Day off

Montag, 30.07.2018

Ein Tag in Otjiwarongo

An diesem Montag hatte ich meinen ersten freien Tag. Da man hier nichts machen kann und ich gerne ein bisschen was sehen wollte, fragte ich am Vortag, ob jemand in die Stadt fährt. Das Städtchen Otjiwarongo ist eineinhalb Stunden von der Farm entfernt und ich hatte Glück und eine von der Farm musste einkaufen und nahm mich mit.

Um halb 9 starteten wir bereits und die Fahrt war sehr kurzweilig, weil wir uns super gut unterhielten. Otjiwarongo ist eine kleine Stadt (aber 28.000 Einwohner) mitten in der Savanne und der einzige Anlaufpunkt im Umkreis von vielen hundert Kilometern. Da fährt man ewig durchs komplette Niemandsland und dann taucht plötzlich wie eine Fatamorgana die Stadt vor einem auf.  Wir hangelten uns von Laden zu Laden, angefangen bei einem Laden für Campingzubehör, über eine Apotheke, bis hin zum Nähgeschäft. Alles was man braucht, findet man hier. Es ist schon kurios, dass hier mitten im Nichts diese Stadt ist und man sogar Markenklamotten bekommt. Das Einkaufen ist ein bisschen anders als in Deutschland. Am Eingang gibt es Desinfektionstücher und wenn man bezahlt, steht neben der Kassiererin ein Angestellter, der den Einkauf in unzählige Plastiktüten verpackt (denken die denn gar nicht an die Umwelt?). Namibia ist was Autoaufbrüche angeht wohl nicht so sicher und deswegen steht auf dem Parkplatz ein Mann der für ein kleines Trinkgeld nach den Autos schaut, während man einkauft. Außerdem kommt einer und bringt den Einkaufswagen gegen ein kleines Trinkgeld zurück in den Supermarkt. Am Parkplatz stehen Männer die einem (wer erräts?) für ein Trinkgeld eine freie Parklücke zeigen. Hier zahlt man übrigens in Namibia Dollar (früher südafrikanischem Rand).

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Sonst waren die beiden Supermärkte in denen wir waren ziemlich ähnlich zu denen in Deutschland, obwohl die Preise höher sind. Ein Glas Marmelade kann da schon mal 5 Euro kosten. Es gibt auch eine Ecke, wo es sämtliche Deutsche Produkte gibt, aber 5 Euro für eine Packung Prinzenrolle wollte ich dann doch nicht ausgeben. Das Meiste hier kommt aus Südafrika und Namibia selbst produziert fast nichts. Wir kauften einige Sachen die für die Farm benötigt werden und hatten schon bald den Einkaufswagen voll bis oben hin. Gefühlt waren wir in jedem Laden dieses Ortes und kauften fleißig ein. Dadurch, dass man von der Farm aus so selten weg kommt, bekommt derjenige der in die Stadt fährt, immer eine endlos lange Einkaufsliste von sämtlichen Leuten mit.

Auf einen Kaffe und für eine kleine Pause setzten wir uns in eine Art Cafè (Wimpy), wo es auch Fast-Food gibt und hier traf man ausschließlich auf Europäer. Da mein Pin für meine Kreditkarte irgendwie nicht funktionierte, versuchte ich diesen im WLAN des Cafès zurück zu setzen. Ich atmete auf als es nach endlosen Versuchen endlich ging und ich meiner Begleitung das Geld zurück zahlen konnte. Jetzt habe ich auch Namibia Dollar im Geldbeutel.

Die Fahrt zurück war wieder richtig unterhaltsam und wir redeten viel.

Es war schon 18 Uhr als wir nach diesem schönen Tag zurück auf die Farm kamen. Es war ein richtig heißer Tag und einkaufen macht echt müde.

Nach dem Abendessen fiel ich glücklich und fertig ins Bett.

Liebe Grüße aus Otjiwarongo
Nadine

Giraffes to touch

Sonntag, 29.07.2018

Giraffen in Namibia

Dadurch, dass ich abends so früh ins Bett gehe, fällt mir das Aufstehen echt leicht, aber morgens ist es noch dunkel und so kalt, dass einem eine eisige Kälte ins Gesicht schlägt, wenn man die Tür aufmacht. Ohne Mütze, Schal, Handschuhe und drei Jacken gehe ich hier nicht aus dem Haus. Denn nachts hat es noch Minusgrade. Tja, Winter in Namibia halt.


Diesmal durfte ich wieder mit Viva mitreiten. An diesem Tag bekam ich die braune Stute Sterni. Diese ist total hübsch und ich freute mich darauf sie zu reiten. Unsere Gäste waren wieder die Mutter und Tochter vom Vortag. Wir ritten der Sonne entgegen und plötzlich kreuzten Warzenschweine unseren Weg. Diese sind total süß und sie blieben stehen und beobachteten uns genau. Die Ritte hier sind so schön und man kann die Natur vom Pferderücken aus total genießen. Da die Mutter nicht galoppieren wollte, sollte ich mit ihr einen anderen Weg einschlagen wie Viva und die Tochter. Sterni fand das gar nicht so witzig, aber es klappte trotzdem. So ritten wir Trab und die anderen beiden Galopp, bis sich unsere Wege wieder kreuzten. Das machten wir ein zweites Mal so und da war Sterni noch nervöser und machte ein paar Sätze zur Seite und spielte sich auf wie ein Hengst, als sie von der Herde weg sollte. Wieder fand ich meinen Weg und an einer Gabelung trafen wir die anderen beiden. Als es im Busch raschelte und wir uns umdrehten, entdeckten wir dort Giraffen. Wieder war ich so fasziniert und erstaunt wie nah uns diese großen Tiere kommen lassen. Wir standen eine ganze Weile da und beobachteten die Tiere die sich kein bisschen aus der Ruhe bringen ließen und genüsslich fraßen. Das sind Erlebnisse die man gar nicht wirklich beschreiben kann, so toll sind sie.


