Blue Lake

Montag, 18.04.2016

Um 10 waren wir „gesattelt“, gepackt, hatten gefrühstückt und unser Tagesplan motivierte uns, schnell aufzubrechen. Nachts hatte es wohl geregnet, denn unsere Bikes waren nass und es war noch ein bisschen bewölkt. Zuerst verausgabten wir uns auf dem Trampolin (wozu erwachsen sein?), wobei uns die Kinder komisch anschauten.
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Wir fuhren auf dem Highway, wo es wieder ziemlich eintönig und öde war. Auf dem Weg stoppten wir an einer Höhle, die ich übers Internet rausgesucht hatte. Für 10$ Eintritt (wir sind ja Studenten 😉 ) bekamen wir eine kurze Führung durch die Tantanoola Caves im Conservation Park. Danach hatten wir Zeit selbst rum zu laufen. Die Tropfsteinhöhle ist total beeindruckend und echt schön. Die Geschichte lautet, dass vor einigen Jahren das Frettchen eines Jungen weg rannte und er als er sein Tier suchte, die Höhle entdeckte. Er fand sein Haustier wieder und war danach glücklich, dass er außerdem einen großen Fund gemacht hatte.

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Der Himmel klarte auf, als wir nach Mount Gambier rein fuhren. Die größte Attraktion dort ist der Blue Lake. Wie der Name schon sagt, ist dieser in ein kräftiges blau gefärbt und sieht total atemberaubend aus. Ich bekam einen Anruf von Annie bei der wir in Adelaide geschlafen hatten. Sie bot an, meinen Rucksack bei der Polizei abzuholen und mir hinterher zu senden. Zum Glück wohnen Annie und Jack in der Nähe der Polizeistation. Sie sei schließlich meine australische Mama, so ihre Aussage. Da ging mir total mein Herz auf und ich wusste gar nicht wie ich ihr danken konnte. Sie war einfach nur froh, dass ich meinen Rucksack wieder hatte. Nur brauchte sie zum Abholen eine Vollmacht und ich hatte kein Papier griffbereit. So fuhren Ali und ich zum Mc Donalds und ich schrieb auf die Rückseite vom Kassenzettel eine Vollmacht, die ich mit dem Handy fotografierte und der Polizei schickte. Das war offensichtlich ausreichend (ausweisen hätte ich mich ja sowieso nicht können), denn als wir noch bei unserem Eis waren, schrieb mir Annie, dass sie meinen Rucksack hätte. Mir fielen 1000 Steine vom Herzen! Wirklich unglaublich diese Geschichte und dieses unfassbare Glück!!

Schnell düsten wir mit den Bikes zurück zum Blue Lake und starteten eine kleine Wanderung. Die Aussicht war super und man konnte um den halben Valey Lake (See) in der Limestone Coast herumlaufen. Der Mount Gambier ist einer der jüngsten Vulkane Australiens und entstand vor etwa 4.900 Jahren. Mount Gambier ist ein Maar-Komplex in der Newer Volcanics Province und besteht aus dem Blue Lake, Valley Lake, Leg of Mutton Lake und Browne’s Lake. In der Mitte des Sees ging es nicht mehr weiter. In Ali steckt ein richtiger Abenteurer und er entschied sich dafür, dass wir einen Abhang runter klettern um nicht alles wieder zurück zu müssen. Das war sehr actionreich, steil und lustig.

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Wir waren froh als wir unten waren und hatten uns einiges an Weg gespart und Vulkansteine im Gepäck.

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Obwohl die Wanderung nur ca. 2 Stunden dauerte, war ich danach fix und fertig und musste erst mal durchschnaufen.

