An interesting world on a lake

Freitag, 08.07.2016

Unser letzter gemeinsamer Tag zu viert brach an und wir wollten nochmal was schönes unternehmen, bis uns am Abend die Busse trennen sollten. Wir hatten über ein Reisebüro eine Bootstour auf dem Inle Lake gebucht. Das ist die bekannteste Attraktion dieser Region und wir freuten uns alle sehr. Sogar der Himmel machte uns Hoffnung auf einen regenfreien Morgen.
Vom Reisebüro aus zu dem wir die Fahrräder mit nahmen, liefen wir zum See. Auf den Booten sind maximal 5 Touristen oder 12 einheimische gleichzeitig erlaubt. Wir waren aber ja sowieso nur zu viert. Hintereinander saßen wir auf Gartenstühlen. Das Boot ist tatsächlich sehr klein.
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Der 120 km² große See (zweitgrößter Myanmars) hat einiges zu bieten (https://de.wikipedia.org/wiki/Inle-See). Er ist 22 km lang, 10 km breit und an der tiefsten Stelle 3,7 m tief. Die Natur ist sehr schön und es herrschte selbst um 8 morgens schon reger Bootsverkehr. Was seht interessant zu sehen ist, sind die schwimmenden Dörfer. Die Leute leben hier in einer Art Pfahlbauten auf dem See. Die Häuser stehen auf Holzstelzen und der See dient als Dusche, zum Wäsche waschen, zum Anpflanzen von Gemüse, Früchten und Blumen und außerdem als Toilette. Neben den Häusern gibt es dafür Holzverschläge und der Unrat geht direkt ins Wasser. Innerhalb des Sees und am Seeufer gibt es insgesamt 17 Dörfer, die überwiegend von Intha (Kinder des Sees) bewohnt sind. Insgesamt wohnen hier 70.000 Menschen.
Der See ist außerdem berühmt für seine Einbein-Ruderer die es nur hier gibt. Sie stehen am Ende des Bootes und umklammern mit einem Bein das Ruder. Somit haben die Fischer beide Hände frei um das Netz auszuwerfen.
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Der erste Stopp war der Markt in Ywama. Dieser findet nur Freitag morgens statt und es herrschte reger Betrieb. Von Schmuck, über Klamotten bis Fleisch und Gemüse wird alles angeboten und es waren gleichermaßen viele Touristen wie einheimische da.
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Wir hielten später an einer Silberfabrik auf dem See und sahen wie so ein Haus von innen aussieht. Es wurde uns erklärt wie das Silber gewonnen wird, was sehr interessant ist.
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Als wir mitten auf dem riesigen See waren, fing es an zu regnen. Gut, dass es wenigstens zwei Schirme gab und ich bekam eine Art Regenfolie.
Der nächste Stopp war eine Fabrik in der Zigarren hergestellt wurden. Jede der drei Frauen die dort arbeiten, stecken täglich 300 Zigarren zusammen. Für den Filter wird die Hülle von Mais verwendet, für die Hülle Blätter und der Tabak ist in verschiedenen Geschmacksrichtungen, z. B. Banane. Der nächste Stopp wäre eine Seidenfabrik gewesen, aber da das uns alles an eine Kaffeefahrt erinnerte und wir nicht den ganzen Tag auf dem See bleiben wollten, ließen wir das zur Freude von unserem Kapitän aus.
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Das Highlight war der Stamm der Longneck-Frauen (langer Hals). Die Longneck-Frauen haben Ringe um den Hals damit sich dieser streckt. Diese Ringe sind sehr schwer und es sieht schmerzvoll aus. Außerdem sahen die drei älteren und die junge Frau sehr unglücklich aus und ein Mädel das am Weben war sah aus als ob sie weinte. Ich hätte auch keine Lust mich den ganzen Tag von Touristen beglotzten zu lassen die nicht mal was zahlen.
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Als nächstes sahen wir eine Schirmfabrik. Hier wird Bambus im Wasser aufgeweicht, zurechtgebogen, getrocknet und bemalt. Es gibt Regen-, und Sonnenschirme die sehr schön aussehen.
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Den anderen reichte es für diesen Tag, aber ich wollte noch das berühmte Katzenkloster (Nga Phe Kyaung) anschauen. Dort leben wie der Name schon sagt sehr viele Katzen um die sich die Mönche kümmern. Wie alles hier ist das ebenfalls auf dem Wasser und schön zu sehen.
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„Das Nga Phe Kyaung-Kloster ist ein 160 Jahre altes Kloster. Als Attraktion gab es hier von Mönchen dressierte Katzen, die durch kleine Reifen sprangen. Aus diesem Grund wird das Kloster auch immer noch Monastery of The Jumping Cats genannt. Die Vorführungen gibt es nicht mehr, da dies der neue Abt nicht wünscht.“
Der letzte Stopp war die Phaung Daw U Pagoda. Hier sind fünf Buddhafiguren, die jedes Jahr wegen dem Phaung Daw U Festes in der königlichen Barke von Dorf zu Dorf gefahren werden. Da wir auf unserem Trip nun schon so viele Tempel und Pagodas gesehen haben, war das nun absolut nichts Besonderes mehr. Wie immer war es sehr dreckig, es hatte viele Tauben und es ist nicht angenehm hier barfuß zu laufen.
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Somit schipperten wir langsam und gemächlich wieder zurück und es regnete wieder. Der Kapitän ist immer so dicht an den anderen Booten vorbeigefahren, dass wir ein paar Mal nass wurden.
Zum Mittagessen gingen wir nochmal zu dem Italiener bei dem wir bereits waren und es schmeckte wieder sehr gut. Den Reis werde ich definitiv nicht vermissen, wenn ich wieder zu Hause bin.
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Gemütlich radelten wir zu einem Supermarkt und kauften Snacks für unsere Busfahrt. Zurück im Hotel wollte Bianca noch duschen und wir legten uns so lange auf Holzbänke um uns ein bisschen auszuruhen. Da unser Zimmer noch nicht gemacht war, konnten wir dort nochmal für eine halbe Stunde rein. Und uns wurde nicht erlaubt spät auszuchecken, obwohl die das Zimmer sowieso nicht brauchen…
Nach einer kleinen Pause radelten Lena, Jonas und ich wieder los ins französische Restaurant vom Vortag. Dort hatten wir uns mit den Jungs von Israel zu einem Kaffee verabredet. Zuvor kam aber der traurige Teil des Tages: Wir mussten uns von Bianca verabschieden. Ihr Bus fuhr bereits um 3 und da sie noch den Norden von Myanmar machen will, trennen sich an dieser Stelle unsere Wege. Es ist immer traurig sich zu verabschieden und wenn man fast 3 Wochen zusammen reist und 24 Stunden am Tag miteinander verbringt, wächst man schnell zusammen. Außerdem ist unsere Gruppe einmalig und alle so herrlich unkompliziert. „Was sollen wir machen?“ -“Mir egal“. „Wo sollen wir zum Essen hin?“ – „Mir egal.“ Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht und Biancas typisch australisch direkte Art werden wir alle vermissen. Jonas hat spontan denselben Flug nach Bangkok wie wir gebucht, weil er uns nicht verlassen will.
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Mit den Israeli Jungs war es sehr witzig im Café und die sind auch immer für Späße zu haben und erzählen lustige Geschichten. Sie brachten uns viele israelische Wörter bei und sie lernten ein bisschen Deutsch. So können wir nun „Kuhscheiße“ und alle anderen möglichen Worte in israelisch sagen. Wir saßen ewig zusammen und mussten uns dann verabschieden um unseren Bus zu bekommen.
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Wir hatten es geschafft mit den Fahrrädern dem Regen zu entkommen. Mit einem Tuk Tuk wurden wir vom Hotel abgeholt und zu dem Reisebüro gebracht das sehr nah war. Uns wurde gesagt, dass der Bus hier her kommt, aber dann kam ein anderes Taxi. Wie immer wurden wir gequetscht bis keiner mehr Luft bekam und unser schweres Gepäck kam aufs Dach. Zum Glück gab es eine Regenplane, denn es schüttete wieder was der Himmel her gab. Mit im Taxi waren wieder die beiden vom Hinweg die mich dumm angemacht hatten, als ich verhandelt hatte.
Zum Glück war der Bus schon da und wir konnten gleich rein. Im Gepäckfach stapelten sich die Reissäcke und so musste das ganze Gepäck mal wieder in den Bus. Es waren sehr viele Burmesen da und der Bus war sehr voll. Wie immer konnte man die Sitze nicht richtig nach hinten machen und das versprach eine neue, unangenehme Fahrt.
Um 8 fuhren wir los und es fing schon nicht gut an. Es ging über Serpentinen und Berg hoch und runter. Mir macht das nichts, aber Lena fühlte sich nicht gut. Damit war sie nicht die Einzige, denn nach unserer halbstündigen Essenspause ging es los. Direkt vor uns entleerte sich der Magen eines Burmesen. Wir hatten keine Ahnung wo der ganze Mageninhalt landete, aber das Geräusch war grauenhaft. Als wir nach einer Stunde dachten es kann schon gar nichts mehr kommen, ging es immer noch weiter. Hinter uns fing außerdem ein anderer an und ich wünschte mich sehr weit weg. Lena fragte mich ein paar Mal, ob ich ihre Ohrstöpsel wollte. Irgendwann gab sie mir dann einen von ihren Ohrstöpseln und einen Köpfhörer vom MP3 Player. Das half auch nicht wirklich, aber wenigstens hatten wir Ablenkung. So konnten wir beide nicht wirklich schlafen und auch Jonas war lange wach.
Zu allem übel fing ein blinder Mönch an, den Mann hinter ihm lautstark anzustressen. Er brüllte aus unerklärlichen Gründen durch den ganzen Bus, war völlig außer sich und hörte gar nicht mehr auf. Ich überlegte, ob ich aus dem fahrenden Bus springen sollte. Keiner konnte den unmöglichen Mensch beruhigen und nach gefühlt einer Stunde setzte ein Busangestellter den jungen Mann hinter dem Mönch um und dann war Ruhe.
Es war dann bereits 1 Uhr als ich das letzte Mal auf die Uhr schaute. Das wird eine sehr vielversprechende Nacht, dachte ich mir. Am Anfang hatte ich noch gesagt, dass der Bus langsam fahren soll, dass wir nicht so lange am Flughafen warten müssen, aber diese Meinung änderte sich schnell.
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Grüße von der Horrorbusfahrt
Nadine