Nach eineinhalb Stunden war der Ritt leider schon wieder vorbei und alle waren super froh, dass wir so viel Glück hatten.

Nachmittags durfte ich dann mit Laura mitreiten. Wir hatten eine Familie als Gäste, wo Mama, die beiden Töchter und der Sohn mit ritten. Wir waren wieder einhalb Stunden unterwegs (diesmal im Schritt) und Laura ritt und führte den Sohn am Führstrick. Das ist auf den teilweise sehr schmalen Wegen manchmal nicht sehr leicht und oft wollen die Pferde fressen. Man muss die Gruppe zusammenhalten, nach Tieren schauen und aufpassen, dass das Pferd am Strick nicht zu nahe kommt. Ich hatte die Falbenstute Savannah die das auch super brav machte. Die Familie genoss den Ritt sehr und wir stiegen mit einem guten Gefühl von den Pferden.

Der Abend verlief wie immer und mit vielen tollen Eindrücken von einem weiteren perfekten Tag legte ich mich ins Bett.

Liebe Grüße auch von den Giraffen
Nadine

Wildlife in Namibia

Samstag, 28.07.2018

Ein Traum!

Wie die Tage davor auch, standen wir pünktlich alle um 6.30 Uhr im Stall.


Diesmal durfte ich mit der anderen Guidin Viva mitreiten. Ich bekam die Falbenstute Pewa und wir hatten als Gäste Mutter und Tochter dabei, die schon im Vorjahr hier waren. Das spricht sehr für die Farm, zumal viele Gäste wieder kommen. Wir ritten einen Weg den ich noch nicht kannte und am Anfang war Viva vorne. Dann durfte ich an die Spitze und die Gruppe anführen. Pewa ist super toll zu reiten und machte echt Spaß. Der Weg führte in Schlangenlinien durch den Wald und war super schön. Wie auch die letzten Tage war es morgens noch ziemlich kühl und ich hatte drei Jacken an. Im Schritt und im Trab ritten wir vorbei an vielen Termitenhügeln und Dornenbüschen. Nach eineinhalb Stunden waren wir zurück auf der Farm und ich fütterte wieder Heu und Kraftfutter. Das Heu piekst hier total und ich hatte es später überall. Dann ging es um 11.30 Uhr in die wohl verdiente Mittagspause.


Nachmittags hatte ich keinen Ritt und half nur beim Pferde fertig machen. Ich hatte Glück und Marie gab mir eine weitere Wildlife-Stunde, wo ich wieder sehr viel über Natur und Tiere lernte. Sie weiß total viel und gibt ihr Wissen gern weiter. Es macht super viel Spaß so vieles zu lernen und alles über Flora und Fauna zu erfahren.

Als der Ritt von Laura zurück war, half ich beim absatteln und dann ging es wieder ans Heu füttern. Um 18.30 Uhr war Schluss für diesen Tag und nach dem Abendessen (Brot wie immer), ging ich wieder zeitig ins Bett. Hier kann man in der Freizeit nicht viel machen und WLAN habe ich auch nur an dem Platz wo es auch das Essen gibt.


Bisher kann ich nur sagen, dass es mir hier total gut gefällt und ich mich super wohl fühle. Beeindruckende Natur, viele wilde Tiere und den ganzen Tag Pferde um mich herum. Besser geht`s nicht.

Liebe Grüße vom atemberaubenden Namibia
Nadine

Visiting the waterhole

Freitag, 27.07.2018

So ein schönes Land

Um punkt 6.30 Uhr standen wir bei einer eisigen Kälte wieder im Stall und fütterten. Wie immer machten wir die Pferde fertig und Lauras Ritt startete bereits um 7.30 Uhr.

Marie und ich waren erst um 8.30 Uhr dran was bedeutete, dass wir noch frühstücken konnten. Da der Mann der Heu füttert frei hatte, musste ich das machen. Die Ballen werden in einen Anhänger geworfen und sind schwer. Mit dem kleinen Fahrzeug fährt man über die Koppel und verteilt Heu.

Diesmal hatten wir einen geführten Ritt für Anfänger. Eine ganze Familie die alle noch nie auf dem Pferd saßen wollten reiten und so hatte ich mit Stute Sterni den Sohn am Führstrick und Marie ritt vorne draus. Dafür gibt es hier extra brave Pferde und alles klappte super. Nach eineinhalb Stunden stiegen alle glücklich vom Pferd und die Familie hatte den Ritt sehr genossen. Es ist eine große Verantwortung Leute die noch nie geritten sind durch die Savanne zu führen und man muss schauen, dass man die Gruppe gut zusammen hält und alle hinterher kommen.

