4 hours to go. Border Vietnam to Cambodia

Mittwoch, 08.06.2016

Als ich aufwachte, schien die Sonne und es war ein herrlicher Tag. Es war halb 8 und GoogleMaps sagte mir, dass wir bereits in Ho Chi Minh wären. Nach ein paar Minuten Stadtgegurke kamen wir am Busbahnhof an. Davor hatte ich einen Anruf auf vietnamesisch bekommen, dass mein Bike bereit zur Abholung wäre – Gott sei dank ! Der zweite Busfahrer übersetzte mir dies.

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Die Busfirma sieht mehr aus wie ein großes Paketlager und die Nachtbusse nehmen auch immer Päckchen mit. Keine Ahnung wo ich hin musste und helfen wollte mir keiner. Ein nettes Mädel sah meinen ratlosen Blick und sie konnte zum Glück englisch und half mir. Ich musste meine Namen auf einen Zettel schreiben, in eine Box werfen und wurde dann aufgerufen. Die Box machte keinen Sinn, denn es kamen ja immer mehr Zettel drauf und die Beamten zogen die Zettel von oben. Als ich an der Reihe war, ging das Mädchen mit mir mit und ich stand in einem großen Lagerraum. Nach ein paar Minuten wurde mir tatsächlich Emma hergeschoben. Ich konnte es nicht glauben, dass es geklappt hat, denn hier darf man nichts als selbstverständlich ansehen. Nur denken die Vietnamesen nicht so gut mit. Ein braunes Klebeband klebte quer über dem Sitz und trotz rubbeln, bekamen es die Männer nicht mehr gut weg. Außerdem: wie hätte es anderes sein sollen? fehlte mein Spiegel ! Da ich ziemlich genau 10 Min. später den ersten Interessenten für mein Motorrad hatte und das sehr doof aussieht, machte ich Druck. Drei Busfahrten, jedes Mal ist was anderes kaputt und jedes Mal bezahle ich die Reparatur. Keiner fühlte sich verantwortlich, aber ich gab nicht nach. Endlich kamen sie mit einem anderen Spiegel der zwar nicht meiner war, aber besser als nichts. Total provisorisch schraubten sie ihn fest und er wackelte wie Kuhschwanz. Ich war unter enormen Zeitdruck, weil ich den Interessenten versprochen hatte gestern schon da zu sein was ja nicht ging und sie heute schon auf Tour wollten. Außerdem hatte ich sage und schreibe 4 Stunden um mein Motorrad zu verkaufen, meinen Reisepass bei der Behörde abzuholen, meine deponierten Klamotten bei Jodie abzuholen und ein Busticket um halb 1 nach Phnom Penh zu buchen. Knappe Sache. Nach der Spiegelsache fuhr ich los, aber kam nicht weit. Mein Motorrad ließ sich nicht mehr schalten. Kein bisschen! So drehte ich um und hieß die Angestellten alles. Selbst wenn sie kein Englisch verstehen, mir doch egal ! Sie guckten mich alle mit großen Augen an und als der eine mit mir zur Werkstatt ging erklärte ich ihm, dass ich keinen Cent dafür zahlen würde. Das Problem war, dass sich der Schalthebel in den Seitenständer gerammt hatte (beim Transport). Mit Hammer und Meißel stand der Mechaniker 10 Min. da und musste alle Kraft aufwenden um es wieder hinzubekommen. Der Mensch vom Busunternehmen zahlte es und ich war viel zu spät dran.

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Zumindest wurde dieses Mal mein Sprit drin gelassen und das Hostel des Interessenten war nur 10 Min. weg. Somit fand ich mich das erste Mal im unglaublichen Verkehr von Ho Chi Minh City wieder. Wie überall in Vietnam gilt auch hier die Devise: Wer bremst hat ein Problem. Also einfach fahren ohne Rücksicht auf Verluste und nicht schauen. Das klappte gut und irgendwann fand ich das Hostel der Jungs. Ho Chi Minh ist mit großem Abstand die Stadt mit dem chaotischsten Verkehr in Vietnam (oder in der Welt).

Tanken in Vietnam

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Der eine Typ brauchte ewig bis er vors Hotel kam und der andere kam gar nicht mit. Da der 19 jährige Engländer noch nie zuvor ein Motorrad gesehen hat, geschweige denn eins gefahren ist, konnte er nicht viel sagen. Probefahrt war also auch nicht. Er guckte Emma an, ich erklärte ihm alles und er fragte, ob wegen dem Wechselkurs auch 290 statt 300$ okay wären. Ja wie? Kann das denn wahr sein? Kann ich denn schon wieder so viel Glück haben? Gibts das? Andere Leute versuchen wochenlang ihre Bikes zu verkaufen, müssen sie dann an Mechaniker verschleudern und ich hab 4 Stunden Zeit und der erste Interessent nimmt es. Das beste: Ich habe 200$ bezahlt und 290$ bekommen. Zwar habe ich auch viel reingesteckt, aber bin im Endeffekt einmal kostenlos 4 Wochen durch Vietnam gefahren. Mit dem Bus zahlt man pro Fahrt ja schon 20-30 $ egal wohin. Erst mein Auto in Australien mit dem ich Null auf Null raus komme, dann mein Motorrad in Australien mit dem ich Geld gut mache und nun das ! Ich sollte Fahrzeughändlerin werden.

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Der Freund von dem Motorradkäufer war nun auch gekommen und zusammen gingen wir frühstücken. Nun hatten beide ein Motorrad, überhaupt keine Ahnung wie man es fährt und wollten sofort los fahren. Auf meine Fahrstunden verzichteten sie. Das Frühstück war witzig, ich wünschte den beiden viel Glück und war super traurig meiner Emma (Lemon) ein für alle Mal tschüss sagen müssen. Es war eine coole Zeit die ich nicht missen will, trotz 14 maligem Werkstattbesuch. Ich verkaufe sie nun in dem Zustand wie ich sie gerne gekauft hätte.

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Schnell stoppte ich ein Taxi und ließ mich zur Behörde fahren, zu der ich vor einigen Tagen meinen Reisepass geschickt hatte. Das war mir gar nicht recht gewesen, weil man ja nicht weiß was die damit machen, aber da ich drei Tage länger hier bleibe als mein Visa es erlaubt, hatte ich keine Chance. Leider erfuhr ich erst später, dass das eine Woche zum Verlängern dauert und ich ja heute gehen muss. So musste ich den Pass unbearbeitet wieder holen und alles war umsonst. An der Grenze müsse ich eine Strafgebühr von 10$ am Tag zahlen (somit 30$ insg.) und bei der Verlängerung wären es 35$ gewesen. Also bin ich jetzt günstiger dran. Der Taxifahrer wartete und brachte mich schnell zu Jodies Haus. Diese war arbeiten, aber ihr Security wusste Bescheid und die Putzfrau ließ mich rein. Alles war noch da, aber ich erschrak wie viel das ist. Wo um Himmels willen soll ich das hin packen? Der Taxifahrer lachte mich aus als ich mit dem ganzen Gepäck zurück kam. Das passte fast nicht in den Kofferraum. Über das Internet buchte ich ein Ticket nach Phnom Penh für 19 $ mit dem Unternehmen Giant Ibis. Diese holten mich an einem Hostel ab zu dem ich mich vom Taxifahrer bringen ließ. Mitten auf der Straße saß ich dann und versuchte mein Gepäck umzuräumen und irgendwie unterzubekommen. Bestimmt ein Bild für die Götter und ich zog viele Blicke auf mich. Ein Vietnamese der da stand wollte mir helfen, aber ich dachte er will was klauen. Als ich merkte, dass es der Security ist, ließ ich mir gerne helfen und wir schafften es irgendwie mit viel Gewalt den Rucksack zu schließen. Trotzdem hatte ich nun einen großen und zwei kleine Rucksäcke, eine volle Tüte, einen Hut, meinen Helm und eine kleine Tasche. Woher kommt das alles? Das muss schnell aussortiert werden.