Trekk from Kalaw to Nyaung Shwe (Inle Lake)

Lena hat die Erlebnisse vom Trekk (bei dem ich nicht dabei war) zusammen gefasst
Montag, 04.07. – Mittwoch, 06.07.2016 Trekk von Kalaw nach Nyaung Shwe

Nach unserem faulen Tag in Kalaw, ging es dann am nächsten Tag für Bianca, Jonas und mich auf zum 3 Tage Treck nach Inle Lake. Insgesamt sind es 70km zu laufen und es hieß die Strecke sei für Anfänger geeignet. Es kostete uns gerade mal 40$ inkl. Übernachtung und Essen. Morgens um 8 trafen wir uns bei Uncle Sam, worüber wir die Tour gebucht hatten. Zu unserer Truppe kamen noch die 3 Israelis Or, Iftach und Golan und unser Tour Guide Soe. Dann ging es auch direkt los und wir mussten erstmal einen Berg hochlaufen, was gleich richtig in die Beine ging. Die ersten 5km unserer Strecke ging auf und ab durch Wälder. Alles war vom Regen matschig und rutschig und wir mussten schon nach kurzer Zeit feststellen, dass dieser Treck alles andere als einfach wird. Die Jungs hatten weniger Probleme und nachdem uns Soe einen Wanderstock organisiert hatte, war es auch für uns einfacher das Gleichgewicht im Matsch zu halten. Natürlich wie es so sein muss, regnete es ununterbrochen. Wir waren alle froh als der erste Teil hinter uns lag und wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Der Ausblick war schon hier grandios. Es war zwar bewölkt, aber man konnte trotzdem sehr weit in die Täler sehen und zum Glück hörte der Regen endlich auf. Als wir unsere ersten 15km hinter uns hatten, hielten wir bei einer einheimischen Familie zum Mittagessen. Auch eine andere Gruppe bekam hier etwas zu essen. Jonas bekam eigentlich wie immer eine Art Reis und für uns gab es Fladenbrot mit leckerem Gemüse, sowie Grüntee aus der Region. Weiter ging unser Weg auf und ab durch die Berge. Die Wege waren sehr einfach zu laufen und so kamen wir auch mit den Israelis ins Gespräch. Alle 3 gingen nach Ihrer Schule zur Armee. In Israel müssen alle egal ob männlich oder weiblich nach der Schule für 2-3 Jahre in die Armee gehen. Der Grund hierfür sind die Nachbarstaaten Israels. Sie müssen im Fall der Fälle immer vorbereitet sein, falls etwas passieren könnte. Sie erzählten uns auch, dass Sie teilweise 20 Stunden am Stück laufen mussten. Kein Wunder das die 3 mit diesen Wegen die wir gingen gar kein Problem hatten. Am Nachmittag liefen wir fast ausschließlich auf Schienen. Zwischendurch mussten wir von den Schienen runter, weil ein Zug kam. An einem Bahnhof machten wir eine Tee-Pause und sammelten unsere letzte Kraft um das letzte Stück bis zu Soe’s Familie zu laufen. Hier wurden wir über Nacht einquartiert. Das Haus war sehr einfach gebaut. Es gab kein fließendes Wasser und Strom gibt es auch nicht. Betten werden auch völlig überbewertet und so mussten wir auf einer dünnen Matratze auf dem Boden schlafen. Soe lebt hier mit seiner Mutter und seinem Bruder. Was mit seinem Vater ist, trauten wir uns nicht zu fragen, aber wir gehen davon aus, dass er tot ist. Das Haus hatte 2 Stockwerke unten war ein kleiner Raum in dem gekocht wurde und Soe und sein Bruder übernachteten und eine Art Lagerraum für Lebensmittel, welcher eigentlich gar nicht ausgebaut war. Im oberen Stockwerk gab es einen größeren Raum in dem wir untergebracht wurden und ein kleiner abgetrennter Bereich für die Mutter. Wer jetzt fragt wo das Bad ist, gibt es nicht. Dusche? Was ist das? Wir konnten uns draußen in einer kleinen Kabine mit Regenwasser waschen und um auf das Klo zu gehen, musste man durch den Garten auf eine Art Plumpsklo. Erst wenn man sieht, wie wenig diese Menschen besitzen und doch irgendwie glücklich sind, realisiert man erst was für einen hohen und unnötigen Anspruch wir selbst haben. Zum Abendessen gab es Reis und alle möglichen Arten von Gemüse, was uns allen ziemlich gut schmeckte. Schon um 8 Uhr fielen wir alle tot ins Bett und nach 25km an unserem ersten Tag schliefen wir auf dem harten Boden sogar relativ gut.
An unserem 2ten Tag wurden wir um 6.30Uhr mit Frühstück geweckt. Wer nun denkt wow Frühstück am Bett, muss bedenken das es Reis gab und um halb Sieben morgens war es für uns alle nicht gerade einfach Reis zu essen. Um kurz nach Sieben waren dann alle gerichtet und los ging unser 2ter Tag der Wanderung. An diesem Tag mussten wir wieder ca. 25km laufen. Schon die ersten paar Meter kosteten uns alle Kraft die wir hatten. Es hatte in der Nacht sehr stark geregnet und dadurch wurde alles ziemlich matschig und rutschig und dazu ging es noch bergauf, was das Ganze nicht wirklich einfacher machte. Wir waren schon ziemlich schnell am Fluchen, weil wir nur Turnschuhe anhatten. Aber schon nach ein paar Kilometer war der Weg deutlich besser und die Natur war traumhaft. Diese Region macht die Menschen aufgrund des Gemüseanbaus sehr wohlhabend. Das Schöne an der Regenzeit ist, dass alles grün ist und blüht. Im Moment ist auch Erntezeit und so konnten wir immer wieder Bauern sehen die gerade Kohl, Karotten, Ingwer, Tomaten und vieles mehr geerntet haben. Ihr müsst euch das so vorstellen wie in Deutschland vor 50-60 Jahren, alles von Hand, keine einzigen Maschinen und wenn