Where is he?

Samstag, 04.06.2016

Mal wieder war ich die Einzige die früh aufstand und obwohl ich Athena um 15 nach 8 schon weckte, war sie um 9 immer noch im Bett. Die anderen machen sich immer lustig und sagen ich habe eine viel zu Deutsche Denkweise, aber in den wenigen Tagen die ich noch hier bin will ich nicht ständig auf andere Leute warten müssen. Das nervt und wenn man ausmacht man fährt um 9 los und es dann nach 10 ist, ist das nicht cool. Außerdem will ich das Erlebnis mit der Nachtfahrt nicht mehr wiederholen. Bis wir alle ein Restaurant zum Frühstücken gefunden hatten und los konnten war es mal wieder nach 11.
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Das Tagesziel war das 245 km entfernte Da Lat. Laut GoogleMaps sollten wir dafür 5h brauchen, aber da kann man locker 2-3 dazu rechnen bei diesen Straßen und so schnell sind unsere Motorräder auch nicht. Wir suchten meinen MP3 Player, aber fanden ihn leider nicht mehr.
Die Strecke war super, das Wetter perfekt und die Stimmung bestens. Wir machten wieder ordentlich quatsch und mittlerweile läuft meine Lemon (Emma) so gut, dass ich nicht mehr bei jedem Kilometer Angst habe, dass sie den Geist aufgibt. Am heutigen Tag gings mal nicht nur am Highway entlang, sondern an schönen Felswänden und grünen Reisfeldern vorbei. Diese waren vom heftigen Regen am Vortag ordentlich geflutet. Für Motorradfahrer war diese Strecke perfekt, denn es gab viele Kurven und es ging bergauf und bergab. Emma überholt am Berg immer alle und ich bin stolz auf mein Mädchen. Die Aussicht war mal wieder zum Schwärmen und mir gehen langsam die Superlative aus. Man hatte einen genialen Blick aufs Meer und landschaftlich war dieser Abschnitt definitiv einer der besten. Ciaran und ich überholten viele LKWs und fuhren den anderen davon. Wir rasten mal wieder wie gesengte Säue, aber langsam fahren macht ja keinen Spaß. Wenn ich Kurven sehe, kann ich mich einfach nicht mehr beherrschen. Sorry liebe Eltern, wenn ich euch immer so große Sorgen bereite und in Schrecken versetze, wenn ich euch von meinen Abenteuern berichte. Mir geht es gut und ich passe auf mich auf 😉
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Ciaran und ich warteten am Ende des Berges und die anderen kamen einfach nicht. Wir machten uns Sorgen und wollten umdrehen, als Tom und Athena an uns vorbeifuhren. Zum Glück kam Welshy auch noch hinter. Wir verloren gleich danach Tom und Athena, die erst viele Kilometer später auf uns warteten.
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Der Zweite Abschnitt war auf dem Highway und irgendwie verloren wir nun auch noch Ciaran.
Athena hatte keine Lust mehr bei Tom hinten drauf mitzufahren, weil sie Stress hatten und setzte sich bei mir drauf. Da sie sich aber ständig bewegt und rumzappelt ist es nicht so einfach für mich mein Motorrad zu halten. Vor allem in den Kurven ist es echt schwierig mich auszutarieren. Dann hatten wir auch noch beide Rucksäcke auf dem Rücken, es war sowieso schon heiß und Platz hatte ich auch nicht. Irgendwie doof, dass ich erst sage sie kann nicht bei mir mitfahren, weil ich nicht gerne zu zweit fahre und es dann doch an mir hängen bleibt.
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In der Stadt Nha Trang die bekannt dafür ist, dass es viele Russen gibt, hielten wir an um eine Kaffeepause zu machen. Diese Stadt am Meer ist schön und wir blieben eine Weile. Leider hatten wir immer noch nichts von Ciaran gehört und machten uns Sorgen. Da es große Gewitterwolken am Himmel hatte, Regen vorausgesagt war und es laut Navi immer noch 3 Stunden und 135 km bis nach Da lat waren, mussten wir wohl oder übel in dieser Stadt übernachten. An sich nicht schlimm, aber ich habe ja sowieso schon keine Zeit mehr. So fuhren wir zu einem Hostel, das wir sehr lange nicht fanden und 100 Mal im Kreis irrten. Dort wurde uns erklärt, dass alle Klimaanlagen kaputt seien und sie erst repariert werden müssten. Zum Glück gab es aber ein Partnerhostel und ein Mann fuhr vorne draus um uns den Weg zu zeigen. Das iHome ist ein super schönes, freundliches Hostel und wir konnten gleich in ein 6 Bettzimmer einchecken. Unsere Motorräder sollten wir in einem Haus um die Ecke parken. Wiedermal verfuhren wir uns bis wir es fanden. Von Ciaran gab es immer noch kein Lebenszeichen.
Welshy und Athena wollten nur kurz ihre Wäsche weg bringen und dann wieder kommen. Tom und ich warteten und warteten. Es gab eine Stunde Freibier im Hostel und in den letzten 10 Minuten gingen Tom und ich auf die Dachterrasse um das auszunutzen.
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Über 2 Stunden später kamen Welshy und Athena wieder und wollten unser Bier klauen. Nene, so nicht. Wir waren schließlich die ganze Zeit da. Die Stimmung war sehr gekippt, weil wir eigentlich zusammen was essen gehen wollten, aber die beiden ja bereits waren und Tom und ich so lang warteten.
Tom ist sehr gut im Billard spielen und ich bin der schlechteste Spieler der Welt. So zeigte er mir wie es richtig geht und ich wurde immer besser. Es machte Spaß und war super witzig.
Tom und ich saßen danach ewig im Zimmer und redeten über Gott und die Welt. Es ist immer richtig gut und total inspirierend sich mit so vielen Leuten auszutauschen und man kann immer was mitnehmen. Das werde ich am Reisen definitiv vermissen. Man hat immer jemand zum Reden und es wird nie langweilig.
Leider fehlte immer noch jede Spur von Ciaran, er war seit 8 Stunden nicht mehr online und es war bereits 8. Tom und ich waren schon drauf und dran zurückzufahren und nach ihm zu suchen, als er schrieb. Er hatte sich verfahren, dachte wir fahren den ganzen Weg bis nach Da Lat und sein Motorrad gab den Geist auf. Er verirrte sich in den Bergen, hatte keinen Akku, kein Ladekabel, sowieso kein Internet und musste sein Motorrad reparieren lassen. Es war dunkel, sein Licht ging nicht und es schüttete aus Kübeln. So schob er sein Bike in der Finsternis zum nächsten Mechaniker, ließ es richten und checkte in ein schäbiges, teures Gästehaus in den Bergen ein. Somit war er schon fast in Da Lat und wir machten aus uns dort am nächsten Tag mit ihm zu treffen. Das andere Problem war auch, dass Tom Ciarans ganzes Geld hatte. Zum Glück hatte er noch 50 Euro dabei die er sich wechseln lassen konnte und er kaufte ein Ladekabel. Außerdem hatte er Athenas Backpack und Tom hatte seinen Backpack, weil das einfacher zu transportieren war. Athena hatte nun also einen Rucksack mit Männerklamotten und Ciaran einen mit Frauenklamotten. Der arme Ciaran. Wir hatten alle Mitleid mit ihm.
Die Stimmung war immer noch sehr gekippt und der Fakt, dass wir alle Ciaran vermissten machte es nicht wirklich besser.
So schliefen wir alle mit gemischten Gefühlen ein.

Liebe Grüße von Nha Trang
Nadine

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