Mir ist das zugegebener Maßen nicht aufgefallen. Das gefiel ihm gar nicht und so fuhr er am selben Tag in die Stadt und kaufte eigenes Futter für sein Pferd. Ab da fütterte er ihn selber, mistete ihn, bewegte ihn usw. Das war mir gerade recht. Obwohl mein Chef ein paar Tage vorher noch gesagt hat, dass ich mit den Pferden alles richtig mache, weil sie alle sehr gut sind, seit ich da bin. Auch Loris Pferd gewann die letzten beiden Rennen und wurde zweiter in einem sehr wichtigen Rennen.
Es hörte an zwei Tagen keine Minute auf zu regnen und hier war Land unter. Selbst in die Boxen ist das Wasser geflossen und die Pferde standen im Matsch. Einige Male bin ich mit dem Quad festgesteckt und es war überall geflutet.
Am Montag besuchte mich Brett (bei dem ich Weihnachten feierte) mittags. Ich zeigte ihm die Farm, ließ ihn mit dem Quad fahren, die Hühner, den Kakadu, den Wellensittich die Katze und den Hund füttern und eine Box misten. Man merkt, dass er ein waschechtes Stadtkind ist. Er stellte sich ein bisschen lustig an und wir mussten beide lachen. Außerdem hatte er gute Schuhe an, obwohl ich ihn gewarnt hatte. Es war immer noch matschig.
Zusammen wollten wir in den Pub zum Abendessen. Brett wurde total nervös und ließ mir keine Zeit mich zu richten, weil er Angst hatte, mit seinem Auto nicht mehr von der Farm zu kommen. Er rannte ums Auto und meinte wir müssen schnell los, bevor der Regen stärker wird. Das raus kommen war aber gar kein Problem. Wenigstens muss ich bei dem Wetter nicht die Blumen gießen.
An diesem Tag waren wir die Einzigen im Pub und gingen nach einer Pizza und zwei Bier früh wieder. Brett schmiss mich auf der Farm raus und machte sich dann wieder auf den Weg nach Toowoomba.

IMG_4427 (FILEminimizer) IMG_4436 (FILEminimizer) IMG_4437 (FILEminimizer) IMG_4439 (FILEminimizer) IMG_4441 (FILEminimizer)
Am Dienstag wollte der Regen wieder nicht aufhören. Ausgerechnet da sollte der Tierarzt kommen. Wie in Deutschland auch, sind diese total unpünktlich. Da ich von meinem Container aus nicht in den Stall sehen kann, musste ich geschlagene zwei und halb Stunden im Regen auf Dr. Bob (John) warten. Es war kalt und ekelig. John hatte wie immer super Laune und das stimmte mich ein bisschen besser. Im größten Matsch musste ich ein Pferd vortraben und hatte sowieso schon total Kopfweh. Er konnte nicht erkennen, wo das Pferd lahmt und ich musste gefühlte hundert Mal über die Koppel rennen. Ich wurde viele Fragen gefragt, z.B. wie alt das Pferd ist, seit wann er lahmt und wie stark usw. Er gab dem Pferd dann Schmerzmittel und erklärte mir ganz genau was er hat. Zu meinem Erstaunen verstand ich alles und konnte gut wiederholen was John mir sagte. Ich solle dem Pferd jeden Tag Schmerzmittel verabreichen. Ein anderes Pferd von Lori brauchte ein Zertifikat dass es nicht zur Auktion kann. Dieses dauerte ewig, weil John es von Hand schrieb. Da ist der echt sehr altmodisch. Eine Ewigkeit redete der nette Tierarzt mit mir, wünschte mir alles Gute und weg war er. Ich war froh, dass ich den Tierarzttermin alleine so gut hinbekommen hatte und James alles genau erzählen konnte.
Als ich abends fütterte, hatten es die Kühe geschafft in den Reitplatz zu kommen. Ich wollte sie raus treiben und blieb unterwegs mit dem Quad stecken. Beim Versuch dieses zu befreien, schlitterte es noch mehr und blieb am Tor hängen. Es ging nicht mehr vor und zurück. Diese dummen Kühe guckten mich ratlos an. Eine Ewigkeit versuchte ich das Quad zu befreien, aber es grub sich nur noch tiefer ein. Ich war kurz vor dem heulen und schrie sogar schon die Kühe an, die her kamen und mich nervten. Diese versuchte ich raus zu treiben, weil ich dachte sie können das Tor weiter öffnen, sodass ich raus kann, aber ohne Erfolg. Eine geschlagene Stunde stand ich im Regen, war patsch nass und stocksauer. Das Wort fu***** ist hier ziemlich legal und es sagt fast jeder. So gibt es Aussagen wie „fu***** great“, fu***** bad, usw. Ich habe nicht gezählt, wie oft ich dieses Wort an diesem Tag gesagt hab, aber es war oft. Meine Fluche waren bestimmt noch in der nächsten Stadt zu hören. Dann kam endlich Lori dem ich eine SMS geschrieben hatte. Wir hängten den Anhänger ab, zogen ihn mit vereinten Kräften aus dem Matsch und machten das selbe mit dem Quad. Das dauerte ewig und Lori war nicht gerade begeistert. Er fragte mich 100 Mal wie ich geschafft hatte, das Quad fest zu fahren. Eigentlich wollte ich an diesem Abend ins Kino, aber bis ich dann fertig war, war es viel zu spät.