dann nur mal ein Kuhkarren der die Ernte transportierte. Ganz selten waren auch LKW’s für das geerntete Gemüse im Einsatz. Auch das Wetter war hier auf unserer Seite. Unterwegs lernte ich noch ein paar Worte Hebräisch. Chara schell para heißt zum Beispiel Kuhscheiße. Wir hatten viel Spaß mit der jeweils anderen Sprache und mein Lehrer Or war sogar ganz zufrieden mit meiner Leistung. Ich versuchte ihnen «du hast schöne Augen» beizubringen, was nach ein bisschen üben auch geklappt hat. Gegessen haben wir wieder bei einer einheimischen Familie und nach 1 Stunde Siesta ging es weiter. Wir haben uns schon gefragt warum wir solange Pause gekriegt haben, aber schon nach kurzer Zeit wussten wir warum. Der Rest unseres Weges brachte uns fast um. Bianca und ich wollten schon nach kurzer Zeit aufgeben. Natürlich kam zu dem Knöchelhohen Matsch auch noch Regen. Wir waren so sauer, dass uns nicht erzählt wurde, wie gefährlich es sein wird, wenn es regnet. Wir fragten uns etliche Male, ob wir hierfür wirklich Geld bezahlt haben. Nicht nur einmal fielen die Worte «Fuck this shit». Nachdem meine Schuhe irgendwann im Wasser standen und meine Laune nicht die Beste war, wollte ich nur noch ankommen, meine nassen Klamotten ausziehen und mich ins Bett legen. Aber leider wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht, dass dieser Weg für über 6km so sein wird. Wir haben uns wirklich durch den Kopf gehen lassen, den letzten Tag zu streichen und uns mit dem Taxi zum Inle Lake fahren zu lassen. Als wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich ankamen, waren wir alle sehr dankbar und haben erstmal den ganzen Dreck abgewaschen. Als alles mehr oder weniger (eher weniger) sauber war, wurde die Laune in unserer Gruppe wieder etwas besser. Da wir keine Ahnung haben, wie das so in Israel abläuft, haben wir die Jungs über alles ausgefragt. Wie viele Frauen die Israelis haben dürfen? Wie viele Ziegen bzw. Kühe eine Frau kostet? Ob die Hochzeiten arrangiert sind oder nicht? Die Jungs mussten lachen und erklärten uns dann, dass Sie auch Beziehungen mit Kühen oder Ziegen haben dürfen und das vor allem an der Grenze üblich sei. Was natürlich alles nur Spaß war. Wir mussten viel lachen und so ging auch dieser Tag mit ein paar beschissenen Stunden um 8.30 Uhr zu Ende.
Am 2ten Tag sind wir wieder 25km gelaufen und so mussten wir an unserem letzten Tag nur noch 16km laufen. Endlich spielte das Wetter mit. Es hatte nachts nicht geregnet und die Wege waren trocken. Auch unsere neu gekauften 3€ Schuhe blieben trocken. An diesem Tag ging es hauptsächlich bergab und nach schon 50 gelaufenen Kilometern, war es doch nochmal sehr anstrengend sich zu konzentrieren und darauf zu achten wo man hinläuft. Iftach und Jonas hielten zwischendurch kurz an um Bilder zu machen und dann waren Sie auch schon weg. Irgendwann haben wir Sie in der Ferne rufen hören. Unser Guide lief sofort in die Richtung von der die Rufe kamen. Sie wussten nicht mehr wo wir waren und haben sich total verlaufen. Nach etlichen Rufen durch die Büsche, haben wir Sie irgendwann wiedergefunden und unsere Gruppe war wieder komplett. Wir haben uns unterwegs alle super unterhalten und die Jungs haben mir Israel sehr als Reiseland empfohlen. Wer weiß vielleicht schaffe ich es ja irgendwann dahin, auf jeden Fall sind wir bei den Jungs eingeladen, bekommen dort ein Bett, eine warme Dusche und Trinkwasser. All das was wir in den letzten 3 Tagen nicht hatten.
Die Natur war an allen 3 Tagen, trotz schlechten Bedingungen überragend, die Aussicht war wunderschön und auch die Einheimischen auf unserem Weg waren alle sehr nett und freundlich. Als endlich der Inle Lake in Sicht war, waren wir alle doch sehr froh unser Ziel vor Augen zu haben. Kurz vor dem Lake bekamen wir noch Mittagessen und danach mussten wir nochmal 10 Minuten bis zum Boot laufen. In unserem Preis war auch eine Bootsfahrt zum anderen Ende des Sees inbegriffen. So konnten wir schon mal einen kurzen Eindruck vom Inle Lake bekommen. Nach 1 Stunde Bootsfahrt kamen wir in dem Städtchen Nyaung Shwe an. Unser Hostel lag natürlich 2 km vom Anlegeplatz entfernt. Aber nach 68km kam es auf die 2km auch nicht mehr an und wir liefen zu unserem Hostel. Uns schmerzte alles und wir freuten uns endlich wieder Nadine zu begrüßen die schon auf uns wartete. Sie musste nicht schlecht lachen, als wir alle mit Sonnenbrand angekommen sind. Regnet es mehr oder weniger zwei Tage & ist dann einmal paar Stunden schön & schon leuchten unsere Köpfe.
Trotz den teilweise fürchterlichen Bedingungen, bin ich im Nachhinein wirklich froh den Treck gemacht zu haben. Ich kann trotzdem raten, nicht mit Uncle Sam die Tour zu buchen, denn es gibt auch viele andere Anbieter in Kalaw, die einem mit Sicherheit besser informieren, bessere Guides haben und Ihre Angestellten besser bezahlen. Am letzten Tag haben wir auch erfahren, dass in einer anderen Gruppe eine Schwangere mitlief und spätestens da hätte die Organisation nicht nur das Geld sehen dürfen, sondern die Gesundheit der Touristen. Auch unser Guide scheint nicht gerade Spaß an seinem Job zu haben.

