Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien ! (Andreas Möller)

Donnerstag, 01.12.2016

Wie bereits angekündigt, werde ich nicht mehr ohne das Reisen leben können. Und weil Lena das genauso sieht, starteten wir gemeinsam in der Vorweihnachtszeit in einen Wochenendtrip nach Mailand, Milano, Milan. Wie bestimmt jeder weiß, liegt das in der Lombardei im Norden Italiens. Mailand ist mit 1,3 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Stadt Italiens.

Am Donnerstag verließ ich das Büro also schon früher und wir fuhren mit der Bahn an den Flughafen nach Stuttgart. Das Wetter war perfekt – bei strahlender Sonne standen wir am Gleis.

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Wie immer hatten wir genug Zeit eingeplant und es reichte für einen gemütlichen Cappuccino zur Einstimmung des Urlaubs inkl. meinen gebackenen Einhornplätzchen. Der Flug war ok, aber mein Adrenalinspiegel schoss wieder in die Höhe als es ein bisschen wackelte. Zum Glück hatte ich einen Fensterplatz. Lena ist das ja schon gewohnt und findet es immer wieder witzig, wenn ich zusammen zucke.
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Am Flughafen Malpensa in Mailand den wir nach nur einer Stunde Flug erreichten, kauften wir uns ein Busticket. Auch in diesem Teil Italiens ist es im Winter kalt und wir mussten ewig auf den Bus bei eisigem Wind warten. Die Fahrt in die Stadt zieht sich von diesem der insgesamt drei internationalen Flughäfen ewig und nach 50 Min. waren wir am Hauptbahnhof. Von dort nahmen wir die U-Bahn. Was uns sofort auffiel: Das Zugsystem in Italien ist sehr Beispielhaft. Super einfach, billig und selbsterklärend.  Alles ist mit Farben gekennzeichnet und beschriftet. Die Automaten kann man sogar in Deutsch einstellen.

Lenas Orientierung ist super und so fanden wir nach einmal fragen auch das Hostel. Dieses ist einer Seitengasse ziemlich abseits und heißt Hostel Colours. Wir wurden freundlich empfangen und checkten im alten Gebäude in ein 6-Bett Zimmer ein. Unsere Mitbewohner waren nicht gerade gesprächig und wir machten uns gleich auf zum Essen.

In einem netten italienischen Restaurant mit sehr angemessenen Preisen gönnten wir uns unsere erste Flasche Wein mit Nudeln und Pizza. So konnten wir uns direkt gut auf Italien einstimmen.

Irgendwie komisch. Morgens  noch im Büro und abends in einem anderen Land. Da es schön spät war, gingen wir gleich ins Bett und freuten uns auf ein ereignisreiches Wochenende.

