Sunny Sunday

Sonntag, 24.05.2015

Wir hatten uns drauf geeinigt ein bisschen länger zu schlafen und etwas später als sonst zu füttern, dass wir wenigstens einen Tag in der Woche ein bisschen länger schlafen können. So ließen wir diesen Sonntag wieder in Ruhe angehen und machten zuerst die Pferde mit dem Futter glücklich.

Das Wetter war schön und wir fuhren nach Benalla um unsere Wäsche in der Laundry im Trockner zu trocknen und gönnten uns anschließend einen Milchshake im MC Donald`s.

Um Resteverwertung zu machen, hab ich alles was ich an Essen gefunden hab, zusammen geschmissen und eine Art Gemüsepfanne gemacht. Tom meinte das sieht aus wie das Futter von Keith und dass er das nicht isst. Als Sophia dann probierte und ganz begeistert war, hat er es dann auch gegessen und sich entschuldigt und hat es total gelobt und gesagt er hätte nicht gedacht, dass Toastbrot in der Gemüsepfanne schmecken kann.

Abends war ich dann das erste mal ganz allein auf der Farm und es war ein bisschen gruselig aber ok. Als Sophia wieder kam, haben wir einen Film angeschaut und sind dann wieder spät ins Bett.

Chillige Sonntagsgrüße

Nadine

No worries

Samstag, 23.05.2015

Tom hat gesagt, dass Wochenende ist und wir den Tag deswegen etwas entspannter angehen lassen können. Da kam dann mal die typische australische Gelassenheit und die „no worrys“ Einstellung durch.

Nach dem Füttern sind wir nach Euroa gefahren um ein paar Dinge für die Tiere einzukaufen und ich hab das erste mal Pie mit Ricotta und Spinat von einer Bäckerei probiert, was sehr sehr lecker war.

Sophia und ich haben anschließend nur noch den Hühnerstall sauber gemacht und das war es an Arbeit für diesen Tag.

So ging der Arbeitstag sehr entspannt zu Ende, aber wir hatten ja auch eine sehr anstrengende Woche hinter uns.

Tom hat Abendessen für uns gekocht und Sophia hat einen Brownie gebacken. So gab es Fleisch mit Nelkenblüten drin, Backkartoffeln, Erbsen und eine sehr leckere Weinsoße.

Als es schon dunkel war, haben wir diesmal zu 3. einen Abstecher in den Pub gemacht und uns wieder die leckeren Bier schmecken lassen.

Wie gestern auch schon gab es zu Hause noch leckere Holunder und Zimt-Vanille Ciders und einen Film.

Weil wir nicht so fertig waren wie die letzten Tage, blieben wir alle länger als sonst wach.

Tiefenentspannte Grüße

Nadine

Freedom for the foals

Freitag, 22.05.2015

Heute war der große Tag: Nach dem Füttern durften die Fohlen endlich auf die Koppel zu den anderen Fohlen. Dazu führten Tom und Sophia jeweils ein Fohlen und ich lief nebenher um sie anzutreiben, falls sie stehen bleiben sollten. Der Weg zur Koppel ist relativ lang und so war es eine spannende Sache. Wenn sich ein Fohlen nicht benommen hätte, hätte es leicht weg rennen können. So musste ich alle Tore die wir passiert haben, hinter uns zu machen und davon gab es auf dem Weg sehr viele. Die 2 Stuten durften zu den anderen Mädels auf die Weiberkoppel und machten alles sehr gut. Als das Koppeltor zu war, bekamen sie die Halfter ab und durften rum toben. Die beiden haben sich gleich mit den anderen Artgenossen verstanden und waren glücklich von nun an eine große, frische Wiese zu haben.

Auch die 4 Hengste machten ihre Sache vorbildlich und liefen brav neben uns her. Die Eingliederung in die Jungs-Gruppe war auch hier absolut kein Problem und auch sie verstanden gleich, wo der Zaun anfängt und hielten Abstand davon. Tom war sehr glücklich, dass alles klappte.

Danach fegte ich die Terrasse, putzte unsere Küche und räumte ein bisschen auf.

Nach dem Mittag sollte ich die Sträucher an den Bäumen um das Haus rum weg machen, die nicht schön aussahen. Diese hatten sehr lange Stachel und trotz Handschuhen piekste ich mich ständig. Da die Heckenschere nicht groß genug war, musste ich die Zweige umknicken und drauf springen, um sie abzubrechen. Gut, dass die Stachel wenigstens nicht durch die Schuhe gingen. In der Zwischenzeit hatte Tom einige große Äste an ein paar Bäumen abgesägt und Sophia und ich luden die halben Bäume mit vereinten Kräften auf das Auto und brachten sie zu unserem Gartenabfall-Feuerhaufen. Manche Äste waren aber zu schwer für uns uns zu groß für das Auto und Tom sägte sie für uns nochmal kleiner. Am Ende sah die Farm noch ein bisschen freundlicher aus.

Wie jeden Freitag war wieder einkaufen angesagt. Mit 2 Autos ging es nach Benalla, wo wir erst in einem Reitladen nach Schuhen für mich suchten, da das mit den nassen Turnschuhen jeden Tag keine Dauerlösung ist. Dort sind wir nicht fündig geworden, aber dafür hab ich in einer Art Baumarkt günstige Gummistiefel gefunden und war total happy darüber.

Im Aldi hat Tom dann gesagt, dass wir wieder einkaufen sollen, was wir wollen und wir füllten den Einkaufswagen mit viel Obst und Gemüse.