Kaputt

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Der Grenzübergang mit dem Bus von Ho Chi Minh (Vietnam) nach Phnom Penh (Kambodscha)
Ich hatte Horrorstories in Blogs gelesen, Leute hatten mir abgeraten, die Unfallstatistiken nichts Gutes verraten und es gibt die abenteuerlichsten Geschichten vom Grenzübergang. Da ich aber nicht 100$ oder mehr für einen Flug ausgeben wollte, bereitete ich mich seelisch und moralisch auf das Schlimmste vor.
Zu Fuß wurde ich vom Eco Hostel von einem Mann abgeholt und wir liefen zum Bus.
Der Reisebus Bus Giant Ibis ist einer der besten und man zahlt zwar mehr, bekommt aber auch mehr. Man hat sehr viel Platz, der Bus ist groß, es gibt Steckdosen an jedem Sitz, eine Leselampe und sogar kostenloses WLAN. Außerdem wurden 2 Croissants, ein süßes Stückchen und eine kleine Flasche Wasser verteilt und es wird mit Anschnallgurten geworben. Mit an Board war ein englischsprachiger Tourguide der uns alles erklärte. Die Fahrt sollte 7 Stunden dauern und wir würden zweimal anhalten. Leider gab es im Bus keine Toilette und die Steckdosen waren sehr wackelig, aber die Klimaanlage war sehr gut. Wir waren in dem großen Bus nur ca. 15 Leute und hatten allen Platz der Welt.

Als ich im Bus saß konnte ich überhaupt nicht glauben, dass ich das alles in 4 Stunden geschafft hatte. Wie ist mir ein absolutes Rätsel und ich hatte mir schon Tage vorher den Kopf darüber zerbrochen. Mir fiel ein großer Brocken vom Herzen.
Der erste Stopp war nach ca. 2 Stunden zur Ausreise aus Vietnam. Wir mussten im Vorfeld ein Ausreiseformular ausfüllen und unsere Pässe beim Guide abgeben. Wir wurden aufgefordert unsere Wertsachen mitzunehmen und geschlossen in das Gebäude zu gehen. Keiner außer unserem Bus war da und es ging sehr schnell. Nacheinander wurden unsere Namen aufgerufen, wir kamen nach vorne und bekamen einen Ausreisestempel. Bei mir machten sie ein Drama wegen meiner Visa-Überziehung und der Tourguide fragte mich viele Fragen und warum ich das denn gemacht hätte. Ich erklärte ihm, dass ich Vietnam so mag. Dumme Frage. Er war richtig genervt. Zum Glück war es wirklich damit getan, dass ich die 30$ bezahlte und dann durfte auch ich das Land verlassen.

Bilder an der Grenze allerstrengstens verboten. Darauf wurde ich oft hingewiesen

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Wir fuhren noch eine weitere halbe Stunde bis wir die Grenze zu Kambodscha erreichten. Diese macht um 18 Uhr zu, aber bis dahin war noch viel Zeit. Hier dasselbe Spiel: Wir waren die Einzigen, mussten in verschiedenen Reihen anstehen und da ich bereits vorbildlich mein eVisa beantragt hatte kam ich gleich dran und zahlte auch nichts mehr, weil das alles online ging. Hier erneut Tam Tam. Wegen meinem Umlaut in meinem Nachnamen (ä), dachte der unfreundliche Mensch am Schalter da wäre ein Rechtschreibfehler. Damit machen die keine Witze. Mit Händen und Füßen und deuten auf seine Tastatur versuchte ich ihm die Geschichte mit ae anstelle von ä zu erklären, aber er verstand das nicht. Bin ich hier die erste mit einem Umlaut im Namen? Dieses Problem hab ich aber öfter, ich bin’s gewohnt. Nach einer Ewigkeit kam er wieder und ich bekam endlich den Einreisestempel. Auch der Guide war wieder nicht gut auf mich zu sprechen.

Wieder Bilderverbot – mir egal !

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Im Internet stand, dass man sein ganzes Gepäck zur Kontrolle über die Grenze tragen muss, aber davon wollte hier keiner was wissen.
Statt dessen konnten wir in einem guten Restaurant mit normalen Preisen neben dem Duty free Shop essen.

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Bus

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Somit war das Horrorszenario Grenzübergang aus meinem Kopf gebannt und einfacher hätte es wohl nicht gehen können. An jedem Flughafen ist das komplizierter.
Der Guide gratulierte uns, dass wir nun in Kambodscha wären. Hinter mir saßen 3 Engländer mit denen ich mich die ganze Zeit super unterhielt und auch sonst waren wir nur Touris im Bus. Die Straße in Kambodscha ist sehr schlecht und total ruckelig und der Fahrer machte mich verrückt, obwohl fast kein Verkehr herrschte. An die Süd-Ost-Asiatische Fahrweise kann und will ich mich nicht gewöhnen. Wegen dem starken Regen war es Mittags noch sehr überflutet und ich hoffte der Regen würde verschwinden.

Bilder: Facebook

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Nach ziemlich genau 7 Stunden erreichten wir dann Phnom Penh und ich schnappte mir gleich ein Tuk Tuk. Diese sind die beste (wenn auch nicht Sicherste) Erfindung in Süd-Ost-Asien. Motorräder ziehen ein Gespann wo ca. 4 Leute reinpassen. Von 5$ konnte ich auf 3$ runter handeln, aber das war bestimmt noch zu viel. Vietnam hat keine Tuk Tuks und ich habe es total vermisst ! Der Fahrer der gut englisch konnte, fand das Hostel ewig nicht und wollte mir eine Stadtrundfahrt andrehen. Ich fragte einfach Leute nach dem Weg und guckte auf die Straßenschilder bis wir es fanden. Er sagte, wenn ich ihn morgen nochmal buchen würde könne er sich seine Englischschule leisten und gab mir seine Nummer. Mir fiel gleich auf, dass hier im Gegensatz zu Vietnam fast keiner einen Helm trägt und der Tuk Tuk Fahrer musste 6$ Strafe zahlen, weil er ohne erwischt wurde.

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Das Hostel „Base Villa“ das Lena rausgesucht hatte, sah im Dunkel sehr schön aus und hat einen Pool. Lena kenne ich von Zuhause vom Reiten und sie kommt ursprünglich aus meinem Nachbardorf, deswegen sah man sich immer auf vielen Festen und Reitturnieren. Als sie vor ein paar Monaten hörte, dass ich nach Kambodscha will, buchte sie einen Flug, was ich total cool fand. Schon die ganze Zeit freute ich mich auf sie und wo es erst noch 90 Tage waren, ist sie jetzt schon da. Sie kam wenige Stunden vor mir mit dem Flieger aus Deutschland hier an. Lena war auch schon mal in Süd-Ost-Asien und Australien und kennt sich mit dem Reisen aus.
Als ich ins Zimmer kam, freuten wir uns total uns zu sehen. Außerdem hatte sie mir meine GoPro Hero 4 und mein neues Objektiv mitgebracht, das ich übers Internet gekauft hab und nach Hause schicken ließ.
Wir beide hatten Hunger, bestellten Essen im Hostel und stießen ganz traditionell mit ein paar Bier auf die deutsche Wiedervereinigung an. Wir hatten uns sehr viel zu erzählen und es war ein witziger Abend unter Schwaben. Ich glaube das werden coole kommende Wochen. Wir redeten bis wir uns nicht mehr wach halten konnten und ins Bett gingen.

