My nerves

Mittwoch, 10.06.2015

Ich konnte nachts überhaupt nicht schlafen, weil es so abartig kalt war. Die Häuser hier sind nicht wirklich isoliert und somit geht die Wärme straight away wieder raus und wir heizen quasi noch den Garten mit.

Ausgestattet mit dickem Pulli, 2 Jacken, Mütze, Schal, Handschuhen, dicken Socken und Gummistiefeln, gings zum Füttern und es war sehr unbequem in der eisigen Kälte. Schon nach der ersten Fütterungsrunde wurde es aber wärmer und die Sonne kam raus.

Der Tag wurde noch sehr schön und ich hab es geschafft, mein Beet fertig zu machen und auch Sophia war nun mit den Rosen fertig. Die Farm sieht immer schöner aus und wenn wir morgens aufstehen und die Arbeit vom Vortag sehen, freuen wir uns beide.

Außerdem nahm ich mir Zeit Brissie auszusaugen und nun sieht sie wieder schöner aus 🙂

Mittags kam der Hufschmied, der mit 3 Stunden Fahrt von der Farm von Toms Dad einen langen Weg hinter sich hatte. Der war total lustig und cool und machte uns erst mal ein großes Kompliment, weil die Farm so toll aussieht und alles so gepflegt ist. Am Morgen hatten wir gemerkt, dass eine Stute lahm war und er wollte danach gucken. Leider ist es einfacher gesagt als getan aus einer Herde 11 quasi Wildpferden eine Stute einzufangen. Die sind es nicht gewohnt, dass man sie weg holt und alle galoppierten vom einen bis zum anderen Ende der riesigen Koppel. Das sieht zwar total schön aus und die ehemaligen Rennpferde sind wahnsinnig schnell, aber so lustig fanden wir das nicht. Wir wollten sie zu 3. in eine Ecke treiben und die Stute einfangen, aber leider wissen die Pferde, dass sie schneller als wir sind. Wir haben schon nicht mehr dran geglaubt, dass es was wird und liefen unzählige Male über die Wiese in der Hoffnung, dass sie irgendwann aufgeben. Als ich dann unser Fütterungsauto und Sophia einen Futtereimer holte, lief der Schmied auf die Stute zu und sie blieb brav neben ihm stehen. Wir nannten ihn darauf hin den Pferdeflüsterer. Sie ließ sich auch gut von Sophia das Halfter drauf machen. Noch auf der Koppel bearbeitete der Schmied den Huf und machte eine Art Verband drum. Danach lief sie schon wieder besser und wir alle waren zufrieden. Eigentlich dachten wir bei Wallach Angus wird es einfacher, weil er allein auf einer kleinen Koppel steht, aber der hatte auch keine Lust und so musste der Schmied wieder fahren, ohne dessen Hufe bearbeitet zu haben. So schnell wollte ich nicht aufgeben, zumal Angus ja mein bester Freund ist und als der Schmied weg war und Sophia wieder an die Arbeit ging, ließ er sich problemlos einfangen – Pferde soll man verstehen,… 😀

Sophia lief dann wie jeden Abend mit Bowie spazieren und ich ging ins Haus um einen Flug zu suchen. Die Tage davor hatte ich schon immer wieder geguckt, weil Saskia nach Bali fliegt und mich überredet hat, mitzukommen. Eigentlich macht es keinen Sinn ins 6 Flugstunden entfernte Indonesien zu fliegen, wenn ich doch von Australien noch nichts gesehen habe, aber weil man bekanntlich auf sein Herz hören soll und ich wieder mal Wärme will, stimmte ich zu, mit zu kommen. Wenn ich denn einen günstigen Flug finden sollte.