IMG_4453 (FILEminimizer) IMG_4464 (FILEminimizer)
An diesem Tag war Lori morgens schon mal da gewesen und da hatte es aufgehört zu regnen. Trotzdem fiel ihm nach der Quad-Befreiung ein, dass wir die Stute decken lassen müssen. So standen wir im größten Matschloch, waren nach wenigen Minuten noch nasser als sowieso schon und hatten diese verrückte Stute. Ich konnte sie partout nicht halten und schlitterte nur. Lori griff den Strick und gab mir den Hengst, der bereits auf der Stute war. Er rief mir zu ich solle dem Hengst sein „Ding“ in die Stute stecken. Nein, das war zu viel für mich ! Ganz sicher mache ich sowas nicht. Lori wurde sehr ungeduldig und verstand nicht, dass ich das nicht machen wollte. So ging die Hälfte vom Hengst daneben. Das war mir aber relativ egal. Ich hatte sowieso schlechte Laune. So froh war ich noch nie, dass ein Tag vorbei war. Früh ging ich ins Bett und fror.
Normalerweise fange ich immer früh an, aber am Neujahrstag hätte ich garantiert nicht um 6 im Stall stehen können. Lori meinte daraufhin ich würde zu spät anfangen und solle künftig täglich um 6 starten. Obwohl ich ihm erklärte, dass wir mit James in letzter Zeit aller frühestens um halb 7, eher aber später angefangen haben, musste ich dann immer so früh im Stall stehen.
Lori muss mir immer helfen das Heu für die Pferde auf der großen Koppel mit dem Traktor dort hin bringen. Leider kann ich nicht mit dem Traktor fahren. Außerdem muss er die großen Rundballen in den Heuschuppen bringen, sodass ich die anderen Pferde mit dem Quad füttern kann. An einem Tag waren zwei Ballen so dicht nebeneinander, dass ich echte Probleme hatte, das Heu raus zu bekommen. Bestimmt war es keine Absicht, aber sowas fällt dann halt auf. Zumal das zuvor noch nie ein Problem war. Der Heuschuppen ist groß genug.
An einem Tag rannte mir ein Pferd weg, dass ich mit dem Quad wieder einfangen musste. Es ist aber nichts passiert. Hier rennen öfter Pferde weg.
Mittwochs wollte ich mittags eigentlich was mit Yvette vom Pub machen, aber die fragte komischerweise Matt nach seinem Auto. Dann nicht, dachte ich mir und begab mich Mittags in den Pub. Die Besitzerin Michelle hatte mir nämlich freundlicherweise das WLAN Passwort gegeben. So muss ich nicht mehr extra 60 km nach Kingaroy fahren. Ich buchte noch Flüge usw. Michelle lud mich für den Abend zum Grillen ein.
So fuhr ich zurück zur Farm, fütterte die Pferde und kam wieder. Es gab Kartoffelauflauf und viele Salate und es schmeckte super. Einige Leute waren da und wir saßen gemütlich zusammen. Der Regen hatte nach Tagen endlich aufgehört und wir konnten auf der großen Terrasse vom Pub sitzen. Michelle hatte die Idee Cricket zu spielen. So parkten wir die Autos um und verwandelten den Parkplatz zum Cricket-Feld. Jung und alt spielten zusammen und wir hatten total viel Spaß. Als es schon später wurde, fingen wir an Karaoke zu singen. Auf youtube findet man alle möglichen Lieder zum mit singen und es gibt einen großen Flatscreen und Mikrofone im Pub. Michelle sagte ungefähr 10 Mal, dass es der letzte Song ist, als es schon spät war. Irgendwann hatte sie die Idee ein Spiel zu machen. Jede Runde musste jeder einen Namen ziehen und dann mit dieser Person singen. Wir gaben „random 80`s Karaoke“ in die youtube-Suche ein und es war nicht erlaubt ein Lied zu überspringen. Einige Lieder kannte keiner und es war sehr lustig diese trotzdem zu singen. Die Nachbarn taten mir leid und es hörte sich mehr an wie Katzenjammer. Der Abend war super genial und wir hatten mega viel Spaß. Michelle bat mir mittags schon an im Pub zu schlafen, weil dieser auch ein Hotel ist und ein Zimmer frei war. Das Angebot nahm ich gerne an und spät fiel ich ins Hotelbett.

IMG_4496 (FILEminimizer)

IMG_4498 (FILEminimizer)

Auch die Kinder durften singen

IMG_4478 (FILEminimizer)

Yvette, ich, Paige, Joe

IMG_4486 (FILEminimizer) IMG_4489 (FILEminimizer)   IMG_4523 (FILEminimizer)

Ich, Paige, Yvette

IMG_4522 (FILEminimizer)

Der Pub morgens um halb 6

IMG_4495 (FILEminimizer) IMG_4493 (FILEminimizer)
Leider musste ich am nächsten Tag um 6 auf dem Pferd sitzen, was mir nicht gerade leicht fiel. Trotzdem: Der Spaß am Abend war es Wert ! Dieses Pferde sollte nämlich am Wochenende zum Rennen und es ist zu gefährlich, wenn ich es ohne Aufsicht reite. So solle ich fertig mit reiten sein bis Lori kommt, dass er sieht, dass nichts passiert ist.
Am Donnerstag holte mich abends Josh vom Pub ab. Wir fuhren nach Kingaroy ins Kino. Unterwegs öffnete ich einen an mich adressierten Brief. Ich freute mich so unbeschreiblich unglaublich arg, als eine Weihnachtskarte von meinen besten Freundinnen drin war. Außerdem legten sie einen total süßen Talismann dazu. Die ganze Zeit musste ich grinsen und freue mich, so tolle Freunde zu haben. Der Schlüsselanhänger fand natürlich gleich einen Platz an meinem Autoschlüssel. Silvi, Tati: Ich danke euch dafür von ganzen Herzen ! Ihr seid die besten !!

IMG_4524 (FILEminimizer)
Leider kamen wir zu spät zum Film und mussten über alle Leute drüber steigen. Was ich nicht wusste: Hier gibt es salziges Popcorn. Sehr ungewöhnlich aber gut. Für 7,50 Euro Eintritt und 2 Euro fürs Popcorn war es auch echt günstig. Das Kino war klein aber voll. Der Film „Daddys Home“ ist super witzig. Es gab viel zu lachen. Seit fast einem Jahr war ich nun nicht mehr im Kino.
Hier gibt es auch keine festen Sitzplätze. Man sitzt wo es frei ist.

Bei einem tollen Pizzarestaurant gönnten wir uns eine super Pizza.

