My bum hurts

Samstag, 16.04.2016

Wir hatten keinen Wecker gestellt und da wir nicht frieren mussten, schliefen wir bis 9. Weil wir aber nicht im Stress waren, liefen wir erst mal zum Pub wo Ali am Vorabend war und bestellten wie versprochen eine heiße Schokolade und einen Kaffee.
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Zum Frühstück machte ich typisch australische Hash-Browns (wie Kartoffelpuffer) im Ofen warm und wir aßen Magnum und Joghurt (coole Kombination, ich weiß).
Das Packen dauerte diesmal gefühlt ewig, aber Ali ist super organisiert und echter Profi und brachte alles unter. Er ist immer genervt, wenn ich nicht wirklich System beim Packen von meinem Backpack habe.

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Nach dem Tanken machten wir uns auf den Weg. Es war stark bewölkt, kalt und es ging ein orkanartiger Wind. Da macht Motorrad fahren keinen Spaß. Ich hatte alle Mühe mich auf dem Bike zu halten und verkrampfte alle Muskeln. Schon nach den ersten 30 km beschwerte ich mich, dass ich nicht mehr will. Ali sagte ich solle nicht rum jammern, wir haben noch genug vor uns.
Nach ca. 200 km hielten wir in einem kleinen Ort an und picknickten. Uns beiden tat alles weh und selbst im Sitzen auf der Bank vibrierte noch alles.
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Die Strecke wurde auch die nächsten Kilometer nicht besser. Bis auf ein paar ausgetrocknete Salzseen und Büsche gab es nichts und es ging mit 110 km/h stupide gerade aus. Auch mein Motorrad fand die Strecke nicht so cool. Sie machte ein bisschen zicken und schluckte Sprit wie eine Große.
An einem Salzsee nahmen wir pinkes Salz mit und Ali war total stolz darauf. Es windete so stark, dass es uns im Stehen die Handschuhe vom Motorrad wehte.
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Beim zweiten Tanken machte ich das Innenfutter von meiner Jacke rein, aber das wärmte auch nicht wirklich mehr. Bei 15 Grad lief mir die Nase und ich fror. Wegen des starken Gegenwindes musste ich den Gashebel umso mehr aufdrehen und mir tat das Handgelenk weh.
Wir beschlossen ein bisschen mehr als geplant zu fahren, weil es immer noch bewölkt war und wir sowieso nichts mehr machen hätten können. Vor lauter Langeweile rechnete ich schon die Kilometer auf den Straßenschildern in Meilen um, sodass ich auf meinem Tacho wusste, wie viel wir noch vor uns hatten. Die, die mich kennen, wissen, dass ich sonst nicht freiwillig rechne. Außerdem ist es schwierig, dass meine Geschwindigkeit in Meilen angezeigt wird. Daneben stehen zwar klein die Kilometer, aber wenn man schnell fährt und alles vibriert kann man das auch nicht mehr lesen. Am Anfang habe ich mir deswegen gemerkt, wie viele Meilen, wie viele Kilometer sind. So viele Autos wie an diesem Tag haben wir noch nie überholt. Es war zwar fast niemand unterwegs, aber die, die es waren, hatten alle Wohnwagen oder waren langsam. An einer Tankstelle sprach uns ein Mann an den wir überholt hatten und wünschte uns einen schönen Trip.

Eigentlich sollte die Straße immer am Meer entlang führen, aber das sahen wir leider nicht.

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Alis Idee war, eine Fotoserie mit den Straßenschildern mit Tieren drauf zu machen. So fahren wir immer an den Rand, wenn wir so ein Schild sehen. Einmal war der Untergrund so weich, Ali konnte sein Bike nicht mehr halten und ließ sie im Stand fallen. Wir richteten zusammen das Bike auf und zum Glück war es unversehrt. Beim zweiten Stopp war es genau dasselbe. Wir hatten Mühe die Maschine zu zweit wieder aufzurichten. Ein nettes Pärchen hielt an, weil sie dachten wir hatten einen Unfall und halfen uns. Wir unterhielten uns super mit den beiden und das zeigt wieder mal wie hilfsbereit die Aussies sind.
Am Ortsschild von Millicent streckten wir beide gleichzeitig triumphierend unsere Fäuste in den Himmel und freuten uns bald da zu sein.
Der Campingplatz war wie der am Vortag sehr verlassen. Der Mann an der Rezeption des Millicent Hillview Caravan Parks empfing uns freundlich und wir hatten für 25$ wieder eine Kabine gebucht. Günstiger als ein Hostel, man hat sein eigenes Bad und Küche. Außerdem sind Hostels hier sowieso sehr rar.
Unsere Kabine ist sehr luxuriös und sieht schön aus. Es gibt ein großes Bett und ein Stockbett und wir fühlten uns gleich wohl. Ali und mir taten der Rücken, der Steiß und der Hintern ordentlich weh. Nach 300 km an diesem Tag auch kein Wunder.
Wir schauten nur noch ein bisschen TV, machten uns nochmal Tütensuppen mit Knoblauchbrot (diesmal nicht verbrannt) und nutzten das kostenlose WLAN aus.
Diese Nacht werden wir wohl beide gut schlafen können.

