Day 1 Halong Bay: Nothing is what it seems

Mittwoch, 11.05.2016

Wir hatten eine 2-Tagestour zur berühmten Halong Bay gebucht und wurden um 8 am Hostel abgeholt. Der Bus war richtig klein und es war nirgends Platz. Die großen Menschen mussten ihre Beine auf den Gang strecken. Ja die Vietnamesen sind nicht auf große Leute vorbereitet. Wir stoppten noch einmal und dann war der Bus bis auf den letzten Platz belegt. Alle 22 Leute (und 2 Kinder) vom Bus sollten auf dasselbe Schiff kommen. In der dreieinhalb stündigen Fahrt ging es durch Städte und außerhalb der Blechlawinen zogen schöne Landschaften, Felder und Reisterrassen an uns vorbei.
Unterwegs machten wir eine Pause und diese erinnerte mich an eine Kaffeefahrt in der Türkei. Man wird durch einen riesigen Laden mit allem Möglichen geschleppt, es gibt alles von Jacken über Seidenschals bis zu Möbeln zu viel zu überteuerten Preisen. Die Masche funktioniert, denn einige kauften Süßigkeiten und Getränke. Der Bus wartete geschickt an der anderen Seite, sodass man durchlaufen musste.
„Die Halong-Bucht (vietnamesisch: Vịnh Hạ Long) ist ein rund 1500 km² großes Gebiet im Golf von Tonkin im Norden Vietnams. Nach offiziellen Angaben ragen 1969 Kalkfelsen, zumeist unbewohnte Inseln und Felsen, zum Teil mehrere hundert Meter hoch aus dem Wasser. Das Kalksteinplateau, das die Bucht beheimatet, versinkt. 1994 erklärte die UNESCO die Bucht zum Weltnaturerbe.“ (Quelle: Wikipedia)
Am Bootsanleger in Halong mussten wir in ein kleines Boot steigen. Da wir über Nacht bleiben, hatten wir unser ganzes Gepäck dabei. Die Fahrt war kurz und wir wurden zum großen Boot Monkey Island Cruise gebracht. Dieses sieht anders aus als auf dem Prospekt und ist schon ein bisschen in die Jahre gekommen. Trotzdem ein schönes Boot und auch unser Zimmer ist nett und hat ein Bad. Ich teilte mir das Zimmer mit Daniel von meinem Hostel. Der ist aus Kanada und super nett.
Wir trafen uns zum Mittagessen im Restaurant. Das Essen war reichlich und da ich vegetarisches Essen im Voraus bestellt hatte, wurde ich auch satt. Von Reis bis Pommes, Gemüse und gebratenem Tofu gab es alles. Es schmeckte gut und wir alle waren zufrieden.

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Daniel mein MitbewohnerDSC_0743 (FILEminimizer) DSC_0745 (FILEminimizer) DSC_0746 (FILEminimizer) DSC_0752 (FILEminimizer) DSC_0753 (FILEminimizer) DSC_0754 (FILEminimizer) DSC_0755 (FILEminimizer) DSC_0756 (FILEminimizer) DSC_0757 (FILEminimizer) DSC_0759 (FILEminimizer)

Beim Essen lernten wir das erste Mal richtig unsere Gruppe kennen. Und: nichts ist so wie es scheint: Die beiden australischen Freundinnen Kath und Sharon wurden für Mutter und Tochter gehalten, Tochter Clementine und ihr Vater (aus Frankreich) für ein Ehepaar, die beiden kanadischen Geschwister Carli und Scott für ein Pärchen und Daniel aus Amerika und ich ebenfalls. Wir lachten alle, als sich die richtigen Kombinationen herausstellten. Nichts ist so wie es scheint. Dies fing damit an, dass Clementine und ihr Vater ein Doppelbett bekommen hatten weil jeder dachte sie sind verheiratet.
Unsere Gruppe ist super cool. Die Länder Brasilien, Argentinien, Wales, Irland, Dänemark, Frankreich, Kanada, Amerika, Australien, Holland und Deutschland sind vertreten und wir sind ein bunter Mix aus jungen und 2 jung gebliebenen Leuten. Außerdem ist eine Familie mit 2 kleinen Mädels (5+8) dabei.
Mit dem kleinen Boot fuhren wir zu einer anderen Stelle der Halong Bay. Dort bekamen wir Pärchenweise ein Kanu und ohne Einweisung durften wir 45 Min. allein in der Bucht herum paddeln. Dabei konnten wir durch kleine Höhlen durch und manchmal boxten wir mit anderen zusammen. Es war richtig spaßig und wir hatten viel zu lachen.