IMG_4505
Danach gab mir Josh noch eine Nacht-Sightseeing-Tour durch Kingaroy. Bisher hatte ich hier ja nur den MC Donalds und den Woolworths gesehen. Nachts hat man einen gigantischen Ausblick vom Apex Lookout und von einer anderen Aussichtsplattform. Außerdem sah ich die Erdnussfabrik. Kingaroy ist nämlich DIE Erdnussstadt Australiens und man hat ständig den Geruch in der Nase.
Wir fuhren durch ganz Kingaroy und Josh erzählte mir viel. Wir sahen große Spinnen, gefährliche Kröten, eine Schlange, Eulen und viele außergewöhnliche Käfer.
Danach fuhr Josh mit mir ein Mal um seine Farm herum. Er zeigte mir wie der Mais angebaut wird, wie sie die Kühe mit den Hunden treiben und ich durfte in die riesige Landmaschine steigen, die die größte und modernste auf dem Markt ist. Das war total interessant und lehrreich.

IMG_4519 (FILEminimizer) IMG_4511 (FILEminimizer)
Es war spät als er mich heimfuhr, aber diese Tour hatte sich definitiv gelohnt. Und nein, auch wenn es sich so anhört war es kein Date 😉
Weil ich schon so lange hier bin und noch fast nichts in der Umgebung gesehen habe, fuhren Josh und ich am Freitag in die „Bunya Mountains“. Diese sind nur eine halbe Stunde von der Farm weg. Es sieht fast genau so aus wie auf der Schwarzwald-Hochstraße, nur dass es einen Regenwald gibt und die Straße noch schmaler und schlechter ist. Wir wanderten auf einem 6 Kilometer langen Pfad. Der Regenwald war sehr schön es hatte tolle Aussichtspunkte und eine tolle Landschaft. Anschließend genossen wir unser Mittagessen in einem Restaurant und dann musste ich wieder zur Farm um die Pferde zu füttern.

IMG_4530  IMG_4533 IMG_4529

DSC_0004 (FILEminimizer) DSC_0008 (FILEminimizer) DSC_0014 (FILEminimizer) DSC_0015 (FILEminimizer) DSC_0019 (FILEminimizer) DSC_0022 (FILEminimizer) DSC_0024 (FILEminimizer) DSC_0033 (FILEminimizer) DSC_0036 (FILEminimizer) DSC_0039 (FILEminimizer) DSC_0041 (FILEminimizer) DSC_0043 (FILEminimizer) DSC_0046 (FILEminimizer) DSC_0048 (FILEminimizer) IMG_4528 IMG_4527

IMG_4532
Dort kamen gerade James und die Familie an. Ich half das Auto auszuladen und bei Wassermelonen saß ich mit den Kindern auf der Terrasse und ließ mir alles vom Urlaub genau erzählen. Der mittlere Sohn Sidney ist von einem Felsen gerutscht und brach sich die Hand. Er musste noch im Urlaub operiert werden. Der arme.
James bedankte sich, dass alles so gut geklappt hat und er meinte es ist schön sich auf jemanden verlassen zu können, wenn er nicht da ist. Seine Eltern sind aber noch nicht zurück und den Garten muss ich noch ein paar weitere Tage gießen.

Smoky & Wombat

IMG_4551 (FILEminimizer) IMG_4549 (FILEminimizer)

Die Kleinste Penny

IMG_4548 (FILEminimizer)

Der Größte Percy

IMG_4545 (FILEminimizer)

Wombat, Smoky und ichIMG_4538 (FILEminimizer)

Samstag war außerdem mein letzter Arbeitstag. Eigentlich sollte ich ein paar Pferde reiten, aber ich glaube dann ist James eingefallen, dass es mein letzter Tag ist und es sich nicht mehr lohnt jetzt noch was anzufangen. So fingen wir auch erst um 6:30 Uhr an. Es gab nur ein paar kleine Aufgaben für mich und das Typische und dann war ich schon um 10 fertig. Das war ein sehr guter letzter Tag. Ich werde die Arbeit hier vermissen. Es hat (fast) immer viel Spaß gemacht. Außerdem hatte das riesen Pferd das ich die letzte Woche geritten bin ein großes Rennen. Dieses war in Ipswich und wurde im TV übertragen. Kate, die Kinder, Lori und ich saßen davor und verfolgten es gespannt. „Bolt“ rannte gleich los wie verrückt und führte bis etwa 50 Meter vor dem Ziel. Kopf an Kopf wurde er leider noch von zwei anderen Pferden geschlagen. Das war ein tolles Rennen. Natürlich war ich ein bisschen stolz, dass das Pferd so gut abgeschnitten hat, wo ich es alleine geritten bin, gepflegt, gefüttert und geputzt hab.

Josh mit dem ich ja nun schon ein paar Ausflüge gemacht habe, lud mich zum Abendessen mit seiner Familie ein. Diese ist super nett. Josh hat vier ältere Schwestern die alle bereits Kinder haben. Da am Sonntag die Oma ihren 85. Geburtstag feiert, war die komplette Familie auf der Farm und es war volles Haus. Es ist eine Maisfarm und außerdem haben sie Kühe und einige Bohnensorten.

Wir hatten einen schönen Abend und alle empfingen mich total freundlich und es gab viel zu lachen. Ich durfte das erste mal selbstgemachten „Plumpudding“ probieren der sehr lecker ist. Weil die Oma noch nicht da war (sie wohnt woanders) bot mir die Familie ein, in ihrem alten Zimmer zu schlafen. Das Angebot nahm ich gerne an und so konnte ich auch mit der Familie anstoßen.