Schöne Grüße aus Bella Italia

Nadine

The hardest part of travelling is coming home

The hardest part of travelling is coming home

Da ich diesen Blog auf keinen Fall aufgeben will und natürlich auch in Zukunft viele Reisen geplant habe, bringe ich euch in Zwischenzeit mal auf Stand. Natürlich ist die meistgefragte Frage: Wie hast du dich eingelebt? Ist es schwierig wieder in den Alltag zu finden?
Für mich persönlich kann ich sagen, dass es viel leichter ist als gedacht wieder im Alltag drin zu sein. Nach ein paar Tagen war die Heimat vertraut, ich weiß mittlerweile wie man unsere moderne Kaffeemaschine bedient, ich kann am Wochenende beim Dorfbäcker Brötchen holen und ich bin mit dem Auto überall wo ich schnell hin muss. Außerdem habe ich wieder zwei Pferde zu reiten (nicht meine eigenen) und habe so auch in der Freizeit eine Beschäftigung. Auch mein Körper kommt wieder zur Ruhe. Ich war ja doch oft krank und hier konnte ich mich von allen Ärzten hier mal wieder durchchecken lassen, Impfungen nachholen etc.
Langweilig wurde es von Anfang an nicht. Gleich am ersten Wochenende nach meiner Rückkehr war bei uns im Ort „Schäferlauf“. Das ist eine Veranstaltung mit viel Tradition, bei der es eigentlich primär darum geht, dass die Schäfer zeigen können, was sie drauf haben. Mittlerweile ist es außerdem ein kleiner Rummel mit Fahrgeschäften und einem Festzelt, wo von Freitag bis Montag etwas geboten ist. Quasi das Highlight alle zwei Jahre im Dorfleben 😉 Der Abschluss bieten am Montag ein großes Feuerwerk und die Schäferlauf-Beerdigung. Keiner wusste, dass ich wieder da bin und so sorgte ich an diesem Wochenende für einige Überraschungen. Ich traf sehr viele Leute wieder die ich lange nicht gesehen hatte und freute mich so viele bekannte Gesichter anzutreffen. Außerdem war Lena auch da und wir konnten an unseren letzten Abend in Bangkok beim Feiern anknüpfen. Es war ein geniales Wochenende mit dem einen oder anderen Bier.
Von Kambodscha aus hatte ich mich für einen Job beworben in der Firma in der meine Freundin Jenny arbeitet. Gleich als ich zurück war hatte ich ein Vorstellungsgespräch und auch kurz darauf eine Zusage. Damit hatte ich nicht gerechnet und so startete ich nur einen Monat nachdem ich Zuhause war, wieder in das Berufsleben. Der Job ist genau das was ich gelernt habe und als Online Medien Managerin im Marketing ist es meine Hauptaufgabe, mich um die Firmenwebsite und um Social Media (Facebook & Co.) zu kümmern. Passt also ja auch zu meiner Tätigkeit als Reisebloggerin. Nach bald 5 Monaten dort kann ich sagen, dass mir der Job super viel Spaß macht. Es ist spannend, abwechslungsreich und ich habe wirklich tolle Kollegen. Mit ca. 500 Mitarbeitern auf der ganzen Welt ist die Firma ziemlich groß und das heißt, dass ich fast täglich Kontakt ins Ausland habe und so auch englisch sprechen kann. Perfekter hätte ich es tatsächlich nicht erwischen können. Ich hatte erwartet, dass es am Anfang anstrengend sein wird, weil ich so viel Neues lerne und sehe und auch schon eine Weile nicht mehr gearbeitet hatte. Wider erwarten war ich aber nicht mal müde und es kam mir vor, als hätte ich nie eine Pause gehabt. Geholfen hat dabei bestimmt auch, dass ich jeden Tag auf der Reise meinen Blog geschrieben habe und auch viel Photoshop und Videobearbeitung gemacht habe.
Und auch sonst läuft es besser als gedacht. Eigentlich hatte ich ja fast ein bisschen Angst wieder nach Hause zu kommen. Bevor ich los gereist bin, habe ich ein Zitat gelesen: „The hardest part of travelling is coming home“ (Der schwierigste Teil vom Reisen ist wieder nach Hause zu kommen). Dieses Zitat hat mich auf meiner Reise fast täglich beschäftigt und ich habe mir oft vorgestellt Zuhause in ein Loch fallen zu können. Dadurch, dass ich einen nahtlosen Übergang zu meinem Job hatte, ist mir das aber zum Glück nicht passiert. Von sehr vielen Reisenden habe ich gehört, dass es schwer ist sich Zuhause wieder einzugliedern, an die Gesellschaft anzupassen und wieder einem geregelten Tagesablauf nach zu gehen. Viele die ich auf der Reise getroffen habe, sind nochmal los gereist, weil sie es Zuhause nicht mehr ausgehalten haben. Außerdem hat man einen viel weiteren Horizont als Leute die noch nicht so viel gesehen und erlebt haben. Teilweise kommt es mir aber auch so vor, als hätte die Reise nie stattgefunden. Zuhause ist alles vertraut wie immer und mir kommt es vor, als wäre die Zeit Zuhause still gestanden als ich weg war. Ich bin manchmal echt schockiert, wenn ich feststellen muss, dass alle jetzt über ein Jahr älter sind, obwohl ich nicht beim Geburtstag war. Oder ich muss mich dran gewöhnen, wenn jemand verheiratet ist, obwohl ich es nicht mitbekommen habe. Auch die verrücktesten Geschichten die ich erlebt habe, kommen mir plötzlich total surreal vor, fast als ob es nur ein Traum war. Wie immer ging die Zeit viel zu schnell vorbei. Als mich mein Onkel nach 498 Tagen wieder vom Bahnhof holte, kam es mir vor, als hätte er mich gestern dort verabschiedet.
Was ich aber auch feststellen konnte ist, dass ich mich verändert habe. Ich sehe viele Dinge aus einer anderen Sichtweise und es ist schwer für mich die Ansicht mancher Menschen zu verstehen. Ich habe einfach zu viel gesehen und zu viel erlebt, als dass ich derselbe Mensch sein könnte wie vorher. Die ganze Diskussion und die Angst vor den Flüchtlingen sehe ich aus einem ganz anderen Blickwinkel. Ich habe Menschen in Asien gesehen die hatten nichts. Die Kinder mussten auf der Straße leben und hungern. Zu viele Bilder die in meinem Kopf sind, als dass ich sie einfach verdrängen könnte und so tun könnte als hätte ich das nie erlebt. Manchmal denke ich manche Menschen sind so eingefahren in ihrer Denkweise, so starr in dem was sie sagen, dass ich sie am liebsten wachrütteln würde. Ich habe auch keine Lösung für das ganze Flüchtlingsthema. Ich weiß nur, dass man dabei immer beide Seiten betrachten muss.
Außerdem nervt mich dieses „Dorfdenken“ immer mehr. Die Leute haben noch nie was anderes gesehen als ihr Dorf und meinen über alles und jeden eine Meinung zu haben. Darüber werde ich wohl nie hinweg kommen und das ist was das ich einfach nicht verstehe.
Mir ist auch aufgefallen, dass die Deutschen ein eher introvertiertes Volk sind. Natürlich kann man das jetzt nicht auf alle projizieren und ich kann natürlich auch nur von meiner Region reden, aber wenn man die Offenheit der Australier und der Asiaten gewohnt ist und in Deutschland oft in starre Gesichter blickt, ist das befremdlich. So viele Leute sind misstrauisch und haben nicht die Eigenschaft offen auf Menschen zu zugehen. Das finde ich sehr schade und ist ohne Zweifel das was ich unter anderem am Meisten am Reisen vermisse. Es ist einfach tatsächlich so, dass es immer mehr auf bessere Leistungen ankommt und dabei alles andere in den Hintergrund rückt. In Deutschland ist es wirklich so, dass man wenn man allein weg geht, nicht viele Leute kennen lernt. Das ist in den Ländern in denen ich war anders. Da wird man von Fremden angesprochen und gefragt, ob man sich dazu setzen will. So viele Freundschaften mit Einheimischen habe ich auf der Straße geschlossen. Mein Glück war, dass ich im Sommer zurückgekommen bin. Da waren die Leute wenigstens noch ein bisschen besser drauf als jetzt in der grauen Jahreszeit. Ich finde es schade, dass nicht viele Leute zurück grüßen, wenn man ins Wartezimmer oder in den Aufzug kommt und man z.B. auch nicht miteinander redet, wenn man an der Kasse wartet. An so eine Offenheit der Leute gewöhnt man sich sehr schnell.
Das Reisen verändert einen tatsächlich und dass einen keiner versteht der nicht das gleiche gesehen und erlebt hat, kann ja auch gar nicht anders sein. Trotzdem freue ich mich Geschichten über meine Reise zu erzählen und finde es super, wenn sich jemand dafür interessiert. Letztens traf ich mich mit der lieben Barbara zum Abendessen und sie hatte sogar Notizen von meinem Blog gemacht um mich so viel es geht zu fragen. Das fand ich total süß und ich habe mich richtig gefreut sie wieder zu sehen. Eine gute Stallkollegin brachte ein lustiges Zitat: „Es war die ganze Zeit wie von einem Promi zu lesen und alles hörte sich so weit weg an und jetzt steht der Promi plötzlich vor einem. Total komisch.“ Oder meine Ex-Reitlehrerin hat zum Spaß gesagt: „Schade, dass du wieder da bist, jetzt fehlen mir deine Abenteuer als Gutenacht-Geschichten.“ Ich kann es ehrlich gesagt immer noch nicht glauben wie viele Leute tatsächlich meine Abenteuer verfolgt haben und mir Rückmeldung dazu gegeben haben. Was als Tagebuch für die Familie angefangen hatte, wurde zu einem Blog den tausende Menschen lese die ich nicht mal kenne. Wenn mir was passiert ist, dachte ich sogar teilweise: „Ok das war schlimm, aber wenigstens hast du wieder eine gute Geschichte.“ Umso mehr freue ich mich, dass ich immer noch mit so vielen Leuten die ich getroffen habe Kontakt habe. Es ist sehr gut sich auch mit Leuten auszutauschen die wissen wovon ich rede und dabei sind schon viele tiefgründige Gespräche entstanden. Mit Jonas zum Beispiel mit dem wir durch Myanmar gereist sind, oder Quentin (den ich letztens in Frankreich besucht habe) den ich in Thailand kennen gelernt habe, in Laos zufällig im Dschungel wieder getroffen habe und danach in Sydney nochmal. Außerdem haben mich der Australier Jobe und Welshy aus Wales bereits besucht.
Obwohl ich mich gerade in Deutschland (wieder) sehr wohl fühle und froh bin meine Freunde, Familie und meinen Hund um mich zu haben, kann sich bestimmt jeder vorstellen, dass ich das Reisen vermisse. Wenn man einmal diese Freiheit, diese endlosen Weiten, die anderen Kulturen und das Abenteuer spüren durfte, trägt man das immer in sich. Zitat von David, einem Australier:

“You do realise that you now have the TRAVEL BUG for life and you will not be able to cure it.“

(Du weißt schon, dass du jetzt dein Leben lang das Reisefieber haben wirst und du es nicht heilen kannst.) Jedes Mal wenn ich Bilder sehe, wird mein Herz schwer und ich denke daran wie es wäre, jetzt am Strand zu sitzen oder eine aufregende Stadt zu erkunden. Wenn man die ganzen Fotos von anderen Backpackern im Internet sieht, wird man doch ein kleines bisschen neidisch. Natürlich gebe ich zu, dass wenn mir jemand heute ein Ticket schenken würde, ich morgen wieder ganz weit weg wäre.

Wer weiß wann und wie meine nächste Reise sein wird. Auf jeden Fall war diese Reise erst der Anfang und hier werdet ihr noch viel von mir lesen.
Liebe wehmütige Grüße
Nadine

 

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First day at home – welcome to the 21st century

So nun endlich der Beitrag von meinem ersten Tag zurück in Deutschland, auch wenn es schon 5 Monate her ist.

