Lost in the outback

Samstag, 02.07.2016

Feuer ! Was passiert hier? Wo müssen wir hin? Mit diesem Gedanken wachten Lena und ich auf. Wo kommt dieses schrille, laute Geräusch her? Ein Feuermelder? Bis wir im Halbschlaf merkten, dass das Telefon klingelt. Es war die Rezeption die meinte, dass wir jetzt kommen sollen, wenn wir noch Frühstück wollten. Wir mussten uns nach diesem Schock erst Mal sortieren und klare Gedanken fassen. Gut, dass es nur das Telefon war. Lena zitterte und wollte gar nicht mit zum Frühstück. Als ich ging, entschied sie sich aber doch mitzukommen. Jonas war es genau so gegangen und im Halbschlaf saßen wir beim Frühstück in aller Stille. Bianca war schon eine Weile wach und putzmunter. Eigentlich ja sehr nett, dass das Hotel uns zum Frühstück aufweckt, das nur bis 9 ist.
Nach dem guten Essen legten wir uns wieder hin um nochmal zu schlafen. Wir dachten, dass der Checkout um 12 ist als um 11 wieder das Telefon klingelte. Wir hätten um 11 das Zimmer verlassen sollen und sollten schauen, dass wir bis um halb 12 draußen seien. Also schnell in die Dusche, Zeug zusammen gepackt und auschecken. Gut, dass es uns nicht extra berechnet wurde. Unser Bus nach Kalaw sollte abends fahren und wir konnten unser Gepäck im Hotel lassen. Die ganze Nacht hatte es in Strömen geregnet und ich hatte es zwar gehört, aber nicht realisiert. Der Balkon hatte zwar ein Dach, welches aber den Regen nicht davon abhielt alle meine Klamotten triefnass zu machen. Das hatte sich gelohnt. So startete ich einen neuen Trocknungsversuch und hängte sie nochmal auf.
Es war schon 12 und wir liefen erstmal zum Mittagessen.
Danach liehen wir uns nun schon den dritten Tag für einen sehr günstigen Preis die eBikes aus.
Von der Frau vom Boot hatten wir am Vortag den Tipp für einen Markt bekommen. So fuhren wir an die Stelle von der aus wir beim Ankommen das Taxi genommen hatten. Es dauerte eine halbe Stunde und regnete. Wir hatten zwar alle Regenjacken, aber wurden natürlich trotzdem nass. So langsam nervt mich diese Regenzeit immer mehr ! Ich hatte es erwartet, aber die anderen waren ein bisschen geschockt vom Markt. Es hatte nur Burmesen hier und das Wort Hygiene ist hier fremd. Es ist total dreckig, überall liegt Müll, die Verkäufer sitzen teilweise auf dem Boden und vom Gestank wurde mir schlecht. Es gibt eine Obst-, und Gemüse“abteilung“ die noch ganz ok war. Als wir aber dann an den toten Fischen und dem Fleisch vorbeiliefen das den ganzen Tag ungekühlt in der Hitze liegt und wo hunderte Fliegen dran hängen, verging uns allen der Appetit. Keine Ahnung wie lange das schon da liegt und eine Frau schimpfte Jonas aus, weil er ein Foto machen wollte. So verließen wir den Markt schneller wieder als geplant und warteten noch bis der Regen ein wenig nachließ.