Plumpudding

IMG_4552 (FILEminimizer)

Zufriedene Grüße
Nadine

First race as a strapper

Samstag, 02.01.2016

James kam morgens kurzzeitig zurück vom Urlaub. Eigentlich wollte er „ein paar Pferde“ reiten, aber trug dann mir auf, den Neuen, großen Fuchs zu reiten. Dieser wurde seit er hier ist noch nicht geritten und ist mir am Tag zuvor weg gerannt, weil er beim Führen gebockt und sich losgerissen hat. James meinte das Pferd wäre faul und ich müsste vorsichtig sein, weil er immer stolpert. Mit Hilfe eines Bierkastens stieg ich dann auf dieses 1,75 m große Tier. James hatte halb Recht. Faul war dieses Getier nicht, aber es ist so oft gestolpert, dass es uns ein paar Mal fast auf die Nase gehauen hat. In der Dressur würde man dann ein bisschen mit den Zügeln im Maul spielen und mehr mit dem Bein treiben, aber das versteht ein Rennpferd natürlich nicht. So musste ich den Riesen am halblangen Zügel seine Runden traben lassen.
Um halb 12 kam die Besitzerin von Bon Bon, dem Pferd das rennen sollte. Diese ist total nett und wir unterhielten uns super. Zu dritt fuhren wir nach „Bell“. Dieses ist nur 40 min. weg.
Es herrschte schon reger Trubel und man fand viele Pferde vor. Da Bon Bon einfach nicht ruhig am Anbindeplatz stehen wollte, musste ich sie fast die ganze Zeit rum führen. Es hatte über 30 Grad und die Sonne knallte. Ich war froh, als wir endlich den Sattel drauf machen konnten. Bis dahin wusste ich nicht, dass ich Bon Bon „strappen“ sollte. Aufgabe eines „Strappers“ ist, das Pferd zu führen und dann dem Jockey beim Aufsteigen zu helfen. Natürlich war ich ein bisschen perplex, aber freute mich. In Australien ist das nämlich ein großes Ding und eine „Ehre“.
Nach einer sehr kurzen Kurzeinweisung hatte ich dann den Strick in der Hand und lief im Kreis. Dieser war ca. 20 Meter im Durchmesser und wir konnten uns gerade mal um die eigene Achse drehen. Hier wurde das Pferd schon sehr nervös und ich merkte das deutlich. Ein Mann stand da mit seinem Schimmel und da dieses Pferd nicht mal in dem Rennen war, gehörte er da nicht hin. Der Schimmel war genau so nervös wie Bon Bon und machte Theater. Da mein Pferd nur um mich herum trabte und ich wenig Einfluss darauf hatte wo wir hin gingen, kamen wir dem Schimmel immer näher. Ich versuchte Bon Bon weg zu ziehen, dann kam das andere Pferd in Richtung uns und kickte wie verrückt. Mein Herz blieb stehen und natürlich standen James und die Besitzerin von Bon Bon daneben. Diese wussten aber auch, dass ich nichts dafür konnte. Zum Glück verfiel das dumme Pferd meines um Zentimeter und es passierte nichts. Das wäre der Super-GAU gewesen. Der Mann vom Schimmel schrie mich an und meinte, dass ich doch sehen würde, dass sein Pferd spinnt, usw. Alle anderen Zuschauer des „Spektakels“ warfen dem unfreundlichen Mann nur strenge Blicke zu. Er ist falsch und nicht ich, außerdem hat sein Pferd ausgeschlagen.
Dann ging es zu zwei Männern, die guckten ob die Pferde korrekt gesattelt sind, die angegebene Ausrüstung an haben, usw. Diese winkten mich weiter ins Viereck. Im TV sieht das immer so einfach aus, wenn die Strapper auf gut asphaltierten, großen Straßen laufen, aber dieses Viereck war winzig. Es befanden sich 11 Pferde darin. Die Kulisse war überwältigend. Menschenmassen drängten sich an den Zaun um die Pferde zu sehen, auf die sie gewettet haben oder noch last-minute-Wetten abschließen wollten. Leider verhielt sich Bon Bon nicht gerade vorbildlich und ich hatte große Probleme sie zu halten. Meine Energiereserven schwanden immer weiter. Sie tänzelte nur rum und wollte ständig zu anderen Pferden und legte böse die Ohren an. Eigentlich sollte man in der Startreihenfolge laufen, aber es herrschte pures Durcheinander. James kam dann um mir zu helfen, Jockey „Hanna“ hoch zu schmeißen. Diese musste ich dann noch ein paar weitere Runden führen. Auch sie stellte fest, dass das Pferd heute außergewöhnlich nervös war und selbst mit ihr drauf, ging das Führen nicht besser. Als eine Glocke läutete, sollten wir in der Reihenfolge die Jockeys auf die Rennbahn führen. Als ich den Strick weg machen wollte, schlug Bon Bon mit dem Kopf und ich bekam den Karabiner nicht auf. So mussten wir eine Extrarunde laufen und Hanna erklärte mir, was ich machen sollte. Wir brachten damit die ganze Reihenfolge durcheinander und das war vor so vielen Leuten echt peinlich. Man konnte mein Aufatmen bestimmt auf der Farm noch hören, als die Beiden endlich auf der Rennbahn waren. Sehr peinlich, wenn da so viele Leute zugucken, wie man mit einem Pferd überfordert ist.
Leider fand ich James und die Besitzerin nicht, aber stellte mich an den Zaun zum gucken. Die ganze Zeit war Bon Bon Vorletzte und ein paar Meter vor dem Ziel holte sie ordentlich auf und kam Zweite.
Nach dem Rennen müssen die ersten beiden Pferde in eine Art Anbindeplatz, es gibt Fotografen, Schleifen und alles mögliche. Ich stand mittendrin, hatte das Pferd am Strick und mal wieder keinen Plan, was ich machen sollte. Die Jockeys satteln aber die Pferde an Ort und Stelle ab und dann durfte ich mit Bon Bon gehen.
Nach dem Abduschen musste ich noch eine ganze Weile mit ihr laufen (diesmal konnte ich in den Wald, da war es kühler und hatte Platz) und dann war mein Amt als „Strapper“ erledigt.
Wir verluden Bon Bon und fuhren zurück zur Farm.
Im Auto meinte die Besitzerin, dass sie mich die ganze Zeit beobachtet hätte und ich das sehr gut gemacht habe. Sie sagte, dass Bon Bon das normalerweise nicht macht und sie kenne das gar nicht, aber ich hätte mich gut geschlagen. James sagte nicht viel und ich wusste, dass das nicht gerade eine Glanzleistung war. Die Besitzerin meinte auch, dass der Mann mit dem kickenden Schimmel total unmöglich war.
Beide waren aber sehr zufrieden mit dem Rennen.
Auf der Farm angekommen musste ich nur noch füttern und war dann fertig für den Tag. Ich war echt froh, dass ich das „überlebt“ hatte.