Nach dem Ausladen vom Auto auf der Farm, durfte ich dann das erste mal hier auf der Straße Auto fahren (auf der Farm konnte ich ja schon einmal üben). Das links-Fahren klappte gut und Sophia gab die Anweisungen wie ich fahren muss. Es ging zu 2. zum Pub von Violet Town, wir tranken 2 gemütliche Bier und ich fuhr wieder heim. Die erste kleine Fahrt hier ist also gut gegangen 🙂

Zu Hause haben wir dann noch Tiefkühlpizza und Brownie mit Vanilleeis gegessen, Cider getrunken und einen Film geguckt.

Danach konnten wir gut schlafen.

Liebe Grüße von der neuen, glücklichen Gummistiefelbesitzerin

Nadine

 

Morgens beim Pferde füttern

IMG_8395 IMG_8400 IMG_8402 IMG_8409 IMG_8417 IMG_8423 IMG_8427 IMG_8429 IMG_8438 IMG_8441 IMG_8445 IMG_8447 IMG_8452 IMG_8454 IMG_8462 IMG_8472 IMG_8482 IMG_8485 IMG_8493 IMG_8500 IMG_8503 IMG_8509 IMG_8511

Fohlen glücklich eingegliedert

IMG_8517

Stachelunkraut

IMG_8524

Bäume auf den Ute aufladen

IMG_8525

Die Sicht aus dem Auto raus war ein bisschen eingeschränkt 😉

IMG_8526

Immer sehr tolle Sonnenuntergänge hier

IMG_8527 IMG_8529 IMG_8532

Im Pub

IMG_8538 IMG_8539 IMG_8540

Tiefkühlpizzakreation by Sophia

IMG_8544

New clothes and a lot of soil

Donnerstag, 21.05.2015

Morgens das gleiche Spiel wie gestern: Wecker nicht geklingelt wegen Akku, aber zum Glück um 7 wach gewesen. Innere Uhr funktioniert 😉

Nach dem Füttern haben wir zum letzten Mal die Boxen gemistet, da jetzt alle Pferde draußen stehen.

Wir wollten nochmal die Koppel mit dem Auto abfahren und kontrollieren, ob wir das ganze Unkraut beseitigt hatten. Irgendwie häufte sich das kleine vergessene Zeug und so waren wir nochmal über eine Stunde beschäftigt und hatten eine ganze Autoladung für den Feuerhaufen.

Sophia und ich sind dann nach Violet Town in den OP-Shop gefahren. Ich hatte bisher keine Arbeitskleidung und im Second-Hand-Shop der Gemeinde wurde ich fündig. Für 10$ war ich um eine Jeans, Schal, Pulli und 2 Jacken reicher. Als wir mit der Ausbeute wieder kamen, meinte Tom, dass ich alles absichtlich in rot gekauft hätte um es nicht verlieren zu können. Wenn er sich da mal nicht täuscht 😉

Weil morgen jemand kommt, um neuen Rasen für 2 Koppeln einzusähen, mussten Sophia und ich diese auf Vordermann bringen. Mit Rechen haben wir die getrockneten Sträucherreste zusammen gerecht, eingesammelt und die Erdhügel die vom Durchfahren mit dem Traktor übrig waren, glatt gezogen. Sophia fragte Tom, ob er die großen Hügel nicht mit dem Traktor machen kann, aber er sagte das macht die Koppel kaputt. Da es die Tage davor geregnet hat, war die Erde so fest, dass es viel Kraft kostete diese auseinander zu bekommen. Wir waren schon nach ein paar Minuten fix und fertig und fluchten laut vor uns hin. Außerdem verfängt sich das trockene Gestrüpp und die Zweige in den Metallmistgabeln. Sophia beschwerte sich bei Tom, dass wir das falsche „Tool“ zum Arbeiten hätten. Zusammen macht aber alles umso mehr Spaß und wir lachten, weil die Sonne schon unterging als Tom nochmal kam und meinte, dass wir das schaffen, es sei ja nicht mehr viel. Das Ende war aber nicht in Sicht und wir wussten, wir müssen fertig werden. Das war ein undankbares Geschäft und die Arme und Rücken taten uns weh. Als es dann gerade dunkel war, hatten wir es endlich geschafft. Das Auto-Abladen verschoben wir auf den nächsten Tag, weil wir schon nichts mehr sehen konnten. Wir waren sehr froh es fertig zu haben.

Todmüde und fix und fertig fielen wir nach dem Abendessen ins Bett.

Dreckhügelige Grüße

Nadine

 

Papageien vor dem Küchenfenster

DSC_0002

Schaffe, schaffe,…

IMG_8339 IMG_8357 IMG_8358 IMG_8360 IMG_8362 IMG_8364 IMG_8367 IMG_8370 IMG_8373 IMG_8381 IMG_8385 IMG_8387 IMG_8388

Belohnung: toller Sonnenuntergang

IMG_8389

Big coincidence

Mittwoch, 20.05.2015

Irgendwie hat mein Handyakku einen Schuss und obwohl ich ihn abends voll geladen hatte, war mein Handy am nächsten Morgen leer. Als ich sah, dass es schon hell war, sprang ich aus dem Bett, rannte ins Haus und stellte fest, dass ich nicht verschlafen hatte und es erst 7 war. In aller Ruhe konnte ich dann frühstücken, Kaffee trinken und mich richten, bevor es um 8 zum Füttern ging.

