Trekk from Kalaw to Nyaung Shwe (Inle Lake)

Lena hat die Erlebnisse vom Trekk (bei dem ich nicht dabei war) zusammen gefasst
Montag, 04.07. – Mittwoch, 06.07.2016 Trekk von Kalaw nach Nyaung Shwe

Nach unserem faulen Tag in Kalaw, ging es dann am nächsten Tag für Bianca, Jonas und mich auf zum 3 Tage Treck nach Inle Lake. Insgesamt sind es 70km zu laufen und es hieß die Strecke sei für Anfänger geeignet. Es kostete uns gerade mal 40$ inkl. Übernachtung und Essen. Morgens um 8 trafen wir uns bei Uncle Sam, worüber wir die Tour gebucht hatten. Zu unserer Truppe kamen noch die 3 Israelis Or, Iftach und Golan und unser Tour Guide Soe. Dann ging es auch direkt los und wir mussten erstmal einen Berg hochlaufen, was gleich richtig in die Beine ging. Die ersten 5km unserer Strecke ging auf und ab durch Wälder. Alles war vom Regen matschig und rutschig und wir mussten schon nach kurzer Zeit feststellen, dass dieser Treck alles andere als einfach wird. Die Jungs hatten weniger Probleme und nachdem uns Soe einen Wanderstock organisiert hatte, war es auch für uns einfacher das Gleichgewicht im Matsch zu halten. Natürlich wie es so sein muss, regnete es ununterbrochen. Wir waren alle froh als der erste Teil hinter uns lag und wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Der Ausblick war schon hier grandios. Es war zwar bewölkt, aber man konnte trotzdem sehr weit in die Täler sehen und zum Glück hörte der Regen endlich auf. Als wir unsere ersten 15km hinter uns hatten, hielten wir bei einer einheimischen Familie zum Mittagessen. Auch eine andere Gruppe bekam hier etwas zu essen. Jonas bekam eigentlich wie immer eine Art Reis und für uns gab es Fladenbrot mit leckerem Gemüse, sowie Grüntee aus der Region. Weiter ging unser Weg auf und ab durch die Berge. Die Wege waren sehr einfach zu laufen und so kamen wir auch mit den Israelis ins Gespräch. Alle 3 gingen nach Ihrer Schule zur Armee. In Israel müssen alle egal ob männlich oder weiblich nach der Schule für 2-3 Jahre in die Armee gehen. Der Grund hierfür sind die Nachbarstaaten Israels. Sie müssen im Fall der Fälle immer vorbereitet sein, falls etwas passieren könnte. Sie erzählten uns auch, dass Sie teilweise 20 Stunden am Stück laufen mussten. Kein Wunder das die 3 mit diesen Wegen die wir gingen gar kein Problem hatten. Am Nachmittag liefen wir fast ausschließlich auf Schienen. Zwischendurch mussten wir von den Schienen runter, weil ein Zug kam. An einem Bahnhof machten wir eine Tee-Pause und sammelten unsere letzte Kraft um das letzte Stück bis zu Soe’s Familie zu laufen. Hier wurden wir über Nacht einquartiert. Das Haus war sehr einfach gebaut. Es gab kein fließendes Wasser und Strom gibt es auch nicht. Betten werden auch völlig überbewertet und so mussten wir auf einer dünnen Matratze auf dem Boden schlafen. Soe lebt hier mit seiner Mutter und seinem Bruder. Was mit seinem Vater ist, trauten wir uns nicht zu fragen, aber wir gehen davon aus, dass er tot ist. Das Haus hatte 2 Stockwerke unten war ein kleiner Raum in dem gekocht wurde und Soe und sein Bruder übernachteten und eine Art Lagerraum für Lebensmittel, welcher eigentlich gar nicht ausgebaut war. Im oberen Stockwerk gab es einen größeren Raum in dem wir untergebracht wurden und ein kleiner abgetrennter Bereich für die Mutter. Wer jetzt fragt wo das Bad ist, gibt es nicht. Dusche? Was ist das? Wir konnten uns draußen in einer kleinen Kabine mit Regenwasser waschen und um auf das Klo zu gehen, musste man durch den Garten auf eine Art Plumpsklo. Erst wenn man sieht, wie wenig diese Menschen besitzen und doch irgendwie glücklich sind, realisiert man erst was für einen hohen und unnötigen Anspruch wir selbst haben. Zum Abendessen gab es Reis und alle möglichen Arten von Gemüse, was uns allen ziemlich gut schmeckte. Schon um 8 Uhr fielen wir alle tot ins Bett und nach 25km an unserem ersten Tag schliefen wir auf dem harten Boden sogar relativ gut.