Da es ein AirAsia Special gab, fand ich einen Flug, bei dem der Rückflug mit 190$ unschlagbar war. Nach einigen Systemfehlern und Error auf der Flugseite, schaffte ich es endlich diesen zu buchen und war glücklich. Für Kreditkartenzahlung wollten sie 30$ extra, also entschied ich mich für eine Überweisung mit einem vorgegebenen System. Als ich gerade fertig war, kam wieder eine Fehlermeldung. Ich geriet leicht in Panik, da zu diesem Zeitpunkt nur noch 2 Sitzplätze im Flieger frei waren. Gottseidank hatte ich in weiser Voraussicht einen Screenshot von der Buchung gemacht und rief bei AirAsia an. Wie zu erwarten, hing ich eine endlose Zeit in der Warteschleife. AirAsia kann sich dafür nicht mal Musik leisten und die endlos Durchsage von einer lieblichen Frauenstimme, ging mir gleich auf den Keks. Nach gefühlten Stunden der Warterei hatte ich eine sehr unfreundliche Dame am Telefon, die nach einigen Versuchen des Buchstabierens, endlich meine Buchungsnummer verstand. Ich könne die Zahlung übers Telefon machen, müsse allerdings 45$ mehr bezahlen. Ne so nicht, dachte ich und fragte nach einer Alternative. Sie riet mir, es über das online-Zahlungssystem zu machen. Mein Ton wurde immer unfreundlicher: Hallo !! Deswegen rufe ich doch an ! IHR habt einen Fehler im System und deswegen kann ich nicht bezahlen ! So schlecht ist mein englisch nun auch nicht, dass man das nicht verstehen kann. Nach dem Motto, dass das ja wohl nicht ihr Problem sei sagte sie mir ich müsse dann mit Kreditkarte zahlen. Da das System aber nun gar nichts mehr machen wollte und die Fehlermeldungen mehr wurden, fragte ich mich langsam wo die versteckte Kamera sei. Nach endlosen Minuten des Diskutierens, dann die Lösung: Machen Sie einfach die Buchung neu. Da hatte sie dann schon aufgelegt. Also Flug neu gesucht, alle Daten neu eingegeben, alles neu ausgewählt und neuen Zahlungsversuch gestartet. Oh Wunder: Es funktionierte. Ich machte Freudensprünge als ich die Bestätigung des Fluges im Maileingang hatte. Nach sage und schreibe 2 Stunden wurde das auch mal Zeit.

Nun steht also dem 2 wöchigen Urlaub in Bali nichts mehr im Weg. Auch Saskia freute sich total und schickte mir den Link zum Hotel, das sie schon vor einer Weile gebucht hatte, weil sie ursprünglich allein gehen wollte. Sie ist dann schon ein paar Tage vor mir da.

Wann ich von der Farm gehe und warum, schreibe ich in einem anderen Eintrag.

Erleichterte Grüße

Nadine

Kälteselfie

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warmer Kamin
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Keith hat es auch warm

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Angus im Sonnenuntergang

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Bei der Gartenarbeit gefunden. Was kann das sein?IMG_8865 IMG_8866

Mittagspause

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Pferd mit Herz auf der Stirn

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Everything is fine

Dienstag, 09.06.2015

Mir gehts wieder besser und mit viel Elan gings ans Füttern.

Mein Beet ist fast fertig und Sophia hat nun wo die Büsche waren angefangen, Rosen einzupflanzen.

Nach der Mittagspause ging es wieder zur Post, aber leider ist meine Bankkarte auf die ich seit 3 Wochen warte noch nicht gekommen.

Heather hat angerufen und gefragt, ob es uns noch gut geht und wir genug zu Essen haben 😀 Sehr nett von ihr.

Abends hat Sophia wieder was sehr leckeres gezaubert. Es gab frischen Spinat, Bratkartoffeln und Spiegelei und die gute Weinsoße.

Bei einer weiteren Folge Heartland stellten wir unseren Apfelkuchen in die Mikrowelle, sodass wir diesen wieder warm mit Vanilleeis genießen konnten.

Leider ist mal wieder unsere Spülmaschine kaputt gegangen, womit jetzt wieder von Hand spülen angesagt ist.