Nach dem Misten ging es wieder zu einer meiner nicht-Lieblingsbeschäftigungen. Drei Mal dürft ihr raten was…

Genau ! Die Koppel war noch nicht fertig und eine Menge Unkraut wartete erneut darauf von uns gezupft zu werden. Mit neuer Motivation ging es ans Werk und wir gaben alles. Im Trockenen waren wir relativ schnell fertig mit der Wiese und froh, kein Unkraut mehr sehen zu müssen. Es war aber Genugtuung dieses auf unserem Feuerscheiterhaufen brennen zu sehen.

Tom hatte inzwischen schon einen Baum in viele Teile zersägt, der bei einem Sturm umgefallen war und den Weg versperrte. Wir rechten die Blätter zusammen, schmissen den Abfall aufs Auto und dann aufs Feuer, sammelten die Holzstücke ein und stapelten sie auf dem Haufen für das Ofenholz. Da war teilweise noch der halbe Baum und es war super schwer das alles in Auto zu laden. Das nahm den ganzen Nachmittag und unsere letzten Kräfte in Anspruch. Sophia und ich üben zur Zeit den Ofen im Haus anzumachen – mit mehr oder weniger Erfolg 😛

Heute war ein weiterer großer Tag: Die Fohlen durften auf das Paddock. Dort können sie sich ein paar Tage austoben bis sie auf die Koppel dürfen. Tom führte die Fohlen nacheinander raus, Sophia lief nebenher und ich blieb beim jeweils anderen Fohlen in der Box und beruhigte es. Da ihnen erst die Mutter und jetzt noch der Kumpel weg genommen wurde, waren die Fohlen natürlich ganz und gar nicht begeistert. Ich sollte sie in der Box im Kreis führen um sie abzulenken, aber sie waren alle sehr nervös. Bei 3 klappte es einigermaßen, aber das 4. Fohlen bockte, stieg und rannte um mich rum. Das war das erste Mal, dass ich mich in der Nähe eines Pferdes unwohl fühlte. Ich wusste nicht, ob es für uns beide sicherer ist, ich lasse es los oder halte es fest. Man soll immer auf Schulterhöhe stehen, dass sie einen nicht überrennen oder beim Ausschlagen treffen können, aber das war leider nicht möglich. Ich versuchte alles um den jungen Hengst zu beruhigen und sah nur noch Hufe. Zum Glück ist nichts passiert und ich war froh als Tom und Sophia zurück kamen. Als alle Fohlen glücklich wieder mit den Kumpels vereint auf den Paddocks waren, gaben wir ihnen Heu und Wasser.

Nach Feierabend holte mich Yara von der Farm ab. Wir kennen uns von Deutschland und sie wohnt dort in meinem Nachbarort. Durch großen Zufall haben wir beim Schreiben in Facebook rausgefunden, dass die Farm wo sie arbeitet nur 15 min. von meiner weg ist. Da ist Australien so rießig und wir wohnen quasi „nebeneinander“ ohne es vorher zu wissen. Es gibt einfach immer wieder so mega große Zufälle auf der Welt.

Im Pub von Violet Town unterhielten wir uns bei Gemüse-Pasta und Bier über unsere bisherigen Erlebnisse, die Pferde, die Sprache und unsere Heimat. Die Besitzerin erklärte uns die Tradition von den „Pies“ an Weihnachten, von welchen Yara eins zum Nachtisch probierte. Ich genoss den leckeren Lemon-Cheesecake. Es war so cool, dass wir uns getroffen haben und wir quasselten noch lange nach Pub-Schluss im Auto weiter. Wir hatten so einen coolen Abend zusammen und machten aus, dass wir uns noch ein paarMmal treffen, bevor sie heim fliegt. Yara leuchtete mir mit ihren Autoscheinwerfern noch eine Weile den Weg, weil es vom Hoftor zu meinem Haus eine Weile zu Laufen ist und es kein Licht gibt.

Glücklich und zufrieden schlief ich sofort ein

Erlebnisreiche Grüße

Nadine

Bewappnet gegen das Unkraut mit Keith

IMG_8613[1]

Glückliche Fohlen

IMG_8346[1]IMG_8353[1]

Yara mit unserem Essen

CIMG8058 CIMG8059

I`m singing in the rain….

Dienstag, 19.05.2015

Leider hat der Tag mit Regen angefangen, aber beim Füttern hat er zum Glück ausgesetzt und wir blieben trocken. Da ich keine geeigneten Schuhe dabei habe, hat Sophia mir ihre geliehen, aber Turnschuhe halten leider nicht lang das Wasser ab.

Danach haben wir alle Boxen gemistet und die Fohlen dazu in die leeren Boxen gestellt.

Tom und Sophia haben dann die Leihmütter weg gefahren. Diesen werden zusammengemischte Samen von guten Stuten und Hengsten eingesetzt und sie tragen die Fohlen aus. Da die Fohlen ja gestern von den Müttern weg kamen, werden diese nun nicht mehr hier „gebraucht“. Das Einladen in den Hänger klappte gut und weg waren sie.