Liebe Grüße aus Kambodscha
Nadine

Problems

Dienstag, 07.06.2016

Um halb 7 war ich gerichtet und hatte alles gepackt und musste warten, bis es um 7 Frühstück gab. Mein Plan war den Bus von hier (Da Lat) nach Ho Chi Minh zu nehmen. Dieser fährt jede Stunde, 24h am Tag. Von Yvonne, meinem vorherigen Travelmate, wusste ich, dass ich mein Motorrad mitnehmen kann und auch der coole Hostelbesitzer hatte das am Vortag nochmal abgeklärt.
Es war nicht weit zur Busfirma und ich hatte viel Zeit bis der 8 Uhr Bus fuhr. Die Dame am Schalter konnte fast kein Englisch und sagte es sei nicht möglich mein Motorrad mitzunehmen. Ich rief dem Hostelbesitzer an, der netterweise alles übersetzte. Mir wurde gesagt ich solle zum Hauptbüro fahren. Dieses war 10 Min. weg und langsam kam ich unter Zeitdruck. Emma und ich flogen dort hin und am Schalter sagte ich, ich bräuchte ein Ticket für Emma und mich. Zwei Minuten später hatte ich ein Ticket und schob mein Bike zum Bus. Das ging ja einfach. Leider zu früh gefreut. Die Männer guckten mich an als würde ich spinnen. Mit wilden Gestiken machten sie mir klar ich könne mein Bike nicht mitnehmen. Das zweite Mal rief ich den Hostelbesitzer an der dolmetschte. Auch er sagte es sei nicht möglich Emma mitzunehmen. Die ganze Zeit ging es doch auch noch?! Das versuchte ich in einer endlos langen Diskussion den Leuten zu vermitteln. Natürlich war der Bus zwischenzeitlich schon weg. Irgendwann sagte eine Frau ich könne jetzt fahren und mein Bike würde übermorgen oder morgen mit einem Anhänger nachkommen. Ich machte ihr klar, dass ich nicht vor Emma los will um sicherzustellen, dass alles klappt und ich sie auf jeden Fall morgen bräuchte. Außerdem bin ich in Ho Chi Minh ohne mein Bike aufgeschmissen. Sie gab mir einfach ein Ticket für 9 morgens, was wieder zu Diskussionen führte. Die Leute hier machen mich verrückt. Ein Mann nahm es in die Hand, kassierte mir 12 Euro für Emma ab, gab ihr einen Aufkleber und mir ein Ticket für 1 Uhr nachts. Na also! Warum denn 2 Stunden vertrödeln, wenn alles so einfach ist? Das ist eben Süd-Ost-Asien.
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Nur musste ich irgendwie zurück zum Hostel kommen, denn Emma musste ich dort lassen. Da hatte ich schon einen ganzen Tag mehr im tollen Da Lat und war nicht mal mobil. Leider fand ich kein Taxi und schrieb den Jungs, aber die schliefen noch. Nach einer Ewigkeit Warten brachte mich ein Taxi zum Hostel, denn zum Laufen wäre es zu weit gewesen.
Das Gepäck konnte ich dort lassen und sogar für den Mittag kostenlos mein Bett wieder beziehen.
Welshy wachte irgendwann auch auf und wir saßen eine Weile in der Lobby und quatschten bis er los zog um Bewerbungsgespräche zu führen.
Mein Magen machte wieder Probleme und ich wollte ein bisschen schlafen. Tom und Ciaran kamen gerade vom Canyoning zurück und freuten sich total mich zu sehen. Sie sprangen auf mein Bett umarmten mich die ganze Zeit und sagten sie hätten mich vermisst. Das fand ich süß. Sie meinten ich solle einfach doch mit ihnen nach Ho Chi Minh reisen. Hä? Gestern hörte sich das noch anders an. Das war aber wohl gar nicht von ihnen ausgegangen wie ich dann erfuhr. Zu spät, mein Bus war gebucht.
Die beiden wollten mich an diesem Tag mit auf eine Stadttour nehmen. Mir gings zwar immer noch nicht gut, aber da man sich in seinem zweiten Leben selbst bemitleiden kann, ging ich mit. Wir fuhren nochmal bei Tageslicht zur Labyrinthbar. Ein Franzose, eine Schottländerin und eine Amerikanerin vom Hostel gingen mit. Diese fuhren zu 3. auf einem Roller was super witzig aussah. Bei Tag sieht das 100 Roofs Cafe noch viel besser aus als bei Nacht. Da sieht man die Gemälde an der Wand besser. Wie Irre rannten wir wieder durch die Gänge und hatten Glück, denn diesmal war der berühmte „Secret-Garden“ (geheimer Garten) offen. Dieser sah aus wie in einem Film, alles war verwuchert und verwachsen und er ist kilometerlang. Tom und die Amerikanerin schafften es sogar über den Zaun auf die andere Seite zu klettern, wo es noch ein verstecktes Gebäude gab. Wir hatten viel Spaß und fuhren dann zurück ins Hostel.
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Die anderen gingen alle mit dem Hostelbesitzer mit zum Markt um Gemüse fürs Abendessen zu kaufen. Ich blieb im Hostel und wartete.
Der Hostelbesitzer erklärte uns alles und so standen ca. 15 Backpacker in der Küche und kochten zusammen. Das war spaßig und es gab Reis, Chicken, Suppe, Tofu und Gemüse. Es hatte noch zwei andere Vegetarier und so war ich nicht die Einzige.
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Die anderen wollten noch feiern gehen und da ich viel Zeit hatte bis mein Bus fuhr, schloss ich mich an. Zuerst gingen wir schon das Dritte mal ins 100 Roofs Cafe (dort kennt man uns schon) wo wir gemütlich zusammen saßen.
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Die anderen wollten unbedingt in eine Karaokebar. So liefen wir bei Regen durch die ganze Stadt bis wir eine fanden. Leider war das nicht so wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir hatten einen Raum mit Bad wo es aussah wie in einem Hotelzimmer. Es gab einen großen TV ein Sofa und man konnte aus vielen verschiedenen Songs wählen. Die Angestellten kamen mit einem Obstkorb und Getränken. Ich fand das total cool, aber die anderen wollten was geselligeres. Ciaran und Welshy gingen noch in einen Club aber dafür war ich nicht passend angezogen. Die anderen hatten keine Lust und so liefen wir zurück zum Hostel.
Tom kam eine halbe Stunde später und fragte, ob ich Lust auf einen Nightdrive (Nachtfahrt) hätte. Das haben wir schon oft gemacht und solange ich nicht selbst fahren muss ist das super. Die Amerikanerin kam mit ihrem Roller mit und wir fuhren einmal durch die Stadt. Sollte ich mal wieder auslassen, dass wir in Flip Flops und ohne Helme auf den Bikes saßen? Gut, dass ich Tom vertraue. Wir fuhren am Club vorbei wo Welshy und Ciaran waren und ich rannte rein und sagte hallo. Die beiden waren sehr erstaunt mich zu sehen und waren in dem menschenleeren Club wild am Tanzen.
Das war eine schöne Nachtfahrt und es war witzig. Ich schlief schon auf dem Sofa in der Lobby ein und es waren noch eineinhalb Stunden bis der Bus kam.
Pünktlich um halb 1 holte mich ein kleiner Minivan ab in dem wir zusammengepresst wie in einer Ölsardine saßen. Zum Glück war der Nachtbus dann aber derselbe wie die anderen beiden Male und groß und komfortabel. Ich war die einzige Touristin und der Mann neben mir war mir ein bisschen suspekt, weshalb ich meinen Rucksack an mich kettete.
Der Bus war noch nicht mal los gerollt, da schlief ich tief und fest. Wenigstens der Fahrer sah diesmal vertrauenswürdig aus.
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Liebe Grüße von der letzten Nacht in Vietnam
Nadine

Apologies

Hallo liebe treuen Leser,

sorry, dass ihr schon so lange nichts mehr von mir gehört habt. Ich bin gerade, sagen wir mal, ein bisschen unpässlich.

Ich versuche auf jeden Fall heute gegen später wieder einiges aufzuholen. Viele haben ja schon nach neuen Einträgen gefragt.

Danke für euer Verständnis!

lg Nadine

Are you serious?

Montag, 06.06.2016

An diesem Tag waren alle faul und da mein Körper nicht ausschlafen will, war ich um 6 hellwach. Es gab bis um 9 Frühstück und da ging ich allein hin, weil noch keiner wach war.
Niemand kam in die Gänge und wir machten gar nichts. Sehr schade, denn in dieser Stadt gibt es super viel zu sehen und zu machen.
Tom, Ciaran, Welshy und ich fuhren los in die Werkstatt. Die anderen ließen ein paar Kleinigkeiten reparieren und ich ließ das Öl wechseln und meine Elektrik reparieren. Für 8 Euro auch noch im Budget. Von der Werkstatt aus liefen wir zu einem guten italienischem Restaurant, wo wir uns eine Pizza gönnten. Manchmal muss man einfach beschummeln und sich westernfood gönnen.
Ganz nebenbei und mehr als Spaß verkündeten die Jungs mir, dass sie nun keine Mädels mehr dabei haben wollen und unter sich bleiben. Natürlich konnte ich das erst nicht glauben, weil die alle immer so viel rum spaßen. Leider war das kein Witz. Ich war sehr schockiert und fande es nicht gut, dass sie mir das nicht gleich gesagt hatten und vor allem nicht direkt. Meine Stimmung war danach nicht gerade euphorisch und ich fragte mich wie ich alleine die 7 Stunden Fahrt meistern sollte.
Zurück im Hostel legte ich mich erstmal aufs Bett und überlegte hin und her wie ich das am besten anstellen sollte.
Als ich mich wieder gefangen hatte, sagte ich den Dreien meine Meinung. Sonst reden sie auch über alles und mir können sie nicht sagen, dass wir nicht mehr zusammen reisen können. Natürlich kann ich sie verstehen nachdem was die letzten Tage (vorallem mit Athena) vorgefallen war. Trotzdem nicht nett, dass sie mich so im Stich lassen kurz vor der letzten Etappe.
Die Vietnamesen mit denen wir am Vortag zusammen gesungen hatten arbeiten alle in einem Restaurant und sagten wir sollen dort hin zum Essen kommen. So fuhren wir dort mit den Bikes hin und ich saß bei Tom hinten drauf. Das Restaurant ist koreanisch und super nobel und schön. Auf unserem Tisch hatten wir eine große Grillplatte. Unsere neuen Freunde waren alle gute Bedienungen und kochten das Gemüse und Fleisch auf dem Grill. Sie machten sogar ein Feuer und das sah richtig cool aus und gab viel Wärme ab. Ich bekam Spaghetti Carbonara ohne Speck und das war das beste was ich gegessen hab. Wir machten aus, dass wir uns nach ihrem Feierabend wieder zum Singen treffen wollen.
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Im Hostel chillten wir mit den anderen bis wir den Anruf bekamen, dass wir los können. Welshy blieb im Hostel und Tom, Ciaran und ich fuhren los. Wir saßen wieder in dieser Art Park und hatten richtig viel Spaß. Leider fing es an zu regnen und wir gingen in eine Shoppingmall. Dort wurden wir aber vom Security rausgeworfen.

