Flops, Failures and Fumbles (Car)

Donnerstag, 04.06.2015

Was braucht man um ein Auto in Australien zu registrieren?
– viel Zeit
– viel Geduld
– viel Geld
– viele Dokumente
– ein gutes Verständnis der englischen Sprache

Aber jetzt mal alles von vorne.

Mit Saskia die ich vom Reithof in Deutschland kenne, habe ich ausgemacht, dass wir uns früh treffen, sodass ich das Auto entgegen nehmen kann, das ich ihr abkaufe. Wir hatten es schon ewig vorher geplant und mussten wegen dummen Umständen immer alle Pläne wieder über den Haufen werfen. Der aktuelle Plan war dann, dass ich sie ins 3 Stunden entfernte Gundagai fahre, von wo aus sie ihr Farmer abholt und auf ihre Farm bringt. Länger als ein Tag konnte ich nicht von der Farm weg bleiben und somit hatten wir ein bisschen Zeitdruck.

Ich bin Sophia total dankbar, dass sie freiwillig mit mir in aller Frühe aufgestanden ist um zu füttern. Um 6 klingelte der Wecker aber ich bekam die Kriese als es um halb 7 immer noch stock dunkel war. Leider ist es auch nicht möglich im dunkeln zu füttern, weswegen wir bis fast 7 waren mussten. Ich hatte alle Eimer schon am Vorabend gefüllt, wir beeilten uns uns waren tatsächlich schneller als sonst fertig.
Nachdem ich dann eine Weile in der eisigen Kälte auf Saskia wartete, kam diese, die die Nacht im Auto im Ort verbracht hatte.
Der erste Stopp war der MC Donalds im nahe gelegenen Benalla. Dort ist es warm, es gibt free Wifi und man kann gut Pläne machen.

Auf dem Parkplatz präsentierte Saskia mir das Auto „Brissie“ im Kompletten, zeigte mir unzählig viele Kniffe, Geheimfächer und zeigte mir die gesamte, riesige Ausstattung wie Spiele, Gaskocher, Geschirr, Bettdecken, Töpfe, Wasser-, und Benzinkanister, Campingstühle und viel viel mehr. Das Auto ist perfekt zum Überleben in der Wildnis ausgestattet :). Ich war total begeistert und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Bei einem MC Flurry und sehr guter Musik verlängerten wir übers Internet die Anmeldung vom Auto die schon abgelaufen war im Bundesstaat Queensland, wo es bereits davor registriert war. Ein paar Tage vorher haben wir in einer Facebook-Gruppe nach Rat gefragt und wussten was zu tun war. Dachten wir zummindest bis dato. Als Saskia davor in einer Werkstatt war, rieten die ihr das Auto weiterhin in Queensland angemeldet zu lassen, da man dort den Sicherheitscheck RWC (ähnlich wie TÜV) im Gegensatz zu den anderen Staaten nicht machen muss, was viel Zeit und Geld spart und das Auto sowieso erst beim Service war. Das ging schnell und einfach und kostete 490$ für ein halbes Jahr.
Soweit so gut. Als wir aber im Anschluss den Besitzerwechsel machen wollten, gab es schlechte Nachrichten. Wir müssten doch den RWC machen und dazu nach Queensland fahren, was ca. 8 Stunden gedauert hätte. Die Dame am Telefon teilte uns aber mit, dass wir den RWC auch in meinem Staat Victoria machen und es dort ummelden könnten.
Nach vielen Anrufen fanden wir immer noch keine Werkstatt die das RWC macht und somit fuhren wir zu Tourist-Info die uns in eine Werkstatt schickten und uns einen Stadtplan mitgaben. Nach weiteren 2 Versuchen hatten wir einen Termin eine Stunde später (zum Glück noch spontan an diesem Tag). In der Zwischenzeit also wieder zum MC und gewartet.

