Ferry

Freitag, 15.04.2016

Die Nacht im Zelt war wieder sau kalt und wir mussten frieren. Dafür fing der Morgen gut an, weil mir unsere Nachbarn einen Kaffee machten.
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Alis Bienenstich
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Wir quatschten ewig, hatten tolle Gespräche mit den Nachbarn und brachen gemütlich auf.
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Da wir beide nicht sehr motiviert waren, nahmen wir uns nur eine Strecke von 85 km für diesen Tag vor. Das Wetter war auf unserer Seite und wir fuhren mit der Sonne. Die Strecke war nicht so interessant wie am Vortag und es ging viel gerade aus. Kühen, Pferden und Schafen sagten wir im vorbeifahren hallo. Einmal wollte Ali warten und mich dann einholen. Dann gab ich ordentlich Gas und er hatte Mühe hinterher zu kommen. Sorry Ali 😉 Es war so warm, dass Ali im T-Shirt fuhr und ich meine Jacke ein bisschen aufmachte. Dummerweise ging sie während dem Fahren ganz auf. Wenn man bei 120 km/h Fliegen einsammelt und Steine an den Bauch bekommt, ist das nicht gerade angenehm mit offener Jacke. Außerdem dachte ich, ich verliere sie während der Fahrt. Wenn man einen Unfall hat, schürft man sich auch alles auf. Keine gute Idee ! Wie hat Ali das im T-Shirt ausgehalten?
Da für die Nacht Regen angekündigt war und unser Zelt nicht wasserdicht ist, buchten wir eine Kabine auf einem Campingplatz in Wellington (nicht das in Neuseeland). Für 15$ hatten wir eine Küche und einen warmen Schlafplatz auf dem Wellington Caravan Park. Nach dem Einchecken fuhren wir gleich los in das 10 km entfernte Örtchen Tailem Bend zum Einkaufen. Um ans andere Ufer zu kommen, mussten wir das erste Mal mit der Fähre fahren. Diese verkehrt kostenlos 24 Stunden am Tag und fährt nicht mal 5 min. Von der Fähre aus hatte man gute Sicht auf den Murray River.
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Mit vollen Satteltaschen und einer Decke die wir gekauft hatten ging es nach dem Einkaufen zurück. Auf der Fähre lernte Ali einen Trucker kennen, mit dem er sich im Pub verabredete. Wir gönnten uns ein Magnum das wir noch an Ort und Stelle verspeisten.
Zum Abendessen gabs Tütensuppen und Knoblauchbrot das ungenießbar war, weil es total verbrannte.
Ich blieb in der Kabine, weil ich noch meinen Blog schreiben wollte und Ali lief in der Pub der direkt gegenüber war. Ich versprach nachzukommen.
Im Dunkeln lief ich einige Zeit später zum Pub, aber weit und breit war nichts von Ali zu sehen. Ich suchte in jedem Raum, aber keine Spur. So lief ich eben wieder zurück.
Als ich nach 3 Stunden schon fast eine Vermisstenmeldung aufgeben wollte (es gab keinen Handyempfang) kam Ali und erzählte mir wie toll sein Abend mit den Locals war. Wir fanden raus, dass ich im falschen Pub war. Als „Entschuldigung“ versprach Ali mit mir dort am nächsten Morgen auf einen Kaffee hinzugehen, weil er weiß, dass ich morgens meine Tasse brauche.
Ali und ich schauten noch einen Film und in der warmen Unterkunft konnten wir gut einschlafen.

Liebe Grüße von Wellington
Nadine

Still hopeful

Donnerstag, 14.04.2016

Die Nacht war Horror und ich habe fast nicht geschlafen. Es ging ein ordentlicher Wind, die Wellen waren sehr laut und ich dachte ständig an meinen Rucksack. Außerdem war es sehr sehr kalt und ich hatte nur eine dünne Decke vom Flugzeug und einen dünnen Baumwollschlafsack. Beide hatten wir unsere unbequemen Motorradjacken an, aber die brachten auch nicht viel.
Ich war froh, als die Sonne aufging und ich aufstehen konnte. Der Sonnenaufgang über dem Strand entschädigte für die Nacht.