Strapperische Grüße
Nadine

Brauner Riese

IMG_4426 (FILEminimizer)

Bon Bon war langweilig

IMG_4398 (FILEminimizer)

IMG_4400 (FILEminimizer)

Ready to go

IMG_4401 (FILEminimizer)

Da kommen sie

IMG_4407 (FILEminimizer)

Bon Bon ist die Braune mit der weißen Trense

IMG_4424 (FILEminimizer)

IMG_4425 (FILEminimizer)

Sitting, waiting, wishing…

Freitag, 01.01.2015

Eigentlich hatte ich am Neujahrstag geplant auszuschlafen. Leider wurde daraus nichts. Da James` Bruder direkt von der Nachtschicht kam, musste ich um 8 auf der Farm stehen. Matt fuhr mich und mir tat er leid, weil er wegen mir so früh aufstehen musste. Weit und Breit war keine Spur von Lori. Mein Herz blieb stehen, als ich die Pferde auf dem Paddock stehen sah. Ich zweifelte eine Sekunde, ob ich vergessen hatte, sie abends rein zu stellen, aber war mir sicher, dass ich es gemacht hab. Das war sehr mysteriös. Beim Anrufen von Lori ging nur die Mailbox an. Es war schon halb 9 als wir ihn endlich erreichten. Wir würden das Decken auf den nächsten Tag verschieben, so die Aussage. Ich dachte ich spinne ! Da stehen alle extra früh auf, ich verzichte auf Toowoomba, weil er sagt er kann die Pferde nicht raus stellen und füttern und dann sagt er nicht mal, dass er nicht kommt? Da wurde ich sehr sauer. Das macht man nicht.
So machte ich alles was ich sollte und legte mich dann wieder ins Bett.

Wartende Grüße
Nadine

DSC_0027 (FILEminimizer)

Nadine – the new manager of a race-horse-stable

Montag, 28.12 – Mittwoch, 30.12.2015

Die Arbeit fiel trotz der Pause leicht. James bereitet einige Dinge für den Urlaub vor und Kate wies mich in den Garten von James` Eltern ein. Diese sind ebenfalls im Urlaub und der Garten den ich gießen muss ist riesig. So groß, dass Peter mir sogar eine Karte malte, sodass ich keine Blume vergesse.
Am Montag und Dienstag sollte ich mit dem 8 jährigen Sidney die Zäune neu machen. Ständig büxt nämlich ein Pferd aus, weil die Zäune schlecht sind und die Elektrik nicht funktioniert. James kann die Pferde wieder einfangen, aber ich will nicht, dass das passiert wenn er nicht da ist. So waren wir eine Weile beschäftigt, aber dafür waren die Zäune danach perfekt. Auch James` Frau Kate half mit und sie ist ein richtiger Profi. Die Kinder badeten in der Zeit in den Trinkeimern der Pferde, was ich sehr lustig fand.
Am Dienstag gingen wir zum Abschluss zum Abendessen nochmal in den Pub. Ich fuhr mit meinem Auto und blieb länger. Mit einer netten bekannten Familie von meinem Chef saß ich lange da und unterhielt mich nett. An der Bar traf ich den 21 jährigen Josh der auch eine Farm hier hat. Wir spielten Billard bis tief in die Nacht und Michelle die Besitzerin vom Pub sagte uns, dass wir dann abschließen sollen. Bei dem Spiel waren wir beide schlecht.
Kurz vor dem Aufbruch erklärte mir James schnell, was ich machen muss, wenn er nicht da ist. Ich hatt eigentlich damit gerechnet eine ausführliche Einweisung zu bekommen oder eine Liste mit Aufgaben. Statt dessen schrieb er nur „Pferde“ und „Füttern“ auf. Auf die Frage hin, was denn mit den Hühnern, dem Kakadu, dem Wellensittich, der Katze, dem Hund und den Kühen sei, erklärte er mir nur schnell wo das Futter ist und dass ein Mal am Tag füttern reicht. Das ist wieder wie alles: No worries ! Sehr lustig, dass die fast 2 Wochen in den Urlaub gehen und einem „daher gelaufenen“ Backpacker den sie gerade mal ein paar Wochen kennen quasi blind vertrauen.
Mittwoch Morgen um 9 machte sich die Familie dann auf den Weg in den Urlaub. Somit war ich allein. Das ist ganz schön viel Verantwortung und nicht gerade ungefährlich. Wenn mich ein Pferd kickt, dann findet mich keiner und es gibt nicht mal Telefonempfang, sodass ich jemanden anrufen könnte. James sagte mir aber, dass ich jeden Tag um 6 abends anrufen solle, sodass er jemanden schicken kann, falls ich mich nicht melde. Das gibt uns beiden Sicherheit. Zum Glück habe ich keine Angst allein hier, obwohl es kein Tor, keine Kameras, keinen Wachhund und keinen Handyempfang gibt. Ich will deswegen nicht so oft weg gehen, weil jeder weiß, dass die Familie im Urlaub ist. So könnte leicht jemand kommen und einfach ein Pferd mit nehmen. Ich würde mir große Vorwürfe machen, wenn was passiert. Zwar war ich mit Sophia im Mai auch allein auf Tom`s Farm für fast vier Wochen, aber dieser hatte Kameras, ein Tor, einen Wachhund und wir waren wenigstens zu zweit.
Das erste was ich checkte war, ob sie das WLAN angelassen hatten. So hätte ich wenigstens mal mit der Familie skypen können. Zu meiner Enttäuschung war dieses aber aus. Weil die Farm so weit im Nirgendwo ist, ist das WLAN limitiert und abartig teuer. Einerseits verstehe ich also, warum sie es ausgeschaltet haben, andererseits finde ich hier fast kein Internetempfang und habe so große Mühe Kontakt mit Zuhause zu halten, Facebook zu checken, usw. Außerdem ist es unmöglich meine Blogeinträge hochzuladen.
Der Bruder von James der seine Farm hier in der Nähe hat, kommt jeden Tag nach der Nachtschicht um nach dem Rechten zu sehen. Mit ihm musste ich eine Stute decken lassen, die nicht trächtig ist. Diese ist ein absoluter Horror und will nie stehen bleiben. James` Bruder musste oft laut fluchen und ich hatte fast keine Chance das Pferd zu halten. Ich bin unglaublich froh, wenn die Decksaison bald vorbei ist. Das kostet mich Nerven !
Der erste Tag allein war aber ganz ok und früh ging ich ins Bett.