An unserem 2ten Tag wurden wir um 6.30Uhr mit Frühstück geweckt. Wer nun denkt wow Frühstück am Bett, muss bedenken das es Reis gab und um halb Sieben morgens war es für uns alle nicht gerade einfach Reis zu essen. Um kurz nach Sieben waren dann alle gerichtet und los ging unser 2ter Tag der Wanderung. An diesem Tag mussten wir wieder ca. 25km laufen. Schon die ersten paar Meter kosteten uns alle Kraft die wir hatten. Es hatte in der Nacht sehr stark geregnet und dadurch wurde alles ziemlich matschig und rutschig und dazu ging es noch bergauf, was das Ganze nicht wirklich einfacher machte. Wir waren schon ziemlich schnell am Fluchen, weil wir nur Turnschuhe anhatten. Aber schon nach ein paar Kilometer war der Weg deutlich besser und die Natur war traumhaft. Diese Region macht die Menschen aufgrund des Gemüseanbaus sehr wohlhabend. Das Schöne an der Regenzeit ist, dass alles grün ist und blüht. Im Moment ist auch Erntezeit und so konnten wir immer wieder Bauern sehen die gerade Kohl, Karotten, Ingwer, Tomaten und vieles mehr geerntet haben. Ihr müsst euch das so vorstellen wie in Deutschland vor 50-60 Jahren, alles von Hand, keine einzigen Maschinen und wenn dann nur mal ein Kuhkarren der die Ernte transportierte. Ganz selten waren auch LKW’s für das geerntete Gemüse im Einsatz. Auch das Wetter war hier auf unserer Seite. Unterwegs lernte ich noch ein paar Worte Hebräisch. Chara schell para heißt zum Beispiel Kuhscheiße. Wir hatten viel Spaß mit der jeweils anderen Sprache und mein Lehrer Or war sogar ganz zufrieden mit meiner Leistung. Ich versuchte ihnen «du hast schöne Augen» beizubringen, was nach ein bisschen üben auch geklappt hat. Gegessen haben wir wieder bei einer einheimischen Familie und nach 1 Stunde Siesta ging es weiter. Wir haben uns schon gefragt warum wir solange Pause gekriegt haben, aber schon nach kurzer Zeit wussten wir warum. Der Rest unseres Weges brachte uns fast um. Bianca und ich wollten schon nach kurzer Zeit aufgeben. Natürlich kam zu dem Knöchelhohen Matsch auch noch Regen. Wir waren so sauer, dass uns nicht erzählt wurde, wie gefährlich es sein wird, wenn es regnet. Wir fragten uns etliche Male, ob wir hierfür wirklich Geld bezahlt haben. Nicht nur einmal fielen die Worte «Fuck this shit». Nachdem meine Schuhe irgendwann im Wasser standen und meine Laune nicht die Beste war, wollte ich nur noch ankommen, meine nassen Klamotten ausziehen und mich ins Bett legen. Aber leider wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht, dass dieser Weg für über 6km so sein wird. Wir haben uns wirklich durch den Kopf gehen lassen, den letzten Tag zu streichen und uns mit dem Taxi zum Inle Lake fahren zu lassen. Als wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich ankamen, waren wir alle sehr dankbar und haben erstmal den ganzen Dreck abgewaschen. Als alles mehr oder weniger (eher weniger) sauber war, wurde die Laune in unserer Gruppe