Über die Couchsurfing-Seite im Internet, hatten wir einen Host gefunden. Dort stellen Leute Reisenden ihr Sofa kostenlos zur Verfügung und hoffen darauf, auch mal einen Schlafplatz zu finden, wenn sie selbst reisen. Der Weg ins Dorf Nelson war nicht weit und wir passierten die Grenze vom Bundesstaat South Australia nach Victoria. Wir trafen unseren 26 jährigen Host Tom im Pub. Alle drei kamen wir gleich super miteinander aus und die Jungs haben den selben Musikgeschmack, spielen beide in Bands und schauen die gleichen Filme.
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Kurz bevor es dunkel wurde, kamen wir am Haus von Tom an. Seine junge Hündin Nelly, die ein Mix aus Kelpie und Foxy ist, begrüßte uns gleich freundlich. Tom kochte Essen, aber Ali und ich hatten noch unsere Sandwiches, die wir aßen. Nelly die mich mit ihren großen Augen anschaute, bekam heimlich Pommes von mir unter dem Tisch.

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Tom hatte einen Karton Bier gekauft und wir saßen vor dem TV, schauten eine Show von dem Lieblingskomediant der beiden an und hatten einen super witzigen Abend. Tom ist ein guter Host und arbeitet in einem Nationalpark als Feuerwehrmann. Mit seiner Band hat er oft Auftritte und tourt 1-2 Mal im Jahr nach Europa, wobei er auch schon viel in Deutschland herum gekommen ist. Er fragte mich, ob ich im September mit auf Deutschlandtour mit der Band wolle. Das hört sich genial an, dachte ich. Von der Wanderung war ich immer noch geschafft und mir fielen schon früh die Augen zu. Die Jungs fanden es schade, dass ich mich schon früh ins Gästezimmer verzog. Die beiden saßen anscheinend noch ewig da und leerten das restliche Bier.

Liebe Grüße vom Blue Lake

Nadine

Am I lucky or what?!

Sonntag, 17.04.2016

Weil Ali der Rücken weh tat und er total kaputt vom vielen Fahren am Vortag war, wollte er an diesem Tag nicht mehr weiter fahren. Außerdem war Sonntag und unser kleines Hüttchen so schön.

Da ich sowieso noch einige Sachen organisieren wollte und wir ja Internet hatten, stimmte ich ein noch eine Nacht in Millicent zu verlängern.

Wir waren beide schon früh wach und nach einer angenehmen Dusche gabs Toast mit Marmelade. Es war ein total schöner, sonniger Herbsttag und ich hatte gute Laune.

Auf Facebook schrieb ich alle Vereine an, die in den Orten sind durch die wir gefahren sind und fragte, ob sie mein Anliegen mit dem Rucksack teilen würden. Schon nach wenigen Minuten wurde meine Suche oft geteilt und ich bekam viele Nachrichten in denen mir Glück gewünscht wurde, dass er wieder auftaucht. So nett die Australier !

Ich dachte es kann ja nicht schaden und googelte alle Polizeistationen auf unserem bisherigen Weg. Da gab es ca. 15 und ich rief eine an und fragte, ob mein Rucksack abgegeben wurde. In diesem Ort waren wir nicht einmal. Der Polizist war ein richtiger Komiker und machte Späßchen. Meinen Namen musste ich ca. 10 Mal buchstabieren. Dann fragte er, ob ich im Oktober Geburtstag hätte und ich fragte ihn, woher er das wüsste. Als er fragte, ob ich auch eine Actioncam verloren hätte, war ich außer mir. Er machte es spannend, aber sagte endlich er hätte meinen Rucksack vor sich liegen. Da konnte ich mich nicht mehr zusammen reißen, stief einen Freudenschrei aus und mir kullerten ein paar Freudentränchen runter. Der Polizist freute sich mit mir und war super witzig. Ich könne den Rucksack am nächsten Tag abholen. Allerdings ist die Polizeistation 400 km weg, also weiß ich noch nicht, wie ich das machen soll. Sogar meine 30$ waren noch in meinem Geldbeutel. Ich finde es total krass, dass es so ehrliche Menschen gibt. Natürlich war meine Freude übergroß und ich konnte es nicht glauben. Mein Glück ist echt unfassbar! Ich bin froh, dass ich meine deutschen Kreditkarten nicht gesperrt habe, denn die hätte ich nicht so einfach wieder bekommen und ich brauche sie in Süd-Ost-Asien.