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Um 7 brachen wir bereits auf und es war immer noch kalt. Der Sonnenaufgang war total schön und direkt am Strand aufzuwachen, ist einfach toll. Es herrschte schon reger Betrieb und viele Leute sprachen uns an und fragten, ob die Nacht kalt gewesen wäre. Keiner meckerte, dass wir am Strand übernachtet hatten.
Die ganze Strecke auf der ich den Rucksack verloren haben könnte, fuhren wir langsam ab und schauten am Rand. Am Highway hielt Ali an der Seite an und sagte wir könnten hier nicht so langsam fahren, weil das zu gefährlich sei. Natürlich wollte ich auch nichts riskieren und wir fuhren mit ca. 80 km/h, aber fanden leider nichts. Mit jedem Kilometer schwand meine Hoffnung mehr. Da der Rucksack so klein ist, kann er gut ein paar Meter weit geflogen sein und in irgend einem Gebüsch hängen. Er ist zwar rot und somit einfach zu sehen, aber es ist nicht gesagt, dass man ihn auch findet. Als wir dann wieder an der Tankstelle waren, wo ich festgestellt hatte, dass der Rucksack fehlt, war ich enttäuscht. Leider hatte ich auch keinen Anruf der Polizei auf dem Handy.
Trotzdem wollte ich mir die Laune absolut nicht verderben lassen, weil ich mich so auf den Trip gefreut hatte und es sowieso nicht ändern kann.
Der erste Stopp des Tages war der Cape Jervis. Von dort aus hat man einen tollen Blick aufs Meer und sieht Kangaroo Island.

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Wir fuhren zum Fährenanleger dieser bekannten Insel und erkundigten uns nach den Preisen. Für sage und schreibe 154$ wären wir auf Kangaroo-Island gekommen und die Fahrt dauert nicht mal 45 min. Da das Ufer so nah aussieht, hätte man bestimmt auch schwimmen können. Wir tranken einen Kaffee dort und fuhren los. Dann halt leider kein Kangaroo-Island für uns.
Es ging weiter Richtung Wald und es wurde deutlich wärmer. In einem kleinen Dörfchen hielten wir an einer Tankstelle und gönnten uns ein Sandwich in der Sonne.
Die ganze Strecke war wie die am Vortag super genial zu fahren. Kein Auto kam uns entgegen, wir konnten schnell fahren und die Kurven machten viel Spaß. Einmal hielt Ali an und ich dachte mir erst nichts dabei, weil er das öfter macht um nachzuschauen, wo wir hin müssen. Er wurde von einer Biene in den Arm gestochen und der Stachel steckte noch drin. Ich riet ihm gleich was drauf zu machen, aber ganz Mann wollte er nicht so ganz darauf hören.
Der Blick über das Städtchen Victor Harbour war atemberaubend und die Kulisse filmreif.

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Warum ist Ali hier zwei mal im Bild ?

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Wir standen eine Weile da und genossen den Ausblick, bevor wir das Städtchen erkundeten.
Ein Steg führt auf die kleine Insel Granite Island. Diese ist wie der Name schon sagt, aus Granit entstanden.

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Es gibt einen kleinen Wanderweg an der Küste entlang und wir konnten uns das glitzernde Meer bei Sonnenschein anschauen. Die Insel ist super schön und hat viele Felsen auf denen wir rum kletterten.