Lena

 

 
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Reunited

Donnerstag, 07.07.2016

Verständlicherweise schliefen die anderen lange und wollten einen ruhigen Tag haben. Nur zum Frühstück standen wir auf und legten uns dann wieder hin.
Lena und Jonas gingen zur Massage und die arme Bianca war jetzt wieder krank und blieb im Hotel.
Wir erfuhren, dass man vom Hotel aus kostenlos Fahrräder ausleihen kann. So radelten wir fröhlich los und die anderen konnten fast nicht mehr laufen.
An der Straßenseite sahen wir ein Schild zu einem französischen Restaurant und angezogen vom Kaffee setzten wir uns dort rein. Da traf ich die Leute wieder die ich in Kalaw kennen gelernt hatte. Ich bestellte Baguette mit Butter, Jonas Pommes und Lena Nudeln. Die Preise waren so hoch wie zu Hause und die Portionen so klein, dass man das Essen auf dem Teller suchen musste. Da waren wir enttäuscht und immer noch hungrig. Lena und ich wollten uns eine Waffel mit belgischer Schokolade teilen und diese war auch so klein, dass jeder nur 2 Löffel hatte. Trotzdem schmeckte es richtig gut.
Wir warteten bis der Regen aufhörte und dann radelten wir zurück. Lena und ich buchten Tickets nach Yangon von wo aus unser Flug nach Bangkok geht.
Bianca beschloss noch mit zum Abendessen zu gehen und wir setzten uns in ein gutes Restaurant an der Straße. Als wir fertig waren trafen wir wieder die israelischen Jungs und verabredeten uns in einer Bar. Diese ist riesig, total modern, aber teuer und es hatte mehr Angestellte als Gäste. Wir tranken gemütlich Bier, die anderen spielten Billard und wir hatten einen super witzigen Abend.
Ich war müde und radelte allein zurück und das Gute ist, dass man auch hier nachts allein als Frau überhaupt keine Angst haben muss. Die Leute sind total freundlich und überall saßen welche an der Straße und sangen und spielten Gitarre.
Eigentlich wollte ich um 1 nachts zum Deutschlandspiel gegen Frankreich wieder aufstehen, aber ich ignorierte meinen Wecker als er klingelte. Ich war einfach viel zu müde.
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Liebe Grüße vom Inle Lake
Nadine

Nyaung Shwe

Mittwoch, 06.07.2016

Ich schlief aus und dann genoss ich das gute Hotelfrühstück. Es gab Toast, ein Gebäck von Myanmar, Marmelade, Kaffee und Früchte. Das war gut und eigentlich wollte ich die Stadt erkunden. Leider regnete es mal wieder in Strömen und so war ich ein paar Stunden im Zimmer gefangen bis es los gehen konnte.
Da war schon Mittagszeit und ich suchte ein Restaurant. Weil ich die Nase voll hab vom Reis, gab es Spaghetti für mich. Diese waren verhältnismäßig teuer und die Portion klein.
Hier in der kleinen Stadt gibt es nicht wirklich viel zu sehen und hier hat es schon mehr Touristen als überall sonst in Myanmar. Der Inle Lake ist ein Touristenmagnet und die Einheimischen sind hier schon an uns Weiße gewöhnt.
Nach der kleinen Erkundungstour lief ich zurück zum Hotel. Da musste ich nicht lange warten da kamen die drei Anderen von ihrem Trekk zurück. Die Wiedersehensfreude war natürlich groß, obwohl alle von den 70 km wandern in 3 Tagen sehr müde und fix und fertig waren. Die Begeisterung über diese Wanderung hielt sich sehr in Grenzen, zumal es am zweiten Tag den ganzen Tag geschüttet hat und sie stundenlang durch tiefsten Matsch laufen mussten (Lena hat darüber einen Blogeintrag geschrieben der bald kommt).
Das Einzige was Bianca, Jonas und Lena noch machen wollten, war essen. Wir suchten bei Tripadvisor und fanden einen Italiener. Der war tatsächlich sehr gut und es gab hausgemachte Pasta. Wir hauten alle rein und ließen es uns ordentlich schmecken. Man merkte den Dreien deutlich an, wie erledigt sie waren und ich konnte das gut verstehen.
Zurück im Hotel gingen die Drei dann schon sehr früh ins Bett. Da ich die Tage davor so viel geschlafen hatte, konnte ich gar nicht einschlafen und es war 2 Uhr als ich das letzte Mal auf mein IPhone guckte.

Liebe Grüße
Nadine

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Travel to Nyaung Shwe

Dienstag, 05.07.2016

Wieder schlief ich lange und ging dann das letzte Mal hier zum Frühstück. Nachdem ich mein Zeug zusammen gepackt hatte das mittlerweile überall im großen Zimmer verteilt war, checkte ich aus.
Irgendwas stimmte mit dem Zimmerpreis nicht den das Hotel mir berechnete und ich fragte nach. Das junge Mädel tat mir leid, denn sie zitterte total und bekam Schweißausbrüche. Ich sagte, dass wir den Fehler schon finden und sie sich keine Gedanken machen solle. Nachdem die Ungereimtheiten in der Rechnung geklärt waren, stellte ich fest, dass ich nicht genug Geld hatte um zu bezahlen. Die nette, junge Managerin nahm ihre Mutter mit und fuhr mich in die Stadt zum Geldautomaten. Der erste Automat funktionierte nicht, aber der Zweite und ich gab dem netten Mädel ihr Geld. Netterweise fuhr sie mich noch bis zur Bushaltestelle und so musste ich schon nicht mein Gepäck da hin schleppen. Ich hatte noch eineinhalb Stunden bis der Bus kam und lief zu Sams Trekking um nochmal dort zu essen. Diesmal gab es eine Suppe was bei diesem doofen Wetter und kalten Temperaturen genau das Richtige war.
Gerade wieder an der Haltestelle angekommen, fing es in Strömen an zu regnen. Zum Glück gab es ein Dach. Ich traf einen total netten, älteren Burmesen der mit mir redete. Am Anfang dachte ich er ist ein bisschen verwirrt, aber er sagte mir er würde den richtigen Bus für mich anhalten. Ich wusste nicht, dass man die Busse anhalten muss und war froh, dass er das für mich machte. Niemals hätte ich den richtigen Bus erwischt und der Fahrer konnte kein Englisch.
Die Fahrt nach Nyaung Shwe am Inle Lake dauerte nicht mal 2 Stunden und die Landschaft war total schön. Der Bus war der Beste den wir bisher hatten. Die Sitze konnte man ganz nach hinten klappen, er war modern und der Fahrer fuhr echt angenehm. Es waren wieder nur Einheimische da und ich war eine Attraktion.
Für den Inle See muss man sage und schreibe 12,50$ „Eintritt“ bezahlen die ich an einer Art Mautstelle entrichten musste. Hier haben sie schon herausgefunden wie sie am besten Geld mit den Touristen machen können.
Als wir am Ziel hielten, fragte ich einen Tuk Tuk Fahrer wo mein Hotel sei. Er wollte Geschäft machen und verriet es mir nicht. Ein anderer Mann sagte es sei eine Stunde Fußmarsch also ging ich mit dem Tuk Tuk Fahrer mit. Die beiden Anderen im Tuk Tuk sollten 1$ und ich 1,50$ zahlen. Das ließ ich mir nicht gefallen und sagte das dem Fahrer. Die beiden anderen Backpacker regten sich total darüber auf und fragten mich, warum ich denn wegen 50 ct so rum machen würde. Für 1$ wurde ich dann letztendlich zum Hotel gebracht.
Eigentlich hatte ich ein 5-Bettzimmer im Manaw Thu Kha gebucht, aber war allein. Das Hotel ist sehr schick und auch das Zimmer sieht schön aus. Es gibt hier keine Stock-, sondern Einzelbetten was gut ist. An diesem Tag wollte ich auch nicht mehr viel machen, es regnete noch und ich ging nur raus um was zu Essen zu suchen.
Somit geht ein anderer, fauler Tag zu Ende. Die Anderen schickten mir Sprachnachrichten und Bilder vom Trekking und waren sehr genervt. Den ganzen Tag hatte es geregnet und sie mussten im tiefsten Matsch rum laufen. Ich hatte total Mitleid mit allen und fühlte mit ihnen mit.
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Faule Grüße
Nadine

Boring Kalaw

Montag, 04.07.2016

Happy independence day America!