Ich sollte so lange Beerensträucher auf einer großen Koppel weg machen, weil diese für Pferde giftig sind. Mit dem Auto bin ich die Koppel abgefahren und hab mit einer Art Beil die Wurzeln frei gegraben und diese raus gezogen. Bei strömendem Regen war das leider nicht so angenehm, aber ich hatte Hund Bowie dabei der mir Gesellschaft leistete und froh war, dass er rum toben durfte. Der Sträucherhaufen auf dem Auto wurde immer größer und ich brachte die erste Ladung zum großen Feuerhaufen. Da schmeißen wir alle Gartenabfälle drauf und verbrennen diese nach und nach. 3 Stunden später waren Sophia und Tom wieder da und er sagte mir, dass ich Bowie das nächste mal an der Kette lassen soll, wenn niemand auf dem Hof ist, da er aufpassen soll, dass niemand Fremdes auf den Hof kommt.

Nach dem Mittagessen ging es gut gestärkt weiterhin dem Unkraut auf der Koppel an den Kragen. Diesmal zwar ohne Bowie aber mit der Unterstützung von Sophia. Ich bewundere sie wirklich. Sie beschwert sich nie, arbeitet hart, ist top organisiert und hat immer einen Plan. So motivierten wir uns gegenseitg als wir beim Regen auf der Koppel standen, Blasen an den Händen und Füßen hatten, uns die Beine und der Rücken weh taten und meine Füße wegen den nicht vorhandenen Gummistiefeln nass waren. Als Pfedemädchen wissen wir ja beide, dass es den 4-Beinern zu Gute kommt und die danach wieder eine schöne Koppel haben und so gaben wir alles, um dem Unkraut Herr zu werden. Da aber kein Ende in Sicht war, hörten wir für diesen Tag erst mal nach ein paar Stunden auf als es dunkel wurde und luden das ganze Zeug auf den Feuerhaufen. Tom befreite uns nämlich nicht von unserer anstrengenden Arbeit.

Als wir ins Haus kamen erzählte uns Tom, dass ein Mann da war und die Spülmaschine repariert hatte. Die ganze Zeit hatten wir von Hand gespült und freuten uns ab sofort wieder den Luxus der Automatik genießen zu können. Als jemand geduscht oder gewaschen hatte, hat es in der Küche immer laut gegluckert und das ist nun vorbei.

Zum Abendessen hat Tom ganz leckeres Curry für uns gekocht, das wir uns alle schmecken ließen. Zum Nachtisch gab es wieder Eis mit Nutella. Am Holzofen bei Tee konnten wir uns wieder aufwärmen und zusammen guckten wir einen Film an.

Fix und fertig und jeden einzelnen Muskel und Knochen spürend, gingen wir früh ins Bett.

Vom Unkraut träumende Grüße

Nadine

Bowie und das Auto

IMG_8307 IMG_8308

Ganze Koppel voller Unkraut

IMG_8309 IMG_8310

Das Unkraut und ich

IMG_8313

Wenigstens einer hat Spaß im Regen

IMG_8315 IMG_8329

Auto voller Unkraut und große Koppel

IMG_8331 IMG_8333

Sophia

IMG_8336

Another sunny day at the dreamfarm

Montag, 18.05.2015

Wie immer haben Tom, Sophia und ich nach dem Frühstück erst die Pferde auf der Koppel gefüttert. Bei Sonnenschein ist das total schön.

Mit den Fohlen haben wir dann Führen geübt. Dazu hatte ich die Mutterstute und Tom ist mit dem Fohlen hinterher gelaufen. Dabei muss er es mit der linken Hand halten und mit der rechten Hand über den Rücken fassen und auf der anderen Seite an die Hüfte klopfen. Da Sophia und Tom das seit ein paar Wochen üben, klappte es gut, aber die Fohlen sind alle noch stürmisch und man muss aufpassen, dass man nicht getreten oder überrannt wird. Ich habe mit der jeweiligen Mutter in der Stallgasse gewartet und Tom ist mit den Fohlen raus in den Hof um schon mal die Trennung zu üben.

Dann hat sich Tom für eine Weile verabschiedet und wir haben die Boxen ausgemistet. Zu Zweit geht das viel schneller, man kann nebenher über alles mögliche reden und es ist nicht so langweilig. Da es die ganze Zeit kleine Heuballen hatte, die mit Bändern zusammen gemacht waren, wurden die übrigen Bänder ans Auto geknotet. Da man beim Rückfährtsfahren aber schon nichts mehr sah vor lauter Heubändern, machten wir diese in Fitzelarbeit weg.

Als Mittagspause war, saßen wir in der Sonne auf der Terrasse und ließen Bowie und Keith spielen. Bowie ist viel größer als der kleine Keith und es sah sehr brutal aus, wie die beiden gespielt haben, aber sie hatten Spaß und fegten durch den Garten.

Tom war nach dem Mittag wieder da und wir 3 guckten ein Pferderennen im TV an. Ein Pferd das von Tom gezüchtet wurde und nun von seinem Papa trainiert wird, gewann und wir alle freuten uns. Das war das erste Rennen, das ich verfolgt hab und es war sehr cool.

Anschließend wurde es sehr spannend und tricky. Die 6 Fohlen in den Boxen wurden von ihren Müttern getrennt. Dazu nahm ich die Mutterstute, Tom das Fohlen und Sophia lief hinterher, um das jeweilige Fohlen anzutreiben, falls es nicht weiter läuft. Erst liefen wir wie morgens ein paar mal in der Stallgasse auf und ab, dann stand ich mit der Stute an der Stalltüre, Tom ging mit dem Fohlen aus dem Stall und als sie nicht mehr zu sehen waren, brachte ich die Mutter in einen Auslauf. Es war mit Geschrei der Fohlen verbunden, aber alles ging gut und die Fohlen standen hinterher jeweils zu 2. in den Boxen. Dort bleiben sie ein paar Tage, weil es sein kann, dass sie in der Aufregung über den Zaun springen oder sich verletzten, wenn sie gleich raus kommen. Auf 2 Mal haben wir dann die Mütter ans andere Ende der Farm auf eine Koppel gebracht, wo sie sehr glücklich waren.