Wir fuhren bei strahlend blauen Himmel in das Städtchen Millicent  das an diesem Sonntag wie ausgestorben war. Der erste Stopp war die Wäscherei, wo wir alles in die Waschmaschine steckten und feststellten, dass wir kein Waschmittel hatten. In einem Schrank fanden wir Weichspüler und das musste genügen. In der Zwischenzeit liefen wir zu einem Hotel wo wir die Einzigen waren und bestellten ein Bier. Der Barmann dem bestimmt langweilig war, unterhielt uns gut bis unsere Wäsche bereit zum Abholen war. Wir nahmen ein paar Bier und Cider mit um anzustoßen. Unsere Satteltaschen wurden mit der Wäsche vollgestopft und dann gings zurück Richtung Campingplatz. Unterwegs hielten wir an und gönnten uns in einem Schnellimbiss Pommes.

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Zurück am Platz hingen wir unsere Wäsche auf die Leine, schmissen ein paar Körbe auf dem Basketballfeld (ok, ich versuchte es) und genossen die warme Sonne.

Dann begann der Filmmarathon und Ali der es nicht glauben kann, dass ich keine Serie oder Film kenne, brachte mir die „Big Bang Theorie“ nahe. Außerdem schauten wir zwei Teile von Kung Fu Panda und einiges mehr.

Schreckliche Farbkombination

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Ich versuche ihm noch das Lächeln beizubringen, sodass es wenigstens so aussieht, als hätte er Spaß 😉

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Das war ein entspannter Tag und wir konnten uns von der langen Tour am Vortag gut erholen. Wir stießen mit Cider auf den gefunden Rucksack an und hatten einen guten Abend.

Ich kann es echt immer noch nicht fassen, was für ein unbeschreibliches Glück ich habe!

Liebe Grüße von der überglücklichen Nadine die ihren Rucksack wieder hat

My bum hurts

Samstag, 16.04.2016

Wir hatten keinen Wecker gestellt und da wir nicht frieren mussten, schliefen wir bis 9. Weil wir aber nicht im Stress waren, liefen wir erst mal zum Pub wo Ali am Vorabend war und bestellten wie versprochen eine heiße Schokolade und einen Kaffee.
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Zum Frühstück machte ich typisch australische Hash-Browns (wie Kartoffelpuffer) im Ofen warm und wir aßen Magnum und Joghurt (coole Kombination, ich weiß).
Das Packen dauerte diesmal gefühlt ewig, aber Ali ist super organisiert und echter Profi und brachte alles unter. Er ist immer genervt, wenn ich nicht wirklich System beim Packen von meinem Backpack habe.

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Nach dem Tanken machten wir uns auf den Weg. Es war stark bewölkt, kalt und es ging ein orkanartiger Wind. Da macht Motorrad fahren keinen Spaß. Ich hatte alle Mühe mich auf dem Bike zu halten und verkrampfte alle Muskeln. Schon nach den ersten 30 km beschwerte ich mich, dass ich nicht mehr will. Ali sagte ich solle nicht rum jammern, wir haben noch genug vor uns.
Nach ca. 200 km hielten wir in einem kleinen Ort an und picknickten. Uns beiden tat alles weh und selbst im Sitzen auf der Bank vibrierte noch alles.
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Die Strecke wurde auch die nächsten Kilometer nicht besser. Bis auf ein paar ausgetrocknete Salzseen und Büsche gab es nichts und es ging mit 110 km/h stupide gerade aus. Auch mein Motorrad fand die Strecke nicht so cool. Sie machte ein bisschen zicken und schluckte Sprit wie eine Große.
An einem Salzsee nahmen wir pinkes Salz mit und Ali war total stolz darauf. Es windete so stark, dass es uns im Stehen die Handschuhe vom Motorrad wehte.
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Beim zweiten Tanken machte ich das Innenfutter von meiner Jacke rein, aber das wärmte auch nicht wirklich mehr. Bei 15 Grad lief mir die Nase und ich fror. Wegen des starken Gegenwindes musste ich den Gashebel umso mehr aufdrehen und mir tat das Handgelenk weh.
Wir beschlossen ein bisschen mehr als geplant zu fahren, weil es immer noch bewölkt war und wir sowieso nichts mehr machen hätten können. Vor lauter Langeweile rechnete ich schon die Kilometer auf den Straßenschildern in Meilen um, sodass ich auf meinem Tacho wusste, wie viel wir noch vor uns hatten. Die, die mich kennen, wissen, dass ich sonst nicht freiwillig rechne. Außerdem ist es schwierig, dass meine Geschwindigkeit in Meilen angezeigt wird. Daneben stehen zwar klein die Kilometer, aber wenn man schnell fährt und alles vibriert kann man das auch nicht mehr lesen. Am Anfang habe ich mir deswegen gemerkt, wie viele Meilen, wie viele Kilometer sind. So viele Autos wie an diesem Tag haben wir noch nie überholt. Es war zwar fast niemand unterwegs, aber die, die es waren, hatten alle Wohnwagen oder waren langsam. An einer Tankstelle sprach uns ein Mann an den wir überholt hatten und wünschte uns einen schönen Trip.