Die Anderen standen um 7 auf, frühstückten noch was und dann verabschiedeten sie sich von mir. Ich werde sie alle vermissen und es ist einfach immer total witzig mit unsere Gruppe und gibt viel zu lachen.
Nachdem alle weg waren, konnte ich auch nicht mehr schlafen und ging zum frühstücken. Es gab das Gleiche wie letztes Mal, aber ich aß nur trockenes Brot. Ich traf eine Finnin und einen Holländer, wir kamen ins Gespräch und die beiden sind auch total verrückt und nett. Sie wollten auf eine Tageswanderung gehen und fragten, ob ich mit wollte. Leider regnete es in Strömen und bei Regen wollte dann auch keiner laufen. Ich dachte an die Anderen und hoffte, dass sie nicht nass werden würden. Wenn ich da schon gewusst hätte, was sie noch zu erzählen haben….
Endlich hatte ich Mal wieder Zeit ein paar Dinge zu organisieren und mich um Sachen (Steuern, Banken, …) zu kümmern die liegen geblieben waren. Das war auch ganz gut und so wurde mir nicht langweilig. Ich hatte noch eine Extranacht in diesem Hotel gebucht, aber diesmal natürlich ein Einzelzimmer. Als ich zum checkout an die Rezeption ging, sagten sie mir, dass ich in diesem Zimmer bleiben könne. So ein großes Zimmer für mich allein und das für 7$. Da kann ich mich nicht beklagen. Da es so stark regnete war immer mal wieder der Strom und somit auch das Internet weg. Das ist in Süd-Ost-Asien sehr oft so wenn es regnet und daran muss man sich einfach gewöhnen.
Als der Regen nachließ, ging ich eine Runde laufen und danach aß ich Mittag bei Sams Trekking. Bianca hatte mich auf eine strenge Diät gesetzt, dass mein Magen besser wird und diese hielt ich ein. So gab es nur trockenen Reis.
Zurück im Hotel traf ich die Finnin und den Holländer wieder und wir saßen zusammen und quatschten. Wir fanden noch eine Engländerin, einen Franzosen und einen Australier und als es Zeit war liefen wir alle zum Abendessen. Wir gingen wieder ins Nepali-Restaurant, weil es hier nicht viel Auswahl an Restaurants gibt und ich blieb bei meiner Diät.
Mit den Anderen schickte ich Sprachnachrichten hin und her und Bianca war stolz auf mich, dass ich ihren Diätplan so schön verfolgte (ihre Mutter ist Ärztin und weiß was zu tun ist). Den Mägen von den Anderen ging es wieder besser und ich freute mich, dass sie eine gute Zeit hatten.
Mit den Anderen saß ich noch lange im Hotel zusammen und ging entspannt ins Bett.

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Faulenzige Grüße
Nadine

All sick

Sonntag, 03.07.2016

Leider kann ich nicht mit meinem IPhone umgehen. Der Blogeintrag war in meinen Notizen und dann passierte folgendes: Ich klickte „alles markieren“ und dann „einfügen“. So wurde ein Text den ich davor geschrieben hatte eingefügt. Leider wusste ich nicht, dass man das IPhone schütteln kann um was rückgängig zu machen und jetzt ist es zu spät. Weiß jemand wie ich die Notiz wieder bekomme?
So lange gibts den Eintrag in einer sehr kurzen Version:
Wir kamen um 3 morgens in dem kleinen Dorf Kalaw an, es war kalt, wir liefen zum Hotel und legten uns nochmal hin.
Hier kann man nicht viel machen, die anderen buchten ihren Trekk, aber weil ich immer noch Magenprobleme habe und sehr müde bin, gehe ich nicht mit. Der Trekk geht drei Tage, zwei Nächte und die anderen laufen 60 km zum Inle Lake. Das Gepäck wird dort hin gebracht. Danach aßen wir, chillten nochmal und aßen Abend.
Die anderen packten und um schliefen wir alle.
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Liebe Grüße
Nadine

Lost in the outback

Samstag, 02.07.2016

Feuer ! Was passiert hier? Wo müssen wir hin? Mit diesem Gedanken wachten Lena und ich auf. Wo kommt dieses schrille, laute Geräusch her? Ein Feuermelder? Bis wir im Halbschlaf merkten, dass das Telefon klingelt. Es war die Rezeption die meinte, dass wir jetzt kommen sollen, wenn wir noch Frühstück wollten. Wir mussten uns nach diesem Schock erst Mal sortieren und klare Gedanken fassen. Gut, dass es nur das Telefon war. Lena zitterte und wollte gar nicht mit zum Frühstück. Als ich ging, entschied sie sich aber doch mitzukommen. Jonas war es genau so gegangen und im Halbschlaf saßen wir beim Frühstück in aller Stille. Bianca war schon eine Weile wach und putzmunter. Eigentlich ja sehr nett, dass das Hotel uns zum Frühstück aufweckt, das nur bis 9 ist.
Nach dem guten Essen legten wir uns wieder hin um nochmal zu schlafen. Wir dachten, dass der Checkout um 12 ist als um 11 wieder das Telefon klingelte. Wir hätten um 11 das Zimmer verlassen sollen und sollten schauen, dass wir bis um halb 12 draußen seien. Also schnell in die Dusche, Zeug zusammen gepackt und auschecken. Gut, dass es uns nicht extra berechnet wurde. Unser Bus nach Kalaw sollte abends fahren und wir konnten unser Gepäck im Hotel lassen. Die ganze Nacht hatte es in Strömen geregnet und ich hatte es zwar gehört, aber nicht realisiert. Der Balkon hatte zwar ein Dach, welches aber den Regen nicht davon abhielt alle meine Klamotten triefnass zu machen. Das hatte sich gelohnt. So startete ich einen neuen Trocknungsversuch und hängte sie nochmal auf.
Es war schon 12 und wir liefen erstmal zum Mittagessen.
Danach liehen wir uns nun schon den dritten Tag für einen sehr günstigen Preis die eBikes aus.
Von der Frau vom Boot hatten wir am Vortag den Tipp für einen Markt bekommen. So fuhren wir an die Stelle von der aus wir beim Ankommen das Taxi genommen hatten. Es dauerte eine halbe Stunde und regnete. Wir hatten zwar alle Regenjacken, aber wurden natürlich trotzdem nass. So langsam nervt mich diese Regenzeit immer mehr ! Ich hatte es erwartet, aber die anderen waren ein bisschen geschockt vom Markt. Es hatte nur Burmesen hier und das Wort Hygiene ist hier fremd. Es ist total dreckig, überall liegt Müll, die Verkäufer sitzen teilweise auf dem Boden und vom Gestank wurde mir schlecht. Es gibt eine Obst-, und Gemüse“abteilung“ die noch ganz ok war. Als wir aber dann an den toten Fischen und dem Fleisch vorbeiliefen das den ganzen Tag ungekühlt in der Hitze liegt und wo hunderte Fliegen dran hängen, verging uns allen der Appetit. Keine Ahnung wie lange das schon da liegt und eine Frau schimpfte Jonas aus, weil er ein Foto machen wollte. So verließen wir den Markt schneller wieder als geplant und warteten noch bis der Regen ein wenig nachließ.