Zum Abendessen gab es dann Reis mit Tomatensoße und Ei und zum Nachtisch Vanilleeis mit Nutella – sehr lecker ! Zusammen haben wir dann wieder TV geschaut und ich hab ewig mein Handy gesucht und dachte ich habs verloren, aber es ist nur zwischen das Sofa gerutscht.

Todmüde fielen wir alle früh ins Bett und natürlich durfte Keith wieder bei mir schlafen.

Farmerische Grüße

Nadine

 

Keith will nicht aufstehen

DSC_0001 (FILEminimizer) DSC_0002 (FILEminimizer)

Toller Sonnenaufgang über der Farm

DSC_0005 (FILEminimizer) DSC_0007 (FILEminimizer)

Bilder der Farm

DSC_0011 (FILEminimizer) DSC_0012 (FILEminimizer) DSC_0013 (FILEminimizer)

Fohlen und Mama im Auslauf

DSC_0014 (FILEminimizer) DSC_0017 (FILEminimizer) DSC_0032 (FILEminimizer)DSC_0041 (FILEminimizer) DSC_0036 (FILEminimizer) DSC_0038 (FILEminimizer) DSC_0039 (FILEminimizer)DSC_0044 (FILEminimizer)DSC_0045 (FILEminimizer)DSC_0046 (FILEminimizer)DSC_0078 (FILEminimizer)DSC_0079 (FILEminimizer)DSC_0081 (FILEminimizer)DSC_0085 (FILEminimizer)

Mein Haus

DSC_0040 (FILEminimizer)

Bowie und sein neues Zuhause

DSC_0060 (FILEminimizer) DSC_0061 (FILEminimizer) DSC_0063 (FILEminimizer)

Hühnerstall

DSC_0071 (FILEminimizer) DSC_0072 (FILEminimizer)

Chillen in der Mittagspause

DSC_0084 (FILEminimizer)

Keith und Bowie beim Spielen

DSC_0099 (FILEminimizer) DSC_0104 (FILEminimizer) DSC_0108 (FILEminimizer) DSC_0116 (FILEminimizer) DSC_0125 (FILEminimizer) DSC_0138 (FILEminimizer) DSC_0146 (FILEminimizer)

Bänder vom Auto

IMG_8303 IMG_8302

Horses, Dogs and Nadine

Sonntag, 17.05.2015

Ich war sehr motiviert und stand freiwillig schon um 7 auf und frühstückte. Sophia und Tom waren wie ausgemacht noch weg, aber ich wusste was zu tun war. Ich war also gleich am 2. Tag Chef einer Farm 🙂 Zuerst fütterte ich die Stuten und Fohlen im Stall, wofür ich zum ersten mal mit dem Auto fahren musste. Der Truck ist alt, man muss schalten und rückwärts durch eine Gasse vor dem Stall wieder raus fahren, aber es ging alles gut 😉 Hund Bowie bekam auch was zu essen und die Hühner ließ ich raus.

Danach fegte ich den vom Wind verstreuten Hafer zusammen, machte Moos von den Betonplatten weg und lud den Truck mit den Futtereimern und Heu voll.

Inzwischen waren Toms Eltern wach, die auch da geschlafen hatten und mit Toms Papa David ging es zu einer Koppel. Ich durfte den Land-Rover mit Anhänger fahren und er fuhr mit dem Traktor hinterher. Mit der Traktorgabel pickte er Reste vom abgesägten Baum auf und ludt sie auf den Anhänger. Das war Millimeterarbeit und ich dirigierte und hatte viel Respekt vor dem Können und der Genauigkeit von David. Ich musste die neugierigen Fohlen vertreiben, die ständig kamen und das Auto anbissen. Der Rückweg mit dem vollbeladenen Hänger war tricky und ich musste ihn zwischen den engen Koppeltoren durch lenken.

Zurück auf dem Hof sollte ich Laub und Holzreste zusammen rechen und wie gestern Glut auf den Gartenresten verteilen. Diesmal klappte es schneller und ich hatte einige gute Feuer brennen.

Ganz alleine arbeitete ich dann mit den Fohlen in den Boxen. Ich drehte sie um, um sie ans führen zu gewöhnen, streichelte sie und kopfte sie wieder mit dem Handtuch ab, so lange bis sie es sich alle gefallen ließen und die Mütter Ruhe gaben. Es war total cool und spannend allein mit den Fohlen arbeiten zu können und man muss vorsichtig sein, weil sie nach vorne schießen, beißen oder austreten können und alle 6 ziemlich frech sind. Gemistet hab ich auch noch alle 6 Boxen, wobei man die jeweilige Stute mit den Fohlen in eine andere Box tun muss, was nicht so leicht ist, weil die Kleinen nicht immer der Mutter hinterher laufen.

Es war schon mittag und bei Keksen und Kaffee saß ich mit David und Heather auf der Hausterrasse, genoss ein bisschen die Sonne an diesem wunderschönen 20 Grad warmen Wintertag und wir unterhielten uns über ihre Farm, die Rennpferde, Zuchtbullen und vieles mehr. Die beiden sind einfach total nett.