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Im strömenden Regen fuhren wir ins Hostel zurück und ich war froh, bei Tom auf dem Motorrad zu sitzen. Wir kamen patschnass an und unsere Freunde waren auch mitgekommen. Leider mussten wir im Hostel leise sein, weil es schon nach 12 war, aber wir spielten Karten, der eine konnte Tricks und es war sehr nett.
Trotzdem schlief ich mit dem Gedanken ein, dass ich keine Ahnung hatte wie ich allein nach Ho Chi Minh komme.

Liebe Grüße aus dem tollen Da Lat
Nadine

Perfect Motorbiketour

Sonntag 05.06.2016

Wie immer war ich um 7 gerichtet und hatte gefrühstückt und der Rest schlief noch tief und fest.
Der Tag fing sehr schlecht an und die Stimmung war auf dem absoluten Tiefpunkt. Hinzu kam auch noch, dass Athena und ich irgendwas falsches gegessen hatten und uns abwechselten ins Bad zu rennen. Die Jungs wollten uns so gar nicht mitnehmen, weil sie meinten das hat keinen Wert und schon gar nicht in der Sonne. Ich muss aber nun einfach nach Ho Chi Minh kommen und deswegen musste ich halt die Zähne zusammen beißen. Außerdem ist alleine zu reisen nun absolut keine Option mehr für mich nach den Startschwierigkeiten und nachdem was mit Ciaran war.
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Keiner wollte Athena mitnehmen und die Jungs meinten ich soll das machen. Da ich aber sowieso keine Kraft hatte und es mir nicht gut ging, hielt ich das für keine gute Idee. So musste Tom wieder her halten und zu Zweit fahren. Athena wollte sogar, dass Tom und ich unsere Motorräder tauschen, weil sie meins bequemer findet. Ne also ich fahr mit meinem eigenen Bike.
Unsere Stimmung wurde ganz schnell wieder aufgeheitert. Nach dem Tanken verloren wir zwar Welshy und fanden ihn lange nicht mehr, aber als wir wieder komplett waren, wurde alles besser. Die Straße war das eindeutige Highlight dieser Motorradreise durch Vietnam. Die ganze Zeit Bergstraßen, viele Kurven und Sonne pur. An diesem Tag fuhren wir noch gestörter als sonst schon. Man hätte meinen können, wir werden von den Affen gejagt. Tom fuhr mir Athena hinten drauf so sauber durch die Kurven, dass ich sehr beeindruckt war. Wir pretschten durch die Kurven, sodass unsere Fußrasten schon am Boden schliffen und kannten keine Gnade. Außerdem war nicht viel Verkehr und man musste nicht ständig auf Busse oder LKWs achten die auf der eigenen Fahrbahn überholen. Welshy kam nicht mehr hinterher, aber wir warteten immer wieder. Zuhause bin ich immer die Langsamste und hier fahr ich allen davon. Leider geht die Elektronik bei Emma immer noch nich wieder und ich muss sie immer mit dem Kickstarter anwerfen. Am Anfang mühte ich mich echt ab, aber mittlweile geht es schon um einiges einfacher. Manchmal vermisse ich echt mein Motorrad von Australien oder das von Zuhause.
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Man merkte wie es in den Bergen deutlich kühler wurde und es waren dunkle Wolken zu sehen. Dann fing es sehr heftig an zu regnen. Ich packte gleich meinen Poncho aus, aber der war mittlerweile schon so in Mitleidenschaft gezogen worden, dass er nichts mehr half. Dafür packte ich meinen Rucksack in den Poncho, weil ich Angst um meine Elektrogeräte hatte. Am Anfang verfluchte ich den Regen, aber als ich bis auf die Socken nass war machte es sowieso nichts mehr. Wie immer im Regen sahen wir nichts, es war wie Nadeln im Gesicht und die Straße war rutschig. Dadurch ließen wir uns die Fahrt nicht verderben und hatten Spaß wie kleine Kinder. Das war nicht ganz ungefährlich, weil die Straße zwar im großen und ganzen gut war, es aber immer wieder überdimensionale Löcher hatte. Als man diese sah war es zu spät um auszuweichen. Drei Mal sah ich nur noch ein sehr tiefes Loch von mir und bereitete mich schon auf den Fall vor. Bis auf einen Schlag vom aufsetzen passierte aber gar nichts. Mann hab ich schon wieder Dusel! Unterwegs wurden wir immer wieder trocken, wieder nass und trocken. Es war nur sehr kalt und wir froren. Trotz Fotopausen waren wir schon nach dreieinhalb Stunden in Da Lat. Jeder sagte uns wir würden mindestens 4 brauchen und Deutsche die wir getroffen hatten, haben 8 Stunden gebraucht. Das war definitiv die beste Fahrt bisher und wir hatten so viel Spaß. Nun bin ich richtig froh, dass ich nicht „aufgegeben“ habe und Emma behalten als es die Startschwierigkeiten hatte. Mit diesem Land ist es eine richtige Hassliebe. An einem Tag verfluche ich alles, will schnellstmöglich weg und finde es doof und am nächsten Tag könnte ich mir vorstellen hier zu leben und werde traurig wenn ich daran denke zu gehen. Das hatte ich bisher noch mit keinem Land.
In Da Lat machten wir einen Stopp in einem Cafe um nach einem Hostel zu suchen. Ciaran war schon in einem Hostel und dort wollten wir auch hin. Wir froren total, es war kalt und unsere Klamotten von oben bis unten triefnass. Ich zog meine Schuhe aus und das Wasser floss raus. Es fing wieder an zu regnen, als wir los fuhren. Zum Glück war es nicht weit. Das Hostel Tays Backpackers gibt es erst seit 7 Wochen und gehört einem 25 jährigem Vietnamesen. Dieser empfing uns super freundlich und das Hostel ist nett.
Als wir Ciaron sahen gab es eine herzliche Gruppenumarmung und wir freuten uns wieder vereint zu sein. Im Regen liefen wir nach einer warmen Dusche los, um die Stadt Da Lat anzuschauen. Diese mittelgroße Stadt war mir gleich super symphatisch und hier sieht es sehr schön aus. Von zwei Deutschen im Hostel hatten wir den Tipp für ein vegetarisches Restaurant bekommen. Den Jungs machte es nichts aus mal auf Fleisch zu verzichten und wir liefen dort hin. Es schmeckte gut und wir genossen das Essen.
Zurück im Hostel lernten wir einige andere Backpacker kennen und saßen gemütlich zusammen. Das Bier war mit 40 ct pro halbem Liter sehr günstig und das nutzten die Jungs ordentlich aus. Der Besitzer vom Hostel kam mit uns mit zum Feiern. Er brachte uns in das berühmte 100 Roofs Cafe. Diese Bar die von einem Student designed wurde ist wegen ihrer Architektur so bekannt. Überall stehen Statuen, alles ist aus Stein, es ist schön angemalt und es sind Figuren in die Wände gemeiselt. Wir waren noch nicht mal richtig drin, da rief jemand: Maze! Und alle rannten durcheinander in verschiedene Richtungen. Während dem Laufen fragte ich Tom was ein Maze sei. Er sagte das ist sowas wie ein Labyrinth nur mit vielen Wegen und unterschiedlichen Ein- und Ausgängen und man läuft rum und sucht seinen Weg. Diese Bar ist riesig groß und es ist super einfach sich nach ein paar Metern zu verlaufen. Es sieht aus wie in einem Gewölbekeller und man sieht nichts. Wir hatten unsere Handytaschenlampen und fanden überall versteckte, kleine Räume und noch mehr Gänge. Teilweise muss man krabbeln, klettern und sich bücken und oft geht es kleine, schmale Leitern hoch. Das war so ein gigantisches Erlebnis und super spaßig. Ewig irrten wir in den Tunneln herum bis wir uns alle wieder fanden. Die Bar hat 4 Stockwerke und in jedem gibt es eine Theke.
Anschließend zeigte der Hostelbesitzer uns Da Lat bei Nacht. Wir liefen um den See und sahen einiges von der Stadt. Diese ist wunderschön und sehr sehenswert bei Nacht. Wir waren in einer Art Park und junge Vietnamesen saßen dort und sangen. Einer hatte seine Gitarre dabei und sie hatten viel Spaß. Da ich nicht schüchtern bin, setzte ich mich einfach in den Kreis. Die Vietnamesen die alle in unserem Alter waren, freuten sich total und konnten alle englisch. Sie hatten die Liedtexte auf ihren Smartphones. Neben wunderschönen vietnamesischen Liedern konnten sie auch sehr viel englische Lieder. Die jungen Leute haben alle wahnsinnig gute Stimmen und ich bekam Gänsehaut. Als wir lauthals Justin Bieber Songs sangen, kamen auch die Jungs dazu und machten mit. Wir bekamen Snacks angeboten und fühlten uns total Willkommen. Stundenlang saßen wir da mit unseren neuen Freunden sangen, hatten Spaß und diesen Abend werde ich ebenfalls lange in Erinnerung behalten. Musik verbindet eben und es ist faszinierend, dass die ganze Welt Lieder wie Wonderwall mitsingen kann.
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Erst spät liefen wir zurück zum Hostel und schliefen glücklich und zufrieden ein.