Danach bin ich das erste mal (nach Violet Town) hier Auto gefahren und Saskia tat mir leid. Meine Einparkkünste seht ihr auf den Bildern 😀 Wir haben einen Dosenöffner und mega teure Ü-Eier für sage und schreibe 4$ das Stück gekauft. Als 2 Minions raus kamen, haben wir uns aber umso mehr gefreut und diese als Glücksbringer im Auto ernannt.
In der Werkstatt erzählten sie uns, dass sie den Check erst eine Stunde später machen könnten. Also Auto wieder mitgenommen und im KFC essen gewesen. Als ich fragte, was es vegetarisches gibt, wurde ich dumm angeguckt, aber ich bekam einen Burger mit Pommes drin. Wir hatten viel Spaß, redeten über unsere Reisen, das Auto und alles mögliche und es gab viel zu lachen. So verbrachten wir dort eine ganze Stunde und auch hier freuten wir uns über total gute Musik.
Nachdem das Auto dann in der Werkstatt war, liefen wir zur 2km entfernten Bücherei. Das war das erste mal, dass in einer solchen war und diese war modern, groß und schön aber nicht wirklich warm. Unsere Pechsträne wollte nicht enden. Das WLAN ging nicht und der Himmel verriet nichts gutes. In der Ecke mit den Kinderbüchern fanden wir Steckdosen für unsere Handys und lachten über die sehr interessanten Bücher. Wir wussten aber, dass wir die geplante Strecke an diesem Tag nicht mehr schaffen konnten.
Nach 2 Stunden Wartezeit wollten wir von der Bücherei zurück laufen, aber der Regen wurde immer stärker. Eine Frau vor dem Gebäude fragten wir, ob sie uns mit nimmt, aber leider fuhr sie in eine andere Richtung. Uns blieb nichts anderes übrig als zu Trampen. Wir hatten das beide davor noch nicht gemacht und keine hat sich getraut den Daumen raus zu strecken. Ich musste den Anfang machen und kam mir doof vor. Da wir blonden, begossenen Mädels aber so bemitleidenswert aussahen und der Mann ahnte, dass wir einen schlechten Tag hatten, hielt er an und nahm uns obwohl er nur 2 Plätze hatte, mit bis zur Werkstatt. Wir bedankten uns 100 Mal und er war richtig nett.
Wir wussten schon, dass der Tag nicht besser werden würde und mussten noch eine Ewigkeit in der Tankstelle auf das Auto warten. Es gab keine Stühle, es war kalt und es wurde schon dunkel. Gut, dass der Tankstellenmann mitleid mit uns hatte und 2 Stühle für uns raus kramte. Da sich Saskia auch Gedanken machen musste wie sie zu ihrer Farm kommt, googleten wir nach Busverbindungen, weil ich keinen weiteren Tag frei bekommen hätte. Sie schrieb alle Orte die der Bus anfuhr auf eine Serviette, guckte alles in Google Maps nach und suchte den nächsten Ort. Dieser war zwar immer noch 3 Stunden von ihrer Farm entfernt, aber ihr Farmer versprach, sie trotzdem zu holen und so buchte Saskia den Bus für den nächsten Tag. Wie oft Saskia mich an diesem Tag gefragt hat wie der Ort heißt an dem wir uns befinden, hab ich nicht mehr zählen können 😀

Viele Leute hatten uns entmutigt und gesagt, dass die Werkstätte so gut wie jedes Auto durch den Check fallen lassen, dass man ordentlich Geld zahlt und wenn es auch nur Rost ist. Die Spannung stieg also mit jeder Minute warten.

Wir haben übergroße Freudensprünge gemacht, als der Mann uns sagte, dass Brissie ein super Auto und alles perfekt ist. Wir hätten den Mann am liebsten umarmt und waren super froh darüber. Für 100$ war auch der Preis echt ok. Eine Sorge weniger. Da die Verlängerung der Registrierung in Queensland somit hinfällig wurde, riefen wir da zum 3. mal an und fragten, ob sie dies wieder stornieren könnten. Die Frage, ob wir nun 2 Monate ohne Registrierung rum gefahren sind, war zwar berechtigt, aber Saskia schaltete schnell und sagte, dass sie auf Bali im Urlaub war und das Auto nicht gefahren ist.

Das einzige Problem war jetzt nur noch der Besitzerwechsel für den wir an diesem Tag keinen Termin mehr bekamen. Ich machte einen Termin für kommenden Dienstag, wohlwissend ich würde nicht frei bekommen. Ich solle den Kaufvertrag, Reisepass, Perso, Führerschein, Unterschrift und ein Formular mitbringen. Leider haben wir in der Werkstatt vergessen zu fragen wie lang der Sicherheitscheck gültig ist, sodass ich diesen verschieben kann bis ich frei bekomme.

Nach diesem ganzen Stress fuhr mich Saskia zu meiner Farm und wollte nochmal eine Nacht im Auto schlafen, da Tom von Fremden hier nicht so begeistert ist. Heather (die Mutter von Tom die gekommen war) hatte Suppe gekocht und lud Saskia ein diese zu essen und eine Nacht hier zu schlafen. Wir unterhielten uns alle nett und das Essen tat nach der ganzen Prozedur sehr gut. Auch Heathers Freundin Sheryl war gekommen und begrüßte uns freundlich. Zum Nachtisch bereiteten sie uns eine große Freude und servierten uns Tim Tams – yummi !

Auch nachdem die anderen alle schon ins Bett gegangen waren, unterhielten Saskia und ich uns noch auf englisch. Wir kennen uns eigentlich kaum und haben uns trotzdem mega gut verstanden und viel Spaß zusammen gehabt, obwohl wir eigentlich nicht wirklich was zu lachen hatten an diesem Pechtag 😉 Wir setzten noch den Kaufvertrag handschriftlich auf, der mit Hilfe einer Vorlage aus dem Internet sehr professionell aussah.

Im Wohnzimmer schliefen wir auf der Couch glücklick und zufrieden ein, im Wissen ich bin jetzt mega stolze Autobesitzerin von der tollen Brissie.

Stolze Grüße der neuen Brissie-Besitzerin

Nadine

 

Meine Einparkkünste

DSC_0003

Minions als Glücksbringer

DSC_0004

Leckere Ü-Eier und Dosenöffner

IMG_8770

KFC

IMG_8771

IMG_8772

Pommesburger

IMG_8773

Bücherei

IMG_8774

IMG_8775

IMG_8776

IMG_8777

Warten in der Tankstelle der Werkstatt

IMG_8778

Bussuche

IMG_8780

IMG_8781

Keith und ich am Schlafen

DSC_0005

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s