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An einem italienischen Restaurant machten wir eine Kaffeepause (wir sind alle totale Kaffeeliebhaber) und Bianca bestellte eine Kartoffel ohne irgendwas, weil es ihrem Magen auch nicht gut ging. Ich hatte einen guten Schokoladenpfannkuchen und es schmeckte. Als es ans Zahlen ging, fiel Bianca vom glauben ab. Die wollten ernsthaft 1,50$ für eine Kartoffel. Sie diskutierte rum, aber das brachte nichts. Wir machten Späße und redeten den ganzen Tag von der „goldenen Kartoffel“.
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Als wir los fahren wollten, ging Biancas Bike wieder nicht. Das ist jetzt nun schon das dritte Mal, dass das passiert. Nun wissen wir auch, warum die so günstig waren. Weil wir so weit von der Vermietung entfernt waren und uns am Telefon keiner verstand, ließen wir das Bike kurzerhand stehen und Bianca fuhr mit mir mit.
An der Vermietung erklärten wir das Problem und Bianca bekam ein neues Gefährt. Wir waren gerade ein paar Meter weit weg, da streikte es erneut und Bianca sagte, dass sie einfach kein Bike haben sollte. Das nächste Zweirad das sie bekam funktionierte aber endlich.
Wir hatten keinen richtigen Plan was wir noch machen sollten und außer Tempeln gibt es hier nicht viel. So fuhren wir einfach mal los und guckten was noch kommt. Auf der Suche nach einem Massagesalon verirrten wir uns im „Outback“ und trafen eine sehr nette Frau. Diese bestand darauf uns mit ihrem Roller einen Massagesalon zu zeigen. Sie fragte unterwegs sehr viele Leute, machte einen großen Aufwand für uns und dann kamen wir an einem Luxushotel raus. Leider konnten wir uns das hier nicht leisten und bedankten uns oft bei der sehr netten Frau die sogar für uns rein ging und nach Preisen fragte.
Wir fuhren weiter über sehr abgelegene Sandpisten und hatten viel Spaß. Diesmal saß Lena bei Jonas hinten drauf. Ist das ein schlechtes Zeichen für mich? 😉 Wir hielten an ein paar weiteren Tempeln die aber doch alle gleich aussehen. Eine Frau brachte uns in einen sehr sauberen Tempel und sagte wenn wir hochklettern, können wir den Fluss überblicken. Tatsächlich war die Aussicht sehr schön.
Irgendwie hatten wir uns ein bisschen im nirgendwo verfahren, aber das war total cool. Wir sahen viele kleine Dörfer, Kinder die Fußball spielten und einfaches Leben. Jonas hat eine gute Orientierung und wir fanden wieder auf die Hauptstraße und stellten fest, dass wir ganz schön weit gekommen waren.
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Wir suchten ein Restaurant, aßen zu Abend und waren noch gut im Zeitplan. Nun hatten die anderen drei auch Magenprobleme und das heißt leider, dass wir jetzt alle zusammen leiden können. Das bleibt halt in solchen Ländern nicht aus, wie gut man auch darauf achtet wo und was man isst…
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Danach brachten wir die Bikes zurück und liefen zum Hotel. Zum Glück waren meine Klamotten zwischenzeitlich getrocknet und ich konnte sie einpacken.
Pünktlich um halb 7 holte uns ein Tuk Tuk ab. Wie immer wird man hier eng zusammen gepfercht und an jedem Stopp stiegen mehr Backpacker ein. Es war so voll, dass man keinen Platz mehr hatte. Nach einer halben Stunde waren wir am Busbahnhof wo unser Bus bereits wartete. Diesmal hatten wir mehr bezahlt und uns einen besseren Bus gegönnt. Auch hier konnte man die Sitze nicht sehr weit nach hinten machen, aber ich hatte einen Einzelsitz am Fenster. Wir bekamen Wasser, Erfrischungstücher, Zahnputzzeug und es gibt sogar eine Toilette. Jeder hatte eine Fleecedecke und auch die Klimaanlage war dieses Mal nicht zu kalt eingestellt. Es lief auch ausnahmsweise kein Burmesischer Film, weil nur Backpacker an Board waren. Das hatten wir bisher auch noch nicht. Lena, Jonas und ich tranken ein bisschen was vom Whiskey und dann versuchte ich zu schlafen. Leider gelang mir das wieder nicht und so verbrachte ich die Nacht mit lesen.

Liebe Grüße vom letzten Tag in Bagan
Nadine

Beautiful Sunrise and Sunset over Bagan

Freitag, 01.07.2016

Obwohl es uns allen schwer fiel, schälten wir uns um 4 aus den Betten um um halb 5 am eBike-Verleih zu sein. Wenn man schon mal so eine Kulisse hat, lässt man sich den Sonnenaufgang natürlich nicht entgehen. Im Dunkeln fuhren wir also zu dem Tempel den uns der junge Mann am Vortag verraten hatte, ich natürlich wieder mit meinem pinken Helm den ich (ganz zum Unverständnis von Lena) schon seit Vietnam mitschleppe. Mit Hilfe einer Taschenlampe kletterten wir die Mauern hoch. Wir ahnten schon, dass es keinen Sonnenaufgang geben wird, weil wir das hier bisher noch nie hatten, aber wir sind Optimisten und stets guter Laune. Jeder träumte so vor sich hin, als langsam immer mehr Tempel erkennbar wurden. Da sah man dann schon, dass sich eine dicke Wolke vor die Sonne schob. Trotzdem hatten wir totales Glück und bekamen einen richtigen Sonnenaufgang zu sehen. Der Panoramablick über all diese vielen Tempel war gigantisch. Allein die Sonne auf all die Pagodas scheinen zu sehen, war das Aufstehen wert. Es versprach ein schöner Tag zu werden und wir saßen lange da und warteten bis sich die Sonne (die wir schon lange nicht mehr gesehen hatten) komplett zeigte.

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Wir hatten alle Hunger und „düsten“ zurück zum Hotel. Da gab es schon Frühstück und wir genossen es total.
Natürlich waren wir trotz Kaffee immer noch müde und legten uns alle wieder ins Bett.
Wir trafen uns um halb 10 um noch ein paar Tempel anzuschauen. Wir fuhren eine schöne Runde und genossen den sonnigen Tag und den blauen Himmel. An einem Fluss machten wir Halt und trafen einen Mann. Dieser ist 51 und reist um die Welt seit er 23 ist. Es gibt kaum ein Land auf dieser Welt das er noch nicht gesehen hat und ich war gleich gefesselt von seinen Geschichten. Was er sagte war sehr inspirierend und ich fragte ihn Löcher in den Bauch. Die anderen suchten zwischenzeitlich nach Bootstickets. Es ist einfach gut sich mit Leuten über Erfahrungen und Länder auszutauschen und zu erfahren wie ein Leben ist das nur aus Reisen besteht. Der Neuseeländer war sehr nett und gesprächig und als die anderen zurück kamen, verabschiedete ich mich nett und er wünschte mir alles Gute. Ich hätte mich noch stundenlang mit ihm unterhalten können.
Die drei hatten Tickets für eine Bootstour zum Sonnenuntergang auf dem Fluss gebucht. Es war immer noch morgens, aber fühlte sich an wie Mittag, weil wir so früh wach waren.
Wir fanden ein nettes Restaurant und tranken einen Kaffee.
Jonas der leidenschaftlicher Golfer ist, hatte gelesen, dass es hier einen Golfplatz gibt. Die Fahrt dort hin war mehr als abenteuerlich. Es ging durch sehr tiefen Wüstensand durch. Unsere eBikes machten wir kurzerhand zu Dirtbikes und fuhren mutig durch den Sand. Jonas landete gleich mal im Dreck und wir lachten ihn aus. Der Sand ist so weich, dass nichts passierte. Lena und ich blieben stecken und Lena musste mich anschieben. Zum Glück sind diese Bikes sehr leicht und ich konnte es immer auffangen, bevor wir hin fielen. Trotzdem hatte das so keinen Wert und Lena lief ein Stückchen nebenher. Wir kamen an einem Luxusresort raus das man so nur aus Filmen kennt. Die Anlage ist riesig, die Gäste können in einem hohen Turm schlafen und es ist überall Luxus pur. Leider verstanden die Rezeptionisten nicht, dass wir nur Golf spielen wollten und so wurde das nichts. Dafür bekam Bianca die typisch burmesische Paste aufgetragen die hier den Leuten (auch Männern) als Makeup und Sonnenschutz dient. Diese wird aus einem Stück Holz gewonnen und die Frau musste alle Kraft aufwenden um die Paste zu bekommen. Ich war neugierig und fragte was denn eine Nacht hier kosten würde. Das günstigste Zimmer würde man für 120 $ die Nacht bekommen und für das Teuerste müsse man über 1.000$ die Nacht zahlen. Da haute es uns doch glatt von den Socken !