Liebe Grüße von Da Lat
Nadine

Where is he?

Samstag, 04.06.2016

Mal wieder war ich die Einzige die früh aufstand und obwohl ich Athena um 15 nach 8 schon weckte, war sie um 9 immer noch im Bett. Die anderen machen sich immer lustig und sagen ich habe eine viel zu Deutsche Denkweise, aber in den wenigen Tagen die ich noch hier bin will ich nicht ständig auf andere Leute warten müssen. Das nervt und wenn man ausmacht man fährt um 9 los und es dann nach 10 ist, ist das nicht cool. Außerdem will ich das Erlebnis mit der Nachtfahrt nicht mehr wiederholen. Bis wir alle ein Restaurant zum Frühstücken gefunden hatten und los konnten war es mal wieder nach 11.
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Das Tagesziel war das 245 km entfernte Da Lat. Laut GoogleMaps sollten wir dafür 5h brauchen, aber da kann man locker 2-3 dazu rechnen bei diesen Straßen und so schnell sind unsere Motorräder auch nicht. Wir suchten meinen MP3 Player, aber fanden ihn leider nicht mehr.
Die Strecke war super, das Wetter perfekt und die Stimmung bestens. Wir machten wieder ordentlich quatsch und mittlerweile läuft meine Lemon (Emma) so gut, dass ich nicht mehr bei jedem Kilometer Angst habe, dass sie den Geist aufgibt. Am heutigen Tag gings mal nicht nur am Highway entlang, sondern an schönen Felswänden und grünen Reisfeldern vorbei. Diese waren vom heftigen Regen am Vortag ordentlich geflutet. Für Motorradfahrer war diese Strecke perfekt, denn es gab viele Kurven und es ging bergauf und bergab. Emma überholt am Berg immer alle und ich bin stolz auf mein Mädchen. Die Aussicht war mal wieder zum Schwärmen und mir gehen langsam die Superlative aus. Man hatte einen genialen Blick aufs Meer und landschaftlich war dieser Abschnitt definitiv einer der besten. Ciaran und ich überholten viele LKWs und fuhren den anderen davon. Wir rasten mal wieder wie gesengte Säue, aber langsam fahren macht ja keinen Spaß. Wenn ich Kurven sehe, kann ich mich einfach nicht mehr beherrschen. Sorry liebe Eltern, wenn ich euch immer so große Sorgen bereite und in Schrecken versetze, wenn ich euch von meinen Abenteuern berichte. Mir geht es gut und ich passe auf mich auf 😉
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Ciaran und ich warteten am Ende des Berges und die anderen kamen einfach nicht. Wir machten uns Sorgen und wollten umdrehen, als Tom und Athena an uns vorbeifuhren. Zum Glück kam Welshy auch noch hinter. Wir verloren gleich danach Tom und Athena, die erst viele Kilometer später auf uns warteten.
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Der Zweite Abschnitt war auf dem Highway und irgendwie verloren wir nun auch noch Ciaran.
Athena hatte keine Lust mehr bei Tom hinten drauf mitzufahren, weil sie Stress hatten und setzte sich bei mir drauf. Da sie sich aber ständig bewegt und rumzappelt ist es nicht so einfach für mich mein Motorrad zu halten. Vor allem in den Kurven ist es echt schwierig mich auszutarieren. Dann hatten wir auch noch beide Rucksäcke auf dem Rücken, es war sowieso schon heiß und Platz hatte ich auch nicht. Irgendwie doof, dass ich erst sage sie kann nicht bei mir mitfahren, weil ich nicht gerne zu zweit fahre und es dann doch an mir hängen bleibt.
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In der Stadt Nha Trang die bekannt dafür ist, dass es viele Russen gibt, hielten wir an um eine Kaffeepause zu machen. Diese Stadt am Meer ist schön und wir blieben eine Weile. Leider hatten wir immer noch nichts von Ciaran gehört und machten uns Sorgen. Da es große Gewitterwolken am Himmel hatte, Regen vorausgesagt war und es laut Navi immer noch 3 Stunden und 135 km bis nach Da lat waren, mussten wir wohl oder übel in dieser Stadt übernachten. An sich nicht schlimm, aber ich habe ja sowieso schon keine Zeit mehr. So fuhren wir zu einem Hostel, das wir sehr lange nicht fanden und 100 Mal im Kreis irrten. Dort wurde uns erklärt, dass alle Klimaanlagen kaputt seien und sie erst repariert werden müssten. Zum Glück gab es aber ein Partnerhostel und ein Mann fuhr vorne draus um uns den Weg zu zeigen. Das iHome ist ein super schönes, freundliches Hostel und wir konnten gleich in ein 6 Bettzimmer einchecken. Unsere Motorräder sollten wir in einem Haus um die Ecke parken. Wiedermal verfuhren wir uns bis wir es fanden. Von Ciaran gab es immer noch kein Lebenszeichen.
Welshy und Athena wollten nur kurz ihre Wäsche weg bringen und dann wieder kommen. Tom und ich warteten und warteten. Es gab eine Stunde Freibier im Hostel und in den letzten 10 Minuten gingen Tom und ich auf die Dachterrasse um das auszunutzen.
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Über 2 Stunden später kamen Welshy und Athena wieder und wollten unser Bier klauen. Nene, so nicht. Wir waren schließlich die ganze Zeit da. Die Stimmung war sehr gekippt, weil wir eigentlich zusammen was essen gehen wollten, aber die beiden ja bereits waren und Tom und ich so lang warteten.
Tom ist sehr gut im Billard spielen und ich bin der schlechteste Spieler der Welt. So zeigte er mir wie es richtig geht und ich wurde immer besser. Es machte Spaß und war super witzig.
Tom und ich saßen danach ewig im Zimmer und redeten über Gott und die Welt. Es ist immer richtig gut und total inspirierend sich mit so vielen Leuten auszutauschen und man kann immer was mitnehmen. Das werde ich am Reisen definitiv vermissen. Man hat immer jemand zum Reden und es wird nie langweilig.
Leider fehlte immer noch jede Spur von Ciaran, er war seit 8 Stunden nicht mehr online und es war bereits 8. Tom und ich waren schon drauf und dran zurückzufahren und nach ihm zu suchen, als er schrieb. Er hatte sich verfahren, dachte wir fahren den ganzen Weg bis nach Da Lat und sein Motorrad gab den Geist auf. Er verirrte sich in den Bergen, hatte keinen Akku, kein Ladekabel, sowieso kein Internet und musste sein Motorrad reparieren lassen. Es war dunkel, sein Licht ging nicht und es schüttete aus Kübeln. So schob er sein Bike in der Finsternis zum nächsten Mechaniker, ließ es richten und checkte in ein schäbiges, teures Gästehaus in den Bergen ein. Somit war er schon fast in Da Lat und wir machten aus uns dort am nächsten Tag mit ihm zu treffen. Das andere Problem war auch, dass Tom Ciarans ganzes Geld hatte. Zum Glück hatte er noch 50 Euro dabei die er sich wechseln lassen konnte und er kaufte ein Ladekabel. Außerdem hatte er Athenas Backpack und Tom hatte seinen Backpack, weil das einfacher zu transportieren war. Athena hatte nun also einen Rucksack mit Männerklamotten und Ciaran einen mit Frauenklamotten. Der arme Ciaran. Wir hatten alle Mitleid mit ihm.
Die Stimmung war immer noch sehr gekippt und der Fakt, dass wir alle Ciaran vermissten machte es nicht wirklich besser.
So schliefen wir alle mit gemischten Gefühlen ein.