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An einem italienischen Restaurant machten wir eine Kaffeepause (wir sind alle totale Kaffeeliebhaber) und Bianca bestellte eine Kartoffel ohne irgendwas, weil es ihrem Magen auch nicht gut ging. Ich hatte einen guten Schokoladenpfannkuchen und es schmeckte. Als es ans Zahlen ging, fiel Bianca vom glauben ab. Die wollten ernsthaft 1,50$ für eine Kartoffel. Sie diskutierte rum, aber das brachte nichts. Wir machten Späße und redeten den ganzen Tag von der „goldenen Kartoffel“.
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Als wir los fahren wollten, ging Biancas Bike wieder nicht. Das ist jetzt nun schon das dritte Mal, dass das passiert. Nun wissen wir auch, warum die so günstig waren. Weil wir so weit von der Vermietung entfernt waren und uns am Telefon keiner verstand, ließen wir das Bike kurzerhand stehen und Bianca fuhr mit mir mit.
An der Vermietung erklärten wir das Problem und Bianca bekam ein neues Gefährt. Wir waren gerade ein paar Meter weit weg, da streikte es erneut und Bianca sagte, dass sie einfach kein Bike haben sollte. Das nächste Zweirad das sie bekam funktionierte aber endlich.
Wir hatten keinen richtigen Plan was wir noch machen sollten und außer Tempeln gibt es hier nicht viel. So fuhren wir einfach mal los und guckten was noch kommt. Auf der Suche nach einem Massagesalon verirrten wir uns im „Outback“ und trafen eine sehr nette Frau. Diese bestand darauf uns mit ihrem Roller einen Massagesalon zu zeigen. Sie fragte unterwegs sehr viele Leute, machte einen großen Aufwand für uns und dann kamen wir an einem Luxushotel raus. Leider konnten wir uns das hier nicht leisten und bedankten uns oft bei der sehr netten Frau die sogar für uns rein ging und nach Preisen fragte.
Wir fuhren weiter über sehr abgelegene Sandpisten und hatten viel Spaß. Diesmal saß Lena bei Jonas hinten drauf. Ist das ein schlechtes Zeichen für mich? 😉 Wir hielten an ein paar weiteren Tempeln die aber doch alle gleich aussehen. Eine Frau brachte uns in einen sehr sauberen Tempel und sagte wenn wir hochklettern, können wir den Fluss überblicken. Tatsächlich war die Aussicht sehr schön.
Irgendwie hatten wir uns ein bisschen im nirgendwo verfahren, aber das war total cool. Wir sahen viele kleine Dörfer, Kinder die Fußball spielten und einfaches Leben. Jonas hat eine gute Orientierung und wir fanden wieder auf die Hauptstraße und stellten fest, dass wir ganz schön weit gekommen waren.
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Wir suchten ein Restaurant, aßen zu Abend und waren noch gut im Zeitplan. Nun hatten die anderen drei auch Magenprobleme und das heißt leider, dass wir jetzt alle zusammen leiden können. Das bleibt halt in solchen Ländern nicht aus, wie gut man auch darauf achtet wo und was man isst…
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Danach brachten wir die Bikes zurück und liefen zum Hotel. Zum Glück waren meine Klamotten zwischenzeitlich getrocknet und ich konnte sie einpacken.
Pünktlich um halb 7 holte uns ein Tuk Tuk ab. Wie immer wird man hier eng zusammen gepfercht und an jedem Stopp stiegen mehr Backpacker ein. Es war so voll, dass man keinen Platz mehr hatte. Nach einer halben Stunde waren wir am Busbahnhof wo unser Bus bereits wartete. Diesmal hatten wir mehr bezahlt und uns einen besseren Bus gegönnt. Auch hier konnte man die Sitze nicht sehr weit nach hinten machen, aber ich hatte einen Einzelsitz am Fenster. Wir bekamen Wasser, Erfrischungstücher, Zahnputzzeug und es gibt sogar eine Toilette. Jeder hatte eine Fleecedecke und auch die Klimaanlage war dieses Mal nicht zu kalt eingestellt. Es lief auch ausnahmsweise kein Burmesischer Film, weil nur Backpacker an Board waren. Das hatten wir bisher auch noch nicht. Lena, Jonas und ich tranken ein bisschen was vom Whiskey und dann versuchte ich zu schlafen. Leider gelang mir das wieder nicht und so verbrachte ich die Nacht mit lesen.

Liebe Grüße vom letzten Tag in Bagan
Nadine

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