Zum Glück war es nicht so kalt, dass wir den Ofen mal nicht gebraucht haben.

Läuft also alles bei Sophia und mir.

Liebe Grüße

Nadine

Sick

Montag, 08.06.2016

Der Bericht wird sehr kurz, weil ich krank bin. Irgendwie so was grippeartiges. So hab ich mich nach dem Füttern aufs Sofa gelegt und den ganzen Tag geschlafen.

Sophia hat dafür gesorgt, dass es mir schnell wieder gut geht und Tee mit frischem Ingwer und Zitrone gemacht. Außerdem hat sie ganz frischen Apfelkuchen gebacken und wenn man diesen noch ganz warm mit Vanillieeis isst, ist man schon ein bisschen gesünder 😉 Ich habe so geschwärmt und hätte mich da rein legen können 😀 Auch die übrige Gemüsesuppe von Heather und eine Folge Heartland haben mich gestärkt und abends ging es mir schon besser.

Krankengrüße

Nadine

Sunday

Sonntag, 07.06.2015

Nach unserer täglichen Fütterungsrunde hat sich leider Heather verabschiedet. Sie hat uns Geld und eine Liste da gelassen, was wir noch besorgen sollen. Unter anderem einen Hundemantel für Keith, wenn es jetzt so kalt wird 😉 Richtig schade, dass sie geht und wir hatten ein richtig tolles Wochenende zusammen, Sie umarmte uns noch ganz herzlich und sagte, dass sie vielleicht nächstes Wochenende wieder kommt.

Sonst gibt es nicht viel zu berichten. Die Beete sehen immer schöner aus und die Büsche werden weniger.

Da Heather so viel Suppe gemacht hat, dass es für die ganze Woche reicht, mussten wir nicht mal kochen.

Ich hab Brissie ausgeräumt, die Türen geölt und das ganze Bettzeug gewaschen.

Sophia hat jetzt Heartland auf youtube entdeckt und sitzt nun jede freie Minute da und guckt unsere Lieblingssendung.

Schöne Farmgrüße

Nadine

Big Shopping

Samstag, 06.06.2015

Heute sind wir zwar auch früh aufgestanden, aber es war schon hell 😉

Nachdem wir jetzt wieder einen guten Fütterungsplan haben, ging es relativ schnell. Irgendwie ging es mir aber nicht so gut und ich hatte mehrere kleine Schwindelanfälle.

Wir hörten Heather unsere Namen rufen und liefen durch den Garten. Dort öffnete Sophia das Badezimmerfenster und Heather krabbelte heraus und erzählte uns, dass sie den Schlüssel für das Bad von innen probierte, der sich verhakte und die Tür nicht mehr auf ging. Eine Weile war sie im Bad eingesperrt bis Sophia sie befreite.

Nach dem Schock fuhren wir zusammen ins 30 Minuten entfernte Shepparton um zu shoppen. Da ich dachte, dass wir da nur kurz hin fahren und was holen, lief ich rum wie ein Bauer. Ich hatte nicht geduscht und noch meine Arbeitsklamotten an. Gut, dass mich hier niemand kennt 😀

Heather suchte mit einer Freundin neue Möbel für das Haus aus und Sophia und ich durften shoppen gehen. Shepparton ist eine schöne, kleine Stadt wo man alles kaufen kann. So war Sophia um ein neues Handy reicher und ich erwarb eine Wärmflasche, warme Socken und eine Australien-Flagge. Wir hatten einen tollen Tag und das Wetter war bewölkt und kalt, aber es war eine schöne Abwechslung zum Farmalltag und es machte viel Spaß. Zum Abschluss trafen wir uns mit Heather, ihrer Freundin und dem Mann zum Kaffee in einem Restaurant.