Liebe Grüße von der Bikerin
Nadine

Ferry

Freitag, 15.04.2016

Die Nacht im Zelt war wieder sau kalt und wir mussten frieren. Dafür fing der Morgen gut an, weil mir unsere Nachbarn einen Kaffee machten.
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Alis Bienenstich
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Wir quatschten ewig, hatten tolle Gespräche mit den Nachbarn und brachen gemütlich auf.
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Da wir beide nicht sehr motiviert waren, nahmen wir uns nur eine Strecke von 85 km für diesen Tag vor. Das Wetter war auf unserer Seite und wir fuhren mit der Sonne. Die Strecke war nicht so interessant wie am Vortag und es ging viel gerade aus. Kühen, Pferden und Schafen sagten wir im vorbeifahren hallo. Einmal wollte Ali warten und mich dann einholen. Dann gab ich ordentlich Gas und er hatte Mühe hinterher zu kommen. Sorry Ali 😉 Es war so warm, dass Ali im T-Shirt fuhr und ich meine Jacke ein bisschen aufmachte. Dummerweise ging sie während dem Fahren ganz auf. Wenn man bei 120 km/h Fliegen einsammelt und Steine an den Bauch bekommt, ist das nicht gerade angenehm mit offener Jacke. Außerdem dachte ich, ich verliere sie während der Fahrt. Wenn man einen Unfall hat, schürft man sich auch alles auf. Keine gute Idee ! Wie hat Ali das im T-Shirt ausgehalten?
Da für die Nacht Regen angekündigt war und unser Zelt nicht wasserdicht ist, buchten wir eine Kabine auf einem Campingplatz in Wellington (nicht das in Neuseeland). Für 15$ hatten wir eine Küche und einen warmen Schlafplatz auf dem Wellington Caravan Park. Nach dem Einchecken fuhren wir gleich los in das 10 km entfernte Örtchen Tailem Bend zum Einkaufen. Um ans andere Ufer zu kommen, mussten wir das erste Mal mit der Fähre fahren. Diese verkehrt kostenlos 24 Stunden am Tag und fährt nicht mal 5 min. Von der Fähre aus hatte man gute Sicht auf den Murray River.
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Mit vollen Satteltaschen und einer Decke die wir gekauft hatten ging es nach dem Einkaufen zurück. Auf der Fähre lernte Ali einen Trucker kennen, mit dem er sich im Pub verabredete. Wir gönnten uns ein Magnum das wir noch an Ort und Stelle verspeisten.
Zum Abendessen gabs Tütensuppen und Knoblauchbrot das ungenießbar war, weil es total verbrannte.
Ich blieb in der Kabine, weil ich noch meinen Blog schreiben wollte und Ali lief in der Pub der direkt gegenüber war. Ich versprach nachzukommen.
Im Dunkeln lief ich einige Zeit später zum Pub, aber weit und breit war nichts von Ali zu sehen. Ich suchte in jedem Raum, aber keine Spur. So lief ich eben wieder zurück.
Als ich nach 3 Stunden schon fast eine Vermisstenmeldung aufgeben wollte (es gab keinen Handyempfang) kam Ali und erzählte mir wie toll sein Abend mit den Locals war. Wir fanden raus, dass ich im falschen Pub war. Als „Entschuldigung“ versprach Ali mit mir dort am nächsten Morgen auf einen Kaffee hinzugehen, weil er weiß, dass ich morgens meine Tasse brauche.
Ali und ich schauten noch einen Film und in der warmen Unterkunft konnten wir gut einschlafen.

Liebe Grüße von Wellington
Nadine