Nach der Mittagspause ging es wieder um 14.30 Uhr weiter und diesmal ritten Marie und ich mit einem 15 jährigen Mädchen die schon sehr oft hier war. Ich hatte die Stute Bonti, in die ich mich sofort verliebte. Marie zeigte mir auf der Karte vorher unsere Route und dann durfte ich vorn reiten. Zum Glück sagte sie mir wo ich hin muss, denn sonst wäre ich verloren gewesen. Es gibt hier so viele unterschiedliche Wege und kleine Pfade und wenn man nur eine Abzweigung verpasst kommt man ganz woanders raus und verreitet sich unter Umständen völlig. Davor habe ich ein bisschen Angst und frage mich, ob ich das hin bekomme. Wir ritten eine Route die ich noch nicht kannte und diese war total schön. Wir kamen an einem großen Wasserloch raus und sahen Schildkröten darin schwimmen.

Es war wieder ein total genialer Ritt bei angenehmen Temperaturen. Nach zweieinhalb Stunden erreichten wir wieder den Stall und stiegen zufrieden von den Pferden.

Nach dem Versorgen der Vierbeiner hatten wir Feierabend und nach dem Essen ging ich wieder zeitig ins Bett.

So ging ein weiterer wunderschöner Tag in Namiba zu Ende.

Liebe Grüße aus Afrika
Nadine

Beautiful Sundowner

Donnerstag, 26.07.2018

Ich hatte wahnsinniges Glück und an dem Morgen fand kein Ritt statt. So konnten Laura, Lisa und ich zu dritt mit den Pferden raus gehen und waren erst um 7 im Stall. Ich hatte die Karte dabei und durfte mit dem 6 jährigen Wallach Omundudu, der hier geboren ist, die Gruppe anführen. So konnte ich gleich mal ausprobieren wie es sich anfühlt Leute durch die Savanne Namibias zu guiden. In den Walking-Trails, also Wanderwegen, gibt es an jeder Abzweigung Buchstaben zur Orientierung. Beim Nachreiten dieser Buchstaben kam ich mir ein bisschen wie bei „Malen nach Zahlen“ vor und man muss gucken wo man wie abbiegen muss um zum anderen Buchstabe zu kommen. Bisher hatte ich noch nicht oft eine Papierkarte in der Hand und mich erstaunte es, dass ich alles so einfach fand. Alles klappte super und wir kamen da raus wo wir rauskommen wollten. Auch Trab und Galopp funktionierte und zufrieden und glücklich kehrten wir zur Farm zurück.


Nach dem Pferde Versorgen und Füttern hatten wir Pause. Zum Mittagessen gab es Salat und um 14.30 Uhr trafen wir uns wieder im Stall zum Füttern.
Außer Lisa, Laura und mir arbeitet noch der Namibianer Stefanus im Stall, der seine Ausbildung als Guide macht.
Diesmal hatte ich wieder Glück und durfte gleich an meinem zweiten Tag den „Sundowner“ mit machen. Mit Stute Sterni, Marie und den zwei Französinnen ging es wieder zweieinhalb Stunden durch schöne Landschaften. Bei so einer langen Tour reitet man außerhalb der Wanderwege und ich fragte mich, wie ich hier jemals die Orientierung behalten sollte. Alles sieht gleich aus und man hat keinen Anhaltspunkt wo man abbiegen muss und wo es lang geht. Wer mich kennt weiß, dass Orientierung nicht gerade zu meinen Stärken gehört. Aber zum Glück war ich an diesem Tag noch mit Marie unterwegs die sich hier bestens auskennt.


Pünktlich um 18 Uhr kamen wir am Sundowner-Platz an, wo schon ein Tisch aufgebaut war und Laura auf uns wartete. Was am Sundowner super cool ist: Man macht Sattel und Trense ab und lässt die Pferde einfach laufen. Diese finden dann selbstständig den Weg zurück zur Farm. Manchmal kommen sie sofort heim und manchmal bleiben sie die Nacht über weg. So stellten sich unsere Vierbeiner erst mal hin und grasten eine Weile im Sonnenuntergang, bevor sie langsam den Heimweg antraten. Wir saßen derweil auf Campingstühlen, tranken Gin-Tonic, aßen Chips und schauten der Sonne zu wie sie langsam hinterm Horizont verschwand und den Himmel in ein leuchtendes Orange tauchte. Die Sonnenuntergänge und -aufgänge sind hier wirklich unübertrefflich schön. Ich konnte kaum fassen, was ich für ein unglaubliches Glück hatte das zu erleben.


Die Sättel und Trensen packen wir in den Jeep und Marie fuhr uns alle zur Farm zurück. Es ist super schön in dem offenen Jeep zu sitzen und durch die Büsche zu fahren, während der Himmel immer dunkler wird. Zum Glück hatte ich meine Winterjacke dabei, denn es wird ziemlich schnell sehr kalt und der Wind pfiff uns um die Ohren.


Es war schon nach 19 Uhr als wir zurück waren und Laura und ich luden den Jeep aus und räumten Sättel und Trensen weg.
Danach gab es gleich auch schon wieder Abendessen und somit ging mein zweiter, super schöner Tag zu Ende der besser wirklich nicht hätte sein können. Als ich daran dachte was für ein Glück ich habe, solche Erlebnisse haben zu dürfen, bekam ich Gänsehaut.
Bevor ich ins Bett ging, füllte ich meine Wärmflasche mit kochendem Wasser und hatte es damit schön warm. Die Temperaturanzeige versprach eine kalte Nacht mit Temperaturen um die Null Grad.
Liebe Grüße vom faszinierenden Namibia
Nadine

Amazing first day in Namibia

Mittwoch, 25.07.2018

Was für ein gigantischer Tag!

Mein erster Tag in Namibia fing schon früh an. Um 6 Uhr klingelte der Wecker und um halb 7 stand ich in der Dunkelheit vor dem Stall. Nachts und Morgens ist es hier sau kalt und die Temperaturen fallen gerade im Winter auch unter Null Grad. Meine Wärmflasche ist Goldwert und wärmte mich nachts wenigstens ein bisschen auf.