Eigentlich sollte die Straße immer am Meer entlang führen, aber das sahen wir leider nicht.

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Alis Idee war, eine Fotoserie mit den Straßenschildern mit Tieren drauf zu machen. So fahren wir immer an den Rand, wenn wir so ein Schild sehen. Einmal war der Untergrund so weich, Ali konnte sein Bike nicht mehr halten und ließ sie im Stand fallen. Wir richteten zusammen das Bike auf und zum Glück war es unversehrt. Beim zweiten Stopp war es genau dasselbe. Wir hatten Mühe die Maschine zu zweit wieder aufzurichten. Ein nettes Pärchen hielt an, weil sie dachten wir hatten einen Unfall und halfen uns. Wir unterhielten uns super mit den beiden und das zeigt wieder mal wie hilfsbereit die Aussies sind.
Am Ortsschild von Millicent streckten wir beide gleichzeitig triumphierend unsere Fäuste in den Himmel und freuten uns bald da zu sein.
Der Campingplatz war wie der am Vortag sehr verlassen. Der Mann an der Rezeption des Millicent Hillview Caravan Parks empfing uns freundlich und wir hatten für 25$ wieder eine Kabine gebucht. Günstiger als ein Hostel, man hat sein eigenes Bad und Küche. Außerdem sind Hostels hier sowieso sehr rar.
Unsere Kabine ist sehr luxuriös und sieht schön aus. Es gibt ein großes Bett und ein Stockbett und wir fühlten uns gleich wohl. Ali und mir taten der Rücken, der Steiß und der Hintern ordentlich weh. Nach 300 km an diesem Tag auch kein Wunder.
Wir schauten nur noch ein bisschen TV, machten uns nochmal Tütensuppen mit Knoblauchbrot (diesmal nicht verbrannt) und nutzten das kostenlose WLAN aus.
Diese Nacht werden wir wohl beide gut schlafen können.