Als Tom wieder kam, fütterten wir alle zusammen die Pferde auf den Koppeln und Tom`s Eltern waren begeistert wie er das alles macht und wie toll die Pferde aussehen. Lange hat er die Farm nämlich noch nicht. Hund Bowie durfte dann noch mit Heather spazieren laufen und freute sich. Eine Stute bekam eine leichte Kolik (Bauchkrämpfe), Tom und ich stellten sie mit ihrem Fohlen raus in einen großen Auslauf und den rest des Tages sollten wir alle halbe Stunde nach ihr schauen.

Um halb 3 ist mir eingefallen, dass ich noch keine Mittagspause gemacht hab, aber ich musste nicht kochen, weil Heather Nudeln mit Gemüse für mich vorbereitet hatte. Richtig lieb, dass sie auch an mich als Vegetarierin denkt.

Nachdem die Eltern nachmittags gegangen waren, war ich auch fertig mit allem, ging ins Haus und Skypte noch mit Jenny. Wir hatten uns viel zu erzählen und es war cool sich über alles neue auszutauschen. In der Zwischenzeit holte Tom Sophia vom Bahnhof ab. Als Nachtisch zu den Nudeln gab es Vanilleeis mit Nutella – sehr lecker !

Ein letztes Mal an diesem Tag habe ich nach der Stute gesehen, die wieder komplett gesund war.

Zusammen mit Keith bin ich dann ins Haus rüber und konnte schnell einschlafen.

Farmerische Grüße

Nadine

Neugierige Fohlen während dem Holz einsammeln

IMG_8257 IMG_8260

Tolles Wetter und frische, grüne Wiesen

IMG_8261 IMG_8262

Koppel                                                             Mistkäfer

IMG_8264 IMG_8266

Neues Feuer

IMG_8267 IMG_8270

Chillen bei Sonne auf der Terrasse

IMG_8272

Total süßes Fohlen

IMG_8282 IMG_8283 IMG_8292

Beautiful Workplace

Samstag, 16.05.2016

Sophia kam um 15 vor 8 zu meinem Haus um mich und Keith abzuholen. Ich hatte sehr gute Laune und die Sonne scheinte. Gemeinsam mit Tom frühstückten wir und um 8 starteten wir in den Stall.

Zuerst beluden wir das Auto mit den großen Buckets (Eimern) mit Hafer und Peletts und Heu. Da das Gelände so weitläufig und die Pferde sehr weit auseinander sind, muss man mit dem Auto zum füttern fahren. Wir saßen auf der Laderampe, was sehr praktisch ist. Sophia machte die Koppeltore auf und fütterte Heu, ich kippte die Buckets in die Feeder (Futtereimer) und Tom lenkte das Auto, mit dem wir von einem Futtereimer zum anderen fuhren. Nach ein paar Nachladungen auf der Farm waren alle 47 Pferde glücklich mit dem Futter. Zum Schluss fuhren wir an allen nochmal vorbei, um nach Verletzungen zu gucken. Die Pferde hier sind Tag und Nacht draußen und haben Koppeln soweit das Auge reicht. Das ist eine total artgerechte Haltung und die Stuten und Fohlen machen alle einen total glücklichen Eindruck. Um die 50 Kühe müssen wir uns nicht kümmern und so schauten wir nur, ob sie noch da sind.

Danach fütterten wir die 6 Stuten mit ihren Fohlen im Stall, ich mistete die Boxen aus und Sophia rechte Laub. Hund Bowie bekam auch noch sein Futter und die Hühner die nachts drin sind, ließen wir raus. Ich guckte nochmal beim „toweln“ zu (abklopfen der Fohlen mit dem Handtuch zum gewöhnen) und durfte mein erstes Fohlen selbst toweln. Das war ein ganz neues Erlebnis und hat richtig viel Spaß gemacht. Die Fohlen sind noch sehr wild aber total süß.

Tom hält seine Farm wirklich top in Schuss und pflegt alles. Gerade für einen Mann finde ich das eine super Leistung und außerdem liebt er seine Pferde und geht super mit ihnen um.

Toms Eltern die eine eigene große Farm 3 Stunden weit weg haben, kamen dann zu Besuch und Heather und David sind sehr nett und super herzlich. Sie kochten dann für uns Mädels. Nach dem Essen ging Sophia, um eine Freundin zu besuchen.

Toms Eltern hatten eine Hundehütte für Bowie mitgebracht, die wir sauber machten und aufstellten. Ganz geheuer war ihm das große Ding noch nicht, aber irgendwann geht er bestimmt rein. Außerdem bekam er ein neues Halsband und eine lange, leichtere Kette.

Eigentlich sollte man meinen, dass eine Familie mit eigenem Rennpferdebusiness genug Geld hätte um nicht mehr selbst arbeiten zu müssen, aber sie alle tun das gerne und so machte David einige Arbeiten mit dem Traktor, Heather fischte Laub aus dem Pool und ich sollte Feuer machen. Tom hatte sich bis morgen mittag verabschiedet. Einen großen Holzhaufen zündete David dann an, sagte er sollte in 10 min. brennen und ich solle die Glut auf die anderen, kleinen Holzhaufen neben dran verteilen, um diese zum Brennen zu bringen. Leider brannte das Feuer ewig nicht und David war irgendwo anders. Ich versuchte alles und wedelte mit der Schaufel, usw. Zu dem Zeitpunkt konnte ich mir absolut nicht vorstellen, wie Buschbrände entstehen, zumal es trocken war. Irgendwann bekam ich es hin und ich war ganz stolz. Noch nie hatte ich mich so gefreut, ein Feuer zu sehen. Die brennende Kohle zu verteilen dauerte eine ganze Weile, aber dann war ich fertig und alle Haufen brannten gut.