Die Anderen waren auch schon da und als Erstes bekamen die 30 Pferde ihr Futter. Die Vierbeiner stehen Tag und Nacht auf riesigen Koppeln und werden nur zum Füttern in kleine Fresstände gelassen. Jedes Pferd findet seine Box schnell und kann in Ruhe das Kraftfutter fressen. Danach wird gleich der Stall gefegt, sodass immer Ordnung herrscht. Langsam stieg die Sonne am Himmel und es sah gigantisch aus wie sich die Koppel in einem satten Orange färbte.

Jedes der Tiere hat seine eigene Putzkiste, Halfter und Trense und diese brachten wir an die Putzplätze. Wenn alle Pferde statt sind, werden die die für den ersten Ritt gebraucht werden, direkt eingefangen. Am Putzplatz putzt und sattelt man alle Pferde und wartet auf die ersten Gäste. Marie, eine Französin die schon seit 2 Jahren hier ist, führte den Ritt an. Außerdem waren noch zwei Mädels aus Frankreich dabei und ich bildete mit der Stute Waldfee das Schlusslicht der Truppe. Schon um 7.30 Uhr ritten wir durch die verdorrte Landschaft. Es fühlte sich einfach unglaublich an auf dem Pferderücken nach Tieren Ausschau zu halten. Es dauerte nicht lange, da deutete Marie in eine Richtung. Impalas (am häufigsten in Afrika verbreitetste Antilopen) rannten direkt neben uns her. Solche Tiere aus der Nähe zu sehen beeindruckte mich schon total. Selbst beim Reiten ist es morgens noch sehr kalt und ich war froh um meine beiden Jacken und meinen Schal. Der erste Galopp fühlte sich total gut an und ich merkte wie sehr ich es vermisst hatte im Sattel zu sitzen. Wir galoppierten eine ganze Weile und konnten unsere Blicke durch die unberührte Natur schweifen lassen. Waldfee machte das ganz brav. Dann hielten wir an und da standen sie direkt vor uns: Zebras. Eine ganze Herde die sich nicht durch uns beirren ließ. Das war so ein wahnsinniger Moment, dass ich es kaum glauben konnte. Die Zebras waren total cool. Es folgten weitere, schöne Galoppeinheiten bis wir plötzlich direkt vor Giraffen standen. Auch diese ließen sich durch uns in keinster Weise beirren und fraßen gemütlich Blätter am Baum. Wir waren so nah an den Tieren wie ich es nie erwartet hätte.


Und als ob das noch nicht genug für den ersten Ritt wäre, hielten wir nach zweieinhalb Stunden an einem schönen Platz unter einem Baum, wo bereits alles aufgebaut war. Ich hatte nämlich das Glück und durfte bei einem Buschfrühstück dabei sein. Es gab alles was das Herz begehrt, von Müsli, bis Obst, Brot und Eiern bis hin zum Sekt. Die Pferde trensten wir ab und banden sie mit den Halftern an Pfahle, wo sie bereits Heu hatten. So saßen wir gemütlich da und guckten den Pferden beim Fressen zu, wobei wir selbst genüsslich speisten. Ich war wirklich geflashed. Das hatte ich nun nicht erwartet.

Gemütlich ritten wir zurück zur Farm, wo wir die Pferde absattelten, putzten und wieder auf die Koppel brachten.

Dann stand auch schon das zweite Mal füttern an, das genau so einfach ging wie davor auch schon.
Zu meiner Verwunderung hatten wir dann schon um 11 Uhr Pause.

Beim Mittagessen, das um 12.30 Uhr statt findet, sitzen alle gemütlich in der Sonne zusammen. Inkl. Farmbesitzer und anderen Mitarbeitern. Wegen dem ausgiebigen Frühstück hatte ich eigentlich noch keinen Hunger, aber das Essen schmeckte trotzdem. Es gab Ratatoullie mit afrikanischem Maisbrei (Milipap).

Wir mussten erst wieder um 14.30 Uhr am Stall sein um zum dritten Mal zu Füttern. Nachdem ich die Pferde für die Anderen für den nächsten Ritt fertig machte, durfte ich zu Marie, die mir viele Tiere anhand eines Buches zeigte und dazu einiges zu erklären wusste. Es war super interessant und ich lernte viel. Sie gab mir einen Platz am Schreibtisch und ich hatte lange Zeit mir die wichtigsten Dinge zu jedem Tier aufzuschreiben. Natürlich hatte ich mir vorher schon Wissen angeeignet, aber ich erfuhr auch einiges was ich nicht wusste. Als ich wieder in den Stall kam, waren die Ritte zurück und wir putzten die Pferde nochmal und brachten sie in den wohlverdienten Feierabend auf die große Koppel.

Es war 18 Uhr und somit hatte ich noch Zeit zu duschen, bevor es um 19.30 Uhr Abendessen gab. Man sitzt auch hier wieder zusammen und lässt den Tag Revue passieren. Abends gibt es Brot mit Käse oder Wurst.

Da man hier in der Freizeit nicht viel machen kann, ging ich schon sehr früh ins Bett.
Das war also mein erster Tag auf einer Farm in Namibia. Besser hätte der Tag definitiv nicht sein können. Ich bin jetzt schon total froh die Reise hierhin angetreten zu haben und freue mich auf viele weitere schöne Tage hier.