Grüße vom neuen Farmmanager
Nadine

 

Spinne

IMG_4328 (FILEminimizer)

Lori und sein Pferd

IMG_4348 (FILEminimizer)

Lori und das Heu

IMG_4355 (FILEminimizer)

Kakadu Patrick

IMG_4360 (FILEminimizer)

Breakfast at the Picknick-Point and Japanese Garden

Sonntag, 27.12.2015

Eigentlich hätte ich ausschlafen können, aber meine innere Uhr ist auf Farmarbeit eingestellt. So war ich um 5 schon wach. Um 7 standen auch Lyn und Brett auf und um 8 kamen Brett`s Schwester Alyce und die Kinder.

Lyn war total nett und lud mich zum Frühstück ein. Wir gingen zum Aussichtspunkt vom Donnerstag dem „Picknick-Point“. Es war wieder regnerisch und bewölkt, aber die Aussicht war super. Das Frühstück war richtig luxuriös und schmeckte super.

Wir fuhren anschließend durch die Luxusviertel von Toowoomba und Lyn konnte die Geschichte jedes Hauses erzählen. Da waren einige Millionenhäuser dabei, die sehr beeindruckend waren. Als Abschluss meiner Toowoomba-Zeit, gingen wir in den Japanese Garden, der neben der Uni ist. Dieser ist sehr groß und wunderschön angelegt. Als wir auf dem Rückweg zum Auto waren, fing es an aus Kübeln zu gießen. Das war timing.

Leider musste ich mich dann von Lyn verabschieden. Sie war so fürsorglich und liebenswert zu mir und ich werde sie total vermissen. Sie lud mich ein, jederzeit vorbei zu kommen, wenn ich in der Nähe bin und sagte mir ich wäre ein toller Gast.

Brett und ich fuhren zum Pub. Dort warteten zwei Freundinnen von ihm auf uns. Diese waren zwei Jahre in Kanada zum Arbeiten und hatten viel zu erzählen. Auch Brett`s Bruder Jarrod kam und zwei weitere Freunde. Die anderen tranken gemütlich ein paar Bier und ich hielt mich ans Wasser. Die Freunde waren alle total nett und wir hatten einen tollen Nachmittag.

Dann hieß es für mich aber: Zeit zu gehen! Ich fahre nicht gerne, wenn es dunkel ist und außerdem regnete es immer noch. So verabschiedete ich mich von allen. Brett versprach, mich auf meiner Farm zu besuchen. Ich war ihm so dankbar, dass ich Weihnachten mit seiner Familie feiern durfte. Dieses Weihnachten werde ich so schnell nicht mehr vergessen.

Beim Rückweg waren auf den Straßen teilweise ordentliche Pfützen und ich musste echt aufpassen. Der Weg zog sich wie Kaugummi und es kamen mir auf der 2 stündigen Fahrt ganze drei Autos entgegen. Ich hatte Zeit die letzten vier Tage nochmal Revue passieren zu lassen. Dabei hatte ich ein Grinsen im Gesicht. Mein Santa-Socken, das Futter für die Rentiere, die Freundlichkeit der Familie, die Wasserrutsche in den Damm, die Wasserschlacht im Garten, die Traditionen, die Motorradfahrt, das Cricket-Spielen, die Kirche, das Lagerfeuer, das Schießen und vieles mehr. Komplett anders als Weihnachten bei Kälte zu Hause (ok, dieses Jahr war es warm, ich weiß).

Auf der Farm angekommen, empfing mich mein Chef James freundlich. Er wollte gerade die Pferde füttern. Ich sagte ihm, dass ich das übernehme und er war dankbar.

Zum Abendessen waren Onkel Ted und Tante Rosie gekommen. Rosie war bereits zwei Mal in Deutschland und erzählte viele Geschichten. Ihre Mama hatte sich in Münster die Hüfte gebrochen und war lange in Deutschland im Krankenhaus gewesen. Viele Jahre später kam Rosie zurück zu diesem Krankenhaus und schenkte der Krankenschwester, die sich gut an die Australierin erinnern konnte, Schokolade.

Von den Kindern bekam ich noch ein Weihnachtsgeschenk: Eine Kappi vom Kumbia-Pub. So trage ich zukünftig immer eine Erinnerung an meine schöne Zeit hier auf dem Kopf. Die anderen Geschenke die ich bereits am 25. aufgemacht hatte, waren eine Tasse mit dem Logo vom Stall und Apfel-Cider (alkoholisches Getränk). Über dieses war ich ein wenig besorgt. Ich glaube man muss sich Gedanken machen, wenn man von seinem Chef Alkohol zu Weihnachten bekommt. Alle sagten mir, dass das in Australien Gang und Gäbe sei und eines der beliebtesten Geschenke. Sehr lustig die Aussis !

Wir hatten einen gemütlichen Abend mit Wein und früh ging ich ins Bett.

Das war also mein Aussie-Weihnachtserlebnis wie ich es mir schöner nicht vorstellen könnte.