wieder etwas besser. Da wir keine Ahnung haben, wie das so in Israel abläuft, haben wir die Jungs über alles ausgefragt. Wie viele Frauen die Israelis haben dürfen? Wie viele Ziegen bzw. Kühe eine Frau kostet? Ob die Hochzeiten arrangiert sind oder nicht? Die Jungs mussten lachen und erklärten uns dann, dass Sie auch Beziehungen mit Kühen oder Ziegen haben dürfen und das vor allem an der Grenze üblich sei. Was natürlich alles nur Spaß war. Wir mussten viel lachen und so ging auch dieser Tag mit ein paar beschissenen Stunden um 8.30 Uhr zu Ende.
Am 2ten Tag sind wir wieder 25km gelaufen und so mussten wir an unserem letzten Tag nur noch 16km laufen. Endlich spielte das Wetter mit. Es hatte nachts nicht geregnet und die Wege waren trocken. Auch unsere neu gekauften 3€ Schuhe blieben trocken. An diesem Tag ging es hauptsächlich bergab und nach schon 50 gelaufenen Kilometern, war es doch nochmal sehr anstrengend sich zu konzentrieren und darauf zu achten wo man hinläuft. Iftach und Jonas hielten zwischendurch kurz an um Bilder zu machen und dann waren Sie auch schon weg. Irgendwann haben wir Sie in der Ferne rufen hören. Unser Guide lief sofort in die Richtung von der die Rufe kamen. Sie wussten nicht mehr wo wir waren und haben sich total verlaufen. Nach etlichen Rufen durch die Büsche, haben wir Sie irgendwann wiedergefunden und unsere Gruppe war wieder komplett. Wir haben uns unterwegs alle super unterhalten und die Jungs haben mir Israel sehr als Reiseland empfohlen. Wer weiß vielleicht schaffe ich es ja irgendwann dahin, auf jeden Fall sind wir bei den Jungs eingeladen, bekommen dort ein Bett, eine warme Dusche und Trinkwasser. All das was wir in den letzten 3 Tagen nicht hatten.
Die Natur war an allen 3 Tagen, trotz schlechten Bedingungen überragend, die Aussicht war wunderschön und auch die Einheimischen auf unserem Weg waren alle sehr nett und freundlich. Als endlich der Inle Lake in Sicht war, waren wir alle doch sehr froh unser Ziel vor Augen zu haben. Kurz vor dem Lake bekamen wir noch Mittagessen und danach mussten wir nochmal 10 Minuten bis zum Boot laufen. In unserem Preis war auch eine Bootsfahrt zum anderen Ende des Sees inbegriffen. So konnten wir schon mal einen kurzen Eindruck vom Inle Lake bekommen. Nach 1 Stunde Bootsfahrt kamen wir in dem Städtchen Nyaung Shwe an. Unser Hostel lag natürlich 2 km vom Anlegeplatz entfernt. Aber nach 68km kam es auf die 2km auch nicht mehr an und wir liefen zu unserem Hostel. Uns schmerzte alles und wir freuten uns endlich wieder Nadine zu begrüßen die schon auf uns wartete. Sie musste nicht schlecht lachen, als wir alle mit Sonnenbrand angekommen sind. Regnet es mehr oder weniger zwei Tage & ist dann einmal paar Stunden schön & schon leuchten unsere Köpfe.
Trotz den teilweise fürchterlichen Bedingungen, bin ich im Nachhinein wirklich froh den Treck gemacht zu haben. Ich kann trotzdem raten, nicht mit Uncle Sam die Tour zu buchen, denn es gibt auch viele andere Anbieter in Kalaw, die einem mit Sicherheit besser informieren, bessere Guides haben und Ihre Angestellten besser bezahlen. Am letzten Tag haben wir auch erfahren, dass in einer anderen Gruppe eine Schwangere mitlief und spätestens da hätte die Organisation nicht nur das Geld sehen dürfen, sondern die Gesundheit der Touristen. Auch unser Guide scheint nicht gerade Spaß an seinem Job zu haben.

Lena

 

 
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