Liebe Grüße aus dem Paradies
Nadine

Arriving in Namibia

Dienstag, 24.07.2018

Um halb 10 landeten wir endlich in Windhoek. Hallo Afrika ! Namibia begrüßte mich mit frischen 8 Grad. Bin ich hier wirklich in Afrika ?

Leider musste ich noch geschlagene eineinhalb Stunden an der Schlange fürs Visum anstehen. Man muss wissen, dass ich der Ungeduldigste Mensch der Welt bin und bei sowas die Krise kriege. Endlich hatte ich das Visum und mein roter Koffer stand bereits einsam und verlassen da. Am Ausgang wartete schon Johannes, der Sohn des Farmbesitzers, auf mich der ein Schild mit meinem Namen hoch hielt. Er begrüßte mich freundlich und mit dem Jeep gings Richtung Farm. Die Fahrt von Windhoek zog sich ewig und die endlose Weite Afrikas beeindruckte mich sofort. Johannes und ich unterhielten uns super und ich freute mich über die Warzenschweine überall am Straßenrand. 

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Im Ort Ojiwarongo sammelten wir noch zwei Mitarbeiter auf, bevor es weiter ging. 

Nach viereinhalb Stunden auf einer schnurgeraden Straße durchs Niemandsland, bogen wir endlich Richtung Farm ab. Es ging 17 km über Holperpisten und dann standen wir endlich an der Lodge. Diese ist wunderschön und ich freue mich jetzt schon hier leben zu können. Meine neue Kollegin Marie, eine Französin zeigte mir alles und endlich sah ich mal wieder Pferde. Ich lernte die Kolleginnen Lisa und Laura (beide in meinem Alter) kennen und dann konnte ich meine Unterkunft beziehen. Klein, aber fein und mit eigenem Bad. Ich wohne als einzige Weiße in einer afrikanischen Siedlung, was total cool ist. Alle sind total freundlich und hießen mich willkommen. Die Menschen leben hier richtig, teilweise über viele viele Jahre und haben hier auch ihre Kinder. 

Mir knurrte der Magen, weil es bei Eurowings ja nichts zu essen gibt und ich seit dem Vorabend nichts gegessen hatte. Leider gab es erst zweieinhalb Stunden später, um halb 8 Abendessen, aber Marie besorgte mir ein Stück Kuchen über das ich sehr froh war.

Bis zum Abendessen hatte ich Zeit mir alles in Ruhe anzuschauen und meine Sachen auszupacken. 

Um halb 8 war es schon dunkel und der Weg zum Abendessen über viele Steine gestaltete sich als nicht ganz leicht. Die Mädels und ich saßen auf Bänken an einem Tisch und genossen unser Brot mit Käse. 

Da ich noch total müde von der Anreise war ging ich nach dem Essen und kurzer WLAN-Pause (WLAN gibts nur da wo es Essen gibt) schon früh ins Bett. Abends wird es hier sehr kalt, weshalb ich froh um meine Wärmflasche bin die ich mit kochendem Wasser auffüllte. So lag ich mit Winterjacke und Schal im Bett, denn Heizungen gibt es hier nicht und isoliert ist hier auch nichts. Zum Glück war ich darauf schon vorbereitet und so machte es mir nichts aus.

So schlief ich das erste mal in Afrika ein und freute mich schon auf den ersten Tag.

Liebe Grüße aus Namibia 

Nadine 

Namibia here I come

Montag, 23.07.2018

Organisation ist alles! Vor allem auf Reisen. Gut, dass das Wort Organisation so gut zu mir passt wie Regen zur Sonne. Wenigstens gepackt hatte ich am Sonntag schon (mit Hilfe von Oma, weil das sonst in Drama ausartet). Weil ja immer irgendwie alles geht, dachte ich, dass sich bestimmt jemand findet der mich zur S-Bahn fährt. Leider war dem nicht so und 3 Stunden bevor ich an der Flix-Bus-Haltestelle am Stuttgarter Flughafen sein musste tat sich immer noch keine Möglichkeit auf. Zum Glück durfte ich Papas Auto nehmen und am S-Bahn Parkplatz stehen lassen. Davor wollte ich aber noch zu unserem alle 2 Jahre statt findenden Dorffest, dem Schäferlauf. Obwohl ich dort (dachte ich zumindest) rechtzeitig los gefahren bin, war ich total spät dran. Dann bin ich Zuhause auch noch mit samt 23kg schwerem Koffer die Treppe runter gefallen und tat mir ordentlich weh.

Für ein Parkticket reichte die Zeit nicht mehr und ein Bahnticket löste ich noch in letzter Minute. Es war ein abartig heißer Tag und ich musste den Koffer die vielen Treppen an der S-Bahn allein hoch wuchten. Nass geschwitzt saß ich in der S-Bahn. Ich musste noch umsteigen und merkte schnell, dass es eine sehr knappe Sache werden würde pünktlich am FlixBus zu sein. Leider wusste ich auch noch nicht, dass ich durch den ganzen endlos scheinenden Flughafen rennen musste. Trotz meiner Schreie wollte niemand Platz machen und da sich der Griff von meinem Koffer nicht ausziehen ließ, fiel mir dieser zwei mal während dem Rennen um. Der Fahrer machte gerade die Tür zu, als ich um 15:31 Uhr keuchend zum Bus kam. Er ließ mich noch rein und ich merkte wie viel Glück ich hatte. Ich sah bestimmt aus wie geduscht und wollte nur noch umfallen. 