Liebe Grüße von der Bikerin
Nadine

Ferry

Freitag, 15.04.2016

Die Nacht im Zelt war wieder sau kalt und wir mussten frieren. Dafür fing der Morgen gut an, weil mir unsere Nachbarn einen Kaffee machten.
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Alis Bienenstich
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Wir quatschten ewig, hatten tolle Gespräche mit den Nachbarn und brachen gemütlich auf.
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Da wir beide nicht sehr motiviert waren, nahmen wir uns nur eine Strecke von 85 km für diesen Tag vor. Das Wetter war auf unserer Seite und wir fuhren mit der Sonne. Die Strecke war nicht so interessant wie am Vortag und es ging viel gerade aus. Kühen, Pferden und Schafen sagten wir im vorbeifahren hallo. Einmal wollte Ali warten und mich dann einholen. Dann gab ich ordentlich Gas und er hatte Mühe hinterher zu kommen. Sorry Ali 😉 Es war so warm, dass Ali im T-Shirt fuhr und ich meine Jacke ein bisschen aufmachte. Dummerweise ging sie während dem Fahren ganz auf. Wenn man bei 120 km/h Fliegen einsammelt und Steine an den Bauch bekommt, ist das nicht gerade angenehm mit offener Jacke. Außerdem dachte ich, ich verliere sie während der Fahrt. Wenn man einen Unfall hat, schürft man sich auch alles auf. Keine gute Idee ! Wie hat Ali das im T-Shirt ausgehalten?
Da für die Nacht Regen angekündigt war und unser Zelt nicht wasserdicht ist, buchten wir eine Kabine auf einem Campingplatz in Wellington (nicht das in Neuseeland). Für 15$ hatten wir eine Küche und einen warmen Schlafplatz auf dem Wellington Caravan Park. Nach dem Einchecken fuhren wir gleich los in das 10 km entfernte Örtchen Tailem Bend zum Einkaufen. Um ans andere Ufer zu kommen, mussten wir das erste Mal mit der Fähre fahren. Diese verkehrt kostenlos 24 Stunden am Tag und fährt nicht mal 5 min. Von der Fähre aus hatte man gute Sicht auf den Murray River.
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Mit vollen Satteltaschen und einer Decke die wir gekauft hatten ging es nach dem Einkaufen zurück. Auf der Fähre lernte Ali einen Trucker kennen, mit dem er sich im Pub verabredete. Wir gönnten uns ein Magnum das wir noch an Ort und Stelle verspeisten.
Zum Abendessen gabs Tütensuppen und Knoblauchbrot das ungenießbar war, weil es total verbrannte.
Ich blieb in der Kabine, weil ich noch meinen Blog schreiben wollte und Ali lief in der Pub der direkt gegenüber war. Ich versprach nachzukommen.
Im Dunkeln lief ich einige Zeit später zum Pub, aber weit und breit war nichts von Ali zu sehen. Ich suchte in jedem Raum, aber keine Spur. So lief ich eben wieder zurück.
Als ich nach 3 Stunden schon fast eine Vermisstenmeldung aufgeben wollte (es gab keinen Handyempfang) kam Ali und erzählte mir wie toll sein Abend mit den Locals war. Wir fanden raus, dass ich im falschen Pub war. Als „Entschuldigung“ versprach Ali mit mir dort am nächsten Morgen auf einen Kaffee hinzugehen, weil er weiß, dass ich morgens meine Tasse brauche.
Ali und ich schauten noch einen Film und in der warmen Unterkunft konnten wir gut einschlafen.

Liebe Grüße von Wellington
Nadine

Still hopeful

Donnerstag, 14.04.2016

Die Nacht war Horror und ich habe fast nicht geschlafen. Es ging ein ordentlicher Wind, die Wellen waren sehr laut und ich dachte ständig an meinen Rucksack. Außerdem war es sehr sehr kalt und ich hatte nur eine dünne Decke vom Flugzeug und einen dünnen Baumwollschlafsack. Beide hatten wir unsere unbequemen Motorradjacken an, aber die brachten auch nicht viel.
Ich war froh, als die Sonne aufging und ich aufstehen konnte. Der Sonnenaufgang über dem Strand entschädigte für die Nacht.

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Um 7 brachen wir bereits auf und es war immer noch kalt. Der Sonnenaufgang war total schön und direkt am Strand aufzuwachen, ist einfach toll. Es herrschte schon reger Betrieb und viele Leute sprachen uns an und fragten, ob die Nacht kalt gewesen wäre. Keiner meckerte, dass wir am Strand übernachtet hatten.
Die ganze Strecke auf der ich den Rucksack verloren haben könnte, fuhren wir langsam ab und schauten am Rand. Am Highway hielt Ali an der Seite an und sagte wir könnten hier nicht so langsam fahren, weil das zu gefährlich sei. Natürlich wollte ich auch nichts riskieren und wir fuhren mit ca. 80 km/h, aber fanden leider nichts. Mit jedem Kilometer schwand meine Hoffnung mehr. Da der Rucksack so klein ist, kann er gut ein paar Meter weit geflogen sein und in irgend einem Gebüsch hängen. Er ist zwar rot und somit einfach zu sehen, aber es ist nicht gesagt, dass man ihn auch findet. Als wir dann wieder an der Tankstelle waren, wo ich festgestellt hatte, dass der Rucksack fehlt, war ich enttäuscht. Leider hatte ich auch keinen Anruf der Polizei auf dem Handy.
Trotzdem wollte ich mir die Laune absolut nicht verderben lassen, weil ich mich so auf den Trip gefreut hatte und es sowieso nicht ändern kann.
Der erste Stopp des Tages war der Cape Jervis. Von dort aus hat man einen tollen Blick aufs Meer und sieht Kangaroo Island.