Unser Guide
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Das nächste Highlight war die Cave Thien Cung. Diese Tropfstein-Höhle ist riesig und gigantisch beleuchtet. Es war richtig nass und viele Leute rutschten aus. Zum Glück passierte nichts.
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Mit dem kleinen Boot ging es zurück ins große Boot und dann war es auch schon Zeit für den Sonnenuntergang. Leider ist es hier die ganze Zeit so bewölkt, dass sich die Sonne nicht wirklich zeigte. Trotzdem war es super schön, dass wir alle zusammen saßen und auch unser Tourguide Can (Ken) kam dazu. Wie schon gesagt ist unsere 22 köpfige Gruppe echt super und wir verstehen uns alle schon jetzt richtig gut.

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Als die Sonne schon untergegangen war, kam das nächste Highlight: Wir durften schwimmen gehen. Bei den Temperaturen wurde das natürlich schon sehnsüchtig erwartet, vor allem von den Kindern. Das Wasser hier ist total dreckig. Das Meer ist eine einzige braune Brühe und es liegt unglaublich viel Müll drin. Wir fuhren an eine „saubere“ Stelle, aber diese war auch nur minimal besser. Die anderen sprangen alle vom Boot rein, welches sehr hoch war. Ich wusste ich will nicht schwimmen gehen. Da kam dann aber der bekannte Gruppenzwang ins Spiel. Selbst das 8 jährige Mädchen sprang von dem hohen Boot und außerdem die jung gebliebene Sharon. Die Blöße nicht zu springen wollte ich mir nicht geben. Ohne nachzudenken, hüpfte ich auch in den Ölteppich. Das ist Adrenalin pur und ich war froh es gemacht zu haben. Alle applaudierten. So schwammen wir alle in der Dreckbrühe, bis Scott plötzlich aufschrie. Er wurde von einer Qualle verbrannt. Wir alle gingen schnell wieder aufs Boot nur der Clementines Vater blieb drin und schwamm Bahnen. Scotts Bein sah richtig schlimm aus und alles war rot. Clementine sagte, dass es hilft Rasierschaum drauf zu machen und dann abzukratzen um das Gift raus zu bekommen. Ich fühlte mich nach dem Wasser total dreckig und freute mich auf eine Dusche.
Nach diesem Schrecken gab es Abendessen. Can hatte uns versprochen, dass wir einen Kochkurs machen würden. Er hielt Wort und wir saßen an Tischen, hatten Reispapier und Gemüse vor uns und er erklärte uns, wie man Frühlingsrollen macht. Ich packte Reisnudeln, Karotten, Gurken, Sojasoße und Ei in das Reispapier und es schmeckte richtig genial. Wir dachten das war alles, als noch viel mehr kam. Für 10 Min. hörte es gar nicht mehr auf und die Kellner brachten immer mehr Essen. Von Kohl, über geröstete Erdnüsse, Aubergine bis hin zu viel Fleisch und Fisch für die anderen gab es alles was das Herz begehrt. Wir hatten alle schon lange keinen Hunger mehr, aber aßen trotzdem weiter.
Nach dem Essen verlagerte sich unsere vollgegessene Gruppe ans Deck vom Boot. Die Cocktails und das Bier sind hier sehr günstig. Außerdem gab es eine Happy Hour: Kaufe 2, trinke 3. Christian und Rasmus hatten Karten mitgebracht. So kamen wir natürlich um Trinkspiele nicht herum. Wenn so viele verschiedene Kulturen aufeinander treffen, gibt es immer viel Gesprächsstoff und lustige Spiele. Der Abend war einfach unbeschreiblich witzig und es ist als wären wir alle beste Freunde. Fast jeder spielte mit und auch die beiden jung gebliebenen machten mit. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen als mit einer so coolen Gruppe bei warmen Temperaturen an Deck eines schönen Bootes zu sitzen, Cocktails zu trinken und mitten in einer der schönsten Buchten zu sein. Das war ein Abend den ich lange nicht vergessen werde ! Auch als die Meisten schon im Bett waren, ging der Gesprächsstoff nicht aus und wir lachten, bis wir nicht mehr konnten. Weil die Gruppe so cool ist und alle anderen bleiben, verlängerten Daniel und ich noch eine Nacht.

Als Letzte gingen wir ins Bett. Ab 9 abends funktioniert die Klimaanlage und das ist echter Luxus! Selbst Nachts ist es noch total heiß.
Die Betten sind bequem und wir haben ein Fenster mit Meerblick. So lässt es sich aushalten und entspannt schlief ich ein.

Liebe Grüße von meiner ersten Nacht auf einem Boot
Nadine

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