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So fuhren wir ohne Golf gespielt zu haben weiter.

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Als wir wieder auf der Hauptstraße waren, versagte wieder Biancas Roller. Zum Glück hatte sie einen Schal dabei und ließ sich von Jonas abschleppen. Sie hielt den Schal und das andere Ende war an Jonas‘ Bike festgemacht. Keine einfache Sache und ein paar Mal mussten sie anhalten. Es ist nicht gerade ungefährlich und irgendwann tauschten die beiden ihre Bikes. Es war ein schönes Stückchen zurück zum Verleih, aber sie schafften es. Dort stellte sich heraus, dass ein Kabel nicht richtig eingesteckt war.
Wir aßen zu Mittag als das Problem behoben war und chillten noch eine Weile.
Pünktlich fuhren wir zurück zum Fluss, wo unser Kapitän bereits wartete. In der Mittagspause hatten wir die Akkus der eBikes austauschen lassen um nicht wieder stehen zu bleiben. Leider zog Lenas und mein Bike nun überhaupt nicht mehr und wir hatten das Gefühl jeden Moment stehen zu bleiben. Die nette Frau vom Boot begrüßte uns und es ging gleich los. Wir hatten das Boot für uns und es gab einen Tisch mit Kaffee und Erdnüssen. So saßen wir da und hielten ein gemütliches Kaffeekränzchen während das Boot gemächlich vor sich hin tuckerte. Es war eine tolle Fahrt, wir sahen wie Kinder im Fluss badeten, Leute ihre Kleider wuschen und andere angelten. Da wird einem Mal wieder bewusst was man selbst für einen gehobenen Lebensstandard hat und die Leute hier glücklich sind, obwohl sie nichts besitzen. Die Häuser die aus Stroh sind, sind so einfach und alle leben gemeinsam unter einem Dach. Das finde ich faszinierend und man sollte so manch einen Jugendlichen aus einem europäischen Land einmal hier her schicken um zu zeigen, dass nicht alles selbstverständlich ist.

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Zum Sonnenuntergang setzte ich mich mit dem Kapitän und einem anderen Mann auf das Dach des Bootes und freute mich, dass die beiden ständig sangen. Bianca zeigte in der Zwischenzeit dem kleinen Jungen der Chefin wie Snapchat funktioniert und die beiden machten viele Grimassen.

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Es war wolkig und somit sahen wir nicht mehr viel von der Sonne, aber die Stimmung auf dem Boot mitten auf dem Fluss war entspannt und wir konnten alle unseren Gedanken nachhängen. Langsam ging es wieder zurück und ich bin froh, dass wir diese Fahrt für 2,50$ pro Person angetreten hatten. Somit hatten wir den Sonnenauf-, und Sonneuntergang an einem Tag gesehen.
Im Dunkeln fuhren wir zum Restaurant bei dem wir Mittags schon zum Kaffee waren. Dieses ist ein vegetarisches Restaurant und so viel Auswahl zu haben bin ich nicht gewohnt. Es war super lecker und alle wurden satt.
Wir gaben unsere Bikes ab und ich holte meine Wäsche. Die Wäsche der anderen war schon früher fertig und wie deren Klamotten waren auch meine noch nass. Ich hängte sie zum Trocknen auf den Balkon.
Bianca verabschiedete sich ins Bett und wir anderen drei saßen auf der Terrasse zusammen. Ich musste bei meiner Bank anrufen, weil ich eine Doppelbuchung auf meiner Kreditkarte hatte. Über Skype ist das Telefonieren sehr günstig und Jonas ließ mich netterweise über seinen Account anrufen. Ich hatte das Gespräch auf Lautsprecher und Jonas und Lena machten sich einen Spaß daraus ständig im Hintergrund zu quasseln. Als die Frau misstrauisch wurde und Jonas dann auch noch sagte: „Toll hast du das alles auswendig gelernt!“, zweifelte sie an der Echtheit des Gesprächs. Sie fragte mich sämtliche Sicherheitsfragen und fragte mich oft, ob das wirklich ich bin. Als Jonas und Lena ruhig waren, glaubte die Dame mir endlich, aber helfen konnte sie mir erst nicht.
Jonas, Lena und ich veranstalteten anschließend eine Zimmerparty. Mit guter Musik, Whiskey und jede Menge Spaß und Gelächter war der Abend perfekt. Wir nahmen unser Lied „I believe in Firpo“ auf und nach langen Überlegungen schickten wir es ihm. Gebannt saßen wir vor Lenas Handy und warteten auf eine Antwort. Ganz Firpo freute er sich total über unser Lied und sah, dass wir viel Spaß hatten. Vielleicht werden wir ja jetzt berühmt, wo doch Firpo nicht unbekannt ist.
Als wir dann schon 24 Stunden wach waren, beschlossen wir nach vielen Bettselfies endlich ins Bett zu gehen.

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Gleich schliefen wir ein und machten aus am nächsten Tag auszuschlafen.

Liebe Grüße von den Tempeln in Bagan
Nadine

Explore the 3.000 Temples of Bagan

Donnerstag, 30.06.2016

Es war 5 Uhr morgens, als der Bus nach 560 km anhielt und uns gesagt wurde, dass wir aussteigen sollten.