Selige Grüße

Nadine

 

Frühstück und Japanese Garden

IMG_4315 (FILEminimizer) IMG_4316 (FILEminimizer)

IMG_4637 (FILEminimizer) IMG_4638 (FILEminimizer)

IMG_4319 (FILEminimizer) IMG_4321 (FILEminimizer) IMG_4323 (FILEminimizer) IMG_4326 (FILEminimizer)

Aussie Boxing-day

Samstag, 26.12.2015

Schon um 7 geisterten Leute durchs Haus. Somit war ich mal wieder früh wach. Am sogenannten „Boxing-day“ ist es Tradition in Australien, Cricket im TV anzuschauen. So saß die ganze Meute im Wohnzimmer und verfolgte das Geschehen. Zugegebener Maßen, ist es aber nicht gerade spannend, diese Sportart im TV zu sehen. Die Leute stehen meistens nur rum, es gibt drei Kommentatoren und diese müssen über alltägliche Themen sprechen, weil es im Spiel einfach nicht vorwärts geht. Nach 10 min. verließ somit schon die Hälfte ihre Plätze. Alle fragten mich, ob ich es denn interessant finden würde. Nach ca. einer Stunde gab ich mich dann auch „geschlagen“ und wechselte nach draußen. Dort gab es bereits Frühstück. Es wurden Würstchen und Speck gegrillt und ich aß Toast und Cornflakes.
Wir verbrachten wieder einen tollen Morgen im Garten, spielten alles Mögliche, wie Frisbee und hatten super viel Spaß.
Gefühlte 10 min. nach dem Frühstück gab es schon wieder Mittagessen. Die Reste vom Vortag mussten weg. So aß ich das dritte Mal hintereinander Salat, aber der schmeckte immer noch gut. Danach kam Brett`s Schwester Alyce mit ihren drei Kindern und es gab für alle Kleinen schon das dritte Mal Bescherung. Ganz traditionell hatte es einen Weihnachtskuchen den die 83 jährige Oma und Uroma Esme anschnitt. Als diese eine Rede hielt und erzählte wie glücklich sie mit dieser Familie ist und wie sehr sie alle liebt und sich nichts schöneres vorstellen könnte, flossen bei ihr die Tränen und es blieb kein Auge im Raum trocken. Das war ein sehr berührender Moment. In der Tat ist die Familie sehr toll. Obwohl seit 2 Tagen alle auf engem Raum sind, gibt es nie Zickereien oder sonstiges. Alle gehen so toll miteinander um, jeder ist Willkommen, alle helfen und auch ich werde behandelt, als gehöre ich schon immer dazu. Das ist was sehr tolles und für mich eine große Ehre Weihnachten in dieser Familie feiern zu dürfen. Besser hätte es mir nicht passieren können.
Der 24 Jahre alte, somit älteste Sohn von Judy zeigte uns seine Farm. Mit dem Auto waren wir in 20 min. da. Diese ist auch eine Cotton-Farm und ebenfalls riesig. Es gibt ein großes Haus, eine große Werkstatt und sogar einen Tennisplatz. Wir fuhren mit dem Ute über die Matschfelder und blieben ein paar Mal fast stecken. Die Kulisse sah bei perfektem Wetter traumhaft aus. Es ist richtig faszinierend wie viele Leute Land in Australien haben. Erstens ist das hier billiger als Zuhause und viele Kinder werden bereits in Farmerfamilien geboren. Da es keine Müllabfuhr gibt, fuhren wir zur Müllhalde um den Abfall abzuladen. Dort stank es bestialisch, hatte viele Wildkatzen und einige interessante Sachen. So fand sich auch ein Auto im Müllberg. Danach fuhren wir zum Friedhof. Der Opa der Kinder ist vor einigen Jahren mit nur 65 gestorben und seither war keines der Kinder mehr am Grab. Brett erzählte mir, dass der Opa ein Workaholic war und bei einem tragischen Farmunfall gestorben ist. Die Geschichte war sehr traurig und er war ein hoch angesehener Mann. Auf dem Friedhof gab es nur sehr kleine Gräber, keinen Zaun und überall nur Kunstblumen.
Als wir zurück waren, fragten die Jungs mich, ob ich mit ihnen zum Fluss will. Hört sich gut an, dachte ich! Als wir mit dem Ute unterwegs waren wusste ich aber nicht, warum die Jungs diesen Ausflug machen wollten. Diese wussten nicht, dass ich Vegetarierin bin und ich wusste nicht, dass Chris und Lachlan jagen gehen wollen. So hielten wir ständig an, wenn wir Kängurus sahen und Lachlan schoss. Ich schloss die Augen und hob die Ohren zu und freute mich jedes Mal wenn er sagte, er habe nicht getroffen. Die müssen die armen Tiere schießen, weil es zu viele sind, sie die Felder zerstören und viele Autounfälle verursachen. Die toten Tiere werden dann an Ort und Stelle liegen gelassen und sind Futter für die Dingos (Wildhunde). Auch Wildschweine wollten sie schießen, aber fanden (zum Glück) keine. Ich saß auf der Ladefläche vom Ute und sollte jedes Känguru melden. Natürlich machte ich das nicht. So blieb die Jagt an diesem Tag komplett erfolglos – puuuh!
Unterwegs holte uns Cameron mit seinem Dirt-Bike ein. Als Motorradfahrerin ließ ich es mir selbstverständlich nicht entgehen, auf eine Fahrt mit zu kommen. Leider durfte ich nicht selbst fahren, aber mit gefühlten 200 rasten wir über Stock und Stein. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass der 21 Jahre alte Cameron länger Motorrad fährt als er läuft, hätte ich mir vermutlich in die Hose gemacht, aber so genoss ich den Fahrtwind. Wir fuhren komplett einmal um die Baumwollfarm und diese ist gigantisch groß. An dieser Stelle sollte ich vielleicht verschweigen, dass wir nicht mal Helme auf hatten. Ich wusste bis dahin nicht, dass Baumwolle eine Blume ist. Cameron erklärte und zeigte mir viel und ich lernte einiges. Auch die Bewässerungsmaschine ist total genial. Diese wird automatisch per Satellit gesteuert und fährt selbstständig über die Felder. Dieser Spaß kostet 30.000$. Es gibt überall Graben und dort laufen Gummischläuche raus. Wenn es trocken ist, fließt das Wasser in die Baumwollfelder und wenn genug Wasser da ist, fließt es einfach wieder zurück. Vor 3 Tagen gab es einen sehr schlimmen Sturm mit Gewitter. Dieses zerstörte große Teile der Ernte und außerdem haben die meisten Farmen seit Wochen keinen Strom. Es sieht teilweise sehr verwüstet aus. Gut, dass Judys Farm Strom hat.
Cameron fuhr sogar mit mir den Damm hoch und dieser ist total steil. Da rutsche mir das Herz in die Hose, aber ich strahlte. Als wir gerade auf dem Rückweg waren dachte er, ich hätte in angespuckt. Dabei fing es an zu regnen. Noch schneller ging es nach einer halben Stunde zurück zum Haus.
Wir waren nicht darauf vorbereitet, aber als wir noch nicht mal zum Gartentor drin waren, bekamen wir einige Kübel Wasser über uns geschüttet. Bis auf die Schuhe war ich nass. Der Garten hatte sich in eine Wasserschlacht verwandelt und jeder war pudelnass. Das Genialste: Auch die 83 jährige Oma Esme war mittendrin und machte alle nass. Die ganze Familie hatte Spaß sich gegenseitig zu tränken und es wurden alle möglichen Dinge benutzt. Ich hatte einen Hundenapf, es gab Wasserpistolen, große Eimer und Wasserschläuche. Wir hatten so mega viel Spaß und es gab (mal wieder) total viel zu lachen. Ich hatte zwar kein paar trockene Schuhe, aber barfuß gings auch.
Leider mussten wir uns dann verabschieden. Die Verabschiedung war genau so herzlich wie die Zeit hier. Alle wünschten mir eine gute Zeit und bedankten sich, dass ich da war.
Wieder bei Lyn Zuhause angekommen, duschten wir kurz und dann gings zu Bretts Dad. Dieser wohnt auch in Toowomba. Dort waren Bretts Schwestern Renae, Alyce, die Männer und die Kinder.
Da die Kinder jetzt ja noch nicht genug Bescherung hatten, gab es diese nun zum vierten Mal. Es gab einige Tränen, weil Santa nicht das richtige brachte und somit vorwurfsvolle Blicke der Eltern.
Brett`s Papa Geoff pflanzt in seinem Garten unendlich viel Obst und Gemüse an und zeigte uns alles. Ich fand ein paar Maiskolben und legte diese auf den Grill. Zu Essen gab es – wer errät`s Fleisch und Salat. Die Maiskolben waren sehr gut.
Eine Weile saßen wir bei Bier gemütlich zusammen, redeten, guckten Cricket und machten uns dann auf den Rückweg zu Brett`s Mama Lyn. Diese begrüßte uns freundlich und hatte in der Zwischenzeit meine nassen Klamotten gewaschen. Wir guckten noch Herr der Ringe im TV an und dann ging ich müde und zufrieden ins Bett.
Somit ging ein weiterer, toller, erlebnisreicher zweiter Weihnachtsfeiertag, Boxing-Day zu Ende. Ich bin jetzt schon traurig die Familie morgen verlassen zu müssen.