Liebe Grüße von Nha Trang
Nadine

Highway Speeding

Freitag, 03.06.2016

Geplant war, dass wir um 7 los kommen, aber natürlich klappt das mit 5 Leuten nie. Zumal Tom und Athena einfach nicht aus den Federn kommen. Trotzdem war ich erstaunt, dass wir um halb 8 schon auf den Bikes saßen.
Gleich an der ersten Kreuzug verloren wir uns bereits. Ciaran und ich suchten die anderen, aber keine Spur. Wir setzten uns in ein vietnamesisches Restaurant und schrieben den anderen eine Nachricht. Ich stellte mich an die Ecke und nach viel hin und her und nachdem die anderen noch ein paar mal vorbeifuhren, fanden wir uns. Wie immer gibt es hier nichts vegetarisches, aber ich bekam Nudeln und machte Sojasoße drüber. Da ist oft Fisch drin, aber in dieser zum Glück nicht. Die anderen hatten eine Suppe mit undefinierbarem Fleisch das dunkelbraun war.
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Endlich konnten wir los und machten wieder „Highway-Speeding“. Das gefällt mir nicht so und ich hätte mir meinen Motorradtrip nicht so vorgestellt, dass ich mit Vollgas die Autobahn runter brettere. Wir würden alle gerne wissen wie schnell wir fahren, weil es sich super schnell anfühlt. Leider funktioniert bei fast keiner Honda Win in Vietnam der Tacho und so hat man überhaupt kein Gefühl dafür. Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es hier aber ja sowieso nicht. Ich bin heilfroh, dass mein Motorrad am Anfang alle Probleme hatte und Emma jetzt am besten von allen rennt. Die anderen haben immer irgendwelche Zipperlein und Emma ist zuverlässig und fährt allen davon (*aufHolzklopf*).
Die Landschaft ist trotzdem schön und die Jungs sind so cool, dass wir viel Spaß hatten. Wir machen ständig quatsch, Athena und ich halten Händchen und die Jungs machen im Vollspeed Kunststücke auf ihren Bikes. Das ist natürlich nicht ungefährlich und ich frage mich, wann was passiert. An einer Ampel fuhren wir alle gleichzeitig los, Welshy verlor die Balance und wir wären alle fast zusammen gestoßen. Es ist lustig, dass ich die Einzige von uns 5 bin die einen Motorradführerschein hat. Hier wird sowieso kein internationaler Führerschein anerkannt. Außerdem sind Emma und ich wie erwähnt die Schnellsten und ich fahr sehr oft vorne weg. Leider kann ich meine Spiegel nicht so einstellen, dass ich was sehe und muss immer nach hinten schauen. Sehr oft muss ich dann am Rand auf die anderen warten. Deswegen mag ich es lieber in der Mitte zu fahren. Der Tag war abartig heiß und wir schwitzten während der Fahrt. Der Himmel war ohne Wolken und das Grün der Landschaft und das Blau vom Himmel sahen sehr schön aus.
Unterwegs hielten wir in einem schönen Cafe und machten eine lange Kaffeepause.
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Athena hatte im Internet einen Strand rausgesucht wo wir hin fahren wollten. Leider verloren wir Tom und Athena, weil nach einem Tankstopp mein Bike nicht mehr ansprang. Zum Glück war es nur die Elektrik und mit dem Kickstarter ging sie an. Das hieß nun aber auch, dass ich keine Hupe mehr habe. Das ist hier das Wichtigste und ich vermisste den Ton schon schnell. Wir fuhren gerade normal auf dem Highway als wir Rauch sahen. Die rechte Spur war komplett gesperrt und wir mussten auf die Linke ausweichen. Wir sahen eine Feuerwehr und wunderten uns was da los war. Dann das Bild das ich so schnell nicht mehr vergessen werde: Ein brennender Bus ! Bzw. Bus ist eigentlich zu viel gesagt, denn von dem Bus war nicht mehr viel übrig. Er war komplett ausgebrannt und man konnte nur noch ein Eisengestell erkennen. Man sah gar nichts vor lauter Qualm und ich war total geschockt. Es stand eine große Menschenmasse um das Wrack und die Feuerwehr war mitten am Löschen.
Auch ohne Athena fanden wir den Strand, aber der war nichts Besonderes und kein Mensch war da. Wir setzten uns in ein Restaurant in der Nähe vom Strand und die beiden aßen was und dann fuhren wir weiter.
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Leider zeigten sich auf einmal sehr dunkle Wolken und es fing an zu regnen. Das war lustig, denn wir fuhren mit dem Regen mit. Es tröpfelte nur ein bisschen und vor uns war blauer Himmel. Der Regen wurde stärker und der Himmel zog sich mehr zu. Ich packte mein Regencover über meinen Rucksack und die anderen fuhren im T-Shirt weiter und lachten mich wegen meinem Regenponcho aus. Denen wird das Lachen bald vergehen, dachte ich. Zum Glück war der Regen nur mäßig und nicht wie in Hanoi und wir kamen halbwegs trocken nach Tuy Hoa. Tom und Athena hatten wir immer noch nicht gefunden. An diesem Tag waren es dann 280 km, die sich aber nicht so anfühlten wie die 200 km auf dem langen Ho Chi Minh Trail. Das Fahren hat mir an dem Tag nicht so viel ausgemacht.
Wir fanden ein Hotel checkten ein und ich stellte fest, dass ich beim Fahren meinen MP3 Player verloren hatte mit dem ich Musik hörte. Leider fand ich ihn auch nicht wieder. Ich bin echt gut im Verlieren oder Verlegen von Sachen. Das ist total ärgerlich.
Ich traf zwei Deutsche die auch mit dem Motorrad unterwegs sind und wir unterhielten uns super. Wir saßen im Hotelflur und wurden plötzlich nass. Es regnete so heftig, dass ein Bach im Hotel floss. Die Straße war schon längst überflutet und Tom und Athena schrieben, dass sie 2 Stunden entfernt im Regen festsitzen würden. Wir fanden ein Restaurant direkt neben dem Hotel und setzten uns dort rein. Die anderen Deutschen Elias und Hannah sind auch Vegetarier und hier fanden wir tatsächlich was ohne Fleisch.
Anschließend liefen wir zum Supermarkt als der Regen fast weg war. Mir tat mein Fuß nur richtig krass weh, er war geschwollen und ich weiß gar nicht warum. Das machte das Laufen für mich fast unmöglich.
Seit 2 Wochen suche ich nach einer USB Tastatur für meinen Laptop, weil meine nicht mehr funktioniert und ich nun immer über die Bildschirmtastatur schreiben muss was mich wahnsinnig macht und ewig braucht. Erst beim Ausprobieren nah dem Kaufen ist mir aufgefallen, dass es ja eine englische Tastatur ist und somit das y und das z vertauscht sind, es keine Umlaute gibt, usw. Zum Glück funktionieren genau diese Tasten auf meinen Laptop noch und so schreibe ich nun mit 2 Tastaturen.
Die anderen kauften Bier und wir saßen in der Hotellobby und unterhielten uns alle super gut. Hannah und Elias sind echt nett und wir hatten einen schönen Abend. Es war schon 11 als Tom und Athena total durchnässt endlich auch den Weg gefunden hatten. Die beiden taten uns leid. Sie waren fix und fertig und ja auch schon seit halb 8 morgens unterwegs. Sie erzählten, dass sie gerade zu dem Bus gekommen waren, als er anfing zu brennen. Toms Kette sprang vom Bike und so saßen die beiden neben dem Feuer fest. Feuerwehrleute und Menschen rannten panisch um sie rum. Tom hat gesagt er hat einen verbrannten Körper im Bus gesehen und ich hoffte nur irgendwie das die Leute es rechtzeitig aus dem Bus geschafft hatten. Die Statistik der Busunglücke in Vietnam ist sehr hoch und ich kann mir gut vorstellen warum. Das Wort Sicherheit existiert im Wortschatz der Vietnamesen nämlich gar nicht.
Es war nach 12 als wir ins Bett gingen und am nächsten Tag wollten die anderen nicht ganz so früh los.