Mittwoch, 13.07.2016

Ich ließ es mir nicht nehmen um 7 aufzustehen um mit meiner Oma, meiner Tante, Hund Pinu und meinem Hund Lucky zu laufen. Zuerst aber genoss ich mal wieder ein gutes deutsches Frühstück mit Brötchen, Marmelade und Eiern. Kein Reis mehr ! Wie oft ich mich nach einem guten deutschen Frühstück gesehnt hatte. Da mein Papa Urlaub hatte, traf sich das gut.

img_2079 img_2081Irgendwie fühle ich mich wie ein Mensch vom 18. Jahrhundert der nun im 21. Jahrhundert lebt. Nicht mal einen Kaffee konnte ich mir raus lassen, weil die Kaffeemaschine so modern und aufwendig ist. Alles hier ist so modern und anders als in Asien wo ich ja direkt her gekommen bin.
Das Wetter war ganz ok, aber nicht so wie man es sich vom Sommer wünscht. Mir war es noch nie bewusst, wie schön unser Dorf eigentlich ist, aber von den Feldern aus hat man eine gigantische Aussicht. Auch die Hunde haben sich gefreut einen langen Spaziergang zu unternehmen.

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Mein Auto stand während ich weg war in der Werkstatt von meinen Papa. Dort war ich noch nie und schaute mich erst mal um. Da ich nun ja fast eineinhalb Jahre nicht mehr mit meinem Smart for Four gefahren bin, musste mir mein Papa erst mal erklären wo was ist. Ganz vorsichtig tuckerte ich vor mich hin. Die schwierigste Aufgabe war definitiv auf der anderen Straßenseite zu fahren. In Australien herrscht ja Linksverkehr und wenn man mal ein Jahr auf dieser Seite fährt, ist es nicht Ohne sich wieder umzugewöhnen. Den Blinker und Scheibenwischer verwechselte ich beim jedem Abbiegen und erschrak immer. Ich bin so langsam gefahren, dass ich überholt wurde. Das ist mir in Deutschland auch noch nicht oft passiert. Da man in Asien jeden Überholvorgang mit hupen ankündigt, bin ich das nun so gewohnt. Der arme Fahrradfahrer den ich überholte tat mir leid, denn er wäre vom Schreck fast von seinem Rad gefallen, als ich ihn mit einem Hupen überholte. Mann, da muss ich mich echt umgewöhnen. Auch beim Kreisverkehr musste ich aufpassen, dass ich richtig herum rein fahre. Fast hätte ich mich noch verfahren, weil es hier so viele Baustellen und Umleitungen gibt. Niemand versteht mich hier außerdem, wenn ich winke. Keiner winkt zurück. Dabei ist es doch ganz normal, dass man beim Autofahren winkt. So war das zumindest auf der Reise.
Meine Mama wohnt ca. 45 Min. von uns weg und diese wusste genau so wenig wie der Rest, dass ich wieder da bin. Um abzuklären ob sie auch Zuhause ist, machte ich einen Skypetermin mit ihr aus. Sie müsse noch meine kleine Schwester von der Schule holen und dann sei sie bereit. Mein Auto ließ ich in einer Seitenstraße stehen und lief mit zitternden Beinen zum Haus. Die erste Fahrt zurück in Deutschland wäre geschafft.
Meinen Hund Lucky hatte ich auch dabei. So setzte ich ihn vor die Tür und klingelte. Meine Mutter schaute links und rechts sah erst den Hund, wunderte sich und dann sah sie mich. Sie guckte weg und wieder hin und registrierte nicht, dass ich es war. Es dauerte eine Weile bis sie verstand, dass da ihre „verlorene“ Tochter unvermittelt vor ihrer Tür stand dann fielen wir uns in die Arme und ließen uns nicht mehr los. Auch meine kleine Schwester Jolina (7) freute sich natürlich auch total, die große Schwester wieder zu sehen. Wir hatten uns endlos viel zu erzählen und meine Mama konnte es immer noch nicht glauben, dass ich wirklich wieder da bin. Zusammen holten wir meinen kleinen Bruder Luca (6) vom Kindergarten ab. Dieser guckte natürlich auch nicht schlecht, als ich auf einmal in seinem Gruppenraum zwischen den anderen Kindern stand. Auch die Erzieherinnen freuten sich für uns mit. Die Kleinen ließen gar nicht mehr von mir ab und die erste Frage war: „Gehst du wieder weg? Du musst hier bleiben!“.
Zum Mittagessen gab es Waffeln und wir ließen es uns schmecken. Auch über die Souvenirs freuten sich alle und die Klamotten die ich meinen Geschwistern mitgebracht hatte, passten perfekt. Den ganzen Tag erzählte ich von meiner Reise, spielte mit den Kleinen und genoss es meine Familie wieder um mich rum zu haben. Wir haben alte Urlaubsvideos geschaut und es war total witzig. Als abends mein Stiefpapa von der Arbeit kam, guckte der auch nicht schlecht als ich im Wohnzimmer saß. Ich verabschiedete mich, aber jetzt können wir uns ja wieder öfter sehen, worüber sich auch die Kinder sehr freuten.

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Nur um zu sehen was es so gibt, hielt ich im Edeka an. Die Auswahl ist ja echt riesig und alles ist so günstig. Eine ganze Weile hielt ich mich da auf und guckte, was Deutsche Supermärkte so zu bieten haben.
Bei einem wunderschönen Sonnenuntergang lief ich mit meinem Onkel, seiner Freundin und Hündin Lea nochmal eine Runde über die Felder. Erst wenn man mal so lange weg war fällt einem auf wie schön es doch Zuhause ist. Die Landluft riecht gut, das Gras ist saftig grün, es ist ganz still und der Himmel färbt sich in einem leuchtenden orange. Die Natur, vor allem auf dem Dorf, ist echt faszinierend. Wir verliefen uns, landeten im dunklen Wald und hatten viel Spaß. Der Hund fand es gruseliger als wir und wäre nicht als Wachhund geeignet.

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Noch weiß ich nicht wie es weiter geht, aber momentan genieße ich es einfach wieder zurück zu sein. Es ist noch total komisch einfach so ins Haus rein zu spazieren und wieder in meinem Zimmer zu sein.
Ich war noch lange wach und dachte über den ereignisreichen Tag nach.