Wenigstens die Fahrt lief gut und der Bus hielt direkt am Flughafen München. Mit mir stieg nur ein anderer Fahrgast aus und sonst war der FlixBus komplett leer. 

Am Flughafen konnte ich erst mal durchatmen, denn ich hatte noch super viel Zeit, da es keinen späteren FlixBus gegeben hatte. Zum Glück konnte ich schon Einchecken. Dann der Schock: mein Koffer hatte 26,6 kg. Komisch. Zuhause hatte er noch 21 kg. Also stand ich da und räumte alle schweren Sachen ins Handgepäck. Die nette Dame am Schalter gab mir Anweisungen wie es besser geht. Zwar hatte der Koffer immer noch über ein Kilo zu viel, aber die Dame drückte ein Auge zu. So kam ich um die 50€ Übergepäck rum. Zudem bekam ich den letzten Fensterplatz. 

Die Zeit vertrieb ich mir beim Schaufensterbummel mit meinem viel zu schweren Handgepäcksrucksack. Die Preise am “einzigen 5 Sterne Flughafen Europas” sind mehr als gesalzen. 5,80€ die ein kleines Getränk ? Nicht mit mir ! Da fülle ich lieber meine Wasserflasche auf. 

Ein Blick auf die Anzeigetafel verriet mir, dass der Flug 45 min Verspätung hatte. 

Ich suchte mir einen Platz in einer chillout-Lounge mit Sofa und langweilte mich.

Ganz pünktlich deutsch stand ich am Boarding und es ging nichts vorwärts. Ewig standen wir da und bewegten uns nicht. 

Geplant war, dass wir um halb 11 los fliegen und es war schon nach 12 als sich der Eurowings-Flieger endlich in die Lüfte erhob. Es gab Probleme mit dem Check in-system am Flughafen und technische Probleme, so der Pilot. Da wollte ich als Flugangstgeplagte glatt wieder aussteigen. Der Start war ruhig und die erste Stunde auch, aber ab dann waren die Anschnallzeichen konstant an und es wackelte gewaltig. Wieso erwische immer ich diese Flüge? Mit Schlafen war dann also nicht viel, aber zum Glück wurde ich nicht so nervös wie sonst. Vielleicht bessert sich die Flugangst ja doch. Anscheinend sind Turbulenzen bei Flügen so nah am Äquator normal. Bald bin ich in Windhoek und die Vorfreude stieg mit jeder Meile mehr.

Liebe Grüße 

Nadine 

A day as chaotic as Nadine – next adventure

Sonntag, 05.11.2017

Neuer Arbeitsplatz – ich komme !

04:30 Uhr: Ein schriller Alarm in meinen Ohren und ich bin alles andere als fit. Heute ist der große Tag: Ein neues Abenteuer steht an. Nun kann ich euch verraten wo es hin geht. Und zwar aufs Kreuzfahrtschiff. Als Fotografin. Für 5 Monate. Das Schiff heißt “Mein Schiff 4” und ist von TUI Cruises. Die Route verläuft über die Kanaren, Marokko und Madeira. Bei durchschnittlich 25 Grad und vielen Sonnenstunden also perfekt um dem deutschen Winter zu entfliehen. Natürlich nehme ich euch mit und lasse euch an meinem Leben an Bord dieses riesigen Dampfers Teil haben.
So nun aber wieder zum frühen Aufstehen. Pünktlich wie immer holten mich Oma und Papa um 5:15 Uhr zum Frühstücken ab. Das Hotel war so nett und erlaubte uns so früh schon was zu essen. Es gab natürlich nur eine abgespeckte Variante die aus Brötchen, Wurst und Käse bestand, aber wir hatten was im Magen.

Um 6 saßen wir nach dem Auschecken im Auto und fuhren eine Stunde zum Flughafen. Da wir noch tanken und den Mietwagen abgeben mussten, war ich erst um halb 8 am Gepäckschalter und der Flug ging um 8:40 Uhr. Zwar hatte ich am Vortag schon online eingecheckt, aber das brachte nicht viel. Es gab keinen Drop-Off um das Gepäck abzugeben und ich musste mich in der sehr langen Schlange anstellen. Um 8 sollte der Schalter zu machen und um kurz vor 8 stand ich immer noch ganz hinten. Meine Verzweiflung wuchs und via WhatsApp machte ich Papa zur Sau, dass wir zu spät los gefahren sind. Ich hatte gesagt das reicht nie. Da Oma und Papa wieder nach Deutschland flogen, waren sie an einem anderen Schalter der weiter weg war. Meine Anspannung und Ungeduld wuchs und ich war fertig mit den Nerven. Wenn ich diesen Flieger verpasse, ist das der Super-GAU. Als ich mir gerade vor nahm, mich vorzudrängeln, kam die Durchsage, dass alle die nach Madrid müssen an den Anfang der Schlange dürfen. Es dauerte nochmal ewig und ich atmete auf, als mein Koffer endlich weg war. Leider ging der Stress weiter. Mein Boarding hatte bereits 5 Min. zuvor begonnen und ich musste noch durch den ganzen Flughafen und die Sicherheitskontrolle. Ich traf mich wieder mit Oma und Papa und wir rannten. Zum Glück war wenigstens bei der Sicherheitskontrolle alles ok. Völlig im Stress verabschiedete ich mich im Rennen von Oma und Papa und rannte wie eine Verrückte durch den endlos scheinenden Flughafen von Mallorca. Memo an mich selbst: Mehr Ausdauertraining machen!
Zum Glück hatte alles Verspätung und das Boarding hatte noch nicht angefangen. Als ich dann im Flieger saß, konnte ich endlich aufatmen. Leider waren sehr dunkle Wolken am Himmel und ich ahnte schlimmes. Pünktlich zum Start  klarte der Himmel auf und ein Regenbogen kam zum Vorschein.