Liebe Grüße vom Regen
Nadine

Bad dangerous nighttrip on Highway 1

Donnerstag, 02.06.2016

Die Jungs sind echte Langschläfer. Um 7 wollten Ciaran und Tom zum Mechaniker, aber bis sie aufstanden war es 10. Welshy und ich gingen zum Frühstücken und die anderen beiden brauchten ewig. Bevor wir los konnten, mussten wir noch Athena aufgabeln, die in einem anderen Hotel war. Dieses fanden wir ewig nicht und dann war sie auch noch mitten am frühstücken. Bis wir rausfanden, wie wir die Backpacks und Athena verstauen können, war es schon nach 1.
Athena wollte noch schnell ihre Klamotten abholen die sie auf dem Markt schneidern hatte lassen. Das ist hier nämlich sehr günstig. Erst hieß es wir müssten eine halbe Stunde warten. Ständig gab es neue Anpassungen an ihren Kleidern und wir saßen in der Hitze und warteten. Da war natürlich keiner begeistert, zumal wir ja alle los wollten. Irgendwann brachten uns die Schneider Bier, dass das Warten nicht so lang ist. Ich wurde immer ungeduldiger, zumal ich ja sowieso nur noch wenige Tage in Vietnam habe. Nach über zweieinhalb Stunden konnten wir endlich aus Hoi an los und da war es bereits halb 4.
Athena wollte ihren kleinen Rucksack nicht auf dem Rücken tragen und stopfte ihn unter meine Spanngurte. Davon war ich nicht begeistert und stabil sah das auch nicht aus. Ich überholte gerade Tom und Athena, weil ich das Navi an hatte und bei voller Geschwindigkeit fiel der Rucksack raus. Mein Bike kam ins Schlingern und ich hatte sehr große Mühe es aufzufangen. Zum Glück fing ich es und es passierte nichts. Der Rucksack sah nicht mehr ganz fit aus und mir tat es leid. Aber ich hatte sie gewarnt…
Die Fahrt führte uns über den berühmt, berüchtigten Highway 1. Wie bereits erwähnt rät jeder davon ab dort zu fahren, weil es viel zu gefährlich ist. Ich hörte schon von unzähligen Backpackern, dass sie dort Unfälle hatten die teilweise echt heftig waren und mit langen Krankenhausaufenthalten verbunden. Die Entscheidung diesen Highway zu nehmen, bereute ich mit jedem Meter mehr. Es war die Hölle los und man muss immer 100% bei Konzentration sein. Mittlerweile bin ich immer mehr der Überzeugung, dass vor allem die Busfahrer Provision bekommen, wenn sie Zweiradfahrer umbringen. Die fahren auf der Gegenfahrbahn um zu überholen und denen ist es völlig egal, was da kommt. Sehr oft entkamen wir einem Zusammenstoß nur durch sehr schnelles Ausweichen auf den Standstreifen. Man hat nicht mal Zeit zu gucken, ob da jemand neben einem ist. Sehr viele Vietnamesen fahren nur auf dem Standstreifen. Wir fuhren außerdem schnell wie die Irren und kamen irgendwie trotzdem nicht voran. Aber was man hier unter schnell versteht ist Zuhause mit meinem Motorrad doppelt so schnell. Irgendwann blieb Ciaran stehen. Sein Motorrad wollte einfach nicht mehr anspringen. Wir eskortierten ihn auf dem Standstreifen und er joggte wie ein Irrer mit seinem Motorrad. Das ist nun wieder ein großer Vorteil vom Highway. Auf dem Ho Chi Minh Trail gibt es nämlich hunderte Kilometer nichts und hier findet man alle paar Meter Tankstellen, Mechaniker und Restaurants. Ein Rollerfahrer schob Ciaran mit den Füßen an. Nach nur einem halben Kilometer fanden wir eine Werkstatt und eine halbe Stunde später war das Problem behoben.
Ich hatte von Anfang an gesagt, dass ich nicht im Dunkeln fahren will, weil ich da absolut nichts sehe und das Zuhause schon nicht mache. Leider wird es hier um 6 schon dunkel und die anderen wollten weiter fahren. Das war für mich das Schlimmste überhaupt. Das Einzige was ich sah, waren die Scheinwerfer der LKWs und Busse die auf unserer Spur entgegen kamen. Meine Augen brannten vor Anstrengung und ich überlegte mir ernsthaft, ob ich stehenbleiben und auf dem Highway schlafen sollte. Tom sagte ich solle hinter ihm fahren, weil er rechtzeitig bremst und er ein Rücklicht hat. Leider waren sie aber schneller als ich und Welshy und wir verloren die anderen schon bald. Mein Rücklicht funktionierte nicht, obwohl ich es noch einen Tag davor richten habe lassen. Trotzdem fuhr Welshy vor und ich hinterher. Hoffentlich sehen mich die hinter mir, denn auf dem Highway gab es absolut keine Beleuchtung. In meinen Gedanken befürchtete ich schon, nicht in einem Stück ans Ziel zu kommen. Ich weiß nun warum jeder sagt, dass man ja nicht und unter keinen Umständen den Highway 1 fahren soll und man sich umbringt, wenn man da bei Nacht fährt. Man kann es sich einfach nicht vorstellen wie das dort ist, wenn man noch nie dort war. Die Fahrer sind alle lebensmüde. Sehr viele Truckdriver in Vietnam sind zudem drogenabhängig und das merkt man deutlich. Ich frage mich nur immer, ob denen ihr Leben nichts Wert ist. Was mir sehr half: Ich beschimpfte einfach die Fahrer die mich abdängen wollten lauthals. In Englisch und in Deutsch und da waren Wörter dabei die ich hier niemals aufschreiben wollte. Danach fühlte ich mich besser und das war eine gute Idee.
Wir merkten, dass es unmöglich war bis zu unserem Tagesziel zu fahren. So stoppten wir in Quang Ngai und aßen etwas, bzw. Welshy aß etwas. Hier in dieser nicht-Touristenstadt ist es unmöglich was vegetarisches zu finden.
Ich weiß, warum Bernie nicht zu viert reisen wollte, denn es ist sehr anstrengend. Die anderen drei haben keine vietnamesische Simkarte und somit auch kein Internet. Das macht das ganze noch schlimmer. So muss man immer warten bis jemand WLAN findet um sich zu treffen nachdem man sich verloren hat und das nervt. Keiner der anderen meldete sich und wir trafen eine super nette vietnamesische Frau die Hochschwanger war. Sie zahlte sogar Welshys Essen und versprach uns zu einem günstigen Motel zu bringen. Sie fuhr mit dem Roller vorne draus und zeigte uns unseren Schlafplatz. Der Motelbesitzer konnte kein Wort Englisch und zum Glück konnte unsere neue Freundin Englisch. Sie buchte uns zwei Doppelzimmer und managte alles für uns. Ihr war es unangenehm zu sagen und sie flüsterte, dass die Jungs und Mädels in separaten Zimmern schlafen müssen, weil keine von uns verheiratet ist. Wir hatten sowieso ein Mädels und ein Jungszimmer geplant, aber es war echt witzig. Andere Länder, andere Sitten…
Wider erwarten hatten wir den Highwaytrip im Dunkeln also unbeschadet überstanden und meine Erleichterung war unbeschreiblich. Mit den Nerven war ich am Ende und wollte nur noch ins Bett.
Die anderen brauchten ewig um den Weg zu uns zu finden und wir mussten lange auf sie warten. Ich war nicht in der Stimmung, aber die anderen gingen noch weg.
Nach ein paar Minuten bekam ich einen Anruf von Athena die sagte ich solle schnell kommen. Weil ich dachte es sei was passiert, lief ich schnell los, aber wusste nicht in welche Richtung. Als ich aus dem Motel kam, hörte ich schon wo ich hin muss. Ich folgte nur den Stimmen. Meine Travelmates saßen dort nämlich mit einigen Vietnamesen zusammen und sangen Karaoke. Das war total schief, aber super lustig. Es gab sehr viele englische Songs zur Auswahl und man musste über das Handy der Vietnamesen ein Lied wählen. Natürlich war ich auch dabei und es wechselten sich vietnamesische Lieder mit Englischen. Außerdem stellten die Vietnamesen uns eine Kiste Bier hin und das alles kostenlos. Alle paar Minuten stießen sie mit uns an und animierten uns mehr zu trinken. Es war richtig lustig und eine Erfahrung die einmalig ist. Natürlich konnte keiner ein Wort Englisch, aber wir verstanden uns auch ohne Worte. Wir verabschiedeten uns super nett und schüttelten kräftig Hände.
Danach gingen wir in ein vietnamesisches Straßenrestaurant und stießen nochmal an. Meine neuen Travelmates sind auch sehr cool und wir hatten super lustige Gespräche. Es war spät als wir ins Motel zurück kamen und leider trafen wir keinen mehr an. Auch das Tor war verschlossen. Eine Weile mussten wir klopfen bis der Mann uns endlich öffnete.
Wir waren alle super müde auch vom Fahren und schliefen sofort ein.
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Liebe Grüße vom gefährlichen Highway
Nadine