Liebe Grüße aus dem schönen Schwarzwald
Nadine

Back home (emotional day)

Dienstag, 12.07.2016

Der letzte Tag. Das war mir sogar bewusst, als ich mich nach 4 Stunden Schlaf das letzte Mal aus meinem Stockbett quälte und wie immer fast die Leiter runter fiel, weil Lena unsere Handtücher dort hingehängt hatte. Lena und die anderen im Zimmer schliefen noch tief und fest und ich war neidisch. Es ist schwierig möglichst leise im dunklen Zimmer zu packen, dabei am besten nichts zu vergessen und so effizient zu packen, dass man den Rucksack noch zu bekommt. Diese Zeiten sind nun auch vorbei und bald habe ich wieder einen Kleiderschrank. Nach dem Duschen lag ich perfekt in der Zeit und hatte es tatsächlich geschafft niemanden zu wecken.
Vor dem Hostel bestellte ich mir ein Uber (privates Taxi) und beim Warten traf ich einen netten jungen Mann. Jobe ist aus Australien und da er auch zum Flughafen musste, teilten wir uns das Taxi. Die Fahrt ging eine Stunde und wir hatten viel Zeit uns zu unterhalten. Zufällig fliegt der Australier auch mit demselben Flieger wie ich. So konnten wir am Flughafen gemeinsam einchecken, aber bekamen leider keine Sitze mehr nebeneinander. Zum Glück war ich wie immer über 3 Stunden vorher da, denn Eurowings ist die reinste Chaos-Fluggesellschaft. Laut meinem Ticket bekomme ich ein Rail&Fly Ticket dazu, welches ich schon vorher im Internet erfolglos versuchte zu buchen. Am Flughafen wusste keiner Bescheid und niemand konnte mir helfen. Ich durfte vom Flughafentelefon bei Eurowings anrufen und auch dort wusste keiner wie ich an ein Ticket komme. Im Internet war der Button zur Buchung ausgegraut. Sage und schreibe eine Stunde machte ich deswegen rum und keiner konnte mir helfen. Jobe tat mir leid, aber er wollte auf mich warten. Da dies der günstigste Flug war, musste ich nach Köln fliegen und muss von da aus den ICE nach Stuttgart nehmen.
Da die Sicherheitskontrolle so lange dauerte (diese war mit Nackscanner für jeden und sehr genau), konnten wir uns im vorbei rennen ein Brötchen kaufen und joggten dann ans Gate am anderen Ende vom riesigen Flughafen. Ich hasse es mit so viel Gepäck rum zu laufen und selbst mein Handgepäck hat statt der erlaubten 7 sage und schreibe 12 kg. So bin ich also mit über 30 kg, einer Decke, einem Kissen, einem Motorradhelm, 2 Jacken und einer Kameratasche unterwegs. Jobe nahm mir netterweise was ab. Der Flieger hatte ein bisschen Verspätung und wir mussten noch warten.

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Im Flugzeug fragten Jobe und ich unsere Nachbarn, ob wir die Sitze tauschen könnten, aber leider ohne Erfolg. Er saß ganz vorne und ich in der Mitte vom Flieger. Der Anfang vom Flug war noch ok und das Wetter war schön als wir in Bangkok abhoben. Der nette Pilot Andreas Claudius gab mir gleich ein gutes Gefühl und erklärte viel. Besonders wenn man von dieser dummen Flugangst geplagt ist, fühlt man sich sicherer, wenn der Pilot viel erklärt und sich gleich freundlich durchs Mikrofon vorstellt. Leider ist der Service bei Eurowings sehr abenteuerlich. Keiner der Stewardessen wusste was sie tut und sie hatten nicht mal Wechselgeld. Was ich sehr unhöflich fand: Sie sprachen alle Leute einfach auf Deutsch an, obwohl auf dem Flug von Bangkok nach Köln natürlich auch viele Leute aus anderen Ländern dabei waren. Meiner Sitznachbarin aus England musste ich so alles übersetzen und obwohl sie die Stewardessen mehrmals darauf aufmerksam machte, redeten diese auf Deutsch weiter. Manchmal konnten sie zwischendrin auch Englisch, aber vergaßen das beim nächsten Rundgang wieder. Als das Essen kam, hatte ich Nudeln mit Bolognese vor mir. Als Vegetarier kann man das natürlich nicht essen und ich wollte nach einer Alternative fragen. Ich klingelte und musste fast 20 Min. warten, bis eine sehr unfreundliche Stewardess kam. Sie sagte sie hätte nichts anderes da und ich müsse das essen. Nach einigem hin und her fiel ihr ein, dass die Bolognese vegetarisch sei. Auf der Rückseite vom Essen stand tatsächlich in den Zutaten, dass es sich um Tofu handelte. Da muss man auch erst mal drauf kommen und nicht mal meine Sitznachbarin hat den Unterschied geschmeckt. Mein Essen war mittlerweile kalt und es war so wenig, dass ich nicht mal annähernd satt wurde. So einen großen Hunger habe ich ja nun auch nicht, aber wenn es schon mich nicht sättigt, wie soll ein großer Mann dann von diesem Essen satt werden?