Die Turbulenzen wollten nicht aufhören und es wackelte wieder die ganze Zeit. Fliegen ist doof! Nach eineinhalb Stunden landeten wir in Madrid. Da konnte ich mich drei Stunden entspannen und hielt ein Schläfchen. Der zweite Flieger von „Vueling“ war pünktlich, aber das Wetter hatte sich nicht gebessert. Der Himmel wurde dunkler, die Anschnallzeichen gingen während des dreistündigen Flugs nicht aus und meine Hände waren wieder mal konstant nass. Meine Panik bessert sich wieder nicht und ich war froh, als wir Las Palmas in Gran Canaria erreichten.

Nachdem ich meinen Koffer hatte, suchte ich meinen Fahrer. In dem Gewusel traf ich einen Mann mit TUI-Crew-Schild, der aber nur eine Hannah auf seiner Liste hatte. Mein Herz rutschte mir in die Hose und er konnte weder englisch noch deutsch. Zum Glück nahm er mich trotzdem mit. Außerdem noch einen von den Philippinen und Vladimir aus der Ukraine, die ich beide gleich ausfragte. Beide sind schon viele Jahre auf dem Schiff und konnten mir meine Fragen beantworten. Erst mussten wir zur Polizei und dort ein Dokument ausfüllen und dann ging es zum Hafen.

Als wir endlich vor der „Mein Schiff 4“ standen, war ich baff. So ein riesiges Schiff. Noch nie habe ich ein Kreuzfahrtschiff aus der Nähe gesehen und nun darf ich hier die nächsten 5 Monate wohnen. 295m lang, 15 Decks, 65,95m hoch und Platz für 2506 Passagiere. Das sind Zahlen die man sich erst vorstellen kann, wenn man das mal gesehen hat. Mein Dorf hat ca. gleich viele Einwohner.

Erst ging es durch zwei Security Kontrollen die wie am Flughafen sind und dann wurden wir in den Crew-Coffeeshop gebracht. Das Gefühl als ich dieses Schiff zum ersten Mal betrat, werde ich wohl nie vergessen. Total atemberaubend! Erst musste ich ins Crew-Office um ein Foto für die Karte machen zu lassen. Dann füllten wir einen Haufen Papierkram aus und bekamen unsere Safety-Card, Namensschild, Crew-ID, einige Unterlagen und das Namenskärtchen für die Kabine.  Diese Crew-ID ist super geschickt und vereint quasi alles was man braucht: Kabinenschlüssel, Zahlungsmittel an Bord, Ausweis, Zugang um an Bord zu kommen

Aussicht vom Coffee-Shop

Dann kam meine Managerin Maike die mich freundlich empfing und mir die Kabine zeigte. Genau so wie ich sie mir vorgestellt hatte. Klein, aber alles was man braucht. Ich wohne auf Deck 1, also unter dem Wasser. Ein Fenster hat es da natürlich nicht und ich teile mir das Bad mit jemandem (Single-Share-Kabine), aber das wusste ich ja vorher. Wir haben hier wenigstens den Luxus von Einzelkabinen. Auf den älteren Schiffen teilt man sich die Kabine zu zweit, zu viert oder sogar zu sechst. Dann ging es gleich ins Büro wo Maike mir ein paar Kollegen vorstellte. So lernte ich auch gleich die Fotogalerie kennen. Maike half mir mit ein paar Eselsbrücken, dass ich mich nicht verlaufe, aber mir war gleich klar, dass ich meine Kabine und meinen Arbeitsplatz nie mehr wieder finden würde. Hier sieht alles gleich aus. Dann liefen wir zum Uniform-Store und zum Linen-Store und ich bekam meine Dienstuniform und Bettwäsche.

Nachdem mein Bett bezogen war, durfte ich auch gleich den Dienst antreten. Sonntags reisen immer die alten Gäste ab und die Neuen an und somit ist sehr viel los. Nach der Sicherheitsübung (PAX-Drill) die ich noch nicht mit machen musste, geht es ans Pooldeck auf Deck 14. Wir waren vier Fotografen und ich bekam nur kurz gesagt wo ich hin laufen muss. Dann waren die anderen verschwunden und es ging los. Da stehen hunderte Leute rum, schauen sich an wie das Schiff den Hafen verlässt und ich hab die Aufgabe diese zu fotografieren. Am Anfang fühlte ich mich leicht überfordert. Wie spricht man die Leute an? Wollen die überhaupt ein Foto? Ich lief einfach mal drauf los und fast alle Leute ließen sich von mir fotografieren. Ich war in meiner eigenen Welt und bekam nicht mal richtig mit, als wir zum Lied „große Freiheit“ von Unheilig ablegten.

Wir trafen uns, als wir alle Gäste fotografiert hatten, wieder und gingen zurück ins Büro. Alle waren mit meiner Bilderanzahl zufrieden und ich war froh, dass ich meine erste Aufgabe gemeistert hatte. Die anderen erklärten mir wie man die Bilder bearbeitet und wo man was speichert und ich fragte mich ernsthaft wie ich mir das alles merken sollte.
Es war schon nach 1 Uhr als wir fertig waren und Maike und ihr Mann Christian nahmen mich noch mit in die Crew-Bar. Da war einiges los und alle interviewten gleich „die Neue“. Nach einem Feierabendbier machte ich mich auf die Suche nach meiner Kabine die ich erwartungsgemäß nicht fand. Zum Glück sind hier alle hilfsbereit und mir half jemand meinen Schlafplatz wieder zu finden. So ließ ich mich von den Wellen in den Schlaf schaukeln. Morgen werden wir den ganzen Tag auf See sein und am Dienstagmorgen dann Marokko erreichen.