Die Freundin und ihr Mann fuhren mit dem Anhänger ein gekauftes Sofa zur Farm. Gleichzeitig mit uns traf der Mann vom Schlüsseldienst ein, der uns half das Sofa ins Haus zu tragen. Nach einigem Umstellen und hin und her, passten das neue Ledersofa und die Kommode perfekt zum Rest und ich lag gleich mal Probe, weil mir immer noch schwindlig war. Das Haus sieht jetzt ganz anders aus und die Möbel sind total schön. Wenn Heather was macht, dann richtig 😉 Auch der Schlüsselmann hatte das Schloss im Bad repariert und nun muss man nicht mehr durchs Fenster raus 😀

Zum Abendessen kochte Heather uns eine super leckere Gemüsesuppe, es gab frisches Brot, Cracker und Käse und wir hatten wieder tolle Gespräche. Sie ist so eine liebenswerte Frau, wie eine Mutter zu uns und wir mögen sie sehr.

Danach kamen wir auch diesmal nicht um die Schokolade rum 😉

Bei Sister-Act im TV ließen wir den wunderschönen Tag gemütlich ausklingen.

Shoppinggrüße

Nadine

OMG Tim Tams im Angebot für nur 2,50$

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Dafür Knoblauch und Ingwer zu Höchstpreisen

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Shoppingstraßen

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A Farm like brand new

Freitag, 05.06.2016

Nun bin ich schon genau einen Monat in Down-Under. Krass, wie schnell die Zeit vergeht!

Gefühlt mitten in der Nacht fegte Sheryl wie ein Hurrycane durchs Wohnzimmer wo Saskia und ich schliefen und redete mit uns, was ich nur im Halbschlaf mitbekam. Beim Frühstück wurden wir quasi „vertrieben“ und machten uns schnell auf dem Weg zum Füttern, bevor wir weg gefegt wurden. Mal wieder hatten wir den Luxus zu 3. zu sein und mittlerweile waren wir schon fast verwöhnt, so oft wie wir schon Hilfe hatten.

Zurück im Haus erkannten wir dieses schon fast nicht wieder. Die Fensterputzer und Putzleute hatten super Arbeit geleistet und das Haus war fast nicht wieder zu erkennen, weil Heather und Sheryl sehr viele Möbel umgestellt hatten. Sophia, Saskia und ich halfen noch, den großen, wuchtigen Esstisch ins Wohnzimmer zu hieven was gar nicht einfach war und viel Logik durch die engen Türrahmen erforderte. Mit 7 Leuten schafften wir es aber endlich.

Dann mussten wir uns beeilen und Saskias letzte Fahrt mit Brissie stand an. Wieder gings nach Benalla wo ihr Bus fuhr, wir machten noch ein paar Abschiedsbilder und weg war Saskia 😦 Wir hatten so einen schönen Tag gestern und es ist schade, dass sie jetzt weg ist.

Nach ein paar Besorgungen und dem Wocheneinkauf bin ich dann das erste mal mit meinem eigenen Auto gefahren. Ich war stolz wie Oskar und hab mich richtig gefreut. Sophia war anfangs nicht so tiefentspannt, aber irgendwann hat sie sogar während der Fahrt was gelesen. Ich bin dann so nichts ahnend gefahren und plötzlich winkt mich die Polizei mitten in der Stadt raus. Da fahr ich doch zum ersten Mal hier richtig Auto und werde zum Alkoholtest angehalten. Ich hab nicht schlecht geguckt, als ich am hellichten Tag mal „blasen“ musste. Natürlich hatte ich 0,0 Promille und war froh, dass sie nicht nach der Registrierung gefragt haben, weil Brissie ja gerade nicht angemeldet ist. Hier ist es anders als in Deutschland, weil alle pusten müssen und sie auch öfter Alkoholkontrollen am Tag machen. Naja mir solls recht sein. Auch in Deutschland gilt bei mir das Motto: Don`t drink and drive !

Zurück auf der Farm wurden wir mit Suppe von Heather empfangen und aßen zusammen mit ihrer Freundin und den Putzern zu Mittag.