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Während dem Flug hatte ich viel Zeit nachzudenken. Ich wollte keine Filme schauen und hörte nur Musik und spielte Spiele auf dem TV. Irgendwie total krass, wie schnell 498 Tage vergehen. Mir kommt es vor als wäre ich gestern in Frankfurt los geflogen. Nun verlasse ich Bangkok, wo vor fast eineinhalb Jahren meine große Reise begonnen hat. Die Erinnerungen und die Lebenserfahrung wird mir keiner nehmen können. Natürlich freue ich mich auf Zuhause und bin total aufgeregt meine Familie, Freunde und Tiere wieder zu sehen. Die Aufregung wuchs mit jedem Kilometer dem ich Köln näher kam.
Der Flug zog sich ewig und vor allem wenn man etwas entgegen fiebert, geht die Zeit nicht rum. Des Öfteren lief ich zur Verärgerung meiner Sitznachbarin zu Jobe vor. Wir wollten uns unterhalten, aber es war nicht so einfach einen Platz im Flieger zu finden, wo wir keine anderen Passagiere oder Stewardessen behinderten. Ständig wurden wir weg gescheucht und bekamen Ärger. Jobe ist richtig nett und er fliegt weiter nach London und bleibt dort ein paar Monate. Wir machten aus, uns auf dem Stuttgarter Wasen zu treffen, denn dort will er auch hin. Ewig redeten wir über Australien, das Reisen und verschiedene Kulturen. Ganz schnell kam ich aus der Ruhe, als das Flugzeug wackelte und umklammerte fest den Notsitz. Als es kurz aufhörte, verabschiedete ich mich von Jobe und rannte schnell zu meinem Platz zurück. Leider fingen die Turbulenzen da erst richtig an und die Anschnallzeichen leuchteten konstant. Meine Hände waren wieder total nass, aber ich wollte stark sein und es ohne Beruhigungsmittel überleben.
Nach 12 Stunden hatte ich es endlich geschafft und Jobe sagte ich hätte ihm leid getan und bei jedem Ruckeln hätte er an mich denken müssen. Leider wollte Deutschland mich nicht herzlich willkommen heißen und es war stark bewölkt und saukalt. Nur 20 Min. hatte ich dann Zeit bis mein ICE kommen sollte. Bis der Bus zum Flughafengebäude kam, verging Zeit und dann musste ich mich kurioser Weise an der Schlange zur Passkontrolle anstellen wo auch die Ausländer standen, anstatt einfach zum Reisepasslesegerät gehen zu können, wie es für Deutsche normal ist. Die Schlange war endlos und ich dachte das darf nicht wahr sein. Ein Mann bekam mit, dass ich es eilig hatte und sagte ganz laut ich sollte mich vordrängeln. Als ich das nicht machen wollte, schob er mich einfach an den Anfang der Schlange. Der Engländer war einfach sehr nett. Leider brachte mir das keinen Vorteil, denn die Koffer waren noch nicht da. Als mein Backpack endlich als einer der letzten kam, fuhr gerade der ICE. Das hieß für mich noch eine Stunde länger warten und eine Stunde später nach Hause kommen. Eigentlich wäre mein Flieger nämlich schon mittags um halb 3 gelandet, aber dann hatte sich ein paar Wochen nach meiner Buchung die Ankunft auf halb 7 geändert. Das war sehr stressig für mich, denn von meiner Familie wusste keiner, dass ich komme und ich wollte niemanden nachts aufwecken.
Am Fahrkartenautomat traf mich fast der Schlag, als diese dumme Zugicket von Köln nach Stuttgart 100€ kosten sollte. Meine Wut auf Eurowings wuchs. Der zweite Schock kam, als ich feststellte, dass meine Kreditkarte weg war. Diese habe ich wohl in Bangkok verloren. Keine Ahnung wie das geht, aber meine EC-Karte war auch weg. Natürlich hatte ich auch noch kein Euro und so wusste ich nicht, wie ich das Ticket bezahlen sollte. Ich verfluchte alles und hatte schon keine Lust mehr auf Deutschland. Die Rettung war meine zweite Kreditkarte mit der ich das vergoldete Ticket erstand. Keiner konnte mir helfen auf welches Gleis ich musste und eine verständliche Anzeige suchte ich vergeblich. Außerdem war das Gleis am ganz anderen Ende vom Flughafen und ich war fix und fertig bis ich da war.
Mein Zug zum Hauptbahnhof Köln war zu meiner Verwunderung pünktlich. Es regnete, ich wusste nicht, ob meine Familie noch wach sein würde bis ich zu Hause ankomme und ich war genervt. Meinen Onkel hatte ich als Einzigen eingeweiht und wollte ihm schreiben, wann ich ankomme, weil er mich vom Stuttgarter Bahnhof abholen sollte. Zum Glück hatte ich das noch im WLAN vom Flughafen getan, denn meine deutsche SIM-Karte passte nicht in mein Handy. Als ich Deutschland vor fast eineinhalb Jahren verlassen hatte, besaß ich nämlich noch mein IPhone 4 und mittlerweile hab ich das 5er und die Karte muss jetzt kleiner sein. Mit meiner Nagelschere versuchte ich verzweifelt die Karte auf die richtige Größe zu bringen, aber scheiterte. Warum muss alles schief gehen? Ich konnte es nicht verhindern und Tränen rollten meine Wange runter. Eine Frau neben mir schaute mich mitleidig an, weil die Tränen nicht mehr aufhören wollten. Beim Ausstieg am Kölner Hauptbahnhof sagte sie zu mir, dass alles wieder gut wird und ich nicht traurig sein sollte. Da musste ich nur noch mehr heulen. Ich kam mir vor wie ein kleines Kind. Unter Tränen versuchte ich mein schweres Gepäck die vielen Stufen im Bahnhof hoch zu schleppen und fiel fast rückwärts wieder die Treppe runter. Alle Leute starrten mich an und keiner half mir. Warum verdammt nochmal sind die Deutschen so unfreundlich? Im Ausland würde sofort jemand Hilfe anbieten. Keuchend kam ich an meinem Gleis an und saß auf dem Boden und heulte vor mich hin.
Die Stufen vom ICE sind so hoch, dass mir mein Gepäck aus der Hand fiel, aber das interessierte natürlich auch keine Sau. Die Anzeige verriet nicht, ob der Zug nach Stuttgart fuhr und die anderen Zuggäste hatten dasselbe Problem. Es dauerte lange bis wir alle raus fanden, dass es der richtige Zug war.
Die Fahrt dauerte zweieinhalb Stunden und ich war so fertig, dass ich einschlief. Zum Glück stellte ich mir den Wecker und wachte somit rechtzeitig auf. Als ich meinen Onkel Oli am Bahnsteig sah, war der ganze Ärger vergessen. Vor 498 Tagen hat er mich genau an diesem Gleis verabschiedet. Natürlich war die Freude total groß und ich war glücklich, dass er mich geholt hatte. Meiner Familie hatte er gesagt er habe eine Schulung von der Arbeit aus und müsse gehen. Weil ihm niemand so recht glauben wollte, fuhr er extra an seinem Büro vorbei und machte ein Foto, dass er gleich an alle verschickte. Er sagte er würde wieder kommen und so schaffte er es die Geburtstagsgesellschaft von meiner Oma zusammen zu halten. Das Datum am Geburtstag meiner Oma hatte ich mir nämlich bewusst raus gesucht. Die Fahrt vom Bahnhof ging schnell und dann standen wir wieder vor unserem Haus. Ein komisches Gefühl, richtig unwirklich.
Weil meine Familie irgendwas ahnte, ging mein Onkel allein ins Haus und ich versteckte mich im Dunkeln davor. Leider war es eiskalt und regnete in Strömen und ich fror total, weil ich gleich patschnass war. Nach 10 Min. wollte ich mit meiner Familie skypen, weil ich ihnen erzählt hatte, dass eine Doku im TV über mich kommen würde ich es quasi „live“ mit verfolgen wollte. Leider habe ich ja wie gesagt ein neues Handy und kann das WLAN Passwort von Zuhause nicht auswendig. So lief ich einfach zu unserer Tür rein und stand mitten im Wohnzimmer. Alle guckten mich an, als ob sie einen Geist gesehen hätten. Es war ein Wiedersehen mit viel Geheule, herzlichen Umarmungen und natürlich freuten sich alle total. Meine Oma hat für sowas einen siebten Sinn und wusste irgendwie, dass ich komme, obwohl mein Onkel dicht gehalten hatte. Auf meine Nachfragen vor einigen Tagen sagte ich ihr immer wieder ich würde 2 Wochen später kommen. So hatte meine Familie mittags schon geschaut, wann Flieger von Bangkok an diesem Tag landen würden. Das Gelächter war groß, als ich gefragt wurde was ich trinken will und nach einem Wasser fragte. Natürlich hatten wir uns viel zu erzählen und ich genoss es total nach so langer Zeit mal wieder mit der Familie zusammen zu sitzen. Mit einem Sektchen stießen wir auf meine Rückkehr an und saßen bis spät in die Nacht zusammen. Alle mussten am nächsten Tag arbeiten, aber mein Bruder ließ es sich nicht nehmen, mit mir mein Zimmer zu erkunden. Ich fühlte mich, als ob ich mein Zimmer noch nie gesehen hätte und alles war neu. Woher kommt das ganze Zeug? Gehört das alles mir? Als ich meinen Kleiderschrank sah konnte ich nicht glauben wie viele Klamotten ein Mensch besitzen kann. Und wie viele Schuhe da waren… Wann soll ich das alles anziehen? Eine Stunde entdeckte ich immer neue Sachen und fühlte mich als ob es Weihnachten und Geburtstag gleichzeitig wären.
Mit vielen Emotionen und neuen/alten Eindrücken legte ich mich ins Bett. Mein eigenes Bett, ohne 30 andere Leute im Raum. Kein Stockbett. Alles war so ruhig und ich vermisste es schon jetzt nicht mehr einfach so mit jemandem reden zu können, wenn ich nicht schlafen konnte.
Vor lauter Aufregung war ich noch lange wach. Nun bin ich also wieder in Deutschland und bin sehr gespannt wie es weiter geht.
Deutschland hat mich wieder
Nadine