Day at the Beach

Mittwoch, 01.06.2016

Berni erzählte mir, dass es sei Motorrad für einen viel zu niedrigen Preis an einen Mechaniker verkauft hatte. Nun ist damit leider unsere gemeinsame Reise vorüber 😦 Es ist sehr schade, wenn wir waren echt coole Travelmates und hatten eine gute Zeit.
Berni hat somit dann ja auch kein Motorrad mehr und wollte an diesem Tag auch im Homestay bleiben. Ich beschloss mit meinen neuen Travelmates an den Strand zu gehen. Es war nicht abartig viel los und wir nahmen uns eine Liege im Schatten. Wie überall hier wird man damit auch abgezockt und muss den Geldbeutel aufmachen. Genau so wie fürs Parken mit dem Motorrad was echt nervig ist.
Wir waren faul und machten nicht viel. Tom und ich spielten Frisbee im Wasser und es war super lustig. Die Sonne ging schon langsam unter, da waren wir von vielen vietnamesischen Kindern umzingelt. Diese wollten alle mitspielen und auch Erwachsene machten mit. Diese leuchtenden Augen der Kinder die mit voller Faszination und Begeisterung dabei waren, werde ich so schnell nicht vergessen. Ewig lange spielten wir alle zusammen und es gab viel zu lachen, auch wenn wir uns nicht verstanden. Ein Mädchen klammerte sich die ganze Zeit an mir fest. Als eine kleine Krabbe vorbeischwamm, bekam sie Angst und sprang auf meinen Arm. Die Kleine war echt lustig. Wir wollten gerade gehen, als ich die Kanadierin Athena traf die ich von Sapa kenne. Die Jungs kennen sie von Phong Nha. Sie fragte, ob sie mit uns mit kann und ich sagte mit 2 Rucksäcken und 2 Leuten auf dem Motorrad geht das nicht. Tom sagte das sei kein Problem und so reist nun auch Athena ab morgen mit uns. Am Strand kauften wir uns Sonnenbrillen mit UV-Schutz für 4 Euro. Das das funktioniert konnten wir mit einem Bild testen.
Wir fuhren im Dunkeln zurück, richteten uns und Ciaran und Tom nahmen Welshy und mich auf den Motorrädern mit zu der Bar vom Vortag. Dort war wieder nichts los und wir spielten den ganzen Abend Billard. Ich bin sehr schlecht, aber es machte trotzdem Spaß und ich glaube da habe ich gute Travelmates gefunden.
Anschließend fuhren wir wieder in den Club und trafen dort Adam, den ich auch von Phong Nha kenne. Der Abend war mal wieder schön und wir hatten eine Menge Spaß.
Mittags hatte ich mein Gepäck geholt und war ins Viererzimmer der Jungs gezogen, weil das für den Start am nächsten Morgen einfacher ist.

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Zwei neue australische Freundinnen gefunden

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Liebe Grüße vom Strand
Nadine

Stunning Haivan Pass

Dienstag, 31.05.2016

Berni beschloss nun irgendwie doch mitzufahren. Er konnte sein Bike erst um 8 aus der Werkstatt holen. Wir frühstückten gemütlich, denn das Buffet war der Hammer. Es gab alles von Obst, über frisch zubereitete Speisen bis hin zu warmen Essen. Es schmeckte sehr gut und das für diesen Preis. Hier kann man leben wie ein König.
Wie es immer so ist, kamen wir erst um 9 los und das macht mich ganz verrückt. Ich will nicht im Dunkeln fahren und wenn wir eine Panne haben sollten, würde sich alles verzögern.
Das Wetter war wieder ganz auf unserer Seite. Sonnenschein und Hitze.
Auf dieser Strecke war eines DER Highlights für Motorradfahrer in Vietnam. Der berühmte Haivan-Pass. Dieser ist eine 20km langer Wolkenpass und 498 m hoch. Ich hätte es mir nicht so genial vorgestellt. Die Great Ocean Road in Australien war schon sehr beeindruckend, aber das hier war nicht mehr zu toppen. Die ganze Zeit hat man eine gigantische Sicht auf die schönsten Strände und den azurblauen Ozean. Das mit dem eigenen Motorrad zu machen (das funktioniert) ist ein Traum ! Wir genossen jede Sekunde und machten viele Bilder.

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Die Strecke vor dem Haivan-Pass war der berühmte gefährliche Highway 1. Die Straßen sind neu, breit und gut ausgebaut. Es ist nur total langweilig stupide geradeaus zu fahren. Das Gefährliche sind die LKWs und Busse die absolut keine Rücksicht nehmen und einen abdrängen
Der erste Ort den wir erreichten war Danag. Dieses ist sehr groß, aber wir fuhren nur durch. Nach 5 Stunden erreichten wir unser Tagesziel Hoi an. Dort setzten wir uns in ein Restaurant und aßen gutes vietnamesisches Essen.

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Über booking.com hatten wir ein Zimmer in einem Homestay gebucht. Dieses ist außerhalb, aber wunderschön und das Zimmer ist mit 40 m² riesig. Wir haben ja Bikes um in die Stadt zu kommen.

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Die Jungs die ich in Phong Nha kennen lernte, sind auch hier und ich fuhr in ihr Hostel um sie zu treffen. Bernie war noch unterwegs um zu versuchen sein Motorrad zu verkaufen.
Einer der Jungs hatte sein Handtuch am Strand vergessen und Welshy und ich fuhren dort hin um es zu holen. Am Strand war die Hölle los und viele Vietnamesen waren dort. Es war gerade Sonnenuntergang und es sah wunderschön aus.
Die Jungs wollten feiern gehen und ich schloss mich an. Erst gingen wir lecker vietnamesisch essen und dann liefen wir lange bis zur Backpacker-Bar. Dort war überhaupt nichts los und wir waren fast die Einzigen. Welshy aus Wales, Tom aus England, Ciaran aus Irland und ich spielten Billard. Man zahlte einmal 3 Euro und konnte den ganzen Abend trinken wie viel man will. Es war ein total genialer Abend.

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Nachdem Bernie ja jetzt nicht mehr mit mir reist, beschlossen die Jungs und ich zusammen zu reisen. Diese haben auch alle dasselbe Motorrad wie ich.
Wir hatten einen super lustigen Abend und gingen danach noch in einen Club am anderen Ende der Stadt. Der Heimweg war lang und wir mussten durch die halbe Stadt laufen. Da die Jungs ein Viererzimmer haben und ja nur zu dritt sind, boten sie mir an dort zu schlafen. Die Frau die uns die Tür öffnete, meinte, dass ich meinen Reisepass bräuchte, falls die Polizei käme. Leider war dieser an der Rezeption von meinem Homestay. So blieb mir nichts anderes übrig als zurück zu meinem Homestay zu fahren. Die Tür war zum Glück offen, denn Bernie schlief schon.
Müde fiel ich ins Bett und freute mich aufs ausschlafen.

Liebe Grüße von Hoi an
Nadine