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Wir fuhren zum Fährenanleger dieser bekannten Insel und erkundigten uns nach den Preisen. Für sage und schreibe 154$ wären wir auf Kangaroo-Island gekommen und die Fahrt dauert nicht mal 45 min. Da das Ufer so nah aussieht, hätte man bestimmt auch schwimmen können. Wir tranken einen Kaffee dort und fuhren los. Dann halt leider kein Kangaroo-Island für uns.
Es ging weiter Richtung Wald und es wurde deutlich wärmer. In einem kleinen Dörfchen hielten wir an einer Tankstelle und gönnten uns ein Sandwich in der Sonne.
Die ganze Strecke war wie die am Vortag super genial zu fahren. Kein Auto kam uns entgegen, wir konnten schnell fahren und die Kurven machten viel Spaß. Einmal hielt Ali an und ich dachte mir erst nichts dabei, weil er das öfter macht um nachzuschauen, wo wir hin müssen. Er wurde von einer Biene in den Arm gestochen und der Stachel steckte noch drin. Ich riet ihm gleich was drauf zu machen, aber ganz Mann wollte er nicht so ganz darauf hören.
Der Blick über das Städtchen Victor Harbour war atemberaubend und die Kulisse filmreif.

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Warum ist Ali hier zwei mal im Bild ?

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Wir standen eine Weile da und genossen den Ausblick, bevor wir das Städtchen erkundeten.
Ein Steg führt auf die kleine Insel Granite Island. Diese ist wie der Name schon sagt, aus Granit entstanden.

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Es gibt einen kleinen Wanderweg an der Küste entlang und wir konnten uns das glitzernde Meer bei Sonnenschein anschauen. Die Insel ist super schön und hat viele Felsen auf denen wir rum kletterten.

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Zurück in Victor Harbour besuchten wir die Touristeninformation und liefen zum Supermarkt um ein bisschen was fürs Abendessen einzukaufen. DSC_0082 (FILEminimizer) DSC_0083 (FILEminimizer)

Dort holte ich mir auch gleich ein neues Iphone-Ladekabel. Zum Glück hat meine australische Bank, die Commonwealth ein total gutes System. Da kann man ohne Karte Geld am Automaten abheben. Ich habe einfach einen Pin auf mein Handy bekommen. Bei Ali konnte ich meine Schulden begleichen und fühlte mich besser.
Wir saßen auf einer Bank und aßen Toast mit Käse (bzw. Wurst) und ließen uns die Sonne auf das Haupt scheinen. Es war sogar sehr heiß nur im T-Shirt.
Über die App Wikicamps fand ich einen günstigen Platz, die Showgrounds von Port Elliot. Bis dahin war es nur ein kurzer Weg mit dem Motorrad. Wir hatten sehr nette Nachbarn, konnten duschen und mit einem Bier und Film den schönen Tag gemütlich ausklingen lassen. Unsere Nachbarn liehen uns sogar ihre Liegestühle, sodass wir nicht auf dem Boden sitzen mussten. So stelle ich mir den Trip vor und bis auf die Sache mit dem Rucksack der leider immer noch nicht aufgetaucht ist, ist bisher alles perfekt gelaufen.

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Abends war es noch warm im Zelt und ich hoffte, das würde diese Nacht so bleiben.

Liebe Grüße vom schönen Victor Harbour
Nadine