Da befanden wir uns mitten im nirgendwo. Eigentlich hatten wir es uns fast schon gedacht, dass es mal wieder so laufen würde, obwohl uns der Ticketverkäufer gesagt hatte, wir würden in die Stadt gefahren werden. Wie immer stand schon ein Minivan für uns bereit. Der Fahrer wollte uns sage und schreibe 5$ pro Person abknöpfen, was hier total viel ist. Jetzt fragt sich bestimmt manch einer, was wir denn wegen solchen Beträgen groß rum machen. Erstens geht es ums Prinzip und zwar darum, dass wir uns nicht abzocken lassen und zweitens macht Kleinvieh auch Mist und wenn man jedes Mal so viel zahlt, dann geht das irgendwann sehr ins Geld und wir reisen alle auf einem Budget. Also sind wir los gelaufen, um ein anderes Taxi zu suchen, denn bis in die Stadt waren es über 40 km. Es war noch ein Pärchen von England da, die zufällig ins gleiche Hotel mussten.
So versuchten wir andere Vans anzuhalten, aber leider ohne Erfolg. Wir liefen immer weiter und waren genervt von dieser Masche der Busunternehmen oder von wem das auch immer aus geht. Für den Bus hatten wir nämlich auch schon 25$ hin geblättert.
Endlich hielt ein Van der voller Leute war. Dieser ist kein offizielles Taxi, aber die Leute die alle von der gleichen Firma waren, nahmen uns mit. Bis das ganze Gepäck in den vollen Bus gequetscht war, dauerte es und einige der Leute mussten auf dem Dach Platz nehmen, aber es geht alles. Nach ca. 20 km stoppte dieser Bus und jeder von uns zahlte 1$. Nun ging die Suche nach einem anderen Taxi erneut los. Lena und die Engländer fanden beide jeweils ein anderes Taxi und nun standen wir in der Mitte. Wir wollten erst mit dem einen Taxi mit, aber dann stritten sie sich um uns und gingen mit dem Preis immer mehr runter. Wir quetschten uns zu 6. in ein 4 Personen Taxi und Lena lag quer über den anderen. Ich entschied mich für den Kofferraum wo das ganze Gepäck drin war.
Wir freuten uns, als die Fahrt vorbei war und zahlten jeder 1$. Na also geht doch auch günstiger !
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Zum Glück hatte unser Hotel Bagan Nova Erbarmen mit uns und ließ uns schon einchecken. Mir wurde sogar wieder mein Koffer die Treppe hoch getragen. Wir hatten zwei Zimmer mit Einzelbetten und die Zimmer hier sind schön und sauber und es gibt ein richtiges Bad mit richtiger Dusche – yippi!
Wir legten uns nochmal für ein Schläfchen hin und trafen uns dann zum Frühstück. Fast neben dem Hotel wurden wir fündig und hatten ein sehr leckeres Essen (ohne Reis).
Vom Städtchen Bagan (historische Königsstadt) waren wir alle ziemlich enttäuscht. Wir dachten es sei eine Stadt wie Yangon, aber statt dessen war es nur ein sehr kleines Kaff wie die anderen Orte an denen wir bereits waren. Bagan ist vor allem für seine Tempel bekannt, von denen es hier über 3.000! gibt. Bagan ist eine der größten archäologischen Stätten in Südostasien. Es ist unterteilt in New-, und Old-Bagan (Neues-, und Altes-Bagan). Im alten Teil wohnen vorwiegend die Burmesen und alles ist traditionell und im neuen Part sind vorwiegend die Hotels und die Touristenrestaurants. Viele vergleichen die Tempel in Bagan mit Angkor Wat in Kambodscha.
Die einfachste, coolste und günstigste Methode die Tempel zu erkunden ist, sich ein Elektrobike auszuleihen. Diese findet man an jeder Ecke und überall wird mit kostenlosem waschen der Wäsche geworben, wenn man ein Bike mietet. Da unsere Wäsche das wieder nötig hatte, gaben wir sie gleich ab. Für sage und schreibe 4$ bekamen wir ein Bike für zwei Tage und unsere Wäsche gemacht. Normalerweise wäre das Waschen allein schon teurer gewesen. Die eBikes sehen aus wie Roller, aber sind batteriebetrieben und fahren max. 40 km/h. Als Tourist ist es in Myanmar nämlich wegen der Unfallgefahr nicht erlaubt einen Roller zu fahren.
Für mich ein gutes Zeichen: Lena wagte sich wieder bei mir mitzufahren.
Unterwegs trafen wir viele andere Touris mit eBikes. Es war total spaßig mit diesen langsam Krücken rum zu bummeln und man konnte sich alles genau anschauen. Man weiß gar nicht so recht welche Tempel man sich anschauen soll, denn es gibt so viele davon. Sie sind einfach überall: Am Straßenrand, sehr weit abseits und direkt in dem Städtchen drin.
Wir waren gerade in einem kleinen Dörfchen als Biancas Bike den Geist aufgab. Wir mussten die Leute von der Vermietung anrufen (zum Glück stand die Nummer auf dem Bike). Ein Burmese versuchte dem Vermietungsmensch zu erklären wo wir gerade sind. Nach 10 min. kam einer, wechselte die Batterie und weiter ging`s.
Wir hielten an ein paar größeren Tempeln und waren nicht überrascht, dass in jedem von diesen ein Buddha saß. Teilweise sind die Tempel sehr dreckig und vermüllt und wie immer muss man barfuß rum laufen. Wir trafen einen Burmesen der an einem Tempel wohnt und er zeigte uns stolz seine Malereien die er im Tempel vorgenommen hat. Er stellte eine sehr instabile Bambusleiter an die Tempelwand und sagte wir können hoch. Das war alles andere als ungefährlich und eine Stufe war schon halb gerissen. Da wird einem ganz anders, wenn man da hochklettert, aber man wird mit einer coolen Aussicht belohnt. Wir kletterten wieder runter, verabschiedeten uns nett und weiter ging`s.
Zu den ganz großen Tempeln gingen wir nicht, denn die kosten 25$ Eintritt, was mal wieder viel zu viel ist. Das war keiner von uns bereit zu zahlen, aber alle Tempel wo wir hin sind waren kostenlos und kein Mensch dort. Über 2.000 der Tempel haben gar keinen Namen.
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Wir trafen während dem Fahren einen jungen Mann der sagte er zeige uns einen Geheimtipp. Wir folgten ihm mit den Bikes über Stock und Stein, Sandwege und Holperpisten bis wir an einen abgelegenen Tempel kamen. Innen gab es eine Treppe wo es stockdunkel war. Diese kletterten wir hoch und Lena haute sich gleich mal den Kopf an, aber zum Glück hatten wir alle noch unsere Helme auf und so war es halb so schlimm. Draußen mussten wir an einer Ziegelsteinwand hochklettern und hatten den besten Ausblick über viele andere Tempel. Der junge Mann erzählte uns viel und sagte, dass er nie in der Schule war, weil seine Eltern kein Geld hatten. Wir erfuhren, dass nach einem schweren Erdbeben die Spitzen neu auf die Tempel gemacht werden mussten. Unser „Guide“ würde Bilder malen um Geld zu verdienen und fragte ganz schüchtern, ob er uns seine Bilder zeigen dürfe. Die waren echt schön und er malt mit Naturfarben. Dafür nimmt er verschiedene Pflanzen als Farbe und Baumwolle als Untergrund.
Es war noch eine Stunde bis zum Sonnenuntergang und leider kannten den „Geheimtipp“ noch mehrere denn es kamen noch ein paar andere Backpacker die auch alle einen Einheimischen dabei hatten. Wir fragten uns, ob die Geld von uns wollen oder wir ein Kunstwerk kaufen sollten oder warum der junge Mann und die anderen das machten.
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Der Sonnenuntergang war nicht gerade spektakulär, denn es waren wieder viele Wolken am Himmel, aber es war es trotzdem Wert es anzuschauen. Im Sommer fahren hier viele Heißluftballons mit den Touristen, wovon es das meist bekannte Bild von Myanmar gibt. Leider hatten wir Pech und jetzt in der Regenzeit gibt es keine Heißluftballons.
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Wieder sicher runter geklettert, wollte unser „Guide“ uns seine Kunstwerke verkaufen. Keiner von uns wollte 15$ aufbringen und beleidigt zog der Nachwuchskünstler ab. Wir rannten hinterher und gaben ihm 2$ Trinkgeld für seine Mühe. Diese wollte er nicht annehmen, aber wir ließen nicht nach.

Auf dem Rückweg hielten wir an einem guten Restaurant und wurden alle sehr satt. An diesem Abend konnte man mit uns nicht mehr viel anfangen, weil wir alle noch total müde von der langen, anstrengenden Reise waren.

Als Lena und ich zurück ins Zimmer kamen, machte Lena einen Satz zur Seite. Eine riesige Huntsman Spinne saß unschuldig auf unser Wand. Lena die keine Spinnen mag, war schneller aus dem Zimmer draußen als ich gucken konnte und ich versuchte das Tier wieder einzufangen. Leider war sie so schnell, dass ich sie nicht fangen konnte. Lena holte die Jungs von der Rezeption die gleich zur Stelle waren. Dem jungen Burmesen der vielleicht gerade mal 16 war gelang es auch nicht. Zwei andere junge Mädels kamen mit einem Besen dazu. Ich warnte eindringlich, dass keiner die ungefährliche Spinne töten solle. Die Spinne krabbelte auf den Besen, aber war dort genau so schnell wieder unten und verkroch sich hinter dem Bett. Die drei Jungen Leute und ich lagen in der Zwischenzeit fast auf dem Boden vor lachen. Ich filmte die wilde Verfolgungsjagd und es wurde immer interessanter. Sie mussten das halbe Zimmer auseinander nehmen und letztendlich fing der Junge das Krabbeltier mit einer Plastiktüte ein und setzte sie vor die Tür. Lena musste ich versprechen den Raum auf Spinnen abzusuchen bevor sie wieder rein kam. Als die Luft spinnenrein war konnten wir schlafen.

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Liebe Grüße von Bagan
Nadine