Anschließend war wieder Gartenarbeit angesagt und ich kümmerte mich liebevoll um mein Beet, das immer besser aussieht. Auch bei Sophias Büschen 😀 sah es immer schöner aus.

Als die Sonne langsam hinterm Horizont verschwand, hatte Heather Cracker, Käse und Wein für uns bereit gestellt, das wir dankbar annahmen.

Wie jeden Freitag stand auch diesmal der Pubbesuch auf dem Plan. Wir aßen super lecker zu Abend, es gab Steak, Calamaris, Salat und für mich Gemüserisotto und Heather lud uns netterweise ein. Auch die Getränke bezahlte sie und „zwang“ uns fast zu einem Nachtisch, der ebenfalls super schmeckte. Der Abend war super schön, wir hatten tolle Gespräche und Heather ist eine tolle Frau und sagte oft, wie toll wir das mit der Farm machen und wie schön alles nun aussieht. Sie war total begeistert von dem Pub und den Besitzern Gerry und Tracy mit denen sie sich ebenfalls nett unterhielt. Wie jeden Freitag gab es ein Gewinnspiel und Heather kaufte uns jeweils 2 Lose. Leider gewannen wir auch diesmal nichts.

Nach ein bisschen TV gucken zurück auf der Farm schliefen wir alle im schönen, neuen Zuhause ein.

Umgestalterische Grüße

Nadine

 

Saskia & Keith

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Saskia & Brissie

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Saskia, Brissie und ich

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letztes Zeug raus holen

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Straßen von Benalla

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Abschiedsbild

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Käsecracker

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Flops, Failures and Fumbles (Car)

Donnerstag, 04.06.2015

Was braucht man um ein Auto in Australien zu registrieren?
– viel Zeit
– viel Geduld
– viel Geld
– viele Dokumente
– ein gutes Verständnis der englischen Sprache

Aber jetzt mal alles von vorne.

Mit Saskia die ich vom Reithof in Deutschland kenne, habe ich ausgemacht, dass wir uns früh treffen, sodass ich das Auto entgegen nehmen kann, das ich ihr abkaufe. Wir hatten es schon ewig vorher geplant und mussten wegen dummen Umständen immer alle Pläne wieder über den Haufen werfen. Der aktuelle Plan war dann, dass ich sie ins 3 Stunden entfernte Gundagai fahre, von wo aus sie ihr Farmer abholt und auf ihre Farm bringt. Länger als ein Tag konnte ich nicht von der Farm weg bleiben und somit hatten wir ein bisschen Zeitdruck.

Ich bin Sophia total dankbar, dass sie freiwillig mit mir in aller Frühe aufgestanden ist um zu füttern. Um 6 klingelte der Wecker aber ich bekam die Kriese als es um halb 7 immer noch stock dunkel war. Leider ist es auch nicht möglich im Dunkeln zu füttern, weswegen wir bis fast 7 waren mussten. Ich hatte alle Eimer schon am Vorabend gefüllt, wir beeilten uns und waren tatsächlich schneller als sonst fertig.
Nachdem ich dann eine Weile in der eisigen Kälte auf Saskia wartete, kam diese, die die Nacht im Auto im Ort verbracht hatte.
Der erste Stopp war der MC Donalds im nahe gelegenen Benalla. Dort ist es warm, es gibt free Wifi und man kann gut Pläne machen.