Last day on my travels

Montag, 11.07.2016

Unser letzter Tag zu dritt und der letzte Tag auf meiner Reise brach an und mir wurde immer bewusster war das hieß. Vom einen auf den anderen Tag wird dieses Abenteuer vorbei sein. Als ob nichts gewesen wäre bin ich dann wieder Zuhause.
Jonas war morgens wieder beim Yoga und Lena und ich liefen zur Zugstation um ihn dort zu treffen. Wir machten aus uns beim gleichen Eingang vom Vorabend zu treffen. Lena war sich zum Glück sicher welcher Eingang das war, denn für mich sah jeder Eingang der riesigen Mall an der der Bahnsteig war gleich aus. Wir warteten und warteten und ich gönnte mir zum Frühstück ein Stückchen Pizza. Als es schon lange Zeit war, liefen wir ein paar andere Eingänge ab, aber fanden Jonas nicht. Irgendwann liefen wir noch zu einem anderen Eingang und zum Glück stand er da. Ohne Internet oder Anruf ist es nicht einfach sich in der Millionenstadt Bangkok zu treffen.
Gemeinsam fuhren wir zum Fluss Mae Nam Chao Phraya und Jonas der schon einige Male hier war bewies sich als guter Tourguide. Wir nahmen die Einheimischen-Fähre für eine günstige Flussrundfahrt. Dabei standen wir ganz vorne am Schiff und hatten bei gutem Wetter eine tolle Aussicht. So kann man viel von der Hauptstadt Thailands sehen und obwohl das Schiff alle paar Minuten stoppte, war die Fahrt nach einer halben Stunde vorbei.
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Jonas empfahl uns ein Nudelhouse wo es günstiges Essen gab. Leider hatten diese sich nicht auf Vegetarier vorbereitet, aber mir machte es gar nichts aus, dass Lena und Jonas was aßen. Ich kam nämlich anschließend auch noch auf meine Kosten. Wir fanden ein geniales, kleines französisches Café das unsere Herzen höher schlagen ließ. Lena bestellte einen Pfannkuchen mit Beeren und Sahne und ich einen mit Nutella und Eis. Diese Kalorienbombe schmeckte gigantisch und wir wurden ordentlich satt. Nach dem Motto: „Wenn schon, denn schon“, gabs noch Nudeln mit Sahnesoße hinterher.

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Beim Laufen auf der Khao San Road wurde alles gleich wieder abtrainiert und wir wollten uns an meinem letzten Tag eine Massage gönnen. Wir fanden ein gutes Studio und ließen uns eine Stunde lang durchkneten. Dabei lagen wir nebeneinander auf Matratzen und es gab viel zu lachen. Die Verrenkungen die die Frauen mit uns machten waren sehr lustig.

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Lena und ich sind beide sehr froh Jonas als Begleitung zu haben. Anstatt sich über unseren erneuten Shoppingmarathon zu beschweren, machte er einfach mit und stürzte sich voll ins Geschehen. Wir probierten und kauften was das Zeug hielt und hatten richtig viel Spaß. Lena wollte noch eine Maniküre und Jonas gönnte sich eine Fußmassage. Ich nutzte derweil das WLAN im Studio aus.

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Wir fanden eine Hippie-Bar mit Happy Hour und bestellten uns Cocktails. Auf einer Leinwand kam gerade die Wiederholung vom EM Spiel gegen Frankreich die wir uns natürlich anguckten.

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Als es schon dunkel wurde stürzten wir uns wieder ins Getümmel auf der Khao San Road und als Jonas ein pinkes T-Shirt kaufte, taten es ihm Lena und ich gleich. Mit unseren knallig neonpinken Shirts fielen wir auf wie bunte Hunde und zogen die Blicke auf uns.

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In einer Bar die einem Deutschen gehört bestellten wir Bier und ließen es uns gut gehen. Lena und Jonas wollten nicht mehr feiern gehen was ich schade fand, weil es ja mein letzter Abend auf Reisen und „in Freiheit“ war. Wir einigten uns auf ein gemütliches Bier und setzten uns in eine vielbesuchte Bar. Als Abschluss lud mich Jonas auf einen Bucket (Eimer) ein, wo es zwei zum Preis von einem gab. Da bekommt man den Alkohol mit Strohhalm in einem 1 Liter Eimer mit Eiswürfeln. In der Bar war die Hölle los und alles tanzte und hatte Spaß. Wir saßen an den Tischen und Lena war müde und Jonas hatte auch nicht mehr viel Lust. Dies kann sich aber richtig schnell ändern, wenn man auf Stühlen sitzt und eine wilde Partymeute um sich rum hat. Wenige Minuten später fanden wir uns also mitten im Getümmel und tanzten wild zum Gangnam Style, Macarena, YMCA und Co. Es ist einfach super ansteckend wenn überall auf der riesigen Straße getanzt wird und so viele Leute Spaß haben. Außerdem finde ich es gut, dass es (fast) nie Probleme gibt. Gar nie in meinen fast eineinhalb Jahren habe ich Gewalt mitbekommen. Da sind die unterschiedlichsten Kulturen, alle Altersklassen und Leute aus der ganzen Welt zusammen und haben Spaß und alles ist friedlich. Und dass, obwohl die ganze Straße voller feiernder Leute ist. Wir hatten so einen hammer Abend und es hätte absolut keinen besseren Abschluss meiner Reise geben können.

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Wir verhandelten mit einigen Tuk Tuk Fahrern bis uns ein Taxi günstig zum Hostel zurück brachte. Dann war der Moment gekommen vor dem ich Angst hatte: Die Verabschiedung von Jonas. Ich werde früh am nächsten Morgen fliegen und Jonas reist noch weiter. Lena fliegt dann abends auch zurück nach Deutschland (wir hatten nicht denselben Flieger bekommen). Wir machten aus, Jonas in der Schweiz zu besuchen, wenn er zurück ist. Es war einfach genial und perfekt so ein Travelmate wie Jonas zu haben. Wir kamen alle so gut miteinander aus und Jonas war für jeden Spaß zu haben. Mit ihm konnte man jeden Blödsinn machen und er hatte immer einen witzigen Spruch auf den Lippen oder imitierte Leute. Jöneler: Du wirst uns soooooo fehlen !!! Vielen dank, dass du die drei Wochen mit uns gereist bist 🙂
Wir gingen alle total müde ins Bett und obwohl ich es mir ganz fest vorgenommen hatte, reichte meine Energie nicht mehr zum Packen. So wusste ich, dass ich 4 Stunden später wieder aufstehen muss um noch packen zu können.

Liebe Grüße vom aller letzten Abend meiner Reise
Nadine

Shopping in Bangkok

Sonntag, 10.07.2016

Natürlich schliefen wir nach diesen Strapazen am Vortag erstmal aus. Um 10 saß ich beim Frühstück und gönnte mir Müsli und Obst. Jonas kam eine Stunde später dazu und Lena schlief ewig. Als sie wach war liefen wir beide los in die Stadt und Jonas ging zum Yoga.
Da ich um 1 Uhr einen Termin auf der Khao San Road hatte, mussten wir uns beeilen. Die Tuk Tuk Fahrer verlangten horrende Preise und so viel Geld wollten wir nicht ausgeben. Der eine Fahrer zeigte uns die Bushaltestelle wo wir ewig auf einen Bus warteten. Da leider keiner kam, hielten wir ein Taxi an das sehr günstig war. Die Fahrt dauerte eine halbe Stunde und dann waren wir auf der berühmten Backpackerstraße. Wir fragten uns wie wir das Tattoo Studio in dem ich den Termin hatte finden sollten als wir einfach der Wegbeschreibung im Internet folgten und es ohne Probleme fanden.
Der Tätowierer wartete schon und hatte meine Vorschläge die ich ihm per Mail geschickt hatte ausgedruckt an der Wand hängen. Außerdem hatte er schon eine Feder gezeichnet wie ich sie wollte. Er kopierte den Entwurf, schnitt ihn aus und pauste es auf mein Bein. Dann fragte ich nach den Kosten und sagte ihm, dass ich anrufe um einen Termin zu machen. Irgendwie hatte er das anders verstanden und wollte gleich anfangen. Ne so geht das nicht. Mein Magen war leer und Lena hatte noch nicht mal gefrühstückt. Kein Problem sagte der junge Thailänder. Lena sollte los um Essen zu kaufen und er fange schon mal mit dem Tattoo an. So hatte ich keine Zeit mehr zu überlegen und er sagte er hätte nur sofort Zeit. Lena wartete noch bis es los ging, weil sie mein Gesicht sehen wollte. Am Anfang merkte ich nicht viel und bekam nicht mal mit, dass er anfing. Zum Glück gab es WLAN, denn so saß ich mit meinem Handy da und konnte mich ablenken.