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Zurück in Victor Harbour besuchten wir die Touristeninformation und liefen zum Supermarkt um ein bisschen was fürs Abendessen einzukaufen. DSC_0082 (FILEminimizer) DSC_0083 (FILEminimizer)

Dort holte ich mir auch gleich ein neues Iphone-Ladekabel. Zum Glück hat meine australische Bank, die Commonwealth ein total gutes System. Da kann man ohne Karte Geld am Automaten abheben. Ich habe einfach einen Pin auf mein Handy bekommen. Bei Ali konnte ich meine Schulden begleichen und fühlte mich besser.
Wir saßen auf einer Bank und aßen Toast mit Käse (bzw. Wurst) und ließen uns die Sonne auf das Haupt scheinen. Es war sogar sehr heiß nur im T-Shirt.
Über die App Wikicamps fand ich einen günstigen Platz, die Showgrounds von Port Elliot. Bis dahin war es nur ein kurzer Weg mit dem Motorrad. Wir hatten sehr nette Nachbarn, konnten duschen und mit einem Bier und Film den schönen Tag gemütlich ausklingen lassen. Unsere Nachbarn liehen uns sogar ihre Liegestühle, sodass wir nicht auf dem Boden sitzen mussten. So stelle ich mir den Trip vor und bis auf die Sache mit dem Rucksack der leider immer noch nicht aufgetaucht ist, ist bisher alles perfekt gelaufen.

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Abends war es noch warm im Zelt und ich hoffte, das würde diese Nacht so bleiben.

Liebe Grüße vom schönen Victor Harbour
Nadine

Bushfire, ruines and clean food

Dienstag, 29.03.2016

Ich war froh, dass die Nacht vorbei war und wir es im Gruselwald überlebt hatten. Rasmus hatte schon Feuer und Pfannkuchen gemacht. Es war wieder sehr kalt morgens und das Feuer wärmte uns. Nachts hat es meistens weniger als 10 Grad und im Wald ist es wenn man aufwacht noch genau so kalt.

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Da unsere Nahrungsreserven langsam aufgebracht waren, fuhren wir zum Einkaufen in den Coles Supermarkt. In den kleinen Dorfsupermärkten wo wir die ganze Zeit waren, ist alles so teuer und es gibt nicht viel Auswahl. Der große Supermarkt war somit das Paradies für uns alle.
Wir fuhren nach Hobart, wo die Jungs gleich eine Wäscherei suchten, um alles zu waschen. Ich setzte mich in den Mc Donalds, wo leider das WLAN nicht funktionierte.
Kristof fuhr zu einer Familie, die Interesse an seinem Motorrad hatte. Diese waren sehr komisch, wollten nur die Hälfte zahlen und so gingen wir mit dem Motorrad wieder.
Danach machten wir einen Abstecher in das Haus von John wo ich vor 2 Wochen schon geschlafen hatte. Auch Rasmus und Kristof waren sich einig, dass wir hier nicht auf dem Boden schlafen wollen und so suchten wir uns ein anderes Nachtlager.
Im Wald sah man von der Ferne ein Buschfeuer und die Jungs mussten dort unbedingt hin fahren. Ich fand es nicht so toll, dass wir dort zum Gaffen waren, aber ich hatte keine Chance außer mitzukommen. Zum Glück war es ein geplantes Feuer und Feuerwehrleute bewachten es.

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Die Showgrounds (Ausstellungsgelände) waren unser Nachtquartier. Für insgesamt 20$ konnten wir hier stehen und für 1$ pro Person kamen wir wieder in den Luxus von warmen Duschen. Der Platz war sehr gut besucht und unsere Nachtbarn, ein Rentnerehepaar hatte ein total großes, luxeriöses Wohnmobil. Diese reisen nun 5 Jahre um Australien und leben dort drin. Es gibt alles was das Herz begehrt und so lässt es sich aushalten.
Rasmus und ich hatten uns viel Salat und Gemüse gekauft und machten ein total leckeres Abendessen, das besser als im Restaurant schmeckte. Leider konnten wir hier kein Feuer machen und hoch oben, mit Sicht über ganz Hobart fegte ein Wind und war wieder sehr kalt.

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Das bedeutete wieder nach Sonnenuntergang gleich ins Zelt und Film schauen. Diese Nacht fühlte ich mich deutlich wohler und musste auch keine Angst mehr vor dem Kettensägenmann haben.

Liebe Grüße aus der City
Nadine