Auf dem Parkplatz präsentierte Saskia mir das Auto „Brissie“ im Kompletten, zeigte mir unzählig viele Kniffe, Geheimfächer und zeigte mir die gesamte, riesige Ausstattung wie Spiele, Gaskocher, Geschirr, Bettdecken, Töpfe, Wasser-, und Benzinkanister, Campingstühle und viel mehr. Das Auto ist perfekt zum Überleben in der Wildnis ausgestattet :). Ich war total begeistert und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Bei einem MC Flurry und sehr guter Musik verlängerten wir übers Internet die Anmeldung vom Auto die schon abgelaufen war im Bundesstaat Queensland, wo es bereits davor registriert war. Ein paar Tage vorher haben wir in einer Facebook-Gruppe nach Rat gefragt und wussten was zu tun war. Dachten wir zumindest bis dato. Als Saskia davor in einer Werkstatt war, rieten die ihr das Auto weiterhin in Queensland angemeldet zu lassen, da man dort den Sicherheitscheck RWC (ähnlich wie TÜV) im Gegensatz zu den anderen Staaten nicht machen muss, was viel Zeit und Geld spart und das Auto sowieso erst beim Service war. Das ging schnell und einfach und kostete 490$ für ein halbes Jahr.
Soweit so gut. Als wir aber im Anschluss den Besitzerwechsel machen wollten, gab es schlechte Nachrichten. Wir müssten doch den RWC machen und dazu nach Queensland fahren, was ca. 8 Stunden gedauert hätte. Die Dame am Telefon teilte uns aber mit, dass wir den RWC auch in meinem Staat Victoria machen und es dort ummelden könnten.
Nach vielen Anrufen fanden wir immer noch keine Werkstatt die das RWC macht und somit fuhren wir zu Tourist-Info die uns in eine Werkstatt schickten und uns einen Stadtplan mitgaben. Nach weiteren 2 Versuchen hatten wir einen Termin eine Stunde später (zum Glück noch spontan an diesem Tag). In der Zwischenzeit also wieder zum MC und gewartet.

Danach bin ich das erste mal (nach Violet Town) hier Auto gefahren und Saskia tat mir leid. Meine Einparkkünste seht ihr auf den Bildern 😀 Wir haben einen Dosenöffner und mega teure Ü-Eier für sage und schreibe 4$ das Stück gekauft. Als 2 Minions raus kamen, haben wir uns aber umso mehr gefreut und diese als Glücksbringer im Auto ernannt.
In der Werkstatt erzählten sie uns, dass sie den Check erst eine Stunde später machen könnten. Also Auto wieder mitgenommen und im KFC essen gewesen. Als ich fragte, was es vegetarisches gibt, wurde ich dumm angeguckt, aber ich bekam einen Burger mit Pommes drin. Wir hatten viel Spaß, redeten über unsere Reisen, das Auto und alles mögliche und es gab viel zu lachen. So verbrachten wir dort eine ganze Stunde und auch hier freuten wir uns über total gute Musik.
Nachdem das Auto dann in der Werkstatt war, liefen wir zur 2km entfernten Bücherei. Das war das erste Mal, dass in einer solchen war und diese war modern, groß und schön aber nicht wirklich warm. Unsere Pechsträne wollte nicht enden. Das WLAN ging nicht und der Himmel verriet nichts Gutes. In der Ecke mit den Kinderbüchern fanden wir Steckdosen für unsere Handys und lachten über die sehr interessanten Bücher. Wir wussten aber, dass wir die geplante Strecke an diesem Tag nicht mehr schaffen konnten.
Nach 2 Stunden Wartezeit wollten wir von der Bücherei zurück laufen, aber der Regen wurde immer stärker. Eine Frau vor dem Gebäude fragten wir, ob sie uns mit nimmt, aber leider fuhr sie in eine andere Richtung. Uns blieb nichts anderes übrig als zu Trampen. Wir hatten das beide davor noch nicht gemacht und keine hat sich getraut den Daumen raus zu strecken. Ich musste den Anfang machen und kam mir doof vor. Da wir blonden, begossenen Mädels aber so bemitleidenswert aussahen und der Mann ahnte, dass wir einen schlechten Tag hatten, hielt er an und nahm uns obwohl er nur 2 Plätze hatte, mit bis zur Werkstatt. Wir bedankten uns 100 Mal und er war richtig nett.
Wir wussten schon, dass der Tag nicht besser werden würde und mussten noch eine Ewigkeit in der Tankstelle auf das Auto warten. Es gab keine Stühle, es war kalt und es wurde schon dunkel. Gut, dass der Tankstellenmann Mitleid mit uns hatte und 2 Stühle für uns raus kramte. Da sich Saskia auch Gedanken machen musste wie sie zu ihrer Farm kommt, googleten wir nach Busverbindungen, weil ich keinen weiteren Tag frei bekommen hätte. Sie schrieb alle Orte die der Bus anfuhr auf eine Serviette, guckte alles in Google Maps nach und suchte den nächsten Ort. Dieser war zwar immer noch 3 Stunden von ihrer Farm entfernt, aber ihr Farmer versprach, sie trotzdem zu holen und so buchte Saskia den Bus für den nächsten Tag. Wie oft Saskia mich an diesem Tag gefragt hat wie der Ort heißt an dem wir uns befinden, hab ich nicht mehr zählen können 😀