Als Lena mit dem Essen zurück kam, fing es an weh zu tun. Besonders am Knöchel und als er immer wieder über dieselbe Stelle ging um die Schattierungen zu machen tat es weh. Ein junger Engländer in unserem Alter guckte mich mitleidig an als ich mein Gesicht verzog, aber ich gab mir große Mühe die Fassung bewahren. Als die Schmerzen sich in Grenzen hielten, saß ich da mit meinem Pad-Thai (Nudeln) und aß sie genüsslich während der Thailänder sich an meinem Bein verkünstelte. Als das Schwarz fertig war kam der schmerzvollste Teil. Meine Haut war ja bereits von der ersten Schicht gereizt und dann kam mit sogenannten Wasserfarben die zweite Schicht drüber. Das fühlte sich fast so an als würde mir jemand den Knochen abschaben und ohne, dass ich Kontrolle darüber hatte floss mir sogar ein kleines Tränchen runter. Der nette Tätowierer lachte mich nur aus und ich gab mir Mühe im vollen Studio möglichst schmerzlos auszusehen. Einmal musste ich mich anders hin setzten, weil ich einen Krampf bekam und es nicht gerade bequem war wie ich da saß. Dann fing auch noch das Bein an wie wild zu zittern und ich hatte gar keine Kontrolle drüber. Der Tätowierer musste es festhalten, dass er weiter machen konnte.
Nach eineinviertel Stunden waren die größten Schmerzen vorbei und ich durfte im Spiegel das erste Mal mein neues Tattoo bewundern. Genau vor einem Jahr habe ich mir mein erstes Tattoo auf Bali stechen lassen. Mir gefällt meine Feder total gut. Diese steht für Freiheit und dass ich mit dem Wind gehen kann wohin er mich trägt. Auch die Farben sind gelungen und ich bin ganz stolz. Es wurde in Folie gepackt, aber diese sollte ich eine Stunde später weg machen, weil es nicht gut ist, wenn ich darunter schwitze. Die Schmerzen dauerten immer noch an und es brannte. Es ist vergleichbar mit einer Schürfwunde die tief ist und es dauert eine Weile bis es heilt.
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Die Khao San Road ist ein echtes Paradies für Shoppingfreunde wie uns. Alles ist total günstig und man bekommt T-Shirts und Hosen für 1,50 Euro. Es war wieder super schwül, aber sonnig und das hielt uns nicht davon ab stundenlang die große Straße hoch und runter zu laufen und ordentlich einzukaufen. Hoffentlich zahle ich kein Übergepäck 😉

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Lena und ich fanden einen netten, gutaussehenden Tuk Tuk Fahrer der uns in die große MBK Shoppingmall fuhr.

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Diese ist super modern und gigantisch groß. Man findet alles was das Herz begehrt und man weiß gar nicht wo man hin gucken soll. Es gibt so viele Wege und man kann sich hier locker ein paar Stunden aufhalten ohne alles gesehen zu haben.

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Die Preise sind hier aber fast wie in Deutschland und so kauften wir uns nur Donuts die echt lecker waren.

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Die komplette 4. Etage ist voll mit gebrauchten Elektronikartikeln. Dort wollte ich nach einem Mac-Book schauen, aber die sind selbst hier noch zu teuer. Erschrocken stellten wir fest, dass es schon halb 7 war. Die Zeit vergeht hier einfach viel zu schnell.
Da direkt an der Shoppingmall die Station vom Skytrain (Zug) ist, wollten wir dieses Transportmittel auch noch ausprobieren. Es ist sehr günstig, aber da wir die Haltestelle in der Nähe vom Hostel nicht wussten, wurde es kompliziert. Zum Glück konnte die Dame am Schalter uns helfen und wir bekamen das richtige Ticket für nur ein paar Cent. Man bekommt elektronische Karten wie in Australien die man einstecken muss, damit sich die Schranke die zum Gleis führt, öffnet. Am Gleis gibt es Glastüren, sodass man gleich weiß wo man stehen muss. Dieses System ist total modern und fortschrittlich und auch die Züge sind neu. Nach einer Haltestelle mussten wir umsteigen und auf der Rückseite der Fahrkarte ist auch gleich ein Plan, sodass man weiß mit welcher Linie man fahren muss. Die Züge fahren regelmäßig alle paar Minuten und Deutschland könnte sich daran ein Beispiel nehmen. Zu unserem Erstaunen kamen wir sogar an der richtigen Haltestelle raus und fanden unser Hostel.
Jonas wartete schon und mit Thomas, einem Norweger aus unserem Zimmer, suchten wir was zu Essen. In einer großen Shoppingmall in der Nähe des Hostels fanden wir einen guten, günstigen Italiener mit ordentlichen Portionen. Das Abendessen schmeckte uns allen gut.
Der Abend war noch jung und im Internet suchten wir nach Skybars. Eine die sich in Laufnähe befand wollten wir ausprobieren und liefen dort hin. Das Hotel Sofitel in dem die Bar drin ist, sah schon so luxuriös aus, dass wir dachten wir kommen da mit unserem Touri-Outfit (Flip Flops und kurze Hosen) nicht rein. Die zwei Bediensteten guckten sich auch komisch an und eine Frau nahm uns mit zum Aufzug. Oben im 29. Stock angekommen wurden wir von einer total verrückten Angestellten empfangen die uns gleich zu den Schuhen brachte. Jeder von uns musste sich ein Paar Schuhe raussuchen die dort standen. Somit sahen wir zwar immer noch aus wie vorher, aber hatten wenigstens viel zu große Glitzerballerinas bzw. Stoffschuhe an. Die lustige Empfangsdame tanzte los und wir sollten in einer Reihe hintereinander tanzen. Wir lachten uns kaputt und liefen so durchs Restaurant.
Die Aussicht von der Park Society Rooftop Bar auf das nächtliche Bangkok war gigantisch und wir waren alle beeindruckt. Es war nichts los und wir fanden Platz an Hochtischen wo wir gleich Antipasti serviert bekamen. Die Preise waren zu hoch für unser Budget und wir blieben bei Bier. Thomas dem Norweger gefiel es auch und wir hatten einen schönen Abend.
Den anderen war es nicht mehr nach Feiern gehen und so traten wir nach zwei gemütlichen Bier den Heimweg zum Hostel an. Dort kommt man an vielen schönen Straßenständen mit Klamotten vorbei, aber wir hatten schon genug Shopping für diesen Tag unternommen.