Die Farmarbeit ist glaube ich ein absoluter Pferdemädchentraum. Den ganzen Tag umgeben von Pferden, in der Natur, ein traumhaftes Farmgelände und viele andere Tiere. Ich fühle mich irgendwie wie in den Pferdefilmen die ich als Kind geguckt hab und freue mich total so einen wunderschönen Arbeitsplatz zu haben. Auch der Rauch der sich in der Sonne spiegelte sah schön aus und die Kakadus flogen ständig vorbei.

Heather hatte inzwischen schon Abendessen gemacht und nachdem ich den Hund Bowie, die Stuten im Stall und die Hühner gefüttert hatte, aß ich mit. Nicht mal den Abwasch wollte sie mich machen lassen. Dann saßen wir noch zusammen im Wohnzimmer, schauten TV und tranken Wein, bis ich zu müde war und in mein Haus ging, wieder in Begleitung von Hund Keith der auch heute bei mir im Bett schlafen durfte..

Glückliche Pferdegrüße

Nadine

 

Keith und ich

IMG_8225IMG_8231IMG_8226

Koppel

DSC_0114

Mein Feuer

IMG_8229  IMG_8242 IMG_8245 IMG_8247 IMG_8249 IMG_8250

Sehr toller Sonnenuntergang auf der Farm

DSC_0148

DSC_0106 DSC_0108

Mein Bungalow

DSC_0118

Wallach Angus und ich

DSC_0122DSC_0129DSC_0142

Help, I need somebody, help, …..

Freitag, 15.05.2015

Der Tag hat absolut chaotisch angefangen und ich war am Rande der Verzweiflung.

Wir haben nachts fast nicht geschlafen, weil immer jemand anderes wach war und zwar keine Geräusche gemacht hat, aber wenn mal jemand in einem 12-Mann-Zimmer wach ist, kann ich auch nicht mehr schlafen. Die Nacht war also kurz und mit wenig Schlaf verbunden.

Mein Wecker sollte um 8 klingeln, aber entweder tat er das nicht (ich hatte 3 Wecker) oder ich hörte ihn einfach nicht (eher das Letztere 😉 ). Mit einem Herzinfarkt guckte ich um 15 nach 10 das erste mal auf mein Handy. Wie eine Rakete jumpte ich aus dem Bett, rannte ins Bad und duschte, weil man um halb 11 auschecken oder 25 Euro extra zahlen muss. Ich war fast fertig mit Duschen als ein Mann von der Rezeption ins Bad kam und fragte, ob da eine Nadine sei. Ich solle mich beeilen oder müsse zahlen, so die Aussage. Mit Handtuch auf dem Kopf, ungepackten Koffern und ohne Schuhe stand ich vor der Rezeption und wollte meine Schlüsselkarte abgeben. So einfach gings leider nicht und ich sollte meinen Backpack aus dem Zimmer räumen und mein Bett abziehen. In Rekordgeschwindigkeit und unter mitleidigen Blicken meiner Zimmerkollegen, fegte ich durchs Zimmer, schmiss mein ganzes Zeug das quer im Zimmer verteilt war (sogar unter meinem Bett) vor die Türe und stand um 10:29 Uhr mit Bettwäsche erneut vor den belustigten Hostelmitarbeitern. Das war knapp. Zeit zum Packen war nicht mehr und so schmiss ich alles was nicht in den Backpack passte, in 2 Plastiktüten, inkl. restlichen Nahrungsmitteln. Ich gab einfach alles um schnell fertig zu werden, aber leider fand ich meine Handtasche mit dem Geld und dem Zugticket nicht mehr. Die Suche dauerte ewig und endete ohne Erfolg. Auch die anderen suchten alles ab. Viel zu spät fragte ich an der Rezeption und aus unerklärlichen Gründen hatten die meine Tasche (nein ich war gestern nicht betrunken). Ich bin einfach sehr „clumsy“.

Der Abschied von den Anderen war sehr schwer und alle waren traurig. Wenn man ne Weile zusammen wohnt, kocht, Party macht, usw. fällt es nicht leicht zu gehen. Elsbeth und James bleiben aber noch eine Weile da und ich besuche sie noch mal.