Schöne Grüße von hoher See
Nadine

The luck of the earth…

Samstag, 04.11.2017

Mit dem Pferd am Strand entlang

An diesem Tag genoss ich das Letzte mal Ausschlafen (für die nächsten 5 Monate) und wir gingen erst kurz vor Schluss zum Frühstücken.
Der Samstag stand im Zeichen der Entspannung und das Auto blieb vorerst stehen. Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zur Shoppingmeile von Cala Millor. Papa musste da durch, aber Shoppen musste sein. Von einem Laden gings in den nächsten und ich brauchte unbedingt Schuhe. Wenn man da genaue Vorstellungen (bzw. Vorgaben) hat, findet man natürlich nichts.
Es war wieder ein super schöner Tag mit Sonne und Wärme und auch am Strand war was los. Wir bummelten entlang vom schönen Strand und gönnten uns ein Eis.


Mittags stand mein absolutes Highlight auf dem Plan. Wir fuhren nach Cala Ratjada auf die „Rancho Bonanza“ (http://www.ranchobonanza.com). Im Internet hatte ich mich die ganze Woche schlau gemacht wo man hier artgerechte Pferdehaltung findet, weil ich unbedingt reiten wollte. Am Vortag waren wir schon hier und hatten und die Anlage angeschaut. Die Deutsche Betreiberin Elke Glomm steckt wirklich ihr ganzes Herzblut in die Anlage und die Pferde. Mir war es sehr wichtig ein Ort zu finden an dem es den Pferden gut geht und nicht nur Geld mit ihnen gemacht wird. Die Pferde stehen tagsüber auf Paddocks und die ganze Nacht auf Koppeln, haben Heu zur freien Verfügung und sehen alle top aus.

Ich hatte mir ein schnelles Pferd gewünscht und Elke sagte mir, dass das 5 jährige Pony „Mia“ die Schnellste im Stall sei. So machte ich die Kleine fertig und die pinke Satteldecke war ganz nach meinem Geschmack. Ich hatte Glück und mit dabei waren nur eine Mitarbeiterin mit einem Privatpferd und zwei Einsteller mit ihren Pferden. Also keine ängstlichen Reitgäste die nicht galoppieren wollen oder Ähnliches. Wir überquerten die Straße und waren direkt im Wald. Es war super schön dort und es ist beeindruckend wie trittsicher Mia mit ihren 5 Jahren schon ist. Wir trabten ein bisschen und ich merkte, dass Mia gerne läuft. Danach wollte sie nicht mehr Schritt gehen. Die anderen fragten, ob ich bereit wäre und dann ging es los. Wir galoppierten durch den Wald und so schnell bin ich davor noch nie unterwegs gewesen. Mia könnte auch als Rennpony durch gehen und Elke hatte nicht zu viel versprochen. Es machte total viel Spaß im Renngalopp im zick zack durch den Wald zu reiten. Ich hoffte Mia wusste wo es lang ging, denn vor lauter Ästen, Steinen und Sand im Gesicht sah ich nicht mehr wo es hin ging. Man muss bei diesem links-rechts echt sattelfest sein. Dann kamen wir an den Strand. Mein persönliches Highlight. Es war schon immer mein Traum einmal am Strand entlang zu galoppieren und ich freute mich total. Leider waren zu viele Touristen unterwegs und da das Reiten am Strand nur erlaubt ist, wenn niemand da ist, konnten wir da nicht hin. Dafür fanden wir ein paar Meter weit weg vom Meer einen Sandabschnitt wo niemand war und galoppierten nochmal im rasanten Galopp durch den tiefen Sand, was die Pferde nicht bremste. Es machte total viel Spaß und ich hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Es ging nochmal durch den zick zack Wald und die anderen beiden verabschiedeten sich. So waren wir nur noch zu zweit und hatten tolle Gespräche über das Reisen und Reiten und konnten auch nochmal galoppieren.

Als wir nach zwei Stunden zur Ranch zurück kamen, warteten Oma und Papa schon. Wir sattelten die Pferde ab und Mia durfte sich auf dem Sandplatz wälzen. Ich bekam ein zweites Pferd in die Hand gedrückt und wir liefen mit mehreren Leuten zur Koppel. Diese ist riesig und in der Nebensaison stehen die Pferde hier die ganze Zeit. Oma freute sich auch, dass es den Tieren hier so gut geht und Mia sah glücklich aus, als ich sie zu den anderen ließ.


So konnten wir beruhigt zurück zum Hotel fahren als es schon dunkel wurde.
Das war definitiv ein gigantisches Erlebnis an das ich noch lange zurück denke und ich kann die Rancho Bonanza echt jedem empfehlen.
Abends saßen wir noch gemütlich zusammen und ließen den letzten Abend in aller Ruhe ausklingen. So schnell geht der Urlaub zu Ende. Da ich wie immer im Chaos versank, half mir Oma beim Packen und brachte Struktur in mein Gepäck. Das ist nun der letzte Abend „in Freiheit“. Und das letzte Mal so viel Platz.

Liebe Grüße das letzte Mal von Mallorca
Nadine