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Liebe Grüße vom tollen Bangkok
Nadine

Off to Bangkok

Samstag, 09.07.2016

Um 5 war die Nacht dann vorbei, weil jemand total laut Musik hörte und zwei Burmesen sich in unangebrachter Lautstärke unterhielten.
Bin ich froh, wenn die letzte Busfahrt auf dieser Reise vorbei ist. Auf der Straße war schon einiges los und der Verkehr war abartig. Um 8 erreichten wir endlich den Busbahnhof von Yangon. Von dort aus wollten wir ein Taxi zum Flughafen nehmen. Die beiden die mit mir das letzte Mal im Taxi waren, mussten auch zum Flughafen und wollten sich ein Taxi mit uns teilen. Leider stressten sie wieder total rum, weil wir verhandelten. Sie regten sich total über uns auf und sagten, dass das ein unmögliches Verhalten sei und fragten, ob wir kein Gewissen hätten und sagten wir sollen doch einfach zahlen, was von uns verlangt wird. Wir guckten uns alle geschockt an und wussten gar nicht was wir sagen sollten. Jeder weiß, dass man überall in Süd-Ost-Asien und vor allem beim Transport verhandeln muss. Als wir ein Taxi hatten und dann auch wegen den beiden keine weiteren Verhandlungen mehr durchführten, sagten sie es sei nicht genug Platz, liefen davon und ließen uns stehen. Es war wohl genug Platz und dieses Verhalten von den beiden machte uns sprachlos.
Unterwegs kamen wir an den „Slums“ von Yangon vorbei. Man sah sehr viel Armut, alles war überflutet vom Regen und die Leute laufen quasi in Seen. Alles war zugemüllt, richtige Häuser gibt es nicht und das war sehr schockierend zu sehen. Der Fahrer kannte alle Abkürzungen und nach einer halben Stunde waren wir am Flughafen von Yangon. Dort hatten wir fast 5 Stunden bis unser Flug ging.
Erst setzten wir uns in ein Café um zu frühstücken, wo ich ein ekeliges Brot mit Käse und Honig und zwei laufende Eier bekam. Dann machten wir uns im Hungry Jacks breit und vertrieben uns die Zeit. Zum Glück waren wir rechtzeitig dran, denn bei AirAsia herrschte das absolute Chaos. Was dort vorging, war unbeschreiblich. Seit 1. Juli wurde am Flughafen nämlich ein neues Terminal eröffnet und anstatt 15$ beträgt die Flughafensteuer damit nun 20$. Als wir am checkin standen, wurden wir zu einer anderen Schlange geschickt um die fehlenden 5$ nach zu bezahlen. Danach hätten wir uns wieder an der Schlange vom checkin anstellen sollen. Den anderen Reisenden ging es natürlich genau so und so entstand ein heilloses Durcheinander. Organisation gab es nicht und das Personal könnte auch gleich sagen, dass man sich in der anderen Schlange anstellen sollte. Ein Mädel und ihre Mutter sollten 75$ für ihr Gepäck zahlen, weil AirAsia einen Fehler gemacht hatte. Kurzerhand öffneten sie ihren Koffer, kleideten sich ein wie im Winter und zogen an was ging. Zwei andere Jungs aus Amerika wollten dasselbe machen. Nach einer halben Stunde ging es in der Schlange immer noch nicht vorwärts, weil keiner von AirAsia wusste was zu tun war. Dann verschwand auch noch angeblich die Internetverbindung und wir wurden immer ungeduldiger. Dass wir rumstressten beschleunigte den Prozess leider nicht. Als wir nach fast einer Stunde endlich einchecken konnten, waren wir froh.
Im neuen Terminal 1 war nichts los. Kein Wunder, wenn hier auch nur 4 Flüge am Tag gehen. Die Arbeitsaufteilung ist deshalb umso abenteuerlicher und wir lachten uns kaputt. Auf dem Klo stehen 2 Leute und putzen den ganzen Tag. Es gibt mindestens 5 weitere Leute die ständig mit dem Wischmopp hin und her wischen, 2 Leute saugen den lieben langen Tag den neuen Teppich, einer hält das Kabel vom Staubsauger und neben der Sicherheitskontrolle hielten gerade 10 Angestellte aus Langweile ein Kaffeekränzchen an einem Tisch. Trotzdem geht hier nichts voran und bis hier mehrere Flüge an einem Tag gehen können, muss noch viel geübt werden.
Im Burger King wurde noch das Personal eingewiesen und viele Läden hatten noch gar nicht eröffnet. Wenn wir hier in ein paar Jahren wieder her kommen, bin ich gespannt wie sich das entwickelt hat.
Unser Flieger hatte Verspätung und als ich die dunklen Wolken am Himmel sah, bekam ich schon wieder mittelmäßige Panikattacken. Zum Glück habe ich Lena dabei die mir mit meiner Flugangst seelischen und moralischen Beistand leistet.
Pünktlich zum Start fing es an zu regnen was der Himmel her gab und die Startbahn stand nach kurzer Zeit unter Wasser. Als der Regen kurz schwächer wurde, hoben wir ab. Zum Glück war der Flug nur eine gute Stunde lang und erstaunlicherweise war er ganz ok. Ein paar Mal ruckelte es und ich war froh als wir landeten. Bangkok erwartete uns mit fast klarem Himmel und es waren nur weiße Wolken zu sehen.
Vom Flughafen nahmen wir ein Uber (privates Taxi) zu unserem Hostel Bodega. Die Fahrt durch die Rush-Hour dauerte nochmal eine geschlagene Stunde und als wir endlich im Hostel ankamen war 5 Uhr und das hieß, dass wir nun schon 24 h unterwegs waren.
Im Hostel traf ich Welshy wieder mit dem ich mit dem Motorrad durch Vietnam gefahren bin. Wir hatten uns viel zu erzählen und es war schön ihn wieder zu sehen.
Lena, Jonas und ich liefen los um nach was Essbarem zu suchen. Ein italienisches Restaurant sah gut aus und die Karte sagte, dass es nicht zu teuer ist. Als wir saßen, stellten wir aber fest, dass die Preise höher als erwartet waren, aber gehen konnten wir auch nicht mehr. Zusammen bestellten wir guten, hausgemachten Sangria. Lena und ich hatten Gnocci und ohne Übertreibung musste man diese auf dem Teller suchen. Nach dem Essen hatten wir beide noch mehr Hunger als davor und mussten mit knurrenden Mägen das Restaurant verlassen. Jonas wurde auch nicht richtig satt und diese Erfahrung war enttäuschend.
Jonas war bei seinem letzten Bangkok-Besuch schon in diesem Viertel und wusste eine gute Bar. Dort war die Hölle los und am Samstagabend viele Leute unterwegs. Wir hatten Glück noch einen Platz in der Bar zu bekommen und tranken noch gemütlich ein Bier.
Zurück ging es durch die Rotlichtstraße und das war sehr schockierend. So viele junge, hübsche Mädels (oder Ladyboys) die halbnackt dort rum stehen und sich verkaufen müssen. Es hat unzählig viele Bars und noch mehr Touristen. Wir waren froh als wir da wieder weg waren.
Natürlich waren wir alle müde und es war auch schon 11 als wir zurück waren. In dieser Nacht werden wir alle gut schlafen können und wir haben sehr bequeme Betten.

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CIP – Lounge?

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Welshy und ich

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Liebe Grüße von Bangkok
Nadine