An der Tram-Haltestelle vor dem Hostel fragte ich einen Mann wie ich zum Bahnhof komme. Dieser gab mir die Richtung vor und ich saß in der nächsten Tram. Nach 10 min Fahrt waren wir außerhalb vom Ort. Als ich eine Frau fragte, sagte sie mir ich sei in die falsche Richtung unterwegs. Es war halb 12, um 12:05 Uhr sollte mein Zug fahren. Ich musste noch mein Ticket umbuchen, hatte kein Plan wo ich war und als ich ausstieg und am Stadion auf die Tram in die andere Richtung wartete, wurde ich immer verzweifelter, war auch noch weit und breit die Einzige und nicht mal sicher, ob hier jemals wieder eine Tram vorbei kommen würde. Am liebsten hätte ich geheult, aber ich bin ja stark 😛 Als die nächste dann kam, gab ich die Hoffnung schon fast auf, noch rechtzeitig da zu sein. Um 11:45 Uhr, stoppten wir endlich an der richtigen Haltestelle und ich rannte bepackt mit 2 Tüten, Backpack, kleinem Rucksack, Handtasche und Kameratasche wie bekloppt zum Bahnhof. Das Pech wollte nicht enden und die Schlange am Ticketschalter war enlos. Mit ganz viel „sorry“ und „I´m in a hurry“, stellte ich mich an den Anfang und die Leute schauten verständnisvoll. Leider sah das die Dame am Schalter anders und gab mir erst mal einen fetten Einlauf, worauf ich mich wieder entschuldigte, was sie aber nicht besänftigte. Trotzdem buchte sie mein Ticket um und beschrieb mir den Weg zum Bahnsteig. 12:04 Uhr: rennende Nadine, auf der Suche nach dem richtigen Bahnsteig, nass geschwitzt und keuchender Weise. Zug war in Sicht, als es 12:05 Uhr war. Bevor die Türen schlossen, sah mich in letzter Sekunde ein Bahnmitarbeiter, funkte dem Lokführer und eine andere Frau und ich rannten um unser Leben. Wir saßen noch nicht mal und der alte Zug setzte sich in Bewegung. Das war wirklich in letzter Sekunde.

Dann freute ich mich nur noch auf mein Frühstück im Zug. Die Schlange am Kiosk war sehr lange und ich wartete 15 min. Als ich meine Bestellung durch gab, sagte der Vekäufer: „Sorry, der Service ist eingestellt, ich verlasse den Zug an der nächsten Station“. Hungrig, niedergeschlagen und fertig ließ ich dann 2h lang die Landschaft an mir vorbei ziehen, die aussah wie in Deutschland. Viele Schafe, Kühe, Pferde und sonst nur Natur und schönes Wetter. Ganz nach meinem Geschmack also.

Am Bahnsteig in Violet Town erwartete mich schon Sophia die seit einigen Monaten auf der Farm arbeitet. Sie ist 19, auch von Deutschland und hat mich nett empfangen. Im Auto warteten mein neuer Chef Tom und sein kleiner, süßer Hund Keith auf mich. Tom ist 29, Besitzer der Pferdefarm und züchtet die Pferde, die später zu seinen Eltern auf die Farm gehen und Rennen laufen.

Nach wenigen Minuten waren wir auf der Farm die mitten im Nirgendwo ist. Genau wie bei uns zu Hause im Dorf muss man 20 min. bis zur nächst „größeren“ Stadt fahren, wo man dann richtig einkaufen kann, usw. Das Anwesen ist mit 80 Hektar (ca. 113 Fußballfelder) unbeschrieblich riesengroß, total gepflegt und ein Traum. Mit dem Auto sind wir alle Koppeln abgefahren und ich hab die Zuchtstuten, Fohlen, Kühe und den Wallach Angus kennen gelernt.

Zurück auf der Farm sah ich den Hofhund „Bowie“, der draußen schläft und auf die Hühner aufpasst und die vielen Hühner, Truthähne und 6 Stuten mit ihren jungen Fohlen im Stall. Sophia hat mir dort gezeigt, wie man mit dem Handtuch Fohlen „abklopft“, sodass diese an Menschen gewöhnt werden und Tom und sie haben diese dann erst drinnen, dann draußen geführt, wo einige sehr gesponnen und gebockt haben.

Ich hab mich gleich wohl gefühlt und bei bestem Wetter konnte ich mein Bungalow-Haus beziehen. Das ist direkt an den Koppeln dran, ich hab den Wallach Angus als Nachbar und ein eigenes Zuhause. Es wird zwar die ersten Nächte allein sehr einsam werden, weil ich ja die Hostelzimmer und die netten Leute um mich rum gewohnt bin, aber hoffentlich gewöhne ich mich dran. Bad, Küche und Wohnzimmer sind im Haus von Tom, wo auch Sophia ihr eigenes Reich hat.

Jeden Freitag, so auch heute, gehts mit dem Auto zum nächsten Aldi und Sophia und ich dürfen alles mitnehmen, was wir wollen. So wurde der Wocheneinkauf zum Spaß und wir kauften Zutaten für Pancakes. Der Aldi sieht genau so aus wie die Deutschen, es gibt fast das Gleiche und auch die Preise sind günstig.

Tom und Sophia haben mir erklärt, dass Freitag Pub-Tag ist und ich deswegen früher kommen sollte. So fuhren wir zu Dritt in den nächsten Ort und wurden in dem großen, gemütlichen Pub schon von dem netten Besitzer empfangen, Bei ein paar Bier und Pommes unterhielten wir uns sehr gut und ich konnte meinen neuen Chef gleich von der nicht-Chef-Seite kennen lernen. Sophia durfte am Glücksrad drehen, aber gewann leider kein Freibier. Da Tom nicht viel trinkt, wenn er fährt, haben wir irgendwann wieder zur Farm gewechselt und da noch weitere Bier und Wein getrunken.

Nach dem tradionellen Pizzaessen nach dem Pub fiel ich dann müde ins gemütliche Bettchen von meinem ersten eigenen Haus. Mit dabei war Hund Keith, der in meinem Bett schlafen durfte.

Grüße vom Pechvogel am Morgen und Glückspilz am Abend

Nadine

Schönes Wetter auf der Farm

IMG_8202

Fohlen führen

IMG_8203 IMG_8204

Sophia und Hund Keith

IMG_8213