Wasserschlachtige Grüße
Nadine

 

Garten

DSC_0160 (FILEminimizer)

DSC_0161 (FILEminimizer)

Farm von Judys ältestem Sohn

DSC_0163 (FILEminimizer)

DSC_0164 (FILEminimizer)

DSC_0166 (FILEminimizer)

DSC_0167 (FILEminimizer)

DSC_0168 (FILEminimizer)

DSC_0170 (FILEminimizer)

DSC_0176 (FILEminimizer)

DSC_0179 (FILEminimizer)

DSC_0181 (FILEminimizer)

IMG_4262 (FILEminimizer)

Müllhalde

DSC_0171 (FILEminimizer)

DSC_0172 (FILEminimizer)

DSC_0175 (FILEminimizer)

Garten

DSC_0182 (FILEminimizer)

DSC_0183 (FILEminimizer)

Welpe Honey

DSC_0186 (FILEminimizer)

DSC_0192 (FILEminimizer)

DSC_0193 (FILEminimizer)

DSC_0201 (FILEminimizer)

DSC_0206 (FILEminimizer)

IMG_4261 (FILEminimizer)

Schießen

IMG_4266 (FILEminimizer)

DSC_0230 (FILEminimizer)DSC_0233 (FILEminimizer)DSC_0234 (FILEminimizer)

Man beachte die Plätzchen

IMG_4268 (FILEminimizer) IMG_4270 (FILEminimizer)

Raubtierfütterung

IMG_4293 (FILEminimizer)

IMG_4312 (FILEminimizer)

Weihnachtskuchen

DSC_0214 (FILEminimizer) DSC_0215 (FILEminimizer)

Oma Esme und alle Enkel und Urenkel

DSC_0217 (FILEminimizer) DSC_0220 (FILEminimizer) DSC_0223 (FILEminimizer) DSC_0224 (FILEminimizer)

Wasserschlacht und Baby Charlie

IMG_4311 (FILEminimizer)  IMG_4313 (FILEminimizer) IMG_4314 (FILEminimizer)

Abends bei Brett`s Dad

IMG_4274 (FILEminimizer) IMG_4275 (FILEminimizer) IMG_4277 (FILEminimizer) IMG_4279 (FILEminimizer) IMG_4282 (FILEminimizer) IMG_4283 (FILEminimizer) IMG_4286 (FILEminimizer) IMG_4288 (FILEminimizer) IMG_4289 (FILEminimizer) IMG_4306 (FILEminimizer)

In Australien gibt es immer BierIMG_4307 (FILEminimizer)