Viele Leute hatten uns entmutigt und gesagt, dass die Werkstätte so gut wie jedes Auto durch den Check fallen lassen, dass man ordentlich Geld zahlt und wenn es auch nur Rost ist. Die Spannung stieg also mit jeder Minute warten.

Wir haben übergroße Freudensprünge gemacht, als der Mann uns sagte, dass Brissie ein super Auto und alles perfekt ist. Wir hätten den Mann am liebsten umarmt und waren super froh darüber. Für 100$ war auch der Preis echt ok. Eine Sorge weniger. Da die Verlängerung der Registrierung in Queensland somit hinfällig wurde, riefen wir da zum 3. mal an und fragten, ob sie dies wieder stornieren könnten. Die Frage, ob wir nun 2 Monate ohne Registrierung rum gefahren sind, war zwar berechtigt, aber Saskia schaltete schnell und sagte, dass sie auf Bali im Urlaub war und das Auto nicht gefahren ist.

Das einzige Problem war jetzt nur noch der Besitzerwechsel für den wir an diesem Tag keinen Termin mehr bekamen. Ich machte einen Termin für kommenden Dienstag, wohl wissend ich würde nicht frei bekommen. Ich solle den Kaufvertrag, Reisepass, Perso, Führerschein, Unterschrift und ein Formular mitbringen. Leider haben wir in der Werkstatt vergessen zu fragen wie lang der Sicherheitscheck gültig ist, sodass ich diesen verschieben kann bis ich frei bekomme.

Nach diesem ganzen Stress fuhr mich Saskia zu meiner Farm und wollte nochmal eine Nacht im Auto schlafen, da Tom von Fremden hier nicht so begeistert ist. Heather (die Mutter von Tom die gekommen war) hatte Suppe gekocht und lud Saskia ein diese zu essen und eine Nacht hier zu schlafen. Wir unterhielten uns alle nett und das Essen tat nach der ganzen Prozedur sehr gut. Auch Heathers Freundin Sheryl war gekommen und begrüßte uns freundlich. Zum Nachtisch bereiteten sie uns eine große Freude und servierten uns Tim Tams – yummi !

Auch nachdem die anderen alle schon ins Bett gegangen waren, unterhielten Saskia und ich uns noch auf Englisch. Wir kennen uns eigentlich kaum und haben uns trotzdem mega gut verstanden und viel Spaß zusammen gehabt, obwohl wir eigentlich nicht wirklich was zu lachen hatten an diesem Pechtag 😉 Wir setzten noch den Kaufvertrag handschriftlich auf, der mit Hilfe einer Vorlage aus dem Internet sehr professionell aussah.

Im Wohnzimmer schliefen wir auf der Couch glücklich und zufrieden ein, im Wissen ich bin jetzt mega stolze Autobesitzerin von der tollen Brissie.

Stolze Grüße der neuen Brissie-Besitzerin

Nadine

 

Meine Einparkkünste

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Minions als Glücksbringer

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Leckere Ü-Eier und Dosenöffner

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KFC

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Pommesburger

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Bücherei

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Warten in der Tankstelle der Werkstatt

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Bussuche

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Keith und ich am Schlafen

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